Tag 2325 – Verbittert.

Fun fact, in Norwegen redet keine Sau darüber, dass „die EMA“ heute „den Kinderimpfstoff“ „freigegeben“ hat. Liegt vermutlich dran, dass wir ihn nicht kriegen werden (im Sinne von: Norwegen wird die breite Masse der Kinder nicht impfen, wenn ich das Stimmungsbild in den Medien richtig lese und deute) aber das ist jetzt Geunke.

Kurz bloß weil es mich kolossal nervt: Das CHMP (Comittee for Medicinal Products for human use), das ein ständiges Komitee der EMA ist, hat empfohlen, dass die Europäische Kommission die Zulassung für Comirnaty mit einer neuen Formulierung zur Anwendung an Kindern von 5-11 Jahren erweitert.

Nach viel Gesuche fand ich auch raus, was an dem Impfstoff denn nun anders ist, es ist die Konzentration, damit man 0,2 mL statt 0,1 mL injizieren kann um 10 Mikrogramm Wirkstoff zu bekommen, was ein wenig mehr Kontrolle und Genauigkeit bei der injizierten Dosis bietet. Ansonsten ist noch die Farbe vom Gummipröppel anders, nämlich orange. Es gibt noch lila (Konzentrat zur Herstellung einer Dispersion zur Injektion für Erwachsene) und graue (fertige Dispersion zur Injektion für Erwachsene) Gummipröppel.

Ob es nun quasi unmöglich ist, 0,1 mL zu injizieren oder nicht, das müssen andere beantworten (ich nehme an, jeder Kleintierveterinär kichert leise in seine Minispritzensammlung), aber bitte gehen Sie nicht hin und verdünnen den Erwachsenenimpfstoff runter, oder „spülen“ die Spritze vorher mit NaCl oder sonstige Späße, die nämlich alle nicht im SmPC stehen, weil sie niemals koordiniert und dokumentiert erprobt wurden. Machen Sie das bitte nicht. Alle Pharmazeut*Innen Europas und so Pseudopharmazeut*Innen wie ich kriegen Schluckauf, Ausschlag und Augenzucken, wenn Sie das machen. Ob Sie 0,1 oder 0,2 mL injizieren ist mir persönlich verhältnismäßig wurscht (es ist immer noch off label, wenn Sie aus den Vials mit den lila oder grauen Kappen nicht 0,3 mL aufziehen und nicht Menschen >11 Jahre verabreichen), aber ob sie mit einer mit Flüssigkeit aus Töpfchen A gefüllten Nadel noch mal in Töpfchen B pieken, und das Ganze dann ca. 50 mal, das ist eine andere Sache. Sterilität! Ahhh! Und der Proppen ist sicher nicht für 50 mal Reinpieken validiert! Ahhhhh! Gummiteilchen im unsterilen Injektionspräparat, ungenaue Dosis, inhomogenes Präparat, ahhhhhhh!

Man kann alles über Comirnaty nachlesen, wenn man möchte. Infoseite Comirnaty: https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/comirnaty#assessment-history-section, sämtliche Änderungsanträge: https://www.ema.europa.eu/en/documents/procedural-steps-after/comirnaty-epar-procedural-steps-taken-scientific-information-after-authorisation_en.pdf, SmPC: https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/comirnaty-epar-product-information_en.pdf. Zu bestimmten Änderungsanträgen kann man auch die Scientific Communication nachlesen, einfach zu finden durch Google.

Aber, Achtung, jetzt wird’s zynisch. Vielen ist ja scheinbar egal, was überhaupt vom CHMP evaluiert wurde und was nicht, dann ist das sicher auch nicht so tragisch, wenn sich der Kinderarzt selbst ausdenkt, wie er das macht und im über hundertseitigen SmPC steht auch so viel Zeug, wer soll da schon noch durchfinden und überhaupt, wozu diese ganzen Prozesse, die nur alles verlangsamen. Und wie kann sich überhaupt irgendwer erdreisten, nicht schon mal auf gut Glück die Lager mit Vials mit orangenen Kappen vollzupacken (von Hersteller/MAH über EU-Einkaufsallianz bis zum einzelnen Staat). Dass das CHMP keine Empfehlung zur Zulassungserweiterung ausspricht, war ja nie wirklich eine Möglichkeit, nicht wahr. [irgendwas mit „unabhängiges“ Gremium mit sehr großen Anführungszeichen.]

Jetzt kann man dann noch eine Weile toben, dass die STIKO sich Zeit lässt mit ihrer Entscheidung und dass die Friseurin der Kindergärtnerin der ihre Schwester ihre Kinder nicht beim Kinderarzt von Tante Jutta impfen lässt, obwohl der doch nur ne Stunde entfernt ist und weder auf die Vials mit den orangenen Kappen noch die Entscheidung der STIKO wartet, im Gegensatz zum absolut unmöglichen, verantwortungslosen Kinderarzt von der Friseurin der Kindergärtnerin der ihre Schwester.

Entschuldigen Sie die Bissigkeit, ich bin müde von all dem. Es macht mich bitter. Wahrscheinlich reiner Neid, siehe 1. Absatz.

Insofern gut, dass hier niemand davon spricht.

P.S. ja, es heißt nicht Pröppel, nicht Pijaukel, nicht Pömpel, Kappe auch nicht, Kapsel ist das, was gegebenenfalls noch drum rum ist (Metall oder Schrumpfplastik), wie heißt das Gummidingen denn? Schön, dieses Covid brain.

P.P.S. Stopfen? Gummistopfen klingt besser als Pröppel.

Tag 2324 – Aua.

Ich wachte mit einer Migräne direkt aus der Hölle auf, die sich erst nach der zweiten Triptantablette überhaupt anders als im dunklen Schlafzimmer liegend aushalten ließ. Arbeit war also eher nicht und auch zu Hause und mit den Kindern hab ich nur das nötigste überhaupt gemacht und das eigentlich geplante Abendessen gegen Pommes und Fischstäbchen ausgetauscht, weil mehr Anforderung mich überfordert hätte. Außerdem hab ich den ganzen Tag erbärmlich gefroren und bin erst in einer sehr warmen Badewanne irgendwie aufgetaut, nachdem die Kinder im Bett waren.

Die Nebenhöhlen oder die Nase an sich macht mich wahnsinnig, sie ist entweder verstopft und ich kann gar nicht atmen, oder es fühlt sich an, als würde ich Säuredämpfe einatmen, so ein richtig unangenehmes Britzelgefühl oben hinter der Nasenwurzel. Bis hin zu richtig schmerzhaft. Was half, war den Kopf über eine Schüssel heißes Salzwasser zu halten und die Dämpfe zu inhalieren, was Grund Nummer 2 für die Badewanne war.

Komplett für die Tonne, der Tag.

Tag 2322 – Nacht.

Nach vier Stunden Schlaf und mit Restcorona* in den Knochen war heute arbeiten irgendwie ne schlechte Idee. Im Zug auf dem Rückweg schlief ich ein (bei uns ist ja Endhaltestelle, insofern egal) und jetzt geht nichts mehr. Mir ist furchtbar kalt und die Augen tränen.

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*müdemüdemüde und wie bei vielen Erkältungskrankheiten sind jetzt im Nachgang meine Ohren zu. Da hilft mir erfahrungsgemäß nur Nasenspray, Geduld und Eukalyptusölkapseln, die, ich sage es lieber dazu, meines Wissens nach in klinischen Studien keinen über den Placeboeffekt hinausgehenden Effekt zeigen konnten. Ich mag aber den Placeboeffekt, vom Nasenspray bekomme ich Nasenbluten (deshalb bin ich sehr bemüht, die Behandlungszeit damit möglichst kurz zu halten) und, ganz wichtig, es ist keine Nasendusche involviert.

Tag 2321 – Huch, Zeit vergessen.

Weil Herr Rabe nicht sonderlich eifrig zu sein scheint, mit mir Squid Game weiter zu schauen (sehen Sie, wie ich elegant gar nicht selbst schuld bin?), habe ich angefangen „Broen“ zu schauen, also die Serie, die auf Deutsch „Die Brücke“ heißt, mit dem unfassbar peinlichen und auch thematisch unpassenden Untertitel „Transit in den Tod“. Man kann über die Serie viel sagen, gutes und schlechtes, aber sie ist auf jeden Fall spannend. Da kann man schon mal drüber versacken.

Jetzt ist aber sehr dringend Bettzeit, morgen muss ich im Büro arbeiten.

Tag 2320 – Es werde Licht.

Uff, Ende November in Norwegen, es gibt schöneres. Es ist kalt, aber schneit nicht, es ist nass, und vor allem ist es dunkel. Da hilft auch alles künstlich zugeführte Vitamin D nichts. Noch vier Wochen, dann wird es wieder heller.

Strom, immer so ein Thema. Jetzt verrät mir die App, dass bei uns Beleuchtung, was so ziemlich das einzige Thema ist, an dem wir noch, ohne erstmal was zu investieren, Strom sparen können, im Schnitt 3% unseres monatlichen Stromverbrauchs ausmacht. Tja, hmm. Vielleicht kann ich dann aufhören, mich ständig zu ärgern, dass die Kinder immer überall Festbeleuchtung machen und anlassen. Großverbraucher, nicht überraschend: Heizung, Warmwasser, Autos. Alles nichts, bei dem man in der Menge wirklich sparen kann. Kalt duschen kommt nicht in die Tüte, im Kalten sitzen auch nicht, die Autos tanken nun mal Strom. Letztere laden wir bereits nachts, wenn der Strom am billigsten ist. An unserem Stromverbrauch 2019-2021 sieht man aber sehr schön zwei Dinge: wann wir Carona bekommen haben (Verbrauchssprung), wann wir den Durchlauferhitzer bekommen haben (kleine Einsparung) und dass Cardos den Kohl nicht fett macht, im Gegenteil, dadurch dass wir ein bisschen weniger Carona laden müssen, sparen wir Strom. Es ist halt schon auch ein Unterschied ob ein Auto mehr oder weniger Strom pro 100 km verbraucht. Wir haben nahezu die beiden Verbrauchsextreme vor der Haustür stehen, obwohl Cardos ja schon älter ist und modernere E-Autos in seiner Größe sicherlich noch effizienter sind. Jedenfalls, ich schweife ab, was ich eigentlich sagen wollte: wir haben dieses Jahr einen geringeren Verbrauch als letztes Jahr zur gleichen Zeit (war es da kälter?), die Rechnung ist aber doppelt so hoch und mehr. Es ist frustrierend. (Gleichzeitig bin ich froh, dass wir das jeden Monat direkt merken und nicht irgendwann eine Jahresendabrechnung mit einer ganz bösen Überraschung kommt.)

Gesundheitlich geht es eindeutig bergauf. Herr Rabe war auf den Beinen und hat unter anderem Post von der Post geholt und Kleinigkeiten eingekauft, ich war auf den Beinen und habe mich darauf sogar lange genug halten können, um Geige zu spielen. Danach habe ich aus Gründen „how to play chords on violin“ gegoogelt und festgestellt, dass ich das intuitiv richtig mache, nur noch zu langsam bin. Wie immer zu langsam.

Was die Kinder angeht habe ich nur eine Anekdote von Michel zu teilen. Ich glaube nämlich langsam, dass er ohne uns im Grunde besser schläft, als wenn wir ewig neben ihm sitzen bleiben. Weil er, solange wir da sitzen, einen so leichten Schlaf hat, dass er SOFORT, wenn wir irgendwann aufstehen (egal, wann das ist), senkrecht im Bett sitzt und fragt, was wir wollen. Heute sogar ganz eindeutig im Schlaf, denn auf meine Antwort „runter zu Papa, soll ich die Tür auflassen, damit du uns hören kannst?“ kam nur unzusammenhängendes Gestammel zurück, und kaum lag er wieder, schnarchte er. Wenn ich aber irgendwann genervt aufgebe und er allein, mit Musik an, Nachtlicht und offener Tür einschläft (wenn auch unter Protest und manchmal leider auch Heulen und Zähneklappern), schläft er meistens die ersten Stunden wie ein Stein und manchmal sogar im eigenen Bett die ganze Nacht durch. Aber dass diese Erkenntnis von allein kommt, oder irgendeine magische Hirnreife eintritt und mein Baby seinen Schnuller selbst an den Weihnachtsmann schicken will (hoppla, falsches Alter), darauf warten wir bei Michel vielleicht einfach vergebens. Was ok ist, so ist er halt, er braucht da mehr Vorgaben und Regeln als manch ein anderes Kind. Vielleicht führen wir demnächst mal eine neue Regel ein, die in die Richtung geht, dass wir vorlesen, noch x Minuten kuscheln und dann seine Einschlafmusik anmachen und gehen. Ich glaube, das würde uns allen gut tun. Ich glaube aber auch, dass Michel von der Idee nicht begeistert sein wird, weil sich in seinem Kopf schon sehr festgesetzt hat, dass er alleine nicht einschlafen kann.

Tag 2319 – Glückwunsch!

Wir sind nicht mehr isoliert. Da wir kein Fieber haben oder in den letzten 24 Stunden hatten, hat uns die nette Frau vom Smittesporing heute „abisoliert“. Herr Rabe hat das mit einem Besuch bei der Post gefeiert, wo seit Montag ein Paket von ihm lag.

Ich war den Tag über auf dem Sofa statt im Bett, yeah, Fortschritt. Dort habe ich gearbeitet, weil halt, das meiste waren aber „nur“ Meetings, die Teilnehmenden wissen jetzt auch alle, wie ich ungeschminkt und halb krank aussehe, mir alles egal. Das IT-Projekt brennt demnächst, wenn’s nach mir geht, lichterloh, davor brennt aber bitte ein anderer Teil des selben Projektüberbaus (FRES im Gegensatz zu DELE, nämlich), weil ich wirklich, WIRKLICH allergisch drauf reagiere, wenn mir Schulungen (in Präsenz! 7 Stunden, verteilt auf zwei Tage, damit man vier mal in den Genuss von ÖPNV kommt, in einer wieder mal aufflammenden Pandemie!) aufgedrückt werden, in etwas, das ich mir im März 2020 zwangsweise selbst aneignen musste, das aber so erfolgreich getan habe, dass ich meine Kolleg*Innen darin dann auch gleich noch eingewiesen hab. Auch meine Kolleg*Innen haben diese Schulung deshalb zum größten Teil meiner Meinung nach nicht nötig. Die Schulung ist aber obligatorisch für alle und da klinken bei mir diverse Sicherungen aus, ehrlich gesagt. Wir sind alle heillos überlastet, rotieren, machen Überstunden noch und nöcher und sollen plötzlich noch vor Weihnachten eine 7-stündige Schulung zum Speichern und Teilen* von Daten** (!!!!!!!!!!!) machen??? 

Es ist zum Haare raufen. Wir sind doch keine Staffage für die Existenzberechtigung anderer Stellen im Werk.

Ich glaube, bei mir ist schlechte Laune ein Coronasymptom. Oder Gereiztheit. Und Lippenherpes und eine Aphte unter der Zunge hab ich obendrein auch noch bekommen, danke für nichts, Körper.

(Entschuldigen Sie bitte meine Motzigkeit, ich kann mich selbst so am wenigsten leiden.)

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*zum Zwecke der Zusammenarbeit, rein intern. In drei Systemen, von denen zwei eigentlich jeweils das gleiche in grün und außerdem miteinander integriert sind. Das dritte ist… ein Filehosting-Dienst, also eine… Dateimappe? Ok, in der Cloud, aber im Grunde… ist es… eine Dateimappe? Ich kann gar nicht so viel Unverständnis ausdrücken, wie ich dafür habe. 7 Stunden Schulung in der Benutzung einer Dateimappe.

**Word, Excel, PowerPoint, pdf. Vielleicht, wenn wir ganz wild sind, ein paar Fotos.

Tag 2318 – Langweilig.

Eigentlich bin ich hauptsächlich schlapp, leider kann ich mich darüber hinaus auch nicht auf irgendwas sinnvolles und intellektuell mehr herausforderndes als Äpfel schälen konzentrieren, weshalb ich hauptsächlich YouTube und Netflix schaue, während sich meine Arbeitsverpflichtungen meterweit aufstapeln.

Das ist langweilig und macht schlechtes Gewissen und ein gewisses Grauen davor, dass ich irgendwann wieder arbeiten muss. Haha.

Tag 2317 – Schlapp.

Im Grunde fühle ich mich wie wenn ich ne richtig fette Erkältung kriege. Schlapp, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Nase zu. Heute hab ich zwei Meetings wahrgenommen, eins davon aber weitgehend nur hörend und dabei im Bett liegend. Ansonsten lag ich den Großteil des Tages im Bett. Abends konnte ich mich lange genug auf den Beinen halten, um Milchreis aufzusetzen und Apfelmus zu kochen, danach war aber auch gut mit Action und ich musste wieder ins Bett.

Ein Scheiß ist das.

Die Schule hatte heute Plantag, deshalb waren auch beide Kinder den ganzen Tag hier. Nicht ganz, denn Michel (der ja von uns der einzige ist, der sich wieder frei bewegen darf) war am Nachmittag drei Stunden beim „Juniorclub“, einem Freizeitclub für 4.-6.-Klässler*Innen. Michel gefällt es da sehr gut und viele seiner Freunde gehen auch jeden Mittwoch da hin. Man kann dort Musik machen, basteln, werkeln, Billard und Ähnliches spielen und zusammen an Konsolen zocken. Außerdem gibt es Mittagessen, das ist aber bei Michel vergebliche Liebesmüh, der hat ja einen sehr eingeschränkten Speiseplan. Ich finde das Angebot super, in unserem Kaff ist ja sonst die Auswahl eher so „Fußball oder Marschkapelle?“.

Ansonsten möchte Michel jetzt ein gesünderes Leben führen. Er trainiert und meditiert jetzt täglich, seit gestern, die Routine ist also noch nicht so ganz eingeübt. Mit der Meditation möchte er seine Wut in den Griff bekommen, mit dem Training „halt stärker werden“. Ich finde es sehr niedlich, wie das dürre Kind mit seinen Spargelärmchen meine 2 kg-Hanteln hebt, oder mich wütend anherrscht, weil ich es gewagt habe, unser Schlafzimmer zu betreten, obwohl es im Schneidersitz auf dem Bett thront und seine innere Ruhe sucht. Ich glaube zwar nicht, dass das nötig ist, aber beides wird wohl erst mal nicht schaden und im besten Fall tatsächlich zu größerer Ausgeglichenheit beitragen. Das wünsche ich in erster Linie ihm, aber auch uns als Familie.

Tag 2316 – Warten.

Ist schlechte Laune ein Coronasymptom? Oder ist das ein Symptom von productownership? Vermute letzteres, glaube aber auch, dass das eher eine Folge von Fehlanwendung ist. (Aus der Reihe „Dumme Entscheidungen von Frau Rabe“ ist eine aktive Rolle im IT-Projekt anzunehmen eine neue, spannende Staffel. Am Ende der Staffel, nach einigen Plottwists á la „Wir verlängern das Projekt um ein halbes Jahr, sagen es aber keinem“ brennt vermutlich alles, wie immer.)

Corona-Raben-Update: Pippi weiterhin fit, Herr Rabe langsam auf dem Weg der Besserung, ich müde, verstopfte Nase rechts, Kopfschmerzen und seit heute Abend auch Halskratzen. Alles nicht dramatisch schlimm, aber lästig.

Optiker und Augenarzt sind informiert und reagierten gelassen. „Kommt jetzt aus allen Richtungen, danke fürs Bescheid sagen“, war der Tenor. Es bedeutet bei denen keine Quarantäne, denn die kriegen nur Ungeimpfte nahe Kontakte – 10 Minuten mit Abstand und Maske in einem Raum sein, reicht in norwegischen Maßstäben nicht, um als solcher zu gelten.

Mit meinen Symptomen habe ich jetzt trotzdem Isolation bis mindestens Freitag gewonnen, was ja auch ok und richtig ist, aber mich zum Nachdenken gebracht hat. Denn, obwohl ja inzwischen hinreichend bekannt ist, dass auch Geimpfte sich infizieren und das Virus (wenn auch in geringerem Maß und kürzer und so weiter) weitergeben können, auch wenn sie keine Symptome haben – warum empfiehlt man dann hier in Norwegen voll geimpften, symptomlosen Nahkontakten (zum Beispiel Familienmitgliedern) ausdrücklich keine Tests, und ordnet, falls sie doch positiv getestet werden, nur 2 Tage Isolation ab Test an? Das macht für mich keinen Sinn, außer man möchte gerne, dass voll geimpfte, symptomlos Infizierte durch die Gegend laufen und Virus verteilen. Ganz so, als wolle man Immunitätslücken durch breite Streuung der Infektion schließen. Aber sowas würde ja ein verantwortungsvoll handelnder Staat nie tun, das wäre ja viel zu riskant, sowohl in Anbetracht der Auslastung des Gesundheitssystems, als auch unzureichend abschätzbaren Nachwirkungen der Erkrankung, als auch der Entwicklung von Immune-Escape-Varianten.

Ich für meinen Teil habe jedenfalls heute noch mal bei Oda bestellt und mich vor dem Schlafengehen an den Tipp von der Impfung erinnert und zwei Paracetamol genommen, in der Hoffnung, dass ich mich morgen besser und nicht schlechter fühle. Abwarten, hilft ja eh alles nix.

Ach, um es gesagt zu haben: hier in Norwegen ist Quarantäne = zu Hause bleiben, bei Symptomen testen, keinen Besuch empfangen, man darf aber z.B. in den Garten und im eigenen Haus leben wie immer. Das wird Nahkontakten empfohlen. Isolation = wenn man PCR-positiv ist. Zu Hause bleiben, keinen Besuch, zu Haushaltsmitgliedern nach Möglichkeit 2 Meter Abstand halten, man darf aber seine Kinder schon noch versorgen (ausdrücklich auch Fürsorgebedürfnisse erfüllen). Nur Isolation ist im norwegischen Corona-Infektionsschutzgesetz (Paragraf 8) verankert und infolge Paragraf 24 ist Übertretung dessen auch strafbar. Quarantäne kann nur empfohlen werden (keine gesetzliche Handhabe), außer Einreisequarantäne, die ist sehr genau reguliert. Sowas interessiert mich ja inzwischen aus beruflichen Gründen immer brennend: wo ist das „hjemmel“?