Tag 3103 – Ziviler Ungehorsam.

[Ungehorsam ist ein wirklich seltsames Wort, wenn man so drüber nachdenkt. Fällt in die selbe Kategorie wie Unabdingbar, einfach wild Silben aneinander gereiht.]

Niemand benutzt flächendeckend Schnoddergrüne PowerPoint-Vorlagen, nicht mal die Direktion, zumindest Teile davon nicht. Ich kann es ihnen überhaupt nicht verübeln, diese Vorlagen sind schlimm, ich bin noch traumatisiert von den lila Links auf grünem Grund. Ich habe das der Kommunikationsabteilng mitgeteilt, dass ich das schlimm finde. Damit war ich wohl auch nicht alleine. Sie überlegen jetzt, ob wir alle nur alt und Änderungsverweigernd sind, oder ob es nicht ein bisschen weniger grün auch tun würde.

Heute morgen, als ich ins Büro fuhr, parkte ich auf einem Parkplatz, der für jedes andere Auto als Cardos zu klein gewesen wäre. Ich nahm an, dass mindestens von einem der Autos, die rechts und links dieser Parklücke standen, die*r Fahrer*in genau darauf spekuliert hatte, dass da niemand reinpasst. Ich hasse solches Verhalten wie die Pest, der Parkplatz am Bahnhof ist nämlich immer bumsvoll und es gibt da einfach keinen Platz zu verschenken. Also quetschte ich Cardos in die Lücke und dann mich aus Cardos raus. Mit eingeklapptem Spiegel kam ich ganz ok raus und es war zu beiden Seiten gleich wenig Platz, also fair. Das fand der Fahrer des einen Autos nicht, denn als dieser zu seinem Auto kam, befand er, er käme da nicht rein. Obwohl er am äußersten Rand der Reihe stand, also auch niemanden rechts von sich stehen hatte, konnte er offenbar auch nicht auf der Beifahrerseite einsteigen. (Der Fahrer ist ein junger, schlanker Typ mit zumindest augenscheinlich nichtbehindertem Körper, kein 80-Jähriger mit 2 Krücken.) Warum weiß ich das? Der Fahrer beschloss, nachdem er beschlossen hatte, dass er unmöglich in sein Auto steigen kann, dass es an der Zeit sei herauszufinden wem das Auto gehört, das ihn „zugeparkt“ hat (übers Nummernschild ganz einfach möglich) und diese Person übers Telefon (weiteres Googeln muss hier involviert gewesen sein) anzupöbeln und als Idiot zu beschimpfen. Aber erst nachdem er versucht hatte, über Facebook Kontakt aufzunehmen, weshalb wir jetzt eben auch wissen, wer der Typ eigentlich ist (einer der in allererster Linie seine Fahrzeuge zu lieben scheint). Herr Rabe war am Telefon allerdings einigermaßen konsterniert, er wusste ja von nichts und plötzlich nannte ihn ein Fremder am Telefon Idiot.

Leute gibt’s.

Anbei noch Fotos vom Sonnenuntergang heute, vom Büro aus gemacht.

Tag 3100 – Bilder von kalt.

Ich muss dringend schlafen, aber heute war eh nicht so richtig viel los. Es ist nicht mehr ganz so kalt, deshalb habe ich, als Pippi Trommelunterricht hatte, ein paar Bilder gemacht.

Ehrlich gesagt finde ich diese farbarme, pastellige, Welt sehr angenehm anzuschauen, zumindest wenn die Sonne nicht so steht, dass sie einer direkt in die Augen leuchtet. Es ist auch alles sehr leise draußen, der Schnee und die Eiskristallschicht schluckt alles. Das ist schon alles sehr ansprechend, könnte nur noch etwas wärmer sein (und wäre dann wahrscheinlich nicht so).

Tag 3099 – Absurd kalt.

Es ist sehr hübsch anzusehen, da draußen. Ich habe leider keine Fotos gemacht, da einem draußen sofort die Finger abfrieren und das Handy eh nichts tut, wenn es so kalt ist, außer beeindruckend schnell die Batterie leeren. Aber stellen Sie sich einfach vor, wie alles, vom Zaun über den Baum bis zum Auto und rauheren Hausfassaden, mit einer dicken Schicht lose gepackter, ganz klarer und ganz leichter Eiskristalle bedeckt ist. Es ist kein Schnee, sondern, glaube ich, gefrorene Luftfeuchtigkeit, die sich da niederschlägt und wegen völliger Windstille auch bleibt, dabei lässt es sich vom Auto mühelos runterwedeln, wahrscheinlich würde es schon durch Anhauchen einfach wegfliegen, so leicht und locker ist das. Durch diese Eiskristallschicht ist alles nahezu farblos, aber auch nicht richtig weiß, wie Schnee. Das hier ist anders und wirklich, WIRKLICH schön.

Kehrseite der Medaille: es sind halt -25 Grad. Es tut sofort alles weh, was dem ausgesetzt wird, Stirn, Nase, Wangen, etc. Mein Brillengestell leitet die Temperaturen gefühlt umgehend an meine Schädelknochen weiter. Cardos hat aufgegeben und macht gar nicht mehr warm, außer in der Sitzheizung. Das heißt, dass innen an der Scheibe einige Eisblümchen sind, die da jetzt halt wohnen. Man kriegt sie nicht mehr weggepustet, auch mit Geduld nicht. Es sind nicht so viele oder so große, dass sie die Sicht behindern. Trotzdem ist Cardos einfach kein Winterauto. Man rutscht damit herum, es ist super kalt, ständig friert von innen die Scheibe zu und die Reichweite bei den Temperaturen jetzt beträgt lieb gemeinte 35 km – die Hälfte von dem, was Cardos anzeigt.

Aaaaaber man kann mit seinem Geld halt auch schönere Sachen anstellen, als Autos zu kaufen. Zum Beispiel es horten, wie Smaug oder Dagobert. Im Grunde bin ich irgendwas zwischen einer Ente mit Zylinder und einem schlecht gelaunten Drachen auf einem Haufen aus Geld. Einem sehr kleinen Haufen.

Tag 3098 – Kalt, kalt, kalt!

Der Nacken ist etwas besser, aber auch echt nur etwas. Ich habe eine Technik entwickelt, mit der ich das Wärmekissen mithilfe eines Buffes (also so ein Rundschal/Schlauchschal) an Ort und Stelle halten kann und solange das warm und da drauf ist, geht es halbwegs. Ich konnte das Erdgeschoss aufräumen und vegetierte nicht mehr nur stöhnend vor mich hin! Geige spielen geht auch (heute, gestern nicht…), aber wenn das auf der anderen Seite vom Hals wäre, ginge das vermutlich gar nicht. Ich liege jetzt also mit einem Fleece-Buff mit einem Wärmekissen darunter im Bett und werde vermutlich schwitzen wie ein Schwein, sorry, Herr Rabe. Nach draußen bin ich nur sekundenweise gegangen, um Müll und Pfand ins Bod zu bringen, das sind etwa 2 Meter und das reicht zur Zeit, damit einer die Nasenhaare einfrieren.

Die nicht vorhandene Luftfeuchtigkeit ist übrigens echt schlecht für die Pflanzen, insbesondere die Avocados. Beim Geige spielen muss ich deshalb meinen Bogen in der ersten halben Stunde dauernd nachjustieren und entspannen, weil ich für das Case einen Luftbefeuchter gekauft habe, aber sobald ich den Bogen rausnehme, „trocknen“ dann ja die Haare und verkürzen sich. Dann spiele ich plötzlich auf einem überspannten, steinharten Bogen und wundere mich, dass das alles so schwierig ist. Die Geige und auch die Saiten können das besser ab, und seit ich den Luftbefeuchter habe, muss ich auch deutlich weniger stimmen (und auch nur ganz selten mal nachstimmen), also insgesamt Daumen hoch für den Luftbefeuchter. Gut investierte 20 Euro.

Apropos Geige und gut investiertes Geld: vor Weihnachten und zusammen mit dem Luftbefeuchter habe ich mir endlich eine neue G-Saite gekauft. Meine war irgendwann im Herbst gerissen und ich habe dann eine alte von mir (nicht uralt, nur die, die ich abgenommen hatte, als ich das Saitenset geschenkt bekommen habe) drauf gezogen. Dass es mehrere Monate gedauert hat, bis ich die neue Saite hatte, lag an exekutiver Dysfunktion nicht auf meiner Seite. Aber dadurch hatte ich also mehrere Monate eine andere G-Saite als die anderen Saiten. Mich störten da die ganze Zeit die Nebengeräusche, die Saite klang schabend, aber ansonsten ganz ok (das war ebenfalls keine billige Saite gewesen) – dachte ich. Die neue Saite, die also einfach nur wieder zum Set passt, ist eine andere Welt. Das Schaben ist weg, der Ton ist viel voller, die Obertöne komplexer und alles viel „klingender“, selbst in höheren Lagen. Ich war echt etwas geschockt über den Preis (da kriegt man für andere Instrumente ein ganzes Set von wirklich guter Qualität für), aber das war‘s trotzdem wert.

Dafür habe ich möglicherweise einen Wolfston an meiner Geige gefunden. Tja, machste nix. (Also da macht man tatsächlich nix, außer vermeiden, den dort zu spielen.) Ich werd das mal noch weiter verfolgen, ob ich mir das nur einbilde oder es an mir liegt, das ist ebenfalls sehr gut möglich. Aber es ist schon auffällig, wenn man in einer Tonleiter „Klingel, Klingel, Klingel, Krächskrepelwürg, Klingel…“ hört.

Bitte entschuldigen Sie die Nerderie.

Tag 3093 – Driving through the winterwonderland.

Heute fuhr ich mit Michel nach Hamar. Dort mussten wir zu drei Orten: 1. Ikea, denn Michel wollte seine Geschenkgutscheine aus dem Adventskalender plus etwas Gespartes in einen riesigen Teddy investieren. Außerdem brauchten wir diversen supersexy Krams, wie Akkus und einen neuen Flickenteppich für den Flur, der alte löst sich in seine Flicken auf. 2. Coop Obs, Michel braucht neue Winterschuhe, seine alten lösen sich auf. Dabei kaufen wir schon die guten Markenschuhe, die andere Leute weiter verkaufen, weil die Kinder schneller rauswachsen als sie kaputtzukriegen sind. Michel: „Hold my Riesenbär“. Und deshalb, liebe Kinder, kriegt man für Kinder mit Buchstabendiagnose und dadurch erhöhtem Verschleiß an Klamotten in Norwegen etwas finanzielle Unterstützung. Weil Winterstiefel keine Saison halten. Gestern erst entdeckte ich einen sehr dicken Kratzer an Michels Brille, und die Zahnspange hat er auch schon wieder kaputtgeknirscht. Hurra. 3. Mini Einkaufszentrum, wo ich weitere sexy Dinge (Dauerbackfolie, die alte hat es nach mehreren Jahren Benutzung jetzt doch mal hinter sich) bestellt hatte und außerdem nach einem neuen Alltagsrucksack für mich schauen wollte, denn meiner stirbt langsam. Ich würde ohne mit der Wimper zu zucken den gleichen noch mal kaufen, nur gibt es den nicht mehr. Im Laden war aber die Auswahl zwischen schwarz, schwarz, schwarz, grau, braun, oliv und noch etwas mehr schwarz eher ernüchternd. Außerdem möchte ich nicht einfach einen riesigen Sack haben, in den alles oben rein in das einzige verfügbare Fach geschmissen wird. Da kann ich auch nen Jutebeutel nehmen, da habe ich auch schönere Farben zur Auswahl. Naja, dreimal dürfen Sie raten, weshalb ich so spät blogge: ich bin abends in ein Rucksack-Kaninchenloch gefallen.

Ansonsten war die Tour aber ein Erfolg.

Kind mit Baby, äh, Bär.

Auf dem Rückweg wollten wir dann noch Pippi abholen. Da mein Orientierungssinn ja nur rudimentär ausgeprägt ist, ließ ich das Navi navigieren, und das wählte aus irgendeinem Grund die scenic route, durch den Wald und über den Berg. Mit sehr vielen Kurven. Im Dunkeln. Wo es glatt und alles voller Schnee war. Mit beängstigend schnell leer werdender Batterie im Auto. Hurz.

Für das Bild habe ich natürlich gehalten.

Das ging 15 km so.

Schlauere bessere andere Menschen haben Decken im Auto, wenn sie im Winter irgendwo hin fahren, wo sie liegen bleiben könnten. Ich hatte nicht mal eine vernünftige Jacke an. Umdrehen ging nicht, weder Akku noch Platz, und ich hoffte nur, dass mir niemand entgegen kommt. Und dass kein Elch kommt, das hoffte ich auch. Beides passierte nicht und ich kam sowohl bei Pippis Freundin als auch zu Hause irgendwie an. Irgendwie = mit beschaulichen 18 Grad im Auto, um Batterie zu sparen, der orangenen Schildkröte leuchtend und um die Erkenntnis reicher, dass das Auto Reichweiten unter 15 km nicht mehr anzeigt.

Der Lader hängt glücklicherweise direkt da an der Wand.

Das brauche ich so dringend auch nicht wieder. Weder die Cruisingstrecke durch die Pampa, noch den Batterienervenkitzel. Aber die Tour mit Michel an sich war schön.

Tag 3083 – Im alten Zuhause.

Haaaaach, Bielefeld, Perle am Teutoburger Wald! Was bist du… nass und grau wie immer.

Wir sind gut angekommen. Die Überfahrt war zwar schaukelig, aber problemlos. Eigentlich ist es ja ganz gemütlich, wenn es brummt und schaukelt. Ich schlafe da sehr gut.

Hier in Bielefeld waren Herr Rabe und ich erst mal beim Bäcker und im Supermarkt. Beim Bäcker brauche ich keine Brötchen, wenn ich frisches Graubrot haben kann, das innen noch ein bisschen klebt. Supermarkt, selbst so ein relativ kleiner wie hier, ist immer ein bisschen wie Kirmes: ich bin gleichzeitig überfordert und begeistert von der Auswahl. „Guck mal hier, vegetarische Teewurst!“ „Ich hab den veganen Zwiebelschmalz gefunden, von früher!“ „KRITARAKI! Für das eine Hello Fresh-Rezept!!!“ „Lebkuchenaufstrich!“ „Zig Sorten Honig!“ und so weiter.

Ich würde mir 50% dieser Auswahl in Norwegen wünschen. Gar nicht mal alles, denn da ist auch viel Quatsch bei, Lebkuchenaufstrich zum Beispiel. Aber wie lange wir in Norwegen schon nach Kritaraki suchen, ist absurd. Und den Supermarkthonig aus Norwegen habe ich echt satt. Ich kann aufzählen, welchen Honig es gibt: Akazienhonig und „Berghonig“ aus der Quetschflasche. Den im Eimer, den in der Dose und den von Kolonihagen. Eigentlich ist nur letzterer ok und den gibt’s erst seit 3-4 Jahren. Das Angebot in Norwegen unterscheidet sich auch nicht von Kette zu Kette, es ist einfach immer überall das Selbe. Das ist vorhersehbar, ja, aber dann ist auch vorhersehbar, dass wir uns in Deutschland mit Honig eindecken.

Tag 3073 – Fertig!

Das Semester ist zu Ende getanzt. Weiter geht’s im Januar. Meine rechte Wade fühlt sich an, als hätte ich auf den letzten Drücker noch was übertrieben. Das ist leider realistisch.

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Nach ordentlich viel Schnee am Wochenende kommt jetzt noch mal zwei Tage ordentlich kalt (grad noch mal geschaut: es sind jetzt nicht mehr -19 Grad angekündigt, sondern nur noch -15, Hurra!) und am Wochenende dann +5. Ich habe heute gelernt, dass das auf Norwegisch „kakelinna“ heißt, also, äh, „Kuchentauwetter“. Diese durchaus übliche Tauwetterperiode im Dezember hat man nämlich früher im Volksglauben auf das Backen von Plätzchen und co. zu Weihnachten zurückgeführt. Das muss gewesen sein, bevor Thermodynamik erfunden wurde.

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„Alle“ haben Covid. Ich möchte bitte weiterhin nicht Covid haben. Bisher bin ich ja recht glimpflich davon gekommen, das darf gerne weiter so bleiben.

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So. Augen zu.

Tag 3063 – Kalt, kalt, kalt!

Deutschland hat Schneechaos, wir eher nicht so. Wir haben dafür den ganzen Tag über zweistellige Minusgrade. Bei mir führt das dazu, dass ich fast im Sommertempo* spazieren gehe, weil es so kalt ist, dass ich eigentlich von der ersten Minute an möglichst schnell wieder ins Haus will. Ich verstehe, dass sich Skifahrer*innen so Tapedinger ins Gesicht kleben, damit sie keine Frostbeulen an den Wangen kriegen. Apropos Skifahrende: die beschweren sich auch schon und möchten gern, dass die Mindesttemperatur für Wettbewerbe angehoben wird. Bei einem Rennen bei fast -20 Grad ist nämlich einem Skifahrer der P*nis abgefroren eingefroren sehr kalt geworden und das war wohl schrecklich unangenehm (kann ich mir vorstellen, das tut ja schon an Fingern und Zehen weh). Eine Skifahrerin konnte das ganze Rennen über kaum sehen, was wohl ebenfalls ein bekanntes Phänomen beim Ski laufen in hohen Minusgraden ist. Ich kenne mich mit Ski fahren ja nicht aus, aber ich habe es heute grad mal 20 Minuten draußen ausgehalten und so Rennen können ja wesentlich länger dauern. Da regelt der Körper das halt so, dass die inneren Organe alle schön warm bleiben so lange es geht, wer braucht schon Finger, Zehen oder P*nisse. Andererseits ist das wohl eh ein relativ bald an Klimakrise** sterbender Sport, müssen die selber wissen, ob sie dafür jetzt noch die Regeln ändern…

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* im Winter komme ich normalerweise wegen Eis, Schnee und mehr Kleidung nicht so schnell voran. Außer halt, ich bin quasi auf der Flucht vor den Temperaturen.

** Ich weiß gar nicht, ob das unter Extremwetter fällt, aber NORMALERWEISE haben wir Anfang Dezember noch nicht solche Temperaturen, das kommt eigentlich erst im Januar/Februar.

Tag 3062 – Ein bisschen was von allem.

– Es stimmt gar nicht, dass gestern nichts passiert ist. Mir ist eine Dose Tomatenmark beim Öffnen quasi explodiert und es war überall Tomatenmark, auch auf mir, in meinen Haaren, im Gesicht und auf meinen Klamotten. Die habe ich deshalb sofort gewaschen, also wirklich SOFORT und eigentlich hab ich auch fast sofort danach das Case meiner AirPods vermisst. Es ist mir sogar sofort eingefallen, dass es eventuell in der Hosentasche war. Unsere Waschmaschine lässt sich auch am Anfang des Waschprogrammes ohne große Verzögerung anhalten und öffnen, um noch eine Socke hinterherzuwerfen oder ein Airpodcase aus einer Hosentasche zu fummeln. Nass war es aber trotzdem bereits. Aber! Eine Nacht in Reis hat das gerichtet. Alles geht noch. Uff.

– die Kinder hatten heute Weihnachtskonzert mit dem Korps. Das war auch schon mal wesentlich schlimmer, aber es gab wieder die obligatorische Ohrenfressende Version von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, mit verwirrtem Trommler (nicht Pippi) und unfreiwilligen Polyrhythmen und random Tröts in Pausen hinein generell. Wir haben alle brav gesungen und die Kinder haben bestimmt gut gespielt. Gehört hat man nur Pippi, die hat nämlich Glockenspiel gespielt und das übertönt ein komplettes Korps. Hat sie aber gut gemacht. Weitere Beobachtung: Ich glaube, Tuba wirklich sauber zu spielen, ist schwierig. Aber ich höre auch besser als viele, mich kann man nicht als Maßstab nehmen. Tuuut.

– wir hatten ein weiteres Gespräch mit der Lehrerin von Michel. Das war ok. Ich habe allerdings das dumpfe Gefühl, dass es nur ok war, weil sich Michel diese Woche viel Mühe gegeben hat, die Klappe zu halten, und er letzte Woche ja die ganze Woche krank war (er hatte noch einige Tage lang ein warmes eines Ohr, das wahrscheinlich aber nur ein leicht entzündetes Ohr war, das keine Beschwerden machte. Da ist ein Fieberthermometer mit dem man im Ohr misst, natürlich irgendwie ungünstig). Wir werden sehen, wie sich das mit Michel und der Lehrerin weiter entwickelt. Aus Gründen will ich ihn weder aus der Klasse noch von der Schule nehmen, solange es noch halbwegs ok läuft. (Die einzige Alternative Schule wäre auch eine Waldorfschule und HELL NO, nur über meine Leiche.) Und vielleicht finden sie ja einen vernünftigen Ton miteinander.

– es ist arschkalt hier. Ich möchte das nicht, das ist zu kalt, wenn man kaum noch vor die Tür gehen kann, weil einem dann der Schnodder in der Nase gefriert. Was es aber gibt, wenn es sehr kalt ist und die Sonne stürmt, sind Polarlichter. Sogar bei uns hier im Süden gab es welche. Angeblich, ich hab keine gesehen, obwohl ich mir tapfer bei sternenklarem Himmel den Hintern abgefroren habe. meh.

Tag 3030 – Gruselig.

Heute 10 cm Schnee im Laufe des Tages. Ich möchte das nicht. Ich bin dazu noch nicht bereit. Die Schuhe, die ich heute anhatte, sind ebenfalls nicht für Schnee bereit und mein geplanter Mittagessen-Spaziergang musste ausfallen weil ich mir ungern den Hals brechen wollte. Null von zwei Autos sind für Schnee bereit und Cardos wohnt dann mal bis Mittwoch auf seinen Sommerreifen am Bahnhof – zu Mittwoch haben wir einen Reifenwechsel inklusive Bremsenservice* gebucht und die Werkstatt ist gegenüber vom Bahnhof. Im Zweifel können wir Cardos da hin schieben, der wiegt ja nix. Konacar ist morgen dran, hat aber heute von Herrn Rabe schon mal Winterreifen bekommen**, es werden also nur Bremsen geschmiert.

Blick aus dem Bürofenster.

Ich sage es immer wieder: Augen auf bei der Wahl des Wohnortes.

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*Muss man bei Elektroautos, vor allem wenn man mit hoher Rekuperation (also wie ein Go-Cart mit nur einem Pedal und keine Beschleunigung ist gleich Bremsen) fährt, regelmäßig machen, sonst rosten einem die Bremsen weg. Cardos hat keine Einstellung und sieht nicht nur aus, sondern fährt sich auch generell wie ein Go-Cart. Meepmeep!

**Wohl unter Einsatz seines Lebens, oder Konacars Leben, es wäre jedenfalls fast schief gegangen und war wohl sehr stressig deshalb.