Tag 1363 – Rödelrödel und ein wenig Aufregung.

Hahahahaha. Ein wenig. Morgen geht es los auf eine komplette Woche Inspektion mit Reise und allem und ich hoffe, ich kann dann gleich mal schlafen, noch sieht es nicht so aus. Der Koffer ist gepackt, da muss nur noch der Kulturbeutel rein (und mein Teddybär, wenn Platz ist, denn auf nichts schlafe ich bequemer, im Zweifel lieber kein Kopfkissen aber den Teddybären als ein blödes Kopfkissen), es gibt keinen Grund weshalb ich so nervös sein sollte. Ok, die Schnecken könnten verhungern, die Blumen vertrocknen, die Kinder traurig sein, aber das hab ich ja eh nicht in der Hand. Herr Rabe könnte auch traurig sein, denn morgen ist sein 63. 36.* Geburtstag, den verpasse ich nun auch nicht unbedingt gern aber auch das stand ja seit Anfang Januar fest. Huffhuffhuff.

  • Ohrringe
    Reisepass
    Handcreme
    Kreditkarte (die echte)
  • müssen noch mit.
  • Wenn ich wenigstens wüsste, dass das mit dem Schlafen noch für mindestens zwei Stunden nichts wird, dann würd ich mir jetzt noch die Fingernägel lackieren. So macht das leider keinen Sinn.
  • Ich wünsche mir, dass ich in, sagen wir, einem Jahr entspannter auf Jobreise gehen kann. (Das heißt nicht Jobreise auf deutsch, oder? Verflixt, ich habe echt immer öfter Probleme, korrektes Deutsch zu formulieren.) Ha! Dienstreise. Also auf Dienstreise möchte ich gern entspannter gehen.
  • Jetzt ein bisschen Meditieren, vielleicht hilft es beim Einschlafen.
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  • *Michel fragte heute, wie alt Herr Rabe sei. „Fünfunddreißig“ sagte Herr Rabe. „Dann wirst du sekstitre?“ fragte Michel. „Nicht ganz.“ sagte Herr Rabe. „Sekstifire? Nein, Femtifire?“. Noch ist diese Verwirrung rund um größere zweistellige Zahlen für uns Eltern hauptsächlich lustig.
  • Tag 1362 – Zu kurz.

    Frau Halbesachen ist wieder zu Hause und ich bin ein bisschen wehmütig, weil es irgendwie viel zu kurz war. Das waren sehr schöne Tage und ich werd noch lange an unsere Gespräche denken und daraus Kraft tanken. <345

    Leider etwas das auch zu kurz ist: die Restlebenszeit unseres Autos. Jedenfalls vermutlich. Nachdem im Januar das eine vordere Radlager getauscht wurde, ist nun das andere vordere Radlager hinüber, noch bevor wir geschafft haben, Sommerreifen aufzuziehen*. Da gehen weitere 4000 Kronen hin und irgendwann müssen wir wohl dringend mal schauen, was sich noch lohnt und was nicht, eine Grenze festlegen und entsprechend schauen, wie lange wir auf ein neue(re)s Auto warten könnten**. Aus Gründen ist die Auswahl recht klein, ein, naja, Wunschtraum steht fest, das Budget ist aber auch begrenzt und weil die Auswahl klein ist, kommen auch Gebrauchte nur in Frage, wenn sie eigentlich keine sind sondern von 2018. „Jahreswagen“ nannte man das wohl früher. Oder „Vorführwagen“. Mir alles egal, wie das heißt, ich hab heute erst verstanden, was „Leasing“ ist und dass auch das nicht in Frage kommt (nicht mit 2 kleinen Kindern, nicht für Leute für die ein Auto ein Gebrauchsgegenstand ist und kein Statussymbol, einfach nein). Nun ja. Erstmal das andere Radlager reparieren lassen, denn ein Auto das klingt wie ein Hubschrauber kauft ja nun auch niemand.

    Seufz.

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    *Da es die letzten Nächte wieder gefroren hat, war das jetzt nicht so sonderlich dramatisch

    **ja, manche der Autos, die in Frage kämen, haben zum Teil erhebliche Lieferzeiten und sind auch nicht als Gebrauchtwagen zu kriegen und wenn Sie jetzt scharf nachdenken kommen Sie bestimmt auf die Richtung in die es gehen soll (und wenn Sie schon länger mitlesen, dürfte Sie das auch nicht sonderlich überraschen)

    Tag 1361 – Ausgang.

    Wir futtern uns munter durch Oslo, das ist sehr schön, leider auch sehr teuer aber yolo oder so. Heute vegane Lasagne zum Mittag und mexikanisches Viel zum Abendessen, weiterhin einfach nur mit J., es ist so super. Dann noch Gin und ein bisschen Freiheit und ganz viel Leute gucken und Geschichten ausdenken, die Frau, die ein Limettenbäumchen herumträgt, das ungleiche Paar und ihre beste (unbegeisterte) Freundin, die rätselhaften Typen am Nebentisch (was sie wohl arbeiten? Deuten karierte Oberhemden auf irgendwas mit Ingenieur hin? Aber keine Nerds! Mysteriös…) und der Freundinnen-Betriebsausflug (irgendwas mit Agentur) einen Tisch weiter, der Essensliefermann, der auf die Straße rotze.

    Weiterhin alles wunderbar, auch wenn wir* am Abend, als uns** Herr Rabe um 23 Uhr vom Bahnhof abholte, die goldene Eltern-Himbeere verliehen bekamen – als wir nach Hause kamen (um 23:08) war Pippi nämlich wach und stand weinend hinter der Tür. Arme Maus.

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    *Herr Rabe und ich

    **J. und mich

    Tag 1360 – Suppe aus Brot und Spargel.

    Weiterhin alles sehr hachz. Es ist schon sehr schön, mit einer erwachsenen Person und ohne Kinder dabei Zeit zu verbringen. Mit Herrn Rabe ist es auch noch mal anders, da steht ja ständig irgendwas an, und sei es nur den Urlaub endlich zu planen oder wer den nächsten Elternabend übernimmt oder den Wocheneinkauf. Irgendwas ist immer. Mit Frau Halbesachen ist sowas nicht, da ist nur viel Austausch und das ist ganz und gar wunderbar. Wir reden natürlich auch über die Kinder, die Familie und die Wunderlichkeiten des Reihenhausbesitzes und all das, aber eben nicht nur und, ach, dass mir sowas fehlt merke ich ja immer erst nachher, ne? Ich sollte echt mehr socializen.

    Am Besten am Besuch haben ist aber super Essen. Heute Abend gab es echten! Spargel! Richtigen, echten, weißen, frischen Spargel, aus Deutschland mitgebracht. Grünen Spargel gibt es hier ja das ganze Jahr über, wie Paprika oder Mango, aber der ist immer (!!!) labberig oder holzig. Letztes Jahr in Trondheim sah ich erstmals in Norwegen weißen Spargel, er lag im Supermarkt hübsch auf Eis dekoriert und war so holzig, dass er schon aufriss. Und das dann für 10€/kg. Das heute allerdings war köstlich. Und J. macht super Sauce Hollandaise, so richtig mit Ei und Wasserbad und allem, und dabei noch mit Pippis Hilfe. Ich bin schwer beeindruckt.

    Auch heute Mittag aßen wir super, nämlich in Oslo Suppe aus Brot. Mit ordentlich Knoblauchbutter und Limo und ohne Gin-Tonic (Preis auf Anfrage). Das war sehr lecker.

    In Oslo ist alles schon ganz grün und die Tulpen blühen, es ist wirklich so schön! Morgen muss ich davon mal Fotos machen.

    Tag 1359 – Hach, hach!

    Heute sind drei tolle Sachen gewesen:

    • Frau Halbesachen ist da und es ist wunderbar
    • Pippi ist bis ins Dorf und zurück bis auf wirklich kleine Pausen Fahrrad gefahren und ist dann abends auf meinem Arm eingeschlafen
    • Michel hat geduldig ein im Dunkeln leuchtendes Dino-Skelett ausgebuddelt und war dann völlig aus dem Häuschen darüber, dass das IM DUNKELN LEUCHTET, GUCK MAL MAMA, ES LEUCHTET WIRKLICH, J., DU MUSST AUCH KOMMEN UND GUCKEN, ES LEUCHTET!!!

    Alles sehr glücklich machend heute.

    Tag 1358 – Zackizacki.

    Heute Dinge erledigt. Zeitdruck macht das, weiß ich ja, kenne ich schon. Die SOP ist an die Kolleg*Innen zur Durchsicht verschickt. Der Report, der Freitag raus soll, enthält nun auch alle meine Notizen. Die Checkliste für nächste Woche ist… naja zu 50% fertig, aber ganz fertig muss sie ja auch nicht sein, ich gehe da ja nicht alleine durch alles. Zu Hause dann endlich die meine Bügelwäsche weggebügelt und einen groben Plan gefasst, was ich nächste Woche anziehen könnte und entsprechend einpacken muss. Jetzt kann morgen die Frau Halbesachen kommen und wenn ich heute Abend noch durch ein bis drei Dokumente durchkomme, muss ich morgen nicht mehr ran und kann Spargel essen Wein trinken. Ach ja, Blumen gegossen habe ich auch, den Rasen gesprengt und die Einkaufslieferung verräumt. Die Brotdosen aus den Kinderrucksäcken geholt. Wenn ich’s nicht besser wüsste, würd ich mich für Superfrau halten, aber ich bin nur ich und ohne den Zeitdruck wäre das meiste davon nicht passiert (bzw. sind ja große Teile davon schon seit Wochen nicht passiert).

    Was schön war, war Michel beim Erfinden zuhören weil Pippi beim Fernsehen eingeschlafen ist. Ich hab ein ganz wunderbar kreatives großes Kind. Und ein sehr gesprächiges auch. Und niedliches. Und kluges. Und überhaupt. Auch wenn ich mich ein biiiiisschen drauf freue, vier Nächte am Stück allein in einem Bett zu schlafen, ich werd die alle vermissen.

    Tag 1355 – Some less drama, baby.

    Wochenende. Ausschlafen (für mich), Frühstück, dann fertig machen zum 7. Geburtstag der Klassenkameradin von Michel. Ich hatte angeboten zu helfen und hatte Pippi dabei, die mit dem kleinen Bruder des Geburtstagskinds spielen sollte. Diese zwei Dinge waren ein wenig inkompatibel, aber alle hatten eine gute Zeit, das ist ja das wichtigste. Es war auch wirklich nett, wenn ich auch wieder weiß, weshalb ich nicht (!!!) die ganze Klasse einladen werde.

    Abends dann dem (gestern) frisch gesäten Rasen beim Wachsen zugesehen und 15 der drülfzig Aronia-Büsche mit unserem neuen, extra stabilen Spaten ausgegraben. Halleloo. Und die Narzissen (im Sonderangebot für 10 Kronen pro Pott gekauft) hab ich bewundert. Ich freue mich immer wieder über den Garten, das ist alles so schön, hach. Im Sommer müssen dann noch die Löcher im Beet voll gepflanzt werden, aber das wird kein Problem, die Ringelblumen zum Beispiel sind eigentlich schon startklar. Hach, hach, hach!

    Radieschenbabies sprießen auch bereits!

    Doch, ein schöner Wochenendausklang.

    Tag 1352 – Noch viel weniger los.

    Arbeit, Arbeit, Kinder holen, Essen machen, essen, Kinder ins Bett bringen, anderen Leuten ihre Steuer erklären und an deren Lethargie verzweifeln, Bett.

    Oh, es hat ca. 5 Tropfen geregnet. Genau so viel, dass das Auto seither noch viel dreckiger aussieht als vorher. Aber für die Blumen natürlich gut.

    Michel macht tatsächlich seine Hausaufgaben im Sport-Hort. Ich feiere das. Vielleicht kann ich seine zwei besten Schulfreunde auch zum Hortwechsel belabern, dann ist er nicht mehr so traurig, dass er nicht mehr so oft mit denen spielen kann. Ich muss das am Wochenende mal in Angriff nehmen, das Belabern.

    Tag 1351 – Nicht viel los.

    • Homeoffice war genau so langweilig wie vermutet
    • Pippis Arzttermin war ok. Es wurde ihr Blut abgenommen, ohne Emla-Pflaster vorher, dementsprechend trägt sie immer noch stolz ihr Pflaster und erzählt jedem und jeder wie doll das weh getan hat
      Elterngespräch im Kindergarten war auch ok. Pippi ist recht weit mit allem und sozial total umgänglich. Voll schön dass sie zu Hause dann die Diktatorin raushängen lässt. Ach ja, meine kleine Maus. Ab Sommer dann in der „Bärenhöhle“, bei den großen Kindern. Zum Abschluss malte Pippi noch lauter Vögel auf die Rückseite des Gesprächsprotokolls. Die Vögel sehen aus wie Kartoffeln in die man rechts und links nen dünnes Stöckchen gesteckt hat, aber MEIN BABY MALT WUNDERHÜBSCHE VÖGEL!!!
      Mit Michel Blumen gegossen
      Babypflanzen umgetopft
      Größere Pflanzen ins Beet und ins Gewächshaus umgesiedelt
      Tomati und Gurki gedüngt und beschnitten. Ich glaube, beide kommen mit der Erde in der sie sind nicht gut klar. Um zu vermeiden, dass sie viel Energie in Früchte stecken, habe ich vorerst alle Blüten und Fruchtansätze entfernt. Gurki ließ außerdem ein paar Blätter, die an den Rändern schon ganz Papier-ig durchscheinend waren. Die eine auf volle Snackgurken-Größe herangewachsene Gurke teilte ich mir mit den Kindern, die war sehr lecker
      Michel Hosen gekauft. Dieses Kind kriegt alles so schnell kaputt. Aber immerhin war Wollunterwäschr auf die Hälfte runtergesetzt, also habe ich zugeschlagen und nächsten Winter haben wir dann schon mal einen guten Grundstock. Außerdem spontan zwei weitere Chinos für mich gekauft, identische, und genau die gleiche habe ich auch schon, aber nun war sie auf 120 Kronen reduziert. Diese Hosen sind super: sehen hinreichend spießig aus um als Business durchzugehen, sind aber so geschnitten, dass sie fast cool aussehen. Darüber hinaus sind sie sehr bequem sowohl zum Sitzen als auch zum drin herum laufen. Jetzt hab ich drei und damit wäre der Signature-Look wohl besiegelt
      Abends Shawarma von Shawarma King, das war lecker aber nun hab ich Sodbrennen. Ich lern’s auch nicht mehr

    Tag 1349 – Schwupps, Ferien vorbei.

    Das waren, dafür dass wir uns nicht weiter als bis zum Gartencenter aus dem Haus bewegt haben, erstaunlich schöne Ferien. Wir waren sehr produktiv, haben uns trotzdem gut erholt (hauptsächlich durch ausschlafen) und die Kinder haben super wenig ferngesehen. Ich meckere über Sonne, kann mit Hitze nicht gut umgehen, aber ich mag den Sommer, Widersprüche muss man halt auch aushalten können. Den letzten Ferientag haben wir wieder viel im Garten gewühlt und ich weiß jetzt, dass selbst die kleinsten und krepeligsten der Aroniasträucher, die ich wegen ihrer Kleinheit und Krepeligkeit auch echt weghaben will (und da sollen die Stockrosen doch hin! Und auch der Johannisbeer- und Stachelbeerstrauch!), jedenfalls haben die sehr sehr starke Wurzeln. Stärker als der Spaten. Aber bis dahin hab ich in der ganzen Woche nix rumgeschmissen, das ist doch mal was. Am Ende des Tages mussten wir die Kinder einsammeln und dann dringend wieder gesellschaftsfähig machen, also mit einweichen grundreinigen, die Haare mal ordentlich durchbürsten und dann die dreckigen Krallen stutzen. Michel kriegt ab jetzt wieder Sonnencreme mit und den Befehl, sich nochmal einzucremen, wenn sie nachmittags rausgehen. Pippi kriegt auch Sonnencreme mit, aber hauptsächlich, weil sie welche haben will, wenn Michel welche dabei hat. Pippi ist in den letzten Tagen ein bisschen Kinder-braun geworden (und die Haare sind ausgeblichen, sie ist so niedlich, es ist zum Fressen). Michel hat nur Sommersprossen bekommen, der Rest der Haut hat weiter meinen Ferkelrosa-Ton. Armes Kind. Hatte ich erwähnt, dass er von Sonnencreme Pickel kriegt? (Bitte keine Tipps. Wir haben sie alle durch, es gibt einige, von denen er weniger Pickel kriegt als von anderen, aber ganz weg geht’s nicht. Es juckt auch nicht, sieht nur doof aus.)

    Morgen dann wieder andere Welt. Was Business-mäßiges anziehen, ins Werk fahren, Meetings, lernen, mehr Meetings, nach Hause. Heute Abend habe ich Pflegelack auf die Fingernägel gemacht, die sehen halt aus, als hätte ich damit eine Woche lang im Garten gewühlt, inklusive drülfzig mal Händewaschen am Tag.

    So richtig bereit für Arbeit bin ich noch nicht, ich hätte auch noch ein bisschen mehr Urlaub gebrauchen können.