Tag 470 – Hupsi. 

Hab ich mich doch versehentlich selbst mit Einschlafbegleitet. Tja. Also Pippi schläft jetzt. Ich wurde durch einen emailplingelton wieder wach, weil ich nämlich eine Mail auf meine RICHTIG EIGENE Blog-Mailadresse bekam. Die gab es nämlich zur *Trommelwirbel* neuen blogdomain dazu. Gestern Abend überzeugte mich Herr Rabe sehr spontan vom Erwerb der rabensalat.blog Domain, ich wollte dann noch ein mach-die -Werbung-weg-Paket dazu und Herr Rabe meinte, ein Privacy-Dings (das unsere Namen nicht als Seiteninhaber angezeigt werden) sei auch nicht schlecht. Und siehe da: nach nur kurzer Verwirrung klappt das alles wie am Schnürchen. Ich mag WordPress. Dafür kostet mein kleines Hobby hier jetzt ein bisschen was. Aber echt nur ein bisschen. 

Also: Fanpost an die Mailadresse, die ich gleich noch ins Impressum schreibe (haben Sie überhaupt gemerkt, dass ich jetzt ein Impressum habe? Mir wurde gesagt, man bräuchte eins. Also machte ich eins, halbherzig und bestimmt nicht rechtssicher, und die ersten fünf Monate war es außerdem unsichtbar, wegen Dooftrotteligkeit meinerseits, aber hey, man kann nicht alles haben.) und Bilder von Schnecken auch gerne (Dankeschön, ich hab mich sehr gefreut!). 

Tag 452 – Endlich Wochenende. 

Ich weiß auch nicht so richtig, warum, aber diese Woche war furchtbar anstrengend. Hier ist eine Mischung aus PhD-Letztjahr-Panik, Backenzahntralala und allgemeinem Autonomiephasenhorror ausgebrochen. Ich möchte am liebsten eine Woche lang schlafen, dabei hab ich gar nicht mal wenig geschlafen in letzter Zeit. Das Wachsein ist grade nur sehr anstrengend. Da bin ich dann Freitag Abend auch einfach froh um ein Glas Rotwein, ein bisschen Schoki und die letzte Folge der ersten Staffel von Sherlock (nochmal geguckt, weil wirs können!). Selbst mit Pippi halb auf dem Schoß, weil Schlafen ohne uns im Moment mal wieder gar nicht geht. 

Und jetzt: Bett. Morgen kein Wecker. Uff. 

Tag 444 – Schnaps! (Das mache ich jetzt alle 111 Tage!)

Erstmal die vorläufigen Versuchsergebnisse. Ich brüte nochmal über Nacht um den Effekt zu maximieren, und dann versuche ich ein besseres Foto zu machen. 


Bildunterschriften gehen nicht. Hmm. Also: das weiße da ist ein schöner, pelziger Bakterienblob. Exakt in der Größe von Michels Daumen. 


Nach dem Waschen: wie Sie sehen, sehen Sie nichts. (Das was Sie vielleicht zu sehen meinen, sind Luftblasen.)


Hallo Pupsbakterien. 

Ansonsten nicht viel Neues. Ich war heute das erste Mal nach vier Wochen (wegen weiß nicht mehr, Portugal, Deutschland, Pippi krank) wieder beim Ballett und habe mich ordentlich doof angestellt irgendwie. Worüber ich mich besonders ärgerte: die Show-Choreografie ist auf ein Swing-Stück, das klingt ganz toll und sieht auch aus, als würde es Spaß machen, aber die sind schon bestimmt 3 Minuten weit gekommen, keine Chance, dass ich das mal eben ohne nochmal durchgehen lerne. Also ging ich 20 Minuten vor Schluss leicht angefressen nach Hause. Und habe seitdem einen Ohrwurm von meinem Lieblings-Quick-Step. Obwohl ich den sicher 10 Jahre nicht gehört hab. Vielleicht sollte ich nächstes Semester mal Solocharleston ausprobieren.

Cytotoxicity assays sind doof. Vor allem, wenn sie einfach mal so gar nicht funktionieren. 

Manche wissenschaftlichen Artikel sind auch voll doof. Manche Leute können nämlich einfach nicht schreiben. Wenn ich auf der ersten Seite dreimal fast Einnicke, stimmt was nicht. Oder ich bin sehr müde. 

Ich bin so müde. Pippi kriegt Backenzahn Nummer drei und wenn ich mir den geschwollenen Gnubbel da so ansehe, tut es mir für sie mit weh. Resultat ist halt leider, dass hier viele Menschen wenig Schlaf bekommen. Und wie ich das so erzähle, sagt meine Kollegin, deren Kind eine Woche älter ist, als Pippi, dass ihr Sohn jetzt die letzten Zähne bekommt und voll schräg drauf ist. Und ich kann nicht anders, als sie zu beneiden: danach ist es bei ihr wenigstens vorbei. Wir hingegen haben noch 13 vor uns. Meh. 

Morgen ist Disputationsfeier. Also zuerst muss natürlich Disputiert werden. Deshalb denke ich wohl auch schon den ganzen Tag, dass heute Freitag sei: Disputationen dauern hier ja fast den ganzen Tag, deshalb hab ich mir für morgen nichts „richtiges“ zum Arbeiten vorgenommen. Und weil der Typ, der da disputiert unverschämt gut aussieht derjenige ist, von dem ich das RNA-Projekt übernommen habe, ist meine Teilnahme schon auch ratsam für mich selbst. Und abends eben Feier. Feier. Mit meiner Arbeitsgruppe. Oha. 

Jetzt aber swingend ab ins Bett. 

Tag 427 – Wie krass ist das denn?

Vor Monaten sagten hier Menschen, ich solle doch den Montag nach Portugal frei nehmen, damit ich Zeit hätte, Michels Geburtstag vorzubereiten. Hätte ich mal auf Sie da draußen gehört! Stattdessen war ich natürlich heute arbeiten, machte natürlich jede Menge Zeug und zwei Überstunden, um dann schon total gerädert hier noch Kuchen zu backen, zu dekorieren und Herrn Rabe für seine Einpackkünste zu bewundern. 

Tja, und jetzt wird morgen mein Baby schon vier, ich kann es selbst kaum glauben, aber es ist wohl so. Vor vier Jahren um diese Zeit wartete ich immer noch auf irgendein Zeichen, dass es bald losgehen würde, es passierte aber einfach nix und ich fürchtete mich schon ein bisschen vor dem Frauenarzttermin am nächsten Morgen um acht, bei 41+0, weil ich nicht wirklich scharf auf eine Einleitung war. Tja, und dann war Michel plötzlich doch noch vor acht da, also rief Herr Rabe erst seine Eltern, dann meine Mutter und dann den Frauenarzt an und dann stießen wir mit der Besten auf das alles an, den ganzen verrückten Scheiß, der in den letzten paar Stunden passiert war, ich legte Michel das erste Mal an, er saugte direkt und sie sagte zu mir: Jetzt kriegst du so richtige Muttinippel. 

Damit hatte sie Recht. 

Und damit, was sie zwischen zwei Presswehen zu mir sagte, auch. 

Gleich bist du Mama! Wie krass ist das denn?

Tag 425 – Kater. 

Ähm ja. Das mit dem nicht so viel trinken hat nicht ganz so gut geklappt. Kurzzusammenfassung: die Trauung war sehr schön, das Essen größtenteils super, die Gespräche so hmm, alles war Bombe durchgeplant, die Party war trotz echt nicht so guter Musik echt gut. 

Ich fischte das Handy eines der Armykanadier aus einem Tümpel, da war viel Moos involviert und ich muss jetzt mein Kleid waschen. Aus einem nicht mehr ganz vollständig zu rekonstruierenden Grund sind meine Schuhe gebadet in Wein, ich habe Sonnenbrand vom verkaterten Rumschimmeln heute, eine Blase auf dem großen Zeh vom Tanzen und bin nach vier Stunden „Schlaf“ letzte Nacht unendlich müde. Und zufrieden. Und müde. Morgen um sechs geht mein Flug. 

Fundstück auf dem Handy heute morgen.

Sparklers. Falls Sie sich fragen, wie Wunderkerze auf Englisch heißt.

Alles ca. 1000 mal schicker, als unsere Hochzeit damals war.

Tag 412 – Titeldummie. 

In meinem Kopf heute nur konfuses. 

Nächste Woche fahre ich schon nach Portugal. Das ist ziemlich verrückt. 

Der Chef besprach mit jemand anderem die Ergebnisse von meinem Experiment. Niemand sprach mit mir. Der Chef sagte „Ich muss nachdenken.“ und schloss die Tür zu seinem Büro hinter sich. Das macht er sonst nie. 

Die GEZ-Scheiße ist immer noch nicht vorbei. Es lässt einen schier verzweifeln, obwohl das alles über nen Anwalt läuft. Trotzdem: zum dritten Mal die Ummeldebestätigung aus September ’13 scannen, weil die jetzt behaupten, ich sei „laut Ihrer Unterlagen“ ja mindestens bis April ’15 beitragspflichtig, ist überaus nervtötend. (Ich auch übrigens völlig alleine. Herr Rabe wurde noch gar nicht mit 7000 €- Nachforderungen beglückt. WARUUUUUM???)

Nach einer Odysee der Nachbarschaftskommunikation über Nachrichten-Gruppen habe ich endlich Feuerholz bestellt. Es wird nächste Woche geliefert. Der Holzmann (nicht der vom letzten Jahr!) will wissen, ob er noch mehr liefern soll. Meine Motivation, das gerade so geschlossene Fass wieder aufzumachen und zu fragen, ob wer noch mehr Holz haben will, geht gegen null. 

Ich wollte für Herrn Rabe was ganz tolles zu Weihnachten nach Deutschland bestellen, also so dass wir das jetzt im Oktober mitnehmen können, und das gibt es (noch?) nicht. 

Michel hat übernächste Woche schon Geburtstag. Aaaahhhh!!! (Noch kein Geschenk besorgt, er soll nen Schwimmkurs kriegen, aber man kann sich noch nicht anmelden, Partyplanung hab ich so halb wegdelegiert an M., deren Sohn und bester Kumpel von Michel die Woche drauf 5 wird, wir wollen eventuell zusammen feiern, die Gäste wären wohl eh zu 90% redundant und Norweger haben absolut kein Problem mit Vorfeiern.)

Michel sorgt sich immer noch über Kampfflugzeuge und ob wir im Falle einer Flucht wohl Spielzeug und alle (!) unsere Bücher mitnehmen könnten. 

Pippi mag nicht einschlafen im Moment, ich glaube sie weiß selbst nicht so ganz, was sie will, mal will sie raus aus der Trage, dann will sie wieder auf den Arm, dann Trage, aber bitte mit Mama in den Hals kneifen, dann schlägt sie mich plötzlich oder dreht meinen Kopf weg, dann schlingt sie wieder ihre Ärmchen um meinen Hals und zieht mich ganz nah ran: das ist alles sehr wirr. Das geht dann so zwanzig Minuten, dann schläft sie doch ein und dann erstmal wie ein Stein. 

Ich habe gestern mein Fahrrad repariert. Das Hinterrad hatte sich nach vorne geruckelt, ich nehme an eine ungute Kombi aus Anhänger und Kopfsteinpflaster ist schuld. Gestern war ich dann doch etwas panisch und ließ das Rad zu Hause, fuhr mit dem Bus zur Arbeit und ging zu Fuß zurück. Reparierte unter Einsatz aller meiner Muttisport-gestählten Muskeln das Rad und fuhr heute mit gutem Gewissen und festem Reifen wieder Fahrrad. 

Ich machte Pizza und wollte zwischendurch alles hinschmeißen. Kack Teig, einen Tacken zu klebrig, dann hings am Schieber fest, Käse auf meinem schönen Backstein. Hrmpf. Aber lecker. Sogar Michel aß ein Stück eines Stücks weißer Pizza mit Lachs, gegrillter Zucchini und frischem Rosmarin. Ich konnte meinen Augen kaum glauben. 

So müde, dass mir die Augen zufallen. Gute Nacht!

Tag 406 – Energieloch. 

Ich bin eine Eule. Ich finde das an sich auch nicht schlimm, nur leider hat der Kindergarten nur bis 16:30 auf, davor müssen 8 h Arbeit erledigt sein, deshalb muss ich völlig gegen meinen Biorhythmus (und den meiner Kinder) mitten in der Nacht aufstehen, die Kinder wecken und sie zum Kindergarten bringen. Das bezahle ich doppelt und dreifach teuer: morgens komme ich kaum aus den Federn. Dann bin ich sehr langsam, sodass das morgendliche Fertigmachen ewig lang dauert (dauert es wirklich, das ist nicht nur Gerede. So an die zwei Stunden von Weckerklingeln bis Haus verlassen.). Bis ich bei der Arbeit bin bin ich dank frischer Luft und so doch meist wach und arbeite dann auch effektiv: bis etwa 14:00 Uhr. Da ist das erste kleine Loch, das wird konsequent mit Kaffee gestopft und dann geht’s noch mal für zwei Stunden. Dann muss ich ja eh nach Hause (meistens jedenfalls) oder die Kinder abholen, nochmal Bewegung und frische Luft lassen mich dann bis ca. 18:00 Uhr ganz gut durchhalten und dann kommt das richtig große Energieloch. Um 19:30 bin ich soweit, dass ich im Stehen oder vermutlich auch im Gehen (oder Pippi in den Schlaf schaukeln) augenblicklich einzuschlafen drohe. Ich gehe aber fast nie dann schon ins Bett, wegen Me-Time und To-Do-Liste und vermutlich noch drei bis vier Anglizismen, die mir grad aber nicht einfallen. (Einzige Ausnahme sind die (vielen) Male, in denen ich bei einem der Kinder mit einschlafe. Und da bin ich hinterher immer grantig, weil ich da unbequem liege/sitze/hänge und mir nach so nem Nickerchen dann alles weh tut und außerdem: die Anglizismen.) Und um 20:30 drehe ich dann nochmal auf, bis gegen 23:00 Uhr. Vor halb zwölf schlafe ich fast nie und jeden Tag um sechs bereue ich es wieder. 

Es wäre so schön, wenn Gleitzeit echte Gleitzeit wäre. Ich glaube ich könnte total gut konzentriert von ca. 11:00 Uhr an acht Stunden arbeiten (mit Essenspausen halt, Sie wissen was ich meine). Wenn ich erst um neun Uhr aufstehen muss, reicht mir auch eine Stunde locker um mich fertig zu machen (und wegen besserem Nervenkostüm geht dann auch mit den Kindern alles besser und schneller), und wenn ich um Mitternacht im Bett war, reicht der Schlaf immernoch mehr als dicke aus. Ach ja, ach ja. Es wäre so schön…