Tag 1323 – Kurs.

Der Einarbeitungsplan verlangt ja diesen Lead Auditor-Kurs von mir und heute und morgen ist der zweite Kursteil. Dann könnte ich, wenn ich wollte, im Juni noch das Zertifizierungsexamen machen, das weiß ich aber noch nicht, ob ich das will. Mal sehen. Für die Arbeit brauche ich nur den Kurs. Das verlangt aber einiges von mir ab, zum Beispiel den ganzen Tag da zu sitzen und morgens um neun die Frau, die mit „können wir morgen um acht anfangen? Dann können wir früher nach Hause!“ nicht zu erwürgen. Denn um (sicher) um acht da zu sein, muss ich um 06:51 den Zug nehmen, der Bus ist planmäßig um 06:51 am Bahnhof, das klappt also oft nicht, der Bus davor fährt um 06:23. sorry, nein. Beim letzten Kurstag meinte die Dame auf diesen meinen Einwand hin, dann solle ich doch einfach im Hotel in Oslo wohnen, so wie sie auch. Ich sag’s mal so: geh dich gehackt legen und du hast den schlimmsten Dialekt überhaupt, du Wurst. Ätsch. Und weil die Kursleiterinnen mit Menschen wie mir mindestens genauso viel Mitleid haben, wie mit Menschen die im vollen Bewusstsein über die Kurszeiten Flüge buchen, die machen, dass sie eine Stunde eher gehen müssten, fangen wir nun um 08:30 an. Lose-lose. Danke, Dialekt-Wurst.

Vielleicht würde mich das nicht so ärgern, wenn ich nicht Montag noch mit viel Mühe den Babysitter überredet hätte, morgen abzuholen, weil ich sonst eine Stunde früher gehen müsste.

Auch ansonsten ist der Kurs etwas herausfordernd, denn wir müssen Rollenspiele machen. Ich mag sowas nicht. Gar nicht. Ich habe stellenweise starkes Fremdschämen und möchte, wenn meine „Kollegin“ zum 3. mal fragt, wer die Abweichungen denn nun schließt, obwohl sie eigentlich wissen will, warum da keine Bewertung des Effekts der Maßnahmen gemacht wurde, dann möchte ich gerne eingreifen und sagen „was meine Kollegin eigentlich meint ist…“. Und dann erinnere ich mich an Michel und die spiegelverkehrten Zahlen und dass sie’s nicht lernt wenn sie nicht in diesem safen Setting diese Fehler machen darf. Jedenfalls atme ich viel und schaue aus dem Fenster und lese die Standards und vielleicht mache ich das Examen wirklich, dann hab ich wenigstens einen Survivor-Badge.

___

Apropos Survivor-Badge: gestern habe ich diesen Brief vom Inkasso-Büro beantwortet, indem ich der Forderung recht förmlich widersprochen habe. Es hat Vorteile, bei der Behörde zu arbeiten, unter anderem Gesetzestexte lesen zu können und auch auf beamtennorwegisch schreiben zu können. Um ein bisschen einen auf dicke Hose zu machen, schloss ich mit „Bitte bestätigen Sie mir den Eingang dieses Widerspruchs. Mit freundlichen Grüßen – Dr. R. Rabe“. Gnihihi. (Nee, ne Bestätigung habe ich noch nicht bekommen.)

___

Morgen fliegt Herr Rabe nach London. Auf eine Konferenz. Ich bin also zwei Tage mit den Kindern alleine, das wird spannend.

___

Ansonsten heute wunderbarer Sonnenschein, wärmend und bei 9 Grad im Schatten. Fast konnte man den Frühling schon riechen. Wär jetzt halt noch super, wenn ich von diesen Temperaturanstiegen nicht immer Kopfschmerzen bekäme.

Tag 1322 – Vernachlässigt.

In den Tagen seit Sonntag verzeichne ich hier einen erhöhten Andrang. Ich habe da so eine Ahnung, wie das kommen könnte und weil ich bemüht bin, ein positives Menschenbild zu haben, rede ich mir ein, diese mehr Leser*Innen sind hier, weil sie die andere Seite zu einem Konflikt hören wollen. Ich muss Sie aber da leider enttäuschen: dieser Konflikt geht nur mich und die andere Person was an und ich werde mich dazu hier nicht äußern. Das heißt nicht, dass mir die ganze Sache am Hintern vorbei geht, sie mich nicht beschäftigt oder ich nicht sogar einen ganzen Haufen Emotionen dazu habe. Nur Reden – wie gesagt – möchte ich wenn dann mit der anderen Person und ohne dass Sie alle dabei Popcorn mampfend zusehen.

Ja? Ja. Weiter im Text.

___

Hier einiges vernachlässigt, wie mir scheint. Entschuldigung dafür. Ich war viel müde und andere Gründe gab’s auch, die sind jetzt aber mal egal. Jedenfalls muss ich wohl was nachholen. Ich versuche es mal.

Die Kinder. Sie sind sehr super. Michel wird jetzt richtig selbständig und packt seine Hausaufgaben direkt nach der Schule auf den Tisch, liest sich selbst die Aufgabenstellungen vor und legt dann los. Das macht es mir viel einfacher, ihn alle Fehler machen zu lassen, die er machen muss, um daraus zu lernen. Wenn ich daneben sitze, juckt es mir immer in den Fingern, ihn zu korrigieren, das ist einfacher, wenn ich eben nur grob im selben Raum bin und andere Dinge tue, Blumen gießen, Kochen, sowas halt. Dann kann ich trotzdem noch sagen, wie das „hinten am Fuß“ heißt, kriege aber keine Stresspusteln wenn ich sehe, wie krakelig Michel „HÆL“ schreibt oder dass die Hälfte der 2-en und 4-en immernoch spiegelverkehrt ist. Heute musste Michel Fragen lesen und dann ja oder nein ankreuzen, eine dieser Fragen lautete „Har du rene tær?“ (Hast du saubere Zehen?“) und Michel so „Æ kan sjekk.“ (Ich kann gucken.), zieht eine Docke aus, inspiziert seinen Fuß und dann: „Niks!“ und kreuzt nein an. Ich hätte mich beömmeln können. Wie Michel sagen würde: Tipptopp, tommel opp (tipptopp, Daumen hoch). Nächste Woche fängt Michel mit drei Nachmittagen pro Woche im Sport-Hort an. Dann kostet uns das ~nur~ 1000 Kronen mehr im Monat als jetzt, dafür kann er morgens und an zwei Nachmittagen zum Schul-Hort gehen. Ich hoffe das wird gut.

Pippi hat weiterhin Phase und manchmal möchte ich sie im Wald aussetzen, auf dass sie von einem freundlichen Wolfsrudel aufgezogen würde, aber dann gucke ich Michel an und weiß, es wird besser werden, und Pippi ist ja schon auch toll, nur halt eher so… im Großen und Ganzen toll, in den einzelnen Situationen muss ich momentan oft Herrn Rabe die Erziehungsarbeit überlassen, weil ich sonst innerhalb von Sekunden auf 180 bin und rumbrülle. Bald, bald, ist bestimmt auch diese Phase vorbei.

Sonst so: Arbeit. Viel Arbeit. Ich habe grad mal nachgeguckt: ich habe nach den drei Monaten jetzt 73 Stunden und 25 Minuten Überstunden. Dabei habe ich schon zwei volle Tage abgefeiert. Der Großteil dieser Stunden wird in den Sommerferien abgefeiert, da ich ja letztes Jahr nicht dort gearbeitet habe, steht mir zwar Urlaub zu, aber kein Feriengeld, sprich: wenn ich die Urlaubstage nehme, kriege ich die halt vom Lohn abgezogen. Das ist in den Fällen ja noch ok, wo man von einem anderen Arbeitgeber kommt, der einem ja beim Vertragsende das Feriengeld ausbezahlen muss, wenn man aber arbeitslos war und genau 0 Kronen Feriengeld angesammelt hat, ist das Recht kacke. Deshalb ein Hoch auf die Überstunden, denn sie sichern mir Urlaub ohne dass es hässlich große Löcher in die Haushaltskasse reißt. Groß wegfahren werden wir aber dieses Jahr wohl nicht.

Ja, so viel Arbeit ist sauanstrengend. Ich bin, Überraschung, nicht jemand, der nach Arbeitstagen von 9-19 Uhr noch die Energie für mehr als Essen–>Bett aufbringt. Pendeln, Arbeit, Pendeln, Schlafen, Repeat. Ich glaube auch nicht, dass sich das mit mehr Erfahrung bessern wird. Aber, und das ist der wichtige Punkt: es macht Spaß. Ich habe immernoch das Gefühl, im Lotto gewonnen zu haben. Ich kann mein Glück kaum fassen, ich sitze da in der Behörde, ich darf richtig interessante Sachen machen, mir wird auch intern schon richtig viel zugetraut und ich liebe es einfach. Ich mag meine Inspektør-Kolleginnen und Kollegen und dass das alles so grade-raus-e Menschen mit zum Großteil sehr trockenem Humor sind. Auch wenn die meisten meine Eltern sein könnten, hab ich das Gefühl, ich passe da hin. Und das ist ja nur die Seite im Büro*, wenn wir „draußen“ sind, auf Inspektion, sehe ich so viele verschiedene Pharmahersteller wie in keinem anderen Job in der Branche. Es ist immer anders, aber immer interessant. Kein Tag wie der andere und das liebe ich. Ich werd auch besser im Fragen und vor allem lockerer im Umgang mit all diesen Leuten, ich werd nur noch ein bisschen rot, wenn Leute meinen beruflichen Hintergrund abklopfen und habe gelernt, bei Diskussionen um das Pharmaziestudium und wie schwer ja Qualified Persons zu kriegen sind einfach aus dem Fenster zu gucken. Und der Rest kommt sicher mit der Erfahrung.

Neulich hab ich sogar meiner Kollegin erzählt, dass mich die Chipsfabrik nie bezahlt hat und ich da noch im Insolvenzverfahren drin hänge und auf mein Geld warte und dass das ordentlich kacke ist. Das ist für „immer fröhlich, nie persönlich“, was ich in den ersten Wochen gefahren habe schon eine große Entwicklung, mehr muss auch erstmal nicht sein, aber ich finde wenn man so eng zusammenarbeitet wie wir kann man zumindest ab und zu mal durchblitzen lassen, dass man ein Mensch mit Gefühlen ist.

Den Rest der Chipsgeschichte erzähle ich dann, wenn die Kollegin in Rente geht oder so. Das ist in ca. 10 Jahren, bis dahin kann ich das in eine lustige Dinnerpartygeschichte verpacken.

Also kurz und gut: super Job. Super anstrengend, super steile Lernkurve (das ist alles so ganz anders als absolut ales, was ich vorher gemacht habe!), super interessant, halt super. Jackpot.

Ansonsten: heute bei der Endokrinologin im Krankenhaus gewesen, endlich. War so hal gut und halb scheiße, denn jetzt grad sieht zwar alles tipptopp tommel opp aus, aber sie machte mir keine große Hoffnung darauf, dass das mein letztes Rezidiv war. Ich solle schon mal über eine mir passende Entfernungsmethode nachdenken, wegen der Augen käme aber eigentlich eh nur OP in Frage. Und das könnte man auch präventiv machen, man müsse nicht aufs Rezidiv warten**. Das muss ich nun erstmal verdauen, vielleicht bei einem Gin.

___

*Großraumbüros hat allerdings der Teufel gemacht.

**letzteres kommentierte ich trocken mit „Das mache ich nicht solange wir einen Mangel*** an Levaxin haben!“, das sah die Ärztin dann auch ein.

***Medikamentenmangel. It’s a fucking big thing in Norway. Menschen auf derselben Etage wie wir drehen recht frei.

Tag 1319 – Zu viel.

Zu viel Zeug gekauft.

Zu viel nachgedacht.

Zu viel in Ecken des Internets gelesen, die ich nicht betreten sollte. Stichwort Klimawandelleugner, Stichwort Wirdmanjawohlnochsagendürfen, Stichwort AlleMoslemssindTerroristen, Stichwort DieFlüchtlingenehmenunsallesweg.

Daraufhin noch mehr zu viel nachgedacht. Und trotzdem unüberlegt getwittert und schwupps, sind alle beleidigt, die gar nicht gemeint sind. Gleich zweimal.

Zu wenig Erde gehabt um alle zu viel gekauften Setzlinge gut unterzubringen.

Zu viel wach.

Zu viele Sorgen. Ums Große und ums Kleine.

Tag 1317 – Oh Schreck!

Heute morgen hörte ich Musik, über die guten Kopfhörer von der Arbeit. Ich saß am Jernbanetorget, also in Oslo am T-Bane-Teil des Hauptbahnhofs, wo natürlich morgens um halb neun die Hölle los ist und wartete auf die Bahn und las Blogs und war sehr zufrieden mit mir, denn ich würde wieder zu früh da sein und nicht hetzen müssen. Die Bahn kam und ich steckte das Handy in die Manteltasche und stieg ein. Die Musik wurde stockig und ich dachte noch, jetzt ginge das wieder los, mit dem Apple-Fehler, der letztes Jahr so nervig war. Dann setzte sich die Bahn in Bewegung und der Kopfhörer verkündete „Connection lost“. Da dämmerte es mir. Das Blut rutschte mit in die Füße als ich in meine Manteltasche griff und da kein Handy war. Ein recht wenig damenhaftes „FUCK“ rutschte aus meinem Mund während die Bahn aus der Haltestelle ausfuhr. Ohne Heulen schaffte ich es n der nächsten Haltestelle aus der Bahn, auf die andere Seite, in die Bahn, am Jernbanetorget wieder raus, auf dem Weg auf die andere Seite ins Ruter-Büro, fragen, ob in den letzten 5 Minuten jemand ein Handy abgegeben hat, nein, runter, zu der Bank auf der ich gesessen hatte und da war nichts und mein Kopf war heiß und ein Kloß in meinem Hals, ein 800€-Telefon, vom Arbeitgeber gestellt, nach nicht mal drei Monaten verloren oder geklaut oder wasweißich. Weg! Da sah ich was komisch aussehendes unter der Bank. Mein Handy! Mein Schchchatzzzzz! Auf dem Gesicht lag es im Dreck, das arme, unter der Bank, Gott sei dank, weil so ein scheißteures Ding ist ja doch recht Einsteckattraktiv.

Noch völlig unter Strom kam ich dann doch erst sehr kurz vor knapp beim Hersteller an, wahrscheinlich bin ich nur deshalb nicht schon vormittags über der x-ten Requalifizierung irgendwelcher Depyrogenisierungstunnel eingeschlafen.

—

Abends der nächste Schreck: ein (e-)Brief von einem Inkassobüro. Eine nicht näher spezifizierte Forderung über 250 Kronen, dazu 2,23 Kronen Zinsen und 437,50 (!!!) Eintreibungsgebühr. Ganz ehrlich, wären es 50 oder 70 Kronen extra gewesen, hrmpf, aber das hätte ich bezahlt (nachdem ich rausgefunden hatte, was die 250 Kronen eigentlich waren). Aber 437,50??? Hallo? Als Gebühr bei der 1. Mahnung??? Äh, nein. Aber ich verlasse mich ja nicht auf mein Bauchgefühl, habe in lovdata nachgeschaut (ein Hoch auf meinen Paragraphenreiterjob!) und werde nun morgen, wenn ich mich nicht mehr so kolossal aufrege, dem Inkassobüro mein „Guten Tag, GEHTS EIGENTLICH NOCH BEI EUCH???“ in freundlicher und auf diverse Paragraphen verweisend schicken. Eben habe ich schon die 250 Kronen plus Zinsen überwiesen, an die Firma, die ich da versehentlich nicht bezahlt hatte und die mir keine nach Paragraph 9 Inkassolov gültige Mahnung geschickt hat, nicht mal eine ungültige, gar keine, hahaha, Eintreibungsgebühren könnt ihr euch in die Haare schmieren ihr Würstchen.

Tag 1316 – Brot.

Ich fühle mich als wär mein Schädel mit Brot ausgestopft, was läge da näher als die Sonntag gebackenen Brote endlich zu verlinken.

Das war ja so: meine Sauerteige waren sehr hungrig. Sehr hungrig. Ich bin eine schlechte Sauerteigmutter. Aber immerhin hörte ich ihr Rufen nun endlich und versäuerte einfach je 300 g Mehl, dementsprechend hatte ich am Sonntag je 600 g Roggen- und Weizensauerteig. Und keine Ahnung, was ich damit machen sollte. Fragte ein bisschen rum und so wurden es drei Brote. Bei keinem hab ich mich hundertprozentig and Rezept gehalten, aus verschiedenen Gründen, Rohstoffmangel, mangelnde Ressourcen, man kennt das. Jedenfalls backte ich ein Weizenmischbrot mit Roggensauerteig (Chili und Ciabatta), da war ich sogar noch relativ genau mit dem Rezept, mit dem Wasseranteil kam ich jedoch nicht klar, das ließ sich bei mir kaum wirken. Zumindest optisch ist es dennoch ok. Probiert habe ich es noch nicht.

Links.

Rechts.

Auf der anderen (linken) Seite dieses Bildes sowie auf dem oberen Bild rechts ist ein Saaten-Vollkornbrot (Deichrunners Küche). Sieht gut aus und roch gut, probiert ist es aber ebenfalls noch nicht. Ich hatte keine Sonnenblumenkerne und habe stattdessen Kürbiskerne genommen. Außerdem hab ich noch etwa 50 g mehr Weizensauer reingetan. Musste ja weg.

Das dritte Brot (oben in der Mitte) war eher ein Brötchen (das lerne ich auch irgendwann, dass die Rezepte vom Plötzblog tendenziell eher kleine Brote ergeben), ein Müslibrot. Weil ich kein Obst im Brot haben will (und auch getrocknete Früchte im Müsli oft schon schwierig finde), nahm ich 4-Korn-Flocken und Leinsamen und weil ich keine Zeit für „mindestens 8 Stunden im Kühlschrank einweichen“ hatte, wärmte ich die Milch auf ca. 60 Grad auf und weichte dann bei Raumtemperatur ca. 3 Stunden ein. Das klappte sehr gut und das Brot wurde sehr lecker. Könnte nur etwas knuspriger sein.

Ein wenig längere Gare wär gut gewesen. Aber es war eh schon so spät.

So, mehr ist heute nicht mehr drin. Brot im Kopf. Sie verstehen.

Tag 1313 – Nachgeholt und vorgeholt.

Am Freitag:

  • Personalgespräch gehabt, Routine in der Probezeit. War ganz gut, meine Chefin ist mehr als zufrieden mit meinem Vorankommen im Einarbeitungsplan (ACH!), ich konnte loswerden, was man machen könnte, um Leuten den Start noch ein wenig mehr zu erleichtern, was ich mir für die nächsten drei Monate wünsche und wie ich das angehen will und wo ich mit den Ohren geschlackert habe.
  • Die Aufgabe für den Lead Auditor-Kurs abgegeben, was weg ist ist weg und ich wollte den Kopf freihaben weil
  • Apropos mit den Ohren schlackern: ich freu mich ja schon, dass ich eine ganz eigene SOP schreiben darf, hatte mich auch schon ein wenig gewundert, dass das Tool, dessen Benutzung ich beschreiben soll, noch gar nicht existiert und surprise: das Tool soll ich auch erstellen. Also irgendwie. Zur Not in Excel*. Weil aber alle anderen zur Zeit noch viel mehr mit den Ohren schlackern als ich und ich ja bis (festhalten!) Ostern Zeit hab, geht das alles voll klar. Muhahaha. Schlacker.
  • Schlackerdischlacker: nachdem mich meine Chefin morgens noch gefragt hatte, wann ich denn Auditor sein könnte (1-2 Monate dachte ich so, dann auch direkt Lead, weil aus Gründen halt) fragte ich am Nachmittag meine Kollegen, ob ich bei der Inspektion nächste Woche eigentlich ganz selbst Themengebiete bearbeiten sollte. Sie guckten sich seltsam an, sodass ich fragte, ob ich kurz rausgehen soll, dann lachten sie und dann durfte ich mir ein paar Rosinen aussuchen. So schnell ist man halt zum Auditor befördert**.

Kein Wunder dass ich müde bin.

Samstag:

  • Herr Rabe war auf einem Treffen, um eine Konferenz im Herbst zu organisieren. Den ganzen Tag. Ich war also mit den Kindern alleine.
  • Pippi war auf einem Kindergeburtstag eingeladen. Einem 4. Geburtstag und der Zwillingsbruder des Geburtstagskinds geht in die andere KiTa-Gruppe, weshalb quasi der ganze Kindergarten eingeladen war. Pippi machte allerdings im Vorfeld nur Scheiß, sodass wir viel (!) zu spät zu Hause loskamen, dann noch ein Geschenk besorgen mussten (es wurde so ein Glitzer-Glubschaugen-Tier, Pippi hat’s ausgesucht und das Geburtstagskind hatte auch direkt Glitzer-Herzchenaugen, insofern immerhin ein Erfolg) und 20 Minuten zu spät kamen. Vielleicht lags daran, aber die folgenden 1,5 Stunden redete kaum jemand mit mir. Ich hatte ja noch die Hoffnung gehabt, dass ich Pippi einfach dalassen kann und mit Michel zur Bibliothek fahre, aber alle anderen Eltern aus Pippis Gruppe waren auch da und dann bin ich sicher nicht die, die ihr Kind ablädt und „Tschöhö!“ in den Raum ruft, bevor sie jubelnd von dannen zieht. Dafür hatte ich halt Michel dabei, der dann den Doppel-4. Geburtstag rockte. Zwischendurch verwandelte er sich kurz in einen brüllenden Dino, worauf ich ihn in die Küche zog und er sofort sagte, es sei zu laut und die kleinen Kinder so wild. Ach ja, I feel you, Michel. Nach kurzem Kuscheln ging es dann aber wieder und er musste kein Dino mehr sein. Nach dem Geburtstag hatte ich jedenfalls zwei Zuckerselige Kinder im Auto, die dringend mal ein Päuschen brauchten und so fuhr ich mit ihnen nach Jessheim.
  • Weil ich möglicherweise am Dienstag meine Piercings aus den Ohren nehmen muss, aber Montag die Piercer in Oslo alle nur bis 18 Uhr offen haben, musste ein Plan her. Der Plan war, die Piercings vorsorglich entfernen zu lassen und zu fragen, wo ich Werkzeug herbekomme, um das in Zukunft selbst zu machen. Dann sagte der Piercer aber, das könne ich auch alles selbst machen, also auch das initiale Entfernen und was ich dafür bräuchte. Danach hatte ich ein ärgerliches Fehlberatungserlebnis im Baumarkt mit einem Typen, der zwar keine Ahnung hatte, aber mir meine Aussage, was ich bräuchte, trotzdem nicht abkaufte. Naja. Nachdem der weg war, kaufte ich was ich brauchte.
  • Pippi schlief die ganze Zeit über im Auto. Wie ein Stein. Sehr niedlich. Dafür gab es dann natürlich Gehampel beim ins Bett bringen, bis ich (vor ihr) und einschlief.

Heute:

  • Sehr viel gebacken***
  • Gebügelt
  • Wäsche gewaschen, aufgehängt, zusammengelegt, verräumt
  • Körperpflege
  • Nägel lackiert
  • Sämtliche Outfits für die nächste Woche herausgesucht
  • Etwas gearbeitet****
  • Jetzt viel zu spät ins Bett.

___

* klar kann ich sowas in Excel erstellen, aber das muss ich ja dann auch validieren (Inspektør for life!) und hui. Ostern ist ja gefühlt auch schon sehr bald.

** ich muss allerdings alles noch viel genauer aufschreiben als eh schon, weil ich als Observatør angekündigt bin, das heißt, ein anderer Inspektør muss die Verantwortung übernehmen, dass ich das alles ordentlich durchgegangen bin. Machen die natürlich nicht, wenn ich mit halbgaren Unterlagen ankomme.

*** mehr dazu morgen, mit Fotos

**** jaja, aber ich brauche die Checklisten eben morgen

Tag 1312 – Hoffentlich hilft‘s.

Bei den Kindern eingeschlafen, erst wach geworden als Herr Rabe nach einer mittleren Odyssee wieder zu Hause war und sich wunderte, wo seine Familie ist. Dann auch erst die drülfzig Nachrichten gelesen, die er geschrieben hatte. Hups.

Mit ein bisschen mehr Glück als heute komme ich dann morgen früh auf elf Stunden Schlaf, das reißt vielleicht ein bisschen was raus.

Tag 1311 – Ich möchte das nicht!

Immer müde sein. Also abends. Beim Bloggen einschlafen. Beim Fernsehen einschlafen. Beim Kinder ins Bett bringen einschlafen.

Vor allem ist hier auf dem Blog nix los, dabei sind die Tage voll, voller, am vollsten, heute allein vier Dinge die berichtenswert wären, aber nee, mir fällt beim Tippen das Handy aus der Hand aufs Gesicht, so müde.

Jetzt also weder A- noch B-Mensch. Morgens nicht aus dem Bett kommen *und* abends um neun aus den Latschen kippen.

Hoffentlich kommt bald mal der Frühling und zaubert das weg.

Tag 1310 – Warnix.

Ein paar Stichpunkte zum Tag:

  • Arzttermin im Krankenhaus wurde spontan abgesagt. Voll schön. Vor allem weil mir die Arbeitszeit trotzdem bis auf eine Stunde flöten ging, immerhin war ich um acht noch zu Hause, ich sollte ja um viertel vor zehn im Krankenhaus sein. Ich könnte mich immernoch aufregen. Zumal ich noch nicht weiß, wann ich stattdessen antanzen darf.
    Mein Arbeitsrechner, auf dem gestern zeitweise gar nix ging, worauf ich ziemlich angepisst den Support anrief, würde über Nacht wundergeheilt. Die Frau vom Support war’s jedenfalls nicht, sagt sie.
    Heute den halben Tag die Hausaufgabe für den Lead Auditor-Kurs runtergetippt den anderen halben Tag die Inspektion nächste Woche geplant. Mein Plan ist, die Hausaufgabe morgen vor halb elf abzuschicken, dadurch hätte ich nicht nur ein, nein gleich zwei Wochenenden ohne schlechtes Gewissen, das wäre schon sehr schön.
    Allerdings durch letzteres erst spät zu Hause gewesen, da schlief Pippi schon. Michel bastelte mit Herrn Rabe an einem magischen Friedens-Konfettipanzer:
  • Jetzt ist Pippi natürlich wach und hungrig, aber ich falle gleich um. Tjanun.