Tag 3248 – Schön, schön.

Es gibt nicht viel zu erzählen heute. Die Kinder hatten ihren letzten Auftritt in diesem Schuljahr mit dem Korps. Sie hatten Glück und erwischten eine trockene Lücke im Regenwetter. Ich habe Gregs Terrarium endlich fertig gemacht und die Pflanzen in die jetzt aufgehängten Blumentöpfe gepflanzt. Nachdem die Einrichtung wieder drin war, habe ich dann aber doch lieber noch mehr Zeug bestellt, damit auch dieses Terrarium ordentlich voll ist und Greg sich wohl fühlt. Heute Abend ist Greg dann umgezogen, mit vollem Bauch, weil hen gestern endlich eine Ratte gefressen hat. Ich habe nichts anders gemacht als sonst, habe Greg in eine Plastikbox gesetzt, eine Ratte aus der Schüssel geholt (da wurde Greg schon ganz aufgeregt dieses Mal) und mit der Pinzette vor Gregs Nase gehalten und schneller als ich gucken konnte hatte Greg zugeschnappt. Hunger treibt‘s rein, oder vielleicht war es auch weil es eine ganz weiße Ratte war, wer weiß, mir egal, Hauptsache gefressen. Monty hat auch brav eine Ratte gefressen. Jetzt wo sie getrennt leben kann ich auch das Gehampel mit der Plastikbox sein lassen, das spart dann auch noch mal Stress.

Ansonsten war Nix.

Aber ich wurde zu meiner Hautpflege und meinen Ohrstöpseln gefragt. Letzteres ist ganz schnell erklärt: ich habe von der Marke Flare sowohl Calmer als auch Calmer Pro. Das sind Ohrstöpsel, die keine Okklusion erzeugen und die Lautstärke auch nicht dämpfen, sondern „einfach“ physikalisch (durch ihre Geometrie) die schrillen Frequenzen ablenken. Die Anführungszeichen sind, weil ich überhaupt nicht erklären kann, wie das funktioniert, aber ein guter Freund, der genau sowas studiert hat, hat mir glaubhaft versichert, dass das nicht nur esoterischer Schmu und Placeboeffekt ist. Der Unterschied zwischen Calmer und Calmer Pro ist, dass letztere einen Metallkern haben. Die sind das Geld meiner Meinung nach zwar schon echt wert, aber ich hatte zuerst die Calmer (aus Silikon) um zu gucken, ob die Größe passt oder ich das unangenehm finde, oder es einfach gar nichts bringt. Allein schon wegen der Größe würde ich diese Herangehensweise auch empfehlen. Ich hab normale Standardgröße, es gibt aber auch kleinere. Man muss die über einen gewissen Zeitraum tragen, um sagen zu können, ob die einem was bringen. Ich merke, dass ich abends weniger gestresst (überreizt) bin, wenn ich die tagsüber getragen habe, zum Beispiel unter Leuten oder beim Einkaufen.

Hautpflege ist mit minimalen Änderungen gleich wie… schon lange. Das sieht so aus:

  • Morgens waschen mit Reinigungsöl (dm Balea) oder Take the day off von Clinique.
  • Dann, in dieser Reihenfolge, und alles von the Ordinary:
  • HA + B5 Serum für Feuchtigkeit (und leicht polsternd wirkt es auch)
  • Niacinamid + Zink gegen Pickel
  • Natural Moisturizing Factors Creme für noch mehr Feuchtigkeit
  • Darauf kommt dann die Paulas Choice Resist Super Light Daily Wrinkle Defense getönte Tagescreme SPF 30 und meine üblichen Schminkprodukte, aber im Alltag keine Foundation oder so.
  • Neu ist, dass ich auch das Wimpernserum von The Ordinary benutze. Ich hatte mal so nen Tester von Revitalash, der war wirklich richtig krass, aber das Zeug ist auch wirklich absurd teuer. The Ordinary kostet vielleicht ein Zehntel davon und ist dafür echt ok. Und eigentlich habe ich definitiv ausreichend lange und dichte Wimpern, das Serum ist nur Bonus.
  • Abends habe ich das Retinol aufgegeben, ich kann nicht regelmäßig was benutzen, das im Kühlschrank aufbewahrt wird, das vergesse ich dann. Und ich mag ja Fältchen, auch an mir.
  • Abends wird ansonsten gewaschen (wieder mit Reinigungsöl) und dann das Paulas Choice 8% AHA Gel aufgetragen. Im Moment 8% AHA Lotion, weil Mausrutscher beim Bestellen, aber die Produkte tun sich auch nichts. Bei der Lotion ist praktisch, dass ich nicht unbedingt danach noch eine Feuchtigkeitspflege (Natural Moisturizing Factors von The Ordinary) brauche.

Das war’s. Würde sagen, morgens brauche ich so 5 Minuten für alles, 10 wenn ich alles lange einziehen lasse, bevor der nächste Schritt kommt. Man kann ja auch zwischendurch schon mal Haare föhnen, Zähne putzen und so weiter, die Zeit ist ja nicht verschenkt. Abends braucht das keine zwei Minuten. Mit der Routine fahre ich so ganz gut. Zyklusbedingt habe ich trotzdem immer mal wieder Pickel, aber damit habe ich mich inzwischen abgefunden, es sind wenige und sie entzünden sich nicht mehr so oft. Es hilft auch, dass ich mir so ein Metalldings mit so einer Öse gekauft habe, wenn dann doch mal ein Pickel zu sehr nervt. Möglichst wenig mit den Händen an Pickeln rumfriemeln ist nämlich immer noch das beste gegen Entzündungen. Das, und Vorbeugen.

Tag 3242 – Fertig.

Ich jetlagge immer noch ein bisschen herum und wollte heute genauso wenig aufstehen, wie die liebreizenden Kinder. Aber ich wollte/musste ja ins Büro, und nach dem Büro wollte ich in Oslo noch drülf Dinge tun. Dann war das Büro doof zu mir, da waren zu viele Meetings und zu hell und überhaupt und danach die drülf Dinge liefen auch nicht wie geplant und das war alles doof und ich danach total platt. Nun ist es so, dass ich tatsächlich seit Donnerstag einen Zettel habe, der bestätigt, dass ich mir nicht einbilde, dass manche Dinge, die für andere kein Problem sind, mich völlig auspumpen, aber da muss ich erst mal selbst irgendwie Worte für finden. Bald, sicher.

Nach dem Arbeitstag war ich jedenfalls erst mal zwei Stunden im Bett und ausgeknockt von allem, dann migränig und Kinder ins Bett steckend und müde und jetzt bin ich trotzdem wieder wach, ächz. Pippi hat übrigens, das ist mir beim ins Bett komplimentieren wieder aufgefallen, beeindruckend dreckige Füße in beeindruckend kurzer Zeit, auch diesen Sommer wieder. Riesengroße, dreckige Füße. Da Pippi ja auch schnell braun wird, weiß man an anderen Stellen ihres Körpers im Sommer oft nicht, ob das alles vielleicht nach einem Bad ganz anders aussieht, aber bei den Füßen kann man da ja schon recht sicher sein. Und irgendwie finde ich gut, dass sie so ein Dreckfußkind ist, vorm Fernseher bleiben die Füße nämlich gemeinhin sauber.

Abends habe ich ein bisschen die Danger Noodles hantiert, damit die daran halbwegs gewöhnt bleiben. Monty zieht sich eigentlich zuverlässig jetzt jede Woche eine Ratte rein, die Greg aber standhaft verschmäht. Deshalb ist Monty jetzt auch deutlich größer als Greg. Das wird sich schon irgendwann geben, der Hunger wird’s schon irgendwann auch bei Greg reintreiben. Vielleicht taue ich noch mal ne Maus im selben Wasser auf und versuche Greg eine mausduftende Ratte unterzujubeln, aber erst mal bleibe ich recht entspannt. Dünn ist Greg noch nicht, und Monty hat ja irgendwann den Hungerstreik auch beendet und seither läuft es eigentlich gut. Das Terrarium ist offenbar auch angenommen, beide liegen an den unterschiedlichsten Stellen immer mal wieder rum und so soll es ja auch sein, dafür gibt es ja verschiedene Zonen da. Etwas wärmer, etwas kühler, etwas feuchter, etwas trockener. Bester Platz tagsüber scheint hinterm Farn zu sein, alternativ liegt Monty auch gerne in der Höhle auf der warmen Seite. Greg hat heute noch mal versucht, sich unter die Kokosnuss zu quetschen, aber das passt inzwischen dann doch nicht mehr und es sieht eher aus, als würde Greg die Kokosnuss auf dem Rücken herumtragen, wie so ein Einsiedlerkrebs seine Muschel.

Tag 3230 und 3231 – Hmm.

Der Besuch fuhr gestern wieder nach Hause und behauptet, es war schön bei uns. Das Wetter hat sich aber auch wirklich alle Mühe gegeben, es ist jetzt schon seit über einer Woche durchgehend tagsüber über 20 Grad und herrlicher Sonnenschein. Die Natur explodiert total, so sehr, dass mir das sogar ein bisschen zu schnell geht. Tatsächlich explodieren auch die Pollenbeutel an diversen Pflanzen inklusive Nadelbäumen und ALLES ist IMMER sofort mit gelbem Pollen bedeckt. Frisch geputzte Fenster, Autos, der Terrassentisch, Brillengläser, Kleidung, das Zelt (in dem Pippi nach wie vor schläft). Pollen überall. Niemand hier hat eine Pollenallergie, aber ich wache trotzdem jeden Tag mit einer verstopften Nase auf und putze dann erst mal reichlich (sorry, TMI) grüngelben Gubbel raus. Danach geht es und ansonsten habe ich keinerlei Symptome von weder Allergie noch Erkältung, außerdem war es in der Schweiz schlagartig wie weggezaubert, insofern schiebe ich es tatsächlich auf entweder Pollen oder sonst irgendwas hier zu Hause im Bett.

Gestern war ich dann aber tatsächlich von allem so erledigt, dass ich eigentlich um acht hätte ins Bett gehen sollen. Los war mit mir eh nichts mehr. Ich habe dann auch nicht so recht Zugriff auf mein Gehirn und die Pipeline Gedanken —> Kommunikation hat einen gordischen Knoten* und deshalb habe ich auch das mit dem Bloggen lieber gelassen.

Heute war ausschlafen und dann diverses Zeug rödeln und ich habe ein paar Stunden gearbeitet. Ich muss Donnerstag einen Kurs (vier Zeitstunden) halten und die Präsentation war erst zu 60% fertig, weil immer irgendwas anderes wichtiger war. Jetzt ist sie aber zu 95% fertig und was noch fehlt, ist auch nicht so wichtig. Morgen muss ich dringend was anderes tun und Mittwoch muss ich dann die Präsentation für Freitag (eine Stunde, ähnliches Thema aber anderes Publikum) zusammenkloppen. Diverses Zeug: Herr Rabe hat an beiden Autos die Reifen gewechselt, ich habe am „alten“ Terrarium herumgepinselt. Gestern hatte ich da die Blumentöpfe drin aufgehängt und den Spalt von der Ex-Trennwand zugemacht. Mit Bauschaum, meinem guten Freund und treuen Begleiter. Die Schlangis wohnen so lange wie das „alte“ Terrarium renoviert wird zu zweit im „neuen“ Terrarium, wo sie sich bisher recht wohl zu fühlen scheinen, sie kriechen jedenfalls nicht rastlos herum. Greg ist hinter dem Farn im Lüftungsloch eingezogen, Lüftungslöcher sind anscheinend terrarienübergreifend der heiße Scheiß.

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*das hat auch alles Namen in Weirdo-Land, aber ich traue mich nicht, mir die anzumaßen, bevor ich nicht mehr als eine vage Aussage der Diagnostikerin habe.

Tag 3228 – Hurra!

Gratulerer med dagen, Norge!

Leider habe ich gar keine Fotos gemacht, die ich hier zeigen könnte. Es war jedenfalls sehr sehr sonnig und so gesehen traumhaftes Wetter. Fast zu warm, jedenfalls für die in der Sonne marschierenden Korps-Kinder (und Eltern) in ihren dunkelblauen Uniformen. Große Mengen Sonnencreme bewahrten sowohl die Kinder als auch mich vor Sonnenbrand.

Der Korps ist wieder ein gutes Stück besser geworden, das ist sehr schön zu sehen.

Als wir wieder zu Hause waren, waren aber alle Raben (auch Besuchs-Raben) so fertig, dass erst mal ein Nickerchen gemacht wurde (die Kinder machten einfach so Pause, ohne einzupennen). Herr Rabe sagt, ich habe da sehr niedlich geschlafen, hätten wir das also auch geklärt.

Abends haben wir Würstchen gegrillt, wie es sich gehört. Danach habe ich die freitäglichen Kleinnager aufgetaut, und wenn sie mal sehen wollen, wie eine satte Python aussieht, müssen sie ein bisschen scrollen.

Tag 3223 – Fertig!

Das Terrarium ist fertig. Michel hat es heute von innen mit Sprühfarbe in den Tönen „Chocolate“ und „Papaya“, auch genannt „braun“ und „ocker“, versehen, danach durfte es in der Sonne trocknen, dann haben Herr Rabe und ich es wieder reingeschleppt (es ist schwer, aber nicht so schwer wie das, was in Michels Zimmer steht und dort stehen wird, bis das Haus zusammenbricht, wenn es nach mir geht) und an seinen eigentlichen Platz bugsiert. Wir müssen noch was besorgen, auf dem es stehen kann, so auf dem Boden soll es nicht bleiben. Es gibt extra Unterschränke, die sind aber potthässlich. Ich habe dann die Pflanzen reingesetzt, die Türen eingesetzt, die Inneneinrichtung reingebastelt, Substrat verteilt und ein bisschen Wasser gesprüht und jetzt läuft der technische Probelauf. Luftfeuchtigkeit und Temperatur waren heute schon mal gut, jetzt muss es nur auch so bleiben.

Tadaaa! Vollgerümpeltes Terrarium, damit sich Monty wohl fühlt. Jede Menge Verstecke. Die Pflanzen sind echt, fürs bessere Klima, die „Pötte“ sind unten offen, damit sich keine Feuchtigkeit staut.

Die Pflanzen wachsen hoffentlich noch ein Stück.

Links ist die warme Seite, rechts die kühlere. Links wird nachts um zwei Grad abgesenkt, dann geht auch das Licht aus. Bisher scheint sich die Temperatur sehr gut zu halten, es ist immer noch warm vom in-der-Sonne-stehen.

Was man fast gar nicht sieht, sind die fünf Lüftungsgitter in der Rückwand. Die sind aber auch ALLE mit Silikon festgeklebt. Seit einer Weile schon, weil mir das von Anfang an suspekt war mit diesen Lüftungsgittern. Man kann zwei erahnen, eines über der Grünlilie und eines unter dem Farn.

Ach, ich freue mich. Das ist sehr gut gelungen.

Tag 3221 und 3222 – Große Aufregung!

Gestern war eigentlich nichts. Nur zu viel Arbeit.

Heute hingegen war einiges. Erst habe ich meine rosa Brille abgeholt. Davon aus Gründen ein Foto weiter unten. Ich bin sehr zufrieden bisher, die Welt ist wesentlich freundlicher damit. Aber es war ja auch erst ein halber Tag.

Mit Michel zusammen habe ich dann noch Farbe fürs Terrarium besorgt. Nachdem ich mir vorgestern eine Blase gepinselt hatte, habe ich gestern Fliesenkleber-Schicht Nummer 2 an Michel ausgelagert. Der wollte dann heute eigentlich auch Schicht Nummer 3 machen, bekam sich aber nicht vom Rechner losgeeist. Schicht 3 habe ich dann also heute gemacht, in meiner Bonuszeit, die ich hatte, weil ich nicht wie geplant nach Oslo gefahren bin, um mein Piercing wieder einsetzen zu lassen. Es war nämlich Schienenersatzverkehr und das hätte mich statt 35 Minuten Zug 1 Stunde 15 Minuten Gejuckel mit dem Bus gekostet, pro Weg, und das war es mir nicht wert.

Also Geige und Gepinsel statt Oslo-Tour. Die Blase ist jetzt dann auch aufgegangen. So schön.

Abends guckten wir, das heißt, leider nur Herr Rabe und ich, da die Kinder an der Familientradition nicht soooo interessiert waren, den ESC. Ich kann mit Nemo (Schweiz) als gewinnende Person sehr gut leben, hätte mir aber noch mehr Kroatien gewünscht. Wusste bisher gar nicht, dass ich Häkeldeckchenmetal gut finde.

Was aber viel aufregender war als ESC, war, was ich vorfand, als ich um halb zwölf dann doch mal Michel ins Bett scheuchen wollte.

Wir machen das wie folgt: erst Bild von rosa Brille, dann Story und Bild von Wechselwarmen.

Beide Schlangen waren ausgebrochen. Sie hatten (wahrscheinlich nur eine) das Lüftungsgitter aus dem Loch gedrückt und waren dann dadurch verschwunden. Greg fand ich sofort wieder, wieder hinterm Terrarium. Monty fand ich nicht. Panisch rief ich Herrn Rabe zu Hilfe und zu dritt suchten wir etwa zwanzig Minuten alles ab, bis Michel eine Entdeckung an einer echt blöden Stelle machte.

Schlange zwischen Regal und Wand.

Das wäre nicht mal so ein riesiges Problem, wenn Michels Zimmer größer wäre. Da Michels Zimmer aber ist, wie es ist, mussten wir erst mal das halbe Zimmer verrücken, bis wir dieses Regal verschieben konnten. Monty war davon auch nicht so begeistert, aber ich fischte hen trotzdem aus der Ecke sobald ich dran kam. Monty faltete sich nach dieser würdelosen Behandlung zu einem indignierten Ball zusammen, aber besser das, als neben dem Regal einziehen.

Herr Rabe sicherte dann noch, mitten in der Nacht, das Terrarium gegen diese Art Ausbruch:

Seitliche Sicherung mit zwei festgespaxten Unterlegscheiben
Hintere Sicherung mit einem festgespaxten Flachwinkel.

Das brauche ich nicht noch mal. Gut, dass am neuen Terrarium alle Lüftungsdingse festgeklebt sind.

Tag 3219 – Check.

Inspektion überstanden. War verhältnismäßig ok, spannend, aber kann (im Sinne von darf) nichts dazu erzählen. Aber ist erledigt jetzt, Check, nächste Aufgabe. Montag geht’s zu einem Kurs in die Schweiz.

Danach wie üblich ziemlich Pudding, und (wetterbedingt? Es war ziemlich eklig draußen, so als würde es jeden Moment regnen, aber es kam nichts. Der Nieser, der nicht rauskommt, in Wetterform) leicht migränig. Einkaufen vorm Feiertag, ein bisschen eine darüber einigermaßen schockierte Schlange (Monty) „bekuscheln“ (auf meinen Armen rumliegen und -kriechen lassen) und mich an der tatsächlich immens beruhigenden Wirkung dessen erfreuen. Dann die ihrerseits darüber sicher beruhigte Schlange zurücksetzen und das zweite Kind ins Bett bringen. Meine beiden Kinder sind sehr niedlich, wenn sie schlafen, ich habe das heute noch mal verifiziert. Da sehen die gar nicht aus wie 8 und 11.

Jetzt muss ich aber auch schlafen. Vielleicht auch niedlich, das wage ich aber nicht zu behaupten.

Tag 3215 – Monothematisch über Wechselwarme.

Ich hatte einen nicht so optimalen Tag ehrlich gesagt, der Zyklus macht halt tatsächlich ab dem Tag des Eisprungs schlagartig gar keinen Spaß mehr, es ist so ein Rotz. Alle meine Eigenarten potenzieren sich, ich bin sofort gestresst und überfordert und kacke alle um mich rum an, außer Herrn Rabe, der muss sich dafür mein selbstmitleidiges Geheul anhören. Dem ganzen setzte die Krone auf, dass mir im Baumarkt eine Dose Bauschaum (man kann durchaus täglich in den Baumarkt fahren und Bauschaum kaufen, so ne Dose ist gar nicht mal so ergiebig) auf den nur mit einem Birkenstock(artigen) Latschen bekleideten Fuß fiel, was 1. ordentlich weh tat und 2. dazu führte, dass etwas Schaum rausspritzte und meine Latschen vollsaute. Ok, auch den Boden im Baumarkt, aber der hat wenigstens nicht obendrein Hormone und einen fetten blauen Fleck quer über drei Zehen.

Gut: das Terrarium ist sehr nah an der nächsten Bauphase. Der Boden ist jetzt drin und wenn der Bauschaum, der das alles zum Teil zusammen hält, morgen ausgehärtet ist, kann ich selbigen noch ein bisschen zurechtstutzen und dann anfangen, alles mit Fliesenkleber zu versiegeln. Warum Fliesenkleber? Ich habe keine Ahnung. Die Anleitungen im Internet sagen das (einstimmig), also mache ich das. Mehrere Schichten Fliesenkleber soll man nehmen, erst dünn angerührt, zum Schluss dicker, um alle Styropor- und Bauschaumflächen zu versiegeln. In die letzte kann man dann noch etwas Sand rühren, oder an die feuchten Flächen farbigen Sand „werfen“ oder den rein drücken, für die Optik. Zum Schluss kann man alles übermalen. Wenn man ein sehr feuchtes Terrarium hat (für Frösche zum Beispiel) soll man vor der Farbe noch so ein zwei-Komponenten-Versiegelungs-Zeug drauf machen, dann ist es richtig wasserdicht und man kann sogar kleine Wasserstellen haben. Wir brauchen das nicht, wir brauchen ja verhältnismäßig moderate Termitenbau-Luftfeuchtigkeit.

Größte Herausforderung: Aus Gründen musste ich die große Steckdose des Thermostats durch eins der Lüftungslöcher prömmeln. Leider war die Steckdose knapp zu groß für das Loch. Mit ein paar mal hin und her drehen und verschiedene Winkel ausprobieren fand ich am Ende doch eine Stellung, in der es gerade so, also wirklich auf den Millimeter genau, passte. Da war ich aber auch schon wieder Kurs zum Nervenzusammenbruch.

That said, ich glaube, Monty fühlt sich inzwischen halbwegs wohl. Heute hat hen eine kleine Ratte gefressen, zwar nicht von der Pinzette, sondern vom „heißen Stein“ (aka dem Stein, der direkt unter der 32-Grad-Wärmelampe liegt), aber Greg war währenddessen weggesperrt (mit einer Maus, die hen aber nicht interessierte). Jetzt sind die Mäuse alle und wir haben nur noch Ratten. Monty frisst ja scheinbar problemlos Ratte, Greg kriegen wir da sicher auch noch hin. Und getrennte Wohnungen können eigentlich nur positiv sein für die zwei. Ich bin recht zufrieden, dass Monty jetzt bei zwei aufeinander folgenden Fütterungsversuchen was gefressen hat, mit einer völlig problemlosen Häutung dazwischen. Vielleicht sind wir ja über den Berg mit Monty?

Tag 3211 – Fliesen, Dachse, Wechselwarme, Schlaumeier.

Eigentlich total monothematisch, diese scheinbar unzusammenhängenden Begriffe.

Beim Terrarium habe ich Kabelkanäle zurechtgesägt, um dann festzustellen, dass, wenn man vier mal 45 cm plus mehrere weitere Stücke braucht, 2 Meter wohl nicht reichen werden. In solchen Momenten zweifle ich meinen Intellekt an. Ich war deshalb heute zwei mal im Baumarkt, einmal auf dem Rückweg von der Arbeit um eine weitere Tube Aquariensilikon zu kaufen und einmal um weitere 2 Meter Kabelkanal zu kaufen. Aber da konnte ich dann gleich weiter fahren um Fliesen abzuholen, die im dörflichen Nachbardorf Hurdal zu verschenken waren. Wir brauchen ja nur total wenige Fliesen und meistens sind das riesige Pakete. Ein angebrochenes Paket zu verschenken klang gut. Nur ist Hurdal flächenmäßig echt groß und es stellte sich heraus, dass die Fliesen am äußersten Zipfel, in 45 Minuten Fahrzeit, abzuholen waren. Da fuhr ich also hin, einmal um den Hurdalsjøen bei wunderbarem Abendwetter und das hatte schon was von der wilden Naturromantik, die man in Reiseführern findet. Die letzten 3 km waren aber dann nur noch unromantisch rumpelnder Schotterweg, auf dem mir außerdem ein Dachs und ein Fuchs begegneten (und viele Katzen), die erstaunlich wenig Respekt vor dem Auto hatten. An der Landstraße hatte ich schon einen Elch gesehen. Reinste Wildnis hier. Die Fliesen wurden mir von einer Frau mit Dreadlocks und Wollpulli überreicht, was mich schon gar nicht mehr überraschte.

Zu Hause stellte ich fest, dass Montys Häutung dieses Mal vorbildlich war. Hurra, hurra, Monty scheint sich einigermaßen eingelebt zu haben.

Achtung Bilder gleich.

Ein sauber (halb) ausgezogener Strumpf.
Sieht wieder ganz frisch aus.

Es ist auch faszinierend, wie schnell das jetzt ging. Einmal was gefressen, Zack, Häutung einläuten, tagelang matt (am Ende aber wieder normal) aussehend nur rumliegen, Haut ausziehen, sofort wieder rumturnen. Ich gehe davon aus, dass ich morgen dann auch wieder ein Häufchen finden werde, die halten oft, und unsere gehören wohl dazu, ein, bis die Häutung durch ist und ich habe letzte Woche nur ein Häufchen (entsprechend eines Kleinnagers) gefunden. Das ist weniger eklig, als es jetzt klingt. Man muss kleine und große Schlangengeschäfte regelmäßig entfernen, weil die Schlangen sich sonst nicht wohl fühlen, aber beides ist sehr fest (komplett ausgetrocknet sogar steinhart) und dementsprechend einfach aufzusammeln. Von einem Kleinnager bleibt auch erstaunlich wenig übrig, wenn es die 60-70 cm durch die Schlange gewandert ist.

Tag 3209 – Basteln.

Ich habe das Terrarium zusammengebaut. Jetzt muss „nur noch“ (in RIESIGEN Anführungszeichen) Deko und Heiz-Dinge rein. Also quasi nur noch Kleinigkeiten. Nein, Spaß beiseite, wir könnten das natürlich viel einfacher gestalten, aber haben ja Zeit und bauen deshalb ein Fußbodenbeheiztes* Terrarium mit versteckten Kabeln und so weiter. Ich habe die Innenmaße aus der Terrariumsverpackungspappe nachgebastelt, um mir die Dinge besser vorstellen und einen Plan machen zu können, aber weil wir als ersten Schritt nach dem Zusammenbau Silikon brauchen, um die Kanten (und, liebe Anleitung, auch all die Löcher von den innen liegenden Schrauben, denn auch da ist ja offene Spanplatte und wir wollen ja nicht, dass da Feuchtigkeit reinzieht, NICHT WAHR?) zu versiegeln, kamen wir heute nicht weiter als das.

Abends haben Michel und ich dann die Schlangen gewogen. Endlich. Gestern hatte ich Greg Ratte angeboten, erfolglos, und Monty saß matt und mit rosa Bauch im Lüftungsloch, scheinbar hat die einmalige Aufnahme von Nahrung direkt zur nächsten Häutung geführt. Aber heute fischte ich einigermaßen rücksichtslos beide mal aus dem Terrarium zur Untersuchung und Menschengewöhnung und Wiegen. Sehr unterschiedliche Charaktere: Monty stellt sich einfach tot und bewegt sich möglichst wenig, während Greg einem fast vom Arm hüpft und hektisch herumzüngelt. Monty in die Schüssel kriegen war auch gar kein Problem, hen hatte da so die Schnauze voll, dass hen einfach einen Ball machte. Das machen die ja so, wenn sie noch klein sind und Angst haben, daher auch der englische Begriff Ball Python. Greg hingegen musste mit vier Händen mehr oder weniger in die Schüssel gestopft werden, hen ist wie drei Sack Flöhe. Aber jetzt wissen wir: Monty ist gar nicht kleiner als Greg.

Monty.
Greg.

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*jada Jada, Wärme muss von oben kommen. Nur dass diese Schlangen Erdlochbewohnend sind, denen ist egal, wo die Wärme her kommt, bzw. mögen die es am liebsten, wenn alles gut durchgewärmt ist und direkte Sonne vermeiden sie als nachtaktive Tiere auch. Die Lampe im Terrarium dient nur den Pflanzen und den Halter*innen, weshalb wir für Monty’s Terrarium jetzt auch einfach eine Pflanzen-LED-Leiste gekauft haben. Eine für Gewächshäuser und dergleichen, es ist ja kein tropisches Terrarium mit 95% Luftfeuchtigkeit, es braucht also keine Superultrawasserdichte-bis-x-Meter-Wassersäule-Lampe. Die Luftfeuchtigkeit im Terrarium sollte ca. einem norwegischen Sommertag an dem es morgens geregnet hat, entsprechen. Das schafft eine Gewächshauslampe.