Tag 81 – Liebster Award

Eieiei, ich hab sowas wie einen Kettenbrief bekommen. Aber einen ganz netten. Ich mache mal mit, so eine charmante Aufforderung hab ich noch nie erhalten und wenigstens fehlt die obligatorische „und wenn du das nicht innerhalb von fünf Minuten an fünftausend Leute schickst, kommen Igor und Ivan und verhauen dich!“-Warnung. Der liebe Daddy-D von daddycheck hat mich für den Liebster-Award nominiert (mich! hihi. *verschämt ab*). Zu den Regeln gehört, dass ich jetzt hier so einen Orden einfüge:

Liebster-Award1

… so. Und dann mache ich mich mal an die Beantwortung der Fragen.

  1. Seit wann bloggst du schon? Hast du im Vorfeld bereits ähnliche Projekte gemacht?

Ich blogge seit 81 + 1 Tagen, anders gesagt, seit das Baby knappe drei Wochen alt war, anders gesagt seit einem Tag nachdem die Oma, die zur Geburt angereist war, wieder nach Hause gefahren ist.

2.  Was versprichst du dir vom Bloggen?

Öh. Nich viel. Eigentlich möchte ich nur gerne sowas wie ein Tagebuch haben, das aber mehr Interaktion bieten soll als halt ein Buch in meiner Nachttischschublade. Ich brauche auch ein bisschen gefühlten Druck, sonst klappt das nicht mit dem Tagebuchschreiben, das hab ich schon mehrmals versucht. Am ehesten habe ich die Hoffnung auf einen Onlineclan mit anderen Eltern.

3.  Wie gehst du damit um, ggf. auch mal kein oder kaum Feedback zu deinem Content zu bekommen?

Ich bekomme meistens kein Feedback und finde das auch gar nicht schlimm, ich meine, im Grunde ist alles was ich hier schreibe nur Blabla über das was ich am Tag so gemacht hab. Mit Ausnahmen, wenn ich mal einen Text nur zu einem bestimmten Thema schreibe. Aber da halt 90 % „nur“ Tagebuchgeblogge ist, erwarte ich gar kein Feedback. Aber ich freue mich über jeden Kommentar ganz doll, das schon :) .

4.  Sollten man deiner Meinung nach mit seinem Blog Geld verdienen dürfen (bspw. in Form von Werbung oder Sponsored-Posts)?

Klar. Wer Geld damit verdienen will und kann, der soll das gerne tun. Es sollte nur meiner Meinung nach fett „Werbung“ drüber stehen, damit Leser, die sowas ganz schlimm finden, von vornherein wissen, ah, das muss ich jetzt nicht lesen. Und ich finds schade, wenns Überhand nimmt, also wenn auf jeden normalen Post ein Sponsored kommt, finde ich das zu viel. Dann kann man gleich nen Testblog machen.

5.  Wo siehst du deinen Blog in einem Jahr?

Bei Tag 446 :) . 

6.  Hast du ein Internet-Idol (Youtube, Twitter, Blog etc.)? Wenn ja, wer ist es?

Pfuuuhhhh… Wenn ich groß bin, möchte ich (also mein Blogger-Ich) so sein wie Frau Novemberregen.

7.  Woraus schöpfst du am meisten Kraft?

Schlaf.
Nein, mal im Ernst: Um das Kinderinduzierte Schlaf-Defizit aufzuwiegen braucht es eine gehörige Portion Kinderlachen (und Kaffee).

8.  Was möchtest du deinen Kindern unbedingt für die Zukunft mitgeben?

Dass alle Menschen gleich wertvoll sind. Dass sich nichts ändert, wenn mans nicht ändert. Dass Gewalt und Krieg nie, nie, niemals eine Lösung sind.

9.  Wie sieht für dich der perfekte Tag aus?

Ausschlafen und danach gemütlich noch im Bett rumgammeln und mit der Familie kuscheln. Frühstück am besten auswärts, ganz in Ruhe und mit frischen, knusprigen, weißen Brötchen und Croissant und scharfem Rührei und einem gigantischen Kaffee Latte aus richtig guten Espressobohnen. Familienausflug ins Grüne oder noch viel lieber ans Meer. Ein langes heißes Bad mit Schaum und gutem Buch. Was geiles zum Abendessen (ganz ehrlich: ich liiiiieeebe ja Braten, ich Pseudovegetarier) mit Freunden und Wein. Mit Herrn Rabe und meiner allerliebsten Freundin S. einen Borowski-Tatort gucken oder auf ein Konzert gehen oder ich hätte auch tatsächlich mal wieder Bock auf Tanzen gehen, da wo die Musik sehr laut und die Beleuchtung spärlich ist, Musikrichtung entweder Minimal Elektrogeballer oder E-Gitarren-Indie-lastiges.

10.  Was würdest du anders machen, wenn du einmal die Zeit zurück drehen könntest?

Ich wäre nach meinem Auslandssemester in Schweden einfach in Stockholm geblieben. Herr Rabe hätte dann halt da nicht promoviert und der Rest hätte genauso sein sollen, nur halt in Schweden („denn Schweden ist das schönste Land der Welt, dort wo am Strand die Palmen stehen…“).

11.  Wie sähe dein Leben ohne Kinder aus?

Ohne Kinder hätte ich meinen geliebten Bulli noch und würde sehr viel mehr Zeit bei der Arbeit verbringen. Ich hätte inzwischen Spitzentanz gelernt und möglicherweise sogar französisch. Wir würden unser Geld in den Bulli und in Urlaube mit dem Bulli stecken, statt in Kinderschuhe und Winteranzüge. Wir hätten zwei Wohnzimmer, für jeden eins (das hatten wir vor den Kindern so und es war super toll, kann ich nur empfehlen). Und da ich nicht wüsste, wie toll das Leben mit Kindern ist, würd ich das Kinder-haben sicher auch nicht vermissen. Da bin ich nicht so romantisch…

Sooo, damit wären alle Fragen beantwortet. Dann geht es ans Nominieren, und das finde ich extrem schwer, weil man will ja auch nicht als Mini-Blog bei den „Ganz Großen“ anklopfen (die einen dann albern finden), viele haben auch schon mitgemacht (zum Beispiel Essential Unfairness, die ich sonst auch gerne nominiert hätte) oder finden sowas bestimmt eh doof oder oder oder. Aber nun gut, ich nominiere

Die Fledermama

Herrn Paul

Jenni (Flavius und Brutus)

und jetzt kommts, haha:

Casa Kaos und

Baby Sideburns

Und sie sollen die folgenden 11 Fragen beantworten:
Og de skal svare på de følgende 11 spørsmålene:
And they should answer the following 11 questions:

  1. Als Sie 20 waren, was war da Ihr Lebensplan?
    Da du var 20, hva var livsplanen din da?
    When you were 20, what was your plan for life?
  2. Fühlt sich das komisch an, das heute aufzuschreiben?
    Føles det rart å skrive opp det i dag?
    Does it feel weird to write that down today?
  3. Wo möchten Sie mal wohnen?
    Hvor vil du bo en gang?
    Where would you want to live?
  4. Welches Wort hassen Sie am meisten?
    Hvilket ord hater du mest?
    Which word do you hate most?
  5. Welches Wort lieben Sie am meisten?
    Hvilket ord elsker du mest?
    Which word do you love most?
  6. Wenn Sie heute ihren ersten Schwarm treffen, was geht Ihnen als erstes durch den Kopf?
    Du møter din første kjæreste ved en tilfeldighet: hva er din første tanke?
    If you meet your first love today, what is your first thought?
  7. Ist es ok, im Vorstellungsgespräch die Kinder zu verschweigen (vorausgesetzt, man wird nicht direkt danach gefragt)?
    Er det greit å fortie at man har barn i en jobb interview (hvis man ikke blir spurt direkte)?
    Is it ok not to mention that you have kids in a job interview (if you are not asked specifically)?
  8. Wenn sie eins der folgenden Dinge opfern müssten, was wäre es? Ihr Blog, Ihr Handy, alle Bücher in Ihrem Haushalt, alle Musik in Ihrem Haushalt?
    Hvis du måtte offre en av de følgende ting, hva ville du velge? Din blog, din mobiltelefon, alle bøker i huset ditt, all musik i huset ditt?
    If you had to sacrifice one of the following things, which would you choose? Your blog, your mobile phone, all of your books, all of your music?
  9. Kaffee oder Wein?
    Kaffe eller vin?
    Coffee or wine?
  10. Wenn Sie einen kinderfreien Tag hätten (mit oder ohne Partner), was würden Sie machen?
    Hvis du hadde en barnefri dag (med eller uten partner), hva ville du gjøre?
    If you had one day without kids (with or without your partner), what would you do?
  11. Sie fahren in den Urlaub: was ist das letzte, was Sie denken, bevor Sie die Haustür hinter sich schließen?
    Du drar på ferie: hva er din siste tanke før du lukker døren bak deg?
    You are going on vacation: what is your last thought before you lock the door?

Puuuhhhh, is auch irgendwie schon spät jetzt, aber hier noch die Regeln:
Her er reglene for Liebster Award:
Here are the rules for the Liebster Award:

  1. Danke dem Blogger, der dich nominiert hat
    Takk bloggeren som har nominert deg
    Thank the blogger who has nominated you
  2. Verlinke den Blogger, der dich nominiert hat
    Lenk til bloggeren som har nominert deg
    Link to the blogger who has nominated you
  3. Füge einen der Liebster-Blog-Award Buttons in deinen Post ein
    Lim inn Liebster-Award bildet
    Paste the Liebster Award into your blog post
  4. Beantworte die dir gestellten Fragen
    Svar på spørsmålene
    Answer the questions
  5. Erstelle 11 neue Fragen für die Blogger, die du nominierst
    Tenk ut 11 nye spørsmål til bloggerne du vil nominere
    Make up 11 new questions for the bloggers you want to nominate
  6. Nominiere 5-11 Blogs
    Nominer 5-11 blogs
    Nominate 5-11 blogs
  7. Informiere die Blogger über einen Kommentar, dass du sie nominiert hast
    und verlinke von dort aus auf deinen eigenen Liebster Award Artikel
    Skriv en kommentar til de bloggere du vil nominere og lenk til din egen Liebster Award- artikel
    Write a comment to the bloggers you wish to nominate and link to your own Liebster Award post

Wooha, thats it.
Viel Spaß beim Beantworten :P

Tag 80

Ich habe heute fast anderthalb Stunden auf dem Fußboden eines Autohauses gesessen. Es mussten nämlich unsere Reifen gewechselt werden und das war so ein Angebotstag mit „Herbstcheck“. Ich war fünf Minuten vor Beginn da und bekam keinen Sitzplatz mehr und auch trotz mitgeführtem Baby keinen angeboten. Nicht so schlimm eigentlich, ich sitze gerne auf dem Boden, aber dann:

Dann hat der Spaß halt auch einfach mal ewig gedauert, und am Ende bekam ich einen Kostenvoranschlag über Bremsscheiben + -Klötze hinten erneuern, Wartung, Ölwechsel und irgendwas das „PKK bensin“ heißt, das alles sei total dringend nötig, besser gestern als heute und soll 7000 NOK kosten (also ca. 750 €). Meine Laune danach können Sie sich sicher vorstellen.


Das Baby ist jetzt vollständig registriert und hält sich legal in Norwegen auf. Ist das nicht schön?

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Das ging überraschend fix. Montag fast alle Unterlagen hingebracht, Dienstag die restlichen Unterlagen nachgereicht (außerdem musste Herr Rabe auch noch mal seine Fresse da zeigen), Mittwoch Zettel im Briefkasten. Effizient sind sie ja, die Norweger.


Ich fliege im November nach Oslo! Ich und das Baby besuchen meine Freundin A., das wird sicher ganz toll und ich freu mich schon total! :) Das Wichtigste was ich für die Reise brauche hab ich deshalb gestern auch schon mal gekauft.

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Die gute Zahncreme in Mini-Ausführung. Man gewöhnt sich übrigens tatsächlich ans nicht ausspucken und diese Zahnpasta ist so viel besser als alle Zahnpasta, die ich bisher hatte, es ist ein Träumchen sag ich Ihnen.

Tag 79 – Muh!

Der Tag ging so:
„Maaaamaaaaa! Klo! Trinken! Klooooooo!“ – da war es viertel vor sieben und das Baby war graaaade so fertig mit trinken, aber wenns aus dem Kinderzimmer Klooooo ruft, dann springt man. Egal.
In den Kindergarten gebracht, dabei versucht dieses Kooperationsdings besser hinzubekommen, ging ganz gut. Zu Hause Frühstück und Baby besaßen, nebenher Bankkram. Dann zur Uni gefahren, was mit der Arbeitsgruppe gegessen, dann Statistikkurs. Vorm Statistikkurs war das Baby voll nöckelig und wach, also noch 15 extra Minuten herumgewandert bis Baby eingeschlafen war. Dann in die Apotheke, Muttermilcheinfrierbeutel kaufen, die sind hier aus purem Gold mit Diamantenbesatz muss man wissen (und das entsprechende Kleingeld mitbringen). Zu Hause dann die Milchpumpe reaktiviert. Ich. Hasse. Dieses. Ding. Ich hab so eine kleine manuelle, aber ich komm mir trotzdem vor wie eine Kuh, die gemolken wird, oder eher sich selber melkt, was es nicht weniger absurd macht. So richtig angenehm ist das Saugen der Pumpe auch nicht, eher so mechanisch halt. Und man wird auch nicht dabei angeguckt und angelächelt und niemand streichelt einem mit dem ganzen Arm über die Brust. Aber was tut Frau nicht alles. Ich habe nämlich das dumpfe Gefühl (und gewisse Anzeichen), dass ich meine Tage bekomme. Und da fiel mir heute morgen siedend heiß ein, dass das ja normalerweise mit Migräne einhergeht. Das heißt, ich sollte darauf vorbereitet sein, stillunfreundliche Medikamente nehmen zu müssen. Also so zwei, drei Mahlzeiten sollten dann eingefroren bereit liegen. Also Pumpen. Grmpf.
Dann haben wir beim großen schwedischen Möbelhaus zu Abend gegessen und eine neue Pfanne gekauft, Herr Rabe ist da nämlich gestern so ein Malheur passiert (was mir exakt so auch hätte passieren können, und ich habs noch schlimmer gemacht weil ich noch gedacht hab, was raucht denn da so und wieso riecht das hier so komisch aber dann hab ich das direkt wieder vergessen und nix gesagt. Ha. Stilldemenz.). Jetzt haben wir eine neue Pfanne, drölfzig neue LED-Glühbirnen und eine Box für die lose herumfliegenden Handschuhe im Flur.

Tag 75 – Wir drehen an der Uhr herum

Juppheidi, endlich wird die Uhr wieder auf Normal gestellt. Wir sind ja allesamt Eulen und finden nichts furchtbarer als frühes Aufstehen, deshalb kommt uns das sehr entgegen. Dafür krieg ich jedes Jahr schon im Februar die Krise, dass ja bald wieder die Sommerzeit anfängt und fange dann Anfang März damit an, meine Aufstehzeit sukzessive so zu verschieben, dass ich quasi viele kleine Umstellungen hab, statt einmal eine komplette Stunde, die mir meinen Biorhythmus versaut. Trotzdem fühlt sich die Sommerzeit für mich falsch an. IMMER. BIS OKTOBER.

Ab morgen ist alles wieder gut, denn
– Die Zeit, zu der wir gut aufstehen können, heißt nicht mehr 10 Uhr, sondern 9 Uhr (und das klingt schon viel weniger Assimäßig)
– Die Zeit, zu der wir (Erwachsenen und Baby) müde und bettschwer sind, heißt nicht mehr 23 Uhr sondern 22 Uhr (und das klingt schon viel weniger verantwortungslos)
– Die Zeit, zu der wir das Kind ohne Theater ins Bett bekommen, heißt nicht mehr 20 Uhr, sondern 19 Uhr (und das klingt nach weniger Stress am nächsten Morgen, zumal ja auch gilt:)
– Die Zeit, zu der wir das Kind wecken müssen, heißt zwar weiterhin 7 Uhr, ist aber ja quasi 8 Uhr

Insgesamt: Voll geil.

Trotzdem habe ich keinerlei Verständnis dafür, dass etwas das eine große Mehrheit der Deutschen nicht will und das auch nachweislich keine Stromersparnis bringt, wie ursprünglich beabsichtigt war, trotzdem beibehalten wird. Es ist doch Bullshit, dass „einheitliche Uhrzeiten für die reibungslose Abwicklung des Binnenmarktes [in Europa] unerlässlich sind“ (wikipedia sagt, dass das beim letzten Mal der Grund für die Ablehnung eines Alleingangs war). Oder ist der Handel mit Großbritannien irgendwie gestört, weil die ne andere Zeit haben? Finden denn die Leute in, sagen wir mal, Spanien die Zeitumstellung so geil? Kann ich mir nicht vorstellen. Vielleicht wärs ja gar kein Alleingang? Brüssel? Hallo? Kann mal bitte einer den Quatsch abschaffen???

Ach ja, noch was: Nein, die Sonne geht nicht früher unter morgen. Also ja, schon, irgendwas um die zwei Minuten oder so. Aber es heißt nur die Uhrzeit anders. Wir stellen auch nicht die Zeit um. Sondern die Uhr. Die Kinder wecken uns nicht ne Stunde früher. Neinneinnein, die Uhrzeit HEIßT NUR ANDERS! (Sehen Sie, ich fange schon an zu schreien, das ist ein emotional sehr stark belastetes Thema für mich!)


Was völlig anderes: Das Baby ist jetzt in der Stan-Phase. Es sieht, wenn es erzählt, ganz exakt so aus:
Stan(M2)*
und bald werden wir alle Piratenschiffe besitzen.

*(Quelle: http://monkeyisland.wikia.com/wiki/File:Stan(M2).gif)

Tag 73 – Gehacktes

Der Tag war so lang und ich so müde dass ichs fast nicht zum Ballett geschafft hätte wegen fehlender Motivation. Ich war aber doch da und es war super gut. Werde sicher Muskelkater haben morgen, aber egal, wir haben heute 45 Minuten an der Stange gearbeitet und dann noch mal 45 Minuten nur an der Choreografie. Ich tanze zwar bei der Show nicht mit, aber so ein intensives Arbeiten an einem Stück finde ich nach wie vor gut. Und auch, das dann am Ende ca. tausend mal durchzuorgeln, bis einem der Schweiß richtig läuft. Wunderbar.


Das Kind fand es ganz und gar nicht gut, dass ich zum Tanzen wollte, weil es dachte (glaube ich jedenfalls), dass ich nicht wiederkomme. Das ist natürlich absurd, aber für das Kind deshalb ja nicht weniger schrecklich. Es war dann halbwegs ok, nachdem ich ihm versichert habe, dass ich ihm noch nen Gute-Nacht-Kuss gebe, wenn ich wiederkomme. Hab ich natürlich dann auch gemacht, aber es hat schon geschlafen, zählt das trotzdem?


Beim Statistikkursübungaufgabenbesprechungstermin festgestellt, dass ich nicht der einzige Idiot bin, der an der ein oder anderen Stelle einen Hirnknoten bekommt. Gleichzeitig festgestellt, dass meine Ergebnisse nur deshalb falsch waren, weil ich eine falsche Taste am Taschenrechner gedrückt hatte. Ich bin also Schrödingers Idiot: Doch nicht doof (weil im Prinzip der Lösungsweg ja richtig war) und doch doof (weil falsche Taste gedrückt). Hmm.


Mit Baby beim Baby-TÜV gewesen. Es hat die 95er-Perzentilkurve fürs Gewicht verlassen und ist jetzt „nur noch“ zwischen der 75er und 90er, was laut der Gesundheitsschwester „kein Grund zur Besorgnis“ ist. Ich soll trotzdem einmal extra fürs Wiegen kommen und blablabla. Wärs mein erstes Kind, würde ich mir jetzt Sorgen machen. Blöde Kuh. Außerdem hat die auch die Impfspritzen quasi in Zeitlupe ins Baby geschoben. Blöde Doofkuh. Sonst ist das Baby aber top entwickelt, super stark (wusste ich ja schon) und super fokussiert (wusste ich auch schon).


Im Kindergarten beim Abliefern des Kindes zur Unterschrift auf einem Zettel genötigt worden. Den Zettel hatte ich seit drei Tagen zu Hause vergessen, unterschrieben hatte ich auch noch nix, hatte das aber vor, ehrlich! Es geht drum, dass der Kindergarten eine heimliche, geschlossene Facebookgruppe hat, in der bisher Fotos vom Kindergartentag der Kinder geteilt wurden. Und jetzt hat jemand entdeckt, dass man Facebook ja hacken kann!!! Und dann könnte jemand, der „Facebook hackt“, ja die Bilder von (dreckigen, in Regenkleidung im Matsch spielenden) Kindern verkaufen und dann könnte der Käufer damit schlimmen Schindluder treiben! So wurde es uns jedenfalls auf dem Elternabend gesagt. Ich konnte mich grade noch so zusammenreißen, meine Hand nicht laut in mein Gesicht klatschen zu lassen. (Also wenn Sie jetzt unbedingt Bilder vom Kind  sehen wollen, müssen Sie nur Facebook hacken, ich hab das jetzt unterschrieben, dass ich mir des Risikos bewusst bin.)

Tag 72

Ich gebs auf. Morgen ist Statistikkurs-Übungsaufgaben-Besprechungstag und die eine Teilaufgabe kriege ich nicht hin. Und wozu diesen Quatsch lernen, wenn es Wolfram-Alpha gibt? Außerdem ist es schon spät und ich muss dem Baby jetzt noch mal ne neue Nachtwindel ummachen, die nicht mit dem Waschmittel des Todes (gegen das das Baby scheinbar allergisch ist) gewaschen wurde. Morgen ist nämlich Baby-TÜV und da hab ich keinen Bock auf ne Kontaktallergiediskussion.

Tag 70 – Update-Tag

Es ist Zeit, mal ein paar lose Erzählsprünge wieder aufzugreifen:

  1. Die eingelaufene Wolle. Ich habe panikartig das Internet nach Tips durchforstet und dann meine eigene Version eines Rettungsplans zusammengebastelt. Der ging so:
    – Einen Eimer mit lauwarmem Wasser füllen. Darin den letzten Rest Haarkur im Hause Rabe auflösen. Dann noch ca. 10 Hübe aus der Flasche „Mildes Waschgel Kopf bis Fuß“ für Babies. Es soll eine ordentlich seifige Soße sein.
    – Die Wollsachen reintun und ca. 45 min drin lassen.
    – Die Sachen auswringen, nicht ausspülen und dann mit Handtüchern ausstopfen. Es sollte so in etwa die Form haben, die es hinterher (wieder) haben soll:
    2015-10-15 22.27.18
    (Das Platzieren neben Puzzles ist nicht essentiell für den Erfolg.)
    – Komplett trocknen lassen. Dauert relativ lange.
    – Testen, obs wieder passt. Dann mit wenig (gutem) Wollwaschmittel waschen und zwar NICHT IM SYNTHETIKPROGRAMM!!Einself!
    Beim Schlafi hats geklappt, durch das Verfilzen ist er jetzt aber noch wärmer geworden und auch etwas kratzig. Aber als schön warme Schicht in Trage oder Kinderwagen geht er auf jeden Fall noch. Die Strumpfhose hats nicht gerettet :(
    2015-10-18 13.40.10
  2. Das Baby braucht zum Rumdrehen nur noch minimale Hilfestellung. Also man muss ihm einen Finger hinhalten, dann zieht es sich daran rum. Das ist sehr putzig, es ist ja noch sehr klein, also noch nicht mal drei Monate, und dann liegt da dieses Minibaby und reckt den Kopf in die Höhe und freut sich nen Ast. Es versucht auch direkt, vorwärts zu kommen. Hachz. Heute ist es dann so halb aus Versehen aus der Bauchlage wieder auf den Rücken zurückgerollt. Ein kurzer erschrockener Blick, dann halb kaputtgelacht. (jetzt wo das besser geht, muss das Baby auch nicht mehr nachts Dauerstillen. Das finde ich sehr angenehm.)
    2.1 Habe Bahntickets bekommen. Sogar im Kleinkindabteil. Fehlt nur noch wer, der mich und die Kinder vom Flughafen zum Berliner Hbf begleitet mit all unserem Geraffel…
  3. Es blieb scheinbar bei der einen Panikattacke meiner Mutter. Vorerst.
  4. Wir haben inzwischen herausgefunden, dass das Baby es gerne sehr warm hat und deshalb wohl im Beistellbett schlechter schläft als direkt in meinem Arm. Jetzt haben wir den warmen Winterschlafsack für den Kinderwagen ins Beistellbett gelegt, das Kopfteil soweit zugeschnürt, dass es auch am Kopf schön muckelig ist und so kann das Baby bis zum ersten Stillen zumindest gut schlafen. Gestern nacht konnte ich es sogar nach dem ersten Stillen wieder zurücklegen und es schlief dann nochmal bis 5:30 Uhr so. Unfassbar, was das für meinen Schlaf für einen Unterschied macht!
  5. Das Kind war beim Zahnarzt, allerdings mit Herrn Rabe weil ich während der verwirrenden Telefoniererei meinen Statistikkurs vergessen hatte. Das Kind machte bei der Ärztin erstmal 10 Minuten den Mund nicht auf. Irgendwann dann doch, alle Zähne da, alle Zähne ok, Schnuller bitte nur zum Einschlafen wegen Überbiss, Wasser ist das beste Getränk überhaupt. Dann hat das Kind einen Elefanten bekommen und war sehr stolz.

So, ich glaube, das wars, oder möchten Sie noch was wissen? Nur zu, fragen Sie ruhig!

Tag 69 – Hello, IT?

Ich habe grade gar keine Lust zu bloggen, aber ich hab Herr Rabe versprochen, dass ich ihm ein bisschen öffentlich huldige und versprochen ist ja versprochen.

Man mag es schon vermutet haben: Herr Rabe ist der Lieblingstechniker. Ich meine, der hat das ja im Grunde auch studiert, also Informatik und schnubbeldibupp aber ganz sicher gab es im Studium keine Veranstaltung namens „Angewandte Aura-Reparatur“. Und das ist, was Herr Rabe besonders gut kann: einfach weil er da ist, erledigen sich viele Computerprobleme wie von selbst. Ich nehme an, die Probleme haben Angst vor ihm, denn wenn mal eine Macke seiner bloßen Anwesenheit trotzt, wird sie gründlichst ausgemerzt und zwar minimalinvasiv. Bevor ich Herrn Rabe kannte, dachte ich (Exfreund-bedingt) es gäbe bei ersthaften Computerproblemen nur zwei Lösungswege: a) Problem ignorieren und b) Festplatte formatieren. Das ist dann eher so die Schrotschuss-Methode. Inzwischen weiß ich aber, dass es durchaus möglich ist, ein Problem an der Wurzel zu entfernen ohne dabei mit der Datenaxt eine riesige Schneise zu ziehen. Man muss nur wissen wie, und ich hab da zwei linke Hände mit jeweils fünf Daumen dran. Herr Rabe hat mich immerhin soweit erzogen, dass ich einen wartungsarmen Computer besitze, alle verfügbaren Updates zeitnah mache und regelmäßig *hust* ein Backup erstelle. Falls ich doch mal ein Problem bekomme, so wie jetzt halt, muss er mir trotzdem helfen, weil wir verheiratet sind hilft er mir natürlich gerne. Das Problem mit der FileVault-Verschlüsselung war wohl ein ziemlich komplexes, was einer ausgefuchsten Lösungsstrategie bedurfte, aber wieder einmal hat Herr Rabe es tadellos hinbekommen: Er hat alle Daten erhalten können, selbst die kaputten, und die hat er sogar heile gemacht. Alles ist jetzt verschlüsselt. Nebenbei hat er meine Festplatte von Müllquatsch befreit und die Reste eines eigentlich schon lange deinstallierten Programms entfernt, sodass da jetzt nicht mehr dauernd Fehlermeldungen auflaufen. Dann habe ich (das hab ich dann wieder alleine hinbekommen) El Capitan installiert und im Zuge dessen ging irgendwas mit meinem Email-account kaputt, und auch das hat er wieder hingebogen. Insgesamt hab ich also jetzt das fresheste Betriebssystem, mehr Platz auf meiner Festplatte als vorher, habe weiterhin Zugriff auf meine mails und musste dafür nur diesen Text schreiben und Nudelauflauf machen.

Murch :* *

*Das müssen Sie nicht verstehen.

Tag 68

Mein Lieblingstechniker repariert gerade meinen Computer. Das ist wohl ein ziemlicher Krampf. Kaputte Dateien und gelöschte Programme die trotzdem  noch Quatsch machen und den Rest hab ich nicht verstanden. Seit ich aber mal vor vielen Jahren dachte, ich könne meine Festplatte selbst partitionieren und danach gar nix mehr ging und ich einen Heulanfall bekam und zum Lieblingstechniker gehen musste, der dann den Rechner auf Kühlakkus stellen musste, weil sonst die CPU (?) überheizte, weil nicht mal mehr der Lüfter ging, seitdem mache ich absolut nüscht mehr an meinem Computer wo auch nur eine geringe Gefahr besteht, dass was kaputt gehen könnte. Schreiben am Handy geht aber auch nur so halbgut, zumal ich vom Baby belagert werde, deshalb wars das auch schon fast für heute.


Wir haben erfolgreich unseren Keller Flur umgeräumt. Das war sehr nötig und die Gelegenheit günstig. Wir sind zufrieden.


Mit dem Kind beim Kindertanz gewesen. 19 Kinder da. 13 Mädchen. 6 in Tutus. Eins nicht in rosa. Seufz.


Kurz beim Supersaletag gewesen (Toilldag für die Locals) und dem Kind Winterstiefel gekauft für 199 NOK (Wheeeeee!!!) und auf gut Glück zwei Paar Turnschuhe Größe 27 für nächstes Jahr für 99 NOK jeweils. Gesehen, dass ein Moods-of-Norway Pop-up-Store für die nächsten zwei Wochen da ist. Kann man mal hingehen.


Wir sollten ja alle viel viel mehr Essential Unfairness lesen. Auch wenn ich mich beim lesen des heutigen Posts wie einen eiskalten, gefühllosen Klotz gefühlt hab, weil ich sowohl den Schwangerschaftstest vom Baby (beim Kind hab ich keinen eigenen gemacht) als auch den ersten (durchgekauten und klebrigen) Schnuller vom Kind ganz unsentimental weggeschmissen hab.

Tag 66

Mannmannmann, schon wieder so spät. Wo ist denn nur der Tag hin? Ich bin auch zum Umfallen müde, gut, dass ich schon im Bett liege.

Das Baby hat gerade mal wieder irgend so einen Entwicklungsschub. Seit Montag, wo es ja überraschend versucht hat sich herumzudrehen und das auch mehrmals fast ganz alleine schaffte, will es spätestens alle zwei Stunden stillen und braucht dann ewig lang. Manchmal sogar beide Seiten, was sehr ungewöhnlich ist. Jedenfalls schläft es sich da nicht so gut, wenn man alle zwei Stunden ne halbe benuckelt wird. Mein Geisteszustand leidet extrem ein bisschen darunter. Außerdem nöckelt das Baby auch viel rum, es kaut auf meinem Finger (Kauleisten-Jucken?) und die Hand-Augen-Koordination ist sehr viel besser geworden. Eigentlich will es glaub ich am liebsten morgen loslaufen. Mir hinterher. Wenn man es auf die Beine „stellt“, freut es sich nen Ast und fängt sofort zu erzählen an. Das ist sehr niedlich, aber scheinbar sehr sehr anstrengend grad für das Baby selbst und das muss es den Eltern natürlich mitteilen. Naja. Die ersten Schübe sind ja noch kurz.


Heute früh sind die Großeltern abgereist. Das Hotel in dem sie waren liegt auf dem Weg zum Kindergarten. Um 08:30 waren wir verabredet, ich sollte erst das Kind wegbringen und dann die Großeltern vom Hotel zum Bus bringen. Um 08:02 passierte ich mit Kind das Hotel und meine Schwiegereltern lauerten mir schon auf. Hätten die Koffer schon runter gebracht und ausgecheckt. Ob ich zehn Minuten später wieder da sein könne, wegen des Busses (der Bus fährt alle 10 Minuten, braucht 30 zum Flughafen, der Flug ging um 11:30 Uhr. Denken Sie sich den Rest). Ich hab also das Kind beim Kindergarten nur über den Zaun geworfen nur sehr kurz verabschiedet und war 9 Minuten später wieder am Hotel. Also um 08:13 Uhr, immer noch 17 Minuten bevor wir ursprünglich verabredet waren. Ich sagte nichts. Dann gingen wir zum Bus, zu einer anderen Haltestelle, als ich dachte oder Sinn machte, aber ich sagte nichts. Es kam sofort ein Bus, was gut war weil viel länger hätte ich nicht nichts sagen können. Und so saßen meine Schwiegereltern dann zwei Minuten vor der Zeit, zu der wir verabredet waren, schon im Bus.


Heute mittag war auf mein Anregen hin ein Treffen der Barselgruppe, also die Muttis mit den Babys. Einige sind vielleicht doch interessanter, als bisher gedacht. Eine zum Beispiel, sie kann nicht älter sein als ich, eher jünger denke ich, hat eine 22-Jährige Stieftochter. Dafür ist die mit den Zwillingen viel älter als ich dachte (und sie aussieht, ehrlich, so will ich mit 39 bitte auch aussehen. Aber genug der Oberflächlichkeiten). Eine hat ein Familienbett und testet glaube ich auch ihre Bullshittoleranz, jedenfalls kamen von ihr so Konfliktvermeidungsallgeimeinplätze wie „Jaja, da muss jede Familie den Weg finden, der für sie passt…“. Hätte auch von mir sein können, der Satz.


Dem Baby ne neue Wollstrumpfhose gekauft. Die eingelaufene ist nicht zu retten. Die hat jetzt die Puppe an.


Heute Nachmittag war dann noch Elternabend im Kindergarten. Wir sollen den Kindern die Haare täglich prophylaktisch Läusekämmen. Jaja. Klar, mache ich*. Des Weiteren wird es weiterhin kein warmes Essen geben, sondern an den Brotdosen festgehalten. Ok für mich. Und wir mussten einen dämlichen Tanz lernen, ich wollte mir dabei gerne was in die Nase rammen, aber das ging nicht, also tanzte ich fröhlich lächelnd den doofen Kindertanz (Wenn schon Scheiße, dann Scheiße mit Schwung!).


Danach wars es zu spät für Ballett. Und fürs Kind auch, es machte ein Theater beim ins Bett bringen, als würde Herr Rabe ihm die Haut bei lebendigem Leib abziehen. Morgen bin ich wieder dran. Ich freu mich schon*.


Morgenn ist Muttisport, dann evtl Mittagessen, und dann ein berufliches Meeting zu meinem Projekt (an dem andere auch mitarbeiten, also zumindest indirekt, ist kompliziert, unser nicht vorhandenes Organigramm). Ich bin ein bisschen nervös, weil nicht ganz sicher, ob mein Hirn noch gut genug funktioniert oder vielleicht auch mit eingelaufen ist.

*ganz sicher nicht.