Kann die Augen nicht mehr offen halten und muss einfach dringend schlafen. Das sollten mehrere hier im Haus tun, aber manche können nicht und halten andere dadurch davon ab.
Autor: Frau Rabe
Tag 2283 – Uff uff uff.
Michel hat grad ne Laune, es ist… wundervoll. Einfach herzig. Ganz reizend. (Ist es natürlich nicht, aber ich muss das hier ja nicht ausbreiten.)
Pippi hingegen hat nur morgens Laune, bevorzugt von 08:00 bis 08:10. Das Resultat ist aber dann immer, dass sie und Michel zu spät zur Schule kommen und das wiederum ist Michels Laune (und meiner, und der von Herrn Rabe) ganz und gar nicht zuträglich.
Nach einer langen und schwierigen Geburt mit vielen Beteiligten hat heute ein wichtiges Dokument endlich das Haus verlassen. Leider ist damit vermutlich nur das x. Kapitel in einem mehrbändigen Epos abgeschlossen.
Wir haben jetzt eine Consultant (lange Geschichte) und ich hatte ein Vorbereitungsmeeting mit der – und hab danach echt mit den Ohren geschlackert. Das ging schnell! Super effizient alles durchgerattert und dann mussten wir eh aufhören, weil bei ihr der Internetmensch vor der Tür stand um Breitband zu verlegen. Sie wohnt bei uns in der Nähe, aber in einem noch viel dorfigeren Dorf. Nebenher betreibt sie eine Alpakafarm, ab nächster Woche dann eben auch mit Breitbandanschluss. Life goals.
Tag 2282 – Auch heute…
… ein totaler Scheißtag (nicht gesundheitlich, sogar die Schulter ist wieder ok, yeah). Morgen hoffentlich besser.
Tag 2281 – Muss Augen zumachen.
Pippi heute Morgen im Bad: „Mama? Warum hast du so rot auf den Augen?“ (auf Deutsch, faktisk.) „Weil ich müde bin. Sehr müde.“ „Dann musst du wohl früher ins Bett gehen!“ (wieder auf Norwegisch.)
Pippi ist ein sehr kluges Kind. Überhaupt habe ich sehr kluge Kinder und einen klugen Mann und hoffentlich morgen was schriftliches raus, damit endlich mal ein paar Tage Ruhe ist.
(Und Hey – es kommt was an von dem, was ich versuche, den Kindern mitzugeben. Es geht nicht zum anderen Ohr wieder raus, sondern biegt im Kopf ab und kommt durch den Mund wieder raus. Ich bin ganz fasziniert.)
Tag 2280 – Morgen mehr.
Michel ist jetzt neun, und das und alles, was damit zu tun hatte heute, ist super. Rundum superes Kind, meiner bescheidenen und natürlich absolut objektiven Meinung nach.
Es gab Frühstück mit Kuchen, Geschenke (unter anderem ein Kristall-/Halbedelsteinausgrabeset, das er am liebsten SOFORT, also noch vor dem Frühstück, ausprobiert hätte) und Abendessen nach Wunsch – der Wunsch war das Gasthaus Zur Goldenen Möwe.
Dazwischen, also zwischen Schule und Abendessen, war ich nicht da, sondern im Büro (in echt! Mit Menschen!) und als ich abends wieder aufwachte, nachdem ich in Michels Bett eingeschlafen war (die Migräne war heute Vormittag langsam zurück gekommen und dann den Großteil des Tages bei mir geblieben, und außerdem brennt alles und Menschen sind anstrengend und überhaupt), war eine neue Mail in meinem Postfach, die mich einfach nur WAS ZUR…? denken ließ. Darüber rege ich mich seither auf und deshalb mache ich jetzt hier Schluss. Morgen Schadensbegrenzung und hoffentlich genug Zeit um mit Michels Minecraft-Lego vorführen zu lassen. Er hat da inzwischen eine recht imposante Welt zusammen.
(Ich hab gar keine Zeit dafür, dass alles brennt.)
Tag 2279 – Watte.
Ach, Sie sind alle so lieb. Ich mache auch gleich weiter mit dem Nicht-Content, heute hatte ich nämlich Migräne und war eigentlich zu nichts zu gebrauchen. Ungut: die Migränetabletten (ein Triptan), die ich immer nehme, wirkten eher schlecht als recht. Ich habe eigentlich keine Lust, mir neue zu suchen, deren individuelles Kosten-Nutzen-Profil mit meinem Körper kompatibel ist, das ist erfahrungsgemäß ein Aufriss mit unschönen Nebenwirkungsepisoden. Mal gucken, wie sich das so entwickelt, ich brauche ja so 1-2 mal im Monat was, das gezielt gegen Migränekopfschmerz wirkt, meine Migräne lächelt nämlich bei Ibu, Paracet & Co. nur müde. [Bitte keine Tips, ich muss es ja am Ende eh durchprobieren.]
In Anbetracht der Umstände bin ich schon zufrieden mit mir, dass ich Geburtstagskuchen für Michel gebacken und halbwegs aufgeräumt habe. Ich habe auch gearbeitet, aber das macht mich nicht zufrieden sondern ist nur ein weiteres Zeichen, dass ich einigermaßen gaga bin. Ich habe immerhin wirklich gute Gründe, es geht nicht um nen Report, der sonst 2 Tage über der Frist ist oder so, es ist wirklich wichtig und ich (und eine Handvoll Kolleg*Innen) trage grad sehr viel Verantwortung und mehr darf ich nicht schreiben. Es wird keine Regel, aber heute musste es sein. Morgen um halb neun dürfen Sie gerne ein paar freundliche Gedanken und moralische Unterstützung in meine Richtung schicken, die werde ich gebrauchen können.
Morgen wird der kleine Zwerg, der gar nicht mehr so klein ist, schon neun. Das ist der letzte einstellige Geburtstag! Hammer. So ein toller, großer Zwerg mit einem riesigen Herzen aus Gold. Ehrlich, wären alle mehr wie Michel, würden sich alle wegen ständiger Klugscheißerei unglaublich auf die Nerven gehen wäre die Welt in weiten Teilen ein besserer Ort. Mehr dazu vielleicht morgen, denken fällt heute schwer.
Tag 2278 – Schon klar.
Sie erwarten hier content. Aber auch heute kann ich keinen liefern. Das spannendste berichtbare was heute passiert ist, ist, dass ich einen kompletten Ørret (Lachsforelle) gekauft habe, tiefgefroren, ohne zu schnallen, dass der noch nicht ausgenommen ist und niemals bis zum Abendessen komplett aufgetaut sein würde. Außerdem sitzt eine Lachlaus dran, ebenfalls tiefgefroren. Heute gab es dann doch Lachsfilet und morgen gibt es ørret (ohne Laus).
Lustige Anekdote des Tages: wie Michel den kompletten Fisch mit leicht übertriebenem Ausholen, gefolgt von einem lauten Klonk auf das Warentransbortband wuchtete, die Kassiererin etwas pikiert schaute und Michel trocken zu ihr sagte „Der ist schon tot“.
Tag 2277 – Mag nicht.
Scheißtag, kann weg.
Tag 2276 – Smirk + grin.
Hurra, die Familie ist wieder da. Ein Familienmitglied ist um einen Milchzahn ärmer:

Der Zahn war schon seit Ewigkeiten lose und dann immer loser und heute war er dann plötzlich ganz ab von seinem seidenen Faden. Warum sagt man eigentlich seidener Faden? Seide ist doch sehr reißfest? Seltsam. Jedenfalls ist das natürlich eine große Sache für Pippi und war auch schon länger Thema, inklusive „aber ich mag den Zahn doch, der soll nicht ausfallen!“. Jetzt freut sie sich sehr, ihre Zahnlücke schnellstmöglich allen zu zeigen. Montag wird sie vermutlich einfach deshalb dauergrinsen, damit aaaaaalle das sehen.
Wie man an der Farbe sieht, ist der benachbarte Schneidezahn auch schon lose. Hach, große Kinder sind toll.
Heute Nacht kommt die Zahnfee und bringt ein kleines Geschenk. Danach kommt aber keine Zahnfee mehr, weil die arme für uns zuständige Zahnfee ja so einen weiten Weg aus Deutschland zu uns hat. Das hat sich bei Michel bewährt, daran halten wir fest.
Ich musste heute eine Pause von der Arbeit haben und habe meine schiefe Narbe mit meinen herausragenden Bildbearbeitungsskills zu Quatsch gemacht:

Ja, ich bin sehr erwachsen.
Mit dem Narbenstatus an sich bin ich sehr zufrieden, das wird schon werden, aber warum man ein mittig sitzendes Organ nicht durch einen mittigen Schnitt entfernen konnte, erschließt sich mir nicht. Vorläufig klebe ich weiter einen Tapestreifen so drauf, dass wenigstens der mittig sitzt und hoffe einfach, dass man, wenn die Narbe heller geworden ist, da wirklich nichts mehr von sieht.
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P.S. ich habe den gestrigen Beitrag wirklich gestern geschrieben, ehrlich ganz in echt, ich hab nur (offenbar) nicht auf „publizieren“ gedrückt. Hoppla.
Tag 2275 – Koko Frau macht koko jobb.
Hmmja, wird Zeit, dass die Familie zurück kommt und mich davon abhält, 24/7 zu arbeiten.
Andererseits ist es auch ganz schön, wenn Michel anruft und ins Telefon brüllt „MAMA! HIER IST EIN MINK!!!“. Nehme an, der Marder ist taub, sonst wäre er vermutlich nicht einfach sitzen geblieben bei dem Lärm.
Morgen arbeite ich noch vormittags ein wenig und den Rest des Arbeitstages feiere ich ab. Freitag arbeite ich vermutlich so 2-3 Stunden und selbst das nur unter Protest. Heute hat zum Abschluss des Arbeitstages mein Outlook gestreikt, weshalb ich um [Zeit zu der man nicht arbeiten sollte] noch den (grünen) Kollegen angerufen habe, um ihn zu bitten, zu einem Meeting einzuladen. Der Kollege arbeitet auch öfter mal spät abends, wir wollen aus Gründen eine Partei zusammen gründen, die die Interessen von Spätschläfer*Innen* vertritt, und ich wusste, dass er heute noch lange arbeiten würde, aber wir haben da im Werk schon flächendeckend einen am Apfel, ja.
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*erstes Ziel: den norwegischen Begriff „B-Mensch“ ( als Gegensatz zu A-Mensch = Frühaufsteher*In) wegen abwertender Sprache abschaffen. Danach die Weltherrschaft, Abschaffung von Kernarbeitszeit für alle, Gruppenaktivitäten auch ab 22 Uhr noch und Schulbeginn gestaffelt und angepasst an individuelle Bedürfnisse von Lehrpersonen und Kindern. Wir sind empfänglich für Lobbyarbeit in Richtung Abschaffung der Uhrzeitumstellungsblödsinns. Wählt uns, wir sind super für alle, sogar für Frühaufsteher*Innen.