Hipp Hipp Hurra, es ist der 17. Mai und ich hab so dermaßen einen im Tee wie noch nie an diesem Tag. Dabei war gar nicht viel, erst Barnetog mit Schule _und_ Kindergarten und 8.000 Schritten schon morgens um 10, pølsepapir und lompe stapeln und abends halt Grillen bei der Nähmutter. Sehr köstlich das alles. Minus die Pollen, die zu zwei Duschen an einem Tag führten, die waren eklig. Sonst alles super, sogar Flagge wedeln und Marschmusik wird erträglich, wenn danach „Rostbrattwürst“ und Gin kommen. 




Kram
Tag 1374 – Positiv denken.
- Gutes Feedback zur Arschkarte bekommen
- Ein Problem gelöst
- Mit beiden Kindern viel gekuschelt
- Der Rasen ist jetzt sehr gründlich gewässert
- Vitamin D produziert
- Wenig Kaffee getrunken
Das hat auch ne andere Seite, aber die seh ich eh dauernd, die schreibe ich jetzt hier nicht auch noch hin.
Tag 1373 – Rasenflaum und Sommergeruch.
Off topic: das ist ja wohl ne Zahl zum davor gruseln. Mir als bekennender Geradzahlfreundin rollen sich dabei die Fußnägel nach oben. Ist das eine Primzahl? Ja, oder? Irgs.
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Ich hab die Arschkarte weggearbeitet. Es war schlimm und stumpfsinnig aber hell yeah, ich bin fertig und habe das gut gemacht. Sogar einen halben Tag eher als geplant. Da kann ich mich ab morgen wieder dem Aufbau meines theoretischen Wissens widmen.
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Der Rasen sprießt, der Briefkasten ist umgehangen (dass ich das noch erleben darf!) und das Blumenbeet blüht komplett. Das ganze Blumenbeet? Nein, die Kugelprimeln sehen unglücklich aus und ich weiß nicht, warum. Der Rest der Blumen macht sich aber sehr gut, das Kastenbeet steht nun auch und bald können da diverse Pflanzenkinder einziehen.
Wenn ich jetzt noch wüsste, was Gurki hat.
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Beide Kinder, aber besonders Pippi, kamen heute dreckig und sommerduftend nach Hause. Dieser ganz spezielle Geruch nach… wahrscheinlich einfach Dreck und Sonnencreme, romantisiert halt Sonne, Wind und wildes Toben, der ist schon ganz speziell. Falls Sie sich fragen, ob der einen Namen hat: natürlich. Seit heute. Sogar zwei.
Ich mag den Sommer.
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Heute schon war alles viel besser als gestern. Wahrscheinlich waren das gestern also nur Hormone. Hormone sind doch echt doof.
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Heute auf dem Rückweg von der Arbeit hörte ich ein wenig (laut) Montreal auf Spotify. Die habe ich mit Herrn Rabe zusammen vor gefühlten 100 ca. 8 Jahren mal auf irgendeinem Festival gesehen und da waren die so lala, jedenfalls nicht so toll, dass ich mir ein Album hätte kaufen wollen. Aber so vom Band als Datei kann man das gut anhören (wenn man melodischen Lärm mag).
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Sonst war nix, nein sonst war nix, sonst war nix, sonst war nix (Peter Licht).
Tag 1372 – Ein Tag wie durch Sirup waten.
Zu kurz geschlafen, schlecht aus dem Bett gekommen. Den ganzen Tag todeslangweiligen Kram gemacht, den ein trainierter Affe vermutlich genauso gut hinbekommen hätte. (Ok, ein sehr gut trainierter, computeraffiner Affe.) Beste Zeit beim Abholen der Kinder, da aber Hunger und Pippi wollte mir nichts von ihrem Pizzabrötchen abgeben. Lecker gekocht, die Kinder wollten es nicht. Geschrei, bis ich und nicht Herr Rabe Pippi ins Bett gebracht habe. Da eingeschlafen, wach geworden aber einfach die Augen zugelassen, müde, so müde, noch so viel zu tun, will nicht, will schlafen. Mit Mühe die Augen aufgemacht und überaus zäh die Essensbestellung eingetippt. Wenigstens das. Rest kann warten.
Jetzt natürlich wach.
Tag 1369 – Jetlag.
Jajaja, ich weiß, nach Südnorwegen gibt es gar keine Zeitverschiebung. Aber irgendwie war die letzte Woche doch sehr viel anstrengender, als ich gedacht hatte. Von halb acht morgens bis zehn Uhr abends, nur unterbrochen von Pinkelpausen, in nicht selbst gewählter Gesellschaft sein, das schlaucht dann doch sehr. Ich muss das mal beobachten. Jedenfalls war ich heute den Tag über zu sehr wenig zu gebrauchen und bin, während die Kinder den „magischen Schulbus“ guckten, sogar eingeschlafen. Entsprechend wenig habe ich aber auch zu erzählen. Wirklich, das interessanteste heute war dass ich 50 Finger- und Fußnägel geschnitten habe.
Tag 1368 – Home, Sweet Home.
Nach einem laaaangen Tag wieder zu Hause. Die Kinder ins Bett gebracht und ein bisschen extra gekuschelt. Sehr schön. Und wahrscheinlich werd ich vom Satz „Mi har jo prosedyre på det!“ (Mit skarre-r und der sehr distinkten südnorwegischen Satzmelodie) träumen.
Das war eine gute Inspektion. Und vier Nächte mit >95% Schlafqualität laut App waren auch mal ganz nett. Jetzt kuschle ich mich aber an Michel und lausche seinem Zähneknirschen.
Tag 1367 – Kontrastprogramm.
… und zwar auf allen Ebenen.
- Gestern Sonnenschein, heute den ganzen Tag Regen
- Gestern den ganzen Tag Begehung, heute den ganzen Tag auf dem Hintern sitzen und Dokumente anschauen
- Gestern hungrig ins Bett nach Essen in schniekem Restaurant, heute pappsatt und glücklich. Meine Kollegen kennen sich ja hier aus, die waren hier schon zwei- bzw. drülfzig mal, ich hingegen weiß nix. Ich wurde am ersten Tag gefragt, ob ich irgendeine bestimmte Küche nicht essen würde, beispielsweise asiatisch, aber ich esse so gesehen alles. Heute fuhren wir in den Nachbarort in ein Restaurant, von dem die eine Qualitätsdame meinte, das sei so schäbig gelegen, direkt am Kreisverkehr, aber das Essen sei gut. Schäbig gelegen war es dann auch, zwischen einer Autowerkstatt und einem Küchenstudio, gegenüber vom Baumarkt und halt direkt am Europastraßen-Kreisverkehr. Noch viel schäbiger fand ich aber das Restaurant selbst. So eine Mischung aus Imbiss und Kegelbahn-flair, uralte Lederstühle, auf denen man so tief einsinkt, dass der Tisch viel zu hoch ist und man sich fühlt wie ein Kind am Erwachsenentisch. In der Ecke eine unbediente Partykeller-Hausbar mit einer Lichterkette um die Pömpel rechts und links gewickelt und ein paar Flaschen Schnaps im Regal (mutig, wo hier ja selbst billiger Schnaps ein Vermögen kostet). Grelles Halogenlicht. In jedem Fall sehr ungemütlich und die Karte war auch sehr übersichtlich. Weil ich gestern ja schon
ein HäppchenFisch hatte, Hühnchen aus Gründen meide, wenn ich auswärts esse und es nichts vegetarisches gab, bestellte ich einen Burger. Mein Kollege hatte Fisch, die Kollegin gefülltes Hühnerfilet im Speckmantel. Die Kollegin und der Kollege bekamen ihr Essen zuerst, ich hatte also ca. 1 Minuten Zeit, deren Essen zu bewundern bevor mein Burger kam. Schwer beeindruckt staunte ich die großzügigen Portionen überaus schmackhaft und frisch und hübsch aussehenden Essens an. Auch mein Burger war optisch schon ein Knaller und vor allem so hoch gestapelt, dass ich gar nicht erst versuchte, meinen Mund entsprechend weit aufzureißen, da hätte ich mir wohl den Kiefer ausrenken müssen. Und geschmacklich erst – ein Traum! Ich hab selten so einen guten Burger gegessen. Alles daran war selbst gemacht und ganz frisch, das schmeckte man. Am Patty hab ich mir den Gaumen verbrannt, weil das offenbar grad aus einer sehr heißen Pfanne kam. Es war knusprig und braun und unfassbar lecker. Dazu der Rest vom Burger: geschmolzener Käse, frischer Salat und Gemüse, Sauce, von allem genau richtig viel. Als Beilage Kartoffelspalten mit grobem Salz und Kräutern, auch knusprig, heiß und saulecker. Ich bin immernoch hin und weg von dem schäbigen Ort mit dem super Essen. Omnomnom. Wenn Sie mal ganz im Süden von Norwegen sind, im Bible-Belt, melden Sie sich ruhig, dann verrate ich Ihnen den Namen.
Solche Überraschungen gern wieder.
Tag 1366 – Klettermaus.
Huiuiuiuiui. Der Hersteller, den wir diese Woche inspizieren ist sehr groß, sowohl marktmäßig als auch platzmäßig. Es ist ein Wirkstoffhersteller, das heißt: Industrie. Keine schnieken Abfüllanlagen, in denen klare Flüssigkeit in tausende kleine Ampüllchen gefüllt wird, nee, hier wird Puder in 1000-kg-Säcke gefüllt. Hier gibt’s keine Reinräume, hier gibt es mehrere Etagen hohe Reaktoren und allerlei lustige Lösemittel, weshalb alles als explosionsgefährdeter Bereich eingestuft ist und das heißt, mein FitBit (Elektronik!) hat gar nicht mitgekriegt, wie ich mir heute die Füße plattgelaufen hab. Treppe hoch, Treppe runter, wieder hoch, nächster Produktionsraum, Treppe hoch, runter, weiter runter, drei Räume weiter, vier Räume wieder zurück. Mit Schutzhelm auf und Sicherheitsschuhen an in irgendwelche Räume mit riesigen Destillationssäulen (macht ca. 45 Grad Raumtemperatur) gehen und da rausfinden, weshalb Wasser auf dem Boden ist, dann wieder raus, 20 Grad, was ist das hier, warum steht das da, was wird hier gemacht, Treppe rauf, Treppe runter. Ich habe durch Bullaugen Zeug gesehen, das aussah wie Milch, wie Öl, wie Baisermasse. Wenn die da Backpulver herstellen würden würde es mich nicht im geringsten überraschen, außer dass ich seit heute halt weiß, was alles in diese Prozesse reinwandert und das ist eben ein biiiisschen mehr und ein biiiiisschen außergewöhnlicher als Pottasche und Hirschhornsalz.
Macht immernoch sehr viel Spaß das Ganze, aber nach einem ganzen Arbeitstag Begehung brauche ich etwa drei Liter Wasser und eine Stulle, damit ich bis zum Abendessen nicht meine Kollegen angenagt hab.
Abendessen auch so ne Sache. Heute aßen wir im Hotel und ich hab kein Trinkgeld gegeben, das mache ich nur sehr selten, aber der Service war… bemüht, äh, hat’s probiert, aber nein. Bei drei Leuten von denen zwei identische Rechnungen haben, vier Fehler machen geht nicht. Außerdem hatte ich den „Fisch des Tages“, „Lyr“, ein Weißfisch. Ich weiß ja nicht wie das bei anderen so ist, aber ich werde von einem Stück Fisch, drei Minikartoffeln und 4 Stangen grünem Spargel nicht satt. Insofern liest sich der heute Beitrag vielleicht etwas hangry. Ich bitte, dies zu entschuldigen.
Tag 1365 – „Ferien“.
„Mama, wann kommst du wieder von deinen Ferien?“ sagte Michel am Wochenende. Nun ist das hier ganz und gar kein Urlaub, das Überstundenkonto lacht über die Vorstellung und – ich will nicht meckern, aber – das ist hier auch echt nicht einfach, aber es gibt rein landschaftlich deutlich schlimmere Orte, an denen man arbeiten kann. Heute haben wir das gute Wetter genutzt und zwischen Inspektion und internem Durchgang einen kleinen Ausflug gemacht, das war schon wirklich toll. Der Kopf wurde auch gut durchgepustet, genau das richtige an so einem FerienTag. 



Tag 1364 – Pittoresk.
Dieses Mal also Inspektion im Süden von Norwegen. Ganz im Süden. Und es ist so schön! Also nicht das Inspizieren, das schon auch auf eine… besondere Art, aber die Gegend hier! Postkartenmotive!
Ich mag meinen immer noch neuen Job. Sehr.
Was heut nicht so schön war (Liste um es loszuwerden und nen Deckel drauf zu machen)
- Start bei Schnee
- Landung bei starkem Wind
- Super viele enge Serpentinen die Berge hoch und runter
- Ein gebrochener Fingernagel
Das war’s, der Rest war einfach richtig gut.
Und jetzt rufe ich mit frisch lackierten Fingernägeln (um die gebrochene Stelle zu verdecken, es wird mir wohl die nächsten Wochen nichts anderes übrig bleiben, als zu lackieren) Herrn Rabe an und knutsche ihn noch mal durchs Telefon zum Geburtstag. In etwas mehr als einem Monat sind wir übrigens 10 Jahre verheiratet, abgefahren, oder?