Tag 518 – Geschnetzeltes. 

Wir haben eben die zweite Folge der vierten Staffel ‚Sherlock‘ gesehen und ich bin noch so drauf, ich kann leider gerade keinen stringenten Text schreiben.

  • Pippi und ich waren bei der Ärztin. Fazit: sie hat irgendwas, vielleicht Grippe? Oder auch nicht. Morgen wiederkommen (Herr Rabe macht das dann), mit Urinprobe. Jaha. Urinprobe. Ich wusste nicht, wie das gehen soll, Windel auswringen? Nein, da gibt es so Beutel, die werden über das Geschlechtsteil geklebt und hinterher kann man die dann zukleben. Angeblich. Ich werde berichten. 
  • In der Apotheke gab es ein Neujahrsangebot: 5 Urinbecher zum Preis von 4. Echt wahr. 
  • Ich habe einen Wirsing gekauft. Einen echten Wirsing. Den gibt’s hier fast nie. Ich liebe Wirsing. (Und vielleicht nenne ich den ab jetzt einfach immer Savoykål. Das klingt viel vornehmer.)
  • Pippi, die kleine Rübennase, hat mit uns Sherlock geguckt, fands aber nicht so spannend. Es kam so weil wir da echt Junkies sind und sie grade ein Fieberzäpfchenhoch hatte und keine Anstalten machte, ins Bett zu gehen. 
  • Pippi mag sehr gerne Chips. 
  • Michel hat am Donnerstag nach dem Kindergarten  ein Play date mit einem Kindergartenkumpel und ist schon total aufgeregt. Es wird wohl „Spametti“ geben, das ist so eins der zwei Dinge, die beide Jungs sicher essen. 
  • Ich möchte mir eventuell ein neues Computerähnliches Gerät kaufen. Der Akku meines MacBooks schwächelt ziemlich und der kleine Speicher geht mir auf den Senkel. Allerdings brauche ich eigentlich für den Privatgebrauch keinen kompletten Computer, ein gut ausgestattetes (Speicher!) Tablet täte es auch. Im Eplehuset („Apfelhaus“) hier habe ich ein paar Tablets angesabbertausprobiert, und jetzt denke ich da drauf rum. Leider war keiner der Pencils richtig geladen. Schlamperei. Oder halt doch wieder ein Laptop? Ach, ach. Auf jeden Fall könnte ich das in den USA kaufen, denn
  • ICH HABE EINE ZUSAGE FÜR DIE KONFERENZ BEKOMMEN UND MICH REGISTRIERT UND FLÜGE GEBUCHT! Der Plan ist ein ziemlich irrer: ich verbringe meinen Geburtstag noch hier und fliege am Samstag danach morgens los, habe in Stockholm 40 Minuten zum Umsteigen, bin um 12:15 Uhr (Hallo, Zeitverschiebung, Hallo Jetlag!) in L.A., irgendwann zwischen zwei und drei im Hotel und um 15:30 Uhr geht die Konferenz los. Haha. 
  • Hab ich erwähnt, dass Sherlock unheimlich gut ist?
  • Michel ist so niedlich: heute nach dem Kindergarten war Pippi sehr nöckelig und Michel meinte, sie könne sich ja auf seinen Schoß setzen. Als ich ihn fragte, ob er sie heute vermisst hätte, meinte er, nein, aber sie ja bestimmt ihn. (Gestern beim Aufbruch zum Play Date meinte er „Aber Pippi muss doch mitkommen, die ist doch Søtnosen vårres (unsere Süße)!“. Ich wurde auch im Kindergarten schon darauf angesprochen, dass Michels Kumpel sich zu Weihnachten auch so eine kleine Schwester gewünscht habe. Also, die können die gerne mal ausleihen, vorzugsweise nachts…)

Tag 513 – Danke. 

Ach, Sie alle, die Sie hier und anderswo so kommentieren. Ich mag sie alle sehr und es berührt mich, dass Sie so Anteil nehmen. Und Sie haben auch alle total recht, dass da ein Gespräch mehr als nötig ist. 

Und auch Sie haben recht, wenn Sie sagen, dass es mit mir und Pippi ja vielleicht irgendwann genauso kommt. Und soll ich Ihnen mal was sagen: das ist meine allerallerallergrößte Angst. Das toppt sogar die vor Spinnen und Flugzeugabstürzen. Dass meine Tochter mal so über mich denkt. Dass meine Tochter denkt, ihre Mama sei so instabil, dass sie Dinge lieber runterschluckt, als ihre Mama damit zu konfrontieren. Dass meine Tochter von klein auf lernt, ihre Emotionen im Zaum zu halten, weil die Emotionen ihrer Mutter größer und wichtiger sind. Und das jede nicht normgerechte Emotion in den Augen der Mutter einer psychischen Störung gleichkommt. Aber wissen Sie was: ich glaube es nicht. Denn ich bin nicht meine Mutter, ich habe nicht ihre Lebensgeschichte und damit auch nicht ihre Traumata (sondern andere) und vor allem bin ich dank meiner eigenen Lebensgeschichte hoffentlich etwas einfühlsamer, was die Beziehung zu meiner Tochter angeht. 

Sehen wir dann in 25 Jahren. 

Tag 512 – Orrrrrrrr!

Es reicht, ey. 

Erst will sie meine berufliche Zukunft mit mir diskutieren (dieses Gespräch nervt mich immer, weil das alles so ein großes, schwarzes Loch ist, aber mit ihr noch viel mehr weil ich dann direkt bitte noch ihre – natürlich unausgesprochenen – Wünsche mitdenken soll. Bei einem Thema, an das ich am liebsten überhaupt gar nicht denken möchte. Was sie nicht merkt und meine Gesprächsabwendungsversuche wurden auch einfach ignoriert) dann guckt sie mit uns fern und lacht in der allerletzten Sekunde der allerletzten Szene die in der Trage schlafende Pippi wach. Jetzt liegen wir hier wieder mit hellwachem Kind, in meinem Kopf kreist die nackte Zukunftspanik (ist ja nicht so, als könnte ich sonst grad supi dupi einschlafen oder könnte generell gut schlafen, durchschlafen oder was man sonst so im Bett tut) und in meinem Bauch kocht die Wut. 

Und die ganze Zeit frage ich mich, ob wir wohl auch einfach immer so weiter machen mit dem unausgesprochenen Scheiß zwischen uns, so wie sie und ihre Mutter es ja auch schon immer tun. Die Antwort ist wohl 50/50: entweder platzt alles irgendwann aus mir raus oder nicht. 

Tag 511 – Fehlplanung. 

Ich wollte eigentlich jetzt schon im Bett liegen. Aber erstens ist Pippi hellwach (wieder, nachdem ihre Nacht kurz war und sie dementsprechend heute Nachmittag total gerädert schlief sie früh ein) und zweitens habe ich über der neuen Sherlock-Folge vergessen, das Brot einzuschießen. Und jetzt muss ich noch 15 Minuten auf das Brot und vermutlich ca. 2 Stunden auf Pippis Schlaf warten. 

Reines Weizen(weiß-)brot ohne Hefe. Ziemlich viel Ofentrieb, gut, dass die Gare unbeabsichtigt verlängert wurde.


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Was anderes: ich war heute arbeiten und endlich bekam ich nach einer 3. e-mail Prism 7 installiert. Dann spielte ich den Tag über damit herum und jetzt bin ich sehr verliebt. So schöne Bildchen. Und so einfach! So muss das, Sigma Plot! Da bezahle ich (also von meinem Projektgeld) doch gerne für.

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Wenn man nur ein paar Stunden am Tag zu Hause ist, geht’s eigentlich mit dem Besuch haben. 

Tag 510 – Huch, wo ist der Urlaub hin?

Morgen muss ich wieder arbeiten. Und die Kinder müssen in den Kindergarten. Das ging mir jetzt doch etwas zu schnell, muss ich sagen. Ich habe eigentlich noch so viel vor. Zum Beispiel wird das sonst nie was mit der Ablage. Und hier ist es auch schon wieder so dreckig… Wischen müsste man mal. Und das Bad und die Küche putzen. Der Reparaturstapel zum nähenflickenstopfen ist auch nicht kleiner geworden. Immerhin haben wir die Kinderklamotten (und zwar alle!) durchsortiert und umgeordnet, damit uns nicht wieder Dinge durch die Lappen gehen, weil sie aus irgendeinem nicht mehr nachvollziehbaren Grund in irgendeiner ganz anderen Kiste als der vermuteten gelandet sind. Dafür hat sich dabei auch gleich der nächste Punkt auf die ToDo-Liste gemogelt: Zwei riesige Tüten zum Altkleidercontainer schleppen. Ach ja, ach ja. Aber mal ehrlich: besser, ich gehe morgen arbeiten, als dass ich hier alleine mit meiner Mutter hocke. Ist das schon fies, das zu sagen? Nun ja, sei’s drum. 

5/8


Vielleicht nehme ich mir Donnerstag dann frei zum Ablegen und Putzen. (Ja, das macht gar keinen Sinn, mir zum Putzen freizunehmen, weil mein Stundenlohn ja viel viel höher als der einer Putzhilfe ist, aber das ist ein ganz anderes Thema.)

Tag 508 – Jahresrückblick 2016. 

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr? 

Mmmmmnhmhmmmhmmm 7.

Zugenommen oder abgenommen? 

Beknackte Frage. Als wäre das wichtig. Außerdem habe ich keine Waage. Erfahrungsgemäß vermutlich ab, weil ich Anfang des Jahres besser durchtrainiert war, jetzt noch in die gleichen Klamotten passe, aber insgesamt weicher bin.Das Wichtige ist: Ich fühle mich wohl.

Haare länger oder kürzer?

Ähh. Ca. gleich. Aber endlich wieder blonder und nach ewigem Suchen habe ich endlich in Trondheim einen Frisör gefunden, zu dem ich gerne alle sechs Wochen gehe. 

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Auch ca. gleich. Ich hab jedenfalls nicht bemerkt, dass ich eine neue Brille bräuchte. (Und ich winke mal grade zu Frau Brüllen: exakt das gleiche „Problem“ hab ich mit Kontaktlinsen und Hornhautverkrümmung auch, aber nur auf einem Auge.)

Mehr Kohle oder weniger?

Mehr. Weil seit Mitte April wieder volles Gehalt, dazu jährliche Gehaltsstufenkletterei im Oktober. 


Mehr ausgegeben oder weniger? 

Schwer zu sagen. Mehr, glaube ich. Der Griechenlandurlaub war dann doch aufgrund seiner Länge recht teuer. 


Der hirnrissigste Plan?

Ganz alleine an einem Sonntag ein verrückt aufwändiges Experiment durchzuziehen.

Die gefährlichste Unternehmung?

Meine Fußgelenke möchten mich anschreien: in Strumpfhose und Laborpuschen was aus dem Stickstofftank holen. Das tat ich nämlich an meinem letzten Arbeitstag, kippte mir versehentlich ordentlich viel flüssigen Stickstoff über die Füße, schockfrostete meine Socken und habe immernoch stark juckende Blasen/verhornte Stellen genau in der Knickstelle Schienenbein-Fußoberseite. Dieses Dings mit Sicherheitsvorschriften und so sollte man vielleicht doch auch am letzten Arbeitstag bei der letzten „Amtshandlung“ noch befolgen. 


Die teuerste Anschaffung?

Rexto Plexto, der Staubsaugerroboter. Stimmt ja gar nicht! Mein Fahrrad.

Das leckerste Essen?

Hmmmm… die frischen Zitronen auf Korfu, mit griechischem Joghurt? Ja. Vermutlich die. 


Das beeindruckenste Buch?
 

‚Arbeit und Struktur‘ von Wolfgang Herrndorf. 

Der ergreifendste Film? 

Ähhhh. Ich heule ja bei jedem Film. Zum Beispiel bei ‚Alles steht Kopf‘, den haben wir irgendwann im Sommer gesehen. Da flossen sehr sehr viele Tränen bei mir. 

Die beste Serie?

Dag. 


Die beste CD?

Auch schwierig, weil ich nur eine neue CD  (California von Blink182) gekauft habe und die nicht soooo berauschend fand. Ich lande am Ende immer wieder bei den selben CDs. ‚A Rush of Blood to the Head‘ von Coldplay, ‚Echoes, Silence, Patience and Grace‘ von den FooFighters, ‚Origin of Symmetry‘ von Muse, ‚Elect the Dead‘ von Serj Tankian, das sind so Kandidaten, die ich immerimmerimmer wieder hören kann. Da kann ich jeden Ton mitsingen. (Und LeFrisur von Die Ärzte natürlich.)

Das schönste Konzert?

Mega traurig: ich war auf keinem. 

Die meiste Zeit verbracht mit…? 

Auch traurig aber wahr: alles mögliche hassen. 


Die schönste Zeit verbracht mit…?

Meiner Familie, also Herrn Rabe und den zwei Rübennasen. 


Vorherrschendes Gefühl 2016?
 

Das klappt nie im Leben. 


2016 zum ersten Mal getan?

Vier Wochen irgendwo Urlaub gemacht. Ein Fahrrad im Internet bestellt. Fahrräder Probe gefahren. Schnecken als Haustiere besorgt. Alkohol nach Norwegen bestellt (in Form von Herr Rabes Adventskalender und Überraschung: es war überhaupt gar kein Problem).


2016 nach langer Zeit wieder getan?

Ganz alleine irgendwo hin fahren (auf die Hochzeit meiner Cousine).


3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

Meinen vermuteten Rückfall in die Hyperthyreose im Sommer (mitsamt allen Hypochonder-Verdächtigungen). Die dezent nervenaufreibende Eingewöhnung von Pippi im Kindergarten. Den GEZ-Mist (Ha! Den kennen Sie ja gar nicht. Jetzt ist es gegessen, vielleicht schreibe ich jetzt mal drüber. Kurzer Hinweis an alle, die es betreffen mag: zahlen Sie einfach an die GEZ. Ehrlich. Ist besser so.)


Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Dass ein vierwöchiger Familienurlaub ne supergute Idee ist. 


Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Puh. Ich bin schlecht im Schenken. Aber ich glaube, Michel hat sich sehr über seinen Adventskalenderinhalt gefreut. 

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? 

Das tolle Wichtelpaket. 

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

https://twitter.com/i/tfb/v1/quick_promote/ios/790598390736355328

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe? 

„I got it! I got a survival curve of the knock outs and it’s beaaaauuuuutiful!“ 

Besseren Job oder schlechteren?

Besser in dem Sinne, dass ich ein neues Projekt bekommen habe, in dem es voran geht. Aber die Stelle ist die Gleiche. 


Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Pffft Nee. Nix gewonnen. Doch: Freunde. <3

Mehr bewegt oder weniger?

Im Durchschnitt 2016 mehr als im Durchschnitt 2015. Aber wesentlich weniger als am Jahresende 2015. Ich vermisse den Muttisport tatsächlich noch ein bisschen. 

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Och, ging. Viel Rotzerei, NULL MAL MAGEN-DARM!  


Davon war für Dich die Schlimmste? 

Die mordsfette Erkältung mit Fieber und allem Tralala Ende des Jahres. 


Dein Wort des Jahres?

RNA-Editing. 

Dein Unwort des Jahres?

Authentizität. 

Dein Lieblingsblog des Jahres?

Da sind mehrere. Herr Paul. 2kinderküchebadbalkon. Und ich bin so froh, wieder ein nahezu tägliches Piep von Frau Novemberregen zu hören. Außer Konkurrenz: Frau Lila und der Lila Podcast. 


Dein grösster Wunsch fürs kommende Jahr?

Mit dem PhD fertig werden ohne Verlängerung zu brauchen. 


2016 war mit 1 Wort…?

Anstrengend. 

Tag 507 – Der Adler ist gelandet. 

Ich hatte mir das so einfach vorgestellt mit dem nicht so fies sein. Einfach, naja, nicht so fies sein, den Sarkasmus wegpacken, versuchen, mich in meine Mutter reinzuversetzen, Beziehung auf Augenhöhe und der ganze Kram. 

Es ist nicht einfach. 

Außerdem: wann soll ich denn jetzt bitte nen Jahresrückblick schreiben, wenn ich dauernd damit beschäftigt bin, nicht fies zu sein? Vermutlich hätte ich das in den letzten Tagen in meiner Blase der Glückseligkeit machen sollen. Tjanun, habe ich nicht. 

Und jetzt muss ich zurück zu meinem Brötchenteig. Dem gegenüber bin ich nicht fies. Das ist einfach. Meine Mutter bastelt derweil Lego mit Michel, Pippi schläft in der Trage an mir dran, ich habe noch Wein und seit heute weitere zehn Tonnen Süßkram aus Deutschland. Hauptsache, der Wein lockert meine fiese Zunge nicht allzu sehr. 

Morgen Jahresrückblick. Muss irgendwie gehen. 

Tag 505 – Urlaub, Hachz. 

Urlaub mit Kindern zu Hause. Ohne dass man irgendwen besuchen müsste oder überhaupt könnte. Ich finde das total großartig. Endlich kommt man mal zu all den liegen gebliebenen Dingen (Herr Rabe hat schon die Messer geschliffen und alle Holz-Kochutensilien abgeschmirgelt und geölt! Ich habe, ähhh, einen Staubsaugerroboter gekauft.)  und die Kinder sind halbwegs ruhig und entspannt weil eben nicht täglich drölfzig Leute zu besuchen sind. Und weil ich so entspannt bin und nicht sechstausend Dinge gleichzeitig in ein Wochenende quetschen muss, kann ich mir Zeit nehmen für Bügelperlen, Knete, Malen, Bücher vorlesen, Lego und wir haben sogar schon einmal eine Kinder-CD gehört. Außerdem kuscheln wir viel und kitzeln uns viel und erzählen uns viel (Michel vor allem, der ist weiterhin in der Laberphase) und haben uns gern. Selbst über Pippis nächtliche Bananen-Fressattacken* lachen wir gemeinsam. So harmonisch kann es hier gern öfter sein. 

*jede Nacht, gegen Mitternacht. Wird wach und hat Hunger. Wenn am nächsten Tag um sechs der Wecker klingelt, reagiere ich da gerne mal gereizt…

Tag 504 – Verlegenheitspost. 

Sofatag. Ja, noch einer und genauso wunderbar wie der gestern. 

Aber mal was anderes: endlich kann ich Ihnen mein Strickprojekt zeigen! Es ist nämlich bei den Empfänger*Innen angekommen. Die sind bestimmt peinlich berührt, wenn ich das hier so raushänge und das will ich nicht, deshalb keine Namen. Aber ich muss mich grade mal ein bisschen selbst loben. Weil, also, Stricken und ich, das ist so ne Sache. Ich erinnere mich noch gut, wie ich dem damals noch kleinen Minimichel für den Kindergarten ‚mal eben‘ eine Hose Stricken wollte. So sechs Monate später war die dann mal fertig, voller Fehler und aus Gründen nannten wir sie auch nur „die hässliche Hose“. Ich glaube, er hatte die zweimal an, weil wirklich alles andere dreckig war. 

Egal, jedenfalls strickte ich nochmal eine Hose in Größe 56, für das Baby von Freunden, die war dann ein Jahr zu spät, pünktlich zu Pippis Geburt fertig. Die war nicht ganz so hässlich. Aber es dauerte immer noch sehr lange. Deshalb wollte ich eigentlich für die angekündigten Babys auf einem Handwerkermarkt kleine, selbgestrickte Dinge kaufen. Und dann gab es keine mehr in ganz klein. Und in totalem Überschwang und Selbstüberschätzung dachte ich, ach egal, strickste eben selbst. Zweifarbig. Handschuhe. Für Minibabys. Super Plan. 

Das allererste Mal mit zwei Farben zu Stricken, ist, ähhhh, spaßig. So viele Fäden (2), so viele Nadeln (3) und so wenige Finger (10). Nur zehn YouTube-Videos später hatte ich den Dreh dann aber raus. Oder so. 

https://twitter.com/i/tfb/v1/quick_promote/ios/798623776086708224

Musterprobe. Mit Fehler und auch (gut, dass ich die Probe gemacht hab) viel zu groß für minikleine Babys.

Gut, dass Babys kleine Hände haben. Ich stricke jetzt nur noch für Babys*. Das geht halbwegs fix, bis man Erfolgserlebnisse hat. 

Strickeldistrick

Der erste ist fertig. Aber falsch, weil am Rand hab ich jeweils ne Reihe vergessen. Hupsi.

Fertig, aber noch etwas schief. Macht nix, dafür gibt’s ja Blocking. Danach sah es echt viel besser aus.


Dann geschah noch ein grandioser Akt der Selbstüberschätzung: „So Kordeln dran wären ja auch gut.“ Aaaahahaha. Das dauerte sehr sehr lange. Und war super fummelig. Wie schnell da mal so ne Nadel rausgeflupscht ist… Kordeln sind doof. 

Aber hübsch. Doch. Selbuvotter heißen die, voll traditionell Norwegisch :)


Ach so, übrigens: falls Sie im Besitz dieser Handschuhe sein sollten: die sind aus Alpaka-Seide-Gemisch. Bei 30 Grad waschbar, aber nicht wringen. Und nein, es war nicht halb so schlimm, wie ich es jetzt dargestellt hab. Fast hat es sogar ein bisschen Spaß gemacht ;)

*Also falls ich irgendwann mal mit denen für Herrn Rabe fertig sein sollte. Danach stricke ich echt nur noch für Babys.