Tag 2345 – Total sinnvoll und logisch.

Wir haben eine Entscheidung getroffen, basiert auf Annahmen und dem, was wir über die geltenden Reisebedingungen rausfinden konnten. Wir rechnen erstmal damit, dass wir fahren. Wir können theoretisch bis 5 Minuten vor Abreise noch umbuchen. Falls Norwegen auf die Liste der Hochrisikogebiete oder der Virusvariantengebiete gesetzt wird, reisen wir nicht. (Ich sage jetzt mal nicht, was ich darüber denke, dass Norwegen auf keiner dieser Listen steht, aber der ironisch zu lesende Titel gibt gewisse Hinweise.) Wenn Norwegen, während wir in Deutschland sind, zum Virusvariantengebiet erklärt wird, haben wir einen Tag, um auszureisen. Natürlich machen wir alle nötigen Tests, wobei scheinbar zur Zeit gar keine (???) nötig sind, wenn man von hier aus nach Deutschland reist. Wie gesagt, ich sage nicht, was ich davon halte.

Das wird ein riskantes Unterfangen, aber alles abblasen ist auch kacke. Man kann es nur falsch machen.

P.S. Bürokratendeutsch amüsiert mich immer mehr. Hier wird viel Wert auf verständliche Sprache gelegt, gerade in Behördenkommunikation. Wir kriegen Kurse in sowas. Norwegische Gesetzestexte halte ich für interessierte Laien für (im Großen und Ganzen – nicht mal Gesetzestexte sind immer eindeutige oder auch nur fehlerfrei, das weiß ich… zufällig) verständlich. Es ist ja ein wesentlicher Teil meines Jobs, sowas zu lesen. Gelegentlich stöhne ich über EU-Regelwerk, weil das schon so viel ätzender zu lesen ist (vor allem überaus ermüdend). Und dann lese ich Bandwurmsätze auf deutschen Webseiten, versuche, aus der Coronaschutzverordnung des Landes NRW schlau zu werden oder auch nur rauszufinden, was und wo denn diese Virusvariantengebiete sind und wundere mich doch sehr. Offenbar möchte in deutschen Behörden und Instituten (looking at you, RKI) niemand verstanden werden.

Nicht, dass ich selber nicht Fan von langen und verworrenen Sätzen wäre, aber auf meiner Webseite versucht ja auch hoffentlich keine*r, irgendwelche wichtigen Informationen nachzuschlagen. Falls doch: sorry, das Lektorat ist 2015 Zigaretten holen gegangen.

Tag 2344 – Allem so müde.

Niemand hier hat Lust zu entscheiden, ob wir nächste Woche nach Deutschland fahren oder nicht. Allerdings kriegen einige von uns (ok, eigentlich fast alle) auch schon nervöse Zuckungen bei dem Gedanken daran, dass das nicht entschieden ist. Grad sieht es mehr nach Absage aus, einfach weil es so riskant ist, mit Kindern in irgendeiner doofen Situation (Fähre, Hotel…) in spontaner Quarantäne zu landen. Keine Ahnung, ob all unsere schicken Zertifikate angesichts von Omicron noch lange gelten. Nach Deutschland fahren und sich dann da im Haus des Schwiegervaters einbunkern und niemanden sonst sehen ist auch Käse, aber man soll ja nicht so viele Leute treffen und das aus gutem Grund. Mir ist schon klar, dass in Deutschland die Regeln anders sind, aber ich gehe stark davon aus, dass da in ein paar Tagen ganz plötzlich die Panik ausbricht, weil man feststellt, dass Omicron schon überall ist und sich genau wie überall sonst rasend schnell verbreitet und rund um diese Tage herum möchte ich echt lieber nicht in Deutschland sein. Mir reicht das jetzt hier ein mal.

Eine Umfrage will wissen, wie ich mich so fühle, insgesamt. Müde bin ich. Müde, gereizt, kraftlos. Ausgepumpt von den letzten zwei Jahren und hoffnungslos, dass es irgendwann mal wieder wirklich dauerhaft besser wird. Wie vorher wird es für uns als Familie eh nicht, denn vorher war Michel in der zweiten Klasse und Pippi im Kindergarten. In dem diffusen „danach“ können wir wohl vergessen, dass Michel wieder oder weiter zum Hort geht, außerdem ist er dann fast oder ganz fertig mit der „Småskolen“, also den ersten vier Jahren der Grundschule. Es steht dann zwar kein Schulwechsel an, aber schon ein Übergang, unter anderem mit neuen und mehr verschiedenen Lehrpersonen. Pippi ist schon lange nicht mehr vier Jahre alt, sondern auf dem besten Weg, genauso ein schlacksiges, eigentlich nur aus Beinen bestehendes Kind zu werden, wie Michel. Sie singt, tanzt, bastelt und erzählt den ganzen Tag. Den ganzen Tag. Noch ein bisschen und Corona ist 1/3 ihres Lebens.

Da streift mich ein Gedanke: vielleicht hat man in Deutschland so große Angst davor, doch wieder Freiheiten einschränken zu müssen, dass die entscheidenden Personen grad die Finger in den Ohren haben und lalala machen, während sie sich (vermutlich mit den Zehen, die Finger sind ja in den Ohren) die Augen zuhalten? Weil sie wissen, dass eine Reaktion wie bei mir, nämlich in das mutlose Loch zu plumpsen, gar nicht so ungewöhnlich ist und man das eigentlich keinem mehr zumuten will und sich als Gesellschaft auch kaum noch leisten kann? (Spoiler: dann mutet man halt Omicron zu und leistet sich noch mehr Tote. Es ist nur eine Illusion, dass man die Wahl hat zwischen Einschränkungen und nichts passiert.)

Aber vielleicht wird ja auch alles gut.

Tag 2343 – Mal wieder tiltak.

Alles ist schlimm. Schlimmschlimmschlimm. Infektionszahlen schlimm, 958 Omicronfälle schlimm (Julebord-Update: 140 Infizierte, alle Omicron), Krankenhausbelegungen schlimm, Kinderwelle schlimm. Krankenhauspersonal in Quarantäne oder Isolation, Lehrpersonal in Quarantäne oder Isolation, stellenweise kaum Leute bei der Arbeit – schlimm. Folgerichtig gab es heute eine recht spontane Pressekonferenz und unfassbar sinnvolle Maßnahmen ab… wann eigentlich? Nochmal nachschauen. Ah, Nacht auf Mittwoch. (Geil, dann kann ich morgen noch zum Ballett gehen. Spässken.*)

„Sinnvolle“ Maßnahmen:

  • Kein Alkoholausschank mehr, gar keiner, auch nicht zum Essen, einfach nein, sauft zuhause
  • ÖPNV ist wieder pfui
  • Kinder über 15 müssen einen Meter Abstand in der Freizeit halten
  • „Gelbes Niveau“ in Schulen und Kindergärten. In unserer Schule war das zumindest vor den Sommerferien „Grünes Niveau mit Händewaschen und nicht mit den Kindern aus den anderen Klassen spielen (außer im Hort, da ist das ok)“

Tatsächlich sinnvolle Maßnahmen:

  • Weitere starke Beschränkungen bei indoor-Veranstaltungen (20 Personen wenn keine festen Sitzplätze sowie Übersicht, wer wo sitzt, 50 Personen wenn feste Sitzplätze)
  • Wer Homeoffice haben kann, soll Homeoffice machen und der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass das ermöglicht und eingehalten wird
  • Mundbindenpflicht. Allerdings nicht überall und immer, sondern nur, wenn man indoor den norwegischen, unantastbaren Meter nicht einhalten kann
  • Die Quarantäneregeln werden verschärft und vereinheitlicht, weil man davon ausgehen kann, dass Omicron binnen quasi keiner Zeit dominiert

Meter, Schmeter.

Bezeichnend finde ich: man wollte wohl wieder die Kinder von Maßnahmen verschonen, aber das Gesundheitsdirektorat geht jetzt schon davon aus, dass die Maßnahmen, insbesondere die geringen Einschränkungen der Kontakte unter Kindern, nicht ausreichen werden, um Omicron ausreichend abzubremsen. YOLO, sag ich da nur, hoch die Tassen, alles brennt. Prognose sagt, wir könnten in drei Wochen 90.000 – 300.000 Fälle TÄGLICH haben. Das sind doch mal Aussichten. Da muss man dringend die Kinder davor bewahren, mehr Einschränkungen als häufigeres Händewaschen zu erfahren!

Was war sonst so: Sorgen wegen des einen Kindes, das dann aber abends so niedlich im Schlaf ist, dass ich es auffressen könnte. Warum können die nicht immer klein bleiben und kleine Probleme haben?

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*Die „was erlaubt ist wird gemacht“-Einstellung macht mich fertig, unter anderem der Schulelternrat ist ganz extrem so drauf. Ich habe mich auch heute wieder sehr unbeliebt gemacht, aber ich verstehe wirklich nicht, warum man nicht bereit ist, sich selbst auch nur den Hauch eines Gedankens zu machen, ob das, was erlaubt ist, auch klug ist.

Tag 2342 – Jahresendspurt.

Noch eine Woche arbeiten, uff uff.

Heute war ein motivationsloser Tag. Immerhin verkaufsoffen, also nutzten wir ihn zu einem schnellen Ausflug nach Jessheim, kurz vor Ladenschluss, um die nahezu leergefegten Läden zum Kauf diverser notwendiger Dinge für Groß und Klein zu nutzen (sexy Zeug wie Tackerklammern und Winterschuhe). Außerdem ließ ich mich scheren und fühle mich jetzt wieder ordentlicher obenrum. Ich stellte aber wieder fest, dass man die FFP2-Masken nach einem Friseurbesuch nur noch wegwerfen kann, weil sich die ganzen abgeschnittenen kleinen Haare überall reinsetzen und dann pieken. In Zukunft also eine alte Maske dafür nehmen, die man eh nicht noch mal verwenden wollte.

Es nähert sich Weihnachten, mit großen Schritten, ohne dass sich Weihnachtsstimmung einstellen will. Pippi findet, das dauere alles noch viel zu lange, während ich langsam Panik schiebe, weil nichts noch viel zu wenig organisiert ist. Aber wie denn auch, wir wissen ja noch nicht mal, ob wir wirklich nach Deutschland fahren können. Ursprünglich wollten wir alle Geschenke direkt da hin bestellen, das erscheint jetzt etwas riskant.

Corona soll jetzt endlich weggehen.

Tag 2341 – Besinnlich.

Faules Wochende, Advents-Version.

Michel hat weiterhin YouTube-Entzug (und Minecraft, und Roblox und überhaupt alles, was Spaß macht) und nörgelt darüber nach Kräften, auch laut und auch mit körperlichem Protest, aber aus lauter Langeweile hat er heute unter anderem mit Pippi Schach gespielt.

Mittags rannte er aufgeregt aus dem Haus und kam direkt wieder rein „ES IST KRAMSNØ!!!“. Hier gibt es ja viele Begriffe für Schnee, mein Lieblingsschnee ist Knirkesnø, Knirscheschnee, den gibt es erst so ab -10 Grad. Mit Knirkesnø kann man aber, im Gegensatz zu Kramsnø, nichts bauen, der ist nicht pappig genug. Es ist aber jetzt nur noch -1 Grad und da kann man Schneemänner und Iglus bauen und kommt nass aber glücklich wieder rein, während die Eltern noch Schnee schippen, damit sich keine Eisplatte auf den Pflastersteinen bildet, wenn es jetzt taut und dann wieder friert.

In unserem Fall schippte Herr Rabe, weshalb mich die Kinder überfallartig zum Kekse backen zwangen (schrecklich, dieser Bildschirmentzug). Wohl denen, die eine Packung Pepperkaketeig im Kühlschrank haben! Die Kinder waren Feuer und Flamme und es war das erste mal überhaupt, dass es weder Sauerei noch nach 5 Minuten langweilig war. Wir haben jetzt allerlei weihnachtliche Kekse, wie Igel, Hummer, Schnecken, Eulen und Lokomotiven. Dazu ein Haufen sehr kleiner Sterne, die alle Michel ausgestochen hat, weil er die gut findet. Derweil erzählte er jede Menge, zum Beispiel dass er kleine Kekse besser findet als große, dicke besser als dünne und selbstgemachte besser als gekaufte. Wir hörten sogar Weihnachtslieder beim backen, norwegische Weihnachtslieder, die Pippi alle und Michel zum Teil mitsingen kann, während ich mich auf Melodie summen* beschränken muss. Wirklich schrecklich, dieser Bildschirmentzug.

Abends machten wir Popcorn für Harry Potter 3. Pippi guckt seit dem zweiten Teil auf eigenen Wunsch nicht mehr mit und wurde von Herrn Rabe ins Bett gebracht, während Michel und ich uns am Popcorn versuchten, was grad noch so gut ging.

Merke: 3/4 volles kleines Glas Popcornmais ist in diesem Topf etwas zu viel.

Film schauen war gut, auch wenn Herr Rabe eeeeetwas genervt davon ist, dass Michel sehr aktiv mitgeht, wenn es spannend wird, und klatscht, johlt oder mit dem Fernseher spricht. Mir ging wieder auf, dass ich gar nicht das dritte Buch nicht gut finde, sondern den dritten Film. Michel reagiert darauf wie ich, nämlich mit „DAS IST ABER IM BUCH ALLES ANDERS!“ und „ICH MAG NICHT DASS DIE ALLES AUSLASSEN!“, nur sage ich das halt nicht (mehr?) während des Films laut in den Raum.

Geradezu üdüllüsch heute.

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*Herr Rabe hat sich ein Weihnachtsliederbuch fürs Klavier gekauft, ich kann schon fast drei Lieder und lerne langsam Bassschlüssel lesen und vielleicht hab ich echt nen mächtigen Dachschaden, das jetzt auch noch anzufangen. Aber es macht Spaß, so ein bisschen rumzuklimpern und nebenbei grabe ich sehr alte Kenntnisse über Musiktheorie wieder aus meinen Hirnwindungen aus.

Tag 2340 – Here we go again.

Es ist ein bisschen ein Flashback in 2020 kurz vor Weihnachten. Homeoffice den ganzen lieben langen Tag, jeden Tag, Remote-Inspektionen planen, sich über Pandemiemanagement im Großen und Kleinen ärgern. Ich will das alles nicht mehr, aber hilft ja nichts, ich wollte das auch schon vor nem Jahr nicht mehr und das hat die Pandemie da auch schon nicht interessiert.

Noch eine Woche Arbeit, dann ist Urlaub und ganz egal, ob wir nun weg fahren oder nicht – ich hab den nötig.

Notiz am Rande: Bester Tipp, den ich lesen durfte, zum Thema Wintersmüdigkeit: „30 Minuten Sonnenlicht am Tag sind ratsam, am besten direkt nach dem Aufstehen.“ Montag stehe ich also erst um viertel nach neun auf, das kommt meiner inneren Uhr sehr entgegen.

Ob ich dann auch um drei wieder ins Bett kann? Mir wäre danach, um ehrlich zu sein.

Tag 2338 – Einfach schwimmen.

Ständig wird alles geändert. Alles mögliche fällt spontan aus, weil Leute krank sind oder in Quarantäne und es plötzlich verboten ist. Man kriegt mit Glück mit ein paar Stunden Vorlauf Bescheid.

Und dann diese ganzen Widersprüchlichkeiten. Zur Arbeit dürfen wir, wenn wir müssen (oder uns im Speichern von Dateien schulen lassen sollen, was übrigens auch dank meines vehementen Einsatzes für uns Inspektøre komplett abgeblasen wurde), da ist alles tutti, weil wir ja Plexiglas zwischen den Tischen haben. Inspizieren dürfen wir nicht, weil das mega gefährlich ist. Vielleicht sollte ich fragen, ob’s ok wäre, zu Herstellern zu fahren, wenn ich eine eigene Plexiglasscheibe mitbringe? Die Kinder dürfen alles, weil sie in der Grundschule sind und deshalb per def ja nicht krank werden. Vielleicht sind wir durch unsere Impfung plus Delta-Infektion quasi gar nicht vor Omicron geschützt, aber auch wir werden ja nicht krank, und kriegen deshalb vielleicht gar keinen Booster. In Deutschland geht man von sehr wenigen (unter dreistelligen) Omicron-Fällen aus, während sich hier so ziemlich alle Anwesenden in einem Lokal bei einer einzigen Person angesteckt haben, obwohl man von den allerallermeisten davon weiß, dass sie voll geimpft waren.

All das macht müde und unproduktiv. Außerdem ist Zyklusende und ich mache mir demnächst vielleicht einfach ab Zyklustag 20 vorbeugende Kohlwickel. Michel schläft schlecht ein, Pippi steht morgens sehr früh auf (weshalb jetzt die Fernbedienung neben mir liegt), ich hatte vergessen, dass ich noch für die Putzhilfe aufräumen muss und saniere bald einfach warm.

So ein Tag ist halt heute. Ein Tag, an dem eins der Kaffegläser auf dem Parkett zerschellt und eine Kaffee-Glasscherben-Pfütze aufgewischt werden will.

Morgen wird bestimmt besser.

Tag 2337 – Allein, aber mit Meter.

Herr Rabes Konferenz läuft jetzt so: heute war nicht, bzw. nur Aufbau. Morgen ist mit drei Kohorten á maximal 200 Gästen (die Kohorten wurden wohl nicht voll, so groß war das Interesse an physischer Teilnahme dann doch nicht). Dann werden über Nacht wieder die Regeln geändert und deshalb ist Donnerstag dann ganz ohne Publikum.

Weil die Tage für die Orga- und Ordnungstruppe aber trotzdem lang werden, ist Herr Rabe im Hotel in Oslo. Das hat auch für mich viele Vorteile, zum Beispiel könnte ich theoretisch sogar mit offenem Fenster schlafen*. Ich muss niemandem sagen, dass Waschmaschine und Trockner bevorzugt nachts um drei laufen sollten (weil da der Strom am billigsten ist) und es klingelt kein Wecker zu völlig irrwitzigen Zeiten, weil Advent of Code ist und um sechs Uhr die Aufgaben veröffentlicht werden.

Dafür muss ich halt alleine alles machen, Kinder rumfahren, Arbeiten, zusehen, dass ich vernünftig esse.

Wird schon werden.

Osloer Julebord-Update: es sind wohl bei der Chipsfabrik noch ein paar dazu gekommen, genaue Zahlen konnte ich aber grad so schnell nicht finden. Insgesamt knackt Norwegen heute aber die 500er-Inzidenz und Oslo marschiert auf die 1000 zu (900 heute). 320 liegen im Krankenhaus, damit sind wir nur noch 5 belegte Betten vom Allzeit-Coronahoch vom 1.4.2020 entfernt. Es ist alles total toll, und deshalb haben wir jetzt den Meter wieder und Norwegen hat jetzt auch beschlossen, dass Lüften ne gute Idee ist. Ich bin gespannt, ob der Zaunpfahl „MEHR Homeoffice“ dieses Mal von meinem Arbeitgeber aufgegriffen wird. Mir ist es ja egal, niemand zwingt mich ins Büro, aber ich denke, es wäre ein gutes Signal, dass man die Entwicklung auch bei uns ernst nimmt. Außerdem ist die Ventilation bei uns grottig.

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*praktisch wäre selbst mir das jetzt grad zu kalt, draußen sind nachts so -15 Grad. Außerdem muss ich dann erst die Geige ausquartieren, neulich hatten sich nämlich schon zwei Wirbel gelöst, durch, so vermute ich jedenfalls, zu starke Temperaturschwankungen bei gleichzeitig sehr trockener Winterluft.

Tag 2336 – Unnötig undurchsichtig.

Falls Sie sich fragen, wie man in Kontakt mit der Schulschwester von V. Barneskole Eidsvoll kommt: da suchen Sie erst im Internet, da steht es schon mal nicht. (Letztes Jahr stand da noch ne Telefonnummer, die war aber zu der vorherigen Schulschwester, die da schon seit 2018 oder so nicht mehr ist.) Sie schreiben also der Lehrerin. Die ruft zurück und sagt, das wisse sie auch nicht so genau, man solle im Sekretariat anrufen. Sie rufen im Sekretariat an und haben gleich die Rektorin dran, die sagt Ihnen dann, dass die Schulschwester grad eine Weiterbildung macht und Examen hat (also Klausurphase), aber Freitag da sei. Sie sollen ihr Anliegen am besten per Mail an die Rektorin schicken, die das dann weiterleitet. Sie verdrängen alles, was sie jemals über Datenschutz wussten und schreiben sensitive Personendaten an eine Person, die diese gar nichts angehen, damit diese sie dann weiterleitet. Hurra.

(Sie sind verzweifelt und deshalb machen Sie das.)

Bei der Arbeit war Manic Meeting Monday. Gnah. Hab da immer schnell das Gefühl, Zeit zu verplempern, vor allem weil mir grad alles über den Kopf wächst, das bis Weihnachten erledigt sein sollte.

Osloer Julebord-Update: 130 positiv getestete Personen, etwa die Hälfte bestätigt Omicron. Las darüber schon bei Spiegel Online. Wir lächeln und winken einfach (und ich bunker mich im Homeoffice ein). Omicron sonst so: ein Ausbruch an einer Waldorfschule, ein Ausbruch auf einer Messe, ein Ausbruch auf einem weiteren Julebord (der, halten Sie sich fest, Chipsfabrik! So klein ist die Welt). Japp, scheint recht ansteckend zu sein, der Quatsch, und dabei waren wir ja schon mit Delta ziemlich gut dabei, die Krankenhäuser zu füllen. Lächeln und winken.

Morgen kommen schon wieder neue Maßnahmen. Zum dritten Mal in einer Woche.

Lächeln und winken.