Tag 215 – Hurra! oder Wie ich mal fast im Knast war. 

Pippi hat einen Kitaplatz in Michels Kita bekommen! Heute Morgen kam eine SMS und eine Mail, jetzt müssen wir den Platz natürlich noch annehmen aber das geht auch online und ist kein Problem (nur dran denken muss man). Puhhhhh, da fällt mir nicht nur ein Stein vom Herzen. Ich gestehe, ich war ziemlich nervös, obwohls ja eigentlich klar war, aber nachdem wir im letzten Jahr eben auch schon einmal einen Platz (für Michel) in der Kita „sicher“ hatten und den dann eben doch nicht bekamen war ich eben etwas besorgt. Damals kamen wir im Kindergarten an, Michel im Schlepptau, eigentlich nur um den Kindergarten nochmal genauer anzugucken, in dem wir sicher waren einen Platz zu haben, nachdem Leitung und Kommune uns das zugesichert hatten. Und dann war irgendwie Michel wegen Chaos mit unseren Personnennummern nicht auf der Liste gewesen und die Kitaleitung musste den Platz an andere Kinder vergeben. Als ich das endlich raffte, fing ich (voll erwachsen) im Essensraum der Kita an zu flennen und konnte nicht mehr aufhören (immerhin war ich ja auch schwanger und stand voll unter Hormonen). Nachdem ich mich zu Hause von meiner Heulerei halbwegs erholt hatte, schrieb ich eine wütende, aber noch sachliche Mail an die Kommune, wie das passieren konnte. Die Kommune schob es auf die Kita, die Kita auf die Kommune (Spoiler: es war der Fehler der Kommune). Es folgte ein Tag, an dem drölfzig emails in scharfem (ich) bzw. desinteressiertem (die Kommune) Ton* hin und her gingen, bis ich irgendwann versehentlich den Reply- statt des Forward-Buttons erwischte, als ich eine, in meinen Augen, besonders dreiste mail der Kommune mit dem wütenden Kommentar „Ich töte sie alle!“ versehen an Herrn Rabe weiterleiten wollte. Die Mail ging also wieder an die Kommune, ich entschuldigte mich zwar sofort aber es folgten zwei Tage eisige Stille und dann eine Mail in astreinem Juristendeutsch, dass die Mitarbeiter der Kommune vor Morddrohungen und ähnlichem geschützt würden und sie deshalb die Mail an die Ermittlungsbehörden weitergereicht hätten. Hupsi. Ich sah mich schon im Knast, meine Kinder würden mir weggenommen, schlimmste Albträume, Heulkrampf. Herr Rabe wurde kurzerhand Familie Rabes Single Point of Contact mit der Kommune, ich entschuldigte mich ausführlich und reumütig und erklärend nochmals bei der Kommune (ließ aber das „und ich bin auch schwanger und quasi unzurechnungsfähig“ weg) und harrte der Dinge die da kommen mochten. Im Endeffekt rief mich ein Herr von der Polizei irgendwann im Juni (?) einmal an, nahm mir das Versprechen ab, in Zukunft keine Menschen mehr mit dem Tod zu bedrohen und legte dann das Verfahren zu den Akten. Und dann bekamen wir doch noch den Platz, zwei Tage bevor die Eingewöhnung in einer wieder anderen Kita starten sollte. Wieder Heulkrampf, diesmal aber wegen frisch entbunden und Babyblues und Pläne kaputt und doppeltem Kitabeitrag für drei Monate wegen Kündigungsfrist (waren am Ende dann doch nur zwei, aber trotzdem teuer). 

Dieses Mal also einfach total froh, dass es ganz ohne Tränen mit dem Kitaplatz geklappt hat. 

(*Was sich auch scheiße anfühlt: wenn man sich Mühe gibt und auf Norwegisch schreibt und Antworten konsequent auf Englisch kommen.)

4 Gedanken zu “Tag 215 – Hurra! oder Wie ich mal fast im Knast war. 

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