Tag 564 – So schön!

Wir hatten einen richtig tollen Tag, meine Schwägerin ist da, es gibt endlich mal wieder Schnee, wir waren rodeln, haben einen Schneemann gebaut und dann haben wir Kuchen gebacken und lecker gegessen und jetzt liegen wir alle im Bett und sind satt und platt und glücklich und zufrieden. 

Tag 505 – Urlaub, Hachz. 

Urlaub mit Kindern zu Hause. Ohne dass man irgendwen besuchen müsste oder überhaupt könnte. Ich finde das total großartig. Endlich kommt man mal zu all den liegen gebliebenen Dingen (Herr Rabe hat schon die Messer geschliffen und alle Holz-Kochutensilien abgeschmirgelt und geölt! Ich habe, ähhh, einen Staubsaugerroboter gekauft.)  und die Kinder sind halbwegs ruhig und entspannt weil eben nicht täglich drölfzig Leute zu besuchen sind. Und weil ich so entspannt bin und nicht sechstausend Dinge gleichzeitig in ein Wochenende quetschen muss, kann ich mir Zeit nehmen für Bügelperlen, Knete, Malen, Bücher vorlesen, Lego und wir haben sogar schon einmal eine Kinder-CD gehört. Außerdem kuscheln wir viel und kitzeln uns viel und erzählen uns viel (Michel vor allem, der ist weiterhin in der Laberphase) und haben uns gern. Selbst über Pippis nächtliche Bananen-Fressattacken* lachen wir gemeinsam. So harmonisch kann es hier gern öfter sein. 

*jede Nacht, gegen Mitternacht. Wird wach und hat Hunger. Wenn am nächsten Tag um sechs der Wecker klingelt, reagiere ich da gerne mal gereizt…

Tag 502 – Frohe Weihnachten!

Heute Abend nicht viele Worte, ich wünsche Ihnen allen einfach frohe Weihnachten und genieße unseren rundum wunderbaren Abend weiter.

Kamin, Rexto Plexto, Weihnachtsbaum, Kerzen, Wein. Alles Perfekt.


Jede Menge Essen. Und alles so lecker. Omnomnomnom. Ich platze immer noch.


Meine Tante hat uns ein Bild von Pippi gemalt. Das ist so schön und ich freue mich so so doll!

Tag 492 – Selig. 

Ich weiß immer noch nicht so ganz, was ich sagen soll. Außer Danke. Aber das sagte ich schon. 

Vor ein paar Wochen meckerte ich bei Twitter, dass ich bei keiner Wichtelrunde mitmachen kann, weil die arme Sau, die mich zugelost bekäme, gefühlte drei Millionen Euro für den Versand auf den Tisch legen müsste. 

Tja, und statt mir mein Köpfchen virtuell zu tätscheln, taten sich ein paar tolle Frauen zusammen, um uns gemeinsam ein Paket zu schicken. Ohne Wichteln, jedenfalls nicht so richtig, weil, hmm, also dann müssten wir ja auch an wen was schicken und ja, also, äh, also scheinbar nicht. Die haben das alle einfach so gemacht. Wenn ich so drüber schreibe, muss ich direkt wieder losheulen, weil ich so gerührt bin. 

Das Paket kam heute an, ich holte es von der Post ab und nach kurzer Motivation machten auch die Kinder beim Auspacken mit. Wir machten sogar ein Unboxing-Video, das wurde aber 20 Minuten lang und in der Zeit sagen wir ca. dreihundert mal die echten Namen der Kinder, deshalb kann ich Ihnen das jetzt hier leider nicht zeigen. Aber ein Foto hab ich. 

Für die Kinder war es wie vorgezogenes Weihnachten. Für mich war’s besser, weil ohne den (selbstgemachten) Perfektionsstress. Und überhaupt: was für tolle Sachen! So schöne selbstgemachte Dinge, so leckeres Marzipan (das norwegische schmeckt nicht), Tee, Adventskerze, das beste Bild der Welt (kommt in mein Büro, Doktorarbeit schreiben birgt sicher noch Potential zum Sachen anzünden), wohlriechender Körperpflegekram, Nagellack, und erst die Bücher für die Kinder! Ihr seid so toll, ey, echt mal. 


Und wie niedlich Pippi immer „Ooooiiiiii!“ gesagt hat, erst beim Auspacken, und dann mit der Badepille in der Wanne. Zum Abknutschen. Michel möchte euch jetzt übrigens auch was schicken ;)

Auch toll: mein Mann. Der trotz dauernd „Ich muss heut länger.“, „Ich muss am Sonntag.“, „Ich fahr ne Woche auf ne Konferenz.“ immer noch nicht die Flucht ergriffen hat. 

Auch toll: ich darf nach Kalifornien fahren. Mein Chef sagte „Kein Problem, hast ja Recht, die klingt echt toll!“. Davor ist noch eine „Bewerbung“, ich hoffe das ist nur proforma, die hab ich dann jedenfalls gleich abgeschickt und jetzt warte ich gespannt auf die Antwort des Conference Chair. 

Aber alles nicht so toll wie ein paar Menschen, die ich kaum kenne und die mich kaum kennen und die sowas nettes für uns machen. Schnüff. 

Tag 488 – Baaa baaa lidldidl

Wenn Sie mal in der Vorweihnachtszeit in Trondheim sein sollten, kommen Sie uns doch besuchen. Und gehen Sie nicht (!) auf den Weihnachtsmarkt. Schon gar nicht auf einem Samstag. Ehrlich: Weihnachtsmarkt ohne Glühwein ist schon mal kein richtiger Weihnachtsmarkt. Fertig. Wenn es dann (überteuertes) Essen nur in einem Zelt gibt, in das man mit Kinderwagen nicht darf, finde ich das auch nicht so wirklich gut. Meinen (überteuerten) Markenkinderwagen mit der (überteuerten) Markenschlaftüte (aka Fußsack, aber da kann man im Zweifel das ganze Kind bis aufs Gesicht drin einschnüren, damits auch bei -20 Grad nicht erfriert) lasse ich nämlich sicher nicht einfach so draußen rumstehen. Wir haben ein Schloss für solche Gelegenheiten, aber das hatten wir nicht dabei. Also, jedenfalls durfte ich da dank Kinderwagen nicht rein, es waren zwei Grad und feuchter Schneefall, es waren ca. vier Millionen Menschen da und nach ner Viertel Stunde, in der ich den ganzen Weihnachtsmarkt zwei Mal gesehen hatte und sämtlichen GlaskunstBabuschkapuppenHolzbrettchenStrickSchnickeldi mit wachsendem Weihnachtsmarkthass in mir als totalen Scheiß und wer kauft denn sowas* abgetan hatte, war ich bereit, alles mit reinen Blitzen aus meinen Augen anzuzünden. Tat ich dann doch nicht. Aber einem Mann, der der Meinung war, er ließe mir total viel Platz, während er Augenrollend ca. drei cm freigab, bin ich vielleicht mit voller Absicht über die Füße gefahren. 

Dass wir danach auf einem Kinderkonzert waren, bei dem teilweise hohes Fremdschampotential vorhanden war, machte es nicht besser. 

Was schön war: Pippi singt jetzt „Bææ bææ lille lamm“. Siehe Überschrift. Und Michel hat mir ein Privatkonzert gegeben und mir nochmal alle Kindergarten-Weihnachtsfeierlieder vorgesungen. Ich werde zwar wohl für immer einen Ohrwurm von „Santa Lucia“ haben, aber das war’s wert. Die sind schon niedlich, die Kinder. Sehr. Zum Platzen niedlich. 

Pippis Zahnstatus: Vier Schneidezähne oben, drei unten, vier Backenzähne. 

*ich. Der Stand mit den schönen Emaille-Ohrringen, bei dem ich mir im Sommer beim Maker Faire mal welche gekauft habe, ist auch da. Ich habe das schon ganz subtil Herrn Rabe mitgeteilt. (Rot, ich hab, seit mir die Lego-Stecker kaputt gegangen sind, viel zu wenige Ohrringe in rot.)

Tag 482 – Wochenende.

Hier mal wieder viele Bilder von unserem Wochenende. Kommen Sie, sehen Sie! Wilde Kinder in ihrer natürlichen Umgebung!

Frühstück. Pippi hat sich durch Gemecker auf meinen Schoß gemogelt und prökelt jetzt den Frischkäse von meinem Brötchen.

So sieht sie danach aus, die alte Rübennase. Außerdem hat sie Brötchen in den Haaren. Also gehen wir alle ausgiebige Körperpflege machen.

Frisch geduscht und gebadet machen wir einen Ausflug. Herr Rabe muss noch was von seiner Arbeit abholen und er zeigt uns das leere Großraumbüro. Michel ist beeindruckt von den hoch- und runterfahrbaren Schreibtischen und dem Wasserhahn, aus dem Sprudelwasser kommt. Ich bin beeindruckt davon, dass Menschen es schaffen, in so einem Großraumbüro irgendwas zustande zu kriegen. Für mich wär das nix.

Pippi schläft und hat sich dafür in alter Tradition das Licht ausgemacht. Michels Hund schläft auch.

In der Stadt wurde die Weihnachtsbeleuchtung angebracht.

Herr Rabe: „Guck mal, Michel, hast du schon die Sterne gesehen?“
Michel: „Hä?“

Herr Rabe: „Ja, da, die leuchtenden Sterne! Die Weihnachtsbeleuchtung!“

Michel: „Papa, das sind ja keine Sterne. Das sind Schneeflocken!“

Herr Rabe ist schwer begeistert von so viel Klugscheißertum. Siehe Bild. 

Zu Hause: kochen, essen, Quatschnasen bespaßen, Quatschnasen ins Bett bringen, Aufräumen, Schnecken füttern, Pilze ansprühen, Wäsche abhängen, Wäsche aufhängen, einen Haufen Teige ansetzen. So viele, dass ich sie beschriften muss. (Nicht im Bild: Vorteig für Pizzateig.)

Sonntag. Michel pellt sich sein Ei selbst und ist dabei dem Anlass entsprechend hoch konzentriert. Herr Rabe hat Pancakes gemacht und ja, wir haben einen Adventskranz.

Das war heute in meinem Adventskalender. Ich hoffe, ich schaffe es, mir bis Freitag die Fingernägel zu lackieren. Da haben wir nämlich Weihnachtsfeier und das Blau würde total gut zu meinem Kleid passen, dazu noch das Glitzerzeug vom 1., das wird fein!


Sonntag ist Maus-Zeit.


Das Wetter ist total mies und wir stubenhockern in Schlafanzügen herum. Ich bin mit meinen Teigen beschäftigt, versuche zwischendurch ein bisschen zu putzen und fahre zu allem Überfluss zwischendurch zur Arbeit. Hier der Ausblick aus dem Zelllabor. Es ist halb drei. Heute wurde es nicht richtig hell.


Wieder zu Hause, hilft mir Pippi tatkräftig beim Backen, indem sie sich die Topfhandschuhe anzieht und davonflitzt.

Eins der Resultate: ein Kassler. Sieht so hübsch aus, war aber dank totaler Übergare (Danke, blöde Zellkulturen, die ihr viel mehr gewachsen wart, als ich angenommen hatte) leider recht flach geblieben. Egal. Schmeckt trotzdem.


Beim Abendessen. Erst macht Pippi bei jedem Bissen „Hmmmmmmm, njomnjomnjomnjom!“, dann checkt Michel kurzerhand Pippis Zahnstatus und will danach Baby-Zahnarzt werden. Diese Kinder, ey. So niedlich. Hachz.


(Und außerdem hab ich gebrannte Mandeln gemacht, aber das ist eine andere Geschichte.)

Tag 459 – Wie Herr Rabe und ich…

Dies ist ein Notfall-Post. Eigentlich wollte ich hier total stolz meinen frisch fertig genähten Pulli zeigen, aber der ist jetzt leider zu groß und sieht allenfalls lustig an mir aus, also da muss ich morgen nochmal ran. Deshalb hier die Geschichte, wie Herr Rabe und ich uns jahrelang nicht kennenlernten. 

Herr Rabe und ich gingen sieben Jahre lang auf benachbarte Schulen und lernten uns nicht kennen. Wir hatten sogar Kurse an der jeweils anderen Schule und begegneten uns nie. Also, nicht richtig. Möglicherweise, und das ist natürlich reine Spekulation, lag es daran, dass Herr Rabe damals eine unmögliche Frisur hatte. Oder daran, dass ich damals noch ziemlich viel rauchte und Herr Rabe Rauchen eklig fand. Oder vielleicht daran, dass wir damals beide in Beziehungen waren (Herr Rabe mit der ehemaligen Tanzpartnerin meines ersten festen Freundes, Bielefeld ist echt ein Dorf!). Wer weiß. Also, wir lernten uns jedenfalls nicht kennen. 

Dann waren Herr Rabe und ich zeitgleich Studierende an der gleichen Fakultät der gleichen Uni. Drei Jahre lang. Wobei Herr Rabe davon eines in Stockholm war, also eigentlich nur zwei Jahre lang. Wir kannten die gleichen Leute, gingen auf die gleichen Partys, lernten uns aber nicht kennen. Herr Rabe lernte meinen besten Freund kennen – aber mich nicht. Wir waren beide auf einem Geburtstag des besten Freundes, in dessen WG, wir wurden einander sogar vorgestellt – und das war’s. Möglicherweise lags am Laborkittel und der Schutzbrille, der beste Freund hatte zum „Betriebsfest“ geladen. Naja. Wir waren ja auch beide in Beziehungen. 

Dann dampfte Herr Rabe nach Schweden ab und ich lebte mein Leben so vor mich hin, der beste Freund schleifte mich als Betreuerin auf eine Ferienfreizeit, das war sehr sehr lustig, also sagte ich für das nächste Jahr auch gleich zu. Ich belaberte sogar meinen damaligen Freund, mitzufahren. Bei den Vorbereitungstreffen für die Freizeit hieß es immer, es führe noch ein ein anderer Betreuer mit, der sei aber noch in Stockholm und käme erst kurz vor der Freizeit zurück. Wir anderen waren schon ein recht eingeschworenes Team, der Neue hatte es da nicht leicht und da direkt alle Vortreffen verpassen? Nicht so gut… 

Tja und so sah ich Herrn Rabe das erste Mal bewusst an einem sehr frühen Morgen vor einem Reisebus in Warstein. Mit einem Strohhut auf und einem sehr engen T-Shirt an und Jeans mit einem Gürtel mit sehr großer und auffälliger Schnalle. Meine Mit-Betreuerin war direkt hin und weg. Ich dachte nur „Pfffft, Aufreißer.“.

Ein Jahr später verlobten wir uns. Zwei Jahre später heirateten wir. 

… und immer genug Zitronen unter dem Bett.

Tag 451 – <3

Bei dem ganzen Gemecker ist gestern ja was total untergegangen. Nämlich, dass das allerallerwichtigste natürlich meine Familie ist. Da wo meine drei Lieblingsmenschen sind, da bin ich zu Hause. Und wenns der Nordpol wäre. Drei Atemgeräusche im Bett, kleine, mittlere und große Arme um meinen Hals, Küsse mit Schnodder und ohne und mit Bartgekitzel. Darauf kommts an.