Tag 2137 – Frühling!

Hier hat die Woche Frühling, die wir in diesen Breitengraden üblicherweise haben, angefangen. Dank an das nasse Wetter bei endlich mal mehr als ein paar Plusgraden. In einer Woche wuchert dann alles.

Blümel.

Blümel.
„Oster-”blümel.
Blümel, bei Insekten beliebt.
Blümel mit Biene (und schiefer Latte an der Terrasse).
Blümel ohne Biene.
Wildes Blümel, aber bei mir darf ja leben, was hübsch blüht.

Gut, der Löwenzahn blüht auch hübsch, aber der blüht auch schon überall sonst sehr hübsch, im Blumenbeet ist der leider reines, kostenloses Meerschweinchenfutter. Die sind eh schon sehr glücklich über den Frühling und feiern eine wilde Giersch- und Löwenzahnparty mit ein bisschen Gras dazu (die meisten Gräser sind noch nicht so wirklich da)

Hach. Ich bin vielleicht doch gar nicht so ein Winterkind.

Tag 2136 – Unerwartet.

Der Impostor ist immer noch stark in mir. So stark, dass mein erster Reflex, wenn unerwartet jemand zu mir sagt, ich hätte in irgendwas Fortschritte gemacht, ist, zu denken, dass ich vorher schlecht war. Endlich aufgeflogen, war ja klar, dass das irgendwer irgendwann durchschauen muss.

Das ist kein fishing for compliments, wirklich nicht, rein rational gesehen ist mir schon bewusst, was ich kann. Aber der Impostor ist nicht rational, sondern immer noch der fiese kleine Zwerg von 2017-2018. Wenig zwischenmenschlicher Kontakt in den letzten 14 Monaten hat mich das scheinbar ein Stück weit vergessen lassen, auch, wie man damit umgeht.

Ich fange also von vorne an und sage erst mal: nein. Ich war vorher nicht schlecht, nur noch nicht so gut wie jetzt.

Tag 2135 – Mit Kopfweh ins Bett.

Schon wieder so spät. Die Eulen im Rabenhaus besprechen Schwieriges bevorzugt sehr spät. Davon kommen die Kopfschmerzen nicht, die waren vorher schon da, aber jetzt möchte ich eigentlich nur noch schlafen. Morgen um neun geht der Arbeitstag los, mit einem Meeting, bei dem die Wahrscheinlichkeit, ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln zu bekommen, groß ist. Das wird unausgeschlafen nicht einfacher, leider.

Die einzige geplante Inspektion vor den Ferien (Remote) ist geplatzt, schade Schokolade. Habe trotzdem heute schon mal beantragt, an einem Tag im Juni ins Büro zu dürfen, weil wir Updates machen müssen. Damit ich nicht nur für Updates nach Oslo fahre, habe ich einen Termin zur Muttermalkontrolle gemacht (schlimmes schlechtes Gewissen, das habe ich nämlich seit Jahren nicht gemacht und ich bin ja sehr hellhäutig und habe wirklich viele Muttermale) und hoffe, dass an dem Tag auch der Geigenbauer da ist, damit ich an einem ruhigen Donnerstag Vormittag ein paar andere Kinnstützen ausprobieren kann. Mich dünkt, meine ist zu klein, die hab ich halt, seit ich 10 war… mir war bis zu Geigen-YouTube nicht so wirklich klar, dass es da mehr als eine Form gibt und man die durchaus auch austauschen kann. Mind blown. Vielleicht kann dann der Geigenbauer auch auf mein Instrument mal draufschauen, nur lachen darf er nicht, ich hänge an dem Ding. Außerdem brauche ich leider schon wieder eine neue A-Saite, die, die ich jetzt habe, klingt nicht mehr gut. Leicht stumpf, als hätte ich Obertöne verloren. Da ich die E-Saite grad ausgetauscht habe (andere Sorte, weil die alte „pfiff“) und die nun wieder ganz frische Brillianz hat, fällt das besonders auf. Meh, die A-Saite war leider relativ teuer, aber halt ein Griff ins Klo, was die Haltbarkeit anbelangt.

Tag 2134 – Fairness, Geduld, Neid, usw.

Seit ein paar Wochen beobachte ich unter meinen deutschen Freund*Innen seltsames Verhalten. Die allermeisten reißen sich nämlich ein Bein aus, um möglichst schnell gegen Corona geimpft zu werden. Da betreut man plötzlich den Opa, bekniet die schwangere Freundin, hilft in der Elterninitiative, hat einen super systemrelevanten Job, eine schwere Krankheit, einen hohen BMI, und wenn das alles nicht hilft, meldet man sich als Wahlhelfer*in. Auf der einen Seite kann ich das verstehen. Wenn ich nach Deutschland schaue, sehe ich ein maximal intransparentes und chaotisches Impfprogramm voller Ausnahmen und Lobbyarbeit (Steuerberater*Innen? Ernsthaft???), in dem der Zeitpunkt, zu dem man geimpft wird, maßgeblich davon abzuhängen scheint, wie sehr man sich reinhängt, nen Termin zu kriegen. Viele packt da offenbar und verständlicher Weise die Angst, vergessen zu werden, wenn sie die Ellenbogen nicht ebenfalls ausfahren. Dazu gesellt sich der Druck, sei es durch Aussagen wie „wer sich nicht impfen lässt, wird Corona bekommen“ (kommt halt nach über einem Jahr Pandemie bei vielen an wie „wer sich nicht JETZT impfen lässt, wird morgen Corona bekommen“), sei es durch Freiheiten für Geimpfte, sei es, weil man einsam ist und/oder wenigstens keine Angst mehr vor einer potentiell tödlichen Krankheit haben will, wenn man irgendwen umarmt. Ich verstehe gut, dass jede einzelne den Druck spürt und Angst hat und alles tut, was sie kann, um nicht vergessen zu werden.

Auf der anderen Seite lässt mich das hart mit dem Kopf schütteln. dazu muss ich kurz ausholen, aber wirklich nur sehr kurz, es ist nämlich schnell erzählt, wie die norwegische Impfpriorisierung ist:

Es gibt neun Prio-Gruppen. Das klingt viel, ist aber eigentlich einfach.

  1. Bewohnende von Pflegeeinrichtungen
  2. (Fest) Angestellte im (öffentlichen) Gesundheitswesen (mit Patientenkontakt)
  3. Ü85
  4. 75-84
  5. 65-74 und 18-64 mit sehr hohem Risiko (der Sorte Blutkrebs, Down Syndrom, Organtransplantation…)
  6. 55-64 mit hohem Risiko (z.B. Diabetes, BMI über 35, Autoimmunerkrankungen, die mit Immunsuppressiva behandelt werden, chronische Lungenerkrankungen…)
  7. 45-54 mit hohem Risiko
  8. 55-64
  9. 45-54

Mit Ausnahme von Gruppe 2, die kontinuierlich nebenher läuft, wird ganz streng von oben nach unten geimpft. Die Hausarztpraxen haben ihre Patient*Innen mit hohem oder sehr hohem Risiko zum allergrößten Teil Anfang Januar an die Impfzentren gemeldet. Bis auf wenige Fehler, bei denen Leute, die gar keiner Priogruppe angehören, jetzt schon geimpft wurden, klappt das wohl recht gut (solange die Medien noch über jeden Fall von „Johanne, 18 und gesund, wurde geimpft!“ berichten, scheint das kein gewöhnliches Phänomen zu sein). Jede*r einzelne wird kontaktiert, wenn sie*r an der Reihe ist. Wir stehen also alle in der Schlange und warten auf den Anruf/die SMS. Punkt. Mehr Einsatz braucht es nicht. Ich und Herr Rabe und 1,2 Millionen weitere Menschen sind in keiner Prio-Gruppe, und das ist ja auch schön, heißt es doch, dass wir kein großes Risiko haben, an COVID schwer zu erkranken. Wir sind am Schluss dran, wenn Leute mit höherem Risiko durch sind.

Und hier, wen wunderts, gibt es diese Ellenbogenmentalität einfach mal nicht. Ab und zu melden sich Berufsgruppen zu Wort (denn außerhalb des Gesundheitswesens ist ja *niemand* beruflich priorisiert) und „bitten“ darum, in der Schlange nach vorne zu rücken, dann sagt das FHI „nope, Steuerberater*Innen haben kein erhöhtes Risiko, schwer zu erkranken“ und dann wird sich murrend wieder hinten angestellt. Das größte Drama, was hier passiert, ist, dass nun sehr laut überlegt wird, Oslo und Umgebung für einen überschaubaren Zeitraum wesentlich mehr Dosen zu liefern, auf Kosten von weniger dicht besiedelten Kommunen mit wesentlich geringerer Inzidenz und wesentlich weniger langen und harten Einschränkungen. Das Ziel dabei ist, alle Regionen Norwegens ungefähr gleichzeitig öffnen zu können. Finden die Kommunen, die dadurch im Schnitt 3,5 Tage (!!!) Verzögerung bei den Impfungen der letzten Gruppe (die nicht mehr priorisiert ist) bekommen würden, medienwirksam nicht so gut.

Nun, das wurde jetzt doch lang. Langer Rede kurzer Sinn: wir impfen bis auf wenige transparent kommunizierte Ausnahmen, die alle in einem erhöhten Risiko, schwer zu erkranken, begründet sind, stumpf nach Alter und die allermeisten sind damit ok und warten brav auf den Tag des Anrufs.

Und deshalb mein Kopfschütteln. Mein Geburtsland veranstaltet da ein Chaos sondergleichen und stresst alle meine Freund*Innen total unnötig. Das führt dann dazu, dass die mit einem erhöhten Risiko noch nicht so konsequent durchgeimpft sind wie hier, Glückwunsch dazu, Slow clap. Leute, die nicht so viel Kraft haben, sämtliche Fach- und Hausärzte, bei denen sie mal waren, durchzutelefonieren, fallen zwischen die Stühle. Und so weiter und so fort.

Das norwegische System ist da einfach einfacher, fairer, strukturierter. Und wir sind keine Insel und keine Diktatur. Ok, wir sind nicht viele. Aber wo bleibt die deutsche Effizienz und Organisiertheit???

By the way kann ich das alles so sehen und völlig richtig finden, dass diejenigen mit einem höheren Risiko als ich, schwer zu erkranken, vor mir vor der Krankheit geschützt werden und gleichzeitig ungerecht finden, dass man dann für diese geimpften Leute Bereiche des öffentlichen Lebens wieder öffnen will, die im Wesentlichen von noch nicht geimpften Personen betrieben werden. Das ist einfach himmelschreiend ungerecht und das hat wenig mit Neid zu tun oder „nicht gönnen wollen“ sondern mit ethischem und pandemiegerechtem Verhalten. Wir werden mit der Pandemie nicht fertig, bevor die meisten von uns geimpft sind, und es ist kontraproduktiv, Cafés und Restaurants zu betreiben, bevor auch die Bedienungen dort und die Busfahrerin, die die Bedienung zur Arbeit fährt, geimpft ist. Wir werden sonst mit großer Wahrscheinlichkeit Ausbrüche unter eben diesen Gruppen haben, und was hat‘s dann gebracht? Die Wirtschaft ein paar Wochen eher angekurbelt, als wenn man einfach die paar Wochen noch gewartet hätte. Jojo-auf-zu-Spiel wegen lokalen Ausbrüchen. Klingt doch irgendwie für alle blöd, oder nicht? Und da hab ich vom Verteilen von Mutanten wegen erhöhtem internationalen Reiseverkehr (ungeimpfte Stewardessen, Piloten, Bodenpersonal, die gesamte Tourismusbranche, usw.) noch nicht mal angefangen. Ich finde unethisch, wenn Menschen, die, sobald ihr eigenes erhöhtes Risiko, schwer zu erkranken, per Spritze eingedämmt ist, andere, die die Spritze noch nicht bekommen können, einem höheren Risiko aussetzen. Wenn genug Leute mit geringem Risiko erkranken, werden da auch wieder schwere Fälle bei sein, Gesetz der großen Zahlen und so. Ich frage mich, wie Staaten sowas fördern können, statt dafür zu sorgen, dass möglichst wenig Menschen überhaupt erkranken.

Ich frage mich, warum in Deutschland das Hauen und Stechen und Gerempel und Schlupfloch suchen politisch offenbar gewollt ist. Ich frage mich, warum die Panik noch angestachelt wird.

Noch ein paar Wochen.

Tag 2133 – Hipp Hipp Hurra!

Grunnlovsdagen, 205 Jahre lang hat Norwegen nun ein Grundgesetz. Unser 7. 17. Mai und der erste, an dem so richtig besch… Wetter war. Leider auch der erste, an dem wir nicht zu Hause bleiben konnten. Stellen Sie sich einfach nach zweieinhalb Stunden im Regen durchgefrorene, durchgeweichte Kinder und Jugendliche im Korps vor, die zitternd „Ja, vi elsker“ spielen, Instrumente ausleeren dass es nur so schwappt, und ihre Noten trotz Hülle nicht mehr lesen können, sowie einen winzigen Kindergartenumzug, eine Runde um den Platz vor der Kirche, Eis für alle Kinder und ab nach Hause, weil man wirklich keine unnötige Minute draußen verbringen will*. So war das. Traurige Flaggen hängen klitschnass im Regen. Willkommen in Norwegen.

Erst mal alles wieder trocken bekommen.

Michel hat das Marschieren tapfer durchgezogen, brach aber danach in Tränen aus, weil es, bei Licht betrachtet, eigentlich ziemlich scheiße war, da im Regen. Eine lange, warme Dusche und ein Wärmekissen im Bett später war aber alles wieder gut und naja, scheißerer geht’s ja kaum, er ist jetzt also quasi Korpsgetauft. Erstaunlicherweise ist bisher keine Rede davon, das in Zukunft zu lassen.

Nachdem Michel wieder warm und trocken war, fuhren wir zu unseren Corontänefreunden und feierten mit denen und der Nähmutterfamilie (unsere Familien überschneiden sich ohnehin an mehreren Stellen kohortenmäßig) 17. Mai, mit spielenden Kindern, jede Menge gutem Essen und Menschen in 3D, hui, so aufregend.

Mein inniger Wunsch: dass das der letzte Corona-17. Mai war.

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*Pippi bekam von der Babysittermama, die vollständig geimpft ist und extra und trotz des Wetters zu dem Kindergartenumzug gekommen war, eine Umarmung. Hach.

Tag 2130 – Langer Tag.

Nur ne Liste:

  • Michel beim Hort abgeliefert
  • Nach Oslo gefahren
  • Im Stau gestanden (LKW-Unfall)
  • Für die Meerschweinchen ein Häuschen gekauft (gebraucht), damit sie den Sommer über draußen wohnen können
  • Zum Krankenhaus gefahren
  • Im Stau gestanden (selber LKW-Unfall)
  • Mit Pippi ins Krankenhaus, denn die musste aufs Klo. Pippi wegen der nicht vorhandenen Maskencompliance im Krankenhaus einen Mundschutz verkleinert. Pippi absolut alle verzaubern lassen
  • Blutprobe abgeliefert, dank Pippi einen glibber-Gecko als Prämie bekommen, weil ich nicht geweint habe. Pippi hätte nicht durchgehen lassen, hätte ich keinen bekommen
  • Bei der Arbeit geparkt, zu dritt (Herr Rabe, Pippi und ich) mit der T-Bane nach Oslo gefahren
  • Auf 4 Haltestellen ca. 30 mal gesagt, dass Pippi bitte nichts anlecken und sich nicht auf den Boden setzen soll
  • Mit Pippi im Dauerschwafelmodus zum Instrumentenladen in der Drogi-Gruselgegend gelaufen. Fast taub geworden wegen Großbaustelle mit Steine schneidenen Bauarbeitern
  • Beim Instrumentenladen eine Bestellung abgeholt. Sozial schwierig, war sehr voll da, kann mich nur noch schlecht zu vielen Leuten gleichzeitig verhalten
  • Mit Pippi (immer noch im Dauerschwafelmodus) Richtung Oslo S gegangen, da in der Nähe Herrn Rabe getroffen, der seinen Anzug von der Reinigung abgeholt hatte
  • Eis(-Kaffee) für alle, draußen verzehrt
  • Zurück zur Arbeit gefahren, dort alle ein Mal aufs Klo, Passwort geändert und wieder ins Auto
  • Im Stau gestanden (nicht der LKW-Unfall, einfach ganz normaler Freitagsnachmittagsverkehr aus Oslo raus)
  • Michel vom Hort wieder abgeholt
  • Die Familie zu Hause abgeliefert und wieder losgefahren
  • Ein neues Gestell für meine Brille bekommen. Selbes Gestell wie vorher, nur neu, auf Garantie, weil ein Brillengestell eigentlich länger halten sollte als ein Jahr, bevor der eine Bügel irreparabel hängt und die ganze Brille deshalb schief sitzt. Wundert mich nicht, dass die die Marke inzwischen gar nicht mehr haben
  • Kein e-Piano gekauft. Das gibt‘s erst, wenn die Schweinchen sicher draußen und draußen sicher sind
  • Apotheke, ich komme mit den Schilddrüsenblockern sonst nicht übers lange Wochenende
  • Wochenendeinkauf im Supermarkt
  • Herrn Rabe nach draußen gejagt, auf dass er laufe. Leider mit dem Timing voll einen Wolkenbruch mitgenommen
  • Geige gespielt, Essen, Kinder ins Bett, Sofa. Kein Nerv mehr für soziale Interaktion (sorry, Twitterkneipe)

(Habe Pippi schrecklich lieb, aber nach 5 Stunden mit ihr bluten zur Zeit meine Ohren. Wie viele Worte in so einer Fünfjährigen sind!)

Tag 2128 – Gestern/heute.

Heute war nix, das ist schnell erzählt.

Gestern. Ich war, wegen meiner Bauchschmerzen, die mich immer noch immer mal wieder anfallsmäßig plagen (KEINE TIPPS!), beim Ultraschall. Leider hatte ich mich im Tag vertan (genau genommen sogar im Monat, ähäm) und musste fast drei Stunden warten, bis sie mich dazwischen schieben konnten. Das wäre nicht so schlimm gewesen, wenn ich nicht vorher nichts gegessen hätte – wie es im Infozettel zu dem Termin stand – und nicht einen Liter Wasser getrunken hätte – wie es auch in der Einladung stand – oder wenigstens aufs Klo gedurft hätte – raten Sie einfach. Als ich dann dran war, musste ich dem Arzt sagen, dass er bitte nicht so doll auf der Blase rumfahren soll, es sei denn, er möchte provozieren, dass ich auf die Liege pullere. Der Arzt war aber sehr vorsichtig und ich sehe innerlich komplett normal aus, bis auf eine grenzwertig große Milz (die aber, wie er meinte, nicht diese Schmerzen verursachen dürfte) und eine wenig überraschend absurd volle Blase und einen komplett leeren Magen. Auch die Blutwerte sind ok, insofern ist das vorläufige Fazit „Ursache nicht gefunden“, super, hab ich halt einfach so Schmerzen (KEINE, wirklich gar keine, Tipps bitte).

Ich wurde außerdem von einem Makler angeschrieben, ob das Haus, das wir Dienstag angeschaut hatten, denn wohl für uns in Frage käme. Meine Antwort war „hahaha Nein, das Haus entsprach nicht unseren Vorstellungen und der Standard rechtfertigt unserer Meinung nach nicht den veranschlagten Preis“ und damit wissen Sie jetzt auch so grob, wie diese Hausbesichtigung war. Neugierig darauf waren wir wegen der Lage geworden und weil die Bilder einiges versprachen, was dann aber der Realität nicht standhielt. Liebe Makler*Innen: Sie haben es selbst in der Hand, ob Leute realistische oder völlig überzogene Erwartungen an das Objekt haben. Zum Beispiel würde ich davon abraten, das Objektiv mit dem weitesten Winkel, das sie finden können, zu benutzen, damit der winzige Flur und die 60 cm breite Treppe aussehen wie eine herrschaftliche Eingangshalle oder das Klo, in das man rückwärts einparken muss, wie ein richtiges Badezimmer. Und vielleicht wäre es auch ratsam, Reparaturbedarf, Schäden und nicht zeitgemäße Kellertreppenlösungen nicht zu verschweigen.

Ich sehe es als erneute Übung im Justieren von Erwartungen und direktes Feedback geben.

Apropos Übung: ich habe mir ein einfaches Concerto runtergeladen und spiele das jetzt und das macht mich sehr sehr glücklich. Ich bin gar nicht so schlecht. Ok, es ist ein Stück für Schüler*Innen, die 2-3 Jahre Unterricht hatten und dementsprechend „unter meinem Niveau“, ähäm, aber ich finde, ich darf ein paar Erfolgserlebnisse haben. Außerdem gibt es auch da noch genug für mich zu tun, unter anderem ist mein Vibrato scheiße ausbaufähig und meine Dynamiken sind auch noch nicht differenziert genug (laut ist einfach. Leise hingegen… hmmmmmmnaja). Intonation mit dem 4. Finger ist auch nicht optimal. Was ich, das kann ich ja mal einfach so behaupten, gut kann sind Phrasierungen und generell Musikalität/Gefühl. Ist auch einfach, das Stück ist in h-Moll und voller Gefühl (Romantik halt) und ich wollte sowas immer spielen und meine Geigenlehrerin war aber eher so Team Telemann (schnarch). Kein Wunder, dass meine Motivation irgendwann sehr stark nachließ, diese Barockstücke klangen für mich alle gleich. Jetzt suche ich mir das selbst aus und Telemann ist da eher nicht dabei, fürs erste. (Hab ich erwähnt, dass ich auch im Blockflötenkreis der selben Lehrerin war? Noch mehr Barock, Hurra…)

Am liebsten würde ich an allen Ecken gleichzeitig bauen, reiße mich da aber am Riemen (ein wenig), mache Bogenübungen auf leeren Seiten und Vibratoübungen ganz ohne Instrument und übe Saite für Saite den Lagenwechsel zwischen 1. und 3. und kontrolliere brav mit leeren Saiten, die ich auch ständig nachstimmen muss, weil ich blöde Saiten hab vor allem das A halt. Und damit das halt nicht langweilig wird, ein kleines, schönes, einfaches Concerto.

Ich bin kurz davor, Herrn Rabe das E-Piano zu kaufen, das er sich wünscht, dann können wir zusammen spielen, das klingt dann (wenn ich irgendwann besser Vibrato kann) irgendwann so: Rieding op. 35. (Nehme an, auch Herr Rabe müsste da vielleicht erst mal ein bisschen üben.)