Tag 157 – Backtag und so

Heute habe ich Brot, Brötchen und eine Art Toastbrot gebacken, das soll Zwieback werden fürs Baby. Das Rezept ist relativ Freistil von mir, wenns klappt schreibe ich das auch hier auf. Ohne Zucker und nur 1 Prise Salz, auf Salz ganz verzichten hab ich mich nicht getraut, es werden dem ja ganz viele Sachen nachgesagt (in so Backblogs geht es immer entweder um die Krume oder die Kruste, ich dachte ganz lange die Krume wäre die Kruste, aber das stimmt gar nicht, die Krume ist das Innere vom Brot. Die Kruste ist die Kruste. Die Krume soll oft fluffig oder wattig sein, das wär für die Kruste eher nicht so wünschenswert.). Fürs Backen ging 2/3 vom Tag drauf, danach waren dann auch schon Mann und Kind zurück und ich merkte an, dass ich gerne duschen würde. Daraufhin duschte ich dann mit Kind (hrmpf). Adé, 20 Minuten Alleine-Zeit… Nach dem Duschen war es schon Zeit für Abendessen, es gab Kartoffelsticks mit Sesam und dazu Joghurt-Knobi-Dip von gestern, Kräuterquark und Avocadodip. War sehr lecker, nur das Kind wollte nix. Das Baby lutschte glücklich ein Stück Kartoffel in sich rein und aß zum Nachtisch noch die zwei Stücke gedünstete Birne, die es heute Mittag wegen satt nicht wollte. Bisher klappt das mit dem selber essen so mäßig, das Baby hat halt noch keine gute Kontrolle über „wie fest muss ich drücken“ und ist dann immer sehr dankbar, wenn wir ihm die Stücke hinhalten und es nur noch abbeißen muss. Das klappt aber ganz gut und wenn das Baby nicht direkt nach dem Abbeißen breit Grinsen muss, bleibt das Essen auch tatsächlich im Mund, wird etwas gekaut und dann geschluckt. 

Nach dem Essen Kind ins Bett und dann Dogma geguckt, hurra. So ein Quatsch, aber guter Quatsch und außerdem erinnert der Film mich total an Früher und Filmabende mit 10 Freunden im 10 qm Wohnzimmer meiner Mutter damals. 

Leider danach wieder Babygeschrei, ich weiß nicht wieso, aber wenn wir ins Bett wollen muss es seit ein paar Tagen erstmal eine Weile brüllen. Das ist sehr unschön. Ich kann da auch nichts machen, in der Situation ist nur Herr Rabe gefragt und der soll es dann Bitteschön in der dunklen Wohnung herumtragen. Doof. Vielleicht liegts am Robben? Ich habe heute gesehen, wie das Baby im Bad Ca. 2 cm vorwärts gerobbt ist, vielleicht ist das sehr aufregend. Also bestimmt. Hoffentlich beruhigt sich das bald. 

Tag 156 – Babymassage

Als das Kind damals ein Baby war, machten wir einen Babymassagekurs. Der ging über mehrere Termine (4? 5?) und jeweils 30 Minuten. Geleitet war der Kurs von einer Hebamme mit irgendeiner Babymassagefortbildung, wir saßen zu sechst mit unseren nackten Speckbabys auf dem Boden in einem krass überheizten Raum und massierten was das Zeug hielt. Das Babykind pullerte mich in den 30 Minuten jedes Mal zwei- bis dreimal an, sodass ich ab dem zweiten Mal nur noch in abgeranzter Jogginghose und bei 60 Grad waschbarem Hemdchen hinging. Das Babykind genoss die Massage eigentlich immer sehr und hielt mir irgendwann sogar zufrieden Grinsend seine Füße hin, damit ich die auch gut kneten konnte. Nur Gesicht und Kopf allgemein, das konnte es nicht haben und fing an zu weinen oder den Kopf wegzudrehen. Das ist die Vorgeschichte.

Heute war ich mit dem Baby beim Babymassagekurs. Ein Termin, 45 Minuten. Geleitet von einer Physiotherapeutin mit irgend einer Babymassagefortbildung, ich weiß nicht, wie viele wir waren, vielleicht so 40? Es war jedenfalls super voll. Wir saßen mit unseren Speckbabys, die alle noch eine Windel anhatten, in einem krass überheizten Raum und versuchten, vor lauter Babygequengel und -geschrei* irgendwas von dem zu verstehen, was die Physiotherapeutin erzählte. Um das Baby vernünftig massieren zu können, hatte ich ihm irgendwann trotz der pikierten Blicke meiner Nachbar*Innen (es waren auch zwei Papas da) die Windel auch ausgezogen, ich bin ja eine erfahrene Babymasseurin und hatte eine saugfähige Wegwerfwickelunterlage mitgebracht. Nun ist ja das Baby sehr mobil und außerdem gab es ja sooooo viel für das Baby zu sehen, andere Babys, andere Mütter, die Spielzeuge anderer Babys, die Wasserflaschen anderer Mütter, jedenfalls drehte sich das Baby ständig weg und rum und interessierte sich eher am Rande für meine Massageversuche. Mit zunehmender Menge auf dem Baby verteilten Babyöls wurde es auch immer schwieriger, das zappelnde Baby in eine Maggagegerechte Position zu bringen, bis es mehr einem ungleichen Wrestlingkampf (schon mal versucht, eine mit Seife eingeschmierte Babyrobbe festzuhalten? Ich auch nicht. Aber so stelle ich es mir vor.) glich. Das war mir dann zu doof und ich massierte ein bisschen den Rücken des im Vierfüßlerstand wesentlich weniger zappeligen Babys. Das fand das Baby offensichtlich toll, so toll, dass es auf die Unterlage pullerte (mehr pikierte Blicke meiner Nachbar*Innen), aber dafür war die Unterlage ja da. Nachdem die Blase leer war, durfte ich das Baby sogar wieder rumdrehen und ihm das Gesicht massieren, was es, im Gegensatz zu wirklich allen anderen Babys im Raum, sehr genoss. 

Was ich damit sagen will: das Baby und das Kind sehen sich so ähnlich, aber sie sind so unterschiedlich im Wesen, es ist faszinierend. 

Und: was haben die Norweger*Innen eigentlich für ein Problem mit Nacktheit?

Auf die Gefahr hin, dass mich jetzt gleich alle hassen: mit David Bowie kann ich so gar nix anfangen. Mein einziger Bezug zu ihm ist „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, in dem Christiane F. auf einem David Bowie-Konzert ihren ersten Schuss von einem Freund gesetzt bekommt. Dieses Buch hat bei mir einen extrem nachhaltigen Eindruck hinterlassen, aus Gründen, und deshalb war mir Bowie völlig unverschuldet immer irgendwie suspekt. 

Aber die Nachricht von Alan Rickmans Tod hat mich, ja, getroffen klingt irgendwie blöd, aber berührt passt auch nicht, vielleicht am ehesten kurz traurig gemacht. So ein guter Schauspieler. Krebs ist echt scheiße. Und je mehr ich über Krebs weiß, desto scheißerer finde ich den. 

Und den Film gabs dann weder bei Netflix, noch bei iTunes. Und YouTube ging auch irgendwie nicht. Hrmpf. Muss ich wohl doch alle Harry Potter-Filme nochmal gucken. Und Das Parfum. Und Stirb Langsam. Und Robin Hood. Das wird ein faules Wochenende. 

*(wenn man doch merkt, dass dem Baby das so gar nicht gefällt, warum massiert man dann stoisch am hysterisch brüllenden Säugling herum? Mir schoss schon die Milch ein, das arme Würmchen.)

Tag 155 – Laaaangweilig

Unspektakulärer Tag heute. Das Baby war nach der gestrigen Impfung noch etwas mitgenommen und hat die erste Tageshälfte eigentlich komplett verschlafen. Dann haben wir Mittag gegessen: Rest vom Reis mit Scheiß von gestern und vorgestern für mich und etwas Karotte und Reis fürs Baby. Merke: Reis ist noch echt schwierig, selbst zu essen, wird aber gerne vom Löffel probiert. Was etwas lustiger war, war dass das Baby auch unbedingt mein Getränk (der ewige Stilltee…) probieren wollte. Ich tat also ein minibisschen in einen Spielzeugbecher und ließ es nippen. Der Gesichtsausdruck des Babys changierte daraufhin zwischen „Willst du mich vergiften???“ und „Das ist ja toll, gib mir mehr davon!“, und das bei jedem Schluck aufs Neue. So hatten wir unseren Spaß, bis mir einfiel, dass wir heute noch einkaufen mussten. Heute Kleinigkeiten, morgen Großeinkauf, so dachte ich, aber Herr Rabe dachte anders und so holte er uns zu Hause ab, dann holten wir das Kind, während er im Kindergarten war schrieb ich im Auto den Einkaufszettel fertig und dann gingen wir alle zusammen Einkaufen. Jetzt haben wir fast alles was wir bis nächsten Dienstag brauchen und können theoretisch eingeschneit werden. Nicht dass es schneien soll, die Vorhersage ist Saukalt – eventuell Schnee am Wochenende – Saukalt, sodass ich an den Schnee nicht recht glaube. Aber wir werden sehen. 

Heute geht’s mal früh ins Bett, morgen muss ich um viertel nach Acht beim Arzt sein, das heißt ich muss um viertel vor acht das Kind im Kindergarten abgeliefert haben, das heißt, es frühstückt da, das hat bei dem neuen Kindergarten noch nie so recht geklappt, wird also spannend. Und danach hat das rosa Frauenfitnessstudio „Magic Thursday“ mit drölfzig Extrakursen und Gedön und weil ich ja Mitglied bin kostet mich der Spaß nichts extra. Deshalb gehe ich morgen zum Babymassagekurs (hoffe doch sehr, dass die Babys uns gut massieren, höhöhö) und zu „Mama und Mini Magic“, was auch immer das sein mag.

Im Zuge des Liebster-Award-Artikels noch mal wehmütig daran gedacht, dass ich damals mit der noch ziemlich kleinen Babykugel im Regenponcho in der norddeutschen Pampa unter 69.999 anderen Leuten geweint hab, weil Blink182 einfach so eine unfassbar gute Show abgeliefert haben (und ich ein emotionales Hormonopfer war). 

Tag 152 – Total verrückt!

Hallo, ich bins mal wieder, das Baby!

Heute ist was total verrücktes passiert. Die Großen und der Halbgroße setzen sich ja immer hin und haben dann bunte Sachen auf so flachen Dingern vor sich und die bunten Sachen stecken sie dann in den Mund. Ich finde das sehr interessant, das sieht lustig aus und als würde es Spaß machen, sich die Sachen in den Mund zu stecken. Ich hab auch schon öfter versucht, an die Sachen dranzukommen, aber die haben mich nie gelassen oder mir nur andere Sachen gegeben. Die fand ich auch schon gut, meistens war es so gelbes Zeug, das ist erst ganz trocken und knisterig und wird dann irgendwann ganz klebrig. In letzter Zeit gabs auch öfter mal so weißes Zeug, das hat Mama oder Papa aus ihrem Dings rausgemacht und dann so gerollt und mir gegeben, das war voll lecker. Meine Mama sagt, hier kann ich das Essen, weil sie das hier selber macht und da nur ganz wenig Salz drin is. Keine Ahnung, was sie mit hier meint, oder mit Salz, is mir auch egal, es war jedenfalls oberlecker. Aber heute ist dann das echt abgefahrene passiert. Als die da die flachen Dinger hingestellt haben, haben die mir, bevor die mich hingesetzt haben, so nen Teil angezogen, das war noch viel zu groß und die Ärmel mussten sie umkrempeln. Und dann haben die mich in meinen Stuhl gesetzt, der war auch ganz anders plötzlich und dann STAND DA FÜR MICH AUCH SO EIN FLACHES DING MIT WAS DRAUF! Das waren so orange Stäbchen, ziemlich glitschig und schwer zu packen, aber Hey, das geht schon alles wenn man will und ich wollte das unbedingt. Und das war der O-ber-ham-mer! So was leckeres war noch nie in meinem Mund, glaube ich. Und die Stäbchen waren so weich, ich musste nur ein ganz bisschen mit der Zunge drücken, dann ging was ab und das konnte ich dann ein bisschen kauen. Ok, erst hab ich versucht, an den Dingern zu saugen, das war ziemlich doof, da musste ich würgen. Und einmal hab ich viel zu viel mit der Zunge abgemacht, das musste ich dann auch wieder ausspucken und ordentlich husten, als das zu weit reingerutscht ist. Aber insgesamt wars voll geil. Ich war komplett aus dem Häuschen und wollte das so gerne rauslassen und hab dann erstmal ganz ordentlich das flache Ding verdroschen. Da ist auch was von den orangen Dingern bei kaputt gegangen, aber das konnte ich dann hinterher vom Rand von dem flachen Ding ablutschen, das ging fast noch besser als mit der Hand. Vom flachen Ding geht übrigens nichts ab und schmecken tut das auch nach gar nix. Aber die orangenen Dinger kann ich echt empfehlen. Voll super. Aber nich zu dolle drücken, dann gehen die kaputt. 

  
Danach gabs erstmal ne extragroße Portion Milch von meiner Mama. Das war auch nötig, nach der Aufregung! 

Mal sehen, ob ich heute gut schlafen kann, das war ja mal ein total verrückter Tag, oder?

Liebe Grüße und bis bald –

Das Baby

Tag 151 – Dies und das und Kinderkram

Heute wieder kaum Bilder gemacht, deshalb entschieden, kein Wochenende in Bildern mitzumachen. Ha. Dafür gibt’s heute ein paar Bilder mehr (und morgen vielleicht auch, mal sehen). 

Heute morgen dachte ich kurz, dass ich verbluten müsste. Es gibt ja Frauen, die sich über ihre Periode freuen, weil das so reinigend ist und zeigt, dass alles funktioniert, wies soll. Ich gehöre nicht dazu. 

Die To-Do-Liste für dieses Wochenende ist utopisch lang, aber immerhin haben wir fast alles zumindest angefangen. Als erstes stand da: Babysachen sortieren, Kiste vom Dachboden holen (wir vermissen diverse Dinge, vielleicht waren die aber auch kaputt, man weiß es einfach nicht mehr). Hier spielt das Riesenbaby mit dem Zettel, der die Größenangabe des Inhalts der Kiste darstellt. In der Kiste mit 6-9 Monate waren die vermissten Dinge nämlich nicht drin.

 

(Der Strampler ist in Größe „6Months“ und eigentlich schon zu klein. Genauso wie die Hälfte der Sachen, die dem Kind mit 7 Monaten gut passten.)

Das Kind beschwert sich seit einiger Zeit, dass der Gurt seines Reboarder-Kindersitzes sein „Pillerlamm“ einklemmt. Deshalb haben wir heute recht kurzfristig beschlossen, dass es Zeit für einen neuen Kindersitz ist. Ich hatte da schon mal vor einem Dreiviertel Jahr (als wir den Reboarder für drölfzig tausend Kronen kauften) was vorbereitet:

  Und jetzt ist das Kind stolzer Besitzer eines neuen Kindersitzes, den es nur noch in zwei Farben (raten Sie mal) gab, dafür aber wegen dieser Farben reduziert war. Und das Kind wählte die Farbe… *trommelwirbel*… Rosa. Die eigentlich Lila/Auberginig/Himbeer ist mit Rosa Kopfstütze. Schon schick, bis auf das rosa, ich hätte ja den blauen genommen, aber es ist ja seine Entscheidung. Herr Rabe war nur froh, dass das jetzt der „letzte“ Kindersitz ist, den wir kaufen, danach gibt’s ein Kissen, wenns das dann überhaupt noch braucht. Dafür wird es den Sitz hoffentlich lange haben. Und das Baby kann dann jetzt in den Reboarder, der geht nämlich ab Geburt.  

Herr Rabe hat sich ein neues iPhone gekauft heute und dann ging noch was schief mit der SIM-Karte, was etwas Chaos war wegen schließender Läden, aber jetzt geht alles und er ist sehr glücklich. Man muss dazu sagen, dass sein altes iPhone 4S jetzt auch schon lange Jahre auf dem Buckel hatte und ich keinen Menschen kenne, der so sorgsam mit seinen Devices umgeht, wie Herr Rabe, insofern wars verdient. 

Telefonat mit dem Kind:

Kind (Wohnzimmer): *Ringring* Mama?

Ich (Küche): Ja, hallo, Kind? Was gibt’s denn?

Kind: Guten Tag.

Ich: Hallo!

Kind: Wollte Sagen, du vorbei kommen!

Ich: Hmm, willst nicht lieber du zu mir kommen? Ich hab was leckeres gekocht.

Kind: Will keinen Kuchen.

Ich: Ok, es gibt ja auch keinen Kuchen, es gibt Lasagne.

Kind: Tschühüüüss! *geht spielen*

Ich: *sehe verwirrt mein imaginäres Telefon an und lege auf*

Das Baby ist zu groß für die Babyschale am TrippTrapp:

  
Morgen wird das Babydings vom Dachboden gesucht und das neue Kissen installiert, der Tisch war leider ausverkauft heute und wird später besorgt, Dünsteinsatz haben wir auch seit heute, EBook über breifreie Beikost ist runtergeladen: es kann losgehen mit selber essen. *Hier wehmütigen Seufzer einfügen*

Tag 146 – Bielefeld Tag 23 – Schreeeeemaaaamm!

Gemischte-Gefühle-Tag heute.

Was blöd war:

  • Zahnarzttermin um 09:00 Uhr morgens
  • Den Termin muss ich selber bezahlen
  • wegen plötzlichem Schneefall (ca. 2 cm, nahezu überall schon längst weggetaut) verloren ca. 80 % der Autofahrer ihr Autofahrt-Selbstbewusstsein und krochen in Zeitlupe durch die Gegend
  • Ultra langsame Familie, dadurch nicht mehr geschafft, shoppen zu gehen (für die Kinder haben wir ja alles, da dachte ich mir, ich könnte vielleicht noch was für mich kaufen. Tja, nee.)
  • Meine Brille wird es wohl nicht mehr rechtzeitig hierherschaffen
  • Nicht mit meiner Mutter telefoniert, also nichts abgemacht wegen Babysitten damit wir Koffer packen können ohne dass uns das Kind die ganze Zeit in die selbigen springt
  • Ultra krasser Heultobschreianfall vom Kind, weil Schneemänner im Auto schmelzen würden und sein 15cm-Schneemännchen deshalb im Park bleiben musste. Nach 10 Minuten unartikuliertem Gebrüll und Gekreisch wenigstens mal den Grund der Sorge dem Kind aus der Nase gezogen: „Schreemamm *schluchzschluchz* ga-ha-hanz doll *schnief* Hunger hat!!!“. Hm ja. Was sagt man da?
  • Blöde Webseite vom norwegischen Mobilfunkanbieter ist blöd (und eines Tages werde ich Javascript anzünden)
  • Blöde Webseite vom Trondheimer Busticketverkauf ist auch blöd
  • Wie kann man eigentlich zweimal im Jahr aufs Neue vergessen, wie man als Doktorand den Semesterbeitrag bezahlt?

Was gut war:

  • Meine Zähne sind soweit völlig ok, die dunklen Punkte sind hart und solange nicht gefährlich, das Zahnfleisch ist gereizt, das wird morgen bei einer Zahnreinigung (hoffentlich) ursächlich bekämpft, aber die Zähne sind supidupi, nich mal Zahnstein
  • Der Termin kostet 23,63 €, was ungefähr 1/5 dessen ist, was ich dafür in Norwegen berappen müsste
  • Auch dass das Kind mit den Zähnen knirscht ist nicht weiter schlimm und auch sehr häufig bei Kleinkindern
  • Herr Rabe hat einen Mauskalender gekauft
  • Ganz liebe Leute besucht, die ich sehr lieb habe weil sie so lieb sind (und die ich auch sehr doll vermissen werde)
  • Ein Bild von zwei badenden Kleinkindern bekommen, die scheinbar sehr viel Spaß mit sehr buntem Badegedöns haben
  • Irgendwie doch geschafft, sowohl Handydatenpaket als auch Busticket zu kaufen
  • Mail an den Studentenservice geschrieben, dass ich eine Rechnung für den Semesterbeitrag brauche (dabei einfach die vom letzten Mal (31.07.15) kopiert)
  • Beim Nachschauen wie das noch mal ging mit dem Semesterbeitrag gesehen, dass ich den Statistikkurs bestanden habe (hier Fanfaren einfügen) (Gesehen hatte ich das schon früher, aber in der Weihnachtshektik glatt verdrängt)

Ich würde sagen, es hält sich die Waage. Gefühlsmäßig auch. Hmtja. Und morgen können Sie sich dann auf WMDEDGT freuen: Wie ich um 08:00 Uhr eine Zahnreinigung bekomme. Leben am Limit.

Tag 145 – Bielefeld Tag 22 – Beikost, ick hör dir trapsen

Wir waren heute nochmal bei Flavius und Brutus. Das war soooo schön, obwohl alle Kinder irgendwie etwas drüber waren, dabei und auch danach. Aber neue nette Leute hier kennenlernen macht es nicht einfacher, bald wieder ins trübe und kontaktarme Trondheim zu fahren. Seufz. (Btw: Monstro hat noch einen neuen Fan: Herr Rabe war ziemlich arg begeistert und jetzt hab ich ein bisschen Angst, dass er demnächst einen Hundewelpen anschleppt…)


Das Baby geht so ab dieser Tage. Nicht nur, dass es während der letzten drei Wochen einfach mal aus fast allen mitgeschleppten Klamotten rausgewachsen ist. Es rollt jetzt auch richtig rum, manchmal jedenfalls, wenn ihm der Untergrundhärtegrad zusagt. Dann aber exzessiv: Rücken-Bauch-Rücken-Bauch-Rücken-Seite… Außerdem hat es heute, wahrscheinlich angespornt durch Kind, Flavius und Brutus, die fröhlich auf die Regale kraxelten, angefangen sich in den Vierfüßlerstand zu drücken und dann mit dem Po nach vorne und hinten zu rocken. Das Rückwärts-rutschen hat es nebenbei perfektioniert, auch das Propellern auf der Stelle beherrscht es seit ca. einer Woche. Alle Hunde des Yoga klappen ja eh. Fast will ich dem Baby zurufen: Ey, lass das, du bist erst fünfeinhalb Monate! Da krabbelt man noch nicht! Was für mich aber noch etwas schwerer zu verdauen ist, als dass das Baby vielleicht demnächst noch mobiler sein wird: Es will definitiv langsam was anderes essen als immer nur Muttermilch. Man kann mit Baby auf dem Schoß kaum noch essen, weil es ständig die Hände im Essen hat. Es greift nach allem, was wir uns in den Mund schieben. Jeder Happen wird genau verfolgt. Krümel, die auf dem Boden gefunden werden, werden glücklich schmatzend verzehrt. Das Größte für das Baby ist es, wenn wir ihm während unseres Essens ein Stück Maiswaffel in die Hand drücken, die ist in Nanosekundenschnelle im Mund und wird frenetisch belutscht. Alternativ kann man sich einen Babyhändefreien Teller auch dadurch erkaufen, dass man dem Baby einen Teelöffel gibt, den es in den Mund schieben kann. Tja. In Norwegen werden wir wohl mal die Broschüre über Babyessen im ersten Lebensjahr herauskramen, lesen, lachen, verbrennen und dann doch machen, was wir wollen und wie wir das für richtig halten. Trotzdem bin ich etwas wehmütig, wenn ich so deutlich sehe, wie rasant das Baby sich entwickelt. Seufz. Und dass, wo ich das Stillen grade so gut und praktisch und kuschelig finde. Andererseits sind es ja auch nur noch vier Monate bis das Baby tagsüber mit Herrn Rabe allein sein wird. Und da es Flaschen bisher komplett ablehnt, wäre es schon gut, wenn es bis dahin innerhalb dieser acht, neun Stunden ernährungsmäßig von mir unabhängig wäre. Ach ja. Sie werden so schnell groß…


Apropos schnell groß: Das Kind hat seine Zeit bei Oma in vollen Zügen genossen und hat auch gut geschlafen, wenn auch erst um elf.

 

 

 

Tag 144 – Bielefeld Tag 21 – Apfelmus fehlt auch noch

Müde, satt und faul gerade. Das Kind schläft bei Oma, das wollte es so, wir sind aufgeregt deswegen und haben das Alleinsein mit Quatschessen (Pizza, Pommes, Ketchup en masse) und Apfelschorle gefeiert. Dabei das Sherlock Special von gestern geguckt. Wieder mal gemerkt, dass ich so Gruselsachen nicht mehr gut abkann: mir standen die meiste Zeit die Haare zu Berge.  

Die letzten Sachen für Norwegen eingekauft. Wir sind verhältnismäßig sparsam geworden und kaufen nur noch Sachen, die es in Norwegen gar nicht gibt, oder die sehr sehr sehr sehr teuer sind. Heute kaufte ich:

  • Zwei Nachfüllpacks Gemüsebrühe Hefefrei
  • Drei mal Deo Salbei Limette
  • Zwei mal Elmex Kinderzahnpasta
  • Zahnbürsten für die Kinder fürs ganze nächste Jahr
  • Hygienespüler für Wäsche
  • Eine Feuchttücherspendebox
  • Rübenkraut
  • Katjes

…und wie ich so aufschreibe merke ich: da fehlt noch das obligatorische Glas Kirschen. (Herr Rabe wird auch sicherlich noch Whiskey kaufen, aber das macht der schön selbst und auch sicher nicht im Rewe.)

Der Mann bemerkte grade, dass das Baby schon seiner Polypen-OP* entgegenschnarcht und durch mein Lachen wäre es fast aufgewacht. 

* hatte das Kind im Frühjahr, weil es schnarchte wie ein Sägewerk, Atemaussetzer hatte und außerdem bei jeder Erkältung ne Mittelohrentzündung gleich mit bekam

Tag 143 – Bielefeld Tag 20 – Katertag

Wenn ich gestern gesoffen hätte, könnte ich ja noch verstehen, wieso ich heute so müde, schlecht gelaunt, fahrig und mit leichter Übelkeit den Tag bestreiten durfte. Muss wohl an einer Kombi aus viel zu viel Koffein und zu wenig Schlaf gelegen haben. Ächz. Ich fühl mich heute als wär ich 80. 

Den Onkel/Patenonkel von Herrn Rabe plus Frau besucht. War. 

Rote Beete-Nudeln bei der besten Freundin gegessen. Eins meiner Lieblingsessen. Mjammi. Außer ihr noch da: ihr Freund (nett und witzig und kann gut mit Kindern) und ein Freund von Freund, der gaaaaaaanz viel zu sagen hatte über die Erziehung von Kindern. Er weiß das alles voll gut, weil er selbst hat, ja, genau, Null Kinder. Man könnte es so formulieren: ich habe wie so ein Thesaurus alle mir bekannten Variationen von „Jedem das Seine, ne?“ abgespult und war dann sehr dankbar, als es Essen gab. Ich war auch sehr dankbar, dass das Baby super toll Vorzeigemäßig seine Decke aufgefressen und sich so selbst beschäftigt hat. Und dass das Kind das Baby ganz liebevoll mit einer Nudel gefüttert hat (das Baby fand die Nudel nicht weich genug, hat aber gerne dran rum gelüllert). Nicht ganz so dankbar war ich, dass der Typ dem Kind ungefragt ein Stück Schoki gegeben hat, kurz bevor wir losfahren wollten, woraufhin das Kind nochmal ordentlich aufdrehte und auf Zuckerschock herumsprang wie irre. Mann ey. Danke, du Wurst. 

Ab ins Bett, Schlaf nachholen. 

Tag 139 – Bielefeld Tag 16 – Von Pferden und Blumen

Heute war ein sehr schöner und nach dem ganzen Familientrara auch sehr erholsamer Tag. Nach dem Aufstehen und Frühstücken bekamen wir Besuch von meiner Studienfreundin C. samt Mann und Kind (nämlich des Kindes allerbester Superkumpel M.) und Herrn Rabes Schulfreundin S. samt Mann und zwei Kindern: L. und N. L. ist genauso alt wie das Kind, M. wird jetzt bald drei und N. ist 1, kann grade so an der Hand laufen und ordentlich stinkende Windelinhalte produzieren, war aber ansonsten am Vormittagsprogramm noch uninteressiert: Ponyreiten. Meine Schwägerin hat nämlich Shetlandponys. Die Jungs waren total wild drauf, die Pferde zu sehen und zu füttern und zu streicheln und als es dann hieß, wir könnten die sogar reiten und auf einen Ausflug mitnehmen, war natürlich die Freude groß. Das Kind ließ sich am kürzesten bitten und wollte sofort auf das Pony, das erstaunte mich ehrlich gesagt ein bisschen, die letzten Konfrontationen mit echten Pferden liefen nämlich eher so mittelgut, weil das Kind einfach noch Angst hatte. Aber jetzt stimmte wohl das Verhältnis von seiner zu der Körpergöße des Pferdes und es war hellauf begeistert. L. Wollte erst kurz nicht und dann doch auf das zweite Pony und M. traute sich nicht recht, was dann aber ja sogar ganz gut war, so gab es wenigstens keinen Streit. Und dann machten wir einen Spaziergang über Feldwege und an Bauernhöfen entlang, das Baby und N. schliefen in ihren Gefährten, M. wurde von seinem Vater getragen und pflückte zwischendurch eine Blume für das Kind, das Kind und L. ritten und alle hatten eine schöne Zeit. Nach dem Spaziergang verteilte M. Bananen an die Kinder, darauf waren auch die Pferdchen ganz scharf, aber die hatten wir ja am Halfter. Das Kind bat mich, seine Blume kurz zu halten, zu Gunsten des Banane essens. In dem Moment versuchte das eine Pony ziemlich frech nach der Banane zu schnappen, die zog ich weg und hielt ihm gedankenverloren die Blume als Ersatz hin, Zack, Blume weg. Die darauffolgende Krise und große Verzweiflung über die zerstörte Blume ließ sich nur durch das Finden eines Spielzeugtraktors auflösen. (Und die anderen Muttis so: „Schön, dass sie doch irgendwie alle gleich sind.“)

Danach waren wir noch im Tierpark mit C. und A. und M. und danach essen und ich schätze, das Kind und M. werden mal heiraten. Immerhin ist M. das erste andere Kind, das vom Kind aus freien Stücken und auf eigene Initiative hin gedrückt wurde, das muss einfach ein Zeichen sein!

Was ganz anderes: die hoch verehrte Frau Brüllen hat mich in ihrem Jahresrückblick (ich trau es mich kaum zu schreiben) als ihren Lieblingsblog des Jahres auserkoren und seitdem muss ich beim Blick in meine Statistiken immer hysterisch lachen. Falls auch Sie hier neu sind: Willkommen! Fühlen Sie sich ganz wie zu Hause und entschuldigen Sie das Chaos, so sieht es in meinem Kopf eben aus.