Tag 2525 – Testeditest…

Die kleine R. möchte bitte aus Testhöllenhausen abgeholt werden. Die kleine R. würde wirklich gern mal langsam wieder was anderes machen. Mit eisernem Willen wird die kleine R. morgen fertig und muss dann auch echt dringend mal ein paar testfreie Tage haben.

Vielleicht besorge ich zur Schulungswoche nach den Ferien einfach ganz viel Schnaps, dann können wir uns das System kollektiv schön saufen.

Nie mehr mache ich sowas, ich schwöre. Productownership ist NICHT vereinbar mit meinem Job, nicht in dieser Organisation, in der erwartet wird, dass man das irgendwie so nebenher wuppt.

Genauso wie man halt nebenher noch nen Vortrag vorbereitet und vor Fachpublikum hält. Und eine Inspektion in einem dieser Drittstaaten vorbereitet, mit allem was dazu gehört, zum ersten Mal. Mein Kollege kriegt hinterher nen sehr großes Lakritzeis spendiert, weil der echt viel hilft, mit so Dingen wie „hast du den MAH angeschrieben, dass sie dir ne Bestellnummer für die Rechnung schicken? Du kannst da Artikel blabla aus Regulation dingsbums referenzieren wegen der Kostenübernahme.“ äh, ok, ja.

Wenn ich da aber nicht bald mal die Tonnen von Dokumentation gelesen kriege, wird das eine Lächeln-und-Winken-Aktion, ein bisschen wie dieser Vortrag. Der aber überraschend gut lief, so insgesamt, ich bin ja gut im kompetent auftreten und locker flockig improvisieren. Frisst nur vorher, währenddessen und nachher alle meine Nerven.

Tag 1114 – Neues aus Absurdistan.

Der Kollege übernachtet heute noch mal bei uns. Das hat folgenden Grund… (sitzen Sie? Ja?)… Die Firma hat die Miete für die Wohnung, in der er einquartiert war und für die ein Teil seines Gehalts einbehalten wurde, nicht bezahlt.

Ja, genau.

Ich wünschte ja, ich würde mir das ausdenken. Wirklich. Aber so kreativ bin ich nicht, wirklich, das alles ist so, so, SO absurd, das kann man sich echt nicht ausdenken.

Heute das Meeting dürfte auch ein Kapitel in unserem Buch füllen, auch wenn ich dieses Mal nicht so souverän war und mir vom Chipsmann ziemlich viele Unverschämtheiten habe gefallen lassen, bzw. vor lauter Unverschämtheit so perplex war, dass mir meine scharfsinnigen Antworten im Hals stecken blieben. Auf der Heimfahrt war ich jedenfalls ordentlich geladen. Da half es auch nicht, abends noch rumzutelefonieren, nochmal den *mieeeep* Report* zu überarbeiten und zu verschicken und überhaupt, wie UNVERSCHÄMT, Arrgh.

Nun ja. Das nächste Mal lasse ich solche Dinge nicht unkommentiert stehen, das habe ich mir fest vorgenommen. Für mich. Weil mir das wichtig ist, dass ich nicht nochmal aus einem Meeting gehe, in dem mich jemand von vorne bis hinten klein gemacht hat, mich dumm hat dastehen lassen und mir einfach zu verstehen gegeben hat, ich sei das dumme kleine Mädchen, das nur durch Glück mit den echten Männern spielen darf. Aber bestimmt** war das auch wieder nur alles ein Missverständnis***.

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*darüber fange ich lieber nicht an, mich wieder drüber aufzuregen. Sinnlose Veranstaltung von vorne bis hinten

**nicht

***wie alles, was erst irgendwie kommuniziert wird, dann aber doch nie so gesagt wurde und dann am Ende eigentlich immer schon so war, alles andere ist Fake News!