Tag 2550 – What a day.

Liege völlig fertig auf einem Hotelbett in Schweden und möchte eigentlich noch noch schlafen, muss mich aber noch mal aufraffen und Zähne putzen. Wir haben, nachdem ja gestern alles (vor allem abends) scheiße war, heute früh erst so richtig mit dem Packen angefangen. Klappte trotzdem, weil wir das ja nicht zum ersten Mal machen. Außerdem haben wir eine geteilte To-Do-Liste. Trotzdem dauert es natürlich, für 4 Leute alles mögliche zu packen, nebenher das Haus aufzuräumen, Blumen zu gießen und den Müll rauszubringen. Es dauerte 2,5 Stunden länger, als ich vorhatte. Dank 2 x Stau auf dem Weg und „Ich muss Pipi“ und „Ich hab sooooo Hunger!“ waren wir dann erst um viertel vor elf im Hotel. Im Auto habe ich noch schnell einen Report verschickt und jetzt ist aber wirklich Urlaub! Wirklich ehrlich und so richtig. Und ja, natürlich habe ich die Zeit aufgeschrieben, das sind alles Überstunden.

Morgen habe ich uns optimistisch zu acht Uhr zum Frühstück angemeldet. Dann mache ich jetzt wohl mal besser die Augen zu.

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Urlaub sieht bei uns so aus: die Schweinchen machen Urlaub auf dem Bauernhof, unter Kaninchen, Hühnern, Pferden und Puten (nicht alle zusammen! Die Schweinchen haben ihre eigene Pferdebox und können jeden Tag raus in ein Außengehege). Die Schnecken legen hoffentlich keine Eier. Die Zimmerpflanzen stehen im Duschbad, weil es da am kühlsten ist. Draußen ist harter Darwinismus, das Grün muss allein zurecht kommen (ok, wenn es jetzt 3 Wochen lang 30 Grad sind und gar nicht regnet, würde ich einen der Nachbarn bitten, mal zu wässern. Ist ja einfach, Tropfschlauch anmachen und am nächsten Morgen wieder aus.)

Tag 2543 und 2544 – Alles. Nicht alle.

Ich kämpfe gegen den Jetlag. Es ist hart. Tagsüber müde, aber wenn ich endlich im Bett liege, bin ich erst mal wach.

Gestern war nicht so viel los, erst Arbeit (und davon zu viel und zu Ad-hoc, ich wünsche mir, dass diverse Hersteller jetzt einfach sofort Urlaub machen und nicht mehr mit irgendwelchen Katastrophen und Schnapsideen um die Ecke kommen), dann müde. Zwischendurch viel Kinder herumgefahre. Pippi hatte ihren letzten Hort-Tag vor den Ferien und Michel hat die Woche über an einem Redesign-Kurs teilgenommen, ca. 5000 Kissen aus Hosenbeinen und Pulloverärmeln genäht und wünscht sich jetzt eine Nähmaschine. Michel ist jetzt generell in den Ferien angekommen, viel entspannter als in der Schulzeit und labert uns Knöpfe an die Backe, wie früher. Hach. Gestern war er sogar so entspannt, dass er, halten Sie sich fest, Sushi probiert hat UND er hat gesagt, das sei ja gar nicht so schlecht. Etwas anderes als Sandwich und Würstchen und es war nicht mal Ketchup drauf!

Abends habe ich Geige gespielt, das war auch schön und hielt mich vom Schlafen ab.

Heute habe ich viel zu lange geschlafen und hatte dann schlechte Laune. Dann habe ich das Sofa bezogen. Neulich hatte ja niemand(TM) mit einem Nahtauftrenner ein großes Loch und mehrere kleine Löchlein in den Sofabezug geschnitten, was mich ärgerte, aber andererseits war der Bezug eh schon so verblichen und ich wollte schon länger einen neuen. Ist ja Ikea, dachte ich, kauft man einfach nach. Das Sofa an sich ist ja noch total ok. Haha, sagte Ikea, die Nockeby-Serie haben wir aber nicht mehr. Ätsch. Nach einigem wutschnaubenden Gegoogle fand ich aber heraus, dass es Läden gibt, die sich genau das zum Business gemacht haben, und die für alte Ikea-Serien Bezüge auf Bestellung nähen. Ich bestellte also ein paar Stoffproben und etwas später einen Bezug in „Tweed Denim“. Heute zog ich den auf, das klingt jetzt so locker flockig, aber war immens schweißtreibend und ich hatte zwischendurch großen Hass auf alles*. Als dann auch noch Michel reinkam und empört war, dass ich seinen Lieblingsplatz auseinandergenommen hatte, platzte mir ziemlich der Kragen und ich schmiss ihn aus dem Wohnzimmer.

Jetzt herrscht strengstes Ess- und Trinkverbot auf dem Sofa. Ich weihte es ein, nachdem ich geduscht hatte (Schweiß und Stoffstaub abwaschen), mit einem Kaffee in der Hand, weil ich groß bin und meine eigenen Regeln brechen kann wenn ich das will und kein Kind mich dabei sieht.

Der neue Bezug ist wunderbar weich, waschbar, ließ sich genauso gut oder schlecht aufziehen wie original Ikea, und hat uns vor der völlig unnötigen Anschaffung eines neuen Sofas bewahrt. Ich würde sagen, das hat sich gelohnt. Jetzt bestellen wir noch bei einem anderen Laden einen neuen Bezug für den Hocker, weil natürlich zu viel verlangt wäre, dass einer der beiden Läden für beide Modelle etwas anbietet. Dafür machen wir vielleicht beim Hocker ein bisschen Quatsch bei der Stoffwahl, ist ja nur der Hocker.

Alles in allem empfehlenswert. Dauert ein paar Wochen, aber dafür hat man auch eine viel größere Stoffauswahl. Echte Wolle aufs Kivik ziehen? Warum nicht.

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*Ich habe gesehen, dass es jetzt T-Shirts gibt, auf denen steht „Ich war beim Yoga und hasse jetzt alle etwas achtsamer“. Das ist auffällig nah an einem Tweet von mir aus 2016, „War beim Yoga und hasse jetzt alles etwas achtsamer“. Ich habe wenig Gefühle dazu, dass mein geistiges Eigentum ohne meine Zustimmung, die man sich recht problemlos hätte holen können, weil ich ja wenig Gefühle dazu habe, zum Gelderwerb verwendet wird. Bitte, macht**. Aber dann macht es doch bitte richtig. Ich hasse nicht alle. Ich hasse alles. Man könnte sagen, da sind Menschen inkludiert, aber ich möchte davon Abstand nehmen, Menschen generell zu hassen. Meist hasse ich Umstände, werde sauer auf Dinge (zum Beispiel die versch*ssene Dose meiner Levaxintabletten, die ich nicht aufbekomme, was mich zu meiner ersten Beschwerde an ein Pharmaunternehmen veranlasst hat) oder will gegebenenfalls allein in eine Höhle im Wald ziehen. Aber nicht, weil ich Menschen hasse. Ich bezeichne mich als Misanthrop, weil ich wünschte, es wäre so, dass mir Menschen egal sind oder ich sie grundsätzlich blöd finde. Die Wahrheit ist, ich verstehe Menschen oft nicht. Menschen machen ständig dumme Dinge, zum Beispiel dafür stimmen, dass Schwangere kein grundsätzliches Recht auf Abtreibung haben sollen. Das verstehe ich nicht und dann werde ich traurig weil ich schon wieder das Gefühl haben muss, nicht zur Herde zu gehören und da ist Hass das angenehmere Gefühl und dann hasse ich _die Entscheidung_. Nicht den Menschen, der sie getroffen hat, den kenne ich ja nicht. Vielleicht ist der ansonsten echt ok. Wer weiß das schon. Ich glaube, die wenigsten Menschen verdienen, gehasst zu werden. Definitiv verdienen das nicht alle und niemand grundlos.

Deshalb alles. Nicht alle.

Zu dem Tweet gibt es übrigens eine Geschichte und an dem Tag hasste ich WordPress, Twitter, Instagram und das Zusammenspiel von all dem mit einem Blogdruck-Anbieter. Dann war ich morgens beim Yoga, wo die Instruktorin ernsthaft sowas fallen ließ, was in die Richtung ging, wenn Hitler bloß achtsamer gewesen wäre, wäre der Holocaust nicht passiert. Ich fand das doch arg weit hergeholt und konnte nicht lassen, das in einen sehr kurzen und knackigen Tweet zu gießen, als Fortsetzung meines Rants über WordPress am Morgen.

Achtsamkeit ist ja auch so ein Thema. Das ist bestimmt gut für viele, aber mich stresst es, zusätzlich zu allem anderen auch noch achtsam sein zu sollen, weil mir das so unendlich fremd ist. Jetzt mache ich aber ganz achtsam das Licht aus und stelle mir für morgen einen Wecker, damit ich nicht gleich wieder mit schlechter Laune aufstehe.

**Andererseits hat die Bank grad unseren Zinssatz für den Hauskredit um 0,5 Punkte erhöht und wird wohl im August noch mal um 0,25 Punkte erhöhen, insofern muss ich das mit den Creative Commons doch noch mal überdenken.

Tag 2541 – Auf dem Heimweg.

Ich wusste bis letzte Woche nicht, dass es im Flugzeug Dreipunktgurte gibt, und ich wüsste auch nicht so richtig, wozu das gut sein soll, aber egal. Nach einer Woche freue ich mich auf zu Hause, freue mich auf die Horizontale und freue mich auf Temperaturen unter 30 Grad. Mein Plan ist, zwischen den Mahlzeiten im Flugzeug durchzuschlafen. Mal sehen, ob das klappt. Cheers jedenfalls!

Ich sehe etwas mitgenommen aus, so schlimm ist es eigentlich gar nicht.

Übrigens haben wir aus Gründen etwas vom Hersteller geschenkt bekommen. Jeder und jede von uns eins:

Bestes Fidget-Toy.

Insgesamt war das alles sehr spannend und sehr gut. Hach. Den besten Job, den ich mir wünschen könnte, habe ich!

Tag 2527 – Kaltstart.

Heute Morgen habe ich verschlafen. Das ist auch schon was her, dass mir das passiert ist. Aber um zwanzig nach sieben wachte ich auf, versuchte, auf meine Handy-Uhr zu fokussieren, und dachte SCHEISSE. Ich hätte nämlich um halb neun bei der Arbeit sein sollen, und dann muss ich um halb acht im Zug sitzen. Naja, ich saß stattdessen um fünf vor acht im Zug, was ich beachtlich finde, besonders wenn man einbezieht, dass ich da angezogen und mit geputzten Zähnen, geschminkt und mit gemachten Haaren saß (ein Hoch auf die Kurzhaarfrisur und ein 5-Minuten-Basismakeup, das ich wahrscheinlich auch im Schlaf machen könnte).

Allerdings war ich, bis ich dann bei der Arbeit war, auch echt verstrahlt und neben der Spur.

Dafür habe ich aber heute meine Testcases durchgeorgelt und bin jetzt fertig. Morgen noch meine Chefin durch ihre drei Cases begleiten und dann ist die erste Runde durch. Wird auch Zeit, ich hab nach morgen eigentlich nur noch einen Arbeitstag an dem ich was testen könnte, dann ist Inspektion, dann ist Jetlag, dann sind Ferien.

20 Fehler im Akzeptanztest in meinem kleinen Bereich.

Die Kinder haben ab morgen um 12 Uhr Sommerferien. Ich bin ein bisschen neidisch. Michel tut schon so, als lese er ganz viel, weil es da einen Sommer-Lesewettbewerb gibt. Pippi ist erkältet, was zur Zeit heißt, dass sie zu Hause immer wenn sie da ist nur nölt, aber fast nie da ist, weil Sommer ist und alle Kinder der Reihenhaussiedlung, außer Michel, beieinander ein- und ausgehen.

Kaum zu glauben, dass schon wieder ein Schuljahr rum ist.

Tag 2524 – Kaputtgespielt.

Den ganzen Tag über positiv, kommunikativ, seriös gewesen, abends wollte ich eigentlich nur noch in irgendein Loch kriechen, stattdessen waren wir auf dem Sommerfest von Michels Stufe und mussten da auch noch Michels Klassenlehrerin verabschieden, die nächstes Schuljahr wieder mit einer 1. Klasse anfängt. Ich bin traurig, sie ist eine sehr gute Lehrerin, aus rein menschlichen Gesichtspunkten.

Danach bei Michel im Bett eingeschlafen, ich bin halt auch seit viertel nach fünf wach. Jetzt geht nichts mehr außer Bett.