Tag 2638 – Verlaufen.

Heute war ich, denn ich hatte ja „frei“*, in einem Einkaufszentrum. Wir erinnern uns an den nicht stattgefunden Haarschnitt. Außerdem hatte ich elektrische Zahnbürsten mit Click&Collect bestellt, weil sie im Angebot waren. Das ist aber eigentlich ein Thema für sich. Jedenfalls hatte der Laden der Kette, bei der sie im Angebot waren, im Einkaufszentrum in Jessheim die Zahnbürsten nicht auf Lager, aber der in Strømmen, also fast Oslo. Was soll’s, ich hatte ja frei, also fuhr ich nach Strømmen. In ein mir unbekanntes Einkaufszentrum. Tolle Idee, wie sich rausstellen sollte.

Es begann damit, dass ich die Einfahrt zum Parkhaus nicht fand. Eine Ausfahrt, ja, aber keine Einfahrt. Vielleicht muss man sich reinbeamen, inklusive Auto. Jedenfalls kurvte ich ein bisschen um das Einkaufszentrum herum und sah schließlich ein Schild mit „600 neue Parkplätze!“ und dachte, was soll’s, solange man auch reinkommt, ist mir inzwischen alles recht. Und tatsächlich war da auch eine Einfahrt (gut, die weckte ein bisschen dänische Parkhaustraumata wieder zum Leben aber ich überwand meine Angst und das Genörgel des Autos) und ich parkte direkt in der 1. Etage.

Im Einkaufszentrum merkte ich schnell, dass es unfassbar unübersichtlich ist. Dagegen ist Jessheim, wo ich mich ja auch schon mal verlaufen habe, ein Planungstraum. Nach langem Gesuche fand ich immerhin eine Infotafel und schaffte es dann, anhand von Landmarken (a la bei Big Bite links, gegenüber von Lindex die Rolltreppe hoch, dann rechts und am Fahrstuhl wieder rechts) den Friseur zu finden. Rein, sofort dran und nach ungelogen 11 Minuten wieder draußen. Und deshalb möchte ich nicht mehr Geld dafür bezahlen, als ich muss.

Die nächste Etappe war der Click&Collect-Laden. Meine Landmarkenstrategie löste sich in Wohlgefallen auf, als ich merkte, dass es auch noch mehrere Gebäudeteile gibt, nämlich alt und neu. Zu kompliziert für mich, ich vergaß, wo ich hinmusste und verlief mich ordentlich. Irgendwann fand ich dieses Mal einen Stand mit physischen Karten über das Einkaufszentrum und nahm gleich eine mit.

Das half quasi gar nicht, trial and error half auch nicht, fragen wollte ich nicht, also versuchte ich im Endeffekt ein paar neue Wege und stand tatsächlich irgendwann vor dem richtigen Laden. Rein, Bestellung abgeholt, raus.

Jetzt also nur noch zurück ins Parkhaus und nach Hause.

Wir erinnern uns daran: es gibt zwei Parkhäuser. Das eine ist alt, das andere nicht. Das eine ist alt genug, um auf der Karte eingezeichnet zu sein. Das andere nicht. Ich stand im neuen.

All das hatte ich zu diesem Zeitpunkt nach meinen Irrwegen im Einkaufszentrum bereits vergessen und eben jene Irrwege machten es auch unmöglich, einfach den selben Weg wieder zurück zu gehen.

Ich versuchte es also mit der Karte. Erfolglos.

Dann sah ich ein P. Und ging hin. Und ging in die erste Etage des Parkhauses und… das sah alles ganz anders aus. Das Auto war ebenfalls nicht da.

Ich wanderte ein bisschen ratlos im Parkhaus herum, aber es half nichts. Dann kam ich auf die grandiose Idee, aus dem Parkhaus raus zu gehen und die Einfahrt wieder zu finden.

Auch außen sah alles anders aus.

Die Tesla App sagte mir, ich entferne mich immer weiter vom Auto.

Ich probierte die zweite Etage.

Ich probierte das Untergeschoss.

Ich lief einmal komplett ums Parkhaus, das zugegebenermaßen nicht mehr ganz so aussah, wie vorher.

Das Auto blieb verschwinden.

Ich checkte noch mal die Tesla-App. Mein Standort hatte sich jetzt aktualisiert und zeigte sehr deutlich, dass ich am komplett falschen Ende des Einkaufszentrums war.

Also musste ich „nur“ queer durchs Einkaufszentrum laufen (es gibt da ja keinen geradlinigen Weg!) und in das andere Parkhaus.

Auch das war wieder ein Akt und wenn ich 30 Jahre jünger wäre hätte ich mich spätestens da heulend auf den Boden geworfen, aber irgendwann fand ich tatsächlich einen Ausgang, der dem Eingang ähnelte, durch den ich reingekommen war. Auch das Parkhaus sah so aus, wie das, in dem ich geparkt hatte. Sogar mein Auto stand darin! Dolles Ding.

Das liest sich jetzt so lustig, aber es hat ungelogen 40 Minuten gedauert, das Auto wieder zu finden.

Das wird nicht mein Lieblings-Einkaufszentrum.

Abends habe ich dann übrigens noch einen Zug verpasst, weil ich eine Abkürzung nehmen wollte, mich aber verlief. Im Bahnhof von Oslo, als wäre ich da nicht ständig. Ich habe wirklich den Orientierungssinn eines Grashalms.

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*nur 1,5 h Arbeit heute

Tag 2637 – Urlaub?

Hmm naja naja, der Arbeitstag lief eher so semi-erfolgreich und das heißt leider, dass ich mir nicht drei Tage frei nehmen kann. Also könnte schon, natürlich, ich könnte ja auch morgen vom Bus überfahren werden und dann würde ja auch die Welt nicht untergehen. Aber da ich gleichzeitig auch möchte, dass „die da draußen“ Antworten auf ihre brennenden Fragen zeitnah halbwegs fristgerecht bekommen, tja. Tjaja.

Aber ein bisschen frei mache ich schon. Vermutlich werde ich einen Arbeitstag auf drei Tage aufteilen und allgemein eine ruhige Kugel schieben. Laut Auto-Reply kann man von mir vor Montag keine Mail erwarten und der Wecker ist auch aus, alles was ich tue ist also Bonus.

Was ich aber auf jeden Fall machen muss, und zwar noch diese Woche: meine Gehaltsforderung fertig machen. Frustrierender Weise mit den selben Argumenten wie letztes Jahr, ich hinke da also (obwohl ich letztes Jahr echt nicht so wenig mehr bekommen hab) irgendwie hinterher und das macht, dass ich mir dezent verarscht vorkomme.

Ach was war das schön, als man noch nicht jedes Jahr aufs neue drum kämpfen musste, ein der Arbeitsleistung, Arbeitsbelastung und Qualifikation angemessenes Gehalt zu bekommen. Ich hasse sowas ja sehr.

Ansonsten war heute hier ein wenig Kinderdrama. Michel ist auf dem Trampolin blöd auf den Nacken gefallen und hat sich aufgrund eines Knackens der Wirbel furchtbar erschreckt und meint jetzt, sein Hals ist gebrochen. Zur einen Seite könne er gar nicht gucken und nach unten auch nicht. Also außer auf der einen Seite ist der Fernseher oder unten der Laptop und man hat grad vergessen, dass man ja einen mindestens gebrochenen Hals hat, dann kann man den Kopf ganz normal bewegen. Pippi packte jedoch die große Eifersucht, weil ich Michel tröstete. Ich hätte Michel lieber als sie, überhaupt hat niemand sie lieb und dieses und jenes Kind war im Hort doof zu ihr und apropos Hort ist es auch brutal ungerecht, dass sie da hin muss und Michel nicht. Wie immer bei Pippi war das Drama aber wesentlich kurzlebiger als bei Michel und bei „morgen geht ihr mit dem Hort in die Bibliothek und da ist eine Veranstaltung mit Reptilien“ plötzlich vergessen. Fünf Minuten später stand sie schon wieder singend vorm Spiegel. Da war Michel noch motzig und rieb sich den Nacken. Es ist wirklich faszinierend, wie unterschiedlich die zwei sind.

Tag 2636 – Geärgert.

Irgendwie war im Tag der Wurm drin. Nichts lief wie geplant, und das wird jetzt auch so weiter gehen, weil Dinge, die heute nicht liefen, Konsequenzen für meine Planung bis, oh, Ende Oktober haben werden. Danke für nichts, Menschen mit denen ich hätte zusammen arbeiten müssen!

Ich atme einfach in eine Tüte und matrae vor mich hin, dass es dann echt nicht meine Schuld ist, wenn Fristen nicht eingehalten werden.

Außerdem ist es im Büro kalt. Dabei haben wir gar keine verordnete Stromspar-Temperaturabsenkung. Es ist einfach kalt da. Blödes Büro.

Gut war heute eine gute Stunde Geige spielen. Leider muss ich einsehen, dass ich nicht mehr ewig an den aktuellen Stücken herumüben kann*, andererseits fahre ich in einer guten Woche ja schon für über eine Woche weg und da lohnt es sich jetzt auch nicht mehr, was neues anzufangen. Ich merke weiterhin kontinuierlichen Fortschritt, üben hilft halt. Vielleicht hole ich zum Wochenende einfach noch mal was raus, was ich schon beiseite gelegt habe, poliere da ein bisschen dran rum, und nutze die Reise dann dazu, mir was cooles neues auszusuchen. Klingt doch nach nem Plan.

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Weil man in Antworten keine Fotos hochladen kann, hier meine Antwort an Sunni:

Ja, die meisten norwegischen Haushalte haben einen „Spotpris“-Vertrag, da bezahlt man den stundengenauen Börsenpreis plus irgendwelche festen Aufschläge plus Umsatzsteuer. Irgendwann am Abend werden die Preise für den nächsten Tag veröffentlicht. Für heute sieht das zum Beispiel so aus:

Sehen kann ich das in der App meines Stromanbieters, auf einigen Zeitungs-Webseiten hat der Strompreisgraph allerdings auch die Covid-Inzidenzen ersetzt.

Wir passen manche Verbrauche an den Strompreis an, zum Beispiel wann wir die Autos laden. Das kann man ja programmieren, entweder am Auto selbst (Tesla) oder an der Ladebox (Citroën). Und wenn am Wochenende dann mal eine Stunde lang am Nachmittag der Preis unter 100 øre/kWh liegt, kann man das ja für ein Bad nutzen, wenn man eh im Laufe des Tages baden wollte.

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*es ist kompliziert. Einerseits brauche ich kontinuierliche Herausforderung, andererseits mag ich gern Routine und bin sehr perfektionistisch, kann also problemlos Wochen- bis monatelang dasselbe spielen und immer noch was finden, was nicht perfekt ist.

Tag 2635 – Umzug.

Die Schweinchen wohnen jetzt wieder drinnen. Für Ganzjahres-Außenhaltung ist norwegisches Klima dann doch eher nicht gemacht. Die Schweinchen sind allerdings not amused über diesen Wechsel, denn allen Wechseln ist mit großer Skepsis zu begegnen.

Ansonsten war hier heute nicht viel los, muss ich sagen. Herr Rabe war mit Pippi schwimmen, Michel hat sich das Knie beim Fahrrad fahren angehauen, wir haben sehr spontan zu einer Geburtstagsfeier für Michel (Vorfeiern! So weit haben sie uns schon in diesem komischen Land!) nächsten Sonntag eingeladen. Ich hätte gern mehr als eine Dreiviertelstunde Geige gespielt, aber es war nicht drin, dafür war ich baden als der Strom kurz halbwegs günstig war.

Jetzt ist langsam Bettzeit. Morgen ist ja wieder Arbeit angesagt, jedenfalls für Herrn Rabe und mich, die Kinder haben Ferien, Pippi geht in den Hort. Ab Mittwoch habe ich dann auch noch ein bisschen frei – oder „frei“, zumindest frei von der Erwerbsarbeit. (Es ist ja schon fast wieder Winter, also werde ich wohl Carona zum Reifenwechsel fahren und dann noch die vermackelte Sommerfelge zur Reparatur bringen, Cardos müsste auch die Reifen gewechselt und die Bremsen geschmiert bekommen, mindestens Cardos braucht außerdem dringend neue Scheibenwischerblätter und der Garten ist auch noch nicht herbstfertig. Fenster sehen auch schon wieder aus wie hulle und der Ventilationsfilter muss gewechselt werden. Und und und.)

Tag 2634 – Weiterhin ein Schaf.

Eigentlich wollte ich heute meine Haare schneiden lassen. Ich bin ja, was das angeht, erstens geizig und zweitens resigniert. Nach unzähligen Versuchen, nach Friseur*Innenbesuchen nicht flott oder pfiffig auszusehen, oder versehentlich orangenes kupferfarbenes Haar zu haben, und dafür auch noch sehr viel Geld zu lassen, gehe ich zum 15-Minuten-Friseur. Da hat man wenigstens keine Angst vor dem Rasierer, ich kann sagen „an den Seiten 9 mm“ und die machen das und ich ärgere mich nicht hinterher, dass der Kerl neben mir zwar 10 Minuten länger da saß, aber 150 Kronen weniger bezahlt hat, qua Hoden.

Leider war ich einen Tacken zu spät dran und dann hatten die keine Termine mehr in der App. Man muss da ja online Schlange stehen. Erst standen 2 Personen vor mir und da war die Schlange schon „gesperrt“, keine weiteren Termine zu vergeben. Es stellten sich allerdings noch drei weitere Personen in die eigentlich gesperrte Schlange und jetzt bin ich nicht nur weiterhin sehr wollig auf dem Kopf, sondern auch noch sauer auf die Kette und ihr beknacktes Schlangensystem.

Eigentlich wollte ich auch einen neuen Handybumper haben, weil sich meiner in Auflösung befindet und mich das kolossal nervt. Aber der eine Laden räumt grad um und hatte nur die original Apple-Hüllen für 579 Kronen (knapp 60€) das Stück, und in dem anderen Laden fand ich alles hässlich. Alles braun oder schwarz oder in künstlicher Schlangen- oder Krokodilslederoptik. Selbst im Schuhladen fand ich absolut gar nichts, was mir gefallen hätte. Ich habe bereits schwarze Halbstiefel (2 Paar sogar, eins gefüttert, eins nicht), wieviele Paare schwarzer Halbstiefel soll sich die Dame von heute denn bitte in den Schrank stellen? Das gesamte Sortiment war schwarz, abgesehen lediglich von Wander- und Sportschuhen, aber auch da sind die Farben so gedeckt, dass man sich problemlos in irgendeinem Moor verstecken könnte, man würde einfach eins mit der Umgebung werden.

Am Ende kehrte ich mit der phänomenalen Ausbeute eines Päckchens Spülmaschinensalz von meinem 30-km-pro-Weg-Ausflug zurück. Immerhin Spülmaschinensalz. Das gab es hier bis vor kurzem einfach gar nicht. Viele Norweger*Innen sind sehr ratlos und ignorieren es demzufolge hartnäckig, wenn das Salzlämpchen an der Spülmaschine blinkt. Man muss aber dazu sagen, dass das Wasser bei uns unglaublich weich ist.

Bei uns blinkt jetzt nichts mehr und die Handyhülle hab ich im Internet bestellt, wie so ein Millennial. Ha. Auf dich, Einzelhandel,

Tag 2633 – Go.

Against all odds haben wir heute den IT-Projekt das Go gegeben. Wir haben es getestet und es ist so halb ok, brauchbar und in zwei Wochen wird es dann in Betrieb genommen. (Da bin ich nicht da, deshalb nehmen die Inspekteur*Innen es später in Betrieb.)

Es war holprig und heute waren überall sehr viele Arme und Beine, wie man auf Norwegisch sagt. Meine eine Kollegin hätte im Meeting glaube ich fast geheult, weil insbesondere für sie der Endspurt extrem stressig war, aber jetzt ist es erstmal vorbei. „Vorbei“, haha, es wird ja „kontinuierlich daran weiter entwickelt“. Jajablabla, aber wenigstens muss ich nicht mehr täglich in drei Stand-Ups meine Lebensentscheidungen infrage stellen meine Nase in die Kamera halten. Des Weiteren muss ich nicht mehr mit echt unangenehmen Personen zusammenarbeiten. Hurra.

Außerdem heute: den Schlussreport der Inspektion in den USA unterschrieben, das ist also jetzt sozusagen abgeschlossen. Wow. So geschmeidig sollte das mal immer laufen.

Michel „muss“ jetzt Japanisch lernen. Er hat innerhalb von zwei Tagen fünf Kirby-Mangas (in Buchform) eingeatmet und die weiteren sind nicht übersetzt, es ist eine Katastrophe, sage ich Ihnen, und es gibt keine andere Lösung, als Japanisch zu lernen. Soll er machen, schadet sicher nicht. Persönlich bin ich grad eher auf Koreanisch gepolt, aber jede*r hier im Haus darf ja seine eigenen Seltsamkeiten haben.

Tag 2631 – Platt.

Heute gutes Sushi und einen Haufen Edamame gegessen, ansonsten nicht wirklich viel positives zu berichten.

Anekdote: mitten in der Inspektion, während ich grad im Labor stand und meine Kollegin sich was zeigen ließ, klingelte mein Handy. Das stand auf nicht stören und das heißt, man muss mindestens zwei mal direkt nacheinander anrufen um überhaupt durchzukommen. Und es war Michel, also ging ich ran, vermutend, dass mindestens das Haus brennt oder Herr Rabe mit gebrochenem Genick am Fuß der Treppe liegt. „MAMA?“ brüllte er ins Telefon. „Ich kann grad wirklich nicht, du musst bitte Papa anrufen!“ „Aber Papa kann auch nicht und ich muss was ganz wichtiges sagen!“ [also brennt das Haus, dachte ich] „Hm ok, was ist denn?“ „Ich sehe den Kronprinzen!“ „Was?“ „Den Kronprinzen! Ich sehe den Kronprinzen!“ „Äh, ok?“ sagte ich, aber da hatte Michel schon aufgelegt.

Tag 2630 – Hotelzimmereinsicht.

Interieurtraum vs. Kundenwunsch.

Frage mich ernsthaft, wer auf solchen Thronen schlafen kann. Jetzt grade liege/sitze ich auf dem Thron und schreibe, und nicht mal dazu ist es bequem. Ich nehme jetzt also immer mein Reisekissen mit. So.

Außerdem heute in diesem Kino: ich bekomme die Levaxindose schon wieder nicht auf. Das ist eine neue Dose, die alte, die mir eine Narbe am Zeigefinger eingebracht hat, ist endlich leer. Aber das ist offenbar der selbe besch*ssene Dosenbatch, denn auch diese geht nicht auf. Gestern Abend hab ich mit nem Messer geprökelt, heute nach der Ankunft im Hotel hab ich es probiert und es ging (sonst hätte ich die Dose mit zum Essen genommen und meine Kollegin gebeten, sich die Finger aufzuschlitzen es mal zu probieren), jetzt liege ich im Bett und es geht wieder nicht. Beziehungsweise ging, dieses Mal habe ich mit der Nagelfeile geprökelt. Aber Prökeln kann doch keine Dauerlösung für die nächsten 96 Tage sein! (Und was machen alte Menschen mit Arthrose in den Händen, hypo werden wegen wehrhaften Dosen? Oder kommt da der Pflegedienst und flext die Dose auf?)

Hrmpf.

Von der Inspektion darf ich wie immer nichts erzählen, daher nur noch die Hotelzimmeraussicht:

Tag 2629 – Rotiertag.

Den ganzen Tag rotiert, wenn ich das aufschriebe, würde ich befürchten, es klingt nach Angeberei weil ich so eine unglaublich tolle Mutter bin, die alles regelt, macht, organisiert, durch die Gegend fährt und überhaupt und nebenher noch arbeitet, den Haushalt schmeißt und im Schulelternrat ist (und in der Politik, aber nicht heute). In echt hab ich ja einfach keine große Wahl und bin jetzt sehr platt und viel zu spät im Bett, aus dem ich in 6 Stunden und 12 Minuten schon wieder aufstehen muss.