Tag 1297 – Volles Haus.

Schon wieder Besuch! Wir vermissen Familie Wunnibar noch und denken bei jedem Blick auf Rauchmelder an K1 und bei unserer Treppe an K2, da kam heute schon Little B. samt Midimonsieur und Freund an. Allerdings nach (auf deren Seite) echt wenig Schlaf, weshalb wir jetzt „schon“ in den Federn liegen. Mir kommt das entgegen, ich bin überaus platt, Herr Rabe auch, allen dürfte eine Mütze Schlaf mehr heute Nacht gut tun. Schön war, dass sich Michel, den wir besser auf Besuch vorbereitet hatten als beim letzten Mal, gar nicht in einen Dinosaurier verwandeln musste, sondern ganz einfach direkt mit dem Midimonsieur spielte. Süß die zwei. Und ich freue mich schon super auf neunjährige Kinder, die scheinen mir recht umgänglich zu sein (N=1).

Tag 1291 – Kluk!

Im nächsten Leben gehe ich früh ins Bett, aber morgen stehe ich um 06:15 auf, juchheißa. Das war komplett selbst verschuldet durch verquatscht III. Was soll man auch machen, wenn man so netten Besuch hat?

Das war ein echt tolles Wochenende, ich mag das Internet, wenn es mir so tolle Menschen anspült. So viele interessante Gespräche hab ich seit langem nicht mehr in so kurzer Zeit geführt und die Kinder der Familie Wunnibar sind einfach zum Fressen goldig. Alle beide.

Morgen gehe ich um neun ins Bett (hahaha), aber vielleicht schaffe ich’s vorher noch über den Anleitungstag zu schreiben und über unseren Besuch im Kinderkunstmuseum. Bis dahin muss diese kleine Impression reichen:

Tag 1289 – Verquatscht.

Also, die Frau Wunnibar, die hat schon eine sehr tolle Familie, mit sehr sehr putzigen Kindern! Eins schläft total entspannt in Pippis Bett, während Pippi und Michel auf der Matratze auf dem Boden schlafen, das andere – das finde ich noch viel faszinierender – schläft seit neun Uhr mit nur einem Maunzer zwischendurch alleine im Gästebett. Überhaupt ein entspanntes Baby, fröhlich, neugierig und willensstark, aber dabei nicht so diffus, wie Babies ja durchaus auch oft sind. Es mag Stromkabel, das ist natürlich eine kleine Herausforderung, bei uns ist ja nichts mehr entsprechend gesichert. Aber drei Erwachsene werden schon für drei Tage aufpassen können, dass ein Baby keine Kabel ankaut. (Full disclosure: Babies sind toll, ich liebe Babies, es war auch toll, selbst welche zu haben, aber noch viel toller als das alles ist es, dass sie jetzt keine Babies mehr sind!) Die großen Kinder haben schon zusammen Laden gespielt und ein bisschen Mist gemacht, nämlich heimlich das iPad, das zur Bedienung des Lego-Roboters mit ins Kinderzimmer gewandert war, zum Mausclips gucken benutzt. Läuft also. Ich hab eine total positive Geschichte über Kindersklaven als Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen und gucke das nächste Mal genauer worum es geht, bevor ich lese. Aber alle Kinder schlafen und wir Erwachsenen haben uns im Anschluss bei Wasser und Schokolade ordentlich verquatscht. Wenn morgen wirklich um fünf Kinder wach sind, wird das ein langer Tag.

Tag 1278 – 4.29.

Heute gelernt: einen 4.29 kann man immer machen, wenn einem sonst nix einfällt.

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Michel erzählte heute morgen, seine Klassenkameradin, nennen wir sie mal frei erfunden Lise, könne Spagat. In jede Richtung. Erwachsene können nicht so gut Spagat, weil die Beine länger sind und dann ist der Abstand so groß. Er kann auch keinen Spagat. (Ich fügte an dieser Stelle an, dass ich auch mal Spagat konnte, auch als ich schon erwachsen war und er das auch nur üben müsste, dann könne er das auch irgendwann.) Aber die Lise, die kann das, die geht nämlich zum Turnen.

Und beim Turnen, ne Mama, da nimmt man auch ab.

Der Satz hat mich wütend und traurig und alles gleichzeitig gemacht und ich habe Michel dazu erst mal ein paar Takte gesagt, nämlich

  • Dass man Sport nicht macht um abzunehmen, sondern zu allererst mal weil’s Spaß macht und dann vielleicht irgendwann weil man davon fitter wird
  • Dicke Leute können viel Sport machen und sehr fit sein und sich pudelwohl fühlen
  • Schlanke Leute machen umgekehrt auch nicht alle Sport und sind vielleicht ganz und gar nicht fit oder gesund
  • Und überhaupt und ganz wichtig: SECHSJÄHRIGE SOLLTEN SICH ÜBERHAUPT NOCH KEINEN KOPF UMS ABNEHMEN MACHEN
  • Herrschaftszeiten. Das wird ein schöner nächster Elternabend. Da freue ich mich jetzt genauso drauf, wie auf den im Kindergarten, wo ich mal anmerken werde, dass Leuten, die beim Abliefern und Abholen vorm Kindergarten das Auto einfach laufen lassen, offenbar an der Zukunft ihrer Kinder nicht so viel gelegen ist, jedenfalls an keiner auf einem Planeten mit halbwegs in-Ordnung-em Klima.
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  • Heute zum ersten Mal im nicht-mehr-ganz-Dunkeln das Haus verlassen, um 07:03 wurde der Himmel im Osten schon blau. Auch im noch-nicht-ganz-Dunkeln nach Hause gekommen. Wäre nicht der Zug hoffnungslos verspätet gewesen (ich habe von Schreibtisch zu Couch 1 Stunde 50 Minuten gebraucht), wäre es noch heller gewesen und das tut dem Gemüt außerordentlich gut sage ich Ihnen. Das schafft keine Vitamin-D-Tablette, was länger werdende Tage mit mir machen. Noch 5 Wochen ca. und dann ist es endlich wieder länger hell als dunkel (und ja, der Tag der Tag-und-Nacht-Gleiche ist überall gleich, dieses Jahr am 20. März). Hach!
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  • Das mit dem total verspäteten Zug war aber doof, denn ich musste erst sehr lange warten, dann fuhr der Zug auf einem anderen Gleis, was ich aber erst raffte, als er auf dem anderen Gleis einfuhr und dann musste ich sehr schnell sprinten (was ich hasse und normalerweise tue ich mir würdeloses Rennen zum ÖPNV nicht an, aber ich hatte ja schon ewig gewartet) und dann war natürlich in Eidsvoll auch kein Bus zu kriegen und ich musste vom Bahnhof aus nach Hause laufen. Letzteres war noch am wenigsten schlimm, dachte ich erst, aber mein Uterus meinte dann ab der Hälfte des Wegs, er hätte nun genug und krampfte sich um die Spirale und das war dann sehr unangenehm. Zu Hause plumpste ich auch nur noch aufs Sofa und schlief recht bald bei Mickey Mouse ein.

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    Pippi kuschelte sich beim Fernsehen an mich und als ich wieder wach wurde konstatierte, ich sei sehr weich und würde gut riechen. Das ist doch mal ein schönes Kompliment.

    Tag 1261 – Nicht viel Neues.

    Die Inspektion wurde heute abgeschlossen. Es lief wie ich erwartet hatte. Der Hersteller hatte heute früh noch ein paar Knochen von gestern poliert und heute vormittag ging es so weiter. Mir wurde sehr geduldig der nicht ganz unkomplizierte Batch Release Prozess erklärt, ganz ohne dass ich das Gefühl hatte, die halten mich für doof. Natürlich bin ich noch nicht so weit, wie meine Kollegin mit der dienstältesten QP über „Ne, haha, DAS muss ja nicht von einer QP gemacht werden, DAS kann ja auch QC!“ zu witzeln, aber ich lerne ja noch. Das wird schon noch. Dann muss ich nur noch drauf bauen, dass mich die zu 95% deutlich älteren Menschen allein wegen meiner Funktion ernst nehmen, das wird spannend, wenn ich dann nicht mehr nur „Observatør“ bin. Aber das dann zu seiner Zeit. Ich fand es lief so fürs erste Mal überraschend gut, mal schauen, was die nächsten so bringen.

    Weil die aber da immer so fleißig ihre Knochen poliert haben, fiel das Abschlussgespräch sehr kurz und friedlich aus, wir haben unsere wenigen Fleischfitzel präsentiert, über die gab es auch keine Diskussion. Ausdrucken, unterschreiben, bis in drei Jahren das Labor erweitert ist dann, hyggelig å hilse. Alle fuhren zufrieden auf ihre Hütten, ich fuhr in die Hauptstadt, kaufte Tofu, gepresste Kokosfaser fürs Terrarium und Wein für morgen abend*, traf Herrn Rabe und Pippi, die kleine Rotznase und dann fuhren wir zurück aufs Dorf und lösten den Babysitter, der Michel abgeholt hatte, ab.

    Fernsehabend mit Star Trek: Discovery, ach, die erste Folge der 2. Staffel fand ich noch sehr gut, die 2. jetzt… eher Mittel. Sehr oldschool Star Trek, eine (wie es scheint) abgeschlossene Geschichte in einer Folge bin ich gar nicht mehr gewohnt. Mhmhmh.

    Jetzt platt. Ich gehe mal lieber ins Bett. Und träume von Validierungsdokumentation, erklärt auf norwegisch, in Dialekt.

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    *Ich hab die Nachbarinnen eingeladen. Und dann panikartig Weingläser gekauft. Wünschen Sie mir Glück und ein paar Social Skills.

    Tag 1255 – So geht‘s doch auch.

    Total tiefenentspannten Samstag verbracht. Allein mit den Kindern. Herr Rabe arbeitet (und testet mal den Transport nach Oslo, wenn auf der Strecke Schienenarbeiten sind. Die werden noch bis Dienstag sein, ich muss also mindestens 20 Minuten extra für die Wege einplanen. Herr Rabe arbeitet dann von zu Hause aus, weil auch noch Elterngespräch am Montag in der Schule ist, natürlich zu Zeiten, in denen die Lehrerin arbeitet, so wie andere Berufstätige halt auch. Ein Hoch aufs Homeoffice.). Der Unterschied zum letzten Wochenende lag wohl in einer anderen Hormonlage und darin, dass wir nichts vorhatten. Wirklich gar nichts.

    Erstmal muss ich die Kinder echt mal loben: die können sich inzwischen morgens halbwegs selbst beschäftigen und reißen sich nur gelegentlich gegenseitig die Köpfe ab. Das hieß für mich heute früh, dass ich noch etwas weiter dösen konnte und nicht um sieben schon aufstehen musste. Das tut viel für meine Wochenendlaune. Es duschten dann auch nach dem Frühstück beide freiwillig und am Ende saßen sie sogar ganz einträchtig in Pippis Badewanne (gedacht für EIN Kind bis maximal 4 Jahre!) und ich konnte in Ruhe mein Körperpflegeprogramm durchziehen und dabei Podcast hören. Während ich dann duschte cremten sie sich ein und ich musste danach nicht das gesamte Bad renovieren und auch nur noch die Gesichter eincremen, das war auch alles schon mal sehr viel schlimmer und ist nicht lange her. Hach, hach.

    Michel hatte sich gewünscht, sich etwas dazu zu verdienen, um sich irgendein Dings aus dem Spielwarenladen zu kaufen und nach etwas Überlegerei ließ ich ihn in der Küche staubsaugen und eine Maschine Wäsche aufhängen. Das Geld investierte er bei einem Ausflug in den Ort in ein… Dings, das ich nicht weiter kommentierte, es ist ja sein Geld. Selbst im Supermarkt, wo wir Zeug kauften, dass wir zu bestellen vergessen hatten, benahmen sich die Kinder. So gut, dass ich mich am Ende (nachdem ich tausend kleine Snacks für mich gekauft hatte, meine Kolleginnen haben alle gesagt, ich solle für lange Arbeitstage mit ohne Essen ab schlimmstenfalls Mittags vorsorgen und jetzt hab ich also Nüsse, Smoothies, Müsliriegel und getrocknete Mango. Ich werd so drei, vier Wochen eingeschlossen im Keller eines Pharmaherstellers schon überleben) zu Ü-Eiern hab breitschlagen lassen. Tiefenentspannt halt.

    Zu Hause dann Popcorn und Film (Madagaskar 3) für die Kinder, Buch und Kamin für mich. Abends Pommes, Fischstäbchen und Buttermöhren und zwei müde Kinder, die sich ohne großes Gemecker um kurz nach sieben ins Bett bringen ließen. Beide ganz kuschelig und nach einem Tag, wo beide sehr „groß“ waren, plötzlich ganz „klein“. So richtig was getan haben wir heute also wahrlich nicht, aber dafür haben wir glaube ich alle drei gründlich aufgetankt.

    Jetzt wieder Buch und Kamin. Ich lese jetzt endlich „Unterleuten“ von Juli Zeh. Das hatte ich schon lange hier, nachdem ich es mir schon noch viel länger gewünscht hatte. Mindestens ein Jahr habe ich es nicht angefasst. Ich hatte den Kopf nicht dafür frei. Es war wohl auch klug, das lesen zu verschieben. Ich verbinde im Nachhinein Bücher mit der Stimmung, in der ich sie las. Bei diesem Buch möchte ich nicht, dass es mir durch Existenzängste verdorben wird. Tatsächlich habe ich es noch nicht ganz zur Hälfte durch und bin sicher, dass es eines der besten Bücher ist, die ich in den letzten Jahren überhaupt gelesen habe. Es packt mich und schluckt mich und ich habe endlich wieder ein deutliches Lesebedürfnis, ein bisschen wie früher, ich lese wieder überall, heute sogar beim Fischstäbchen braten. Ganz wunderbar ist das, wieder bin ich ein Stück mehr ich. Über das Buch möchte ich gar nicht so viel sagen, aber wenn Sie das noch nicht gelesen haben, machen Sie das mal, es ist wirklich sehr gut.

    In diesem Sinne:

    Tag 1250 – Halbe 2500.

    Heute auf die Minute passend gearbeitet, auf die Minute passend die Kinder abgeholt. Es ist ein Spagat und ich frag mich, ob sich auch Väter schlecht fühlen, wenn sie ihr Kind um zwei vor Schluss aus dem Hort abholen? Ich hoffe es.

    Leider sind wir auf den Hort ja morgens und nachmittags angewiesen und damit ist die kurzzeitig verlockend erscheinend gewesene Idee des „Sport-Hort“ schon wieder passé. Der Sport-Hort kostet das Gleiche wie der normale Hort, hat aber tägliches Sportprogramm und (noch viel besser) tägliche Gelegenheit zum Hausaufgaben machen. Aber der Sport-Hort ist nicht morgens und soweit ich das sehen kann gibt es keine andere Möglichkeit, als beim normalen Hort einen halben Platz zu nehmen um morgens je eine Stunde in Anspruch zu nehmen und dafür aber 67,15% des normalen Hortpreises zu zahlen. Wir würden also 167,15% von dem bezahlen, was wir jetzt zahlen und das ist viel. Enorm viel. Mistekack.

    Mein Meeting heute war mittelspannend, das Eis ist fest, allerdings brauchen wir um der Firma weiterhelfen zu können erstmal mehr Infos von eben dieser.

    Dafür werde ich wohl mit der Dokumentenmanagementsoftware noch viel Spaß haben, die ist nämlich das Gegenteil von selbsterklärend. Bester Tipp aus der Erklärpräsentation: man kann Shortcuts wie zum Beispiel esc benutzen. ACH! Na dann ist ja alles klar.

    Der lange Tag wurde mit einem glücklichen Michel belohnt, weil heute ein Paket aus dem Internet ankam. Da hat er auch gleich halbwegs motiviert Hausaufgaben gemacht. (Sie lernen diese Woche den Buchstaben F und weil er keine Lust hatte, die Worte aus der Wörterliste zu schreiben und zu malen hat er seinen Vater gemalt und seinen Namen geschrieben. Im Auto wollte er dann wissen, ob man Felix denn eigentlich mit k schreibt. Norwegen halt.) Hach, mein großes Kind.

    Sport-Hort wäre wohl wirklich nicht doof für ihn. Immer in Bewegung.

    Tag 1231 – Befreit.

    Habe tatsächlich das FitBit abgelegt. Zumindest tagsüber. Bin grad unsportlich. Was soll’s, in einer Woche ist das süße Nichtstun vorbei, da muss ich mich jetzt nicht jede Stunde dran erinnern lassen, dass ich nichts tue.

    Habe heute einen größeren Punkt von der To-Do-Liste (wenigstens vorläufig) gestrichen. Denn heute war ein Junge hier, ein waschechter Wikinger mit Götternamen und Seitenscheitel und Zahnspange. Der Wikinger wird probehalber am Samstag hier Babysitten*. Und wenn das gut läuft, werden wir das ausbauen, bis zu einem richtigen Nebenjob für ihn und einer richtigen Entlastung für uns, sodass ich kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn ich im neuen Job durch Wikingerland gondle und Herr Rabe den Bring-Pendel-Vollzeitjob-Pendel-Abhol-Spagat alleine schaffen muss. Weil unser Wikinger eben noch sehr jung ist, wird ihn seine Mama unterstützen und vor allem das Taxi sein, aus dem Grund war die Mama auch mit und die ist sehr nett. Der Wikinger ist ziemlich schüchtern, aber Michel und Pippi haben ihn gleich um ihre Finger gewickelt und ich bin sicher, ohne Mama ist der auch gesprächiger. Natürlich ist das nicht so ganz, wie wir uns das vorgestellt hatten, andererseits ist es nen Versuch wert, wir brauchen Hilfe, er braucht nen Job, Mama ist im Zweifel ein zusätzliches Backup, wenn er zuverlässig ist: warum denn nicht. Ich hab schließlich auch mit 14 schon Babygesittet. Mir fällt jedenfalls ein Stein vom Herzen, wenn das klappt.

    Sonst hier weiterhin tiefenentspannte Weihnachtsidylle. Ich genieße das dieses Jahr wirklich sehr und zelebriere das richtig, mit Der Besten geht sowas auch, auch mit M. und H., die morgen kommen und über Nacht bleiben. Ich frage mich manchmal, warum das mit Freunden oft so viel einfacher ist, als mit Familie**, aber dann will ich wieder gar nicht drüber nachdenken und schiebe das weg und genieße weiter mein entspanntes, terminloses, nicht emotional überfrachtetes Weihnachten 2018.

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    *keine Ahnung, was Herr Rabe und ich dann machen. Das wird unsere erste gemeinsame freie Zeit seit dem 31.07., wo wir hektisch und schwitzend und mehr oder weniger verzweifelt restlichen Kram in Kisten packten, dann beim Verladen in den LKW halfen und am Ende bis weit nach Mitternacht die Wohnung in Trondheim putzten. Paarzeit. Hahaha.

    **Ist hier ja auch ein heikles Thema. Schlimmer als 2015 geht es zwar nicht mehr, aber irgendwie ist das ja auch keine Aussicht. (Ich möchte das hier nicht ausbreiten. Aber es war für mich kaum auszuhalten, aus ganz vielen Gründen. Vorgestern erzählte ich der Besten davon und brach fast in Tränen aus. Das Weihnachten war halt was passiert, wenn in einer eh… belasteten Familie unzureichend abgegrenzt auf notjustsad trifft.)

    Tag 1226 – Noch mehr Besuch!

    Heute Vormittag, der Besuch und ich saßen im Zug Richtung Hauptstadt, schrieb meine Trondheimer Freundin L. (die, mit der ich auch mal Ski fahren war), ob wir zu Hause seien, sie und ihre Familie seien nämlich auf der Durchreise etwa um 18 Uhr bei (grob) uns. Ich schrieb, wir seien da, wir würden sie auch gern treffen und wenn sie bei uns essen wollen würden, würde ich (so überlegte ich sehr fix) eine große Schüssel Lasagne machen. Nach dem üblichen „aber nur wenn’s keine Umstände macht!“ – „nein, wir freuen uns wirklich!“*-Geplänkel war das also entschieden und Die Beste und ich kauften nach unserer 24.000-Schritte-Tour durch Oslo** noch Gehacktes und Gemüse in der Großstadt.

    Zu Hause machte ich dann Lasagne, und weil sich L. und Familie wegen Vollsperrung und Tralala verspäteten, verhungerte auch niemand bis das Essen endlich fertig war. Und wir hatten alle einen richtig schönen Abend, sehr lustig, sehr spontan, die Kinder spielten trotz Altersunterschied von jeweils etwa 3 Jahren total super – Michel mit A., Pippi mit H. Am Ende mussten wir Erwachsenen alle etwas im aufgebauten Laden kaufen, ich bin jetzt also stolze Besitzerin einer Kuh samt Kalb aus dem Ikea-Plüsch-Bauernhof. Dafür habe ich immerhin meine Clas-Ohlson-Geschenkkarte*** in den Bücherregal-Deko-Rabrn gesteckt und „püp-püp-püp-püp“-sagend meine PIN eingegeben.

    Nach einer Runde Drücker für alle, sogar Die Beste, sind nun L. und Familie sicher schon im Hotel im Bett, um morgen bis nach Stavanger weiter zu fahren. Wir haben die Menüs der nächsten Tage fertig geplant und werden den Weltersten Krustenbraten aus dem Nacken mit Knochen noch drin machen, das kann gut gehen und wenn nicht ist Herr Rabe schuld.

    So sind spontane Besuche doch sehr nett.

    Da ist auch nicht so schlimm, dass meine Mutter ihren „wir sprachen das letzte Mal im Oktober darüber“ geplanten Besuch für ab dem 26. heute absagte. Ein wenig hatte ich damit schon gerechnet, aber ich hätte ihr auch zugetraut, dass sie am 22. abends anruft um zu fragen, was sich die Kinder denn zu Weihnachten wünschen und ob wir sie denn vom Flughafen abholen****.

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    *wir freuten und freuen uns ja auch wirklich. Wenn mehr Leute direkter kommunizieren würden, bräuchte es solcherlei Geplänkel gar nicht, just sayin‘.

    **Das war super und fühlte sich auch gar nicht so an. Neue Entdeckung: wenn man komplett um die (leider völlig vereiste) Oper rumgeht, kann man in die Maskenbildnerei und Perückenwerkstadt schauen, in die Kostümbildnerrei und die Färberei, einfach überall rein und den Leuten bei der Arbeit zusehen, es sind Perücken aus verschiedenen Werken ausgestellt und man erhascht Blicke auf halbfertige Kostüme, das ist sehr spannend sicherlich auch für nicht so Näh-affine Menschen.

    ***Die einzige Möglichkeit, sich den Gutschein, den man für das Abgeben alter Druckerpatronen bekommt, aushändigen zu lassen.

    ****Nein, aber nur weil das echt null Sinn für uns alle macht. Der Zug fährt sehr regelmäßig von Flughafen nach Eidsvoll und braucht dann nur 10 Minuten. Mit dem Auto sind es eher 30. Vom Zug abholen kein Problem, vom Flughafen nur, wenn man eh in der Nähe ist.

    Tag 1225 – Besuch ist da!

    Heute kam die Beste an und das ist sehr schön. Ich wurde ganz knapp mit dem Putzen fertig, das ist auch schön, das Arbeitszimmer sieht jetzt halbwegs wohnlich aus, sehr schön und dann rief heute noch mein Ex-Chef an und fragte nach einer aktuellen E-Mail-Adresse, er würde nämlich gerade das Paper einreichen. Ja, genau. DAS Paper. Was schon vor zwei Jahren, dann vor einem, dann aber wenigstens vor der Disputation, oder kurz danach? eingereicht werden sollte. Mein first author Paper. Jetzt, wo ich’s nicht mehr brauche. Naja, egal ist es so oder so, noch 11 Tage bis neuer Job, solange muss auch mein Handy noch überleben, dann wird alles rosig. Ist es eigentlich jetzt schon, weil Besuch und Hach.