Tag 3417 – 3420 – Irgendwas zwischen Nix und viel zu viel.

Hach, Vorweihnachtszeit. So besinnlich. Eine Weihnachtsfeier nach der anderen, Weihnachtsshow hier, Adventskonzert da, bitte irgendwann noch Geschenke besorgen, Adventskranz und -Kalender soll man am besten auch nicht erst am 10. haben und dazu kommt, dass alles irgendwie „fertig“ sein soll, wenn man in die Weihnachtsferien geht. Selbst mein Zahnarzt würde mich gerne dieses Jahr noch zur Kontrolle sehen und hat mich zu nächstem Freitag einbestellt, das musste ich verschieben, weil sowohl Weihnachtsfeier bei der Arbeit ist, als auch etwas, wo ich als „Expertin“ geladen bin. Werde also rumexpertinnen, allerdings im Büro, da kann ich nicht zeitgleich in Eidvoll jemanden in meinem Mund rumwühlen lassen.

Und weil das alles so viel ist, komme ich zu Nix. Eigentlich arbeite ich nur, und in meiner Freizeit haste ich von Weihnachts-dings zu Advents-bums. Dazwischen quetsche ich, so gut es geht, Hobbykurs, Geige und Sport. So gut geht das nur leider gar nicht mal.

Nun ja, genug gemeckert. Kurze Highlights der letzten Tage:

  • Samstag letzte Woche war Pippi auf einem Kindergeburtstag, wo sie Henna-Handmalereien bekommen haben, das finde ich mal richtig cool und sehr anders als die 08/15 Pølse- und Langpannekake-Geburtstagsfeiern
  • Dienstag und Mittwoch Inspektion, total entspannt und mit bester Aussicht über den Fjord. Nach der Inspektion in Indien eine reine Wohltat. Neuen Berufsschaden entdeckt: man kann mich mit einer richtig guten Risikobewertung und einem damit zusammenhängenden statistisch solide begründeten Probennahmeplan wirklich, richtig glücklich machen. Man muss dazu sagen: es ist selten, dass ich sowas vorgelegt bekomme
  • Mittwoch dann noch Übungshotel und Hobbykurs. Im Übungshotel angekommen bekam ich erst mal heftiges Nasenbluten. Ursache vermutlich die von der Erkältung gereizte Nase in Kombination mit -10 Grad draußen, dann rein in +20 jnd Heizungsluft. Aber auch mit bekannter oder vermuteter Ursache ist das ätzend und ich sollte wohl echt mal damit zum Arzt
  • Donnerstag spontanes, weil bis dahin vergessenes, Nikolausshopping. Mehr oder weniger erfolgreich. Aber da Michel Freitag darum bat, seine „Schuh-Süßigkeiten“ gebracht zu bekommen, war sohl zumindest er zufrieden
  • Gestern hatte Pippi Übernachtungsbesuch, Michel war außer Haus und übernachtet noch bis morgen bei seinem Kumpel und Herr Rabe war auf, sie ahnen es, Weihnachtsfeier. Die Mädels waren sehr verträglich und ich konnte Hobbykurs-Dinge tun. Spät abends holte ich einen gut angeheiterten Ehemann und einen weiteren Papa aus der erweiterten Nachbarschaft vom vorletzten Zug ab. Herr Rabe war dann heute Morgen etwas müde
  • Heute waren Herr Rabe und ich auf dem Adventskonzert der Janitsjar des Lieblingskollegen. Das war wieder sehr sehr schön und absolut die Tour in die Hauptstadt wert. Im Anschluss gingen wir noch ausgezeichnete Burger essen, in einer Burgerbude mit dem Charm einer Eckklitsche, aber in sauber. Die Burger wiegen das mangelnde Ambiente aber sowas von auf (Note to Self: Render Burgers). Ein schöner Ausflug. Auf dem Hinweg habe ich noch meinen einen Rucksack reklamiert, da war ein Reißverschluss kaputt. Gut, dass sich die teure Marke bei Garantiefällen nicht lumpen lässt

Tag 3414 und 3415 – Viel zu kurzes Wochenende.

Hier passierten wochenendliche Dinge, nur zu viele auf einmal, für so ein kurzes Wochenende. Sehr viel Hobbykurs, das eskaliert grad ein bisschen und nagt an den Wochenenden jetzt auch noch rum. Aber nur kurz und bald dann gegessen.

Ach ja: heute habe ich mir die Haare wieder blau gemacht. Das blau von Blue Lagoon wäscht sich aus weiß gebleichtem Haar aber wirklich sowohl langsam als auch schön raus, die letzten zwei Wochen ca. war es himmelblau. Mir gefällt die Farbe wirklich gut, auch weil sie sich so schön rauswäscht, aber ich hab noch so viele andere Farben, die ja auch benutzt werden wollen. Muss darüber nachdenken, wie ich das handhaben möchte.

Jetzt muss ich aber erst mal ins Bett, in sechs Stunden klingelt ja schon wieder der Wecker. Uff.

Tag 3387 und 3388 – Viel los.

Ich grüße aus Zimmer 2248, was eine sehr sympathische Zahl ist. Es kann also nur gut werden, diese Reise. Morgen geht es so früh los, dass das Flughafenhotel mich (und den Lieblingskollegen) beherbergen muss. Nach meinen letzten Erlebnissen möchte ich nicht morgens um viertel vor fünf abhängig vom lokalen Taxidienst sein. Hinterher erzählen die mir wieder was von dem wahnsinnig dichten Verkehr in Eidsvoll zu der Uhrzeit oder so.

Reise hält mich nicht von Ballett ab, und das war heute echt heftig, sehr viele relevés und noch mehr Sprünge. Ich glaube, die Vertretung unserer eigentlichen Lehrerin will uns heimlich auf Spitze vorbereiten oder so. Meine armen Waden.

Gestern habe ich schon mal das meiste gepackt. Heute dann den Rest. Weil ich paranoid bin, habe ich alles für die ersten zwei Nächte (und den ersten Inspektionstag) im Handgepäck. Trotzdem habe ich alles in meinen „großen“ Samsonite-Rucksack bekommen. Ha. Dieses Mal habe ich auch verschiedene Sorten Sonnenschutz dabei, Hut, Creme und Kleidung, ich werde NICHT wieder komplett verbrennen.

Ebenfalls gestern noch „schnell“ eine Geigenstunde gehabt. Das viele Geübe an Artikulation hat sich gelohnt, ich habe jetzt viel bessere Kontrolle über den Bogen. Eintönig war das Üben, aber Hilfreich. Jetzt kann ich erst mal anderthalb Wochen nicht spielen, was ich ziemlich schrecklich finde.

Herr Rabe kam gestern Nachmittag wieder, wir haben also knapp mehr als uns nur abgeklatscht. Pippi wäre am liebsten direkt wieder ins große Bett eingezogen.

So, jetzt fallen die Augen zu. Gute (kurze) Nacht!

Tag 3385 und 3386 – Kaum ist Herr Rabe aus dem Haus…

Herr Rabe kommt ja erst morgen zurück, bis dahin muss ich hier also Dinge allein regeln. Irgendwie geht das halbwegs, aber gut ist anders. Donnerstag früh war gehetzt, weil Halloween. Gestern früh war noch mehr gehetzt, weil ich um neun im Büro ein Beratungsgespräch hatte, also echt absolut pünktlich sein musste. Das bedeutet, den Zug um acht zu erwischen. Das bedeutet, um 07:45 mit den Kindern aus dem Haus zu sein. Das bedeutet, bis dahin müssen alle alles gepackt haben, Sportzeug hier, Brotdose da, Brille geputzt, Gesicht aufgemalt, „Mama, wo sind meine Socken?“ etc. Ich sag es mal so: der Ton war eher Drillseargeant als Säuselmutti hier, aber ich war pünktlich im Büro. Und war seriös und so weiter, as usual, die Beratenen waren zufrieden. Den Rest des Tages verschanzte ich mich in einem Mini-Meetingraum, weil ich mit dem Lieblingskollegen die anstehende Inspektion vorbereiten musste, den ganzen Rest des Tages. Über Teams, normale Leute sind ja freitags nicht im Büro. Abends kam ich dann mit der Freitagspizza unterm Arm nach Hause, versorgte alle mit Pizza und danach ging auch total überraschend quasi nichts mehr, ich schlief dabei ein, Pippi ins Bett zu bringen. Ich wachte auch wieder auf, so ist es nicht, aber aus „erst Sport, dann Geige“ wurde „ich tanze ein paar mal eine Choreografie durch“ und von da direkt ins Bett. Dass ich das Tanzen, also ein kleines bisschen Bewegung, überhaupt gemacht hab, verdanke ich Herrn Rabe, mit dem ich eine halbe Stunde telefonierte, nachdem ich mich bei Pippi wieder aus dem Bett geschält hatte.

Heute war auch viel los, ich habe mal wieder eine Impfung bekommen* (Auffrischung TDPP), dann direkt Sport (bevor mich die Impfung aus den Latschen haut), Duschen, Kinder einsacken, mit Michel Schuhe kaufen**, meine Brille fixen lassen (die hing irgendwie schief), einkaufen, einen neuen Satz Guppys*** kaufen. Nach Hause, Pippi zu ihrer Freundin jagen****, Guppys im Aquarium auswildern, umziehen, aufbrezeln und auf zu einem Date. Mit mir. Ich ging zu einer Burlesque-Show in Oslo, und es war super. Ganz allein, aber schick aussehend und mich wohl fühlend habe ich mich dafür beglückwünscht und belohnt, dass ich ein sehr okayer Mensch bin, eine gestresste, aber akzeptable und soweit irgendwie möglich zugewandte Mutter, eine echt gute Angestellte und außerdem sehe ich in einem engen, schwarzen Kleid und High Heels auch echt hot aus. So. Nicht erst seit extensivem Sportprogramm, das hat nur aus Gold Platin gemacht. Die Show war super, ich kann es nicht anders sagen, mir fehlen ein bisschen die Worte, weil es einfach so toll war. Wer verpasst hat, wie sich eine nahezu nackte Künstlerin auf/in/an einer Badewanne mit Löwenfüßen mit goldenem Glitzer aus einer Sektflasche übergießt, hat das halt verpasst. Kunstvoll, ästhetisch und sexy mit Glitzer übergießt, muss man dazu sagen. In anderen Zusammenhängen (moderner Tanz, modernes Theater etc.) finde ich Nacktheit ja sehr stark überbewertet und den Kunstaspekt sehr überfrachtet. Aber das hier war Entertainment ohne 57 Metamessages, und einfach sehr schön anzuschauen. Die Moderatorin des Abends war auch toll, witzig, charmant, schön und eine super Sängerin. Es war einfach echt ein toller Abend mit mir und Burlesque, und ich kann das nur empfehlen, also beides: mal sich für sich selbst fein machen und was schönes alleine machen, und auf eine professionelle Burlesque-Show gehen. Man kann das verbinden, muss man aber nicht.

Selbstliebe ist echt wichtig. Klingt abgedroschen, ist aber so.

___

*Ich bin sehr froh, dass das hier in der Apotheke super einfach geht. Ich brauche nur ein Rezept für den Impfstoff von meinem Hausarzt, dann buche ich den Termin in der Apotheke und der Apotheker setzt mir die direkt. Da brauche ich dann nicht mehr, wie früher, die Impfung in der Apotheke kaufen und zur Arztpraxis schleppen, um sie dort von einer Arzthelferin setzen zu lassen.

**Hoher Verschleiß aufgrund ADHS ist bei Michels Schuhen echt ein Problem. Das Paar, das ich vorgestern ohne Zucken in die Mülltonne geschmissen habe, war Anfang August gekauft und jetzt wirklich komplett aufgelöst. Ich weiß nicht, was er damit macht, das weiß er selbst nicht mal, wahrscheinlich irgendein unbewusstes Gehampel.

***Letzter Versuch. Wenn die nun auch wieder über die Wupper gehen, lassen wir es mit Guppys. Die Platys haben ja offenbar das beste Leben im Aquarium, wir haben inzwischen wirklich viele Babyplatys. Da muss man beim Wasser wechseln echt aufpassen, dass man keinen Winzfisch mit wegsaugt.

****Ich hatte Übernachtung für sie organisiert, damit ich nicht beide Kinder alleine zu Hause lassen muss, um zu der Show zu gehen. Win win für alle, Michel hat nämlich ganz gerne mal das Haus für sich.

Tag 3296 – So ein Samstag eben.

Fischi hat einen Namen bekommen, hen heißt jetzt Carrot.

Mein Fuß ist leicht blau und tut weiter weh, wenn man drauf rumdrückt, aber auch nur dann. Also drücke ich da lieber nicht drauf rum.

Pippi war heute den halben Tag bei ihrer Freundin H. Herr Rabe und der Papa von H. gingen dann noch mit den beiden auf die Kirmes, die hier grad im Ort ist. Dadurch blieb mir das erspart. Ich schwitzte stattdessen die Yogamatte voll (es war aber auch feucht heute). Wir brauchen wohl mal eine neue Yogamatte, ich bin nämlich nach dem Sport gerne mal voller blauer Krümel. Unverschämtheit, die Matte haben wir seit höchstens 13 oder 14 Jahren! Genauso wie die Ikea-Waschlappen, grad mal 12 Jahre alt und allerhöchstens 3000 mal gewaschen, schon lösen die sich auf. Im Urlaub habe ich auch ein Fast Fashion T-Shirt weggeschmissen, das hatte ich 2009 in Stockholm gekauft, also quasi gestern.

Ansonsten habe ich heute die Urlaubsabrechnung und allgemeinen Finanz-Check gemacht. Das war zwar nicht schlimm (im Sinne von keine bösen Überraschungen oder so), aber das ist trotzdem so eine Hassaufgabe für mich, ein bisschen wie bügeln, es muss halt sein und ich mache es dann ja auch, aber ich mache es wirklich nicht gerne. Besonders wenig gerne dieses Mal, weil ich ja geschafft hatte, meine deutsche EC-Karte zu sperren und mich auch aus dem online-Banking ausgesperrt hatte, beides wegen vergessener PIN und Passwörter. Jetzt habe ich aber ein neues Passwort (bereits eingespeichert in diverse Passwortmanager) und eine neue PIN für die Karte ist auch angefordert. Dann muss ich nur dran denken, dass ich mit der Karte zu einem Volksbank-Automaten muss, um die neue PIN zu aktivieren. What could possibly go wrong, so für wen der eigentlich IMMER bei der Sparkasse war und ja auch jetzt nicht bei der Volksbank selbst ist.

Abends eingekauft, lecker gegessen und Geige gespielt. Sonst war nichts.

Tag 3270 – Nix zu erzählen.

Hier ist heute nicht so viel passiert. Ferien halt, Pippi spielte mit ihrer Freundin, Michel hing vorm Bildschirm, ich sortierte noch mal die aussortierten Sachen aus Pippis Zimmer durch, baute L.O.L.-Minipuppen zusammen und bekleidete Barbies, damit das alles auf dem Flohmarkt einigermaßen verlockend aussieht. Außerdem habe ich alles in grobe Kategorien sortiert. Blumen gewässert habe ich auch und Sport gemacht und Geige gespielt. In dieser Zyklusphase schwitze ich inzwischen beim Sport so, dass es mir überall runter läuft. Das hängt teilweise mit der Zyklusphase selbst und teilweise mit den Medikamenten, die selbige Zyklusphase überhaupt nur erträglich machen, zusammen. Aber schön ist das echt nicht, muss ich sagen. Drecks Hormone.

Tag 3267 – So lala, so lala.

Ferien sind schon schön, ich hab aber leider auch in den Ferien hormonbedingt Laune. Um dagegen halbwegs anzukommen und nicht auch noch „und geschafft hab ich auch nichts!!!“ hinzuzufügen, habe ich Dinge getan. Diese Dinge waren:

  • Gartenabfall wegbringen. Mit den gesammelten Gartenabfällen war das Auto auch komplett voll. Aber ich weiß jetzt, dass die Entsorgungsstation eine eigene Tonne für Arten von der schwarzen Liste, zum Beispiel unsere zwei Säcke Lupinen, hat. Die steht, passender Weise, sehr weit weg vom sonstigen Gartenabfall, nämlich beim Gefahrengut. Bezahlen muss man auch nichts für die Entsorgung, genau wie bei normalem Gartenabfall.
  • Das Auto von innen gereinigt. Das hatte es nötig, sehr, es lag eine sehr gut sichtbare Staubschicht auf dem Armaturenbrett, die Sitze hatten Flecken und im Fußraum waren glaube ich noch Reste von Streugut. Außerdem hatte ich ja grade erst sehr viele Gartenabfälle transportiert. Jetzt ist es aber wieder sauber und ich habe mal wieder gemerkt, dass die Kinder ja doch größer werden. Ich habe nämlich zwar Eisflecken und sowas entfernt, aber außer einem kleinen Döschen mit etwas undefinierbaren drin, das in den Müll wanderte, nichts grausliches gefunden. Keine halb gelutschten Bonbons, keine in die Sitze eingearbeiteten Kekse, keine benutzten Servietten oder Taschentücher die irgendwo festkleben. Ich war auf alles vorbereitet und nichts ist passiert.
  • Sport, ich bin grad unzufrieden mit meiner Bewegung und mit dem, was mein Körper so schafft und wie er dabei aussieht und sich anfühlt. Das ist zum Teil auch Laune, aber Bewegung, vor allem regelmäßige, hilft wiederum auch gegen Laune. Alles hängt mit allem zusammen.
  • Geige. Jetzt in den Ferien habe ich Zeit für ausgiebige Übesessions und genieße das sehr. Da geht’s auch merkbar vorwärts.

Vielleicht ist es der Laune auch nicht zuträglich, dass ich meinen Kaffeekonsum reduziere. Kalten Entzug schaffe ich nicht, bzw. möchte ich mir meine Ferien nicht mit sowas versauen, also schleiche ich aus. Die erste Woche mit maximal zwei Kaffee am Tag (statt drei bis vier) ist bald rum. Dann gehe ich auf einen und versuche, da ne Weile zu bleiben. Statt Kaffee trinke ich Unmengen Früchtetee, das ist auf viele Arten gesünder. Warum mache ich das? Weil ich Kaffee wieder mehr genießen will und nicht wie so ein Pegeltrinker kack Laune kriegen, wenn ich die zur Tageszeit passende Dosis noch nicht hatte.

Tag 3220 – Fahrtertag.

Niemand fuhr hier heute mit einem Bollerwagen rum. Schon allein weil hier Vatertag wann anders ist, ich glaube im Herbst? Muttertag auch, der ist im Februar. Familie Rabe feiert keins von beidem, weil wir schlechte Eltern sind halt. Aus vielen Gründen. Und warum man sich mit nem Bollerwagen besaufen wollen sollte, erschließt sich mir gar nicht, hat es auch nie. Das gehört in die Kategorie „andere machen das, die gehen auch unironisch aufs Schützenfest und sind generell von einem anderen Planeten“.

Anyway, ich habe die Himmelfahrt des Erlösers den freien Tag dazu genutzt, etwas Schlaf nachzuholen, dann über zwei Stunden lang die erste Schicht Fliesenkleber im Terrarium aufgetragen (das dauert echt erstaunlich lange mit den ganzen Ecken und Löchern und Gedön), zwei Stunden Geige gespielt bis die Finger weh taten und auch muskulär nicht mehr wollten (Doppelgriffe sind der Tod, irgendwann krampft es nur noch, nichts ist flexibel, alles blockiert sich gegenseitig, argh!) und eine halbe Stunde Spaziergang gemacht. Zwischendurch noch lecker gekocht, gegessen, die Kinder ins Bett gebracht und Michel versucht zu zeigen, wie er Greg festhalten muss, damit Greg nicht ständig versucht, hektisch abzuhauen. Es gibt da Tricks, man muss halt ein bisschen versuchen, möglichst unaufgeregt und bestimmt, recht fest (natürlich nicht quetschen) mit beiden Händen zuzupacken, gerne so, dass die Schlange relativ kompakt zusammengefaltet ist und dann – nichts machen. Einfach sitzen und Schlangi rumschnuppern lassen. Michel muss noch ein bisschen am Punkt „unaufgeregt“ arbeiten.

Tag 3213 und 3214 – Gibt nicht so viel zu erzählen.

Es ist endlich Frühling. Über 15 Grad, Sonnenschein, es wird vorsichtig grün draußen. ENDLICH! Der eine Krokus im Garten blüht auch wieder.

Dann kann man auch endlich wieder Gartenarbeit… bleiben lassen. Werde wohl am Wochenende die Weide beschneiden müssen, und so weiter und so fort, leider hat auch das Wochenende nur eine begrenzte Anzahl Stunden.

Ich habe gestern beim Optiker verschiedene Filtergläser ausprobiert und bekomme jetzt eine nicht sprichwörtliche sondern sehr handfeste rosa Brille. Gegen so Orte wie den Kieferorthopäden, in dessen Räumlichkeiten ich mich nur mit Sonnenbrille aufhalten kann, weil alles so hell und weiß eingerichtet ist. Es ist brutal. Aber wenn man drinnen Sonnenbrille trägt, behandeln Leute eine komisch, das habe ich heute bei besagtem Kieferorthopäden für Sie ausprobiert. Latent unfreundlich und nicht nur latent herablassend.

In freien Minuten bastle ich weiter am Terrarium. Bauschaum ist irgendwas zwischen Wunder und totaler Pest. Aber mit Bauschaum kann man Styropor bombenfest zusammenkleben. Man muss nur zusätzlich alles mit Zahnstochern stabilisieren, sonst drückt der Bauschaum alles auseinander. Der Bauschaum macht auch lustige Formen und gibt dem ganzen Struktur. Wenn morgen alles wieder fest ist, muss noch der Boden rein, da muss ich nur noch was überlegen, wie ich es hinbekomme, dass keine Schlange unter die Fliesen kriechen kann. Die sollen nämlich eigentlich nur lose aufliegen. Aber vielleicht überlege ich mir das morgen noch spontan anders.

„Spontan“, so wie ich alles spontan mache, ähäm. Niemand hat Prototypen aus Pappe gebaut, um das Styropor gleich passgenau zurechtschneiden zu können! Niemand hatte auch schon bei der Planung zweieinhalb nahezu-Meltdowns, weil ja was schief gehen KÖNNTE und WAS DANN???