Tag 398 – Instagram-Spaß continued. 

Während der langen Inkubationszeiten bei meinen momentanen Experimenten tausche ich seit ein paar Tagen die Instagram-Fotos aus dem Blog gegen richtige Bilder aus. Das ist relativ ätzende Arbeit, ich möchte aber gerne bis Ende des Monats damit durch sein, damit ich das Blogbuch noch rechtzeitig nach Deutschland bestellen kann. Ich stelle mir das einfacher vor, als das Nicht-EU-Europa hier, mit komischen Einfuhrbestimmungen und Tralala. Tatsächlich ist die im-Internet-bestellen-Liste schon ziemlich lang, wir brauchen unter anderem ein neues Piep-Ei, ich möchte mir Tagescreme und Nachtcreme auf Halde legen, vielleicht werden wir noch so High-Tech-Steckdosen kaufen, die wir dann per Smartphone-App steuern können und zum Beispiel von der Arbeit aus schon mal die Heizung anmachen, ohne aber den ganzen Tag zu heizen (die 3000 kWh aus letztem Januar (?) sitzen noch tief!). Äh egal, zurück zum Thema: es gibt zwei Sachen, die besonders doof sind am Bilder austauschen. Erstens finde ich überall Typos, die mir dann peinlich sind, aber jeden einzelnen korrigieren? Da säße ich bis nächstes Jahr dran. Und zweitens muss ich mir all die Bilder wieder angucken, Pippi als Minibaby (Aaawwww), Michel, der Quatsch macht (Aaaawwwww), und heute besonders gemein: wir im Urlaub und Strand und Meer und Esel und Blumen, während hier die Blätter von den Bäumen fallen. Und dann schwelge ich in Erinnerungen und dann dauert das alles noch viel länger. Schlimmschlimmschlimm das alles. Aber die Hälfte ca. hab ich jetzt. Dann nur noch die 40 Bilder, die irgendwie beim Hochladen kaputt gegangen sind und voilà – ist es vollbracht. Bald. Hoffentlich. 

Update: Jetzt! \o/

Tag 382 – Glitzerflauschplüsch

Mit ein paar hübschen kleinen Ecken, um sich dran zu reiben* war das ein echt schöner Tag. Warum? Diese Kinder. Hachz. 

Zuerst mal schlief Pippi bei der Maus ein und zwar so tief, dass wir mit vereinten Kräften und dem lustigen Puscheldings von der Zahnärztin das Ding aus ihrem Zahnfleisch entfernen konnten. Letztlich war es ganz einfach: mit dem Puschel von unten schieben, und dann als das Dings rausguckte von oben rausschieben/-ziehen. 


Dann spielte ich mit beiden Kindern unter Michels Regie (während Herr Rabe genauso schlecht gelaunt wie ich das sonst immer tue die Wohnung putzte) Piratenexpedition. Und das war richtig schön. Wir suchten einen Schatz (alle Kuscheltiere), mit Schatzkarte, wir fuhren Boot auf dem Sofa, ich war der Schiffsjunge Pinky, Pippi war erst Baby-Pinky und dann Pinky-Hund und Michel war Kaptitän Säbelzahn. Michel dachte sich alle möglichen Sachen aus, vor allem war in seiner Phantasie alles voller Schilder. Ein Schild war „Keine Babys und Füße ins Wasser tun“, eins war „Nicht den Schatz ins Wasser werfen“, eins war „Nicht den Kapitän kitzeln“ und eins „Es gibt nur Nudeln“. Den Rest habe ich vergessen, da waren aber noch einige. Dann kam ein Hai, dann mussten wir was essen, das musste Michel natürlich erst zubereiten, dann gab es Nudeln mit Ketchup und Käse (sein Lieblingsessen halt), nach dem Essen mussten wir schlafen und dann leider (!) zum Sport. 

Der Sport war wild auf dem Sofa hüpfen und Drachen sein, die Fliegen üben. Zum Sport fuhren wir mit dem Auto (Bett), ich und Pippi oben, Michel unten. Nach dem Training (wir übten noch Purzelbäume auf dem Sofa) tranken wir Kaffee im Piratenboot 2 (großes Bett), leider nur Spiel-Kaffee, aber immerhin mit meiner echten Bonus-Karte beim Kaffeemann (Papa) gekauft. Zu guter letzt Wrestelte ich mit beiden Kindern auf dem Teppich, die sich glucksend und quietschend auf mich warfen. Es war echt toll, die sind ja schon auch süß, diese Kinder. 

Nach einem kleinen Ausflug um echten Kaffee zu holen und ein bisschen Tageslicht abzukriegen gab es dann Pizza, Michel ins Bett bringen und noch ein bisschen mit der wachen und fitten Pippi herumalbern. Die kann jetzt „Küsschen“ geben, da nimmt sie mein Gesicht in die Hände und kommt mit offenem Mund und erwartungsvollem, konzentriertem Gesicht ganz nah, bis ich ihre verschnodderte Oberlippe küsse. Und ehrlich: was schöneres gibt’s fast nicht. 

*Wutanfall um acht Uhr morgens wegen habichvergessen, Pippi soll eigentlich ein Antibiotikum nehmen (möglicherweise steckte hinter dem Fieber letzte Woche eine Mittelohrentzündung), kotzte (nein, nicht spuckte) es mir aber wunderhübschst auf die Schulter, überhaupt fiel sie heute dauernd überall runter und haute sich den Kopf an, Putzen ist nötig aber wir hassen es beide, Michels A(utonomie)-Phase scheint noch mal richtig aufzublühen, so kurz vor dem vierten Geburtstag…

Tag 367 – Zehn Minuten. 

Zehn Minuten ist der Tag noch lang. Das ist machbar. Heute war nämlich auch nicht so wirklich viel los. Ist ja auch wirklich ganz schön, wenn man am Wochenende nicht arbeiten muss. Trotz Kindern, die um halb acht auf sind, trotz Wut-Michel, der für seine Maus tausend Dinge (best of heute: Rutsche, Schwimmbrille, Schlitten) einfordert, trotz Pippi, die man jedes Mal, wenn man am Esstisch vorbei geht, von selbigem pflücken kann, trotz Bügelwäsche und diversen Maschinen, die zwar trocken aber nicht zusammengelegt sind. Alles egal, wir haben uns. Am Ende sprang sogar Pärchenzeit für uns Große raus. <3

Tag 315 – 11 Monate

Ach du kleine Pippimaus,

Ich hab dich so lieb. Kannst du nicht noch ein bisschen weiter mein Baby bleiben? Also, das ist zwar ganz schön, dass du jetzt stehen kannst und eifrig mit dem Laufwagen durch die Gegend tappst. Oder an meinen zwei Händen unermüdlich deine Runden drehst. Und nie hab ich niedlichere Hasenzähnchen gesehen. Aber letztlich sind das ja alles Zeichen, dass die Babyzeit vorbei geht. Schon fast vorbei ist, um genau zu sein. 

Klar, nicht alles am Babys haben ist toll. Der Schlafentzug ist mies. Geschrei im Ohr ist unschön über nervig bis zermarternd, je nach Dauer und Intensität. Windeln wechseln ist so geht so, vor allem wenn man dabei angebrüllt wird. 

Trotzdem ist auch ein futzikleines Tränchen in meinem Augenwinkel, wenn ich dich so angucke, wie du dir die Nudeln reinschaufelst. Eben noch wolltest du nur gestillt werden. Eben noch wolltest du auch nur getragen werden. Immer bei mir sein. Auf mir schlafen, auch nachts. Und jetzt brauchst du das alles nicht mehr. Du findest das Stillen zwar noch ganz nett, aber richtig aus Hunger scheinst du das nicht mehr zu machen. Das eigene Bett wird immernoch abgelehnt, aber du willst jetzt in unserem Bett deine Freiheiten haben und zappelst herum, bis du die beste Mischung aus Nähe und Wärme und Distanz und frischer Luft gefunden hast.  

Aber unter der Decke werden mir immer heimlich die Füßchen rübergeschoben.


Ich gebe gerne zu, dass ich die Babyzeit vermissen werde. Ich vermisse auch die Babyzeit mit Michel, die ersten Male, die Babygrinser und Babyschmatzer und die leuchtenden Babyaugen, wenn man Quatsch mit euch macht. Glucksendes, quietschiges Babylachen. Echte, ungespielte Begeisterung über die simpelsten Dinge. Oder die Konzentration, mit der ihr Dinge tun könnt. Die Phase, das weiß ich immerhin, wird noch etwas andauern. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie Michel ewig probierte, den sternförmigen Klotz durch das runde Loch zu prömmeln. Immer und immer wieder. Irgendwann gab er frustriert auf. Nahm den Deckel von der Box und pfefferte den Klotz so rein. Legte den Deckel wieder drauf und suchte sich was anderes zum Spielen. Ich war in dem Moment sehr stolz und dachte: mein großes Kind. Hach. 
Aber das ist eben was er da wurde und du jetzt auch langsam wirst: ein großes Kind. Eins mit starkem Willen und großem Ausdrucksvermögen, auch wenn noch keine Worte außer „Mamamamamama“, „Dada“ und „Banane“ dabei herauskommen. Man weiß bei dir sehr schnell, was du meinst. Du kuschelst auch noch gerne, keine Frage. Doch es ist etwas anderes, ein winziges Baby zu bekuscheln, das Haut spüren und riechen und Herzschlag hören möchte, als ein großes Baby, fast Klein(st)kind, das sich aktiv anschmiegt und die perfekte Position sucht, um die Nase in meinem Hals zu vergraben. 

Die Babyphase kommt nicht zurück. Deine ist fast vorbei. Es bleiben nur Erinnerungen, Fotos, dieses Blog. Ein Hauch von Babygeruch, eine ganz schwache Ahnung, maskiert durch Sonnencreme, Dreck und Kinderschweiß. Ein Anklang an Babyzeiten, wenn mir am Morgen zwei bis vier Füße zwischen die Beine geschoben werden. Ein gemurmeltes „Hand halten, Mama.“ statt verliebter Blicke beim Stillen. 

Wird alles anders. Wird alles gut. Und ein bisschen werdet ihr wohl immer meine Babies bleiben. 

<3

Deine Mama

Tag 301 – Mein großer Spatz

Michel ist ja jetzt schon dreieinhalb. Erst dreieinhalb. Man weiß gar nicht, wie man es ausdrücken soll. Ich glaube, oft weiß er das selbst nicht. Natürlich sagt er oft, er sei „ein großer Junge“, vor allem um sich von Pippi abzugrenzen oder irgendwelchem vermeintlichen „Babykram“ zu entgehen. Andererseits will er aber auch oft Kuscheln, auf den Arm, getragen werden oder auf dem Schoß sitzen. (Exkurs: als ich klein war, hat sich meine Mutter immer beschwert, ich hätte spitze Knochen am Po. Ich fand das doof. Heute weiß ich was sie meinte.) 

Deshalb ist er auch immer noch mein Spatz: ein kleiner (dicker, Michel war ein pummeliges Baby), oft sehr dreckiger, lustiger Hüpfe-Vogel. Aber jetzt ist er eben ein großer Spatz. Halb klein, halb groß. Eben noch mein Baby, jetzt schon ein großes Kind, das alle seine Kindergartenfreunde zu uns nach Hause einlädt. Aber noch wenig Verständnis dafür hat, dass die und auch wir mitunter anderes am Nachmittag vorhaben. Aber eben ein Kind, das Freunde hat. Richtige zwischenmenschliche Präferenzen, nicht mehr nur „Ach, ich hau jedem der mit mir im Sandkasten sitzt freundlich die Schippe übern Kopp!“. Ein großes Kind mit großen Gefühlen, gerade enttäusche Freundschaft ist da ganz schlimm und bei „Der H. hat mir XYZ weggenommen! Wääähhhhhh!!!“ bricht mir das Herz. Dafür wird H. aber auch stürmisch umarmt, oder es wird so begeistert nach E. gerufen, dass die Stimme überschnappt. 

Oft scheint es im Moment so, als wüsste er selbst nicht so ganz wohin mit all seinen Gefühlen. Das sieht dann für uns oft widersprüchlich aus. Wenn zum Beispiel ein Heidentheater gemacht wird, wegen nix, weil das was er eigentlich will unsere ungeteilte Aufmerksamkeit ist. Die bekommt er ja dann auch, nur eben dass wir sauer und ungeduldig und laut (ich, Herr Rabe wird nie laut) werden. Aber einmal drin im Wutrad kommt man da wohl nicht so schnell raus. Ein anderes Beispiel ist, dass er gerne von Oma ins Bett gebracht werden möchte. Nur nicht heute. Morgen. Oder noch zwei mal Schlafen. Das sagt er jetzt seit letztem Donnerstag. Ich glaube er möchte das wirklich nachmittags gerne, er merkt dann ja auch wie sich die Oma drüber freut, aber abends, wenns auf die Bettzeit zugeht, dann wirds ihm doch zu mulmig. Ohne Mama und Papa ins Bett? Hmmnee, lieber nicht. Morgen vielleicht. 

Zu all den großen Gefühlen kommen dann noch große Gedanken, viel zu große für so einen kleinen Kopf, wie ich finde. „Mama, du alt wirst, du auch vielleicht kaputte Knochen kriegt, wie Oma. Du aufpassen, ich auch auf dich aufpassen!“ „Papa sagt, da Friedhof alte tote Leute eingegraben. Warum da so Steine drauf? Leute nicht wieder rauskommt vielleicht?“ Tja, und dann stehe ich da und hatte doch gehofft, dass wir solche Themen erst irgendwann mal besprechen müssen. Tod, Krankheit, nich immer alles glauben, was die Oma (egal welche) so sagt. Dass er alles, was kreucht und fleucht gern hat, ist ja eigentlich total schön, aber manchmal fühlt er sich für meinen Geschmack doch etwas sehr in kleine Tiere hinein. Oder überträgt von sich, das ist wohl wahrscheinlicher, wenn wir eine halb tote Fruchtfliege nach draußen gesetzt haben und er behauptet, die würde jetzt sicher Mama und Papa suchen, weil sie die vermisst hat (auch hier bricht mir dann kurz das Herz). Kein Wunder eigentlich, dass er nachts mit den Zähnen knirscht: es geht eben viel vor in ihm. 

Wunderbar ist es, ihn mit seiner kleinen Schwester zu sehen. Denn meistens ist er ziemlich fürsorglich und liebevoll und stolz, so eine tolle kleine Schwester zu haben. Da wird der Oma der neue Zahn angepriesen, oder dass Pippi an den Händen läuft oder „selber“ Zähne putzt. Oder Pippi wird umarmt oder geküsst oder ihr Essen gereicht. Es ist wirklich goldig. Und auch in den nicht ganz so goldigen Momente wird nur verbal getobt und nicht ihr gegenüber.  „Du Pippi wegnehmen! Ääähhhhhh, Pippi das kaputt macht! Pippi soll nicht kaputtmachen! DU PIPPI JETZT WEGNEHMEN!!!“ Als wüsste er, dass sie nichts dafür kann. Vielleicht weiß er das ja auch. Vielleicht ist das sowas, was Kinder eben wissen, dass kleinere Kinder eben noch nicht so viel wissen. Ich glaube, Michel freut sich auch schon sehr drauf, dass Pippi auch bald in seinen Kindergarten geht. Zumindest wird den Betreuer*Innen schon versichert, dass „Pippi Geburtstag hat, bisschen älter ist, Pippi auch mit mir Kindergarten geht.“. Kein Wunder, dass die anderen Kindergartenkinder immer sagen, Pippi sei „Michels Baby“. Sie gehört ja auch irgendwie zu ihm und das ist tausend mal mehr als ich mir erhofft hatte, nach nicht ganz einem Jahr sagen zu können. Ein superduper großer Bruder ist Michel. 

Alles in allem ein rundum toller großer kleiner Spatz. 

Ja. Hachz.  

Drei Jahre und fast acht Monate. <3

Tag 300 – Ach, ihr Zwei…

Ihr raubt mir den letzten Nerv, vor allem nachts, vor allem, wenn ihr beide mit in unserem Bett liegt. 

Dabei hab ich euch doch so lieb. So doll. Vor allem, wie ihr da so beide in unserem Bett liegt, endlich eingeschlafen, nach zweimaligem Kampf und einmaligem wieder Aufwachen und orientierungslosem Rumlaufen und Weinen. Jetzt schnauft ihr hier rum und mein Herz platzt. Ach…

Tag 254 – Im Rausch. Korfu Tag 24

Die Bilder von gestern. Also, ein paar davon. 

    

   

 Und dann noch eins von heute:

 Das ist vom Kaizer’s Throne in Pelekas, sehr schön auch da. Schöne Aussicht hat man von da, davon hab ich nur keine Fotos. 

Danach fuhren wir nach Kerkyra und verfielen dem Kaufrausch. Jetzt hab ich neue Sandalen und Herr Rabe hat Gürtel und Pippi ein Kleid und Michel einen Lightning McQueen-Ballon und eine Maus aus Olivenholz. Und so weiter. Noch ein bisschen Sightseeing, gutes Essen und einen Anruf später (der Vermieter hat sich Sorgen gemacht. Ist das nicht süß?) sind wir jetzt alle komplett im Eimer aber sehr glücklich wieder im Ferienhaus. 
(Und nach dem Essen hab ich ganz genau gesehen, dass sich Pippi wohl doch endlich einen Zahn wachsen lässt. Unten rechts der Schneidezahn schimmert bläulich durch und fühlt sich hart an. Mein Baby! Schon so groß… Eben noch so Mini! Jetzt bald ein Einzahnmäuschen! Schnüff.)
 

 

Tag 253 – Pelekas. Korfu Tag 23

Jeahhhh! Auf Veröffentlichen geklickt, bevor irgendwas geschrieben ward. Tolli.

Das verdirbt mir meine Laune jetzt aber auch nicht mehr. Wir waren nämlich heute an einem absolut traumhaften Strand. Mirtiotissa Beach. Falls Sie mal nach Korfu kommen: Mirtiotissa Beach. Es ist so toll da. Die Fotos liefere ich morgen nach, wir übernachten nämlich in Pelekas und die absolut auch total tolle Pension Martini hat kein WLAN. 

Also, zurück zum Strand. Der liegt sehr versteckt in einer Bucht mit Steilhängen, von der Straße aus kaum zu sehen. Unten: feiner Sand, nicht weiß, sondern bronzefarben, dadurch sehr warm. Drei sehr große Felsen im Wasser, an denen sich die Wellen sehr dekorativ brechen. Naturdusche: vom Hang tröpfelt an einer Ecke etwas Süßwasser, kann man auch trinken. Da die Strömung am Strand einen kleinen Hügel geschaffen hat, über den nur die Ausläufer jeder vielleicht zehnten Welle drüberschwappen, ist dahinter ein kleines Babybecken, vielleicht 5-25 cm tief, je nach Stelle, und recht warm. Die Großen baden im Meer, es geht so mittelflach rein, aber ohne Steine und sonstiges störendes Gedön. Dafür aber teilweise mit Wellen, die schon recht kräftig und hoch werden können und Strömung und so, also schwimmen sollte man können, auch wenn man nicht weit reingeht. Und noch was sollte einen nicht stören, wenn man dahin geht (und ehrlich, gehen Sie da hin, es ist wirklich ein Traum!), nämlich Nacktheit. Es ist nämlich auch ein inoffizieller FKK-Strand (dazu gleich mehr). 

Jedenfalls, es war so toll. Die Kinder in ihren UV-Schutz-Klamotten* sehen ja eh schon so niedlich aus. Dann hat Michel auch mega Spaß an Wellen und rannte mit mir zusammen erstmal fünfzig mal rein und raus, ließ sich manchmal umschubsen, hüpfte und johlte und qietschte und fand alles ganz toll. Gestern war er mit Herrn Rabe beim Frisör** und jetzt sind seine ausgeblichenen Haare ganz kurz, ein richtiger Sommerschnitt, und er sieht einfach zum Knutschen aus mit seinen großen braunen Augen, den hellblonden Haaren, dem braunen Nacken und den gaaaaanz kleinen Sommersprossen auf der Nase***. Und Pippi, die kleine Maus, plantschte überglücklich in dem Babybecken herum****, aß Sand, probierte vom Meerwasser, aß Sesamstange, tunkte sie angelüllert in den Sand und aß sie danach noch weiter, hatte also den Spaß ihres Lebens. Kurz: mein Herz war kurz vorm Platzen. 

FKK. Öhm ja, von mir aus, ich bin ja auch gerne nackt, aber doch lieber zu Hause und meine empfindlichsten Körperteile möchte ich als sehr sonnenempfindlicher Mensch eher nicht der Sonne aussetzen. Sonnenbrand auf Still-Brustwarzen? Ahhhhh, nee, danke. Aber wenn andere gerne nackt in der Sonne liegen, bitte, mich störts nicht. Aber ein paar Fragen wirft es doch schon auf (in meinem Kopf jedenfalls).

– Ist so ein Hodensack nicht auch sehr sonnenempfindlich? Oder ein Penis? Ich stelle mir das Aua vor. 

– Warum um alles in der Welt bräunt man(n) sein Poloch? Oder geht es um die Unterseite des Hodensacks? Oder war es doch eine Yoga-Übung, die ihn dazu veranlasste, seinen Hintern der Sonne entgegenzurecken?

– Wie lange muss man schon FKK-Bräunen bis die Haut aussieht als könne man nach dem Tod der Person ohne jegliche Nachbehandlung daraus exklusive Handtaschen machen?

– Wird Schamhaar nicht grau? Warum nicht? 

Vielleicht können Sie mir ja mit der ein oder anderen Frage weiterhelfen, ich bin ehrlich interessiert.

Zum Abenessen in einem Imbiss gewesen. Zum Nachtisch bekamen wir drei kleine Eis aufs Haus (ist hier so üblich, dass der Nachtisch einfach so kommt), sonst hätte ich mir noch ne Portion Gurkenjoghurt mit Knoblauch (aka Tzatziki) bestellt. So lecker. Und die nächsten drei Tage werden wir wohl etwas riechen. 

*Ja, ich weiß, möglicherweise ist das übertrieben. Aber es geht viel schneller, als die blöde Eincremerei. Und Sonnencreme ist teuer und nicht wiederbenutzbar. 

**Ich war nicht beim Frisör. Erstens weiß ich grad Frisurtechnisch nicht so ganz was ich will (Tipps, anyone? Kurz und blond und viele aber dünne sind se…) und außerdem lagen da Wachtürme rum. 

***Hat tatsächlich meine Haut geerbt, das arme Kind. 

****Ja, genau, das Baby, das vor ein paar Monaten beim Kontakt mit Badewasser noch jedes Mal Zeter und Mordio geschrien hat.