Tag 537 – Alles doof. 

Heute nur Gemecker, deshalb mach ich’s auch kurz:

  • Michel hatte gestern Abend einen Pseudokrupp-Anfall. Es war das erste mal und wir haben uns alle sehr erschreckt. 
  • Danach hat Pippi, bei der das Fieber wieder da ist, kaum geschlafen. Dauergewimmer und -getrete. 
  • Als sie dann endlich schlief (und ich somit auch) hatte ich furchtbare Albträume. Aus einem schaffte ich es nicht, mich selbst zu wecken. Gefühlte Stunden verbrachte ich im Traum damit, vor CSI-mäßigen Nachbarn den von mir irgendwie aus Versehen begangenen Mord an meinem Opa zu vertuschen. Aus Versehen hatte ich auch die Leiche zerteilt und logischer Weise wollte ich die loswerden, in Säcken im Auto. Aber dann saß mit einem Mal meine ganze Familie in dem Auto, bestimmt zwölf Leute, und alle guckten schräg die Säcke an. Aus einem guckte ein Fuß. Ich möchte gerne die Albträume zurück, wo mir Zähne ausfallen. 
  • Weil wir eigentlich gerne über Ostern nach Deutschland wollen, schaute ich heute nach Flügen. Norwegian hat die einzige Direktverbindung von Trondheim nach Deutschland gestrichen, warum weiß keiner. Die Flüge nach Berlin gingen zuletzt drei mal pro Woche und waren immer voll. Sowohl bei den vielen Deutschen als auch bei den vielen Polen in Trondheim war die Verbindung sehr beliebt. Egal. Ersatzlos gestrichen. Was ich fand war eine Verbindung von KLM über Amsterdam nach Hannover: mehr als 2000 € (!!!) für uns vier. Mit KLM!!! Die günstigste Möglichkeit wäre über Oslo UND Kopenhagen nach Hannover. Das dauert dann 6,5 Stunden, Gepäck ist auch noch nicht drin, kostet aber „nur“ 650 €. Falls ich mal einen der Entscheider von Norwegian treffe, dann mitten ins Gesicht. 
  • Die orangene Wurst drüben in den USA ist erschreckend effizient im Umsetzen selbst der behämmertsten Wahlversprechen. 

Was schön war: Besuch von Michels Kumpel H. 

Michel: „Mama, H. will gerne ein Eis!“

H.: „Das hab ich gar nicht gesagt!“

Michel: „Doch, ich hab dich gefragt, ob du ein Eis willst, und du hast Ja gesagt!“

Tag 536 – Jahresurlaubsplanung. 

In den letzten Tagen habe ich zu Prokrastinationszwecken unseren Ausflug nach Bergen geplant. Ich wäre ja sehr gerne mit der Hurtigruten gefahren, aber das ist im Sommer unheimlich teuer. Also dachte ich, wir könnten den Zug nehmen. Aber das dauert hunderttausend dreizehn Stunden, weil man erst nach Oslo muss und dann da umsteigt. Es blieb noch der Flieger. Aber auch da: entweder teuer (700 NOK pro Person pro Weg finde ich für einen einstündigen Flug ohne Kaffee oder Gepäck viel, ja) oder Umsteigen in Oslo und obendrein teuer. 

Kurzum: wir werden mit dem Auto nach Bergen fahren. Und weil auch das am Stück 10-12 Stunden dauern würde (Norwegen ist wirklich sehr, sehr groß!) machen wir einen Mini-Roadtrip draus. Oder auf Norwegisch: Hyttetur. Nur ohne Laufen. Und auf Campingplätzen. Aber egal: Hyttetur! So werden wir dann in drei  etwa gleich langen Etappen nach Bergen fahren und auf dem Rückweg in drei unterschiedlich langen Etappen wieder zurück. Die Campingplätze sind so ausgesucht, dass sie Spielplätze und Bademöglichkeiten (haha, ich unerschütterliche Wetter-Optimistin) haben, die Hütten darauf sind schon gebucht und bestätigt und von mir aus könnte es dann nächste Woche auch losgehen. Aber das Allerbeste ist ja: zwischen Hin- und Rückfahrt sind wir zwei Tage in Bergen und lernen Leute aus dem Internet in echt kennen und das wird bestimmt total toll, ich freue mich jedenfalls schon sehr drauf! 

(Ich hab auch gleich den Urlaub beantragt. Dabei fiel mir auf, wie wenig Zeit nur noch bis Ende Juli, dem magischen Datum der hypothetischen Dissertationsabgabe, ist. Ab jetzt bittedanke keine kranken Kinder mehr bis August. Ich hab keine Zeit.) 

Tag 532 – Still not a mommy blog. 

Es ist schon lustig. Da wagt es jemand von außen eine kritische Kolumne über Mama-Blogs zu schreiben. Und stellt fest:


(Merken Sie was? Ich hab die Fotos selbst gemacht. Ich hab die Zeitschrift hier. Ich, Bzw. Herr Rabe, abonniert die nämlich. Ich bin also voreingenommen, nur um das klarzustellen.)

Zurück zu dem, was lustig ist: sofort empören sich Bloggerinnen. Und zwar genau solche, die (zumindest auf mich) immer genau den Eindruck gemacht haben: (weiß, schlank, able-bodied sind ja Fakten, also kein Eindruck, und als solche höchstens von wirklich wirklich schrägen Menschen verhandelbar) immer perfekt. Sogar im Chaotisch-sein perfekt. Herrje. Ich gebe zu, bei dem Satz mit den „authentischen“ Wäscheecken musste ich herzlich lachen, denn exakt den Gedanken hatte ich auch schon bei so manchen Mama-Blogs. Ich könnte, ohne länger als zwei Minuten nachzudenken, bestimmt 10 solcher Blogs nennen, die genau damit sehr erfolgreich sind. Mit dem Verkaufen eines Bildes, das authentisch wirken soll, aber allein ob der schieren Masse des Heititei und des Misverhältnisses zu den „sympathisch-chaotischen Momenten wie sie in jeder Familie™ vorkommen“ gar nicht stimmen kann. Ich lese solche Blogs nicht und ich schaue mir auch die Instagram-Bilder nicht an. Feddich. Ich schreibe aber auch keine Kolumnen in Zeitschriften, und wenn, würde ich wohl genau das sagen: lest den Quark doch nicht! Wenn ihr euch nicht ausreichend abgrenzen könnt (so wie ich) und ihr euch davon unter Druck gesetzt fühlt (so wie ich), wenn andere Mütter mit ihren strahlenden Kindern mit sauberen Fingern „niedliche Schutzengelchen mit Feenhaar“ basteln während das bei euch eher aussieht wie ein Schwein mit Flügeln und beide Kinder Kleberverschmiert heulen (so wie bei uns), dann lest es nicht. Bastelt nicht. Macht was anderes mit euren Kindern. Die basteln schon genug, sechs Tonnen heimzuschleppende KiTa-Kunst pro Halbjahr sprechen da eine deutliche Sprache. Macht, was euch Freude macht. Macht, wofür eure Nerven reichen. Und schielt nicht zu den anderen, vermeintlich besseren, denn die zeigen ja eben nur das Schöne, pastellige, perfekte.  

Ich finde das auch nicht schlimm. Die können ja gerne ihre Blogs so schreiben wie sie wollen. Ist ja jetzt nicht so, dass irgendwer verbieten würde, dass es solche Blogs gibt. Aber wie immer gilt: was immer du (öffentlich) machst: irgendwem gefällts garantiert nicht. (Ich möchte noch ergänzen: irgendwer versteht es nicht, und, wenn es Erfolg hat: irgendwer wird es kopieren.) Das kann man dann vielleicht einfach mal aushalten, diese reflexhafte Verteidigungshaltung erweckt im Gegenteil den Eindruck, man hätte sie bei was ertappt.  

Und um das mal abzurunden: es gibt tatsächlich einige Blogs von Müttern mit körperlichen Einschränkungen. Spontan fallen mir da ein: Wheelymum, Mama Schulze und Mami Anders. Es gibt viele Blogs von nicht-schlanken* Müttern**. Und es gibt viele, viele, viele Blogs***, in denen einfach das Leben beschrieben wird. 

Man kann es vielleicht so zusammenfassen: wer sich um Authentizität bemühen muss, dem ist selbige schon lange flöten gegangen.  

Aber das muss ich ja dann nicht lesen. 

*im Übrigen: viele können für ihr Schlanksein nix und es ist Bodyshaming, auf irgendwem rumzuhacken, nur weil sie schlank ist. Das finde ich an dem Text nicht so gut.

**und Vätern!

***was mir tatsächlich nicht einfällt: deutschsprachige Blogs nicht-weißer Mütter oder beispielsweise muslimischer Mütter. Gibt’s die nicht? Und wenn ja: warum nicht? UPDATE: mir wurde Elfenkindberlin genannt. Ein (pastelliger) Blog einer nicht-weißen Mutter. 

Tag 531 – Wieder zu Hause. 

Und nirgends ist es schöner. Das vertraute Kleinkindschnarchen (Pippi, und laaaaaange nicht so schlimm wie es bei Michel in dem Alter war, ich denke, wir kommen bei ihr um eine Polypenkürzung herum) ersetzt das nicht ganz so niedliche Schnarchen meiner Zimmernachbarin, statt Buffet gibt es Nudeln mit Soße, statt Nachtischbuffet ein Tütchen Weingummi in Eppiform, fair unter vier Personen aufgeteilt. 

Insgesamt war es schon sehr interessant, die Plenarvorträge waren sehr divers (von Hirnforschung über Pflanzen-Genetik zu Hardcore Bioinformatik war da alles bei. Eindeutiger Trend: die Darmflora.) und die Vortragenden sehr engagierte Redner*Innen und (so weit ich das beurteilen kann) in ihrem Feld herausragende Forscher*Innen. Ja, tatsächlich kamen auf 8 Vorträge (von denen einer leider abgesagt wurde) 3 Frauen, alle drei absolute Spitzenforscherinnen (Von Emmanuelle Charpentier habe ich ja schon berichtet, außerdem waren Marianne Fyhn und Ines Thiele da, wenn Ihnen das was sagt.), ich finde das sehr gut, denn oftmals wird ja behauptet, Frauen™ wollen sowas ja gar nicht, so Karriere und so, das liegt denen nicht. Und deshalb hat man leider für Gebiet XY keine Frau als Rednerin gefunden. So schade. Naja, also, die Norweger kriegens hin ;)

Auch die Minisymposia waren teils sehr interessant, ich weiß jetzt zum Beispiel sehr viel mehr über das Immunsystem von Pflanzen, als ich jemals wissen wollte. 

Im Endeffekt habe ich sogar gesocialized, wer hätte das gedacht, ich habe Leute aus Bergen und Oslo kennengelernt, traf jemanden, der Kleider selbst näht, sich selbst bunte Blümchen auf die Fingernägel malt und HIGH HEELS MEINER LIEBLINGSMARKE ANHATTE (‚Irregular Choice‘, kennt kaum wer, das macht es ja so außergewöhnlich). Gut, das war jetzt vielleicht nicht, was mein Chef unter professionalem Netzwerken versteht, aber was solls. Ich muss ja nicht morgen soundsoviele Visitenkärtchen vorzeigen. 

Das schönste: alle, wirklich restlos alle, Letztjahrs-PhD-Studenten die ich traf, sind genauso angepisst und überfordert und hadernd wie ich. Es liegt also doch nicht an mir. Auch wenn ich mich bei dem Spruch „I know who you are, you are the one who said you’re in a complicated relationship with your PhD!“ etwas ertappt fühlte. 

Post-Party Fundstück. Morgen mal googeln.

Tag 530 – Bankett und Dings. 

Heute nur kurz. Weil Wein und jetzt soll gleich Party sein, aber die Blues-Lange-Frickel-Solos-Band* versucht uns gerade eher einzuschläfern. 

Heute war letzter Tag, morgen gehts nach Hause, es wird Zeit, ich saß heute mit 12 mir nahezu unbekannten Menschen in einem Jacuzi (schreibt man das so?) für 8 Personen und da jetzt alle wissen, dass ich mir nur sporadisch die Beine rasiere muss ich wohl abtauchen außerdem vermisse ich meine Familie gar sehr. 

Anbei noch ein bisschen Norwegerkitsch mit Troll-Fräulein. 


*es mag Ihnen jetzt übertrieben vorkommen, aber das Verfassen dieses Posts hat ein Gitarrensolo gedauert 

Tag 527 – When the shit hits the fan…

Ok. Gaaaaanz so schlimm war mein Tag nicht. Aber ich finde diese Redewendung so gut. Ich wollte die immer schon mal benutzen. 

Tatsächlich war mein Tag aber auch nicht sooooooo toll. Weil irgendwie ab dem Zeitpunkt, als wir das Haus verließen, alles in die Hose ging. Aber sehen Sie selbst. 

PROLOG: Michel hatte gestern seinen Schlitten mit im Kindergarten und der wurde mit dem eines anderen Kindes verwechselt. Heute war dementsprechend Schlitten-Austausch verabredet. Der Schnee ist aber zu 90% weg, es bleibt Eis und Schneematsch, je nachdem, wie festgetreten der Schnee vorher war. In den Fahrradanhänger passt der Schlitten auch nicht. Also war geplant, die Kinder und den Schlitten mit dem Auto zu fahren und dann zur Arbeit den Bus zu nehmen. 

  • Meine Mütze hab ich oben vergessen. Und die Regenhose auch, zum ersten Mal seit Monaten. Egal, wir fahren ja Auto. 
  • Draußen plumpst Pippi erstmal in eine Schneematschpfütze. Egal, das trocknet ja wieder. 
  • Das Auto geht nicht auf. Oh. Oh, oh. Das hatten wir doch schon mal. Hat wieder wer das Licht oder die Innenbeleuchtung angelassen? Herr Rabe sagt nein. Aber die Batterie ist definitiv tot. Was jetzt? Ok, Rad. Und den Schlitten an den Anhänger binden. 
  • Keine Mütze, keine Regenhose, Schlüpfriger Schneematsch, der Schlitten kratzt ohrenbetäubend laut über den Asphalt und die Kiesbedeckten Gehwege. Mein Lenker ist etwas schief seit dem Sturz am 12. Also in die andere Richtung schief als nach dem Sturz am 21.12. Stellenweise muss ich schieben weil es zu matschig ist und komme mir vor wie ein Schneepflug.
  • Am Kindergarten steht das ganze Draußengelände unter Wasser. Unter dem Wasser ist Eis. Pippi hat einen Stock dabei, den tunkt sie in das Dreckwasser und lutscht dann dran. Ich denke an Bandwürmer. Dann legt sie sich gleich nochmal auf den Bart und ist jetzt endgültig nass. 
  • Zum ersten Mal seit Monaten wieder Weinen beim Abgeben in der KiTa. 
  • Beim Losschnallen meines Fahrrads vom Anhänger fällt mein Fahrrad um und in den Schneematschwasserdreck. 
  • Zu Hause stelle ich das Fahrrad ab und nehme den Helm ab. Dank der Luftfeuchtigkeit von ca. 1000 % sehe ich jetzt aus wie ein Schaf. Außerdem ist meine Hose unten nass und Dreckbesprenkelt. 
  • Es kommt 8 Minuten lang kein Bus. (Das passiert sonst nur Sonntags morgens.)
  • Der Bus hat unfassbar dreckige Scheiben. Ich kann den rosaorangenen Wolkenporno beim Sonnenaufgang gar nicht richtig sehen. 
  • Ich hole mir Kaffee beim 7Eleven. Meine Lieblings-Kaffeemaschine ist kaputt. Ich nehme eine der zwei anderen. Erst kommt Espresso und dann sehr viel heißer Dampf: Milch ist alle. 
  • An der dritten Maschine zapft grad wer den ersten von vier Kaffee. 
  • Mein Computer geht wieder mal erst beim dritten Hochfahren richtig. 
  • Ich versuche mir Visitenkarten zu bestellen. Als ich mich endlich, endlich zu einem Entschluss durchgerungen habe, scheitere ich am Eingabefeld „Rekvisisjonsnummer“. Habe ich nicht. Muss ich mir holen. 
  • Die Dame, die so Nummern vergibt, ist Mittwochs nicht da. 
  • In der Mittagspause führe ich wahnsinnig aufmunternde (hier sehr viel Ironie denken) Gespräche mit dem serbischen Postdoc über die Zeit nach unserer Zeit in dieser AG. 
  • Ich hefte Gedöns ab, dabei bricht mir ein Fingernagel ab. 
  • Ich versuche ein paar Artikel auszudrucken. Nach der Hälfte vom Ersten ist der Toner alle und der Drucker tut gar nix mehr. 
  • Ich gehe einfach nach Hause. 
  • Zu Hause geht das Internet nicht wirklich. Es ist super langsam. 
  • Im Kindergarten sind meine Kinder um kurz nach vier die letzten. Ich fürchte, da ist auch der Wettbewerb, wer sein Kind zuerst abholt losgegangen. 
  • Michel weigert sich seinen Draußenanzug anzuziehen. 
  • Michel legt sich draußen erstmal komplett lang. 
  • Macht nix, der Anhänger ist eh von innen komplett nass, weil er mit dem Boden in einer Pfütze hing und sich vollgesogen hat. 
  • Michels Schlitten lasse ich einfach da. 
  • An der Bahnunterführung komme ich wegen Matsch nicht mehr auf der anderen Seite hoch. Ein Passant muss mir helfen und von hinten schieben. 
  • Herr Rabe fährt mit Michel zum Schwimmkurs. Ich bleibe mit Pippi zu Hause, will aber noch einkaufen. 
  • Ich versuche mir eine Einkaufs-App, mit der man Rabatte bekommt, herunterzuladen. Die gibt es nur im norwegischen App-Store. Für den mein Account offenbar nicht zugelassen ist. 
  • Das Autobatterie-Ladegerät lädt noch. 
  • Als ich mit Pippi endlich loskomme, gießt es wie aus Eimern. 
  • Was Pippi nicht davon abhält, sich aus der Regenpelle zu wurschteln. Und mich anzuschreien, weil das ja nass und kalt ist. 
  • Zu Hause. Ich koche. Es brennen nur die Zwiebeln ein bisschen an. 
  • Ich backe ein Brot. Es wird obendrauf viel zu schwarz. 

Womit alles begann.


Ich betrachte es als Zeichen, dass ich mir weder beim Duschen den Hals gebrochen hab, noch beim Packen der Koffer in tausend Teile zerfallen ist. Genug Pech gehabt. So für die nächsten drei, vier Jahre. Bestimmt wird jetzt auch die Konferenz, auf der ich ab morgen bin, total super. 

Tag 523 – Sie ist wieder da. 

Ich habe sie nicht vermisst. Die Migräne direkt aus der Hölle. Einmal mit alles, bitte. 

Jetzt liege ich wieder im Bett, da war ich schon den Großteil des Tages, nach der Migräne kommen nämlich die Nebenwirkungen der Medikamente, in meinem Fall: Kreislauf. Ich kann knapp lange genug stehen, um Michel nen Schlafanzug anzuziehen. 

Und wie das so ist, erlebt es sich im Bett wenig. Und mit matschiger Birne schreibt es sich auch keine guten Blogbeiträge. Deshalb hier heute nix neues. 

Wenn Sie aber gerne was ganz langes lesen möchten und des Englischen mächtig sind, möchte ich Ihnen diesen Artikel empfehlen. Quintessenz: Schwangere werden über die Risiken und eventuellen Spätfolgen einer vaginalen Geburt völlig unzulänglich (meist nämlich gar nicht) aufgeklärt und das ist Mist.  

Tag 520 – iMimimi. 

Nein, ich fange jetzt nicht an zu singen. Ich muss mal kurz ein bisschen nörgeln. Weil mein blöder Computer vollgemüllt ist. So vollgemüllt, dass ich seit ein paar Wochen im Update-Rückstand bin, weil nichts mehr drauf passt. Und jetzt war es soweit, dass ich nicht mal mehr mein iPhone synchronisieren konnte, weil das dafür nötige Backup des iPhones nicht mehr draufpasste. 

Der größte Teil meiner Daten sind Musik. Ich habe 50 GB Musik auf einer 128 GB Festplatte. Hatte. Denn ich ging zum Zwecke der Computerentmüllung als erstes durch iTunes und löschte rigoros alles, was ich eh nie hören werde (oder was irgendwie nie mein Fall war, da sind echt Sachen bei… Florence and the Machine, Skunk Anansie, Radiohead, Smashing Pumpkins, Placebo: Alles Bands, von denen ich die ein bis drei bekannten Lieder richtig gut finde, aber nach einem Album bin ich entweder im Tiefschlaf oder mir bluten die Ohren). Nach dem Löschen aus der Mediathek war aber immer noch nicht genug Speicher frei. Weil ca. 80% der Musik nochmal extra in einem Ordner namens iTunes Music rumliegt. Warum auch immer dafür nicht ein Verzeichnis reicht. Naja. Also löschte ich da auch noch mal alles (12 GB Musik sind geflogen) und dann POPPTE DIE BLÖDE ICLOUD AUF UND SAGTE SIE SEI VOLL. Orrrr. 

In der iCloud habe ich wegen des iPhones hauptsächlich Fotomüll. Also, natürlich nicht nur Müll, so 10% davon sind ganz okaye Fotos oder welche, die ich aus anderen Gründen behalten möchte. Aber vieles ist entweder Laborbuchersatzdokumentation, die  längst runtergeladen ist und damit ihren Zweck erfüllt hat, oder es sind Serien von „180 mal Michels Nase als unscharfes Makro“ weil ich nicht auf mein Telefon aufgepasst hab. Jedenfalls war es mir dann adhoc zu blöd, die Fotos auch noch durchzugehen, also entschloss ich mich, einfach die 0,99€ pro Monat für 50 GB Cloud-Speicher zu bezahlen. Wie so jemand, der sich im Fitnessstudio anmeldet und dann nie hingeht, denn natürlich löst das nicht das Problem mit dem Datenmüll. So hab ich nur mehr Platz für mehr Datenmüll. Egal, ich wollte also meinen iCloud-Speicher vergrößern, gab meine Apple-ID ein, mein Passwort, dann kam so ein neumodischer 2-Phasen-Authentifizierung-Scheiß mit extra Passwort ans Telefon und ich hab auch das ein und: Sie haben ihr Passwort falsch eingegeben. Häää? Naja, kann ja mal passieren, mein Apple-Passwort ist sowas wie ‚gnr58-(KMm7usL/‘, man kann sich da ja dchonmal vertippen. Aber beim zweiten Mal war es immer noch falsch. Und beim dritten. Ich versuchte mein Passwort zurückzusetzen, kam aber nicht weit, weil ICH UMS VERRECKEN NICHT MEHR WEISS, WELCHE TELEFONNUMMER ICH DA VOR NEUN JAHREN MAL ANGEGEBEN HABE. ORRRRRR!!! 

Ich fing also den Passwortquatsch nochmal an: Apple-ID, Passwort. Warten auf das Extra-Passwort. „Geben sie zuerst ihr Passwort und dann folgende Nummer ein: 1234567“. Hmm? Ich probierte gnr58-(KMm7usL/1234567 und siehe da: es ging. Warum auch immer sie das so gelöst haben. Ich finds beknackt. Das hat mich jetzt drei Stunden Lebenszeit gekostet, meinen Computer und mein Telefon und die iCloud wieder dazu zu bringen, miteinander zu reden. Und jetzt zuckt mein Auge. 

Tag 519 – Bitte gehen Sie weiter…

Nix berichtenswertes passiert heute. Herr Rabe war mit Pippi und Pipi (haha) bei der Ärztin, alles ok, hat halt Fieber, tjanun. Ich war arbeiten und hab mich ein bisschen über meinen Chef geärgert, der so tut als hätte ich noch ewig Zeit oder könnte mal eben ein paar Monate ohne Geld sein. Da muss ich nochmal mit ihm drüber reden. Aber nicht morgen, morgen bin ich wieder dran mit Pippi-Betreuung. 

Sonst war nix.