Tag 2605 – Alltagsgeraffel.

Arbeit war heute so, dass ich am Ende einfach den Rechner ausgeschaltet habe und wenn mir morgen noch danach ist, sehr bissige Mails zu schreiben, ist ja auch morgen noch ein ausgesprochen guter Tag dafür.

Nach der Arbeit war ich beim Entsorgungshof und habe unsere alte Matratze plus was so rumflog an Spezialabfall (alte Bratpfannen, diverse alte Trinkflaschen aus Metall und Hartplastik, große Pappkartons usw.) weggebracht. Danach war ich einkaufen und habe festgestellt, dass es jetzt norwegische Äpfel gibt, weshalb es zum Abendessen Apfelpfannkuchen gab. Die Kinder wurden enterbt, weil sie die nicht mögen, wenn Äpfel drin sind.

Der Abend ging für Aufräumen für die Putzhilfe (jetzt neu auch in Steuern abführend) drauf.

Jetzt Bett und schlechte Laune vom Aufräumen. Sisyphus hatte eigentlich Kinder, denen er 24/7 hinterherräumen musste.

Tag 2603 – Noch müder.

Ein anstrengender Termin am Vormittag, danach zwischendurch immer mal in die Mails gelinst und das IT-Projekt eskaliert weiter, abends doch nicht zum Ballett gegangen, weil Pippi eskalierte und das Michel (und mich) so stresste, dass ich mich bereits umgezogen und nachdem ich mir ein Bein ausgerissen hatte, um zeitlich Korps, Essen und Ballett zu koordinieren, dagegen entschieden habe.

Dann habe ich beide Kinder ins Bett verfrachtet und bin Podcast hörend bei Michel eingeschlafen. Jetzt hoffe ich auf einen besseren Tag morgen, bin da allerdings sehr skeptisch, wenn ich so in meinen Kalender gucke.

Ich hatte vor drei Wochen doch noch Urlaub.

Tag 2602 – Sehr müde.

Das IT-Projekt ist heute wieder an den Punkt gekommen, wo ich es am liebsten alles einfach hinwerfen würde. Also wirklich. Ich wollte in einem Meeting aufstehen und einfach wortlos gehen, weil es sowieso nicht interessiert, was wir sagen. Beim darauf folgenden Not-Meeting mit meinen Chefinnen wäre ich fast in Tränen ausgebrochen und nachdem ich mich gründlich bei meinem hausinternen Lieblings-ITler ausgeheult hatte, der btw diesem Trainwreck eines Projektes auch mit zunehmender Verwunderung und Verzweiflung und Mitleid zusieht, habe ich eine Mail geschrieben. In der Mail steht so ca. „Nein. Ja, mir ist klar, dass das das Projekt noch mal nen Monat verzögert. Trotzdem nein.“ und jetzt warte ich eigentlich nur drauf, dass ich morgen (da habe ich frei) von drülf Leuten aus allen Ebenen der Projektleitung angerufen und je nach Anrufender*m telefonisch gelyncht oder manipuliert werde.

Es ist alles sehr schön und ich bin einfach furchtbar müde und will doch einfach nur arbeiten. Die inzwischen wöchentlich stattfindenden Meetings in denen neue Projektpläne durchgewürgt werden sollen, zermürben.

Tag 2600 – Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehen.

Ich bin noch so überwältigt, dass es heute doch noch geklappt hat, und von der allgemeinen Großartigkeit, dass ich (jetzt in der S-Bahn sitzend) heulen könnte. Ich denke, das ist insgesamt eine erwachsene und angemessene Reaktion auf die letzten 2 Tage.

Weil, eigentlich hatten wir, das heißt Little B. und ich, ja Karten für gestern. Ursprünglich hatten wir Karten für 2020, dann 2021. 2020 wurde wegen Pandemie auf 2021 verschoben, 2021 wurde wegen Pandemie abgesagt. Und gestern wurde wegen Unwetter abgesagt.

Gestern Abend hat Little B. aber noch über Twitter Karten für heute aufgetrieben. Die haben wir heute, leicht verkatert, abgeholt und es war ein sehr netter Mensch, mit dem wir sprachen, die Karten wurden aus sehr einleuchtendem Grund (Covid) nicht selbst genutzt und wir zahlten auch keinen Mondpreis. Noch mal vielen Dank! Und jetzt war ich dann auch mal in einem waschechten Prenzlberger Hipstercafé frühstücken.

Allerdings war bis Mittags immer noch eine Unwetterwarnung für heute. Das machte uns nicht wirklich entspannter. Auf der anderen Seite wurde der angekündigte Regen immer weiter nach hinten geschoben und dann auch nur noch als leicht angekündigt und so gegen vier waren wir einigermaßen sicher, dass es wirklich tatsächlich stattfinden würde. Da waren wir noch einen Real-Life Kaffee mit einigen Berlinerinnen aus der Twitterkneipe trinken, was ebenfalls zu den Highlights des Wochenendes gehört.

Es gab dann noch einen kleinen Stressmoment mit Schließfächern, aber auch das löste sich und dann waren wir tatsächlich endlich da und wie soll ich sagen, scheiß auf die Vorbands aber ES WAR EINFACH GROSSARTIG. Natürlich sind die nicht mehr 20, weder optisch noch vong Fitness her, aber großartig sind sie einfach. Da hängt natürlich bei mir (und geschätzt 59.999 der anderen Zuschauenden) auch ganz ganz viel emotionales dran, weil ich die halt seit 25 Jahren und in vielen prägenden Lebensphasen gehört und immer wieder live gesehen habe. Das letzte mal live zum Beispiel mit dickem Bauch auf dem Hurricane Festival, vor 10 Jahren und 2 Monaten (ca.). Aber was man immer wieder merkt: wie viel Spaß die daran haben, live zu spielen. Es kommt rüber, das das ne riesen Gaudi für die ist, aber nicht nur Quatsch, sondern irgendwie sinnstiftend. Es geht nicht (mehr) drum, aktuelle Alben zu bewerben, es wird quer Beet Zeug von den 80ern bis heute gespielt, die Ansagen sind… lang und wirken nicht geprobt und alle haben Spaß. Inzwischen halt mit man boobs, Plautze und einem Publikum, das zum Teil nur noch verhalten hüpft, weil auch Beckenböden altern. Aber egal! Alle hatten Spaß.

Überhaupt mochte ich das Publikum in unserer Ecke, da waren alle entspannt, textsicher und nicht daran interessiert, sich mit möglichst viel und engem Körperkontakt an Menschen zu reiben. Von der Bühne sahen wir nicht viel, aber dafür hatten wir beste Sicht auf die Leinwände. Reicht. Körperkontakt war gestern genug.

Vielen, vielen Dank, liebe Little B., für das großartige Wochenende. Es war ein bumpy ride, aber im Endeffekt noch besser als der ursprüngliche Plan. Vielen Dank auch an M., L., und S., für den netten Nachmittag. Vielen Dank an die Wettergöttin und vielen vielen Dank an die beste Band der Welt.

Schnüff.

P.S. Nein, Westerland haben sie nicht gespielt. Geregnet hat es erst ganz am Schluss. Und geheult hab ich erst im Hotel.

Tag 2598 – Vorfreude.

Morgen muss ich sehr sehr früh aufstehen, um um 07:35 ein Flugzeug zu nehmen, einfach so für Spaß. Die Flugscham und generell Kurzreisenscham ist definitiv stark, aber ich freue mich auch sehr, weil ich liebe Menschen treffen werde und was tolles mache, was, was man hier in Norwegen so ca. nie machen kann.

So, genug der Geheimniskrämerei, ich muss dringend schlafen. Es war eh schon ein langer und anstrengender Tag.

Tag 2597 – Kurzes Lebenszeichen.

Heute Morgen mit Migräne auf der falschen Seite aufgewacht. Das erwischt mich immer kalt. Musste dann eine der höher dosierten Triptantabletten nehmen, bin noch mal eingeschlafen und habe bis halb elf geschlafen. Den Rest des Tages habe ich versucht, halbwegs sinnvolle Dinge zu erledigen, bin wegen Wattekopf aber nicht sonderlich erfolgreich gewesen und habe mich am Nachmittag lieber um Pippi und ihren Spielbesuch gekümmert (hauptsächlich durch Essen machen und die zwei davon abhalten, nur vor Bildschirmen zu kleben).

Dann bin ich in Pippis Bett eingeschlafen und jetzt wirkt mein eigenes Bett auch schon sehr verlockend.

Morgen ist sicher ein besserer Tag.

Tag 2596 – Uff.

Alltag mit Kindern und Vollzeitjob ist echt anstrengend. Doof. Dabei ist noch nicht mal alles, Tanzen geht nämlich erst nächste Woche los.

Arbeit war anstrengend aber produktiv, Kinder waren alle pünktlich bei allen ihren Aktivitäten und es gab auch was vernünftiges zu Essen und ich bin um 10 sogar noch mal los, Brot kaufen. Tag zuende, müde, ächz.