Tag 3385 und 3386 – Kaum ist Herr Rabe aus dem Haus…

Herr Rabe kommt ja erst morgen zurück, bis dahin muss ich hier also Dinge allein regeln. Irgendwie geht das halbwegs, aber gut ist anders. Donnerstag früh war gehetzt, weil Halloween. Gestern früh war noch mehr gehetzt, weil ich um neun im Büro ein Beratungsgespräch hatte, also echt absolut pünktlich sein musste. Das bedeutet, den Zug um acht zu erwischen. Das bedeutet, um 07:45 mit den Kindern aus dem Haus zu sein. Das bedeutet, bis dahin müssen alle alles gepackt haben, Sportzeug hier, Brotdose da, Brille geputzt, Gesicht aufgemalt, „Mama, wo sind meine Socken?“ etc. Ich sag es mal so: der Ton war eher Drillseargeant als Säuselmutti hier, aber ich war pünktlich im Büro. Und war seriös und so weiter, as usual, die Beratenen waren zufrieden. Den Rest des Tages verschanzte ich mich in einem Mini-Meetingraum, weil ich mit dem Lieblingskollegen die anstehende Inspektion vorbereiten musste, den ganzen Rest des Tages. Über Teams, normale Leute sind ja freitags nicht im Büro. Abends kam ich dann mit der Freitagspizza unterm Arm nach Hause, versorgte alle mit Pizza und danach ging auch total überraschend quasi nichts mehr, ich schlief dabei ein, Pippi ins Bett zu bringen. Ich wachte auch wieder auf, so ist es nicht, aber aus „erst Sport, dann Geige“ wurde „ich tanze ein paar mal eine Choreografie durch“ und von da direkt ins Bett. Dass ich das Tanzen, also ein kleines bisschen Bewegung, überhaupt gemacht hab, verdanke ich Herrn Rabe, mit dem ich eine halbe Stunde telefonierte, nachdem ich mich bei Pippi wieder aus dem Bett geschält hatte.

Heute war auch viel los, ich habe mal wieder eine Impfung bekommen* (Auffrischung TDPP), dann direkt Sport (bevor mich die Impfung aus den Latschen haut), Duschen, Kinder einsacken, mit Michel Schuhe kaufen**, meine Brille fixen lassen (die hing irgendwie schief), einkaufen, einen neuen Satz Guppys*** kaufen. Nach Hause, Pippi zu ihrer Freundin jagen****, Guppys im Aquarium auswildern, umziehen, aufbrezeln und auf zu einem Date. Mit mir. Ich ging zu einer Burlesque-Show in Oslo, und es war super. Ganz allein, aber schick aussehend und mich wohl fühlend habe ich mich dafür beglückwünscht und belohnt, dass ich ein sehr okayer Mensch bin, eine gestresste, aber akzeptable und soweit irgendwie möglich zugewandte Mutter, eine echt gute Angestellte und außerdem sehe ich in einem engen, schwarzen Kleid und High Heels auch echt hot aus. So. Nicht erst seit extensivem Sportprogramm, das hat nur aus Gold Platin gemacht. Die Show war super, ich kann es nicht anders sagen, mir fehlen ein bisschen die Worte, weil es einfach so toll war. Wer verpasst hat, wie sich eine nahezu nackte Künstlerin auf/in/an einer Badewanne mit Löwenfüßen mit goldenem Glitzer aus einer Sektflasche übergießt, hat das halt verpasst. Kunstvoll, ästhetisch und sexy mit Glitzer übergießt, muss man dazu sagen. In anderen Zusammenhängen (moderner Tanz, modernes Theater etc.) finde ich Nacktheit ja sehr stark überbewertet und den Kunstaspekt sehr überfrachtet. Aber das hier war Entertainment ohne 57 Metamessages, und einfach sehr schön anzuschauen. Die Moderatorin des Abends war auch toll, witzig, charmant, schön und eine super Sängerin. Es war einfach echt ein toller Abend mit mir und Burlesque, und ich kann das nur empfehlen, also beides: mal sich für sich selbst fein machen und was schönes alleine machen, und auf eine professionelle Burlesque-Show gehen. Man kann das verbinden, muss man aber nicht.

Selbstliebe ist echt wichtig. Klingt abgedroschen, ist aber so.

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*Ich bin sehr froh, dass das hier in der Apotheke super einfach geht. Ich brauche nur ein Rezept für den Impfstoff von meinem Hausarzt, dann buche ich den Termin in der Apotheke und der Apotheker setzt mir die direkt. Da brauche ich dann nicht mehr, wie früher, die Impfung in der Apotheke kaufen und zur Arztpraxis schleppen, um sie dort von einer Arzthelferin setzen zu lassen.

**Hoher Verschleiß aufgrund ADHS ist bei Michels Schuhen echt ein Problem. Das Paar, das ich vorgestern ohne Zucken in die Mülltonne geschmissen habe, war Anfang August gekauft und jetzt wirklich komplett aufgelöst. Ich weiß nicht, was er damit macht, das weiß er selbst nicht mal, wahrscheinlich irgendein unbewusstes Gehampel.

***Letzter Versuch. Wenn die nun auch wieder über die Wupper gehen, lassen wir es mit Guppys. Die Platys haben ja offenbar das beste Leben im Aquarium, wir haben inzwischen wirklich viele Babyplatys. Da muss man beim Wasser wechseln echt aufpassen, dass man keinen Winzfisch mit wegsaugt.

****Ich hatte Übernachtung für sie organisiert, damit ich nicht beide Kinder alleine zu Hause lassen muss, um zu der Show zu gehen. Win win für alle, Michel hat nämlich ganz gerne mal das Haus für sich.

Tag 3379 – Tröt Ultras und Käse.

Die Kinder waren ja heute auf Korpsseminar und hatten es da super gut. Michel fand zwar die Uhrzeit unmenschlich früh für Wochenende, und hat sich abends drei mal erkundigt, ob wir morgen auch wirklich, WIRKLICH „nichts machen“, aber er hatte da sehr viel Spaß, bei dem Seminar. Ich bin echt begeistert, was die da an einem einzigen Tag auf die Beine gestellt haben, Wahnsinn. Ich kann’s echt immer wieder nur empfehlen, Musik ist so super, die Gemeinschaft ist toll, die Kinder haben Erfolgserlebnisse und weder Kinder noch Eltern müssen im Nieselregen auf oder an Fußballplätzen stehen. Ein mal im Jahr läuft man gegebenenfalls im schlechten Wetter rum, aber wenigstens nicht jedes Wochenende. Am Anfang sind sie süß und wenn sie nicht mehr ganz so süß sind, werden sie immer besser.

Ich nutzte eine der Touren* zum Einkaufen. Jetzt ist der Kühlschrank wieder voll und niemand muss an Nutellamangel sterben.

Abends war Pippi auf ihrer Halloweenparty. Das Bild kann ich zeigen:

Das ist „Osten den ostete skurken“

Übersetzt „Käse der käsige Schurke“. Das Schurkentum ist auf Diebstahl ausgelegt. Der Bär hilft dabei.

Alle** anderen Kinder waren Wednesday, Pippi war hingegen als Käse sehr glücklich.

Jetzt liegt der kleine Käse hier neben mir im Bett und schnarcht. Ich freue mich auf eine längere Nacht, mit Schlafbrille und Ohrenstöpseln. Wer mich weckt, sollte dafür sehr gute Gründe haben, eigentlich zählt alles unter starker Blutung, offenen Brüchen und Haus brennt nicht.

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*Insgesamt für das ganze Gedön heute 150 km, dabei habe ich die Ortsgrenzen nicht verlassen

**nur leicht übertrieben

(Tag 3363 und) 3364 – Happy Birthday!

Michel hat Geburtstag! Er ist jetzt schon 12 und in allen Belangen groß, außer wenn er Abends zum Einschlafen nach einem weiteren Kuscheltier verlangt. Ich kann noch nicht so ganz fassen, dass er schon 12 ist, aber es spricht alles dafür, dass es so ist. Eben war er noch vier und wollte, dass man den Kuchen EXAKT SO aufschneidet, wie er sich das ausgedacht hatte. Jetzt geht er, an seinem eigenen Geburtstag, nach der Schule mit einem Schulfreund nach Hause. Als Geburtstagsessen hat er sich Sushi gewünscht (und bekommen) und als Abendgestaltung wollte er Beetlejuice, den alten, aus den 80ern, mit der ganzen Familie gucken. Auf seinen Wunsch hin gab es Zitronenkuchen. Geschenke gab es auch, unter anderem ein Schwert, das ich nach einem mittleren Drama auf dem Sparrenburgfest in Bielefeld heimlich gekauft habe und das seither gut versteckt war. Er hat sich ehrlich gefreut, vor allem das Schwert war eine wirkliche Überraschung.

Michel sagt, er hatte einen guten Tag. Das ist die Hauptsache. Ich bin sehr stolz auf ihn und ein bisschen gerührt von diesem großen, selbstständigen, tollen Kind. Hachz hachz.

Tag 3308 und 3309 – Kind wieder da.

Gestern war nur Arbeit.

Heute haben wir Michel wieder abholen können. Ein von Mücken zerstochenes Kind mit einem verrenkten Fuß (nichts schlimmes, wie es aussieht), komplett mit Kugelschreiber angemalt und mit sehr großem Hunger. Das Essen war da, wenig überraschend, nicht so seine Sache, und gelangweilt haben sie sich auch (manchmal. Ich glaube das war nicht so schlimm). Jetzt ist er sehr happy, wieder sein Handy und seinen Computer und sein eigenes Bett zu haben. Seine erste Frage war, ob Greg sich gehäutet hat, und ja, gestern, also gibt es gleich was zu futtern, Greg wartet schon ungeduldig an der Scheibe. Mal gucken, ob Michel das selber machen möchte, wir haben extra eine längere Pinzette (nee, so heißt das nicht, das ist so ein OP-Besteck-Ding, das aussieht wie eine Schere, aber zum Festhalten und festklemmen ist, ähhhh…) gekauft. Ich werde jedenfalls danach nur noch Duschen und dann direkt ins Bett plumpsen, ich bin nach einer Woche Arbeit recht geschafft.

Tag 3291 – Vorletzter Tag Bielefeld.

Heute Vormittag lief sehr sehr langsam an, deshalb habe ich auch erst eben Sport gemacht, also literally eben grad.

Am Nachmittag haben Pippi und ich Oma S. geholfen, eine neue Brille auszusuchen. Eine notwendige Augen-OP hat als Nebeneffekt die Fehlsichtigkeit verbessert, was ja schön ist, aber dann muss man hinterher halt neue Brillen kaufen. Ich finde, wir haben ein sehr schönes Modell ausgesucht, das obendrein aus Rhizinussbohnen hergestellt ist und gar kein Metall enthält, nicht mal Scharniere (nicht dass mir das irgendwas bedeuten würde, aber ich kenne Leute, die wollen kein Metall „am Kopf“ haben).

Abends haben wir uns mit unserem guten Freund M. auf dem Siggi getroffen. Die Kinder haben auch kurz Hallo gesagt, sind dann aber schnell wieder abgedampft. Das war auch nicht so schlimm, so hatten wir drei Erwachsenen mal einfach Zeit um uns zu unterhalten, ungestört, wie früher. Das war sehr schön. Hach Hach.

Tag 3290 – Sightseeing.

Heute waren wir mit den Kindern und Oma S. im Bauernhausmuseum. Da war ich auch ewig nicht mehr. Aber es war richtig schön da:

Blick von der Mühle runter.

Es ist ein kleines, aber liebevoll gemachtes, Museum zum Bauerntum in Westfalen über die letzten 300-400 Jahre. Inklusive gepflegtem Bauerngärtchen, einer ehemals windbetriebenen Getreidemühle und einer Flachs“mühle“, in der der Flachs gebrochen wurde. Wir sind ja hier in der ehemaligen Hauptstadt der Leinenweberei, hier heißen Orte Hechelei, Windelsbleiche, Spinnerei, etc. Ich musste in der Grundschule noch einiges über Leinenproduktion lernen, habe vieles vergessen, aber konnte noch ein bisschen was an den Grundzügen an die gänzlich uninteressierten Kinder weitergeben. Es war trotzdem schön. Zum Abschluss stellten wir uns in die lange Schlange am Café und kauften Kuchen und Limo*, was, in Anbetracht der Attraktivität dieser Lebensmittel für Wespen, vielleicht nicht so schlau war. Naja.

Das war ein schöner Ausflug. Leider ist nächste Woche dort geschlossen.

Abends besuchten uns meine Tante (B.) und mein Onkel (T.), das war auch wirklich schön, ganz entspannt und locker und lustig. Mit bestellter Pizza zum Abendessen waren auch die Kinder zufrieden. Wie sagte Herr Rabe so schön: die bringen einfach immer so eine Ruhe mit.

Ein wirklich schöner, sommerlicher Urlaubstag.

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* und für mich ein halber Liter Leitungswasser. Mein Tag hatte mit einem brutalen HIIT-Workout angefangen, noch vor dem Frühstück. Das empfehle ich nicht weiter, ich hatte bis zum späten Nachmittag konstant Durst.

Tag 3284 – Neun Jahre!

Heute ist Pippi, die kleine Mini-Maus, schon neun Jahre alt. Eben war sie noch so klein, winzig quasi, und saß bei jeder Gelegenheit (also immer wenn ich mich mal kurz umgedreht habe) auf dem Tisch oder der Fensterbank oder sonst irgendwo, wo sie nicht sein sollte. Wie eine Katze. Wie eine Katze weiß sie auch nach wie vor sehr genau was sie will und was sie nicht will. Außerdem ist sie schlau, sportlich, begeisterungsfähig, kreativ, hübsch, eine Rampensau und lustig. Sie will ja gerne Tierpflegerin werden, aber könnte echt auch irgendwelche darstellende Kunst machen, das würde eigentlich sehr gut passen.

Hach ja. Sie ist schon sehr wohlgeraten bisher und wir haben sie alle sehr lieb.

Zur Feier des Tages haben wir erst in der Ferienwohnung gefrühstückt, mit Pippis Oma, Pippis Opa und Pippis Onkel D. Es war ein spätes und gemütliches Frühstück mit Kuchen Muffins und tonnenweise Geschenken für Pippi (und ein paar für Michel). Nachmittags waren wir in der Blocbuster Boulderhalle in Bielefeld und da bekam Pippi von Oma ein paar Kletterschuhe, die jetzt ihre ganz eigenen sind. Herr Rabe kaufte sich ebenfalls welche (nach ausführlicher Beratung und Testung in der Halle, wirklich ein ausgesprochen guter Service) und wir boulderten dann auch alle (nicht die Oma), bis die Arme nichts mehr hergaben, was leider recht fix passierte. Aber, wirklich, wenn sie Bouldern mögen, das ist eine sehr schöne Halle, mit wirklich viel Platz und wirklich vielfältigen Bouldern für jede Könnensstufe. Auch das Publikum war nett und nicht judgy. Ich habe, mit Hängen (haha) und Würgen, einen Boulder auf der allerleichtesten Stufe, aber an einer stark überhängenden Wand geschafft und war und bin darüber sehr stolz. Übergänge sind nicht so mein Ding, mein Schwerpunkt ist halt da, wo der bei knapp 40 Jahre alten Frauen so ist. Ich habe aber auch noch mehrere 2er und 3er Boulder an halbwegs geraden Wänden geschafft und bin insgesamt, bis auf die überhaupt nicht vorhandene Ausdauer in den Unterarmen, zufrieden. Herr Rabe fand es auch sehr gut und möchte noch mal hin, Pippi war sehr begeistert und sogar Michel ließ sich zu 2-3 Bouldern hinreißen.

Abends gab es auf Pippis Wunsch hin Käsespätzle. Das ist ihr absolutes Lieblingsessen: selbst gemachte Käsespätzle. Deshalb fahren wir auch mit einer Spätzlepresse in den Urlaub. Alles total normal. Aber Pippi war sehr zufrieden mit den Spätzle und dem Tag generell und ist dann auch zufrieden das erste mal mit neun Jahren ins Bett gegangen. Bald kann ich nicht mehr von „kleiner Maus“ sprechen, aber ein bisschen geht noch.

Tag 3281-3283 – Freizeitstress.

Wir hatten drei wunderbare Tage und es war warm.

Freitag war es so warm, dass wir ins Freibad gegangen sind. So richtige Freibäder gibt es in Norwegen kaum, ich weiß nur von einem und da war ich noch nie, war bisher nicht so verlockend. Bielefeld allein hat, keine Ahnung, 8 Freibäder mindestens. Wir waren im zweit-nächstgelegenen, das ich – im Gegensatz zum nächstgelegenen – auch sehr mag, dem Freibad Gadderbaum. Pippi fand das von Anfang an super, Michel musste sich erst damit abfinden, dass wir nun mal da waren, und wurde dann aber auch eineinhalb Stunden nicht mehr gesehen, er flippte zwischen Rutsche, Spaßbecken und Sprungbecken hin und her. Es gab eine Runde Freibadpommes für alle, Pippi konnte ihre Meerjungfrauenflosse und ihren neuen Bikini ausführen und ich ersetzte das Fitnessprogramm durch 1 km Schwimmen. Das war herrlich.

Im Anschluss halfen Michel und Pippi tatkräftig dem Opa im Garten, ich war eine Runde in der Stadt, Dinge für Pippis Geburtstag besorgen.

Samstag wurde es noch wärmer, weshalb ich mein Sportprogramm auf morgens verlegte. Vor dem Frühstück. Ächz. Aber wir hatten auch geplant, zu meiner Freundin nach Hürth zu fahren und das sollte nicht so spät werden. Zwei Stunden im warmen Auto festkleben war dann auch gar nicht mal so schön, aber als wir dann da waren, war es super. Pippi freundete sich binnen Nanosekunden mit der älteren Tochter an und sie wurden unzertrennlich. Wir Erwachsenen konnten sehr entspannt herumschwitzen, während drei Mädchen im Garten mit Ghostbuster-Wasserpistolen herumsprangen und Michel irgendwo alleine, später mit uns Erwachsenen, ebenfalls herumschwitzte. Abends gingen wir Pizza essen, entgingen ganz knapp dem Gewitter, machten Sightseeing in Hürth (Die Monstertrasse(TM)) und hatten es allgemein sehr gut. Wieder bei den Freunden angekommen musste ich ganz spontan einen Nagelsalon eröffnen, weil die Mädels mitbekommen hatten, dass Michel die Fingernägel neu lackiert haben wollte und dann wollten die natürlich auch alle. Ich habe seit sehr langer Zeit nicht mehr so winzige Fußnägelchen lackiert, meine Kinder haben irgendwie riesige Füße und auch Hände. Pippi überragte auch die zwei Jahre ältere große Tochter ganz generell. Pippi ist echt sehr groß geworden. Gestern schliefen dann alle sehr spät, aber auch der Tag war rundum gut.

Und heute auch. Nach einem gemütlichen Frühstück und einer Dusche (nach gestern klebte irgendwie alles an allen) fuhren wir nach Bochum, um dort im Tierpark Familie Wunnibar zu treffen. Urlaub im Kurzdurchlauf, aber es war einfach ganz toll, die vier wenigstens für einen halben Tag zu sehen. Abends gingen wir dann noch zusammen zu einem türkischen Restaurant, wo es unglaublich gute Köfte gab. Nachdem wir mittags ja schon Pippi von der großen Tochter der Freundin aus Hürth losschweißen mussten, mussten wir das noch mal von Frau Wunnibars K1 wiederholen, aber ich glaube, Pippi hat jetzt erstmal wieder ein wenig Sozialkontakte getankt. Im Tierpark haben wir außerdem viele spannende Tiere gesehen, ich bin Fan von den Nachtaktiven-Gehegen, da konnte ich einen Igel sehen, Igel sind so niedlich. Hach. Ich finde wirklich schade, dass es dieses Jahr nicht mit einem gemeinsamen Urlaub geklappt hat.

Hach Hach Hach.

Jetzt sind wir wieder in der Ferienwohnung, es regnet (und kühlt ab, Hurra!), Herr Rabe hat Geburtstagsmuffins für Pippi gebacken und morgen ist dann Feierei angesagt.

Tag 3280 – Touristen.

Wir haben die Kinder heute auf die Burg geschleppt. Ich habe nicht umsonst in der Grundschule gelernt, wie diese ganzen Rondelle heißen und wie tief der Brunnen da ist! Meine Kinder müssen das auch alles weitergegeben bekommen.

Aber es war wirklich schön. Herrliches Wetter, Erinnerungen an diverse Hochzeiten (inklusive unserer) und dabei haben wir noch rausgefunden, dass nächstes (also nicht das jetzt direkt kommende) Wochenende Sparrenburgfest ist. Hach.

Wir sind sogar auf den Turm (Bergfried) hoch, das habe ich auch seit sicher 25 Jahren nicht mehr gemacht. Michel hat es sich nach der zweiten Treppe anders überlegt und ist wieder runter gegangen, ich fühlte das sehr, aber habe ja auch eine gewisse Verantwortung, ein gutes Vorbild zu sein. Also habe ich meine irrationalen Ängste vor der knarzenden Holztreppe runtergeschluckt und bin stur weiter nach oben gegangen. Ich kraxele schließlich beruflich in diversen Fabriken herum, auf Metallgittertreppen, da wird ja ein 800 Jahre alter Turm mich nicht klein kriegen.

Abends waren wir dann türkisch essen. Das gibt es in Norwegen nämlich nicht.