Weiter alles gut. Schreinerbaby ist da und auch mit Schreinerbaby ist alles gut. Trockner ist gestorben. Kaputtes Scharnier am Küchenschrank wurde ersetzt – mit leider falschem Ersatzscharnier, weil ich falsch bestellt habe. Also ist die eine Tür immer noch ab. Wir können uns nicht für Winterreifen entscheiden. Auch nicht für einen neuen Trockner. Ein „neuer“ (im Sinne von anderer als wir sonst hatten) Klempner wurde kontaktiert, weil der eine Heizkörper vor dem Tausch des Wohnzimmerfensters entfernt werden muss, hat aber offenbar ebenfalls vor, uns zu ghosten. Alles passiert gleichzeitig, alles geht kaputt, aber sonst ist alles gut, schalala.
Seit gestern haben wir aber Besuch, meine Mutter ist da, das ist schön. Ich habe auch eigentlich seit heute und bis Freitag frei, ich hatte ja letzte Woche keine Herbstferien. Mal gucken, was wir die nächsten Tage so machen. Heute habe ich irgendwie hauptsächlich Trockner recherchiert und den geflickten Balken lackiert, und vormittags gearbeitet, weil ich nie richtig Zeit hab, einfach frei zu nehmen, dann bleibt zu viel für hinterher liegen.
Aber sonst…
Am Sonntag habe ich Pippi übrigens die Haare blau gefärbt und jetzt habe ich wirklich die coolste Tochter von allen.
Der Schreiner, der hier grad das Haus auseinander baut, spricht ganz ok norwegisch, aber nicht perfekt, und da er sehr gut englisch spricht, fällt er ab und zu ins Englische. Mir ist das Wurst, welche Sprache wir sprechen, aber manchmal haben wir deshalb lustige Missverständnisse. Zum Beispiel habe ich echt lange im Internet nach „Skumplate“ (ca. Schaumplatte) gesucht, und fand irgendwie nur Styroporähnliche Dinge, was so gar keinen Sinn machte. Dann war ich aber mit dem Schreiner zusammen im Baumarkt (nachdem wir den Hänger zusammen bei der Entsorgungsstation geleert hatten) und habe ein Angebot für Steinwolle etc eingeholt, und wo wir schon mal da waren, hat er mir dann die Platten gezeigt: SPONplate. Spanplatte. Aha.
Heute war der gute Mann dann Window Shopping. Denn es ist ja so, dass wir eh die Fenster alle so grob bald mal austauschen sollten. Geplant war das, wenn wir wieder Geld haben, nicht jetzt, eher so irgendwann in 2-3 Jahren. Allerdings ist jetzt das Panel eh ab, nicht wahr. Und die Fassade ist hinterher 10 cm weiter vorne, weil wir 10 cm extra Dämmung kriegen. Die neue Windsperre sollte auch direkt ans Fenster geklebt werden. Und unter der Balkontür zu Pippis Zimmer wurde Gammel entdeckt. Sie sehen, wo das hinführt? Genau. 2 neue Fenster und eine Balkontür. Nach dem Preis und den Lieferzeiten für die Schiebetüren war ich auf das schlimmste eingestellt, aber der vom Schreiner bevorzugte Lieferant hatte das alles vorrätig (nachdem wir beschlossen haben, Pippis Schießscharte von einem Fenster auch gleich auf ein gängigeres Maß zu vergrößern) und der Preis war ebenfalls erstaunlich ok.
Was für einen Unterschied im Übrigen 3-fach verglaste Fenster machen, ne? Die sind gefühlt 10 cm dick. Die stehen jetzt nämlich schon hier. Window Shopping eben.
Danach kamen allerdings ganz und gar nicht schöne Dinge zutage, wirklich sehr furchtbare, kann man sagen, denn da wo der Tragebalken modrig war, ist jetzt das ganze Ausmaß des Problems zu sehen und huiiiii, das ist mal richtig Kacke. Die schlecht eingebaute Wärmepumpe hat, um es platt zu sagen, die Hausecke vergammeln lassen. Alles. Dass der Schreiner nicht innen wieder raus gekommen ist, liegt wahrscheinlich nur daran, dass er irgendwann lieber nicht weiter geprökelt hat.
Mein Freund der Gutachter kommt dann am Dienstag direkt noch mal.
Anyway, hier ein Bild von sehr viel Glaswolle in einer Wand, in der die Welt in Ordnung und frei von Gammel ist:
Ich werde nach dieser Aktion für die nächsten Jahre nirgends mehr dran rumstochern. Das ist nichts für meine Nerven. So viel Geige kann ich gar nicht spielen, um davon wieder runterzukommen, was sich links unter der Plane verbirgt.
Auch ansonsten waren hier spannende Tage, aber die Schilderungen müssen bis morgen warten, wenn ich ein bisschen geschlafen habe.
Status: das ganze Panel muss ab, damit man die alte Dachpappe entfernen und neue Membran legen kann. Natürlich ist das kein Standard-Holzpanel, nicht mal Standard-Villmarkspanel, das wäre ja einfach. Also versuchen wir, absolut alles an Panel zu erhalten.
Dafür können wir dann aber auch die Isolierung erneuern und noch ein paar cm extra drauf machen. Das wäre eh irgendwann fällig, Isolierung von 1976 mit 10 cm labberiger Glaswollmatte ist nicht mehr so richtig zeitgemäß. Und in 5 Jahren will ich dann wirklich nicht schon wieder das Panel aufmachen müssen.
Ich lerne erschreckend viel über Holzhäuser, Isolierung und seltsame, aber in Norwegen beliebte Lösungen. Hält halt ein paar Jahre und bis dahin hat man verkauft, yolo.
Ich bin um einige wertvolle Erfahrungen reicher geworden heute. Und um fast ein ganzes Balkongeländer ärmer. An einem gewissen Punkt konnten Michels Spaghettiärmchen nicht mehr, deshalb ist das letzte Stückchen noch dran, aber das ist immerhin so weit vorbereitet, dass es recht fix gehen dürfte, den Rest abzumachen. Mir tut jetzt alles weh, mein Körper ist voller blauer Flecken, sämtliche Muskeln schmerzen, aber der Schreiner kann morgen anfangen. Die Aktion hat uns einiges an Geld gespart, aber Spaß war das ganz und gar nicht.
Was man halt an jeder Halterung machen muss: Panel abhebeln, um die Halterung freizulegen. Die Schrauben und Muttern lösen so gut es geht (etwa 50 % sind festgerostet). An der nächsten Halterung den eisernen Metall-Querbalken abschrauben und dann den mittleren Nagel raushebeln. (Alle Nägel sind so 10 cm lange Tischlernägel.) Dann oben mit der Kreissäge (vielleicht wäre eine Stichsäge besser, aber wir haben keine. Vielleicht ist auch die Kreissäge, die wir haben, einfach komplett scheiße. Ich habe jedenfalls heute einen ordentlichen Hass auf die Kreissäge entwickelt) den durchgehenden Balken oben durchsägen. Geländerstück zu zweit wegtragen. Gegebenenfalls die Halterung abschrauben (falls die nicht noch am Geländerstück hängt, weil Schrauben festgerostet waren). Und dann 1,5 m weiter das gleiche von vorn.
Und vor dem ganzen Spaß mussten 80 qm Terrassenpanele weggetragen werden. Das waren jeweils so 2-5 qm große Panele, sauschwer und unhandlich wie sonstwas. Die Größten passten auch gar nicht auf den geliehenen Hänger, also musste die Kreissäge wieder ran – und Michel für die letzten paar Millimeter, wo ich mit der Säge aufgegeben habe. Michel hopst einfach so lange auf dem 7/8-durchgesägten Stück drauf rum, bis es bricht. Mit 50 kg dauert das zwar, aber geht schon irgendwann kaputt.
Im Geländer selbst habe ich entdeckt, dass da sehr gerne Wespen gewohnt haben. Ich habe Nester von Golfball- bis Handballgröße gefunden, allesamt leer, aber sicher so 15 Stück. Alle paar cm eins. Von wegen, die bauen nicht zwei mal am gleichen Ort. Die bauen sogar ein neues Nest direkt an ein altes dran.
Anyway. Michel hat sich seinen Lohn für heute redlich verdient und ich habe mir den ersparten Betrag beim Schreiner auch sehr redlich verdient. Michel hat auch, während ich mit den gröberen Arbeiten beschäftigt war, unermüdlich die Tischlernägel aus den entfernten Panelen gezogen, damit unser Müll nicht mehr ganz so lebensgefährlich ist. Wir haben jetzt einen ganzen (leicht angeschimmelten Muss-eh-weg-Pilzsammel-)Korb voller Metall.
Ich hab schon wieder keine Vorher-Bilder gemacht, aber nachher. Und Wespennester.
Das Tarp ist dazu da, die Ecke vor Regen zu schützen. Da ist nämlich die Durchführung der Wärmepumpe, die am Moderbalken schuld ist.
Eigentlich war ich dann zu fertig für irgendwas. Aber ich hab natürlich trotzdem Essen gekocht und dann auch noch Geige gespielt, weil Pippi sonst nicht schlafen kann. Mit ausgepumpten Unterarmen spielt es sich gar nicht mal so gut Geige. Außerdem hab ich mir heute ein mal richtig mies die Brechstange auf das erste Gelenk des rechten Daumens gehauen, das ist jetzt blau und mein Daumen etwas weniger flexibel, als ich gerne hätte. Aber was tut man nicht alles für seine Babies, ne?
Am Sonntag haben wir Michel beim Sommerkurs abgeliefert. Er wird da bis Samstag bleiben und es scheint ganz gut zu laufen, denn das einzige Lebenszeichen von ihm heute war, dass ich eben gesehen habe, dass er sein Telefon im Laufe des Tages geladen hat. Keine Anfragen wegen Bildschirmzeit, nichts.
Ich arbeite, ähäm. Aber nur ein bisschen, ehrlich. Und morgen machen Pippi und ich einen Ausflug zum Inselhopping nach Oslo.
Gestern habe ich von den Pömpeln auf der Terrasse die lose Farbe abgekratzt und danach erst mal alle Pläne zum Überlackieren verschoben, denn an einigen Pömpeln ist unten, unter der abblätternden Farbe, das Holz morsch. Das ist irgendwie ungünstig, denn die halten den Balkon oben. Also müssen wir irgendwie einen Schreiner (oder Tischler? Ich kann mir nie merken, wer was macht) kommen lassen, der sich das anguckt. Der muss aber eh kommen, denn am Übergang zwischen Garage und Balkon ist auch ganz viel moderiges, zerfallendes Holz, verborgen unter drei Schichten Dachpappe. Das wird bestimmt nicht billig. Ich überlege noch, ob ich das irgendwelchen Versicherungen melde, und wenn, welchen*. Ich vermute, dass das mit dem Garagen-Balkon-Übergang von den Vor-Vorbesitzern verhunzt wurde und die Vorbesitzer davon auch nichts wussten, denn das muss schon länger so sein, damit es so übel werden konnte. Die Vorbesitzer haben hier ja auch nur eineinhalb Jahre gewohnt. Insgesamt waren das jedenfalls gestern ein paar unschöne Entdeckungen.
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*wir haben eine Hauskäufer-Versicherung und eine Hausversicherung. Aber ich habe das dann jetzt doch noch mal nachgeguckt, die Hausversicherung deckt zwar weggammelndes Holz, aber nicht, wenn sich das weggammelnde Holz außen befindet. Also wird es wenn dann wohl die Hauskäuferversicherung. (Auf die ich nur gekommen bin, weil der Käufer unseres alten Hauses seinerseits meint, in einer Wand einen durchgesägten Balken gefunden zu haben, und das sollen wir jetzt irgendwie ausbessern. Da kümmert sich jetzt unsere HausVERkäuferversicherung drum, das mit dem Käufer auszuklamüsern. Und fragen Sie mich bitte nicht, warum man (alle!) Wände in einem Haus aufreißt. Ich habe wirklich keine Ahnung.)