Tag 168 – Hausarbeit

Ich so heute:

  • Spülmaschine ausgeräumt
  • 2 Maschinen Wäsche zusammengefaltet
  • Den Wäscheständer leergefaltet und die Wäsche weggeräumt
  • „Rot“ gewaschen und aufgehängt
  • Komplette Wohnung gesaugt 
  • Komplette Wohnung gewischt
  • Essensplan für die nächste Woche gemacht
  • Einkaufszettel geschrieben
  • (Mit allemann) Einkaufen gewesen

Und ja, das Baby war die ganze Zeit dabei, die meiste Zeit wach, viel in der Trage und insgesamt etwas nörgelig. Ich hab ihm nämlich nicht erlaubt, das schicke Lightning McQueen-Pflaster von meiner Hand abzuknibbeln und es kann trotz extensiver Bemühungen immer noch nicht krabbeln. 

Jetzt sind wir beide total alle und Bingen noch ein bisschen Call the Midwife (Frauenkram), bzw das Baby schläft. 

Tag 166 – Schlittenfahren für Anfänger und Fortgeschrittene

Wir sind heute zum See gefahren, also zu einem der drölfzig Seen hier in der Nähe, die Wahl fiel auf den mit dem Schlittenhügel. Außerdem kommt man da gut hin, man muss nämlich nur mit der Trikk bis zum Ende fahren und dann ist man da. 

Leider war das Wetter ziemlich bescheiden, es regnete ein bisschen aber wir zogen trotzdem los in der Hoffnung, dass es auf dem Berg etwas weniger regnen und dafür vielleicht schneien würde. Dann mussten wir doch tatsächlich 10 Minuten auf einen Bus in die Stadt warten und danach auch noch zur Trikk hasten. Was passiert, wenn man das Kind hetzt? Genau. Es wird immer langsamer. Witzig, dass ausgerechnet Herr Rabe, der mitunter sehr ähnliche Tendenzen hat, das scheinbar nicht weiß (ab jetzt dann schon). Nun ja, wir erwischten die Trikk. Nur um drei Minuten später für 15 Minuten in selbiger herumzusitzen und einem Rudel aufgescheuchter Autofahrer beim verzweifelten Versuch zuzuschauen, ihr Auto mit Achsbruch von den Schienen zu bekommen. Für das Kind natürlich ein unerwartetes Highlight, denn die Automenschen (da saßen echt mindestens sechs Leute drin, war aber auch ein LandRover) versuchten zunächst, das abgefallene (?) Rad wieder dranzubekommen. Das Kind meint ja eh immer, Autos gehen bevorzugt an den Rädern kaputt, deshalb war das für ihn nur logisch. Die Automenschen scheiterten allerdings schon am Aufbocken des Autos und im Endeffekt musste so ein norwegisches-ADAC-Äquivalent-Heini kommen und die Anweisung geben, das Auto doch einfach auf den drei verbliebenen Reifen etwas beiseite zu rollen. 

Irgendwann waren wir dann aber doch am See, es regnete auch hier, aber wir und ca. 150 andere Menschen ließen uns davon nicht beeindrucken. Das Kind wollte direkt den großen Hügel runter, Herr Rabe meinte, das geht schon, ließ sich aber durch den Anblick einiger Eltern, die mitsamt ihren Kindern und Rodelgeräten sehr schnell und unsanft im Schnee landeten eines besseren belehren. Ich suchte den Idiotenhügel, fand aber keinen. Herr Rabe handelte derweil das Kind auf den halben großen Hügel runter. Nun gut, wissend, wie das enden würde, stellte ich mich schon mal unten hin (ich habe es geschafft, dem Mann zu vertrauen, dass er sicher nicht mal auf die Idee kommen würde, sich mit dem Baby in der Trage auf den Schlitten zu setzen), der Mann wies das Kind ein und ab ging die Post. Der Schlitten hat einen Lenker. Das Kind kann aber nicht lenken und lenkte direkt scharf nach rechts, sodass es quer über die gesamte Rodelbahn schoss. Dabei wurde es immer schneller und sein Gesichtsausdruck immer panischer, bis es nach ein paar Sekunden schließlich kopfüber im Schnee landete. Der Schreck war natürlich groß, aber nach Pusten, Trösten und „Ganz schnell eflogt, Mama, Schlitten runter fallt!“ war es dann schnell wieder gut. Inzwischen hatte ich auch sowas wie einen Idiotenhügel entdeckt: an einer Stelle übten norwegische Eltern mit ihren (Klein-)Kindern das Hügelhochklettern mit Langlaufskiern. Norweger werden wirklich mit Skiern an den Füßen geboren und verstehen auch nicht, wieso andernorts so viel Abfahrt gemacht wird. Langlauf ist das einzig wahre, halbwegs ok ist noch Skispringen. Aber das nur am Rande. 

Den Idiotenhügel traute sich das Kind zuerst nicht alleine runter, also quetschte ich mich zum Kind auf den Schlitten und wir rodelten gaaaaanz laaaaangsam den Hügel runter. Dabei schafften wir es, niemanden umzufahren und auch nicht umzufallen. Das Kind hatte sein Vertrauen in den Schlitten, die Technik und seine Rodelfähigkeiten dann auch zurück und Herr Rabe hatte eine wenig benutzte Strecke entdeckt, die vom Steilheitsgrad her ein Mittelding zwischen dem Großen und dem superkleinen Hügel war. Da rodelte das Kind dann ein paar mal alleine und ein paar mal mit mir runter und es hat super Spaß gemacht, also mir zumindest, dem Kind glaube ich auch. 

Danach sind wir dann ziemlich nass nach Hause gefahren, haben Kekse in der Trikk gegessen (in der Trikk sah es aus wie in einem Skierwald) und auf dem Weg noch ein David Bowie-Plakat bewundert:

Kind: „Mama, der Mann hat Esicht annemalt!“

Ich: „Ja, das stimmt. Der hat sich immer gerne das Gesicht angemalt.“

Kind: „Sieht schön aus!“

Ich: „Ja, das fand der sicher auch schön.“

Kind: „Augen auch zu, auch annemalt.“

Ich: „Der hat die Augen bestimmt zu, damit man noch besser sieht, wie schön der sich angemalt hat.“

Kind: „Aber nich vergessen abwaschen, rausgeht. Geht weg sonst.“

Das hat er sich also gemerkt. Wenn man raus geht, muss man die Schminke vorher abmachen, weil die sonst im Regen oder Schnee abgehen könnte. Hoffentlich wusste David Bowie das auch. 

Tag 163 – Warum bin ich so müde?

Muhahaha, die Antwort ist ca 70 cm groß, knapp 8 Kilo schwer und schläft grade auf meinem Arm, ganz im Gegensatz zu letzter Nacht, als sie lieber mal anderthalb Stunden wie am Spieß herumbrüllte und nur nach ewigem Herumgeschleppe schluchzend wieder einschlafen konnte. 

Aber es hat auch was gutes, zum Umfallen müde zu sein: so rege ich mich viel weniger darüber auf, dass das Bundesamt für Ausbildungsförderung letztes Jahr meine Darlehensschuld falsch berechnet hat und mir heute einen neuen Bescheid mit Rückzahlungsforderung über gut 700 € zugestellt hat. Wenn ich bis Ende Februar überweise, knapp 500. Hrmpf. (Ich wollte für einen neuen Computer nächstes Jahr sparen. Dann kaufte ich mir ein Paar Schuhe (Hupsi), ein Paar Schlittschuhe (brauche ich, fragen Sie mal das Kind!) und jetzt das. Fängt voll gut an mit dem Sparen.)

Tag 161 – Wie man nicht einen Schlitten kaufen sollte

Mit einem eh schon übermüdeten Kleinkind, viel zu spät, unter Zeitdruck und in Verbindung mit dem Wocheneinkauf. Eins dieser Kriterien reicht eigentlich schon als knock-out Kriterium. Auf uns (also eigentlich nur Herrn Rabe, aber der hatte das dem Kind schließlich versprochen mit dem Schlitten) trafen alle diese Kriterien zu. Und natürlich wurde das im Auto eingeschlafene Kind beim Ausziehen wach und war dann, sagen wir mal, unleidlich. Als es endlich eingeschlafen war, brüllte das Baby. 

Was. Ein. Kackabend.

Tag 159 – Es schneit!

Der Wetterbericht hatte doch recht. Es hat den ganzen Tag in dicken Flocken geschneit. Wäre der Schnee weniger Geräuschdämpfend wären wir sicher um sieben vom Geräusch zigtausender Norweger, die ihre Ski ins Auto laden, geweckt worden. Nun ja, Schnee ist ja schön, es sei denn er weht einem frontal ins Gesicht, dann geht’s so mit der Begeisterung. Was auch der einzige Grund ist, weshalb wir das Bauen eines Schneemanns („Viel eschneit, große Schneemann baun. Gestern klein eschneit bare (nur), geht nix Schneemann baun.“) auf nach unserem eigentlich angepeilten Termin schieben konnten. Wir waren nämlich zu einem „Freundschaftstag“ verabredet, da kamen viele Leute unterschiedlicher Nationalitäten zusammen, die Kinder dölmerten herum und es gab jede Menge zu essen. Weil es Kinderschminken gab verbrachten wir Ca eine Stunde in Angst vor einem gefährlichen Tiger, aber ansonsten war es sehr nett und den Verein kann man sich mal merken, die scheinen gute Sachen zu machen. 

Danach musste aber dringend noch ein Schneemann gebaut werden. 

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Two snowmen

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Das Zwiebackexperiment ist so halb gelungen. Ich schreibe das Rezept hier mal auf und schreibe dazu, was ich beim nächsten mal anders machen werde:

Baby-Dinkelzwieback

  • 500 g Dinkelmehl
  • 20 g Frischhefe
  • Ca. 270 mL Vollmilch
  • Eine Miniprise Salz
  • 50 g geschmolzene Butter (ungesalzen)

Daraus einen Teig kneten (ich liebe dich, Knetmaschine!) und abgedeckt warm stehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat (das waren so gut 45 Minuten). Teig halbieren und zwei Würste formen. Jede Wurst in eine gefettete Kastenform legen. Ofen auf 150 Grad vorheizen (das nächste Mal würde ich heißer und dafür kürzer backen: 180 Grad für hmmm… 20-30 Minuten?) Abgedeckt nochmal gehen lassen, bis das Volumen mindestens verdoppelt ist (eher mehr, dauerte so 30 Minuten). Dann backen (nächstes Mal: mit Dampf) für 40 Minuten. Abkühlen lassen und am nächsten Tag (nächstes mal: direkt) in 10 mm dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben nochmal 30 (1520) Minuten von jeder Seite bei 150 (180) Grad backen. 

Das Ergebnis ist Zwieback, eindeutig. Dadurch, dass kein Zucker drin ist, schmeckt der so ziemlich nach nix, aber soll ja auch fürs Baby sein, dem ist das egal. Die Porung ist gut, dementsprechend passte die Teigkonsistenz, Hefemenge und Gehzeiten. Allerdings war das Brot nach dem Backen schon sehr trocken und am nächsten Tag bröselte es extrem beim Schneiden. Deshalb nächstes Mal kürzer und dafür heißer backen und nach dem Abkühlen direkt weitermachen. Falls das jemand der Lesenden hier vor mir probiert, freue ich mich über Feedback, es müssen ja nicht zwei Leute den gleichen Murks machen, ne? (Ach so, falls Sie nicht für Babys backen, können Sie natürlich die 30 g Zucker aus dem Originalrezept dran tun. Dann muss der Teig wahrscheinlich kürzer gehen, weil der reine Zucker von der Hefe wesentlich besser vergärt werden kann, als wenn die Hefe den Zucker erst aus dem Mehl holen muss.)

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Langsam wirds was mit dem selbst essen vom Baby: jetzt ist es schon ganz begeistert-aufgeregt sobald wir ihm den Fresskittel anziehen. Heute Abend wurden eine halbe Möhre und drei Kartoffelachtel gegessen, mit nur wenig Herumgemansche. Es wird. (Für alle mit Zähnen gab es dazu Lammrippe. Schwer zu essen, aber lecker.)

Tag 157 – Backtag und so

Heute habe ich Brot, Brötchen und eine Art Toastbrot gebacken, das soll Zwieback werden fürs Baby. Das Rezept ist relativ Freistil von mir, wenns klappt schreibe ich das auch hier auf. Ohne Zucker und nur 1 Prise Salz, auf Salz ganz verzichten hab ich mich nicht getraut, es werden dem ja ganz viele Sachen nachgesagt (in so Backblogs geht es immer entweder um die Krume oder die Kruste, ich dachte ganz lange die Krume wäre die Kruste, aber das stimmt gar nicht, die Krume ist das Innere vom Brot. Die Kruste ist die Kruste. Die Krume soll oft fluffig oder wattig sein, das wär für die Kruste eher nicht so wünschenswert.). Fürs Backen ging 2/3 vom Tag drauf, danach waren dann auch schon Mann und Kind zurück und ich merkte an, dass ich gerne duschen würde. Daraufhin duschte ich dann mit Kind (hrmpf). Adé, 20 Minuten Alleine-Zeit… Nach dem Duschen war es schon Zeit für Abendessen, es gab Kartoffelsticks mit Sesam und dazu Joghurt-Knobi-Dip von gestern, Kräuterquark und Avocadodip. War sehr lecker, nur das Kind wollte nix. Das Baby lutschte glücklich ein Stück Kartoffel in sich rein und aß zum Nachtisch noch die zwei Stücke gedünstete Birne, die es heute Mittag wegen satt nicht wollte. Bisher klappt das mit dem selber essen so mäßig, das Baby hat halt noch keine gute Kontrolle über „wie fest muss ich drücken“ und ist dann immer sehr dankbar, wenn wir ihm die Stücke hinhalten und es nur noch abbeißen muss. Das klappt aber ganz gut und wenn das Baby nicht direkt nach dem Abbeißen breit Grinsen muss, bleibt das Essen auch tatsächlich im Mund, wird etwas gekaut und dann geschluckt. 

Nach dem Essen Kind ins Bett und dann Dogma geguckt, hurra. So ein Quatsch, aber guter Quatsch und außerdem erinnert der Film mich total an Früher und Filmabende mit 10 Freunden im 10 qm Wohnzimmer meiner Mutter damals. 

Leider danach wieder Babygeschrei, ich weiß nicht wieso, aber wenn wir ins Bett wollen muss es seit ein paar Tagen erstmal eine Weile brüllen. Das ist sehr unschön. Ich kann da auch nichts machen, in der Situation ist nur Herr Rabe gefragt und der soll es dann Bitteschön in der dunklen Wohnung herumtragen. Doof. Vielleicht liegts am Robben? Ich habe heute gesehen, wie das Baby im Bad Ca. 2 cm vorwärts gerobbt ist, vielleicht ist das sehr aufregend. Also bestimmt. Hoffentlich beruhigt sich das bald. 

Tag 156 – Babymassage

Als das Kind damals ein Baby war, machten wir einen Babymassagekurs. Der ging über mehrere Termine (4? 5?) und jeweils 30 Minuten. Geleitet war der Kurs von einer Hebamme mit irgendeiner Babymassagefortbildung, wir saßen zu sechst mit unseren nackten Speckbabys auf dem Boden in einem krass überheizten Raum und massierten was das Zeug hielt. Das Babykind pullerte mich in den 30 Minuten jedes Mal zwei- bis dreimal an, sodass ich ab dem zweiten Mal nur noch in abgeranzter Jogginghose und bei 60 Grad waschbarem Hemdchen hinging. Das Babykind genoss die Massage eigentlich immer sehr und hielt mir irgendwann sogar zufrieden Grinsend seine Füße hin, damit ich die auch gut kneten konnte. Nur Gesicht und Kopf allgemein, das konnte es nicht haben und fing an zu weinen oder den Kopf wegzudrehen. Das ist die Vorgeschichte.

Heute war ich mit dem Baby beim Babymassagekurs. Ein Termin, 45 Minuten. Geleitet von einer Physiotherapeutin mit irgend einer Babymassagefortbildung, ich weiß nicht, wie viele wir waren, vielleicht so 40? Es war jedenfalls super voll. Wir saßen mit unseren Speckbabys, die alle noch eine Windel anhatten, in einem krass überheizten Raum und versuchten, vor lauter Babygequengel und -geschrei* irgendwas von dem zu verstehen, was die Physiotherapeutin erzählte. Um das Baby vernünftig massieren zu können, hatte ich ihm irgendwann trotz der pikierten Blicke meiner Nachbar*Innen (es waren auch zwei Papas da) die Windel auch ausgezogen, ich bin ja eine erfahrene Babymasseurin und hatte eine saugfähige Wegwerfwickelunterlage mitgebracht. Nun ist ja das Baby sehr mobil und außerdem gab es ja sooooo viel für das Baby zu sehen, andere Babys, andere Mütter, die Spielzeuge anderer Babys, die Wasserflaschen anderer Mütter, jedenfalls drehte sich das Baby ständig weg und rum und interessierte sich eher am Rande für meine Massageversuche. Mit zunehmender Menge auf dem Baby verteilten Babyöls wurde es auch immer schwieriger, das zappelnde Baby in eine Maggagegerechte Position zu bringen, bis es mehr einem ungleichen Wrestlingkampf (schon mal versucht, eine mit Seife eingeschmierte Babyrobbe festzuhalten? Ich auch nicht. Aber so stelle ich es mir vor.) glich. Das war mir dann zu doof und ich massierte ein bisschen den Rücken des im Vierfüßlerstand wesentlich weniger zappeligen Babys. Das fand das Baby offensichtlich toll, so toll, dass es auf die Unterlage pullerte (mehr pikierte Blicke meiner Nachbar*Innen), aber dafür war die Unterlage ja da. Nachdem die Blase leer war, durfte ich das Baby sogar wieder rumdrehen und ihm das Gesicht massieren, was es, im Gegensatz zu wirklich allen anderen Babys im Raum, sehr genoss. 

Was ich damit sagen will: das Baby und das Kind sehen sich so ähnlich, aber sie sind so unterschiedlich im Wesen, es ist faszinierend. 

Und: was haben die Norweger*Innen eigentlich für ein Problem mit Nacktheit?

Auf die Gefahr hin, dass mich jetzt gleich alle hassen: mit David Bowie kann ich so gar nix anfangen. Mein einziger Bezug zu ihm ist „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, in dem Christiane F. auf einem David Bowie-Konzert ihren ersten Schuss von einem Freund gesetzt bekommt. Dieses Buch hat bei mir einen extrem nachhaltigen Eindruck hinterlassen, aus Gründen, und deshalb war mir Bowie völlig unverschuldet immer irgendwie suspekt. 

Aber die Nachricht von Alan Rickmans Tod hat mich, ja, getroffen klingt irgendwie blöd, aber berührt passt auch nicht, vielleicht am ehesten kurz traurig gemacht. So ein guter Schauspieler. Krebs ist echt scheiße. Und je mehr ich über Krebs weiß, desto scheißerer finde ich den. 

Und den Film gabs dann weder bei Netflix, noch bei iTunes. Und YouTube ging auch irgendwie nicht. Hrmpf. Muss ich wohl doch alle Harry Potter-Filme nochmal gucken. Und Das Parfum. Und Stirb Langsam. Und Robin Hood. Das wird ein faules Wochenende. 

*(wenn man doch merkt, dass dem Baby das so gar nicht gefällt, warum massiert man dann stoisch am hysterisch brüllenden Säugling herum? Mir schoss schon die Milch ein, das arme Würmchen.)

Tag 155 – Laaaangweilig

Unspektakulärer Tag heute. Das Baby war nach der gestrigen Impfung noch etwas mitgenommen und hat die erste Tageshälfte eigentlich komplett verschlafen. Dann haben wir Mittag gegessen: Rest vom Reis mit Scheiß von gestern und vorgestern für mich und etwas Karotte und Reis fürs Baby. Merke: Reis ist noch echt schwierig, selbst zu essen, wird aber gerne vom Löffel probiert. Was etwas lustiger war, war dass das Baby auch unbedingt mein Getränk (der ewige Stilltee…) probieren wollte. Ich tat also ein minibisschen in einen Spielzeugbecher und ließ es nippen. Der Gesichtsausdruck des Babys changierte daraufhin zwischen „Willst du mich vergiften???“ und „Das ist ja toll, gib mir mehr davon!“, und das bei jedem Schluck aufs Neue. So hatten wir unseren Spaß, bis mir einfiel, dass wir heute noch einkaufen mussten. Heute Kleinigkeiten, morgen Großeinkauf, so dachte ich, aber Herr Rabe dachte anders und so holte er uns zu Hause ab, dann holten wir das Kind, während er im Kindergarten war schrieb ich im Auto den Einkaufszettel fertig und dann gingen wir alle zusammen Einkaufen. Jetzt haben wir fast alles was wir bis nächsten Dienstag brauchen und können theoretisch eingeschneit werden. Nicht dass es schneien soll, die Vorhersage ist Saukalt – eventuell Schnee am Wochenende – Saukalt, sodass ich an den Schnee nicht recht glaube. Aber wir werden sehen. 

Heute geht’s mal früh ins Bett, morgen muss ich um viertel nach Acht beim Arzt sein, das heißt ich muss um viertel vor acht das Kind im Kindergarten abgeliefert haben, das heißt, es frühstückt da, das hat bei dem neuen Kindergarten noch nie so recht geklappt, wird also spannend. Und danach hat das rosa Frauenfitnessstudio „Magic Thursday“ mit drölfzig Extrakursen und Gedön und weil ich ja Mitglied bin kostet mich der Spaß nichts extra. Deshalb gehe ich morgen zum Babymassagekurs (hoffe doch sehr, dass die Babys uns gut massieren, höhöhö) und zu „Mama und Mini Magic“, was auch immer das sein mag.

Im Zuge des Liebster-Award-Artikels noch mal wehmütig daran gedacht, dass ich damals mit der noch ziemlich kleinen Babykugel im Regenponcho in der norddeutschen Pampa unter 69.999 anderen Leuten geweint hab, weil Blink182 einfach so eine unfassbar gute Show abgeliefert haben (und ich ein emotionales Hormonopfer war). 

Tag 152 – Total verrückt!

Hallo, ich bins mal wieder, das Baby!

Heute ist was total verrücktes passiert. Die Großen und der Halbgroße setzen sich ja immer hin und haben dann bunte Sachen auf so flachen Dingern vor sich und die bunten Sachen stecken sie dann in den Mund. Ich finde das sehr interessant, das sieht lustig aus und als würde es Spaß machen, sich die Sachen in den Mund zu stecken. Ich hab auch schon öfter versucht, an die Sachen dranzukommen, aber die haben mich nie gelassen oder mir nur andere Sachen gegeben. Die fand ich auch schon gut, meistens war es so gelbes Zeug, das ist erst ganz trocken und knisterig und wird dann irgendwann ganz klebrig. In letzter Zeit gabs auch öfter mal so weißes Zeug, das hat Mama oder Papa aus ihrem Dings rausgemacht und dann so gerollt und mir gegeben, das war voll lecker. Meine Mama sagt, hier kann ich das Essen, weil sie das hier selber macht und da nur ganz wenig Salz drin is. Keine Ahnung, was sie mit hier meint, oder mit Salz, is mir auch egal, es war jedenfalls oberlecker. Aber heute ist dann das echt abgefahrene passiert. Als die da die flachen Dinger hingestellt haben, haben die mir, bevor die mich hingesetzt haben, so nen Teil angezogen, das war noch viel zu groß und die Ärmel mussten sie umkrempeln. Und dann haben die mich in meinen Stuhl gesetzt, der war auch ganz anders plötzlich und dann STAND DA FÜR MICH AUCH SO EIN FLACHES DING MIT WAS DRAUF! Das waren so orange Stäbchen, ziemlich glitschig und schwer zu packen, aber Hey, das geht schon alles wenn man will und ich wollte das unbedingt. Und das war der O-ber-ham-mer! So was leckeres war noch nie in meinem Mund, glaube ich. Und die Stäbchen waren so weich, ich musste nur ein ganz bisschen mit der Zunge drücken, dann ging was ab und das konnte ich dann ein bisschen kauen. Ok, erst hab ich versucht, an den Dingern zu saugen, das war ziemlich doof, da musste ich würgen. Und einmal hab ich viel zu viel mit der Zunge abgemacht, das musste ich dann auch wieder ausspucken und ordentlich husten, als das zu weit reingerutscht ist. Aber insgesamt wars voll geil. Ich war komplett aus dem Häuschen und wollte das so gerne rauslassen und hab dann erstmal ganz ordentlich das flache Ding verdroschen. Da ist auch was von den orangen Dingern bei kaputt gegangen, aber das konnte ich dann hinterher vom Rand von dem flachen Ding ablutschen, das ging fast noch besser als mit der Hand. Vom flachen Ding geht übrigens nichts ab und schmecken tut das auch nach gar nix. Aber die orangenen Dinger kann ich echt empfehlen. Voll super. Aber nich zu dolle drücken, dann gehen die kaputt. 

  
Danach gabs erstmal ne extragroße Portion Milch von meiner Mama. Das war auch nötig, nach der Aufregung! 

Mal sehen, ob ich heute gut schlafen kann, das war ja mal ein total verrückter Tag, oder?

Liebe Grüße und bis bald –

Das Baby

Tag 151 – Dies und das und Kinderkram

Heute wieder kaum Bilder gemacht, deshalb entschieden, kein Wochenende in Bildern mitzumachen. Ha. Dafür gibt’s heute ein paar Bilder mehr (und morgen vielleicht auch, mal sehen). 

Heute morgen dachte ich kurz, dass ich verbluten müsste. Es gibt ja Frauen, die sich über ihre Periode freuen, weil das so reinigend ist und zeigt, dass alles funktioniert, wies soll. Ich gehöre nicht dazu. 

Die To-Do-Liste für dieses Wochenende ist utopisch lang, aber immerhin haben wir fast alles zumindest angefangen. Als erstes stand da: Babysachen sortieren, Kiste vom Dachboden holen (wir vermissen diverse Dinge, vielleicht waren die aber auch kaputt, man weiß es einfach nicht mehr). Hier spielt das Riesenbaby mit dem Zettel, der die Größenangabe des Inhalts der Kiste darstellt. In der Kiste mit 6-9 Monate waren die vermissten Dinge nämlich nicht drin.

 

(Der Strampler ist in Größe „6Months“ und eigentlich schon zu klein. Genauso wie die Hälfte der Sachen, die dem Kind mit 7 Monaten gut passten.)

Das Kind beschwert sich seit einiger Zeit, dass der Gurt seines Reboarder-Kindersitzes sein „Pillerlamm“ einklemmt. Deshalb haben wir heute recht kurzfristig beschlossen, dass es Zeit für einen neuen Kindersitz ist. Ich hatte da schon mal vor einem Dreiviertel Jahr (als wir den Reboarder für drölfzig tausend Kronen kauften) was vorbereitet:

  Und jetzt ist das Kind stolzer Besitzer eines neuen Kindersitzes, den es nur noch in zwei Farben (raten Sie mal) gab, dafür aber wegen dieser Farben reduziert war. Und das Kind wählte die Farbe… *trommelwirbel*… Rosa. Die eigentlich Lila/Auberginig/Himbeer ist mit Rosa Kopfstütze. Schon schick, bis auf das rosa, ich hätte ja den blauen genommen, aber es ist ja seine Entscheidung. Herr Rabe war nur froh, dass das jetzt der „letzte“ Kindersitz ist, den wir kaufen, danach gibt’s ein Kissen, wenns das dann überhaupt noch braucht. Dafür wird es den Sitz hoffentlich lange haben. Und das Baby kann dann jetzt in den Reboarder, der geht nämlich ab Geburt.  

Herr Rabe hat sich ein neues iPhone gekauft heute und dann ging noch was schief mit der SIM-Karte, was etwas Chaos war wegen schließender Läden, aber jetzt geht alles und er ist sehr glücklich. Man muss dazu sagen, dass sein altes iPhone 4S jetzt auch schon lange Jahre auf dem Buckel hatte und ich keinen Menschen kenne, der so sorgsam mit seinen Devices umgeht, wie Herr Rabe, insofern wars verdient. 

Telefonat mit dem Kind:

Kind (Wohnzimmer): *Ringring* Mama?

Ich (Küche): Ja, hallo, Kind? Was gibt’s denn?

Kind: Guten Tag.

Ich: Hallo!

Kind: Wollte Sagen, du vorbei kommen!

Ich: Hmm, willst nicht lieber du zu mir kommen? Ich hab was leckeres gekocht.

Kind: Will keinen Kuchen.

Ich: Ok, es gibt ja auch keinen Kuchen, es gibt Lasagne.

Kind: Tschühüüüss! *geht spielen*

Ich: *sehe verwirrt mein imaginäres Telefon an und lege auf*

Das Baby ist zu groß für die Babyschale am TrippTrapp:

  
Morgen wird das Babydings vom Dachboden gesucht und das neue Kissen installiert, der Tisch war leider ausverkauft heute und wird später besorgt, Dünsteinsatz haben wir auch seit heute, EBook über breifreie Beikost ist runtergeladen: es kann losgehen mit selber essen. *Hier wehmütigen Seufzer einfügen*