Tag 798 – Super Ultra Mega fauler Tag.

Heute haben wir alle fast nix gemacht. Wie schön das war.

Und wenn man dann endlich mal Muße hat, Dinge zu tun, sind die auch gar nicht schlimm. Zum Beispiel Kindersachen aus-/ein-/umsortieren* und meine eigenen Sommerklamotten gegen die dickeren Wintersachen austauschen. Dabei auch nen Schwung Zeug von mir getreu dem Motto „hatte ich seit zwei Jahren nicht an“** aussortiert für die Altkleidersammlung, steht schon an der Tür.

Michels Kindergeburtstag ist morgen Nachmittag (da sind die Ferien um und die meisten Kinder wieder da) und dafür ist auch schon das meiste vorbereitet. Nur Ü-Eier muss ich noch kaufen, Michel wünscht sich, dass jedes Kind ein Ü-Ei bekommt und Herr Rabe wurde nur ein bisschen bleich, als ich Topfschlagen vorschlug***. Aber meine Arbeit ist ja neben einem gut sortierten Supermarkt. Außer Topfschlagen wird es Muffins zum selber mischen und verzieren geben, die obligatorischen Pølse****, eventuell Bügelperlen (weil Michel das toll findet), eventuell Kinderdisco. Herr Rabe ist zwar etwas nervös, aber wir werden das schon schaukeln. Es sind ja auch nur zwei (zweieinhalb?) Stunden, mit unseren zweien sieben Kinder, wir kennen die fast alle ganz gut, was soll schief gehen*****?

Als Tagesabschluss noch mit Herrn Rabe Discovery geguckt (alle Welt kennt jetzt Bärtierchen, oder?), dabei Wein und Wolke Sieben-Katjes (gefährlich lecker). Dochdoch, ein runder, schöner, tiefenentspannter Tag.

Einziger Minuspunkt des Tages: die Entspannungsmaske, die ich machte um meine Haut laut Packungsangabe „zu entspannen und zu verwöhnen“. Hahaha. Entspannt ja, durchfeuchtet vermutlich auch, ich weiß es nicht so ganz, es ließ sich unter der vereinten Glibschigkeit der Öle und Hyaluronsäure und Q10 und Tralala nicht ausmachen. Aber hey, wenn das das schlimmste an nem Tag ist, hätte ich davon gern öfter welche.

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* Let‘s face it: diese ganzen Babyklamotten müssen echt nicht nochmal mit umziehen. Die schwangere KiTa-Betreuerin (Junge) kann sich schon mal auf einen kleineren Überfall freuen, die Kollegin mit dem Minibaby (Mädchen, älteres Geschwister Junge) ebenso.

** Einschränkung: „und das Herz hängt nicht dran“. Das Jugendleiter-T-Shirt aus der Freizeit, bei der ich Herrn Rabe kennenlernte, kann ich zum Beispiel nicht wegtun.

*** Weil er Angst hatte, dass die Kinder hier noch mehr Macken ins Laminat hauen. Gut, dass wir eine hässliche lila Silikon-Soßenkelle haben, das schont Laminat, Mobiliar und Herr Rabes Nerven.

**** Gehört zum norwegischen Kindergeburtstag dazu. Da Michel aber meinte „alle Pølse schmecken gut“ gibt es „die, die wir immer kaufen“ – vegetarische.

***** Ahja, klar, jede Menge und morgen Abend brauche ich vermutlich nen Schnaps, aber sich vorher schon verrückt machen bringt ja auch nix.

Tag 797 – Wieder zu Hause.

Nochmal sieben Stunden Zugfahrt. Ist zwar langweilig, aber entspannt. Michel und ich haben „Doktor Proktors Prompepulver“ gesehen und das ist so herrlich absurder Quatsch, hachja, also ich finde sowas ja gut. Ich habe heute auch ein Harry Hole Buch fertig gelesen. Man merkt ja schon, dass das aus einer Feder ist, finde ich. Beides irre, eins halt auf die witzige Art und eins eher… nicht ganz so witzig. Und so liebevoll gezeichnete Figuren. Hach. Aber das Beste war, den Film mit Michel zu gucken. Wie der mitgeht, es ist so niedlich. Und so ein ungetrübtes schwarz-weiß-Gereichtigkeitsdenken. Natürlich wird das bei den Doktor-Proktor-Geschichten auch unterstützt, da sind die Bösen auch wirklich sehr deutlich und umfassend böse, aber, herrje, wenn dann das Kind auf die Polizisten schimpft, die grade Doktor Proktor und Bulle verhaften und durch den Zug ruft „Da muss enklich ein’ Polizei kommen und den Polizei da einhaften!“ dann ist das so goldig, dass mein Herz ein bisschen doll hüpft.

(Und die Stummfilm-Sequenz. Alter. Ich musste so lachen, dass ich Michel nicht mal erklären konnte, was da passiert und wieso ich so lache.)

Tag 796 – Das Gespräch.

Sie wollen jetzt sicher wissen, wie es lief, oder?

Tja, wenn ich das mal so gut benennen könnte.

Ganz gut, glaube ich. Ich war da (in neuen, dunkelblauen Wildleder-Stiefeletten, die ich sehr schick finde und die zu kaufen überraschend wenig Zeit in Anspruch genommen hat) und auch sehr pünktlich. Ich war nicht übermäßig nervös, eher so gut nervös, aber ich glaube, ich sah zum Beispiel nicht besonders Tomatig aus (was sonst sehr schnell passiert) oder habe gestammelt. Die Firma ist in einem Haus, das, darauf möchte ich wetten, von einem Studikollegen des Architekten des Pirsenterets in Trondheim ist, alles sehr hell und offen und modern. Ich wurde erst kurz in eine Art Warteraum gesetzt, da war auch eine Garderobe, da ließ ich meinen Rucksack und meinen Regenmantel und dann sah ich mir Firmenbroschüren an, bis eine ältere Dame kam und mich fragte, was ich denn trinken wolle (WASSEROHNEKOHLENSÄURE brüllte die Bewerbungstrainerin in meinem Kopf). Dann kam noch ein netter Mann, stellte sich als Leiter der Virusentwicklung vor und wir suchten den richtigen Meetingraum. Da saßen dann die ältere Dame, die sich als Leiterin der gesamten Forschung und Entwicklung vorstellte (und deren Vornamen ich leider nicht verstand, hrmhrm) und die K., mit der ich schon zwei mal telefoniert habe.

Tja, und dann… äh. Also, erst gab es eine Präsentation über die Firma (die wird mir immer sympathischer, je mehr ich über sie erfahre), dann stellte ich mich, was ich so gemacht habe, mache und zu machen vorhabe vor, dann gab es einen Abgleich der Stellenbeschreibung mit meinen Erfahrungen, da war ich ehrlich (jo, HMS kann ich nicht offiziell, finde das aber interessant und traue mir zu, das in nullkommanix zu lernen, nein, ich kann keinen Autoklaven selbst reparieren*, aber ich weiß ziemlich gut, was daran kaputt gehen kann und vor allem weiß ich, wie man testet, ob so ein Autoklav auch tut, was er soll.) und überhaupt fand ich mich angemessen nett, offen, lustig und auch einigermaßen kompetent, es wurden noch ein paar Fragen gestellt („Wenn Sie einen Forscher haben, der seine geplante Geräterequalifizierung nicht rechtzeitig macht, was machen Sie?“) und dann waren plötzlich eineinhalb Stunden rum.

Aber wie es lief? Ähh keine Ahnung. Das werde ich nächste Woche erfahren. Bis dahin atme ich dann in eine Tüte.

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*das war auch nicht gefordert. Es stellte sich heraus, dass das Ding dauernd kaputt ist, dann vom Servicetechniker repariert wird und dann geht es direkt an einer anderen Stelle kaputt. Sie vermuten, dass der Servicetechniker murkst.

Tag 795 – #12von12 im Oktober ’17

Wie immer am 12. sammeln wir unsere 12 Bilder vom Tag und Caro von Draußen nur Kännchen sammelt dann unsere Sammlungen.

Hier heute in der Pre-Bewerbungsgespräch-Aufregungs-Zugfahr-Version.

(Ach ja, die Bildunterschriften wieder. Nun ja. Hier: Partyreste.)

Nach einem zu spät aufgestandenen Morgen etwas gehetzter Aufbruch zur Helsestasjon, 2-Jahres-Checkup für Pippi.

Da darf dann auch die Maus rutschen.

Pippi ist übrigens ein prima Kind, überall im Durchschnitt. Außer in den Bereichen „Ohren angucken lassen“ und „Mund aufmachen“, da ist sie Spitzenklasse. „Flink“, wie die Norweger sagen.

(Lustige Anekdote: die Helsesøster wollte gerne, dass Pippi Worte wiederholt, stellte sich dabei aber nicht so klug an. So sagte sie immer so Sachen wie „Ist das ein Bär?“ und Pippi: „Ja.“. „Soll der Bär hier im Bett schlafen?“ – „Ja.“ So ging das ziemlich viel hin und her, bis ich Pippi bat, was zu singen. Da sang sie „Lille kattepus“ und die Helsesøster war zufrieden.)

Michel wollte etwas vorgelesen haben. Ein dänisches Buch, das ich dann während des Lesens nach Norwegisch übersetzte. Puh.

Dann fuhren wir direkt weiter zum Blut abnehmen ins Krankenhaus. Das hatte der Kinderarzt, bei dem wir in zwei Wochen einen Termin haben, so angeordnet. Total blöd räumlich organisiert: der Wartebereich grenzt direkt an die Behandlungsräume. Wir hörten die ganze Zeit ein völlig hysterisches Kind schreien. Dem Geräusch nach zu urteilen ging ich von einem zweijährigen Mädchen aus (Vorurteile galore, fiel mir dann auch sehr schnell auf), in Wirklichkeit war es ein etwa vierjähriger Junge, der so brüllte, dass er vor Schluchzen kein Wort mehr herausbekam. Armes Kind. Und arme Kinder, die warten. In jeder Versuchstier-Facility sind die Behandlungs- (oft = Tötungs-)Räume vom Rest abgetrennt, weil die Tiere sonst alle mega gestresst sind (außer man knockt bestimmte DNA-Reperaturgene aus, aber das ist ein ganz anderes Thema).

Nun ja. Pippi war auch da sehr tapfer, wir aßen danach noch was in der Mensa und dann ab nach Hause und packen. Entgegen der bisherigen Planung nur für Michel und mich, weil Pippi wieder Fieber hat.

Gefunden, aber nicht mitgenommen. Weil, ach, son Blödsinn. Ich hab eine unbenutzte, schlichte, blaue Pappmappe ohne Aufdruck mitgenommen. Für meine Unterlagen, die ich bei meiner Freundin ausdrucken wollte, die aber, wie ich eben erfuhr, keinen Drucker hat. Tadaa.

Und dann: Zug. Viel.

Zugbeschäftigung: Dinotrux. Das Spielzimmer war nämlich von Kindern besetzt, die Michel zu wild und zu laut waren. (Überhaupt: nie wieder Familienabteil. Kotzende Kinder, Kinder mit vollen Windeln, laute Kinder, rennende Kinder. Kann ich alles mal 2 ertragen, mal 10 (eher hoch 10, so wie die sich hochgeschaukelt haben) einfach nicht mehr.)

Ich bereite mich vor und schmunzle mal wieder über die norwegische Sprache.

Sechseinhalb Stunden später sind wir bei unseren Freunden angekommen. Die haben auch einen Fisch. Einen blauen.

Das Kind, das meinte, keinen Hunger zu haben, hatte dann plötzlich doch welchen, als ich es ins Bett scheuchen wollte.

Das selbe Kind war auch eigentlich gar nicht müde. Hier ein Beweisbild vom nicht müden Kind.

Und dann beim Auspacken: Horrorentdeckung. Meine Schuhe lösen sich total auf. Und da meine anderen Schuhe, die ich dabei habe, türkise Chucks aus LKW-Plane sind, muss ich wohl morgen völlig ungeplant Schuhe kaufen (und Zeug ausdrucken und eigentlich brauche ich noch eine schlichte, graue Strumpfhose, aaahahahaha). Halleluja.

Morgen dann also schreiend im Kreis (durch Schuhläden) rennen.

Tag 793 – Mehr Schnipsel.

Heute früh mit Pippi beim Arzt gewesen, ein Follow-Up-Termin der „alle drei Wochen Fieber“-Geschichte. Folgendes geschah:

  • Geschrei schon beim Aufkleben des Pipibeutels, diese Dinger müssen echt unangenehm sein. Aber in einen Becher pullern hatte halt leider auch nicht geklappt.
  • Michel wollte unbedingt mit, einerseits sicher aus Neugierde, andererseits wollte er seine Schwester begleiten.
  • Vor der Arztpraxis: Pippi ruft begeistert „Trinken!“. Leute, vergesst Kinderspielzeug im Wartezimmer, stellt einen Wasserspender auf. Kinder happy.
  • In der Arztpraxis Urinbeutel weiterhin leer, Pippi weiterhin wegen des Beutels sauer.
  • Probennahme für CRP: Pippi ist echt das geduldigste Kind der Welt. Kein Mucks. Nur „Plaster?“ Und Michel gab ihr einen fetten Kuss und pustete den gepiekten Finger und ich war ganz gerührt.
  • Nach der Probennahme (mit Pflaster). Die Arzthelferin will uns rausscheuchen. Pippi marschiert schnurstracks zur Prämien-Schublade und sagt „Denne Ball.“. Ich war schon peinlich berührt (gierige Kinder…) aber Pippi ist so niedlich, die durfte dann sogar einen Flummi für die Arztpraxisflummisammlung UND ein Mammut („Elefant!“) haben. Und Michel einen Tiger. Seufz.
  • Die Ärztin bekam daraufhin von Pippi „En Elefant kom marsjeeeerende“ vorgesungen, Michel erzählte derweil, dass er morgen Geburtstag hat und dass er aber keinen Besuch bekommt und dass dafür an einem anderen Tag ein richtiges Fest ist und überhaupt sind die Kinder manchmal zum Fressen niedlich. Groß untersucht wurde nix, CRP unauffällig, Hämoglobin ein bisschen gestiegen seit dem letzten Termin (mein Plan, süß schmeckende Eisen-Kautabletten zu kaufen, damit Pippi die auch nimmt, ist voll aufgegangen) und eigentlich alles tutti. Pipiprobe: naja, nicht schlimm, sie ist ja grad eh gesund.

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Dann in den Kindergarten gefahren. Michel direkt draußen abgeliefert, aber Pippi hatte 1. noch den Pipibeutel dran und 2. keinen Draußenanzug an. Also mit Pippi hoch gelaufen, wo noch alle (!) Babys waren. SIEBEN Einjährige. Plus Pippi und ihre Freundin, die schon zweieinhalb ist. Das Urinbeutelentfernen traf auf ungefähr so viel Gegenliebe wie das Kleben, aber wie ich das so abzog von der ja doch empfindlich dünnen Haut… Au. Ja. Arme Maus. Übrigens weiterhin leer. Ich glaube, die hat das echt hochgezogen, weil ihr der Beutel so unangenehm war. Wie dem auch sei, mit Pippi zu den Babys zurückgekehrt und Pippi angezogen, die zwei Betreuer*Innen die da waren waren ein bisschen überfordert. Und KEIN WUNDER. Was für ein wuseliger Haufen so Minis sind. Ich hatte ja nur Pippi, die ja auch schon viel selbst kann, aber in einer Tour zogen sich Zwerge an mir hoch, plumpsten wieder um, sabberten mich an, krabbelten und tapsten herum, stießen zusammen, wankten auf das seit einer Nanosekunde offene Treppengitter zu… ich würde, ganz ehrlich, irre werden, müsste ich das täglich mehrere Stunden am Kopf haben. Ich kam mir vor wie in einem dieser Filmchen, wo ein Tierpfleger versucht, einen Pandakäfig auszumisten, während zwei bis vier Pandas herumwuseln und Quatsch machen. Der eine Betreuer meinte auch nur, während er lauter Schuhe in Größen 19-22 an zappelige Füßchen zog, dass es schon ganz gut sei, dass er nur selten für die Kleinsten zuständig sei. Pippi nahm das Gewusel übrigens recht gelassen hin, bis eins der Babys ihre Wasserflasche mopste und direkt anfing, am (geschlossenen) Deckel zu nuckeln. Da schimpfte sie und rupfte dem Baby die Wasserflasche unter „Nei! Min!“-Gekreische aus den Händen. Und ich war froh, als ich endlich zur Arbeit fahren konnte.

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Ex-Chef* angerufen. Wir waren dafür ja verabredet. Deshalb war ich auch ein bisschen irritiert, als er nicht dranging. Wiederholt. Aber tjanun, ich schrieb ihm also eine Nachricht, dass niemand ranginge und setzte mich an die Cleanbench. Eine halbe Stunde später rief er zurück. Er geht nicht an ausländische Nummern (jaja, weiß ich sogar, war schon immer so, bzw. manchmal ging er ran und sagte dann so Sachen wie „No, sorry, we are not interesting in sis conference.“, aber Herrgott, Norwegen ist ja nicht Indien…) An der rauschenden Cleanbench telefoniert es sich aber auch nur schlecht, also machte ich meinen Kram erst fertig und rief ihn dann auf dem Weg zum Kaffee holen zurück. Es folgte ein sehr nettes Gespräch, wirklich wie früher und ach, ach, ach, wieso bin ich da weg gegangen? Ich brachte mein Anliegen vor („Ich hab mich auf was beworben, wo ich viel Validieren und Qualifizieren müsste und jetzt, wonach das Vorstellungsgespräch bald hab, ist mir leider aufgefallen, dass ich das alles total vergessen hab!“) und er sagte die richtigen Worte („Richtigkeit, Robustheit, LoD, LoQ…“) um meine verschollenen Erinnerungen zu reaktivieren und nannte noch die EMA-Richtlinie dazu, genau, dachte ich, die war das. Lang ist’s her. Dann noch ein bisschen Klatsch und Tratsch und allgemeines Palaver über welche Projekte grade so laufen (zum Teil die Selben wie vor 4 Jahren, ich könnte vermutlich morgen wieder… aber lassen wir das) und „Wieso sitzt du denn noch an der Cleanbench, ich dachte du schreibst zusammen?“ und dann musste ich ihn auch mal wieder arbeiten lassen. Hachseufz. Das hatte schon Gründe, weshalb ich damals, als ich mich da verabschiedet habe, Rotz und Wasser geheult habe. Vor allen. Und es war mir auch nur ein ganz klein bisschen peinlich und im Nachhinein gar nicht mehr.

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Ziemlich genau jetzt vor fünf Jahren ging ich ins Bett. Und in ca. 30 Minuten vor fünf Jahren platzte dort auch die Fruchtblase und das war nicht nur viel wegen hohem Stand, sondern auch noch dunkelgrün wegen Mekonium und keine Unterlage der Welt (auf denen ich ja schon seit Wochen schlief) hätte das aufsaugen können. Weshalb Herr Rabe auch schon am 1. Tag einen Abstecher nach Hause machte, um Laken, Matratzenschoner und meinen Thron aus Handtüchern, auf dem ich die Ankunft der Sanitäter erwartete, zu waschen. Dafür bin ich Herrn Rabe immernoch sehr dankbar.

Tag 792 – Knapp daneben…

Da war er also, der Tag, an dem ich endlich, endlich die Mikroskopbilder für den Artikel, der wohl nie eingereicht werden wird, fixen sollte. Alles passte jetzt: „die guten“ Deckgläschen, das richtige Mounting Medium, die Färbung hatte funktioniert und die Farbstofffreien Medien hatten den Background im roten Kanal auf quasi nichts reduziert. So schön.

Und dann kolonialisieren die Drecksproteine nicht mehr. What the actual fuck?!?

Bleibt die winzige Hoffnung, dass es einfach ne blöde Idee war, die Zellen doch nicht so sehr zu stressen, damit sie nicht wie frittiert aussehen. Zellen, die auf Oberflächen wachsen, sollten nicht aussehen wie Hackbällchen, der Chef wünschte sich etwas gesündere Zellen. Vielleicht ist es ein Dosis-Effekt. Darum könnten wir herumargumentieren. Aber, Alter, hätte das nicht einfach mal klappen können? Ich wollte doch nicht meinen Kollegen drölfzig Zelllinien hinterlassen, jetzt muss ich die aber alle aufbewahren, falls ich nochmal neue aufsetzen muss. Für Bilder. Die ja einfach hätten klappen können, bittedanke.

Hrmpf.

(Bestellte Antikörper auch noch nicht da. Die Zeit rennt. Mir davon.)

Tag 791 – Wochenende schon wieder um.

Feststellungen:

  • Pippi will am Wochenende partout keinen Mittagsschlaf machen. Es hat auch keinen Zweck, sie hinzulegen, sich mit ihr hinzulegen, sie in den Kinderwagen oder die Kraxe zu packen oder oder oder. Bringt alles absolut gar nichts. Sie schläft nicht. Dafür kippt sie zwischen vier und fünf dann einfach wo sie grade geht und steht um und pennt ein. Was natürlich auch irgendwie blöd ist, weil sie dann nach nem Nickerchen genug Energie hat, um bis neun herumzuspringen oder aber – wenn wir sie einfach schlafen lassen – sie ist um drei Uhr nachts ausgeschlafen. Alles Murks. Aber nur ne Phase.
  • Manche Dinge erledigen sich quasi von selbst. Zum Beispiel waren beide „soll ich, soll ich nicht?“-Produkte von The Ordinary grade out of stock. Rest ist bestellt und ich bin sehr (!) gespannt. Und werde berichten. Vielleicht dürfen Sie dabei sein, wenn ich zum ersten Mal in meinem Leben Foundation* auftrage. Das dürfte lustig werden.
  • Ich brauche dringend eine andere Lösung für die Lagerung meines Schminkkrams. Jetzt fliegt alles mehr oder weniger lose in einer Schublade herum, die platzt bald und überhaupt ist das einfach unübersichtlich und blöd.
  • Fünf Stunden Schlaf sind zu wenig.
  • Am Wochenende arbeiten macht echt gar keinen Spaß, vor allem nicht, wenn man alleine im Labor ist und es aus unerfindlichen Gründen verbrannt riecht**.

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* Hieß „Foundation“ früher™ „Make Up“? Dann habe ich gestern meine letzte „Foundation“ wegen riecht komisch und trug sich auch sehr seltsam weggeworfen. Und dann habe ich das natürlich früher™ sehr wohl benutzt. Manchmal und stümperhaft. Könnte also trotzdem lustig werden. Vor allem, weil ich meine Hautfarbe nicht so wirklich gut weiß, das Ergebnis könnte also vielleicht Schweinchen Babe sein oder aber Raucherhaushaltrauhfaser.

** bestimmt nur ein Kamin, der irgendwo an war und die Lüftung hat dann den Geruch reingepustet. Bestimmt!

Tag 790 – Lost in Beautydings.

Erst habe ich mich beim Rasieren zum tausendsten Mal über meine vielen eingewachsenen Härchen geärgert und danach gegoogelt, was man da machen kann. Fazit: mache ich schon alles, bringt alles nix, das einzige was noch was bringen könnte, wäre halt gar nicht enthaaren oder dauerhaft enthaaren, was aber gar nicht geht, weil blond.

Dann über einen Schminktutorial-Kanal bei YouTube gestolpert und hängengeblieben.

Beim Waschen am Abend etwas zu genau in den Spiegel geschaut und, naja, meine Haut ist grade echt nicht gut. Eigentlich ist sie wieder wie damals, als ich auf reizfreie Hautpflege umgestellt habe: ich habe große Poren, Pickel und trockene, schuppige Stellen. Dabei benutze ich seit Ewigkeiten die gleichen Produkte und es war schon mal viel besser. Aber meine Haut möchte gerne was ändern, das BHA-Peeling akzeptiert sie immernoch eher schlecht als recht jeden zweiten Tag und das mit der fettigen, trockenen und pickligen Haut soll ja so auch nicht sein.

Dann passierte Google, es öffnete sich mit der The Ordinary-Webseite ein Loch im Raum-Zeit-Kontinuum und so wird das ja auch nix mit meinem eigentlich dringendsten* Beautyproblem: roten Augen voller geplatzter und sonstwie sichtbarer Äderchen.

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*dringend ist das natürlich nicht, ich finde mich nach wie vor nicht irgendwie furchtbar hässlich, ich würde nur gerne noch besser aussehen! Und dazu gehört eben auch eine gesunde Haut und nicht-Mombie-Augen.

Tag 789 – Mal wieder eine Verteidigung.

Und zum ersten Mal hatte ich während des Fragereiteils nicht das Gefühl, dass ich ganz sicher bei meiner eigenen sterben muss. Dass das schon gehen wird. Dass ich nicht komplett ahnungslos bin. Schönschön.

Arme Verteidigende aber. Im 9. Monat schwanger und nächste Woche Umzug. Geschickt: sie hatte unter der blickdichten, schwarzen Strumpfhose hautfarbene (?) Stützstrümpfe an. Die sag man echt kaum und mit so ner Murmel stundenlang stehen ist ja auch für manche nicht so wirklich schön.

Die ganze Familie war dabei. Die ganze Bauernfamile. Ihr Opa hat 6 Jahre Schule gemacht. Danach war Essen auf den Tisch bringen wichtiger. Solche Welten kenne ich echt kaum, da überlappen die Lebensrealitäten wirklich nur minimal und zu genau solchen Gelegenheiten.

Die Mutter der Verteidigenden hat das Essen für die Feier gekocht. Für fast 60 Leute. Elch-, ähh, Gryte halt, aus vom Bruder und Vater der Verteidigendem selbstgejagtem Elch, mit selbst gesammelten Pilzen und Karotten und Kartoffeln vom eigenen Hof. Selbstgemachtes Flatbrød. Nur der Brokkoli war gekauft. Meine Güte, war das lecker.

Von der Schwester der Disputierenden handgeletterte Tischkärtchen.

Nicht im Bild: der Snickerskuchen, den es zum Nachtisch gab. Den habe ich zu schnell aufgegessen, so lecker war der.

Abgefahrener Abend.