Noch leben alle Blümchen, das Beet ist fertig, das alles ist sehr schön, aber! Ich habe Sonnenbrand. Im Nacken. Im Gesicht trage ich ja immer getönte Tagescreme mit Lichtschutzfaktor 30 und ja, ich trage davon auch genug auf, um ausreichenden Schutz zu kriegen. Im Garten trage ich immer einen Hut, vielleicht muss ich den demnächst immer mitschleppen, denn den Sonnenbrand habe ich mir im Gartencenter beim Erwerb von zwei Obstbäumen geholt. Ich hasse meine Haut dafür. Ernsthaft. Es ist so ein Scheiß und am Ende krieg ich vermutlich auch noch Hautkrebs. Awesome. Also Sonne: nett, aber etwas weniger aggro wär schön. Etwas mehr Regen, oder überhaupt Regen, wär auch mal ganz nett, dann könnten wir neuen Rasen säen. Und ein Stück Blumenwiese, als Ausgleich für Rasen (Rasen! Wie langweilig.). Heute habe ich vertikutiert. Genau genommen war es eher wie pflügen, da war nix zu vertikutieren, der Rasen ist in weiten Teilen nicht existent nach der Dürre letztes Jahr. Es kamen Haufenweise Moos raus, zurück blieb eine Wüste, die viel schlimmer aussieht als zuvor und ich hoffehoffehoffe wirklich dass es wieder gut wird. Aber das wird’s nur mit Wasser, von oben. Ich führe nun also Regentänze auf. Ab Montag dann.
Garten
Tag 1346 – Mal wacher.
Also vorgestern:
Wir hatten Besuch und zwar (fast) die Geburtstagstruppe von vorletzter Woche. Das war sehr sehr schön, wegen allem. Die Kinder rannten wie die Dilldöppken ums Haus und im Haus herum und dann kam ein Haufen Erde auf einem Laster und dann kletterten sie auch noch auf einem Erdhaufen herum.
Zwischendurch „blies“ ich Eier aus, weil wir die eigentlich noch bemalen wollten, aber dann kamen wir gar nicht dazu und das war auch ok. Aus den Eiinhalten machten wir einen Haufen Waffeln, beste Lösung denn ich finde hart gekochte, kalte Eier hochgradig widerlich. Schon der Geruch… bläh. Jedenfalls, letztes Jahr habe ich noch Strohhalme ins einzelne Loch gesteckt, dieses Jahr habe ich mir was neues einfallen lassen und jetzt muss mein Mund gar nicht mehr in die Nähe von rohen Eiern, das ist genial. Man braucht einen Pieker und ein Holzstäbchen und eine Silikonform für Hochdrück-Eis. Mit dem Pieker macht man oben und unten ein Loch und das untere muss man noch so groß prökeln (wie auch immer), dass das Stäbchen reinpasst. Damit macht man dann das Eigelb kaputt. Eisform oben auf das Ei setzen, ordentlich festdrücken, dann zudrücken und schwupps, kommt der Schlonz unten aus dem größeren Loch gelaufen.
Juhu!
Während ich das erfand, huben Herr Rabe und Freundin A. das Blumenbeet aus. Ich hatte ja extra noch Steine aufgesammelt, damit wir genug für die Beetumrandung haben, aber, äh, also Steine, irgendwer? Wir hätten so ein paar Eimer.
Nach dem Tag und dem Besuch waren die Kinder so platt dass Pippi auf dem Badezimmerteppich einschlief, während Herr Rabe duschte. Und ich war halt dann auch echt müde.
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Gestern:
Den ganzen Tag Erde geschippt und mit der Schubkarre zu den Beeten gefahren und da ausgeleert und von vorn. Den ganzen Tag? Nein, denn zwischendurch fragte die Nachbarin, ob ich ein Glas Rosé wollte. Ich wollte, das war nicht klug, mitten am Tag auf wenig Essen und in der Sonne Wein zu trinken, aber schön war’s. Und nach 10 weiteren Schubkarren voll Erde war der Wein auch wieder weggeschwitzt.
Die Kinder spielten den ganzen Tag mit den Nachbarskindern. Sie machten auch Scheiß, aber insgesamt war das alles – Gartenarbeit, Kinderblödsinn und Rosé – so nah an Bullerbü 2019 wie es nur geht.
Am Ende hatte ich ein richtiges Beet, mit Steinen drin damit ich trotzdem an alles rankomme. Hach!
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Heute:
Die Blümchen eingepflanzt und ein paar Küchenkräuter in das eine Rahmenbeet gesetzt. Mein Zitronenbasilikum hat tatsächlich in seinem Plastiktöpfchen den Winter überlebt und treibt wieder aus. Beim Rosmarin bin ich noch skeptisch, leider auch beim Lavendel. Dafür habe ich einen Lavendel im Garten gefunden und der treibt auch aus, den habe ich erst einmal beschnitten und nun darf er da gerne bleiben, am Platz der zukünftig neben dem Holunder sein wird. Der Rhabarber, den ich Mittwoch Abend noch eingebuddelt habe, steckt schon seine ersten Triebe aus der Erde. Meine Blümchen sahen im Beet alle noch etwas dünn aus, daher nutzte ich die Gelegenheit, dass das Saison-Pop-Up-Gartencenter am Kreisverkehr nun wieder auf hat und auch an allen Feiertagen (bis auf den 17. Mai) geöffnet ist und kaufte noch ein paar Stiefmütterchen und Steinbrech und Traubenhyazinthen.
Es folgt nun ein Hinweis: wenn es Sie in den Fingern juckt, Gartenratschläge zu erteilen: lassen Sie es bitte. Ich mache sicher Fehler. Ich möchte diese Fehler machen. Ich lese auch keine Bücher übers Gärtnern, ich belege keine Kurse, ich frage im Gartencenter nach, ob ich (z.B.) Holunder an die Stelle setzen kann, wo ich ihn hinhaben möchte oder ob es möglich ist, den auf maximal 2 Meter Höhe zu halten. Gegebenenfalls würde ich auch nachfragen, wenn irgendwas passiert, was ich mir nicht erklären kann. Aber wenn ich Tulpen neben Narzissen setze, dann möchte ich das selbst lernen, dass das nichts wird.
Jedenfalls hab ich heute alles rausgesetzt außer Eisenkraut, weil das ja nicht frosthart ist. Bis ich dann mal aufs Schild guckte: 
Dann kommt das also morgen raus.
Bisher sehen jedenfalls sorgsam ausgewählte Ecken des Beetes so aus:


Bisher bin ich sehr zufrieden mit mir. Nun darf gern alles anfangen zu wuchern, der Stärkste gewinnt, hübsch blühen tun sie jedenfalls alle.
Sogar eine der Hängeampel-Mimöschen zeigt erste Blütenansätze: 
Da hab ich schon wieder vergessen, was das ist. Offenbar blüht es lila.
Morgen fahren wir vielleicht den Holunder kaufen. Es bleibt spannend.
Tag 1345 – Platt.
Wieder bei den Kindern eingeschlafen, unaufhaltsam, trotz Wecker. Aber eigentlich kein Wunder, denn der Erdhaufen ist jetzt viel kleiner und in allen Beeten ist Erde. Ab Sonntag soll es nicht mehr frieren, dann wird gepflanzt*. Samstag hat das Gartencenter auf, ich bin schon sehr am überlegen… aber jetzt erst mal schlafen. Wer schuften kann kann auch völlig fertig sein.
*und dann müssen auch die nicht-frostharten Pflänzchen in den Hängeampeln und co nicht mehr jeden Abend reingeholt werden und das zweite Bad ist dann auch kein MimöschenPflänzchennachtlager mehr
Tag 1344 – Ganz wunderbar*.
*Müde. Deshalb heute nur Zitat des Tag und den Kontext dann morgen nachgereicht:
„Wir haben keinen Sandkasten. Wir haben nur Erde!“
Tag 1342 – Alna.
Michel hat heute statt Hort-Ferienbetreuung seinen Freund besucht, das war wohl sehr schön, wir bekamen nur leider ein ziemlich aufgekratzes Kind zurück, das war für uns nicht ganz so schön. Aber „wir haben Michel so gern zu Besuch, der verbreitet immer gute Laune und die Jungs spielen so schön zusammen“ hört man ja doch gern. Pippi und ich nutzten den Tag für drei Dinge:
- Werkzeug zurückfahren (habe die Miete für das Handschleifgerät zurückbekommen, obwohl sich herausstellte, dass wir einfach das falsche Schleifpapier hatten [aber die Typenbezeichnung auf dem Schleifpapier war die für das Gerät, das sahen auch die zwei Verkäuferinnen so] und auch den unbenutzten Beutel für das große Schleifgerät haben sie zurückgenommen)
- Gartencenter in Jessheim, das angeblich Holunder hat (völlig eskaliert. Habe jetzt ein neues Lieblingsgartencenter und ganz viele Tausendschön und Kräuter und Blümkes und wasweißich. Pippi hat Stiefmütterchen und Primeln ausgesucht. Holunder gibt es auch, sogar mehrere Sorten, aber der war noch nicht ausgepackt. Ich habe etwas gekauft, das aussieht wie ein Topf voll Erde, aber angeblich Rhabarber ist und Herr Rabe und ich müssen die Obstbaumdiskussion noch mal aufnehmen. Jedenfalls: bestes Gartencenter.)
- Terrasse streichen, Farbton „Alna“ (während Pippi im Auto schlief. Mit Sonnenhut, damit ich mir nicht den Nacken verbrenne. Ich habe genau einen der zwei Eimer für die erste Schicht gebraucht, ich glaube aber, eine zweite Schicht wird nicht ganz so viel verbrauchen, weil das Holz nicht mehr so enorm viel Farbe aufsaugt. Morgen zweite Runde, falls ich mich noch bewegen kann. Ich wage es zu bezweifeln.)
Für einen ersten Ferientag ganz schön voll.
(Ach ja: Erde hab ich auch noch organisiert, erst hieß es, sie käme dann nächsten Dienstag, das sei der erste mögliche Termin, dann riefen sie aber direkt wieder an, es sei ein Termin am Mittwoch freigeworden. Mittwoch dann also große Primelpflanzung Erdverteilung.)
Jetzt möchte ich eigentlich nur noch duschen und dann ins Bett plumpsen. Und dann bitte nicht aufwachen und Notre Dame ist komplett ausgebrannt, auch wenn ich das von den Bildern her befürchte.
Tag 1341 – Blank.
Tag 1327 – Frühling (fast ganz bald).
Gestern habe ich aus dem Fenster gesehen und festgestellt, dass die ersten Bäume bei uns vor der Tür fast schon blühen. Also fast halt. Demnächst. Und weil demnächst ja auch Ostern ist und wir vier Tage am Stück frei haben, die wir gern verschiedenes im Garten und am Haus machen würden, war heute spontaner Garten-Tag zur Bestandsaufnahme und Planung angesagt. Herr Rabe hat das kleine Gewächshaus fertig zusammengebaut. Ich habe zum dritten Mal ausgemessen, ob ein 1,32 m breites, 1,98 m hohes und 69 cm tiefes „großes“ Gewächshaus an die Rückwand unseres Schuppens passt und die Antwort ist weiterhin „vielleicht“. Wenn es nicht passt, dann um einen Zentimeter oder so nicht, ich traue meinem Augenmaß bei sowas halt null, weil ich echt ganz schlecht Größen- und Längenverhältnisse abschätzen kann. Wär natürlich echt kacke, ein 3000 Kronen Gewächshaus zu kaufen, zusammenzubauen und dann festzustellen: möööp, passt nicht. Vielleicht sollte Herr Rabe ein viertes mal messen. Weiterhin haben Herr Rabe und ich besprochen, was wir als „Abgrenzung“ zum Schotterparadies der Nachbarn aus 4A haben wollen. Genau genommen war ich gegen ganz viel. Buchsbäume, Lattenzaun, Efeuberanktes irgendwas: nein. Ich möchte was, was nicht alle Sonne nimmt, aber ein bisschen eine Grenze zieht. Momentan stehen da kniehohe Büschlein, die sind hässlich und *keine* Grenze. Der Konsens lautet nun Beerensträucher und dazwischen Wiesenblumen. Ich denke, das wird schön. Wir werden weiterhin zwei weitere Pflanzkisten für Kleingemüsequatsch* anschaffen und ein Blumenbeet anlegen, ich möchte gern sowas wie Schmetterlingsflieder haben, hätte gern den halben Garten mit Kapuzinerkresse und bunten Blumen vollgewuchert (rettet die Insekten!) und Herr Rabe möchte Obstbäume und einen Kompost. Ich möchte eine Regentonne (oder zwei), falls es wieder so einen trockenen Sommer gibt, können wir wenigstens ein bisschen länger noch wässern. Mal sehen, welche Zähne davon uns von Gärtnern gezogen werden, weil Boden oder Standort ungeeignet oder wasweißich. Jedenfalls wird Ostern nicht langweilig. Den Balkon und die Terrasse müssen wir auch ölen und das Balkongeländer muss gestrichen werden. Ich hätte also gern sonnige Ostern.
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Heute sehr über Twitter gewundert. Ein Gespräch, in dem man sich bisher eigentlich nur harmlos-lustig angefrotzelt hatte, eskalierte plötzlich zu einer Grundsatzdiskussion. Ich muss das sicher nicht verstehen. Aber hier kann ich ja mal sagen: ich mag mich nicht über Belanglosigkeiten ernsthaft streiten. Über die großen Dinge gern, solange es bei einer respektvollen Diskussion bleibt, aber auch das nicht auf Twitter. Niemals auf Twitter über wirklich wichtige Dinge diskutieren, das hab ich in den letzten 1327 Tagen gelernt. Aber über Tanzen auf Konzerten? Über Menstruationstassen? Über Rosenkohl? Ernsthaft streiten? Nee. Da beschneide ich lieber meinen Lavendel**. Und zu Tanzen auf Konzerten hat Christian auch alles gesagt, was es zu sagen gibt:
Die Geschmäcker sind also wohl verschieden. Ich kenne beide Seiten – ich hab früher gerne meine Haare vorne mittendrin fliegen lassen und ich hab halt auch schon nur da gestanden. Auch vorne.
Und ich habe natürlich jedesmal die anderen gehasst, Is’ klar.
Am besten also alles nicht so ernst nehmen.
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Apropos nicht diskutieren: ich hasse die Sommerzeit. Ich möchte nicht darüber reden. Sie soll einfach weggehen und nie wiederkommen.
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*Sein wir mal ehrlich: ein Kistchen Möhren und eins mit Erdbeeren ist so weit von Selbstversorger entfernt, wie man nur als waschechter Ex-Stadt-Hipster sein kann. Aber ich mag einfach in Erde wühlen und möchte den Kindern näher bringen, woher all die „magichnicht“s kommen, bevor sie im Supermarkt landen.
**Der sah traurig aus nach dem Winter, also googelte ich heute hektisch. Fazit: nach dem Winter darf der ruhig etwas traurig aussehen, man sollte ihn aber im Sommer nach der Blüte eigentlich um 1/3 zurückschneiden, das hab ich natürlich letzten Sommer nicht gewusst und nicht gemacht. Im frühen Frühjahr (auf der deutschen Seite stand Februar, naja, euer Februar ist unser März, hab ich erwähnt, dass ich heute auf der Terrasse Schnee geschippt habe?) dann um 2/3 beschneiden, also 2/3 der beblätterten Stängel ab, nicht bis ins verholzte unten rein. Da die Stängel an meinem traurig aussehenden Lavendel innen alle normal grün waren, gehe ich davon aus, dass er wiederkommt. Und weil bleibt, wer schreibt, schreibe ich das mit den 1/3 2/3 hier auf. Und nächsten Winter doch besser gut einpacken, noch, Frau Rabe?