Tag 677 – Mimimimalziel.

Ich hatte heute viel vor, aber dann kam alles anderes und ich machte plötzlich ganz andere Dinge. Ehrlich gesagt machte ich erstmal zwei Stunden lang sogar gar nix, weil mich Menstruationskrämpfe quasi ausknockten und mich mit Wärmflasche und auf die Wirkung der Schmerztablette (zu lange!) wartend ans Sofa fesselten. Das ist im Moment recht blöd, ich habe nämlich total Hummeln im Hintern und dauernd Tatendrang, meine Geduld ist parallel dazu auf einem Tief, meine Nervenstärke eh, ich bin also eine explosiv-missmutige Mischung aus Ich-muss-jetzt-alles-erledigen und Wie-das-geht-nicht-Rabäähhhh. Ich möchte im Moment eigentlich nicht mit mir zusammen wohnen und auch nicht mein Kind sein. Nunja. Es wird schon irgendwie irgendwann wieder besser werden. 

Also jedenfalls habe ich heute:

  • Geputzt (Liv hat morgen Urlaub, nein, ich putze immer noch nicht gerne, aber sowas ausnahmsweise mal machen fühlt sich komplett anders an als die wöchentliche, verhasste Sisyphusarbeit!), nämlich Bad, Küche sowie hinteren Flur, Abstellkammer und Treppe nach oben gesaugt, denn ich habe auch
  • Die kleine Abstellkammer etwas umgeräumt und einen Teil der Sachen, die wegen der Bauarbeiten oben in der Dachkammer standen, da aber eigentlich nicht hingehören (Backkram zum Beispiel) nach unten geschleppt und verräumt
  • Kindersachen aussortiert und die nun volle Box mit Größe 98/104 auf den Dachboden geräumt
  • Sämtliche Mützen, Handschuhe, Schals für kalt und saukalt (und Regen und kalt mit Regen) von mir und den Kindern in Boxen sortiert
  • Meine Sommersachen (ok, nicht alles, aber einiges, ich habe auch so viele Sommerkleider, dass ich fast zwei Wochen lang täglich ein frisches anziehen könnte, das war mir so tatsächlich gar nicht klar) in die Kommode geräumt und dafür Winterpullis und -Kleider über den Sommer eingelagert, dabei dann auch
  • Stillsachen aussortiert und auf den Dachboden geräumt (genau wie die Babysachen sollen die da nicht bleiben, sondern bei Gelegenheit verscherbelt oder verschenkt werden. Jetzt gerade ist keine Gelegenheit.)
  • Herrn Rabe ein wenig beim Aufbau der neuen Regalergänzung im vorderen Flur geholfen und dann da
  • Alles wieder eingeräumt, umsortiert, weggepackt und übersichtlich hingestellt (mit 1/3 weniger Platz als vorher, ein bisschen was steht immer noch im Schlafzimmer, aber oben auf dem Schrank stört’s ja auch nicht)
  • Pizzateig für morgen angesetzt
  • Brotdosen für die Kinder für morgen fertig gemacht
  • Brotteig vorbereitet (also Sauerteig hochgefüttert

Davon geplant war:

  • Ein wenig (!) räumen
  • Bad und Küche putzen
  • Brotdosen machen
  • (Pizzateig und Brotteig sollten eigentlich schon gestern gemacht werden, aber das passierte dann nicht und Tjanun. Wir haben dann halt das Essen umdisponiert.)

Geplant (von mir) aber nicht gemacht wurde:

  • Bude saugen und wischen
  • Klamotten für morgen rauslegen (die Wettervorhersage war zu frustrierend)
  • Früh ins Bett gehen
  • Eine E-Mail schreiben
  • Musik von Herrn Rabe kopieren

Na gut. Insgesamt könnte es alles schlimmer sein. Wenn man das mal so aufschreibt, wird einem erst klar, was man ja doch alles geschafft hat. 

Tag 465 – Re-entering productivity mode.

Es geht tatsächlich aufwärts mit meiner Gesundheit, wenn auch nur in kleinen Schritten. Aber immerhin habe ich heute wieder ein paar Sachen geschafft* und sogar einen Ausflug gemacht! Tadaaaa! Gut, danach war ich ziemlich fertig, aber immerhin erst danach!

Mein Ausflug führte mich zu einem Nähladen in der Stadt. Dem sehr hilfsbereiten Mann da zeigte ich die am Samstag gekauften Billig-Maschinennadeln und fragte, ob die zu meiner Maschine passen würden. Andernfalls, das sagte ich gleich, würde ich gerne bei ihm passende Nadeln kaufen. „Jaja, die können Sie nehmen!“ sagte der Mann. Er erklärte mir auf Nachfrage auch, wo der Unterschied zwischen Billig-Nadeln und Markenware ist (der Stahl und die Verarbeitung) und nannte mir einen Preis, der erschreckend nah an dem der ‚Billig‘-Nadeln war. Vor lauter Dankbarkeit über die Nicht-Abzocke (und weil drei einfach zu wenige sind) kaufte ich fünf Unterfadenspulen und bezahlte bis auf 10 Øre (gibt ja keine Øre-Münzen, wäre also eh aufgerundet worden) den gleichen Preis wie für eine Packung Nadeln. Und ab jetzt weiß ich, wo ich Kram für meine Nähmaschine bekomme. 

Zu Hause sprang ich direkt ins Auto, weil es doch schon etwas spät geworden war und fuhr direkt in die Vorhölle zu einem großen Spielzeugladen mit vielen komischen Apostrophs im Namen. Das heißt, erst stand ich ein bisschen im Stau herum, weil Feierabendverkehr. Aber so konnte ich wenigstens den Sonnenuntergang bewundern (um 15:15 Uhr). Im Spielzeugladen ging ich direkt in die Lego-Ecke und studierte auf dem Weg dorthin den Fußboden, um mich auf dem Weg nicht unnötig über irgendwas aufzuregen. Ich erwarb ein Duplo-Set (Zahlenzug) und ein Lego-Set (Creators 3in1 Dschungel-Tiere), das wird die diesjährige Adventskalender-Füllung. Seit gestern brennt mein Twitter weil sich die Muttis die Köpfe drüber einschlagen, ob man Adventskalender selber basteln kann/darf/soll und – wenn man sich dann zu irgendwas entschieden hat – ob man drüber reden/twittern/Bloggen/Pinterest-en darf. Ich vertrete wie immer die Meinung Macht-doch-was-ihr-wollt-Hauptsache-ihr-nervt-mich-nicht-und-lasst-mich-auch-machen. Die Kinder kriegen Adventskalender ohne Schoki (gibt eh genug Kekse und Süßkram in der Adventszeit), ohne billigen Plastikspielzeugkram (der dann rumfliegt und mich irre macht) ohne pädagogisch wertvolle „Gemeinsame Aktivitäten“-Gutscheine, und auch nicht wirklich richtig selbstgemacht. Die beiden heute gekauften Sets werden aufgeteilt in Butterbrotstütchen verpackt, Zahl drauf gemalt, aufgehängt, fertig. Zack, die Bohne, wie Frau Lohfink damals gerne sagte. 

Danach heizte ich etwas gestresst zum Kindergarten, der Stau hatte meinen eh straffen Zeitplan kaputt gemacht. Kinder hab ich abgeholt und dann sogar gekocht! 

(Dann war ich echt fertig.)

Als Tagesabschluss hab ich mich dann endlich an das enger machen des Pullis gemacht. Hier das Ergebnis. 

Yeah! Ich sehe nicht mehr aus wie ein braunes Baiser!

Gefühlt stand ich da total entspannt.

Das Nacken-Design-Detail.

Mit dem Pulli bin ich jetzt sehr zufrieden. 

Außerdem führe ich seit Uhrzeiten mal wieder einen Sauerteig nach modifizierter 3-Stufen-Führung. Mein sonst leicht hyperaktiver (und immer nur nach Detmolder 1-Stufen-Führung geführter) Roggensauer treibt nämlich irgendwie gar nicht mehr und riecht auch für meinen Geschmack etwas sehr stark nach Apfelessig. Jetzt teilt er sich den recht kühlen Platz im Flur mit den Austernpilzkulturen. Morgen backe ich dann ein Paderborner, das ist ein guter Test, ob sich der Teig erholt hat. 

*Es ist nicht so, als hätte ich gar nichts gemacht in den letzten Tagen. Ich hatte zum Beispiel Pippi zu Hause und musste mit ihr sehr lange Mittagsschlaf halten. Und außerdem stricke ich was, da kann ich aber aus Gründen hier nicht näher drauf eingehen und auch keine Bilder zeigen. Gedulden Sie sich ein bisschen, irgendwann zeig ich das hier, ich bin nämlich total stolz auf mich, das wird ganz schön!

Tag 323 – Blfffftttt

Verrückter Arbeitstag, fing an mit Gesprächen mit den Bioinformatikern wegen Sequenzieren und so und da nicht komplett ahnungslos zu wirken war schon nicht so einfach. Dann „mal eben“ das noch nie gemachte und maximal schlampig geplante Experiment durchgezogen, inklusive selbst ausgedachtem Elutionsschritt und allem. Ahhhhhh, ein Spaß. Zwischendurch zwei Stunden Inkubation (also: Warten), da in die Stadt geradelt, Herrn Rabe getroffen, Pippi übernommen, sie durch die Stadt geschoben, damit er Michels Bett abholen und nach Hause bringen kann. In der Stadt kurzerhand Kaufrausch und direkt zwei Kleider und ein Paar Ohrringe gekauft. Die Kleider: 150 und 100 NOK, Da ist mir auch recht, dass ich bei dem einen eventuell unter der Brust etwas enger machen muss. Aber enger geht ja bekanntlich besser als weiter, also das schaff ich schon. Egal, zurück zum Thema, dann jedenfalls wieder zurück zur Arbeit, mit Weckerpiepen ins Labor gestolpert, alles fertig gemacht bis halb sechs. Proben in die SpeedVac (für Menschen, die nicht so Ahnung vom Labor haben: das ist eine Zentrifuge mit Absaugfunktion zum Sachen trocknen) und ab dafür. Noch schnelles Briefing wegen Urlaubsvertretungszellkulturpflege, da fiel tatsächlich das Wort „DEIN Projekt“ über das Projekt, das nicht meins ist, aber für das ich grade sehr viel mache, ich dachte nur Aha, so schnell kommt man zu einem neuen Projekt. Nach Hause, Kinder, Familie, Mann, Essen, runter kommen beim Schnecken beobachten. 

Echt total gut zum Entspannen.


Michel ins Bett gebracht, Pippi ins Bett  gebracht, wieder ins Labor, die Proben aus der SpeedVac holen. Noch schnell Bananen für Pippi und Eis für uns besorgt und nach Hause. Da Email an die geschrieben, die morgen (am letzten Tag vor ihrem Urlaub) noch die Proben untersuchen soll. 

Jetzt: Bett. Uffz. Morgen noch. Dann sind alle weg und ich kann machen, was ich will.