Tag 1319 – Zu viel.

Zu viel Zeug gekauft.

Zu viel nachgedacht.

Zu viel in Ecken des Internets gelesen, die ich nicht betreten sollte. Stichwort Klimawandelleugner, Stichwort Wirdmanjawohlnochsagendürfen, Stichwort AlleMoslemssindTerroristen, Stichwort DieFlüchtlingenehmenunsallesweg.

Daraufhin noch mehr zu viel nachgedacht. Und trotzdem unüberlegt getwittert und schwupps, sind alle beleidigt, die gar nicht gemeint sind. Gleich zweimal.

Zu wenig Erde gehabt um alle zu viel gekauften Setzlinge gut unterzubringen.

Zu viel wach.

Zu viele Sorgen. Ums Große und ums Kleine.

Tag 1318 – Fertig.

Fertig inspiziert. Für dieses Mal. Sehr interessant, lehrreich, aber im positiven Sinne. Musste mir zwischendurch mal kurz auf die Zunge beißen, als wir beim Thema Validierung bestimmter Autoklavenlasten drüber stolperten, dass eine Last noch nicht validiert ist, weil Tests fehlen, die in-House nicht gemacht werden konnten, wir daraufhin nach der SOP und den Schulungsprotokollen fragten, denn das muss den Mitarbeiter*Innen ja mitgeteilt sein, dass man dieses Programm mit dieser Last nicht fahren darf und es hieß nur „natürlich“ und drei Minuten später lag alles auf dem Tisch und war vorbildlich dokumentiert. Natürlich war es das, die machen da nicht so Murks, die machen überhaupt nix, ohne vorher wirklich gründlich drüber nachzudenken was zu tun ist und wie man es am allerallerallersinnvollsten angeht. Auf die Zunge beißen musste ich, um nicht loszulachen, es stellte sich in den letzten Tagen immer mal wieder ein „Was mache ich hier überhaupt?“- Gefühl ein.

Trotzdem schlaucht natürlich das Inspizieren. Eine Woche. Uff. Als Herr Rabe mir schrieb, er säße mit seinen Kollegen in einer Bar und trinke Bier, ob ich nicht auch vorbei kommen wolle, sagte ich einfach ja, mein Kopf war eh Pudding.

Dann nach Hause, noch was richtiges kochen, hahaha, es wurde Tiefkühlpizza, weil aus Gründen halt. Beim Essen machten die Kinder Fotos von allem, woher sie das nur haben.

Smiiiiil, Mama!

Smiiiiil, Papa!

Smiiiiil, Apfel, Smiiiiil, Glas!

Tag 1315 – Arbeiten im Schlafanzug.

Heute also das erste mal mit richtig richtigem Umziehen inspiziert. Das geht so:

  • bis auf die Unterwäsche ausziehen
  • Einen Schlafanzug* anziehen
  • Saubere Socken anziehen und über den Schlafanzug ziehen
  • Darüber eine Jogginghose** und einen Kittel anziehen
  • Haarnetz
  • Saubere Schuhe
  • Und natürlich Schmuck ab, Schminke ab, Hände waschen

Dann ist man fertig um in die Vorräume (!) der Produktion zu gehen. Je näher man dann an kritische Arbeiten kommt, muss man dann wieder Jogginghose und Kittel ausziehen und so eine Art Onesie über den Schlafanzug ziehen, mit oder ohne komplett geschlossene Kapuze, Mundschutz, Handschuhe, Gesichtsschirm, you name it. Und Hände waschen, waschen, waschen, die ganze Zeit. (Dafür schafft es dieser Hersteller mit beeindruckend wenig Händedesinfektion auszukommen.)

Blöd halt, wenn man dann in die Umkleide zurückkommt und die Dame, die die eigenen Anziehsachen im Spind eingeschlossen hat, ist mitsamt Code unauffindbar. Dann muss man nämlich in diesem schicken Dress – Schlafanzug, Jogginghose, Kittel – Mittag essen. In der Kantine. Hurra.

Ansonsten: ziemlich platt. Herr Rabe scheint auch bei den Kindern eingeschlafen zu sein, I might just call it a day.

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* nicht wirklich, aber es sieht so aus.

** auch nicht wirklich, aber es sieht auch so aus.

Tag 1312 – Hoffentlich hilft‘s.

Bei den Kindern eingeschlafen, erst wach geworden als Herr Rabe nach einer mittleren Odyssee wieder zu Hause war und sich wunderte, wo seine Familie ist. Dann auch erst die drülfzig Nachrichten gelesen, die er geschrieben hatte. Hups.

Mit ein bisschen mehr Glück als heute komme ich dann morgen früh auf elf Stunden Schlaf, das reißt vielleicht ein bisschen was raus.

Tag 1311 – Ich möchte das nicht!

Immer müde sein. Also abends. Beim Bloggen einschlafen. Beim Fernsehen einschlafen. Beim Kinder ins Bett bringen einschlafen.

Vor allem ist hier auf dem Blog nix los, dabei sind die Tage voll, voller, am vollsten, heute allein vier Dinge die berichtenswert wären, aber nee, mir fällt beim Tippen das Handy aus der Hand aufs Gesicht, so müde.

Jetzt also weder A- noch B-Mensch. Morgens nicht aus dem Bett kommen *und* abends um neun aus den Latschen kippen.

Hoffentlich kommt bald mal der Frühling und zaubert das weg.

Tag 1310 – Warnix.

Ein paar Stichpunkte zum Tag:

  • Arzttermin im Krankenhaus wurde spontan abgesagt. Voll schön. Vor allem weil mir die Arbeitszeit trotzdem bis auf eine Stunde flöten ging, immerhin war ich um acht noch zu Hause, ich sollte ja um viertel vor zehn im Krankenhaus sein. Ich könnte mich immernoch aufregen. Zumal ich noch nicht weiß, wann ich stattdessen antanzen darf.
    Mein Arbeitsrechner, auf dem gestern zeitweise gar nix ging, worauf ich ziemlich angepisst den Support anrief, würde über Nacht wundergeheilt. Die Frau vom Support war’s jedenfalls nicht, sagt sie.
    Heute den halben Tag die Hausaufgabe für den Lead Auditor-Kurs runtergetippt den anderen halben Tag die Inspektion nächste Woche geplant. Mein Plan ist, die Hausaufgabe morgen vor halb elf abzuschicken, dadurch hätte ich nicht nur ein, nein gleich zwei Wochenenden ohne schlechtes Gewissen, das wäre schon sehr schön.
    Allerdings durch letzteres erst spät zu Hause gewesen, da schlief Pippi schon. Michel bastelte mit Herrn Rabe an einem magischen Friedens-Konfettipanzer:
  • Jetzt ist Pippi natürlich wach und hungrig, aber ich falle gleich um. Tjanun.

    Tag Dings, äh, 1307?

    Liebe alle,

    Viel zu müde für 12 von 12 oder sonst irgendwas. Gegen Mittag eingesehen, dass ich ums Triptan nicht drumrum komme, genommen, jetzt immer noch Watte im und um den Schädel und einfach so, so, so müde. So müde. Müdemüde. Muss schlafen.

    Sind eh nur acht Bilder bisher und die sind auch doof, so.

    Müde.

    Nachti.

    Tag 1307 – Training.

    Seit heute beim Kurs zum Revisjonsleder, auf gut deutsch: Lead Auditor. Ähm. Also den Kurs muss ich machen, weil das in unseren Richtlinien steht: wer Revisjonsleder sein will, muss so einen Kurs gemacht haben. Ich erhoffte mir zudem etwas über Revisionsmethodik zu hören. Letzteres kam heute auf 2 Folien kurz mal vor, das können mir meine Kollegen besser beibringen. Ersteres, also das letztlich bloße Absitzen der Zeit da kriege ich auch hin, aber ich wär ja nicht ich, wenn ich nicht alles aufsaugen würde und jetzt könnte ich Ihnen erzählen wo die Unterschiede zwischen ISO 9001, 14001 und 45001 sind, aber ich nehme an, dann lulle ich die Hälfte von Ihnen direkt in den Tiefschlaf. Der Kurs ist jedenfalls… interessant (mit Alfred Biolek-Tonfall gesprochen). Ich bin jetzt total froh, dass ich bei einer Behörde bin, deren Aufsicht und Audits gesetzlich verankert sind. Mit uns diskutiert man nicht rum, welche Dokumentation man vorzuzeigen gewillt ist, oder wann der Qualitätschef aber leider einen Zahnarzttermin hat und nach dem Mittagessen geht. Also, kannste natürlich machen, das mit dem Diskutieren, da haben wir den schönen Ausdruck „mangelnde Zusammenarbeit“ für und da riskiert man direkt eine kritische Abweichung. So. Insofern haben wir es natürlich einfacher als Interne Auditoren, die in der eigenen Firma eventuell den eigenen Chefinnen auf den Zahn fühlen müssen. Aber dafür arbeiten bei uns auch Leute wie ich, Schwämme mit schneller Auffassungsgabe nämlich und nicht die Fraktion „ich muss erst mal vier Wochen vorher einen Karton Papier anfordern und alles akribisch durchgehen um dann überhaupt mal über Fragen nachzudenken“. Nach dem ersten Kurstag mag ich jedenfalls meine Kolleg*Innen und ihre direkte, effiziente Herangehensweise noch etwas mehr als eh schon. Mit Übung werd ich hoffentlich auch so schnell wie die zwei, das Grundpaket, das merkte ich heute sehr deutlich, habe ich schon. Bin wohl doch nicht ganz fehl am Platze als Inspektørin, Hurra.

    Ansonsten: heute fiel mir auf, dass wir uns ja schon wieder dem schlimmsten Tag des Jahres nähern, der Umstellung auf Sommerzeit. Ich werde deshalb jetzt jede Woche eine viertel Stunde eher aufstehen, oh the joys, als wär das nicht eh schon alles sehr unschön.

    Autsch.

    So, damit verspreche ich nur noch sporadisches Genöl über meinen doofen Biorhythmus und den Eulenfoltertag.

    Tag 1300 – Luft raus.

    Nach Hause kommen und liebe Zettel und Gummibärchen finden schmerzt. Wenn sich dann auch noch beim großen Kind die Aufregung der letzten zwei Wochen entlädt, umso mehr. (Wann lernen Kinder, was „hangry“ ist und vor allem, dass Essen dagegen hilft? Frage für mich.) Weil ich in den nächsten vier Wochen so viel Zeug zu erledigen hab, dass es dicke für 6 Wochen reichen würde, habe ich meinen Rechner mit nach Hause geschleppt, aber jetzt kann ich mich gar nicht aufraffen, im Gegenteil, ich würde am liebsten direkt ins Bett gehen, wenn ich nur dran denke. Decke übern Kopf und bis morgen um acht viertel nach fünf nix hören und nix sehen davon. Ich vermute, es ist ein Test, ob ich das Arbeitstempo und das Pensum durchhalte, oder wann ich anfange, zu „kannst du noch…?“ einfach mit „Nein.“ zu antworten. „Ich könnte, aber ich will nicht.“ Stimmt ja nicht mal. Es geht jetzt schon nur, wenn ich in einem Affenzahn arbeite und/oder mich abends noch mal ransetze. Den Affenzahn kriege ich schon noch drauf, aber noch ist alles sehr zäh, heute habe ich allein eine Stunde darauf verwendet, mir eine Vorlage zu basteln, bei der unser Logo nicht total pixelig ist. Warum unser Logo nicht als Vektorgrafik herunterzuladen ist, verstehe ich nicht und nach der Stunde war ich kurz davor, wütend in die Kommunikationsabteilung zu stürmen und das laut zu bemängeln. Jedenfalls uff. Aber das Gute ist: Ende März ist der formelle Teil meiner Einarbeitung dann vermutlich fast abgeschlossen. Bämm. Drei Monate statt sechs. ___

    Ich vermisse den Besuch, allen Besuch, Frau Wunnibar und Little B. und den RB und Herrn Igelbert und sämtliche Ks. Schnief.

    Schnief.

    Vielleicht doch einfach direkt ins Bett.

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