Tag 1294 – Gnah.

Tag war echt ok, wir haben noch nicht mal übermäßig lang beim Hersteller gehockt. Die Liste ist nach dem 1. Inspektionstag auf der 2. Seite angelangt, Vortrag war kein Problem, es gibt kein Problem, warum habe ich Kopfschmerzen aus der Hölle? Wegen der Kopfschmerzen rannte ich auch nicht zum Zug und verpasste ihn dann um eine Minute. Für den Weg vom Bahnhof nach Hause (es fährt wieder kein Bus) habe ich mir ein Taxi bestellt, zu Hause werde ich einfach wieder ins Bett plumpsen. Ich muss mich nicht mal mehr abschminken, das musste ich nämlich vor der Begehung der Produktionslokale. Morgen kann ich einen Tacken länger schlafen, weil wir direkt wieder in die Produktionslokale gehen und ich dementsprechend mit nacktem Gesicht beim Hersteller auflaufen werde. Es gibt kein Problem, die Kopfschmerztabletten können dann jetzt bitte endlich wirken.

Tag 1293 – Gar nüscht.

Nix mache ich mehr. Nix. Ich Plumpse jetzt nur noch ins Bett, unlackierte Fingernägel hin oder her, ungefüllter Blog egal, ich hab ab morgen eine Inspektion die mööööööglicherweise ein ziemlicher Ritt wird und bis grade hab ich noch an der Präsentation gefeilt, die ich halten soll* und jetzt schlafe ich gleich einfach mal mehr als 5 Stunden.

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*im Grunde war die vorgefertigt, Folien vorlesen würde reichen aber ich kenne mich ja, wenn ich da kurz vorm Herzinfarkt sitze vergesse ich alles, was ich sagen soll muss und da ist es dann gut, wenn ich komplett ausformulierte Sätze in den Notizen hab. Diesen Vortrag werde ich auch nicht nur einmal halten, mit der Zeit kommt dann die Routine. Bestimmt.

Tag 1290 – Verquatscht die II.

Herrje, der Plan, früher ins Bett zu gehen ist auch… naja. Gescheitert nicht, aber geglückt ist auch anders.

Heute haben wir den Bus verpasst und waren dann nicht in Oslo, dafür aber auf einem Spielplatz und Frau Wunnibars K1 ist jetzt eingenorwegert. Während Michel sehr traurig über den verpassten Bus war und viele, viele Kuscheleinheiten brauchte, machten Pippi und K1 nämlich das:

„Da ist jetzt ALLES ganz nass im Häuschen, bis unter die Decke!“

Was für coole Kinder wir haben!

Den Nachmittag verbrachten wir dann auf unterschiedliche* Arten müde, wir kochten sehr lecker und dann brachten wir die müde Kinderhorde ins Bett. Ein wunderbarer Tag, auch ohne Oslo.

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*schlafend, motzend, schmollend, Kabel essend, zunehmend genervt, wasserfarbwasser anreichend, Apfelschorle mischend, you name it. Morgen nehmen wir dann den früheren Bus und planen noch mal 5 Minuten mehr für den Weg zur Haltestelle ein.

Tag 1268 – Hupsi.

So spät schon. Und noch nix gebloggt. Das ist jetzt natürlich blöd, weil ich schon vorm Fernseher eingeschlafen bin und mich mit Müh und Not ins Bett geschleppt hab, jetzt mag ich auch nicht mehr schreiben. Ich möchte einfach schlafen.

Ach ja: Wenn Sie morgen nichts mehr von mir hören, hat es wohl so viel geschneit, dass das Internet eingefroren ist. Oder so.

Tag 1259 – Voll leer.

Huff. Was für ein Tag. Ich bin komplett gar und bin das im Grunde auch schon seit etwa 15 Uhr. Alles zu aufregend. Ganz verrückt auch irgendwie, das ist mein Leben nun, mein Arbeitsleben verbringe ich bewegungsarm in Meetingräumen und sage Sachen wie „ich hätte dann gern Mal die komplette Dokumentation zu diesen 5 Complaints und die übergeordnete SOP auch“ und dann lasse ich mir Eskalierungswege und dergleichen erklären und meist versuche ich eigentlich hauptsächlich nicht durch große Ratlosigkeit aufzufallen. Gut dass ich dieses Mal nur Beobachterin bin und am Ende nix unterschreiben muss. Gut, dass es eine Anlernphase gibt. Huff.

Mehr später. Ich muss schlafen, kranke Pippi* wird vermutlich wieder die Nacht zerhacken. Ich bin auch so fertig und mein Kopf so leer, ich schreib dauernd was und dann lösche ich’s wieder, das macht so keinen Spaß.

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*jo, 3 Anrufe in Abwesenheit vom Kindergarten direkt am 1. Tag wo’s um die Wurst geht. Handy natürlich auf nicht stören und in der Tasche. Karrieregeile Rabenmutter galore.

Tag 1257 – Seuche.

Pippi schlief sehr schlecht und hustete viel. Um halb drei hustete sie dann so schleimig, dass sie brechen musste. Jetzt sind unsere Badezimmerteppiche mal wieder gewaschen. Pippi war dann auch nicht im Kindergarten, sondern mit Herrn Rabe zu Hause. Das fand Pippi ziemlich doof und wir alle hoffen, dass sie morgen wieder in den Kindergarten gehen kann. Ich habe ein ganz schlechtes Gewissen, weil ich wegen Inspektion Mittwoch bis Freitag und davor Inspektionsvorbereitung wirklich einfach nicht zu Hause bleiben kann und mal wieder vieles an Herrn Rabe hängen bleibt.

Dafür schleppte ich mich heute nach zu wenig und zu unterbrochenem (muhaha) Schlaf zur Arbeit. Dort trank ich viel mehr Kaffee als sonst und musste trotzdem immer mal wieder aufstehen und herumlaufen, um meinen Kreislauf in Gang zu halten. Habe meinen direkten KollegInnen gestanden, dass ich absolut kein Morgenmensch bin, mich nur dank eisernem Willen aus dem Bett rolle und abends nicht ins Bett komme. Das schien niemand schlimm zu finden. Gute KollegInnen.

Von meiner Arbeit kann ich ja nix erzählen und heute ist das echt schlimm, weil ich Ihnen so gern die Geschichte erzählen würde, die die Worte „Milchpackung“, „Kristallkugel“ und „Homöopathin“ verbindet. Das müssen Sie sich jetzt denken, wie das zusammen geht, aber verrenken Sie sich nicht das Hirn, ans Original kommt’s eh nicht ran.

Die übernächste Inspektion soll ich dem betreffenden Unternehmen ankündigen und UIUIUIUI! (Vor allem Uiuiui, weil ich dann zum ersten Mal so richtig ernsthaft mit dem seltsamen Dokumentenverwaltungssystem arbeiten muss. Uiuiui.)

Noch ein Seuchending: die Erdmücken. Oder Trauermücken, oder Erdfliegen, oder einfach die dreckigen Scheißviecher, die sich in Terrarium und Küchenkräutererde vermehren wie die Pest. Sie nerven mich zu Tode und die Schnecken wohl auch, jedenfalls haben letztere sich alle eingegraben und lassen sich auch mit Futter nicht locken, nicht mal mit Zucchini. Arme Schnecken. Die Mücken sind überall und nerven unsäglich, dauernd (wirklich) haue ich sie tot, aber es sind so viele, das ist völlig sinnfrei. Im Terrarium kann ich kein Gießmittel anwenden, Nematodenlarven auch nicht, Gelbstecker bringen rein gar nichts und ich kriege echt zu viel. Meine letzte Hoffnung sind Raubmilben, mal sehen ob ich die hier bekomme*, falls nicht, muss mir die wohl wer** mitbringen. Zwinker, zwinker. Ich hoffe ich kriege die hier, weil man sicher für den Import von insektenfressendem Getier in Teufels Küche kommt, wenn man erwischt wird. Morgen mal recherchieren, dank Gleisbauarbeiten habe ich ja morgens (und nachmittags) jetzt extra viel Zeit im Zug.

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*man kriegt hier auch kein Insektengift, jedenfalls hab ich noch keins gefunden

**zwinker, zwinker

Tag 1254 – Dies und das geschafft.

Bin platt, aber heute war ein guter Tag. Viel gelernt. Michel und Pippi morgens gebracht, um 06:58 mit allen und allem im Auto gesessen. Um 07:30 im Zug gesessen und um 08:20 gearbeitet.

Abends Brot gebacken, aus morgens angesetztem Teig. Einkaufen lassen* und ein Essen gekocht, das beiden Kindern geschmeckt hat (es war eine süße Mehlspeise, also keine Kunst, dass es ihnen geschmeckt hat). Michel aus dem „tøffe guttene“** (toughe Jungs)-Buch vorgelesen und etwas über Arthur Rimbault gelernt.

Mit Herrn Rabe die erste Folge der 2. Staffel von Star Trek Discovery geguckt.

Doch, ein guter Tag.

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*läuft bisher super, das mit dem Einkaufsservice, dazu muss ich mal mehr aufschreiben.

**Boys who dare to be different, googeln sie das ruhig und dann kaufen Sie es, wenn Sie mögen, es ist sehr gut.

Tag 1253 – Heute aber!

Heute gehe ich früher ins Bett.

Das denke ich jeden Morgen wenn der Wecker mich aus dem Tiefschlaf reißt, den ich nun mal um 5 Uhr habe. Ich quäle mich dann mit Mühe aus dem Bett und heute war ich auch zu knapp dran zum Duschen, das ist nicht schön (und die Zeitersparnis auch eher eine gefühlte, weil ich trotzdem Haare waschen muss).

Heute könnte es aber echt was werden, denn es ist nichts mehr zu tun. Die Brotdosen für morgen sind gepackt und im Kühlschrank, alle möglichen Anträge liegen auf dem Schreibtisch, der Arbeitsrechner ist im Büro. Das ist eine doofe Geschichte, mein Rechner sponn von Anfang an vor sich hin und hängte sich zum Beispiel in den Meetingräumen wegen wasweißich ständig auf. Gestern wollte er dann plötzlich einen Recovery Key haben, den ich heute früh im Beisein der IT-Frau anforderte und der, ich habe nachgezählt, 55 Zeichen lang ist. Danach ging er wieder, aber wie ich so bei der IT-Frau stand, erzählte ich das mit dem Aufhängen und sie meinte, sie mache mal über Mittag eine Runde Updates, vielleicht helfe das. Dann bekam ich aber in meine Mittagspause (die ich mit Herrn Rabe außerhäusig mit Thai-Essen verbrachte, das war ganz großartig und das machen wir jetzt so ein Mal im Monat) eine Mail von der IT-Frau, dass es bei den Updates ein paar Probleme gegeben habe, sie da noch mal genauer nachgucken würde und für die Zwischenzeit bekäme ich einen Leihrechner. Und der Leihrechner ist kein handliches Inspektørinnen-Notebook sondern ein riesiges Teil, das passt natürlich nicht in meine Tasche. Deshalb habe ich also meinen Arbeitsrechner nicht hier und kann gar nicht weiter total nervös werden über den Vorbereitungen für meine allererste Inspektion nächste Woche. Meine Patin lachte heute schon ein bisschen, weil ich, nachdem ich die vom Hersteller geschickten Unterlagen durchgegangen war, die Abschnitte aus der European Pharmakopoeia zu den beim Hersteller durchgeführten Analysen las. In der Print-Version. Die in der „Bibliothek“ steht (also sogar auf unserer Etage). Was meine Patin noch nicht mal wusste, weil jeder Band (von 4) davon so… 3000 Seiten hat, auf so super dünnem Bibelpapier, aber in A4, es ist dröge und sperrig und wirklich sehr dröge, erwähnte ich dröge? Es ist dröge. Und das gibt es viel übersichtlicher halt auch alles im Internet, wieso also das Buch? Weil ich am Bildschirm nicht gut lange lesen kann, deshalb. Und warum lesen? Zum Beispiel, weil ich jetzt sagen kann, dass der Hersteller unter „Endotoxine“ nur „Ph. Eur.“ geschrieben hat, in der Pharmakopoeia aber drei unterschiedliche Methoden zur Endotoxintestung stehen. Also ein bisschen genauer wär halt schon fein.

Insgesamt also: ich bin nervös und übertreibe es möglicherweise mit der Vorbereitung, ich hoffe ich krieg meinen kleinen Computer bis Dienstag Nachmittag zurück und weil ich nix besseres zu tun hab, gehe ich jetzt tatsächlich mal früher ins Bett und kriege so hoffentlich mal etwas mehr als 6 Stunden Schlaf.

Tag 1251 – Zu müde…

… für alles. Für Konzentration jedenfalls. Deshalb habe ich dann lieber statt noch SOPs zu lesen

  • Ein Brot gebacken
  • Michels Skihose gewaschen
  • Brotdosen gemacht
  • Den Weihnachtsbaum endlich abgeschmückt und auf die Terrasse verfrachtet, da kann er von mir aus rumnadeln bis irgendwer Lust hat, ihn 20 Minuten zwecks Entsorgung durch die Gegend zu fahren (und danach das Auto grundzureinigen)
  • Die Harzflecken vom Parkett geschrubbt
  • Eine halbe Tonne Tannennadeln aufgefegt und aufgesaugt

Und wie ich hier so liege, merke ich, dass ich so müde und unkonzentriert bin, dass ich vergessen hab, meinen BH auszuziehen. Immer mal was neues. In diesem Sinne – Gute Nacht!