Tag 492 – Selig. 

Ich weiß immer noch nicht so ganz, was ich sagen soll. Außer Danke. Aber das sagte ich schon. 

Vor ein paar Wochen meckerte ich bei Twitter, dass ich bei keiner Wichtelrunde mitmachen kann, weil die arme Sau, die mich zugelost bekäme, gefühlte drei Millionen Euro für den Versand auf den Tisch legen müsste. 

Tja, und statt mir mein Köpfchen virtuell zu tätscheln, taten sich ein paar tolle Frauen zusammen, um uns gemeinsam ein Paket zu schicken. Ohne Wichteln, jedenfalls nicht so richtig, weil, hmm, also dann müssten wir ja auch an wen was schicken und ja, also, äh, also scheinbar nicht. Die haben das alle einfach so gemacht. Wenn ich so drüber schreibe, muss ich direkt wieder losheulen, weil ich so gerührt bin. 

Das Paket kam heute an, ich holte es von der Post ab und nach kurzer Motivation machten auch die Kinder beim Auspacken mit. Wir machten sogar ein Unboxing-Video, das wurde aber 20 Minuten lang und in der Zeit sagen wir ca. dreihundert mal die echten Namen der Kinder, deshalb kann ich Ihnen das jetzt hier leider nicht zeigen. Aber ein Foto hab ich. 

Für die Kinder war es wie vorgezogenes Weihnachten. Für mich war’s besser, weil ohne den (selbstgemachten) Perfektionsstress. Und überhaupt: was für tolle Sachen! So schöne selbstgemachte Dinge, so leckeres Marzipan (das norwegische schmeckt nicht), Tee, Adventskerze, das beste Bild der Welt (kommt in mein Büro, Doktorarbeit schreiben birgt sicher noch Potential zum Sachen anzünden), wohlriechender Körperpflegekram, Nagellack, und erst die Bücher für die Kinder! Ihr seid so toll, ey, echt mal. 


Und wie niedlich Pippi immer „Ooooiiiiii!“ gesagt hat, erst beim Auspacken, und dann mit der Badepille in der Wanne. Zum Abknutschen. Michel möchte euch jetzt übrigens auch was schicken ;)

Auch toll: mein Mann. Der trotz dauernd „Ich muss heut länger.“, „Ich muss am Sonntag.“, „Ich fahr ne Woche auf ne Konferenz.“ immer noch nicht die Flucht ergriffen hat. 

Auch toll: ich darf nach Kalifornien fahren. Mein Chef sagte „Kein Problem, hast ja Recht, die klingt echt toll!“. Davor ist noch eine „Bewerbung“, ich hoffe das ist nur proforma, die hab ich dann jedenfalls gleich abgeschickt und jetzt warte ich gespannt auf die Antwort des Conference Chair. 

Aber alles nicht so toll wie ein paar Menschen, die ich kaum kenne und die mich kaum kennen und die sowas nettes für uns machen. Schnüff. 

Tag 488 – Baaa baaa lidldidl

Wenn Sie mal in der Vorweihnachtszeit in Trondheim sein sollten, kommen Sie uns doch besuchen. Und gehen Sie nicht (!) auf den Weihnachtsmarkt. Schon gar nicht auf einem Samstag. Ehrlich: Weihnachtsmarkt ohne Glühwein ist schon mal kein richtiger Weihnachtsmarkt. Fertig. Wenn es dann (überteuertes) Essen nur in einem Zelt gibt, in das man mit Kinderwagen nicht darf, finde ich das auch nicht so wirklich gut. Meinen (überteuerten) Markenkinderwagen mit der (überteuerten) Markenschlaftüte (aka Fußsack, aber da kann man im Zweifel das ganze Kind bis aufs Gesicht drin einschnüren, damits auch bei -20 Grad nicht erfriert) lasse ich nämlich sicher nicht einfach so draußen rumstehen. Wir haben ein Schloss für solche Gelegenheiten, aber das hatten wir nicht dabei. Also, jedenfalls durfte ich da dank Kinderwagen nicht rein, es waren zwei Grad und feuchter Schneefall, es waren ca. vier Millionen Menschen da und nach ner Viertel Stunde, in der ich den ganzen Weihnachtsmarkt zwei Mal gesehen hatte und sämtlichen GlaskunstBabuschkapuppenHolzbrettchenStrickSchnickeldi mit wachsendem Weihnachtsmarkthass in mir als totalen Scheiß und wer kauft denn sowas* abgetan hatte, war ich bereit, alles mit reinen Blitzen aus meinen Augen anzuzünden. Tat ich dann doch nicht. Aber einem Mann, der der Meinung war, er ließe mir total viel Platz, während er Augenrollend ca. drei cm freigab, bin ich vielleicht mit voller Absicht über die Füße gefahren. 

Dass wir danach auf einem Kinderkonzert waren, bei dem teilweise hohes Fremdschampotential vorhanden war, machte es nicht besser. 

Was schön war: Pippi singt jetzt „Bææ bææ lille lamm“. Siehe Überschrift. Und Michel hat mir ein Privatkonzert gegeben und mir nochmal alle Kindergarten-Weihnachtsfeierlieder vorgesungen. Ich werde zwar wohl für immer einen Ohrwurm von „Santa Lucia“ haben, aber das war’s wert. Die sind schon niedlich, die Kinder. Sehr. Zum Platzen niedlich. 

Pippis Zahnstatus: Vier Schneidezähne oben, drei unten, vier Backenzähne. 

*ich. Der Stand mit den schönen Emaille-Ohrringen, bei dem ich mir im Sommer beim Maker Faire mal welche gekauft habe, ist auch da. Ich habe das schon ganz subtil Herrn Rabe mitgeteilt. (Rot, ich hab, seit mir die Lego-Stecker kaputt gegangen sind, viel zu wenige Ohrringe in rot.)

Tag 482 – Wochenende.

Hier mal wieder viele Bilder von unserem Wochenende. Kommen Sie, sehen Sie! Wilde Kinder in ihrer natürlichen Umgebung!

Frühstück. Pippi hat sich durch Gemecker auf meinen Schoß gemogelt und prökelt jetzt den Frischkäse von meinem Brötchen.

So sieht sie danach aus, die alte Rübennase. Außerdem hat sie Brötchen in den Haaren. Also gehen wir alle ausgiebige Körperpflege machen.

Frisch geduscht und gebadet machen wir einen Ausflug. Herr Rabe muss noch was von seiner Arbeit abholen und er zeigt uns das leere Großraumbüro. Michel ist beeindruckt von den hoch- und runterfahrbaren Schreibtischen und dem Wasserhahn, aus dem Sprudelwasser kommt. Ich bin beeindruckt davon, dass Menschen es schaffen, in so einem Großraumbüro irgendwas zustande zu kriegen. Für mich wär das nix.

Pippi schläft und hat sich dafür in alter Tradition das Licht ausgemacht. Michels Hund schläft auch.

In der Stadt wurde die Weihnachtsbeleuchtung angebracht.

Herr Rabe: „Guck mal, Michel, hast du schon die Sterne gesehen?“
Michel: „Hä?“

Herr Rabe: „Ja, da, die leuchtenden Sterne! Die Weihnachtsbeleuchtung!“

Michel: „Papa, das sind ja keine Sterne. Das sind Schneeflocken!“

Herr Rabe ist schwer begeistert von so viel Klugscheißertum. Siehe Bild. 

Zu Hause: kochen, essen, Quatschnasen bespaßen, Quatschnasen ins Bett bringen, Aufräumen, Schnecken füttern, Pilze ansprühen, Wäsche abhängen, Wäsche aufhängen, einen Haufen Teige ansetzen. So viele, dass ich sie beschriften muss. (Nicht im Bild: Vorteig für Pizzateig.)

Sonntag. Michel pellt sich sein Ei selbst und ist dabei dem Anlass entsprechend hoch konzentriert. Herr Rabe hat Pancakes gemacht und ja, wir haben einen Adventskranz.

Das war heute in meinem Adventskalender. Ich hoffe, ich schaffe es, mir bis Freitag die Fingernägel zu lackieren. Da haben wir nämlich Weihnachtsfeier und das Blau würde total gut zu meinem Kleid passen, dazu noch das Glitzerzeug vom 1., das wird fein!


Sonntag ist Maus-Zeit.


Das Wetter ist total mies und wir stubenhockern in Schlafanzügen herum. Ich bin mit meinen Teigen beschäftigt, versuche zwischendurch ein bisschen zu putzen und fahre zu allem Überfluss zwischendurch zur Arbeit. Hier der Ausblick aus dem Zelllabor. Es ist halb drei. Heute wurde es nicht richtig hell.


Wieder zu Hause, hilft mir Pippi tatkräftig beim Backen, indem sie sich die Topfhandschuhe anzieht und davonflitzt.

Eins der Resultate: ein Kassler. Sieht so hübsch aus, war aber dank totaler Übergare (Danke, blöde Zellkulturen, die ihr viel mehr gewachsen wart, als ich angenommen hatte) leider recht flach geblieben. Egal. Schmeckt trotzdem.


Beim Abendessen. Erst macht Pippi bei jedem Bissen „Hmmmmmmm, njomnjomnjomnjom!“, dann checkt Michel kurzerhand Pippis Zahnstatus und will danach Baby-Zahnarzt werden. Diese Kinder, ey. So niedlich. Hachz.


(Und außerdem hab ich gebrannte Mandeln gemacht, aber das ist eine andere Geschichte.)

Tag 459 – Wie Herr Rabe und ich…

Dies ist ein Notfall-Post. Eigentlich wollte ich hier total stolz meinen frisch fertig genähten Pulli zeigen, aber der ist jetzt leider zu groß und sieht allenfalls lustig an mir aus, also da muss ich morgen nochmal ran. Deshalb hier die Geschichte, wie Herr Rabe und ich uns jahrelang nicht kennenlernten. 

Herr Rabe und ich gingen sieben Jahre lang auf benachbarte Schulen und lernten uns nicht kennen. Wir hatten sogar Kurse an der jeweils anderen Schule und begegneten uns nie. Also, nicht richtig. Möglicherweise, und das ist natürlich reine Spekulation, lag es daran, dass Herr Rabe damals eine unmögliche Frisur hatte. Oder daran, dass ich damals noch ziemlich viel rauchte und Herr Rabe Rauchen eklig fand. Oder vielleicht daran, dass wir damals beide in Beziehungen waren (Herr Rabe mit der ehemaligen Tanzpartnerin meines ersten festen Freundes, Bielefeld ist echt ein Dorf!). Wer weiß. Also, wir lernten uns jedenfalls nicht kennen. 

Dann waren Herr Rabe und ich zeitgleich Studierende an der gleichen Fakultät der gleichen Uni. Drei Jahre lang. Wobei Herr Rabe davon eines in Stockholm war, also eigentlich nur zwei Jahre lang. Wir kannten die gleichen Leute, gingen auf die gleichen Partys, lernten uns aber nicht kennen. Herr Rabe lernte meinen besten Freund kennen – aber mich nicht. Wir waren beide auf einem Geburtstag des besten Freundes, in dessen WG, wir wurden einander sogar vorgestellt – und das war’s. Möglicherweise lags am Laborkittel und der Schutzbrille, der beste Freund hatte zum „Betriebsfest“ geladen. Naja. Wir waren ja auch beide in Beziehungen. 

Dann dampfte Herr Rabe nach Schweden ab und ich lebte mein Leben so vor mich hin, der beste Freund schleifte mich als Betreuerin auf eine Ferienfreizeit, das war sehr sehr lustig, also sagte ich für das nächste Jahr auch gleich zu. Ich belaberte sogar meinen damaligen Freund, mitzufahren. Bei den Vorbereitungstreffen für die Freizeit hieß es immer, es führe noch ein ein anderer Betreuer mit, der sei aber noch in Stockholm und käme erst kurz vor der Freizeit zurück. Wir anderen waren schon ein recht eingeschworenes Team, der Neue hatte es da nicht leicht und da direkt alle Vortreffen verpassen? Nicht so gut… 

Tja und so sah ich Herrn Rabe das erste Mal bewusst an einem sehr frühen Morgen vor einem Reisebus in Warstein. Mit einem Strohhut auf und einem sehr engen T-Shirt an und Jeans mit einem Gürtel mit sehr großer und auffälliger Schnalle. Meine Mit-Betreuerin war direkt hin und weg. Ich dachte nur „Pfffft, Aufreißer.“.

Ein Jahr später verlobten wir uns. Zwei Jahre später heirateten wir. 

… und immer genug Zitronen unter dem Bett.

Tag 451 – <3

Bei dem ganzen Gemecker ist gestern ja was total untergegangen. Nämlich, dass das allerallerwichtigste natürlich meine Familie ist. Da wo meine drei Lieblingsmenschen sind, da bin ich zu Hause. Und wenns der Nordpol wäre. Drei Atemgeräusche im Bett, kleine, mittlere und große Arme um meinen Hals, Küsse mit Schnodder und ohne und mit Bartgekitzel. Darauf kommts an. 

Tag 398 – Instagram-Spaß continued. 

Während der langen Inkubationszeiten bei meinen momentanen Experimenten tausche ich seit ein paar Tagen die Instagram-Fotos aus dem Blog gegen richtige Bilder aus. Das ist relativ ätzende Arbeit, ich möchte aber gerne bis Ende des Monats damit durch sein, damit ich das Blogbuch noch rechtzeitig nach Deutschland bestellen kann. Ich stelle mir das einfacher vor, als das Nicht-EU-Europa hier, mit komischen Einfuhrbestimmungen und Tralala. Tatsächlich ist die im-Internet-bestellen-Liste schon ziemlich lang, wir brauchen unter anderem ein neues Piep-Ei, ich möchte mir Tagescreme und Nachtcreme auf Halde legen, vielleicht werden wir noch so High-Tech-Steckdosen kaufen, die wir dann per Smartphone-App steuern können und zum Beispiel von der Arbeit aus schon mal die Heizung anmachen, ohne aber den ganzen Tag zu heizen (die 3000 kWh aus letztem Januar (?) sitzen noch tief!). Äh egal, zurück zum Thema: es gibt zwei Sachen, die besonders doof sind am Bilder austauschen. Erstens finde ich überall Typos, die mir dann peinlich sind, aber jeden einzelnen korrigieren? Da säße ich bis nächstes Jahr dran. Und zweitens muss ich mir all die Bilder wieder angucken, Pippi als Minibaby (Aaawwww), Michel, der Quatsch macht (Aaaawwwww), und heute besonders gemein: wir im Urlaub und Strand und Meer und Esel und Blumen, während hier die Blätter von den Bäumen fallen. Und dann schwelge ich in Erinnerungen und dann dauert das alles noch viel länger. Schlimmschlimmschlimm das alles. Aber die Hälfte ca. hab ich jetzt. Dann nur noch die 40 Bilder, die irgendwie beim Hochladen kaputt gegangen sind und voilà – ist es vollbracht. Bald. Hoffentlich. 

Update: Jetzt! \o/

Tag 382 – Glitzerflauschplüsch

Mit ein paar hübschen kleinen Ecken, um sich dran zu reiben* war das ein echt schöner Tag. Warum? Diese Kinder. Hachz. 

Zuerst mal schlief Pippi bei der Maus ein und zwar so tief, dass wir mit vereinten Kräften und dem lustigen Puscheldings von der Zahnärztin das Ding aus ihrem Zahnfleisch entfernen konnten. Letztlich war es ganz einfach: mit dem Puschel von unten schieben, und dann als das Dings rausguckte von oben rausschieben/-ziehen. 


Dann spielte ich mit beiden Kindern unter Michels Regie (während Herr Rabe genauso schlecht gelaunt wie ich das sonst immer tue die Wohnung putzte) Piratenexpedition. Und das war richtig schön. Wir suchten einen Schatz (alle Kuscheltiere), mit Schatzkarte, wir fuhren Boot auf dem Sofa, ich war der Schiffsjunge Pinky, Pippi war erst Baby-Pinky und dann Pinky-Hund und Michel war Kaptitän Säbelzahn. Michel dachte sich alle möglichen Sachen aus, vor allem war in seiner Phantasie alles voller Schilder. Ein Schild war „Keine Babys und Füße ins Wasser tun“, eins war „Nicht den Schatz ins Wasser werfen“, eins war „Nicht den Kapitän kitzeln“ und eins „Es gibt nur Nudeln“. Den Rest habe ich vergessen, da waren aber noch einige. Dann kam ein Hai, dann mussten wir was essen, das musste Michel natürlich erst zubereiten, dann gab es Nudeln mit Ketchup und Käse (sein Lieblingsessen halt), nach dem Essen mussten wir schlafen und dann leider (!) zum Sport. 

Der Sport war wild auf dem Sofa hüpfen und Drachen sein, die Fliegen üben. Zum Sport fuhren wir mit dem Auto (Bett), ich und Pippi oben, Michel unten. Nach dem Training (wir übten noch Purzelbäume auf dem Sofa) tranken wir Kaffee im Piratenboot 2 (großes Bett), leider nur Spiel-Kaffee, aber immerhin mit meiner echten Bonus-Karte beim Kaffeemann (Papa) gekauft. Zu guter letzt Wrestelte ich mit beiden Kindern auf dem Teppich, die sich glucksend und quietschend auf mich warfen. Es war echt toll, die sind ja schon auch süß, diese Kinder. 

Nach einem kleinen Ausflug um echten Kaffee zu holen und ein bisschen Tageslicht abzukriegen gab es dann Pizza, Michel ins Bett bringen und noch ein bisschen mit der wachen und fitten Pippi herumalbern. Die kann jetzt „Küsschen“ geben, da nimmt sie mein Gesicht in die Hände und kommt mit offenem Mund und erwartungsvollem, konzentriertem Gesicht ganz nah, bis ich ihre verschnodderte Oberlippe küsse. Und ehrlich: was schöneres gibt’s fast nicht. 

*Wutanfall um acht Uhr morgens wegen habichvergessen, Pippi soll eigentlich ein Antibiotikum nehmen (möglicherweise steckte hinter dem Fieber letzte Woche eine Mittelohrentzündung), kotzte (nein, nicht spuckte) es mir aber wunderhübschst auf die Schulter, überhaupt fiel sie heute dauernd überall runter und haute sich den Kopf an, Putzen ist nötig aber wir hassen es beide, Michels A(utonomie)-Phase scheint noch mal richtig aufzublühen, so kurz vor dem vierten Geburtstag…

Tag 367 – Zehn Minuten. 

Zehn Minuten ist der Tag noch lang. Das ist machbar. Heute war nämlich auch nicht so wirklich viel los. Ist ja auch wirklich ganz schön, wenn man am Wochenende nicht arbeiten muss. Trotz Kindern, die um halb acht auf sind, trotz Wut-Michel, der für seine Maus tausend Dinge (best of heute: Rutsche, Schwimmbrille, Schlitten) einfordert, trotz Pippi, die man jedes Mal, wenn man am Esstisch vorbei geht, von selbigem pflücken kann, trotz Bügelwäsche und diversen Maschinen, die zwar trocken aber nicht zusammengelegt sind. Alles egal, wir haben uns. Am Ende sprang sogar Pärchenzeit für uns Große raus. <3

Tag 315 – 11 Monate

Ach du kleine Pippimaus,

Ich hab dich so lieb. Kannst du nicht noch ein bisschen weiter mein Baby bleiben? Also, das ist zwar ganz schön, dass du jetzt stehen kannst und eifrig mit dem Laufwagen durch die Gegend tappst. Oder an meinen zwei Händen unermüdlich deine Runden drehst. Und nie hab ich niedlichere Hasenzähnchen gesehen. Aber letztlich sind das ja alles Zeichen, dass die Babyzeit vorbei geht. Schon fast vorbei ist, um genau zu sein. 

Klar, nicht alles am Babys haben ist toll. Der Schlafentzug ist mies. Geschrei im Ohr ist unschön über nervig bis zermarternd, je nach Dauer und Intensität. Windeln wechseln ist so geht so, vor allem wenn man dabei angebrüllt wird. 

Trotzdem ist auch ein futzikleines Tränchen in meinem Augenwinkel, wenn ich dich so angucke, wie du dir die Nudeln reinschaufelst. Eben noch wolltest du nur gestillt werden. Eben noch wolltest du auch nur getragen werden. Immer bei mir sein. Auf mir schlafen, auch nachts. Und jetzt brauchst du das alles nicht mehr. Du findest das Stillen zwar noch ganz nett, aber richtig aus Hunger scheinst du das nicht mehr zu machen. Das eigene Bett wird immernoch abgelehnt, aber du willst jetzt in unserem Bett deine Freiheiten haben und zappelst herum, bis du die beste Mischung aus Nähe und Wärme und Distanz und frischer Luft gefunden hast.  

Aber unter der Decke werden mir immer heimlich die Füßchen rübergeschoben.


Ich gebe gerne zu, dass ich die Babyzeit vermissen werde. Ich vermisse auch die Babyzeit mit Michel, die ersten Male, die Babygrinser und Babyschmatzer und die leuchtenden Babyaugen, wenn man Quatsch mit euch macht. Glucksendes, quietschiges Babylachen. Echte, ungespielte Begeisterung über die simpelsten Dinge. Oder die Konzentration, mit der ihr Dinge tun könnt. Die Phase, das weiß ich immerhin, wird noch etwas andauern. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie Michel ewig probierte, den sternförmigen Klotz durch das runde Loch zu prömmeln. Immer und immer wieder. Irgendwann gab er frustriert auf. Nahm den Deckel von der Box und pfefferte den Klotz so rein. Legte den Deckel wieder drauf und suchte sich was anderes zum Spielen. Ich war in dem Moment sehr stolz und dachte: mein großes Kind. Hach. 
Aber das ist eben was er da wurde und du jetzt auch langsam wirst: ein großes Kind. Eins mit starkem Willen und großem Ausdrucksvermögen, auch wenn noch keine Worte außer „Mamamamamama“, „Dada“ und „Banane“ dabei herauskommen. Man weiß bei dir sehr schnell, was du meinst. Du kuschelst auch noch gerne, keine Frage. Doch es ist etwas anderes, ein winziges Baby zu bekuscheln, das Haut spüren und riechen und Herzschlag hören möchte, als ein großes Baby, fast Klein(st)kind, das sich aktiv anschmiegt und die perfekte Position sucht, um die Nase in meinem Hals zu vergraben. 

Die Babyphase kommt nicht zurück. Deine ist fast vorbei. Es bleiben nur Erinnerungen, Fotos, dieses Blog. Ein Hauch von Babygeruch, eine ganz schwache Ahnung, maskiert durch Sonnencreme, Dreck und Kinderschweiß. Ein Anklang an Babyzeiten, wenn mir am Morgen zwei bis vier Füße zwischen die Beine geschoben werden. Ein gemurmeltes „Hand halten, Mama.“ statt verliebter Blicke beim Stillen. 

Wird alles anders. Wird alles gut. Und ein bisschen werdet ihr wohl immer meine Babies bleiben. 

<3

Deine Mama