Tag 756 – Uffjerecht. 

Eigentlich sollte hier ein langer Post stehen, aber der muss halb fertig noch ein bisschen garen, es ist ja schon wieder so spät. Aber ich hab mich heute schon wieder so aufgeregt, das muss irgendwo hin. 

Auch aufgeregt hat sich offenbar halb Deutschland beim Schauen des TV-Duells, war wohl müde wie der ganze Wahlkampf. Kurz entschlossen: ich mache jetzt noch Wahl-O-Mat, deinwal.de hab ich schon durch und dann wähle ich und dann gehe ich schlafen. Aufregend. 

Hier noch zwei Bilder von gestern. Zum Abregen. 

Im Kinderwagen sitzen…

Michels Baby (rechts) und Pippis Baby (links). Beide wurden auch schon gewickelt und gefüttert. Und Pippi hat ihnen gezeigt, wie man sich festhält, sie halten sich nur nicht dran.

Tag 755 – Mona Lisa. 

Ich wollte mich eigentlich gezielt aufregen, aber dann entschied ich mich anders und twitterte lieber herum und machte Teig für sechstausend Backwaren und rupfte einige Augenbrauenhaare aus. Also, nacheinander, nicht dass sie denken, ich zupfe meine Augenbrauen über der offenen Teigschüssel. Aber jedenfalls habe ich jetzt für heute gar kein Thema mehr, über das ich schreiben könnte. Ich liege hier im Bett, lächle vor mich hin wie die Mona Lisa und denke drüber nach, ob die vielleicht auch lächelt, weil sie „alle irre“ denkt. Oder vielleicht denkt sie auch an ihre wunderbaren Kinder. Oder daran, dass das Kinderzimmer echt zu klein ist, was man daran merkt, dass nach zwei Stunden Schlaf da drin schon eine Luft ist, wie im Pumakäfig. Leider geht ja auch das Fenster nicht richtig auf, das hilft also auch nix, und dann wühlt das große Kind im Schlaf so rum, dass es falschrum oben auf der Decke liegt und das kleine Kind sagt „Decke!“ wenn es zugedeckt werden will und aber auch, wenn es vor dem Schneckenterrarium steht. Außerdem sagt das kleine Kind „Socken anziehn!“ zu Michels Magnetbuchstaben-L. Das große Kind sagt „Pippi guckt so bisschen müde aus.“ weil es auf Norwegisch so heißen würde und überhaupt benutzt es viele lustige Redewendungen. Meine Kinder sind auch die einzigen, die „Guck jetzt!“ sagen, statt „Guck mal!“, bevor sie auf dem Bett hüpfen. Und ich liege im Bett und denke an die Mona Lisa und hoffe einfach mal für sie, dass sie auch auf dem Bett hüpfende Kinder hatte. 

Tag 754 – Stößchen. 

Today’s the day. Der Tag, an dem ich beschloss, dass ich im Zweifel eben ohne Unterstützung durch meinen Supervisor fertig werde. Und dass ich das schon schaukeln werde. Weil ich’s kann. Ich kann das. Das Thema, das selbständige Denken und das Entscheidungen treffen. Ha. Soll er doch in Funklöchern Fische angeln, ich fixe derweil die Hälfte der Konfokalbilder*, bestelle mir Zeug zusammen um den Rest noch schön zu machen (und weiche damit nicht nur ein bisschen von seinen irrwitzigen Plänen ab, aber irgendwer muss ja auf dem Boden der Tatsachen bleiben), organisiere mir Gratisproben an Antikörpern, damit ich nicht unnötig viel Geld verpulvere** und plane nebenbei das dritte Manuskript samt Backup***, wenn die Daten wirklich allzu schlecht sind. 

Und das Wichtigste: ich hab mit dem potentiellen Opponenten gesprochen, ganz alleine, weil mein Chef halt unentschuldigt fehlte nicht da war, es war sehr gut, ich fühle mich nicht dümmer als vorher, wir haben fast auf Augenhöhe miteinander gesprochen****, er freut sich sehr auf den Artikel und hat seine Hilfe als Vorab-Reviewer angeboten. Er freut sich auch sehr, mein Opponent zu werden. Hurra! Kein Paper veröffentlicht, aber nen Opponenten, das ist ja auch mal ne Herangehensweise. Witziger Weise (ok, eigentlich überhaupt nicht witzig, weil es zeigt, wie wenig er in dem Thema drin ist)  kannte mein Chef den nichtmal vom Namen her. Egal, auf das gute Gespräch und auf die Erkenntnis oben habe ich eben eine Flasche Sekt geöffnet. Kann man ja mal machen, nach so ner Kackzeit. 

Und weil ich jetzt Wochenende habe und gedenke, nicht zu arbeiten und mir auch keinen Kopf mehr um alles zu machen, habe ich eben eine Mail an unseren Proteomics guy geschickt, auf dass er mir nicht wieder das Wochenende versauen möge. 


Gnihihi. Cheers!

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* Wenn ich die vom Computer gezogen hab, zeige ich sie Ihnen auch. 

** So wie für den Donkey-anti-goat Antikörper, den ich kaufte, als ich noch glaubte, der primäre (goat-) Antikörper würde funktionieren. Tut er nicht, habe ich gestern (mal eben nebenbei, hahaha) recht eindrucksvoll bewiesen. 

*** Ne recht langweilige Geschichte, aber immerhin ne „Safe Story“, der Vergleich von vier (vielleicht sechs, mal sehen) Proteinen bei der Reperatur von Methylierungsschäden. In mRNA, vielleicht auch DNA. Lame, aber, wie gesagt, sicher. Denn da kann man tatsächlich „hat keinen Einfluss“ als Ergebnis verkaufen. Und man kann es später im Zweifel noch voll aufblasen und tatsächlich veröffentlichen, aber das mache dann nicht ich. 

**** Er hat ne PostDoc-Stelle ausgeschrieben. Ach, ach, ach. Aber USA? Hmmmmmmmmnee. Und Wissenschaft ja eigentlich auch nicht. Aber – Hachja. Das wär schon auch was. Hachjajaja. 

Tag 753 – Schnipsel. 

Konfokalkurs gehabt. Wo soll ich anfangen? Bei der bunten Häkelweste und der Holzperlen-Lederkette? Den ständigen Hinweisen, was für ein cooooooooler Musiker der Konfokalobermotz doch ist? Oder meinen mörderischen Kopfschmerzen? Oder damit, dass, genau wie im 1. Semester damals, die Antworten immer „Wärme“* oder „Pi-Elektronen“** sind? Naja, war, jetzt darf ich alleine am Mikroskop arbeiten. 

Langsam setzt Entspannung ein. Heute habe ich sogar, als ich auf meine Mikroskopzeit wartete, einfach so einen Kaffee getrunken und nahezu nichts*** getan. 

Mikroskop, erstes Mal alleine: läuft, würde ich sagen. Wie immer alle sagen, dass das totaaaaaaal schwierig ist, das alles richtig einzustellen, und, äh, das ist total logisch. Das ist echt nicht schwer, wenn man verstanden hat, welches Dings was tut, all die kleinen Spiegel und Filter und Verstärker und Tralala. Keine Ahnung, wieso sich meine Kollegen da so anstellen… Für alles, was komplizierter ist, gehe ich eh zur Core Facility, aber das grundlegende „hat meine Färbung geklappt?“ kann ich jetzt alleine. 

Ich habe offenbar viel genörgelt in letzter Zeit, ich kriege jedenfalls plötzlich viel Hilfe von meinen Kollegen angeboten. Das fühlt sich sehr viel besser an, als das Alleinsein und die ungeteilte Verantwortung von vorher. 

Morgen werde ich einen potentiellen Opponenten für die Defense ansprechen. Das ist sehr aufregend. 

Meine Kinder sind die, die sich bei 12 Grad auf dem Spielplatz die Socken und Schuhe ausziehen. 

Auch auf dem Spielplatz: Kind-Kumpel: „Was arbeitet deine Mama?“ Michel: „Meine Mama arbeitet mit Zellen. Im Krankenhaus. Weißt du was für Zellen?“ – „Nein?“ – „So welche, die im Körper sind!“ – „Meine Mama arbeitet mit Brillen!“.

Diese Autokratzersache**** ist jetzt richtig teuer geworden, offenbar hat unsere Versicherung einfach alles bezahlt, was die Gegenseite verlangt hat***** und es uns aufgebrummt. Heute kam jedenfalls ein Brief, sie hätten 1700€ ausgelegt und würden mich entsprechend hochstufen. Mal sehen, ob ich die Nerven und die Zeit finde, da morgen mal nachzufragen, ob die noch alle Tassen im Schrank haben. 

Aber echt mal: die Kinder. Hachz. So ist das, wenn sie schlafen sollen. (Ton anmachen.)

Fehler
Dieses Video existiert nicht

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* „Wo geht die Energie hin, die Quantenausbeute ist ja nie 1?“

** „Warum kann man das anregen, damit es dann leuchtet?“

*** ne To-Do-Liste erstellt. 

**** Ich wollte verlinken, hab dabei aber gemerkt, dass ich offenbar noch nichts davon erwähnte. Kurz: Michel hat auf unserer Tour nach Bergen an einem Parkplatz die Tür des Autos beim Einsteigen etwas schwungvoll aufgemacht und drei rote Lackspuren, von denen ich zwei mit Mikrofasertuch, Feuchttuch und Fingernagel wegbekam, am Nachbarauto hinterlassen. Das ganz neu war. Und weiß. Und teuer. Und weil ich ja unverbesserlich ehrlich bin, bestand ich drauf, auf die Besitzer des anderen Autos zu warten. Die fanden das voll nett. Und ficken einen dann eben doch hintenrum . Mache ich wohl auch nicht nochmal. Also warten. (Haha, natürlich doch, ich kenne mich ja.)

***** offenbar mindestens die komplette Tür lackiert, ungeachtet meiner Beschreibung der nicht mal fühlbaren Lackspuren. Das waren ja nichtmal Kratzer. Was natürlich jetzt im Nachhinein auch keiner beweisen kann, weil ja einfach gemacht wurde. Ohne Kostenvoranschlag, ohne irgendwas. Nur „nach Ihrer Beschreibung des Unfallherganges sind Sie schuld, wir halten Sie auf dem Laufenden.“. Dass ich (naja, Michel, aber der ist ja einfach noch nicht mündig) „schuld“ bin, habe ich ja auch nie angezweifelt. Nur das Ausmaß ist… äh… etwas absurd. Und „auf dem Laufenden halten“ verstehe ich auch irgendwie anders als „das hat’s gekostet, ihre Prämie erhöht sich damit um 300%, bitte verwenden Sie bei Rückfragen die Schadensnummer“.

Tag 752 – Übertrieben. 

Sowohl im Labor und danach beim jährlichen Shrimps-Essen, wobei der Essensteil da schon vorbei war und nur noch getrunken wurde, aber das ganze Ding hätte ich mir lieber sparen sollen, weil sich mit wirklich nur wenig Alkohol bin ich jetzt komplett ausgepumpt und zum Umfallen müde. 

Aber: alle Proben soweit fertig gemacht, jetzt können andere übernehmen. Und etwas besonders schönes ist auch passiert: meine eine Kollegin hat mir Ihre Hilfe angeboten. Nicht nur einfach so dahingesagt, sondern ganz konkret, wenn ich noch irgendwas zu tun hätte, das sie auch machen kann, soll ich es bloß sagen. Ich bin immernoch ganz gerührt davon. Und langsam habe ich auch die Scheu vor dem um-Hilfe-Bitten abgebaut: als der Chef heute mit wieder einer weiteren Knock-Out-Zelle ankam, die ich bitte auftauen sollte*, habe ich zwar noch das Medium selbst warm gestellt, aber dann den vorbeilaufenden Mr. I-trust-You darum gebeten, die Zellen aufzutauen. Das hat der auch gemacht und „kein Problem“ gesagt. Puh. 

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*Ich hätte nein gesagt, hätte er nicht damit ein sozusagen „sicheres“ Manuskript in Aussicht gestellt, in dem ich einfach nur die tausend sechs Knock-Outs, die wir inzwischen haben, miteinander vergleiche. Selbst die Daten zu vier davon haben wir schon. Das ist bisher die beste Idee, die ich hatte und die er jetzt als seine versteht. 

Tag 751 – Achterbahn. 

Morgens Absage auf eine Bewerbung. 

Zur Arbeit durch den strömenden Regen. 

Bis zum Mittagessen anstrengender Versuch, stressstressstress. 

Dann auch noch kaum sichtbare Zellpellets, weil die Zentrifuge falsch eingestellt war. Mühsam Ausraster unterdrückt ob der Aussicht, den Versuch noch mal wiederholen zu müssen. 

Mittagessen alleine, weil jede Frage nach meinem Befinden unweigerlich zu einem Heulkrampf geführt hätte. 

Chef bestellt völlig irre Antikörperkombinationen. Er ist entweder ein Genie oder verrückt. Oder beides. Ich bestelle heimlich die sichere, wenn auch nicht ganz so geniale Variante. 

Email vom Konfokalobermotz: Kurs am Donnerstag. Da geht er hin, mein potentiell freier Tag, den ich so nötig hätte. 

Ich isoliere RNA aus den unsichtbaren Zellen. Es reicht, ich muss den Versuch nicht wiederholen. 

Während ich eigenmächtig Zellen färbe, um den Konfokalkurs schamlos ausnutzen zu können, kommt der Chef ins Labor und grinst über beide Backen: „Ich hab Geld ausgegraben, Du und die Bürokollegin könnt bis Ende des Jahres voll bezahlt werden.“ 

Ich sähe Zellen aus, fahre durch den Sonnenschein nach Hause, habe endlich mal wieder eine gute Zeit mit den Kindern, esse, bringe Michel ins Bett, fahre wieder zur Arbeit, ernte ein paar Zellen, kaufe Schokopudding.

Komme nach Hause. Pippi liegt bei Herrn Rabe auf dem Sofa, sie hat eine Erkältung (nicht so schlimm) und Ohrenschmerzen (Alarm!), Herr Rabe hat seine Kindkrank-Tage aufgebraucht, ich muss (mussmussmuss!!!) morgen diesen Versuch fertig machen, aber hilft ja nix, außer Daumen drücken können wir wohl nix machen. 

Mit der Schwägerin telefoniert, sehr aufmunternd war das. 

Jetzt merke ich erst, wie müde ich bin. Ich könnte hundert Jahre schlafen. 

Und morgen freue ich mich dann bestimmt auch mal über die zwei Monate mehr Zeit. 

Bestimmt. 

Tag 750 – „Mama?…

… warum bist du so traurig?“ 

„Ach, weil mein Chef blöd ist.“

„Warum ist der blöd?“

„Weil der will, dass ich noch mehr arbeite, dabei arbeite ich doch schon so viel und mehr kann ich nicht.“

„Hmm. Das verstehe ich… Willst du einen neuen Chef haben?“

„Chrchrchr, ja, ich hätte sehr gerne einen neuen Chef.“

„Oder vielleicht gar keinen Chef?“

„Nee, einfach einen anderen.“

„Ja. Einen, der dich nicht stört in deinem Büro.“

Tag 749 – Naja, immerhin Pilze gefunden. 

Komplett beschissener Tag (schlechte Nachrichten vom Tausend-Replikate-Versuch, das heißt jetzt, ganz kurz, damit ich nicht wieder heule, drei Möglichkeiten: 1) ein richtig schlimm Bad Science Paper schreiben, in dem ich nur drei von sieben Replikaten betrachte, das als Manuskript in die Thesis hauen und danach sehr schnell verdrängen, was ich da tat; 2) Mithilfe des Chefs* versuchen, mit einem Siebtautor-Paper und einem (hoffentlich bis dahin immerhin eingereichten) Manuskript, das aber ENORM aufwändig und auch gut ist, zu verteidigen, verstößt halt eigentlich gegen die Regeln, aber wozu gibt’s denn sonst die Ausnahmenklausel?; 3) Aufgeben. Und glauben Sie mir, das ist grad echt eine Option, ich bin so fertig, ich möchte nur noch heulen.) aber schauen Sie mal, was wir heute schönes fürs heutige und auch morgige Mittagessen gefunden haben:




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*auf den bin ich langsam echt sauer. Heute ich in langer Mail: „Wir könnten also den Antikörper oder den oder den kaufen, hier sind die Vor- und Nachteile von jeder Option, überleg dir was und bestell dann.“ Er, nach tausend Stunden und dem… Eklat mit dem tausend-Replikate-Versuch: „Bestell, was du brauchst.“ Orr. Was ich bisher im PhD gelernt hab: 1. vertrau niemandem; 2. Verlass dich auf niemanden;  3. Undank ist der Welten Lohn; 4. Machs lieber gleich alleine, wegen 1. und 2. und 3..

Tag 748 – Noch mehr Gejammer. 

Ich weiß. Ich kann’s selbst auch schon nicht mehr hören. Aber wenn zum Besten des Tages gehört, dass man es geschafft hat, niemanden zu verprügeln (heiße Bewerber*Innen: – die Kassiererin im Supermarkt mit ihrem „nee, das ist nicht kaputt, wollen Sie das jetzt oder was?“ und dem Laufband hinter der Kasse, mit dem sie meine gerade gekauften Bananen und Zucchinis und Kiwis zermanscht; – Arschlöcher mit dicken Autos und ohne Umweltbewusstsein), dass man ferner nur zwei- bis dreimal und nur ein bisschen vor Überforderung geheult hat, dass das Abendessen überaus lecker war und man danach gemütlich im Kinderbett mit eingeschlafen ist, dann ist das eine etwas dürftige Bilanz für einen Wochenend-Tag. Stresslevel: 10/10, so geht das nicht weiter. Beschluss ist gefasst, ich muss ihn nur noch umsetzen.  

Good news: Michel liest seine ersten Wörter. Ich bin sehr stolz. Mein Baby! Hachz. 

Tag 747 – Boing. 

Wie so ne Comic-Figur, die grad was richtig doofes und frustrierendes gemacht hat und dann ist so ne schwarze Spirale über dem Kopf. Ungefähr so machte mein Kopf heute, als ich mit dem Core Facility-Mann vorm Mikroskop saß und… nichts sah. Frustrierend wenig jedenfalls. Wenigstens ist dieser Mensch mit Humor gesegnet, sonst hätte ich vielleicht geheult. So zeigte er mir ein lustiges Artefakt, das aussah, wie Pacman und wir lachten gemeinsam drüber, dass wir das sicher direkt in Nature kriegen würden: „Protein Dings forms Pacman-like foci upon treatment with alkylating agents“. Ich mag den Typen. Aber trotzdem… alle (!!!) der 59 Slides, die ich gestern bis spät abends noch gemacht hab, sind, bei Licht betrachtet, für die Tonne. In den einen überlappen zwei Farbstoffe, in den anderen hat eine Färbung nicht geklappt, in manchen beides. Wenn ich nicht wüsste, dass ich dann vermutlich nicht mehr aufhören würde, würde ich heulen. Entsprechend bin ich jetzt nach einem einzigen Feierabendbier (kein Schnaps, erwähnte ich schon mal, dass ich aufgrund meiner Familiengeschichte überaus vorsichtig damit bin, in „schlechten Zeiten“ ernsthaft zu trinken? Ich scherze trotzdem oft damit rum, kann man auch mal drüber nachdenken, warum das so ist, aber nicht jetzt, der Kopf ist ja eh übervoll) so müde, dass mir dauernd die Augen zuklappen. 

Morgen dann neue Färbung ansetzen, bei den heute aufgetauten Zellen (das auch noch, mimimi) das Medium tauschen, übermorgen weiter färben und Zellen für den nochmal zu wiederholenden Höllen-Versuch aussähen (MIMIMI!!!) und dann ist auch schon wieder Montag und ich kann neue Antikörper bestellen. 

Zwei Monate und ein bisschen noch. Gerade erscheint es völlig unmöglich.