Tag 912 – Ächz.

Heute Morgen sang ich noch Loblieder auf mein Sportprogramm und dass das ja jetzt gar nicht mehr so schlimmen Muskelkater macht wie am Anfang noch und dank meiner schnell wachsenden Muskeln* sieht man an Schultern, Armen und oberem Rücken schon Erfolge und im unteren Rücken merke ich dass er mir viel seltener wehtut und olé olé, super Sportprogramm.

Dann kam die 10-Minuten Total Abs Burnout Pilates Extra Credit Challenge** I’m Anschluss ans Total Upper Body Workout. Heute Nachmittag dachte ich noch, hmm, fühlt sich alles recht müde an. Dann fing der Körper beim Vornüberbeugen an, lustige Zuckungen zu produzieren.

Und dann hatte ich die brillante Idee, geliehene Schnittmuster auf in meinem unerschöpflichem Fundus*** gefundenen Schnittmusterpapier zu übertragen. Erst kroch ich dafür auf dem Boden herum, aber als Herr Rabe mich ächzend und fluchend vom Boden hochkommen sah, räumte er mir den Esstisch frei. Da stand ich dann in leicht vorgebeugter Haltung und jetzt bin ich fertig mit dem Abmalen, aber meine Abs**** sind jetzt auch wirklich für die nächste Woche so dermaßen ausgeburnt.

Morgen geht’s weiter. Mit dem Sport und den Schnittmustern auch.

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Auto-Lobhudelei: heute viel erledigt bekommen, sogar eine Bewerbung verschickt, obwohl meine Motivation dies zu tun heute auf einem Tiefpunkt war. Dafür eine Post-doc-Stelle in Kopenhagen gefunden, auf die ich mich auf jeden Fall bewerben werde. Das Thema ist nämlich sehr ähnlich zu dem, was ich hier in der Doktorarbeit gemacht habe und es ist ein industrieller Post-doc. Win -win.

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*Mir wurde schon zu viel Testosteron unterstellt, ich nehme ja an, dass meine Muskeln einfach immer ungefähr konstant da sind, aber bei längerer Nicht-Benutzung nicht mehr gut ansprechbar sind und dann auch nicht so sichtbar. Da braucht es nicht viel, um alte Formen wieder herzustellen. Wirklich irgendwas verändert hat sich nämlich nicht, nur etwas definierter ist es halt geworden.

** Diese Extra-Credit Challenges sind Zusatzaufgaben, die man machen kann, aber nicht muss. Ich sehr aber nur „Challenge“ und schreie sofort reflexhaft „Accepted!“. Ich arbeite daran, das abzustellen.

*** Ich hab das ja alles von meiner Oma geerbt, en bloc alles was in der Nähe der Nähmaschine lag. Ich muss nie, vermutlich die nächsten 10 Jahre auch nicht, Gummilitze kaufen. Und Nähgarn in fast allen Farben habe ich auch immernoch. Und eine Tonne Knöpfe. Und eben auch, etwas überraschend, eine Packung Schnittbogenpapier von Burda und ca. 1990. Praktische Sache! Danke, Oma!

****Abs sind Abdominal muscles also Bauchmuskeln. Burn out in dem Zusammenhang heißt, dass die Muskeln wirklich beansprucht werden sollen, bis man nicht mehr kann.

Tag 897 – Deine Mutter!

Im Moment ist ja ganz einfach gelöst, wer bei uns für die Betreuung kranker Kinder zuständig ist: ich. Heute war ich also mit zwei kranken Kindern zu Hause. Super. Bekanntlich kommt man zu viel, wenn man mit kranken Kindern zu Hause rumhängt. Ich kam nur deshalb zu was (was = drei E-Mails*, eine Dreiviertel Bewerbung**, 30 Minuten Sport*** und eine schnelle Dusche**** hinterher), weil die Kinder das iPad an Lach- und Sachgeschichten leergucken durften und Pippi zwei Stunden Mittagsschlaf machte. Nen Mutterorden gewinne ich damit auch nicht, aber zwei Kinder, die jetzt einigermaßen erholt sind und den Tag über zufrieden waren und sich nur wenig kloppten.

Morgen kann Michel hoffentlich wieder in den Kindergarten gehen – der hatte direkt nach dem Aufstehen leichtes Fieber und seither nicht mehr. Die Bewerbungen brennen mir sonst meine Nägel weg.

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Auto-Lobhudelei: Gepluster nett aber direkt formuliert. Viel darüber nachgedacht, weshalb ich ein super Trainee wäre. Sport gemacht und geschwitzt.

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*Gepluster 1-3. Gepluster 2 war auch schon erfolgreich.

**Die noch mit Herrn Rabe durchgegangen und festgestellt, dass ich gegenüber meinem CV sehr protective bin. Das ist ja auch mein Leben. Wenn Sie also, aus welchem Grund auch immer, Zugang zu meinem CV haben: mehr als Rechtschreibfehler bitte nicht mal erwähnen. Es ist für uns alle so besser, glauben Sie mir.

***Mein Body ist jetzt total getoned. (Oder wie ich sagen würde: im Arsch. Aber das bin nur ich.)

****Aus Witz und zum Ausprobieren vorm Duschen meine Nase konturiert. Nachdem ich so viel Drag Race geguckt habe, klappte das auf Anhieb super gut. Fernsehen bildet! Ich weiß jetzt, wie ich mit Stupsnase aussähe. Lustig, hauptsächlich. (Und dass man aus dieser langen, starken Nase echt ein putziges Näschen zaubern kann, hätte ich auch echt nicht gedacht. Aber man kann!)

Tag 646 – Der moderne Neandertaler.

Seit längerem nagt etwas an mir. Ich mache zu wenig Sport. Ich bin unfit, das stört mich am meisten und meine komplette Körpermitte ist… weich. Das gefällt mir so nicht. Das soll wieder fest sein und ich möchte auch bitte nicht mehr schnaufend im vierten OG ankommen, wenn der Fahrstuhl mal wieder vom Roboter belegt ist. Nun ja, man weiß, aus dieser Situation gibt es drei potentielle Auswege:

  1. Mehr Sport
  2. Weniger oder anders essen
  3. Akzeptieren, dass der Körper nicht mehr 20 ist (der Geist natürlich schon! Nur müder.)

Das Zweite kommt gar nicht in die Tüte. Ich esse gerne und noch viel lieber gut und Hunger ist für mich das absolut am schwersten zu ertragende Gefühl überhaupt. Diät wäre gar nicht mein Fall, egal welche. Ernährungsumstellung hin zu, keine Ahnung, low carb, low fat, Mediterranean blabla, wäre schon eher möglich, aber, haha, doch nicht mit kleinen Kindern. Oder ich koche demnächst immer zwei Mahlzeiten: eine für mich und eine für den Rest der Familie. Haaaahahaha. Nein. Also der Punkt ist für die nächsten 6-13 Jahre (je nachdem, wann hier welches Kind kochen lernt) raus. Bleibt ein Balanceakt zwischen 1. und 3. Und da kippte der Zeiger eben immer mehr zum Sport, bis meine Kollegin mir am Dienstag erzählte, sie habe vor Dienstags und Donnerstags zum Sport zu gehen, da sei Sport für Angestellte auf dem Hauptcampus. Das steht uns ja eh zu, zumindest einmal die Woche jedenfalls. Bisher ging ich zum Yoga, aber, wie soll ich sagen: morgens um acht in irgendeinem Raum auflaufen und nicht total abgehetzt sein, das klappt höchstens einmal im Monat. Deshalb erschien mir Sport am anderen Ende des Arbeitstages irgendwie praktikabler und ich sagte meiner Kollegin, dass ich heute gerne mitkäme. Und startete den Tag damit, hektisch meinen Sport-BH zu suchen*.

Meine Kollegin hatte keine Sportsachen dabei, weil sie vor Muskelkater von Dienstag kaum laufen konnte. Ich ging also allein. (Memo to self: nächstes Mal ein Vorhängeschloss mitnehmen. Und ne Wasserflasche.)

Heute war „Krafttraining“, da denke ich ja immer an Bankdrücken, aber schon in der Beschreibung hatte es geheißen, man benutze sein Körpergewicht für das Training. Der Raum war recht gut gefüllt mit mittelalten (45), mitteljungen (28) und ein paar ziemlich alten (65) Universitätsangestellten. Der Frauenanteil überwog deutlich. Fitnessstufen waren allesamt vertreten, von der ziemlich alten, hardcore durchtrainierten Frau bis zum Mann mit 9. Monats-Wohlstandswampe (Ich verzichte hier für die Fallbeschreibung mal auf Sternchen und so, die wirkten alle sehr im Einklang mit ihrer Geschlechtsidentität.). Das Training an sich sah so aus: 5 Minuten Aufwärmen mit Aerobic, dann immer so Intervalldinger: 25 Sekunden irgendwas tun (Liegestützen, Planking, Bauchmuskelzeug), 10 Sekunden Pause und Stellungswechsel, dann wieder 25 Sekunden irgendwas tun (Kniebeugen, Burpees, Telemarkhopp), das ganze vier mal, dann neue Übung. Am Ende gab es das kürzeste Dehnprogramm ever und es wunderte mich danach auch nicht mehr, dass meine Kollegin so üblen Muskelkater bekommen hat. Ich dehnte jedenfalls noch ein bisschen extra, so viel Zeit muss sein. Soweit ich das beurteilen kann, ist das Trainingsprogramm so aufgebaut, dass sich alle verausgaben können, die wollen. Es gibt genug „Extras“ für die besonders fitten und genug „Schonendes“ für Leute mit Zipperlein oder einfach keinem so hohen Trainingsanspruch an sich selbst. (Eigentlich war es ziemlich genau wie der Muttisport**, nur mit einer anderen Zielgruppe und ohne Babys und nicht in rosa. Und ohne Singen!) Ich verausgabte mich vorsichtig (hier Smiley mit Sonnenbrille denken) und beobachtete die Menschen um mich rum. 

Nun ist es ja so, dass ich seit der Schule seit der späten Uni-Zeit mit latenter Fitnesssucht nur noch tanzender und Yoga machender Weise unterwegs war. Yoga ist kein Wettbewerb (Naja… meistens nicht. Da fällt mir immer das Lied Wettentspannen von Peter Licht ein.) und beim Tanzen soll ja alles federleicht und einfach gaaaar nicht anstrengend wirken. Außerhalb des von mir gewohnten Kontexts war ich deshalb echt überrascht vom Trainingsverhalten erwachsener Männer. Vor allem im Kontrast zu den Frauen. Achtzehn von Achtzehn Frauen (ja, ich hab nachgezählt) schienen mittelmäßig angestrengt. Keine wirkte wirklich kaputt, obwohl viele das volle Programm ohne zu Murren durchgezogen hatten. Gegen Ende entwich manchen ein „Puh.“ und man konnte verstohlenes Handtuchtupfen und vermehrtes Trinkflascheansetzen beobachten.

Fünf von sechs Männern führten sich auf, als müssten sie grade mit bloßen Händen einen Bären erwürgen. Und zwar von Anfang an. Da wurde lautstark geächzt, gestöhnt, geflucht. Das Gesicht Todeskampfgleich verzerrt. Dem Kumpel in den Pausen zwischen den Übungen anerkennend-mitfühlend auf die Schulter geklopft, während der Kumpel vornübergebeugt, die Hände auf den Knien abgestützt den Kopf hängen lasst und „Gläääärchchchch“-machend die Lefzen hochzieht. Es war faszinierend. Wie im Discovery Channel! „Hier ein männliches Exemplar der Gattung Mensch. Um die Jagd nach Beute und die Flucht vor Feinden zu simulieren, trainiert er im Spiel mit seinen Artgenossen seine Ausdauer und Kraft. Erkennbar ist dieses Verhalten an den neonfarbenen Fußkleidern, die extra zu diesem Zweck angelegt werden. Das Ausstoßen gutturaler Grunzlaute während des Spiels ist ein nicht unerheblicher Bestandteil der sozialen Interaktion.“

Ich habe für die Diskrepanzen zwischen dem männlichen und dem weiblichen Trainingsanstrengungskommmunikationsverhalten folgende Erklärungsansätze:

  • Die Männer haben sich einfach echt viel viel mehr angestrengt.
  • Die Frauen waren alle viel fitter als die Männer.
  • Frauen fallen die Übungen leichter.
  • Frauen untertreiben sehr stark wenn sie angestrengt sind und lassen sich nichts anmerken.
  • Männer übertreiben sehr stark wenn sie angestrengt sind um Weibchen anzulocken und konkurrierende Männchen mit ihrem Imponiergehabe zu verscheuchen.

Ich werde das in der nächsten Zeit etwas beobachten. Ganz neutral, versteht sich.

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*war in der Schublade mit den Sportsachen. Überraschung.

** Meine Güte, war Pippi da noch klein! Keine sechs Wochen!

Tag 235 – Mein erstes Mal: Taverne. Korfu Tag 5

Beginnen wir chronologisch: mein Wecker klingelte heute früh um 07:00 Uhr. Um 07:18 stand ich endlich auf. Um 07:35 war ich fertig zum Laufen. Und ich lief und ich starb nicht, deshalb werte ich das mal als Erfolg. Auch wenn ich nur 20 Minuten unterwegs war. 

Herr Rabe hat am Vormittag eingekauft und dann ein Auto gemietet, sodass wir jetzt mobil sind. Hurra! Und wir können im Auto Musik hören, was Michel sehr freut. 

Mit dem Auto waren wir dann in Sidari und am Canal de Amour. Sidari ist eine Geisterstadt außerhalb der Saison. Richtig krass, mit Holzwegen, bei denen ein Drittel der Planken fehlt und so. Aber Canal de Amour ist schön, doch. Leider habe ich davon kein Foto gemacht, aber Herr Rabe hat ca. drölfzig. Zum Abschluss und weil Michel aufgedreht war ohne Ende waren wir noch auf einem völlig verlassenen Spielplatz. Das hatte schon fast Endzeitstimmung, wie da das Unkraut zwischen den Gummimatten hervorquoll. 

Weil wir dann ja eh in der Ecke waren, waren wir noch kurz beim Kap Drastis. Da fahren wir nochmal mit weniger nöligen Kindern hin, das sah nämlich von oben so aus:

 

Als Tagesabschluss ging es dann zum Essen in eine Taverne. Hier um die Ecke ist eine, die macht aber erst am 15. regulär auf, deshalb wanderten wir in den Ort, zur nächsten geöffneten. Atmosphäre war so mäßig, sehr britisch-touristisch, aber die Leute waren  unfassbar nett. Und Kinderfreundlich ohne Ende sind die Griechen. Oder vielleicht nur ohne Berührunsängste, ich weiß es nicht, jedenfalls wird mit Michel und Pippi geschäkert und gealbert woimmer wir hinkommen. So auch da. Und das Essen war einfach mjammijammischmackofatz! Herr Rabe und ich hatten beide was von der Korfiotische-Spezialitäten-Karte, er geschmortes Lamm, ich Pasta mit so einer Art Rinderschmorsauße. Köstlich. Mit Zimt und möglicherweise Nelken, das klingt jetzt vielleicht komisch, war aber wirklich richtig lecker. Michel hatte Pommes, wir hatten noch Tomaten-Gurken-Salat als Vorspeise, kostenlos gab es Fladenbrot mit Knobidipp und als Nachtisch Obst mit Zimt. Pippi aß begeistert ein paar Pommes und ziemlich viel Fladenbrot, überhaupt steht sie ja voll auf Brot, da passte das. Am Ende waren wir alle vier fast am Platzen. Und glücklich. Dazu ein Wein, ein Bier, ein Apfelsaft: 34€. Echt. 10% Trinkgeld kamen uns da etwas dürftig vor, zumal eben der Service auch sehr nett gewesen war, Michel total begeistert davon war, dass direkt vor der Taverne ein paar Wippen standen, ich wirklich das Gefühl hatte, als Familie mit Kindern willkommen zu sein, und so weiter. Wir ließen dann 5 € da (man will ja auch nicht gönnerhaft erscheinen, ich tue mich da immer schwer…). Und apropos Wippen: Michel wippte und wippte und wippte mit einem etwas älteren Jungen, vielleicht 6,7 Jahre alt, Brite. Michel sprach mit dem Jungen konsequent norwegisch. (Ich glaube, er denkt, alle die nicht deutsch sprechen, sprechen norwegisch.) Der Junge sprach Englisch. Es war recht amüsant anzusehen. Am Ende sagten wir Michel, er könne sich mit „Good bye!“ verabschieden. Das tat er dann auch. „Guubei! … Warum ich guubei esacht, Mama?“

Ach ja, das war ein schöner Abend. 

Tag 202 – 2000 kWh

Eigentlich wollte ich so viel schreiben heute, über Pippis Stoffwindelentwicklung, über mein Blogroll, das ich mal überarbeiten müsste, über mein schickes neues Ballettröckchen, das ich mir heute spontan gekauft habe, über voll geschminkte Muttis beim Sport, über Sport-BHs mit Ringerrücken unter Ballettrikots mit wild gekreuzten Spaghettiträgerlein. 

Aber dann hab ich doch ziemlich lange genäht, der Rock nimmt Form an, geflucht hab ich aber auch, und aufgetrennt und noch mehr geflucht, weil der dämliche Stoff an den Schnittkanten sehr schnell ausfranst und durch das Auftrennen hatte ich dann plötzlich an einer Stelle einen halben cm weniger Stoff und ich hab etwas Panik, dass mir der Rock am Ende zu klein sein wird. Egal, jetzt zieh ichs durch. 

Wegen des Nähens ist es jetzt aber auch schon ziemlich spät und Zeit fürs Augen schließen. Irgendwas aus der Liste oben dann morgen, ja?

Ach so, der Titel. Das ist unser Stromverbrauch im Februar. Wäääähähähähä. Altbau ist ja schick und so, alte Fenster sind aber leider alte Fenster. 

Tag 192 – Adieu, rosa Fitnessstudio

Die Tage des Muttisports sind gezählt (für mich). Aus mehreren Gründen. Erstens bin ich quasi austrainiert (Muhahaha), nein, im Ernst jetzt, ich habe schon länger nicht den Eindruck, als hätte das Training irgendeinen Trainingseffekt, weder komme ich großartig aus der Puste noch werden meine Muskeln müde. Heute wurde ich dann auch noch einer Partnerin zugeteilt, die ich da auch schon oft gesehen habe, also auch keine „Neue“, die hätte ich wahrscheinlich einfach umpusten können oder einhändig wegtragen. Und nach den Übungen war die komplett fertig und ich eben mal so gar nicht. 

Zweitens war da heute eine neue Trainerin, ich nehme mal an, die hat selbst keine Kinder, jedenfalls hatte die für 20 Babies ganze fünf Matten ausgelegt, da sollten alle Babies friedlich liegen. Die Babies, allen voran Pippi, hielten sich natürlich nicht daran, Pippi mähte die kleineren und/oder immobileren Babies einfach um und grabschte einem vielleicht 8 Wochen alten Säugling unsanft ins Gesicht, weil der unter einem Spieltrapez liegen durfte.  Um solche Übergriffigkeiten zu verhindern, setzte ich sie deshalb ins Laufgitter, das fand sie aber ziemlich blöd und ich auch, sie sah darin ein bisschen aus wie ein Löwe im Käfig und deshalb nahm ich sie auch da nach ein paar Minuten wieder raus und setzte sie einfach vor mir auf den Boden. Da krabbelte sie dann herum und ich hatte gut zu tun, sie davon abzuhalten, Fitnessequipment anzulutschen. Ich bin ja echt entspannt, was vieles angeht, aber  diese Therabänder und Gymnastikmatten und so, die werden selten saubergemacht und da springen täglich Menschen mit ihren nackten Füßen drauf rum. Bah. Genauso die Spielzeugkiste. Ich nehm immer eigenes Spielzeug mit. Ist wahrscheinlich ne Berufskrankheit. So ein klebrig-schweißiges Theraband oder ein ordentlich durchgelutschter Oball ist doch der ideale Nährboden für Keime aller Gruselstufen. Aber da Pippi jetzt ja ziemlich fix unterwegs ist, wird das deshalb zunehmend unentspannt mit dem Sport. 

Und drittens bin ich ja eh im April weg und ab Mai arbeite ich dann wieder. Bleibt noch der März, in der Woche vor Ostern (also der mit Gründonnerstag und Karfreitag) ist Norwegen aber eh geschlossen, also bleibt der halbe März. Und da hab ich noch Geburtstag und Besuch. Vielleicht sollte ich mir schon mal so YouTube-Fitness-Übungen suchen, weil eigentlich isses  schon ganz geil, so rundum trainiert zu sein, man (also ich) hat dann viel weniger Rücken und auch, aber das kann auch drölfzig andere Gründe haben, weniger Migräne. Und für weniger Migräne würde ich fast alles tun. Sogar zu Hause (womöglich noch im Beisein von Herrn Rabe) alberne Fitnessübungen machen. 

Tag 155 – Laaaangweilig

Unspektakulärer Tag heute. Das Baby war nach der gestrigen Impfung noch etwas mitgenommen und hat die erste Tageshälfte eigentlich komplett verschlafen. Dann haben wir Mittag gegessen: Rest vom Reis mit Scheiß von gestern und vorgestern für mich und etwas Karotte und Reis fürs Baby. Merke: Reis ist noch echt schwierig, selbst zu essen, wird aber gerne vom Löffel probiert. Was etwas lustiger war, war dass das Baby auch unbedingt mein Getränk (der ewige Stilltee…) probieren wollte. Ich tat also ein minibisschen in einen Spielzeugbecher und ließ es nippen. Der Gesichtsausdruck des Babys changierte daraufhin zwischen „Willst du mich vergiften???“ und „Das ist ja toll, gib mir mehr davon!“, und das bei jedem Schluck aufs Neue. So hatten wir unseren Spaß, bis mir einfiel, dass wir heute noch einkaufen mussten. Heute Kleinigkeiten, morgen Großeinkauf, so dachte ich, aber Herr Rabe dachte anders und so holte er uns zu Hause ab, dann holten wir das Kind, während er im Kindergarten war schrieb ich im Auto den Einkaufszettel fertig und dann gingen wir alle zusammen Einkaufen. Jetzt haben wir fast alles was wir bis nächsten Dienstag brauchen und können theoretisch eingeschneit werden. Nicht dass es schneien soll, die Vorhersage ist Saukalt – eventuell Schnee am Wochenende – Saukalt, sodass ich an den Schnee nicht recht glaube. Aber wir werden sehen. 

Heute geht’s mal früh ins Bett, morgen muss ich um viertel nach Acht beim Arzt sein, das heißt ich muss um viertel vor acht das Kind im Kindergarten abgeliefert haben, das heißt, es frühstückt da, das hat bei dem neuen Kindergarten noch nie so recht geklappt, wird also spannend. Und danach hat das rosa Frauenfitnessstudio „Magic Thursday“ mit drölfzig Extrakursen und Gedön und weil ich ja Mitglied bin kostet mich der Spaß nichts extra. Deshalb gehe ich morgen zum Babymassagekurs (hoffe doch sehr, dass die Babys uns gut massieren, höhöhö) und zu „Mama und Mini Magic“, was auch immer das sein mag.

Im Zuge des Liebster-Award-Artikels noch mal wehmütig daran gedacht, dass ich damals mit der noch ziemlich kleinen Babykugel im Regenponcho in der norddeutschen Pampa unter 69.999 anderen Leuten geweint hab, weil Blink182 einfach so eine unfassbar gute Show abgeliefert haben (und ich ein emotionales Hormonopfer war). 

Tag 119 – … und immer schön an den Beckenboden denken!

Das Baby und ich waren heute bei einem Physiotherapeuten-Gruppentreff mit anderen Babys. Ich dachte, das sei Pflicht, sonst hätte ich mir das gespart, denn die Informationen waren ungefähr wie folgt:

– Babys, die robben, aber nicht krabbeln können, auf glatten Boden legen

– Babys, die gerade krabbeln lernen auf rutschfesten Boden legen

– Babys nicht zu lange in Wippen/Kindersitzen/Türhopsern o.ä. sitzen lassen

– Beim Tragen auch an den eigenen Rücken denken

– zwischen 9 und 18 Monaten ist der Normalbereich fürs Laufen lernen, der Durchschnitt ist bei 13-15 Monaten

Und last but not least:

– Nicht das Beckenbodentraining vernachlässigen!!!

Danach sind das Baby und ich endlich mal wieder zum Sport gegangen. Beckenbodentraining machen. 

Tag 73 – Gehacktes

Der Tag war so lang und ich so müde dass ichs fast nicht zum Ballett geschafft hätte wegen fehlender Motivation. Ich war aber doch da und es war super gut. Werde sicher Muskelkater haben morgen, aber egal, wir haben heute 45 Minuten an der Stange gearbeitet und dann noch mal 45 Minuten nur an der Choreografie. Ich tanze zwar bei der Show nicht mit, aber so ein intensives Arbeiten an einem Stück finde ich nach wie vor gut. Und auch, das dann am Ende ca. tausend mal durchzuorgeln, bis einem der Schweiß richtig läuft. Wunderbar.


Das Kind fand es ganz und gar nicht gut, dass ich zum Tanzen wollte, weil es dachte (glaube ich jedenfalls), dass ich nicht wiederkomme. Das ist natürlich absurd, aber für das Kind deshalb ja nicht weniger schrecklich. Es war dann halbwegs ok, nachdem ich ihm versichert habe, dass ich ihm noch nen Gute-Nacht-Kuss gebe, wenn ich wiederkomme. Hab ich natürlich dann auch gemacht, aber es hat schon geschlafen, zählt das trotzdem?


Beim Statistikkursübungaufgabenbesprechungstermin festgestellt, dass ich nicht der einzige Idiot bin, der an der ein oder anderen Stelle einen Hirnknoten bekommt. Gleichzeitig festgestellt, dass meine Ergebnisse nur deshalb falsch waren, weil ich eine falsche Taste am Taschenrechner gedrückt hatte. Ich bin also Schrödingers Idiot: Doch nicht doof (weil im Prinzip der Lösungsweg ja richtig war) und doch doof (weil falsche Taste gedrückt). Hmm.


Mit Baby beim Baby-TÜV gewesen. Es hat die 95er-Perzentilkurve fürs Gewicht verlassen und ist jetzt „nur noch“ zwischen der 75er und 90er, was laut der Gesundheitsschwester „kein Grund zur Besorgnis“ ist. Ich soll trotzdem einmal extra fürs Wiegen kommen und blablabla. Wärs mein erstes Kind, würde ich mir jetzt Sorgen machen. Blöde Kuh. Außerdem hat die auch die Impfspritzen quasi in Zeitlupe ins Baby geschoben. Blöde Doofkuh. Sonst ist das Baby aber top entwickelt, super stark (wusste ich ja schon) und super fokussiert (wusste ich auch schon).


Im Kindergarten beim Abliefern des Kindes zur Unterschrift auf einem Zettel genötigt worden. Den Zettel hatte ich seit drei Tagen zu Hause vergessen, unterschrieben hatte ich auch noch nix, hatte das aber vor, ehrlich! Es geht drum, dass der Kindergarten eine heimliche, geschlossene Facebookgruppe hat, in der bisher Fotos vom Kindergartentag der Kinder geteilt wurden. Und jetzt hat jemand entdeckt, dass man Facebook ja hacken kann!!! Und dann könnte jemand, der „Facebook hackt“, ja die Bilder von (dreckigen, in Regenkleidung im Matsch spielenden) Kindern verkaufen und dann könnte der Käufer damit schlimmen Schindluder treiben! So wurde es uns jedenfalls auf dem Elternabend gesagt. Ich konnte mich grade noch so zusammenreißen, meine Hand nicht laut in mein Gesicht klatschen zu lassen. (Also wenn Sie jetzt unbedingt Bilder vom Kind  sehen wollen, müssen Sie nur Facebook hacken, ich hab das jetzt unterschrieben, dass ich mir des Risikos bewusst bin.)

Tag 56 – WMDEDGT 10/15

Da heute der 5. ist, hat Frau Brüllen zum WMDEDGT (Was machst du eigentlich den ganzen Tag?) aufgerufen. Schon alleine, weil ich mich das auch oft frage, hab ich mich diesmal zum mitmachen entschieden. Also denn…

  • 07:00/07:04 – 07:18/07:22 Die Wecker klingeln und ich drücke diverse Male auf Snooze, was gar nicht so einfach ist, weil das Baby seit der letzten Mahlzeit um 05:30 auf mir schläft und der Wecker neben meinem Kopf liegt.
  • 07:30 Ich stehe auf. Ich wälze das Baby von mir und dann mich aus dem Bett. Das Baby fängt umgehend an zu meckern, also nehme ich es mit. Der Klempner, der die Dusche reparieren soll, hat sich für 8 Uhr angekündigt und das letzte Mal, als er das tat, war er um viertel vor schon da. Ich möchte dann ungern noch im Schlafshirt sein.
  • 07:48 Ich bin mit Baby wickeln und anziehen fertig. Ich selbst bin noch im Schlafshirt. Aber immerhin war ich schon auf dem Klo.
  • 07:58 Ich bin vollständig bekleidet (Schlüpper, Socken, Stillshirt, Pulli, Joggingbuchse), habe mein Gesicht gewaschen und die Zähne geputzt. Duschen dürfen wir nicht, weil der Boden absolut trocken sein muss. Ich starte eine Maschine Windeln und schiebe dann den Wickeltisch von der Dusche weg vor die Waschmaschine.
  • 08:05 – 08:12 Ich mache Kaffee und bereite mein Müsli vor. Ich bin unkonzentriert beim Milch aufschäumen: der Kaffee wird zu heiß.
  • 08:15 Ich fange an zu frühstücken. Das Kind schleppt Spielzeugtiere an und teilt mir alle zu, bis auf den Papagei, das ist seiner. Ich freue mich.
  • 08:20 Der Klempner kommt. Auch ihm werden alle Tiere gezeigt und auch ihm wird erklärt, dass der Papagei dem Kind gehört. Der Klempner freut sich nicht und reagiert überhaupt kaum. Einmal sagt er „Papagei, ja.“.
  • 08:22 Das Kind stellt sich einen Hocker ins Bad und setzt sich hin, um dem Klempner zuzuschauen. Das Baby hat Hunger und ich freue mich sehr darüber, weil sich seit gestern meine Brüste wie steinharte, heiße Kugeln anfühlen, weil das Baby nicht trinken wollte. Wir stillen. Erleichterung. Ich esse weiter mein Müsli.
  • 08:23 Herr Rabe entfernt das protestierende Kind aus dem Bad.
  • 08:23 – 08:30 Ich lausche dem Kind-Anzieh-Prozedere im Flur.
  • 08:31 Herr Rabe und das Kind sind unterwegs. Das Baby ist satt und fröhlich. Ich packe mich wieder ein und lasse das Baby Bäuerchen machen. Es spuckt und lacht.
  • 08:33 Der Klempner kommt aus dem Bad und sagt, er sei fertig. Angekündigt waren zwei Stunden Dauer der Reparaturarbeiten. Aus Schaden klug besehe ich mir das Ergebnis. Ist ok. Ich bitte den Klempner, noch die Bohrlöcher von der alten Dusche zu verschließen. Er spritzt klares Silikon in die Löcher. Ich atme. (Irgendwann schreib ich diese Dusch-Odyssee noch komplett auf.)
  • 08:35 – 09:00 Ich gehe mit dem Baby wieder ins Bett und nehme den Kaffee mit. Der hat jetzt auch eine trinkbare Temperatur. Ich lese ein bisschen im Internet herum und schaffe es nach unzähligen Versuchen, ein annehmbares Selfie von mir, dem Baby und dem Kaffee zu machen, auf dem das Baby nicht zu erkennen ist. Ich richte das Bild als Twitter-Profilfoto ein und dutzel noch einen Hintergrund dazu. Dabei trinke ich den Kaffee aus. Das Baby schläft auf mir ein.
  • 09:00 – 10:30 Ich lese Purity, es ist wirklich sehr sehr gut. Kaputte Charaktere, etwas weniger Normalos als sonst bei Franzen, eher Freaks. Kaputte Beziehungen. Wie immer aus verschiedenen Warten erzählt, jede Sicht mit eigenem Stil. Hachz. Franzen for Literaturnobelpreis.
  • 10:30 – 11:00 Ich dödel noch ein bisschen im Internet rum, schreibe einer Freundin, verabrede mich mit einer anderen morgen zum Lunch und mit einer dritten morgen nachmittag zum Shoppen.
  • 11:00 Das Baby wacht auf und hat Hunger. Dankbarkeit, dass auch die andere Seite sich nach dem Stillen nicht mehr so hart anfühlt.
  • 11:14 – 11:22 Ich nehme das Baby mit ins Bad, stelle den Wickeltisch wieder um, wechsle die Windel, lass es dabei nackt strampeln mit einer Plastikwindel als Backup unterm Po. Schlau bin ich, denn
  • 11:18 Das Baby kackt. Merke: Tran stinkt auch verdaut noch nach Tran.
  • 11:28 Ich habe meine Sportklamotten an. Minus die Hose, die ziehe ich da erst an, ich lasse aus Faulheit die Joggingbuchse an. Ich räume die Wäsche in den Trockner, träufele etwas Teebaumöl auf einen der Waschlappen, schmeiße ihn auch in den Trockner und starte das Programm. Teebaumöl killt jeden Geruch, sogar Tran.
  • 11:35 – 11:45 Ich esse sehr schnell eine kurz aufgewärmte Portion vom Abendessen von Samstag: Kartoffel-Kohl-Lasagne. Dazu viel Tee, weil Durst.
  • 11:45 – 11:50 Ich packe den restlichen Kram zusammen, den ich zum Sport brauche. Also ein Tuch zum Baby drauflegen, Spucktuch, Schnuller, Wollsocken fürs Baby, meine Sporthose und eine Flasche Wasser. Wickelset und Unterlage sind noch im Rucksack.
  • 11:55 Wir brechen auf zur Bushaltestelle. Baby meckert den Kinderwagen zuerst an und starrt dann gebannt das Waschschild im Verdeck an.
  • 11:57 – 12:05 Warten auf einen Bus in die richtige Richtung.
  • 12:05 – 12:11 Busfahrt.
  • 12:11 – 12:16 Fußweg zum Fitnessstudio.
  • 12:15 Baby schläft ein.
  • 12:17 – 12:29 Ich schleppe das Kinderwagenoberteil die Treppe hoch, ziehe mich um, mache unseren Platz im Kursraum fertig, chille ein bisschen. Das Baby schläft.
  • 12:29 Das Baby wacht auf. Ich hole es.
  • 12:30 – 13:15 Muttisport, Krafttraining. Mit Terrabändern und Baby rumwuppen und Singen und allem. Wenn ich das Baby grad nicht als Hantel brauche, lege ich es auf den Bauch. Es drückt sich prima hoch und kann sogar die Arme schon wieder unter den Körper ziehen. Ich bin stolz.
  • 13:17 – 13:19 After-Workout-Stillrunde. Das Baby trinkt aus Gruppenzwang ca. 2 Minuten und grinst mich dann an. Wir gehen umziehen.
  • 13:25 Aufbruch beim Fitnessstudio. Die meisten Muttis stillen noch. Das Baby pennt nach 2 Minuten Kinderwagen fahren ein. Ich beschließe, mir einen Kaffee zu holen.
  • 13:30 – 13:40 Kaffeeholprozedere bei 7Eleven. Mir fällt beim Betrachten der leuchtenden Schildchen auf, dass mein rechtes Auge und mein rechtes Brillenglas schon wieder nicht mehr zusammenpassen.
  • 13:42 Es ist so schönes Wetter, dass ich beschließe, zu Fuß zu gehen. Nach Hause lohnt zwar jetzt nicht mehr, aber dann geh ich halt einkaufen.
  • 13:42 – 14:15 Mit größtmöglicher Langsamkeit gehe ich Richtung Kindergarten.
  • 14:15 – 14:30 Fußweg zum Supermarkt.
  • 14:25 Kurze Verwirrung, da Textnachricht von dritter Freundin: „Bin auf dem Weg“. Sie hatte sich mit dem Shoppingtag vertan. Blöd, morgen kann sie nämlich nicht.
  • 14:30 – 14:40 Baby meckert. Wir kaufen Geburtstagskram fürs Kind. Nicht-gegendert und ohne Disney. Pappteller, Plastikbecher, kleine Tütchen für Goodiebags.
  • 14:40 – 14:45 Baby meckert noch immer. Wir kaufen Käse und Bananen, ich schuckel-schiebe den Kinderwagen.
  • 14:45 – 14:55 Ich lasse mich schuckelnder Weise in der Apotheke zu Zahnpasta für empfindliche Zähne und entzündetes Zahnfleisch beraten. Kaufe Zahnpasta, die das zehnfache der Billigzahnpasta kostet, die ich sonst benutze. Lerne, dass man die Zahnpasta nur ausspucken soll, nicht nachspülen.
  • 14:52 Baby schläft wieder ein.
  • 14:55 – 15:10 Fußweg zum Kindergarten.
  • 15:10 – 15:20 Das Kind ist noch auf dem Klo. Ich bin umringt von Kindern, die das Baby angucken wollen. So beliebt war ich noch nie…
  • 15:25 Aufbruch vom Kindergarten. Das Wetter ist noch schön, das Baby schläft, das Kind will auf den Spielplatz.
  • 15:25 – 15:35 Fußweg zum Spielplatz.
  • 15:35 – 16:45 Spielplatz. Treffe auf Helikoptereltern und einen Fahrradfahrer in fast-professioneller Montur, der im Park hält um eine Zigarette zu rauchen. Das Kind malt mit einem Stock „Drachen“ in den Algen-Belag des Brunnens. Dann fällt der Stock ins Wasser und das Kind macht sich daran, Schuhe und Socken auszuziehen, um den Stock zurückzuholen. Ich schreite ein und sage, dass ich nach Hause möchte. Das Kind protestiert kurz dagegen, nicht im Brunnen baden zu dürfen. Dann gehen wir. Zu Hause gucke ich aufs Thermometer: Es sind 6°C.
  • 16:50 – 16:52 Das Kind verlangt nach Hustensaft. Genau genommen verlangt es nach einer Lakritzschnecke, mit der wir es zur Einnahme des Hustensafts bestechen. Hustensaft wird genommen.
  • 16:55 – 17:25 Das Kind ist müde. Wir gucken Sendung mit der Maus. Das Kind isst Lakritzschnecke. Das Baby stillt. Wir alle kuscheln.
  • 17:30 Herr Rabe kommt nach Hause und fängt an zu kochen.
  • 17:35 – 17:55 Das Kind springt ihm vor den Füßen rum, will auf den Arm oder helfen oder spielen oderoderoder. Dreimal fängt es wegen nichts an zu weinen und ich muss es trösten. Es ist wirklich, wirklich kaputt.
  • 17:58 Ich höre: „Fass das nicht an, der Topf ist heiß!“ – „Wääähhhh!!!“ Das Kind kommt angelaufen. Nichts passiert, aber es weint und will kuscheln. Wir kuscheln.
  • 18:00 Das Kind ist eingeschlafen.
  • 18:10 Herr Rabe zeiht das schlafende Kind um und bringt es ins Bett. Das Essen ist fertig.
  • 18:15 – 18:50 Wir essen gemütlich und reden über den Tag. Das Baby schläft auf mir und ich tropfe es mit Suppe voll.
  • 19:00 – 19:30 Herr Rabe geht sein Fahrrad reparieren. Ich und das Baby wechseln eine Windel und wandern dann wieder aufs Sofa. Ich dödel nochmal ein bisschen im Internet herum.
  • 19:30 – 21:40 Ich schreibe einhändig den Tag auf, weil ich mit der anderen Hand das Baby halte und/oder schuckel. Es dauert tausend Jahre. Zwischendurch muss ich stillen und einmal aufs Klo, mit Baby denn
  • 19:45 Herr Rabe bricht auf zum Fußball.
  • 21:30 Herr Rabe kehrt zurück und zieht sich um. Auch er darf nicht duschen. Wir stinken gemeinsam.
  • 21:40 – 21:51 Ich schreibe beidhändig den Rest des Tages auf. Das geht viel schneller. Herr Rabe liegt mit dem Baby im Bett. Ich gehe da jetzt auch hin, nachdem ich mir mit meiner neuen Zahnpasta die Zähne geputzt hab. Die Wäsche leg ich morgen zusammen.

Gute Nacht :)