Tag 525 – Mein Baby…!

Michel wurde heute zum ersten mal von einem KiTa-Kumpel direkt nach der KiTa mit nach Hause genommen. Das war für uns alle sehr aufregend. Für mich weil er so schnell groß wird und bestimmt ist es in anderen Familien cooler, fremde Eltern schimpfen tendenziell nicht so viel mit einem wie die eigenen, ich weiß das noch. Also vermutlich wird er bald ausziehen wollen, wenn er erstmal raus hat, wie viel cooler es in anderen Familien ist. Für Michel war es auch aufregend, weil erstes Mal und total cool mal nicht die eigenen Eltern und den Kumpel hat er auch sehr gerne und der hat sicher auch total tolle Spielsachen. Was mich beruhigt hat: die Eltern des Kumpels, die mir eh immer schon recht entspannt erschienen, waren ganz gelassen und brachten Michel sogar zurück (die wohnen in einem anderen Stadtteil, der Sohn geht zu der KiTa, weil es so eine supertolle KiTa ist und der Papa an der Schule nebenan arbeitet). Michel kam rotwangig-glücklich zurück, hatte einen Ketchup-Rand um den Mund und erzählte ganz aufgeregt, der Kumpel, der hat gar kein eigenes Zimmer, der schläft bei seinem Papa und seiner Mama. Und eine Katze haben die auch und die hat er gestreichelt und die hat ihn umarmt. Was auch immer das heißt. Auf jeden Fall eine rundum positive Erfahrung für alle. Das nächste Mal dann bestimmt auch ohne, dass ich ab halb sieben alle 30 Sekunden aufs Handy gucke, wie spät es ist und vielleicht hat der andere Papa ja geschrieben, dass sie da sind und Michel im Auto eingeschlafen ist. 

Tag 524 – Die lieben Kinder. 

Geschwister, unverkennbar.


Ach ja. Die Kinderchen. So niedlich. Manchmal. 

Manchmal nicht. 

Heute ist das letztere manchmal. 

Michel redet unfassbar viel und vor allem laut. Also so laut, dass wir bei der nächsten HNO-Kontrolle mal nachfragen werden, ob er wirklich wirklich WIRKLICH normal gut hört. Gefühlt sagen wir tausendmal am Tag „Du brauchst nicht so schreien!“, „Nicht so laut, bitte!“ oder, pädagogisch wertvoll wie eh und je, „BRÜLL HIER NICHT SO RUM!“. Zur Lautstärke kommt eine enervierende Redundanz des Gesagten. Es ist eigentlich immer irgendeine Forderung, die er jetzt sofort erfüllt haben will. „KANN ICH GRÜNEN APFELSAFT MIT BLUBBERWASSER? KANN MIR JEMAND GRÜNEN APFELSAFT MIT BLUBBERWASSER REINSCHINKEN? PAAAPAAAA? ICH WILL GRÜNEN APFELSAFT MIT BLUBBERWASSER!!!“ [Grün, weil die Packung grün ist. Die vom naturtrüben ist gelb.] Und wenn man dann auf das angebrüllt werden nicht sofort reagiert oder – undenkbar – man wagt es sowas zu sagen wie „Grade ist schlecht, schau mal ich wickel grad Pippi, putze mir dabei die Zähne und mit den Füßen falte ich Wäsche. Hol dir doch schon mal den Saft aus dem Kühlschrank, ich komme dann gleich.“ Dann kommt „ICH WILL NICHT HELE TIDA [die ganze Zeit] WARTEN!!! ORRRRRAAAAAAAAA!!!!!!“ und Meltdown. Entzückend. 

Heute hatten wir außerdem eine Gegessen-wird-was-auf-den-Tisch-kommt-Diskussion, bei der ich mich zeitweise fühlte wir meine eigene Oma. Aber wenn selbst Herrn Rabe, der ja sonst die Ruhe selbst ist, der Kragen platzt, weil sich Michel seit Wochen weigert, was anderes als Nudeln mit Ketchup oder Nudeln mit Kräutersalz zu essen, dann ist es eben Zeit für die Auseinandersetzung. Wir haben jetzt einen Kompromiss: wir tun nicht mehr so obereklige Dinge wie Zwiebeln und Petersilie (die hat er vorher noch roh weggeknabbert, aber Schwamm drüber) ins Essen, dafür probiert er wenigstens. Es ist dringend an der Zeit, dass sich an Michels Essgewohnheiten was ändert, schon alleine weil sich Pippi den Mist abguckt und noch viel früher in die Ich-esse-nur-nackte-Nudeln-Phase startet. Obwohl sie eigentlich noch vieles mag. 

Ja, ach ja, Pippi. Die Nervensäge. Ich vermute mal es ist wieder irgendsoein Schub, jedenfalls habe ich nicht nur nachts wieder ein Kind auf dem Gesicht liegen, nein, tagsüber habe ich immer ein nörgelndes, oder weinendes, oder hysterisch schreiendes Kind am Bein. Sie versucht dann an mir hochzuklettern, sobald ich versuche, mich zu bewegen lässt sie sich theatralisch auf den Boden plumpsen und weint, als hätte ich ihr gerade Den Einen Ring weggenommen und ins Feuer geschmissen. (Manchmal schaffe ich es, sie von mir loszueisen, dann klebt sie halt an Herrn Rabe. Hauptsache sie klebt.) Dazu natürlich alterstypische Dickköpfigkeit, bei einem eh schon willensstarken Kind ist das, ähhh, herausfordernd. Und absolutes Unverständnis für Dinge wie „Guck mal, die ganz scharfen Küchenmesser, die sind echt nur für Große, wir hängen das jetzt hier wieder hin.“. Meltdown. Auch das: entzückend. Ganz und gar reizend. 

Hach ja. Und dann liegen die nachts in meinem Bett, und schnarchen mir ins Ohr und schieben ihre Füße zwischen meine Beine und das ist alles vergessen. Dann ist da nur Hachseufz. (Bis zum nächsten Morgen, wenn es wieder heißt „ICH WILL GRÜNEN APFELSAFT…“) 

<3 

Tag 523 – Sie ist wieder da. 

Ich habe sie nicht vermisst. Die Migräne direkt aus der Hölle. Einmal mit alles, bitte. 

Jetzt liege ich wieder im Bett, da war ich schon den Großteil des Tages, nach der Migräne kommen nämlich die Nebenwirkungen der Medikamente, in meinem Fall: Kreislauf. Ich kann knapp lange genug stehen, um Michel nen Schlafanzug anzuziehen. 

Und wie das so ist, erlebt es sich im Bett wenig. Und mit matschiger Birne schreibt es sich auch keine guten Blogbeiträge. Deshalb hier heute nix neues. 

Wenn Sie aber gerne was ganz langes lesen möchten und des Englischen mächtig sind, möchte ich Ihnen diesen Artikel empfehlen. Quintessenz: Schwangere werden über die Risiken und eventuellen Spätfolgen einer vaginalen Geburt völlig unzulänglich (meist nämlich gar nicht) aufgeklärt und das ist Mist.  

Tag 522 – Forscher. 

„Mama? Wenn ich groß bin will ich Dinosaurierforscher sein.“

Michel beschäftigt seit einiger Zeit dieses „Wenn ich groß bin“-Ding. Ich sage dann meistens, so wie auch heute:

„Wenn du möchtest, kannst du Dinosaurierforscher werden.“

„Ja, und du und Papa und Pippi, ihr müsst dann auch Dinosaurierforscher werden.“

„Hmm, aber ich mag ja meinen Beruf, ich möchte gar nichts anderes werden.“

„Was ist dein Beruf?“

„Ich bin ja schon Forscherin. Für Proteine.“

„Was ist Proteine?“

„Hmm, Proteine sind so ganz kleine Dinger, die sind so klein, man kann die meisten davon gar nicht sehen, nur das was daraus gemacht ist.“

„Was ist daraus gemacht?“

„Fast alles. Alles was lebt. Du und ich und das Essen hier und ähhhh Milch und so.“

„Und Bakterien.“

„Ja, in Bakterien sind auch Proteine drin.“

„Ja. … Mama? Warum du wenn du Geburststag hast nach Amerika fliegt?“

„Weil ich da mit anderen Forschern rede. Forscher treffen sich manchmal und dann erzählen die sich, was sie so erforscht haben.“

„Wenn du dann fertig geredet hast musst du wieder zurück kommen!“

„Na klar komme ich wieder zurück!“

„Wenn du dann drei Tage geredet hast. Und du musst ja auch schlafen! Wo ist denn dein Bett in Amerika?“

„In einem Hotel.“

„Kommt Pippi dann mit?“

„Nein, ich hab doch gesagt, dass da keine Kinder mitkommen können.“

„Pippi ist ja auch ein Forscher!“

„Ja?“

„Ja. Baby-Forscher.“

Tag 521 – #12von12 im Januar ’17

Was 12von12 ist und viele viele mehr davon wie immer bei Draußen nur Kännchen

Kackmorgen mit müde nach Kacknacht mit Husten. Davon keine Fotos. Herr Rabe blieb heute mit beiden Kindern zu Hause, weil jetzt Michel Fieber hat und Pippi so ungenießbar ist, dass wir die vermutlich postwendend unter irgend einem Vorwand aus dem Kindergarten wieder bekommen hätten. Schub, Zahn, Husten, Schläft schlecht, alles Mist irgendwie. Irgendwann könnte ich mich aber doch zu Hause loslösen und…

Erst mal vor der Haustür mit dem Rad ausrutschen. Ich hab dann mal den Bus genommen. Und nen mega fetten blauen Fleck am Schienenbein. #aua #1von12 von #12von12

 …legte mich direkt mit dem Rad auf die Fresse. Naja, auf die Seite. Irgendwas hab ich auch blödes mit meinem Bein gemacht dabei, es hat sich wohl irgendwie verhakt, jedenfalls ist es an mehreren Stellen dick und tut beim Laufen und bei Druck weh. Aber – soweit ich das beurteilen kann – nur tief liegende Hämatome. 

Ich fuhr dann also mit dem Bus zur Arbeit und…

Äh… Wo sind meine Proben??? #2von12 von #12von12

 …fand meine Proben nicht. Irgendwer taut den -80er ab, das ist löblich, aber ne Email wäre trotzdem schön gewesen. Ich fand dann nach etwas Suchen die Ersatzkühltruhe und nach etwas mehr Suchen darin auch meine Proben und so konnte ich dann doch arbeiten. 

Wie ich so arbeite. #3von12 von #12von12


Mein Laborarbeitsplatz. Klein ist er, aber direkt an Fenster und Heizung. 

Extra spät Mittag essen, damit ich mit keinem reden muss. Läuft bei mir. #4von12 von #12von12 #antisocial

 Ja, also so wirklich gesellig war ich heute nicht. Eigentlich gar nicht. 

Kaffeezeit \o/ #5von12 von #12von12 #müdemutti #meinekinderschlafennicht #ichschlafdafürgleichimstehenein

 Mein Arbeitstag war ziemlich eintönig, ich habe 2 x 43 Proben hydrolysiert, das heißt ich hatte jeweils 2 x 45 Minuten Inkubation und 2 x 20 Minuten Zentrifugation. Beim zweiten Mal musste ich in der Zeit auch kein weiteres Zeug machen (wie Eppis beschriften; wie ich das hasse, diese Frickelei in Minischrift und dann sind die Eppis obendrauf irgendwie fettig oder so und die Schrift hält nicht und meh. Als wären Labelwriter sooooo teuer. Augenrollen.) und holte mir einen Kaffee. 

Kennen Sie dieses „There are two types of scientists“ meme? Well… it’s a thing. #6von12 von #12von12 #Kontrolletti

 Meine Boxen sind die links. Es kostet mich manchmal viel Willenskraft bei dem Kollegen rechts einfach wegzugucken. 

Irgendwann spät waren dann die letzten Proben in der SpeedVac zum Trocknen und ich machte ein bisschen Bürodinge. Nach ein bisschen Email-hin-und-her habe ich jetzt eine Zimmerpartnerin für die Konferenz Ende nächster Woche, ich habe den Jahresbeitrag für die norwegische Biochemikergesellschaft bezahlt und in Erfahrung gebracht, wie ich bei denen ein Reisestipendium beantrage. Habe mit leichter Belustigung gelesen, dass ich, wenn ich das Reisestipendium bekomme, einen Artikel mit Bildern für die Mitgliederzeitschrift schreiben muss. (Herr Rabe schlug vor, einfach meine Blogbeiträge aus der Zeit dann mit Google Translate zu übersetzen.) Habe die Quittungen für die Kalifornien-Konferenz schon mal an die Uni weitergereicht, damit ich das (hoffentlich) nicht aus eigener Tasche vorstrecken muss. Dann ging ich nach Hause. Um viertel vor fünf. Und war fast die letzte. Das mag ich an Norwegen. 

Brokkolisuppe, im Hintergrund krankes und nörgeliges Kind. Das andere Kind kippte sich derweil die Suppe über den Latz. #7von12 von #12von12

 Michel ist wirklich richtig krank, der arme Murch. Und sehr nörgelig. Aber die Suppe war lecker. 

Weil das Eis alle war und in einem Weihnachtspäckchen Quetschies waren, gibt’s halt so eins zum Nachtisch. #8von12 von #12von12 . Erst dachte ich „Whaaaaaat, 200 kCal pro Tüte???“. Sind aber kJ. #überteuertesZeug #Umweltsauerei #aberdieKinderfindenssuper

 Dinge, die ich nie selbst kaufen würde: Quetschies. 

Michel war nach dem Essen so im Eimer, dass er ins Bett wollte. Wir guckten ein Buch an, hörten zwei Mal dem Elefanten (seinem Nachtlicht) zu und schon schnorchelte er. Als ich aus dem Kinderzimmer kam, bot sich mir ein friedlicher Anblick. 

Die minderjährigen Raben schlafen, wenn auch nur teilweise im Bett. #9von12 von #12von12

 

Tja, leider musste ich dann nochmal los, um meine Proben aus der SpeedVac zu holen. Als ich das mal vergaß, gab’s Schimpfe von der Kollegin. 

… und nochmal ganz kurz zur Arbeit. Seufz. #10von12 von #12von12

Aber das geht ja glücklicherweise ganz schnell und so war ich schnell wieder zu Hause. Kurz ein Stück Schokolade gegessen, dabei kurz über die beknackte Schreibweise aufgeregt, dann Pippi übernommen. 

Chon lecker, diese Chokolade. Chmeckt viel besser als zum Beispiel Chuhcreme. #11von12 von #12von12


Jetzt muss ich noch Zähne putzen, und dann ganz schnell schlafen, mal sehen, wie oft heute Nacht Geschrei ist und Bäumchen wechsle Dich in unseren Betten gespielt wird. 

Ich werde ein bisschen angeschnarcht, es ist so niedlich😍. #12von12 von #12von12 #nofilterjustweirdlighting

Tag 520 – iMimimi. 

Nein, ich fange jetzt nicht an zu singen. Ich muss mal kurz ein bisschen nörgeln. Weil mein blöder Computer vollgemüllt ist. So vollgemüllt, dass ich seit ein paar Wochen im Update-Rückstand bin, weil nichts mehr drauf passt. Und jetzt war es soweit, dass ich nicht mal mehr mein iPhone synchronisieren konnte, weil das dafür nötige Backup des iPhones nicht mehr draufpasste. 

Der größte Teil meiner Daten sind Musik. Ich habe 50 GB Musik auf einer 128 GB Festplatte. Hatte. Denn ich ging zum Zwecke der Computerentmüllung als erstes durch iTunes und löschte rigoros alles, was ich eh nie hören werde (oder was irgendwie nie mein Fall war, da sind echt Sachen bei… Florence and the Machine, Skunk Anansie, Radiohead, Smashing Pumpkins, Placebo: Alles Bands, von denen ich die ein bis drei bekannten Lieder richtig gut finde, aber nach einem Album bin ich entweder im Tiefschlaf oder mir bluten die Ohren). Nach dem Löschen aus der Mediathek war aber immer noch nicht genug Speicher frei. Weil ca. 80% der Musik nochmal extra in einem Ordner namens iTunes Music rumliegt. Warum auch immer dafür nicht ein Verzeichnis reicht. Naja. Also löschte ich da auch noch mal alles (12 GB Musik sind geflogen) und dann POPPTE DIE BLÖDE ICLOUD AUF UND SAGTE SIE SEI VOLL. Orrrr. 

In der iCloud habe ich wegen des iPhones hauptsächlich Fotomüll. Also, natürlich nicht nur Müll, so 10% davon sind ganz okaye Fotos oder welche, die ich aus anderen Gründen behalten möchte. Aber vieles ist entweder Laborbuchersatzdokumentation, die  längst runtergeladen ist und damit ihren Zweck erfüllt hat, oder es sind Serien von „180 mal Michels Nase als unscharfes Makro“ weil ich nicht auf mein Telefon aufgepasst hab. Jedenfalls war es mir dann adhoc zu blöd, die Fotos auch noch durchzugehen, also entschloss ich mich, einfach die 0,99€ pro Monat für 50 GB Cloud-Speicher zu bezahlen. Wie so jemand, der sich im Fitnessstudio anmeldet und dann nie hingeht, denn natürlich löst das nicht das Problem mit dem Datenmüll. So hab ich nur mehr Platz für mehr Datenmüll. Egal, ich wollte also meinen iCloud-Speicher vergrößern, gab meine Apple-ID ein, mein Passwort, dann kam so ein neumodischer 2-Phasen-Authentifizierung-Scheiß mit extra Passwort ans Telefon und ich hab auch das ein und: Sie haben ihr Passwort falsch eingegeben. Häää? Naja, kann ja mal passieren, mein Apple-Passwort ist sowas wie ‚gnr58-(KMm7usL/‘, man kann sich da ja dchonmal vertippen. Aber beim zweiten Mal war es immer noch falsch. Und beim dritten. Ich versuchte mein Passwort zurückzusetzen, kam aber nicht weit, weil ICH UMS VERRECKEN NICHT MEHR WEISS, WELCHE TELEFONNUMMER ICH DA VOR NEUN JAHREN MAL ANGEGEBEN HABE. ORRRRRR!!! 

Ich fing also den Passwortquatsch nochmal an: Apple-ID, Passwort. Warten auf das Extra-Passwort. „Geben sie zuerst ihr Passwort und dann folgende Nummer ein: 1234567“. Hmm? Ich probierte gnr58-(KMm7usL/1234567 und siehe da: es ging. Warum auch immer sie das so gelöst haben. Ich finds beknackt. Das hat mich jetzt drei Stunden Lebenszeit gekostet, meinen Computer und mein Telefon und die iCloud wieder dazu zu bringen, miteinander zu reden. Und jetzt zuckt mein Auge. 

Tag 519 – Bitte gehen Sie weiter…

Nix berichtenswertes passiert heute. Herr Rabe war mit Pippi und Pipi (haha) bei der Ärztin, alles ok, hat halt Fieber, tjanun. Ich war arbeiten und hab mich ein bisschen über meinen Chef geärgert, der so tut als hätte ich noch ewig Zeit oder könnte mal eben ein paar Monate ohne Geld sein. Da muss ich nochmal mit ihm drüber reden. Aber nicht morgen, morgen bin ich wieder dran mit Pippi-Betreuung. 

Sonst war nix. 

Tag 518 – Geschnetzeltes. 

Wir haben eben die zweite Folge der vierten Staffel ‚Sherlock‘ gesehen und ich bin noch so drauf, ich kann leider gerade keinen stringenten Text schreiben.

  • Pippi und ich waren bei der Ärztin. Fazit: sie hat irgendwas, vielleicht Grippe? Oder auch nicht. Morgen wiederkommen (Herr Rabe macht das dann), mit Urinprobe. Jaha. Urinprobe. Ich wusste nicht, wie das gehen soll, Windel auswringen? Nein, da gibt es so Beutel, die werden über das Geschlechtsteil geklebt und hinterher kann man die dann zukleben. Angeblich. Ich werde berichten. 
  • In der Apotheke gab es ein Neujahrsangebot: 5 Urinbecher zum Preis von 4. Echt wahr. 
  • Ich habe einen Wirsing gekauft. Einen echten Wirsing. Den gibt’s hier fast nie. Ich liebe Wirsing. (Und vielleicht nenne ich den ab jetzt einfach immer Savoykål. Das klingt viel vornehmer.)
  • Pippi, die kleine Rübennase, hat mit uns Sherlock geguckt, fands aber nicht so spannend. Es kam so weil wir da echt Junkies sind und sie grade ein Fieberzäpfchenhoch hatte und keine Anstalten machte, ins Bett zu gehen. 
  • Pippi mag sehr gerne Chips. 
  • Michel hat am Donnerstag nach dem Kindergarten  ein Play date mit einem Kindergartenkumpel und ist schon total aufgeregt. Es wird wohl „Spametti“ geben, das ist so eins der zwei Dinge, die beide Jungs sicher essen. 
  • Ich möchte mir eventuell ein neues Computerähnliches Gerät kaufen. Der Akku meines MacBooks schwächelt ziemlich und der kleine Speicher geht mir auf den Senkel. Allerdings brauche ich eigentlich für den Privatgebrauch keinen kompletten Computer, ein gut ausgestattetes (Speicher!) Tablet täte es auch. Im Eplehuset („Apfelhaus“) hier habe ich ein paar Tablets angesabbertausprobiert, und jetzt denke ich da drauf rum. Leider war keiner der Pencils richtig geladen. Schlamperei. Oder halt doch wieder ein Laptop? Ach, ach. Auf jeden Fall könnte ich das in den USA kaufen, denn
  • ICH HABE EINE ZUSAGE FÜR DIE KONFERENZ BEKOMMEN UND MICH REGISTRIERT UND FLÜGE GEBUCHT! Der Plan ist ein ziemlich irrer: ich verbringe meinen Geburtstag noch hier und fliege am Samstag danach morgens los, habe in Stockholm 40 Minuten zum Umsteigen, bin um 12:15 Uhr (Hallo, Zeitverschiebung, Hallo Jetlag!) in L.A., irgendwann zwischen zwei und drei im Hotel und um 15:30 Uhr geht die Konferenz los. Haha. 
  • Hab ich erwähnt, dass Sherlock unheimlich gut ist?
  • Michel ist so niedlich: heute nach dem Kindergarten war Pippi sehr nöckelig und Michel meinte, sie könne sich ja auf seinen Schoß setzen. Als ich ihn fragte, ob er sie heute vermisst hätte, meinte er, nein, aber sie ja bestimmt ihn. (Gestern beim Aufbruch zum Play Date meinte er „Aber Pippi muss doch mitkommen, die ist doch Søtnosen vårres (unsere Süße)!“. Ich wurde auch im Kindergarten schon darauf angesprochen, dass Michels Kumpel sich zu Weihnachten auch so eine kleine Schwester gewünscht habe. Also, die können die gerne mal ausleihen, vorzugsweise nachts…)

Tag 517 – Verkorkster Sonntag. 

Also was ja eh schon kacke ist, ist wenn eins der Kinder krank ist. Wenn es dann auch noch das Kleine ist, dem man nicht einfach Shaun das Schaf anmachen kann, ist das noch ein bisschen blöder. Dann liegt man wahlweise als Schlafunterlage den halben Tag mit ihr im Bett oder schleppt sie in der Trage rum, weil sie alles außer auf dem Arm sein völlig inakzeptabel findet. Ich bin aber leider mehrstündiges Manducatragen vorne überhaupt nicht mehr gewöhnt und mein Rücken findet das auch nicht so prall. Aber irgendwie muss man ja sein Minimalziel „Brot backen“ erfüllen, also schleppt man halt und backt dabei. Meine Güte, was war ich froh um die halbe Stunde in der sie selig eine im Bad gefundene Box aus- und einräumte. Da wirkte grad der Fiebersaft. Eine halbe Stunde. Mehr war heute nicht drin. 

Super toll auch, wenn das Kind, das dann den ganzen Tag mehr oder weniger verpennt hat, abends nicht schlafen kann. Aber Wachsein geht auch nicht. Da wird gewühlt und sich an den Ohren gezogen und irgendwann wird getreten und wenn man das dann nicht darf wird geweint. Lange. Und ich Summe und singe und kuschle und gehe weg und decke zu und nehme die Decke weg und irgendwann findet sie auf mir eine bequeme Position und wird ganz ruhig. Und ich summe noch ein bisschen weiter aber es ist dunkel im Schlafzimmer und warm unter der Bettdecke und zack, schlafe ich, aber sie nicht. 

Und wenn man dann geweckt wird, indem ein kleiner, aber sehr harter Kinderhinterkopf mit Schmackes ans linke Jochbein kracht, dann ist das echt mal richtig mies. 

Tag 516 – Gespräche. 

Kurzer Einblick in unser tägliches Leben mit den bezaubernden Kindern. 

Michel: Willst du raten, was ich für ein Tier bin?

Herr Rabe: Klar! Bist du vielleicht… braun?

Michel: Nein, ich bin ja ein Eisbär! Orrrr. 

Michel: Willst du raten, was ich für ein Tier bin?

Herr Rabe: Klar!

Michel: Du musst fragen, welche Farbe ich hab.

Herr Rabe: Hmmmm. Bist du braun?

Michel: Nein.

Herr Rabe: Bist du weiß?

Michel: Hmmmmmneeeeiiiin?

Herr Rabe: Hmm. Bist du grau?

Michel: Nein.

Herr Rabe: Bist du rot?

Michel: Nein.

Herr Rabe: Hmm, jetzt fällt mir nichts mehr ein…

Michel: Ich bin ja ein Eisbär! Orrrrr!

Michel: Jetzt bist du dran. Du musst dir überlegen, was du für ein Tier bist. 

Herr Rabe: Ok, ich hab’s mir überlegt.

Michel: Bist du weiß?

Herr Rabe: Nein. 

Michel: Orrrr Papa, du musst ja auch ein Eisbär sein!

Pippi kann auch sprechen. Drei Worte. Vier, wenn man ‚Mjam‘ mitzählt. Fünf, gestern hat sie ein paar Mal „Okeyyyyy?“ gesagt. Dafür singt sie echt schön. Bææ Bææ lidl laaa (Bææ Bææ Lille Lamm), Åååå hudldudldudl (åååå boogieboogieboogie), Düpdüpdüp, düpdüpdüp (Mikkel rev, satt og skrev…), klappt alles super in der richtigen, erkennbaren Melodie. Lustig ist auch, dass sie viele verschiedene Intonationen von ‚Ja‘ kann, aber kein ‚Nein‘. Gespräche mit ihr sind dann ungefähr so:

Pippi: *nöckelnöckel* Mamaaaa?

Ich: Na, hast du Hunger?

Pippi: Jaaaaa!

Ich: Soll ich dir Brot machen?

Pippi: Jaaaaa!

Ich: Mit Frischkäse?

Pippi: Jaaaa!

(Vermutlich könnte das Gespräch auch weitergehen mit:

Ich: Soll ich dir geraspelte Fußnägel mit draufstreuen?

Pippi: Jaaaaa!

Aber so fies bin ich nicht.)

Pippi: *drückt* *nöckelnöckel*

Ich: Na, sollen wir mal eine frische Windel machen?

Pippi: Ja. *wetzt ins Bad*

Pippi: *wacht nachts auf und weint*

Ich: Willst du Banane essen?

Pippi: Jaaaaa. (Hier abfallenden Laut vorstellen. Und abfallende Mundwinkel.)

Herr Rabe: *holt Banane*

Pippi: Ja! Ja! Haha!

Pippi: *wacht sehr warm auf und weint*

Ich: Oh nein, hast du Fieber?

Pippi: Jaaaaaa?

Ich: Fühlst du dich nicht gut?

Pippi: Jaaaaaa?

Ich: Kannst du deshalb nicht mehr schlafen?

Pippi: Jaaaaa?

Also alles in allem eine sehr positive, etwas Eisbärenlastige Situation hier.