Tag 1429 – Ferientag 8.

Pippi und ich haben heute einen Ausflug gemacht. Es war wahnsinnig spannend, quasi Ferienentertainment in Reinkultur. Wir waren in Oslo und haben unsere Winterbettdecke gewaschen (ehrfürchtiges Raunen vorstellen).

Es ist ja so: die Winterbettdecke, das wissen wir durch ein sehr spät nachts trocken werdendes Kind, liegt knapp über der Leistungsgrenze unserer Waschmaschine. Sie passt zwar rein, aber wenn sie dann richtig vollgesogen ist, schafft die Maschine das Schleudern nicht mehr, sie müht sich schrecklich ab aber die Unwucht ist zu groß und irgendwann gibt sie auf und man muss irgendwie versuchen, ein klatschnasses, tonnenschweres Stück Stoff trocken zu bekommen. In Trondheim kam ich deshalb irgendwann auf die geniale Idee, dafür in einen Waschsalon zu fahren, denn da gibt es bekanntlich deutlich größere Waschmaschinen. Nun ist Eidsvoll halt Eidsvoll und hier gibt es selbstverständlich keinen Waschsalon. Auch Jessheim hat keinen, Lillestrøm auch nicht, in Oslo gibt es ganze 2. Ich weiß nicht warum, aber Waschsalons sterben aus. Jedenfalls fuhren wir also dafür nach Oslo.

105 Kronen hin,

122 Kronen Waschmaschine,

115 Kronen Trockner,

105 Kronen zurück.

Hmmhmm. Würde ich nicht Reinigungen zutiefst misstrauen, nachdem wir mal Kissen (Daunengefüllt) haben reinigen lassen und das ewig dauerte und die Kissen danach sogar noch rochen wie vorher, würde ich sagen: das ist es ganz und gar nicht wert.

Aber so war es tatsächlich ganz lustig. Auch wenn die Besitzer*Innen des Waschsalons sehr hektisch herumsprangen und permanent irgendwelche Knöpfe drückten und mich anherrschten, weil ich zu langsam am Automaten bezahlte. Immerhin konnte ich mit meinem eigenen Waschmittel waschen, in der Dosierung, die ich möchte (da bin ich eigen) und ich weiß, die Bettdecke war immerhin einmal nass und dann einmal sehr warm, also dürften auch tatsächlich die meisten winterlichen Schlechtigkeiten nun raus sein.

Im Waschsalon hatten wir noch ein bisschen extra Unterhaltung, weil plötzlich, während ich die Wäsche von der Riesenwadchmaschine in den Riesentrockner umstopfte, die Tür aufging und ein (westlich-weiß aussehendes) Mädel im Sari hereinkam. Und dann noch eins. Und dann noch ca. 30, nicht alle davon westlich-weiß, aber alle in Saris oder gebatikten Tuniken, mit Punkten auf der Stirn und einige hatten Trommeln dabei. An der Bushaltestelle hatte ich von einem Hare-Krishna-Camp gelesen und mein durch Krimibücher geschulter Verstand schlussfolgerte, dass die bunte (Muhahaha) Truppe wohl daher kommen musste. In dem kleinen Salon war es schlagartig sehr eng, niemand sprach Norwegisch und ich war sofort von der Gesamtsituation überfordert. Die Mädels (und einige ganz wenige Jungs) hatten jede ein kleines Wäschenetz dabei und planten offenbar, jede für sich zu waschen. Schon eine normale Maschine hätte drei, vier dieser Netze gefasst, die Riesenmaschine bestimmt 8-10. Auf die Idee kamen aber diese ganzen Menschen nicht, stattdessen warteten die einfach alle, manche setzten sich hin und fingen an zu trommeln, bis eine Art Betreuer kam, der einen weißen Punkt auf der Stirn trug und ca. doppelt so alt wie der Rest war. Der handelte dann mit dem Waschsalonbesitzer, da trafen Welten aufeinander, es war geradezu lustig, bis es mir unangenehm wurde, denn der Waschsalonbesitzer nahm die wirklich arglosen und friedfertigen Hippies gnadenlos aus, verschwieg die großen Maschinen in der Ecke gekonnt und konnte sogar einen Teil davon überzeugen, für 120 Kronen das Kilo (!) die Wäsche von ihm waschen zu lassen. Vorteil: dann können sie die in anderthalb Stunden gewaschen und getrocknet abholen. 120 Kronen das Kilo, in der 10 Kilo Waschmaschine und dem entsprechenden Trockner (Preise siehe oben)… da hat der gute Mann echt ganz netten Umsatz gemacht, an einem Haufen Batikhemden-Jugendlicher, die, so schien es mir, die anderthalb Stunden trommelnd vor dem Waschsalon warten würden. Ich holte unangenehm berührt von dieser Raffgier Geschäftstüchtigkeit die Decke aus dem Trockner und zog mit Pippi und einer noch warmen, nach nichts duftenden Bettdecke von dannen.

Tag 1428 – Ferientag 7 (verschenkt).

Morgens aufgewacht mit einem Migräneanfall, der der Sorte angehörte, die ich glücklicherweise nur noch ganz selten habe: mit Übelkeit, Lärmempfindlichkeit, dem Bedürfnis was in meine linke Schläfe zu bohren und Resistenz gegen eine normale Dosis Triptane. Es ließ sich alles organisieren, Herr Rabe blieb etwas länger zu Hause, übergab Michel der Freundesmutter, die ihn mitnahm zu den Ferienspielen und Pippi guckte halt heute echt exzessiv Tablet. Nach einer zweiten Tablette gegen Mittag ließ sich der Restschmerz aushalten, dafür war halt mein Kreislauf ein schlechter Witz und dieses seltsame Ziehen im Hals ist auch unangenehm aber alles besser als Migräneschmerz! Trotzdem war mit mir halt nix anzufangen, ich konnte nicht mal irgendwo anrufen, weil ich das Gefühl hab, meine Zunge ist schwer und ich lalle so leicht rum. Vielleicht war es für Pippis Rotznase aber auch ganz gut, wer weiß. Jedenfalls: halt nix, aber auch wirklich gar nix von meiner langem To-Do-Liste auf die Reihe bekommen heute. Völlig verschenkter Tag.

Herr Rabe versorgte mich zwischendrin mit Unterhaltung. Wenn Simone Giertz mit Laura Kampf einen Tesla zersägt, bin ich doch dabei!

Pippi ging heute sehr viel besser ins Bett. Erst meinte sie zwar zu mir, ich solle doch den Stuhl einfach neben ihr Bett stellen (schlaues Mädchen) aber das lehnte ich liebevoll aber bestimmt ab. Mehr Abstand, liebes Kind, ich brauche mehr Abstand. (Die ist so putzig, und gleichzeitig so anstrengend. Die große Maus.)

Abends dann noch mein neues Spielzeug mit meinem neuen Abenteuer zusammengebracht. Ja, das ist ein total überteuertes Technikdingsi, ich möchte nicht darüber reden.

So hübsch!

Dass ich seit ich die Uhr bestellt hab, versucht habe, den allerbesten Bildschirmschutz zu bekommen, sagt viel über mein Vertrauen in meine Vorsicht meine Erfahrung mit Touchscreens. Mein FitBit hatte ja auch nach einer Woche schon einen Kratzer am Display, weil ich die Uhr beim Putzen umgelassen hatte und damit unterm Küchenoberschrank langschrappte. Da war lackierte Pressspanplatte härter als das Display. Aber die Uhr soll so schön bleiben und deshalb suchte ich. Weil ich ein YouTube-Influencer-Opfer bin kaufte ich nach dem Ansehen dieses Videos dann Liquid Glass. Ich bin skeptisch. Man wischt mit dem einen Tuch, dann mit dem anderen Tuch und am Ende mit einem dritten Tuch und dann soll das besser sein als Panzerglas zum Draufkleben (es gibt für dieses Modell der Apple Watch leider noch kein Glas von meiner bevorzugten Marke). Nun. Es fühlt sich an wie Magie, vielleicht ist es Magie, aber wer heilt hat Reicht wenn’s trotzdem funktioniert soll’s mir recht sein.

Und nun ins Bett. Der Kopf geht immer noch nicht wieder richtig.

Tag 1427 – Ferientag 6 und Tschüss, Besuch.

Heute war der erste Tag von Michels viertägigen Ferienspielen und gleichzeitig Abreisetag für meinen Bruder. Die Ferienspiele sind eine „Balanceschule“ mit Parcouring, Trapez- und Seilartisterie und Balance/Koordination. Oder wie Michel sagt „wir haben Aufwärmen gemacht und Stretching und ein Mädchen [die eine Trainerin, die dem Mädchenalter auch schon gut entwachsen sein dürfte] kann gefährliche Sachen an einem Seil machen, das von der Decke baumelt, sonst weiß ich auch nicht mehr“. War wohl aber gut. Was auch immer sie da taten.

Pippi ist ein wenig überdreht ohne Michel. Das werden spaßige 3 Tage noch.

Michels Uhr fiel gestern am See auf die Steine und das Uhrglas brach. Die Reparatur des Glases wird mehr kosten als eine neue Uhr und ca. drei Wochen dauern, weil Ferien sind. Trotzdem machen wir das und kaufen nicht einfach eine neue Uhr, denn ich kriege bei der Wegwerfeinstellung der Gesellschaft in Anbetracht der Müllberge auf fernöstlichen Inseln echt zu viel und hoffe, Michel lernt so mehr draus. Dass das Geld für die Reparatur oder halt eine neue Uhr von seinem Sparkonto kommt, kriegt er ja so noch nicht mit, das Konto ist für ihn ganz abstrakt. Drei Wochen ohne die neue Uhr sind da eindrücklicher.

Projekt „Kinder schlafen alleine ein“ läuft heute eher mäßig. Seit gestern sitze ich nicht mehr neben dem Bett sondern 2 Meter weiter am Kinderschreibtisch. Pippi findet das total kacke und boykottiert das Einschlafen. Durst, Pipi, Nase läuft, Spieluhr, Kuscheltier, dies, das, jenes. Bloß nicht einschlafen. Hoffentlich ist das jetzt nur ein kurzes Aufbäumen gegen diese schier unmenschliche Behandlung durch uns, jeden Abend diskutiere ich nicht mit so einem laufenden Meter herum. Davon abgesehen: 10 Minuten mit dem Kind kuscheln vs 60 Minuten mit dem Kind diskutieren und es immer wieder ins Bett schicken – wenn es so bliebe sähe ich da null Vorteil.

Außerdem ist mein Bruder heute nach Hause gefahren und ich bin ein bisschen traurig. Das war eine schöne Woche. Schnüff.

Tag 1426 – Flötensee.

Naturseeing wurde es. Genau genommen unser kleiner Badesee mit Strand, genannt Fløyta (Flöte). Dass es nur 18 Grad warm war (nicht im Wasser, in der Luft) juckte die Kinder überhaupt nicht. Auch nicht, dass das braunes goldenes Moorwasser ist. Hauptsache Wasser.

Pippi vermiete ich demnächst als norwegisches Kindermoden-Naturmodel.

Der Kopf der da im oberen rechten Bilddrittel aus dem Wasser guckt, ist mein Bruder.

Das war schön. Auch wenn danach zwei durchgefrorene Kinder mit Engelszungen zum Verlassen des Wassers überredet werden mussten. Hachz.

Tag 1425 – Sehenswürdigkeiten.

Also, ich fühle mich ein wenig schlecht deswegen, aber wir haben meinem Bruder heute das supersexy Käsebrot Einkaufszentrum in der nächsten größeren Stadt gezeigt. Da kann man immerhin Pokémon fangen Foundables befreien. An sich finde ich Einkaufsbummel in den Ferien ja schön, weil man dann die Muße hat, aber mit zwei überdrehten Quatschnasen am Bein die Verkäuferin davon überzeugen, dass ich echt nur drei Jogginghosen habe und deshalb auch nur zwei (wegen drei-für-zwei-Angebot) bezahle und ganz sicher nicht vier, das ist dann nicht so schön. Für sowas hätte ich lieber keine Kinder dabei, dann geht das auch dreimal schneller. Aber dann würde Michel auch kein Damenfußballnationalmannschaftstrikot haben wollen, das wäre natürlich zu bedenken. Wie dem auch sei: das shoppen muss mal aufhören, die Kinder haben nun alles und noch mehr. Ok, ne Trinkflasche für Michel und Brotdosen für beide, das noch. Dann ist aber echt mal gut!

Und morgen dann vielleicht mehr Sightseeing. Oder Naturseeing. Was anderes als Shoppingcenterseeing jedenfalls.

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Muss darüber nachdenken, dass Leute unser Familienleben als abschreckend empfinden. Kinder haben sei ja voll anstrengend. Hmmhmmhmm.

Ich lieb meine Kinder ja, aber grundsätzlich finde ich, es muss echt nicht jeder welche kriegen. Genau genommen kann ich vom Kinderkriegen aus vielen Gründen rational gesehen nur abraten und das einzige Argument pro Kinder ist so diffuses „wollte ich halt irgendwie“.

Ich würd gern weniger Sorgen haben. Zum Beispiel darum, ob meine Kinder nen Schaden kriegen, wenn ich so übers Kinderhaben rede. Dabei sind die doch das allerwertvollste, was ich hab. Weshalb ich mir ja dauernd Sorgen mache. Gnah.

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Muss im Urlaub:

  • Mehr Trinken
  • Mich mehr bewegen
  • Mehr allein sein
  • Mehr schlafen

Das werde ich nächste Woche alles mal angehen. Mit mehr Trinken (Wasser! Und kalten Pfefferminztee) hab ich schon angefangen, das lässt sich ja recht einfach in die normalen Abläufe integrieren.

Tag 1424 – Etwas bissig.

Ich weiß nicht, ob es der Koller ist, den ich gestern verspürte, ob es überhaupt ein Koller ist, aber ich bin im Moment grad ungnädig. Hätte ich nicht so eine ausgeprägte Impulskontrolle*, würde ich wohl noch viel öfter rumranzen, vor allem in den „Sozialen“ Medien. Gefühlt nur Idioten da. Seize the day, während die Arktis brennt, immerhin hat man keinen Krebs. Noch nicht. (Wie gesagt. Bissig, ungnädig, negativ, schlecht gelaunt, jedenfalls kann ich mich grad selbst kaum ernst nehmen, tun Sie das besser auch nicht.)

Michel hat eine neue Uhr, nachdem bei der alten das Armband kaputt und das Uhrglas zerkratzt war. Die Uhr hat er sich selbst ausgesucht, im Internet. Es gab ein paar Vorgaben, vor allem den Preis betreffend, aber im Grunde hab ich ihn machen lassen und am Ende haben wir die ausgesuchte zur Ansicht in den örtlichen Juwelier bestellt. Heute abgeholt, nach Check ob die um seine dünnen Handgelenkchen denn überhaupt passt. Tut sie und sie ist richtig cool und bestimmt gewöhne ich mich schnell an die begeisterten Ausrufe von der Autorückbank: „MAMA! Es ist zwei Uhr!!!“.

Auch Michel: kennen Sie noch Kirby, das kleine Bubble-Viech auf dem Game-Boy? Kirby kann Luft einsaugen und dann fliegen, aber auch Gegner einsaugen und runterschlucken um Special Features zu bekommen oder ausspucken um andere Gegner abzuschießen. Jedenfalls macht Michel beim Spielen das Saugen jedesmal mit, es ist zum Knutschen. Huiiib. Huiiiiib! Und dann bläst er die Backen auf, wie Kirby, wenn er fliegt. Unbewusst das alles. Ich platze vor Hachzigkeit noch irgendwann.

Am Nachmittag die Schneckenerde getauscht, das war nötig. Mein Bruder denkt jetzt, Schnecken wären sehr aufwändige Tiere, dabei hatte ich das nur schon eine Weile nicht gemacht und dementsprechend mit der Reinigung des Terrariums (festgetrockneter Schneckenschleim…) gut zu tun. Jedenfalls haben die Schnecken nun wieder zwei Farne, die auch lebendig aussehen und feiern das sehr indem sie sie anfressen. Anstatt des Radieschengrüns, das ihr Futter sein sollte. Tjanun.

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*Nicht, dass Sie denken, das sei was tolles. Wie immer wär ein Mittelding gut.

Tag 1423 – Ferientag 4.

Leichter Koller heute. 12 Stunden lang für beide Kinder im Grunde allein zuständig zu sein, schlaucht ganz schön. Weiß nicht, wie ich das finden soll, ich würd ja gern entspannen, aber so richtig will keine Entspannung aufkommen, wenn ich um sechs von Herrn Rabes Wecker und um sieben von dessen Tochter geweckt werde. Hrmpf.

Heute zwei Ausflüge getätigt, wider dem Koller oder so. Nämlich zum Bauernhof um, äh, Würstchen zu kaufen.

Da dieses Lamm mit der Flasche aufgezogen wird, ist es eher so ein Hündchen und wird vermutlich auch eher kein Würstchen.

Das war alles sehr idyllisch, dieses Jahr wächst und gedeiht alles auf dem Bauernhof, nur die Himbeeren, die leiden noch ein bisschen nach unter dem Dürresommer 2018, die sollten wohl ca. doppelt so hoch sein, wie sie sind. Hängen aber voller Beeren, also meckern auf halbhohem Niveau.

Von dort aus liefen mein Bruder und seine Freundin in den Ort (und verfransten sich, ich fühle mich ein bisschen schuldig), ich fuhr mit den Kindern zu IKEA. Am Gästebett ist eine Latte gebrochen, für meine drülfzig Natures (huiii Luxusproblem) sind mir die Zeitschriftensammler ausgegangen, im Flur sind schon wieder die Glühbirnen kaputt und so generell kann man da ja schnell mal nen halben Tag rumbringen, zumal einen, an dem nur 13 Grad sind und alle deshalb meckerig drauf sind. Im Auto schlief Pippi ein und war danach mies drauf, was sich erst mit der Aussicht auf Småland änderte. Da blieben dann auch beide Kinder, sodass ich es tatsächlich schaffte, alles einzukaufen was ich wollte, plus dies und jenes an Gedön – die Muße fehlt sonst oft. Jetzt haben wir zum Beispiel endlich wieder zwei heile (!) Knirpse im Haushalt. Sogar Bettwäsche kaufte ich, aus der Fundgrube. Fast wie früher, ohne Kinder.

Eine Stunde Rückfahrt später dann leckeres Abendbrot. Wir haben zum ersten Mal die einigermaßen gehypten Burger-Patties von Beyond Meat ausprobiert und ich muss sagen, das war sehr lecker. Schmeckt wie Fleisch, das muss man natürlich mögen, die Optik ist auch fast so, die Haptik auch und man kann es so braten, dass es innen rosa und saftig bleibt. Für mich definitiv geeignet als Fleisch-Ersatz.

Tag 1422 – Ferientag 3.

Tag im Schnelldurchlauf:

  • Michel zu Freund B. gebracht. Pippi freundet sich gaaaanz laaaangsam mit Golden Retriever Alva an. In Zeitlupe. Heute, nach fast einem Jahr, hat sie sie zum ersten Mal aus eigener Initiative angefasst.
  • Versucht, in Eidsvoll eine Waage aufzutreiben. Gescheitert. Beschlossen, dass Pippi über 15 kg wiegt.
  • Einen Kindersitz bestellt. Es mir dabei ganz einfach gemacht und alle Erkenntnisse und Entwicklungen auf dem Gebiet der Kindersitze Klasse 2/3 der letzten dreieinhalb Jahre links liegen gelassen und den gleichen Sitz, den Michel hat, in rot bestellt. Mit dem sind wir nämlich sehr zufrieden und man muss ja echt nicht dauernd das Rad neu erfinden.
  • Mit Pippi, meinem Bruder und dessen Freundin in den Ort spaziert, einen Kaffee getrunken und Eis gegessen, immer in grade noch so Reichweite des Inns, in das mein Bruder und ich drei Dark Detectors geworfen hatten. Hin und wieder was befreit, ansonsten unterhalten und Pippis Nase geputzt.
  • Zu Hause Michel vor der Tür getroffen, der grad nach Hause gebracht worden war und sich wunderte, wo wir sind (die Mutter von B. war auch noch da, nicht dass Sie sich wundern).
  • Nochmal losgedüst, Veggiepølse kaufen.
  • Einkauf in Empfang genommen.
  • Geschminkt (ja, die Reihenfolge war heute etwas seltsam)
  • Von den Kindern verabschiedet (Hurra!)
    Herrn Rabe zum Essen getroffen.
    Mittelgut gegessen.
  • Eine Brilliant-Event-Tour gemacht, bis die Spell Energy alle und Herr Rabe genervt war.
    Bett.

In Echtzeit war das alles zusammengenommen tagesfüllend und überaus entspannt. Ich mag das, nicht allzu viel vorzuhaben und dann ganz überraschend doch mehr zu schaffen.

Tag 1421 – Ferientag 2.

Ach ja: keine Probezeit mehr! *Sektkorkenknallgeräusch*

Heute habe ich den Kindern Sandalen gekauft und bin dabei etwa 10 Jahre gealtert, auch mein Bruder und seine Freundin wissen jetzt etwas besser, was „10 Sack Flöhe“ bedeutet.

Abends einen kleinen Trondheim-Besuch in zwei Wochen abgekaspert und die haben da grad 10 Grad und Dauerregen, alles richtig gemacht (und weggezogen) würd ich sagen. Trotzdem freue ich mich auf M. und H. (und werauchimmer noch da sein möge.)

Und dann war da gestern noch diese lustige Sache, wie ich mal ein Radio-Interview gab. Zum Thema Ess- und Atemgeräusche. Der ganze Podcast vom DLF Nova ist hörenswert, aber wenn Sie so Podcast-Abneigungen haben, aber jetzt neugierig sind, wie ich mich anhöre: ab Minute 20:55. Ab Minute 26 mit einem der schrecklichsten Geräusche der Welt, als Bonus sozusagen.

Tag 1420 – Erster richtiger Ferientag.

Heute also das erste mal richtige echte Schulferien für Michel. Kein Hort, keine Ferienspiele*, nichts. Wow. Mir ist glaube ich das erste mal so richtig aufgegangen, wie groß Michel im letzten Jahr geworden ist. Von schüchternem Kindergartenkind zu… naja immer noch relativ schüchternem aber auch wilden und Neunmalklugen Grundschüler. Die Erwachsenenzähne wachsen, die Haare sind im Nacken gestern raspelkurz rasiert worden – von Herr Rabe, wie immer – und in Verbindung mit der Nackenbräune sieht der weiße Rand jetzt zwar etwas lustig aus, aber es macht ihn schon optisch größer. Natürlich ist er schlacksig wie eh und je, aber morgen wollen wir Sandalen kaufen, mal gucken, was uns da am unteren Ende des Körpers für Überraschungen erwarten. Die größeren Überraschungen erwarte ich da aber bei Pippi, die hat immer schon recht große Füße gehabt und da grad schon wieder alle Socken „aaaaaaltfor liten!“ (Vieeeeeel zu klein) werden, bin ich mal gespannt. Jedenfalls morgen also Ausflug in die große Stadt. Mit einem großen Kind und einem noch größeren Kind. Hach, ich freue mich. Ich hab schon tolle Kinder, meistens weiß ich das auch. Heute sind sie beide ohne Körperkontakt eingeschlafen, ich saß nur noch vor dem Bett, nicht mehr drin. Ich habe Hoffnung, dass wir nach den Ferien nicht mehr Einschlafbegleiten müssen.

Doch, war schön heute. Wirklich schön.

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*nächste Woche ist eine Art Ferienspiele für Michel, Montag bis Donnerstag, eine Artisten-/Parcouring-/Balanceschule. Das wird bestimmt spannend, Michel macht das mit seinem Freund und die beiden freuen sich schon sehr darauf.