Tag 473 – Schön, schön. 

Ein Tag, der sehr viel Potential hatte, richtig bescheiden zu werden, das aber nie tat. Angefangen hat es mit Kindern, die sich beim Abliefern im Kindergarten kaum noch verabschieden, weil sie es so eilig haben, mit Peers und Betreuer*Innen zu spielen und Weihnachtslieder zu singen und Raritäten für die Weihnachtszeit anzufertigen. Bei der Arbeit setzte ich mich dann direkt an die Präsentation, die ich um zwölf halten sollte, was ich seit, hmmm, drei Monaten weiß. Gestern hatte ich schon meine Daten eine Stunde lang mit meinem german stare sauer angestarrt, leider wurden sie davon auch nicht besser. Das war allerdings auch schon alles, was ich für die Präsentation bisher getan hatte. Also bastelte ich gute drei Stunden an der Präsentation, verzichtete auf so gut wie allen Text (keine Zeit!) und ein paar unwichtige Ergebnisse (keine Zeit!!!), machte aber ein paar hübsche Bildchen und Modelle in Power Point, weil ich das auch selber mag, hübsche Bildchen und Modelle gezeigt zu bekommen. Um zwanzig vor zwölf war ich fertig, wog kurz zwischen Kaffee und richtigem Mittagessen ab, schmierte mir dann ein Brot und aß es auf dem Weg zum Kaffee holen. 

Exkurs: ich hasse es, vor Leuten zu reden. Selbst, wenn es nur zwanzig sind und die alle meine Kollegen sind und ich wirklich, wirklich weiß, dass die mir nix böses wollen, ich mag es einfach nicht. Gar nicht. 

Der Vortrag war auf zwanzig Minuten ausgelegt, aber quasi dreigeteilt, weil das Projekt momentan drei lose Enden hat. Nach jedem Teil der Präsentation hatte ich sozusagen eine Diskussionsrunde eingeplant, weil wir teilweise echt festhängen und nicht weiter wissen und ich bat also um Input. Und Input und Diskussion bekam ich, niemand hielt mich für blöd, weil ich festhänge oder die Daten zu schlecht oder zu unaussagekräftig zum Publizieren sind. Voll supi, echt. Jetzt habe ich ein paar neue Ideen, was ich noch machen kann, um die losen Enden festzuzurren und etwas neue Motivation. Allerdings zog sich die Präsentiererei durch die viele Diskussion auf, tadadaaa, fast eineinhalb Stunden. Was mich am meisten überraschte, war dass ich hinterher von zwei Seiten spontanes Feedback zum Vortrag bekam, nämlich, dass das sehr gut gewesen sei, so viel Raum für Austausch zu schaffen und ich hätte eine unterhaltsame Art* zu präsentieren, schöne Modelle seien das gewesen. Sehr klar und übersichtlich**. Ich schaffte es sogar, das Kompliment einfach anzunehmen und nicht irgendsowas wie „ach, das hab ich heute morgen schnell zusammengeklöppelt, das war echt nicht der Rede wert“ rauszuhauen, wie sonst meistens. Ich muss mir dafür selbst mal auf die Schulter klopfen. Ich werde besser. (Also nicht beim Prokrastinieren, da werde ich schlimmer.)

Danach hatte ich mörderische Kopfschmerzen, aber noch Laborarbeit zu machen, das lief so lala. Zwischendurch trank ich noch einen (widerlichen Brüh-)Kaffee mit einem meiner Lieblingskollegen, der heute morgen schon angefragt hatte, was ich aber wegen des Vortrags ablehnen musste. Wir schnackten ein bisschen über sein neues Haus und Arbeit und mit wem von unseren Kollegen man lieber nicht zusammenarbeiten möchte, dann ging ich zurück ins Labor um weitere verrückte Ergebnisse zu erzeugen und dann war endlich, endlich Feierabend. Der gemeldete Starkregen passierte gerade, im Bus saßen viele nasse Menschen, meine Kopfschmerzen wurden nicht besser, dafür meldete sich mein Magen ziemlich deutlich. Insgesamt eine eher unschöne Heimfahrt. 

Auch eine eher unschöne Ankunft, denn nachdem Herr Rabe mit Blick auf seinen Kontostand*** meinte, wir könnten doch mal wieder auswärts Pizza essen, rastete Michel aus und wollte zu Hause bleiben. Tja, ich (mühsam unterdrückt) hangry, Michel (ohne es zu wissen) hangry, ungute Kombi. Wir kamen trotzdem ohne Mord im Restaurant an und nachdem die Kinderpizza auf dem Tisch stand war auch Michel wieder mehr als verträglich. Er aß sogar ein Stück von Herr Rabes und meiner**** Pizza und bat um extra viel Ruccola. Salat, so erklärte er mir beim ins Bett gehen, ist nämlich sein Lieblingsessen*****. Überhaupt war das Essen total lecker, die Kinder friedlich und niedlich und auch halbwegs sauber und insgesamt gesellschaftsfähig. Das kann man ja von einem 4- und einer 1-Jährigen auch weder erwarten noch immer behaupten. 

Dank Espresso nach und Cola zum und Ibuprofen vorm Essen waren wieder zu Hause sogar die Kopfschmerzen weg, Ich gönnte mir ein Mini Glas Rotwein (jaja, die Leber schreit, ich weiß) zu Gilmore Girls****** und Stricken und ja, doch, das war ein richtig feiner Tag. Meist. 

* Galgenhumor

** gezwungenermaßen, ain’t nobody got time for mehr als ein Ribosom pro RNA

*** im Dezember zahlen wir nur die Hälfte der Einkommenssteuer*******

**** wir hatten jeder eine, aber tauschten nach der Hälfte

***** und Zebra, sagte er. In echt ist sein Lieblingsessen nach wie vor Nudeln ohne alles. 

****** noch nicht die neuen Folgen, ich bin jetzt bei S07E20

******* Dafür zahlen wir sonst halt mehr. Die Jahressteuer teilt sich auf 10,5 Beitragsmonate auf. Im Juni zahlen wir keine, im Dezember nur die halbe Einkommenssteuer. So hat man, unabhängig von irgendwelchen Betriebs- oder Gewerkschafts-Vereinbarungen quasi Urlaubs- und Weihnachtsgeld, das man übers Jahr selbst anspart. Ist ne nette Sache, aber nicht(!) ein Geschenk vom Staat, wie es gerne mal auf Facebook behauptet wird. 

Tag 472 – Was ich alles kann!

Heute wurde mir wieder was angespült, über das ich mich aufgeregt habe. Es ging so in die Richtung „Der Feminismus™ verbietet den Frauen das Aufgehen im Mutter-Sein!“. Mich ärgert das nicht zum ersten Mal. Ich finde nämlich, das ist eins der größten  Missverständnisse über den Feminismus überhaupt. Ein paar Beispiele:

  • Ich kann Feministin sein und heterosexuell.  
  • Ich kann Feministin sein, obwohl mir Pornos total wurscht sind. 
  • Ich kann Feministin sein und ein bisschen prüde. 
  • Ich kann Feministin sein und anerkennen, dass das Patriarchat auch für Männer nicht nur Vorteile hat. 
  • Ich kann Feministin sein und Nagellack und Schminke und High Heels mögen. 
  • Ich kann Feministin sein und Kleider mögen.
  • Ich kann Feministin sein und gerne kochen und backen. 
  • Ich kann Feministin sein und Freude am Selbermachen von Dingen haben. 
  • Ich kann Feministin sein und gerne Nähen. 
  • Ich kann Feministin sein und nicht ganz so gerne Stricken. 
  • Ich kann Feministin sein und Ballett mögen. 
  • Ich kann sogar Feministin sein und meine Kinder vielleicht später mal zum Ballett gehen lassen, wenn sie wollen. Ja, auch das Mädchen. 
  • Und vor allem! kann ich Feministin sein und gerne Mutter. 

Meine Art von Feminismus ist ein offener. Einer, der sich am liebsten schnellstmöglich selbst unnötig machen möchte. Der trotzdem noch nötig ist, solange Mädchen glauben, sie könnten kein Mathe weil halt. Solange ehemals gleichberechtigte Beziehungen weiterhin und ungewollt in Abhängigkeiten und veraltete Rollenmuster kippen, sobald Kinder geboren werden. Solange nicht jede Form der Partnerschaft und der Familie gleichwertig ist. Solange wilde Kinder in „Jungs sind halt so“ und „wer soll die denn mal heiraten?“ unterteilt werden und ruhige Kinder in „Puppenmami“ und „tobt der sich denn nie aus?“. Solange Männer jünger sterben als Frauen und viel häufiger Suizid begehen. Solange vermeintliche Verweiblichung Männer in ihrem Ansehen herabsetzt. Solange Trans-Frauen im Ansehen absteigen, wenn sie als Frau zu leben beginnen, während Trans-Männer im Ansehen aufsteigen.

Mein Feminismus hört aber da auf, wo anderen vorgeschrieben wird, wie sie zu sein haben. DU MUSST VOLLZEIT ARBEITEN! Nein. Ich möchte, dass jede*R die Wahl hat, zu arbeiten, dass die Jobvergabe und die Bezahlung nicht am Geschlecht oder dem Familienstand hängt. DU MUSST SOUNDSOLANGE ZU HAUSE BLEIBEN, WENN DU KINDER HAST. Nein. Ich möchte, dass jede*R die Wahl hat, seine Kinder zu Hause zu betreuen. Eine wirklich freie Wahl, getroffen ohne Rollenerwartungen und „Mein Mann würde ja gerne, aber bei IHM geht das WIRKLICH nicht.“ DU MUSST KARRIERE MACHEN WOLLEN! Nein. Ich möchte, dass jeder mit einer zeitlich ausfüllenden Tätigkeit gut über die Runden kommt, auch ohne Ellenbogenmentalität und dem ständigen Blick nach oben zum Mehr und Besser und Größer. Und auch ohne mit den Jahren immer besorgter aufs Rentenkonto schielen zu müssen, wie viele Frauen, die unbezahlte Care-Arbeit (aka. Kinderbetreuung zu Hause) verrichten. DU DARFST DICH IN DEINEM KÖRPER NICHT UNWOHL FÜHLEN! Nein. Aber es soll keinem Menschen vorgeschrieben werden, wie er oder sie sich bei Körperform X oder Aussehen Z zu fühlen hat. 

Sehen Sie, ich bin absolut nicht der Meinung, dass Frauen die besseren Menschen sind. Oder Männer. Ich finde Sexismus gegenüber Männern (zum Beispiel Männergrippewitze oder so ‚Männer denken nur mit dem Pimmel‘-Anspielungen oder – noch schlimmer – die weit verbreitete Annahme, Männer hätten sich einfach nicht unter Kontrolle und deshalb könne Ihnen der Anblick von  weiblicher Haut/ bestimmter Kleidung/ Haaren nicht zugemutet werden) genauso schlimm, wie gegenüber Frauen. Nach ein paar Jahrtausenden Patriarchat braucht es meiner Meinung nach aber einen starken Gegenpol und da reicht bloßer Anti-Sexismus nicht. Deshalb bezeichne ich mich weiter als Feministin. Und verbiete keinem Menschen was. Whatever floats your boat. 

(Nur wenn du dich sexistisch äußerst, dann fliegst du halt aus meiner Filterbubble.)

Tag 471 – Sie werden so schnell groß…

Ich rede von den Schnecken. 



Ja, sie hat probiert, ob ich essbar bin. Ja, das fühlt sich sehr lustig an. Ja, auch das auf der Hand rumkriechen fühlt sich lustig an. 

Wussten Sie, dass Schnecken beim Kriechen tatsächlich Geräusche machen? Ich auch nicht. So ein leises Geschmatze ist das. 

Zu Weihnachten wünschen sich die Schnecken eine Heizmatte fürs Terrarium, tagsüber kühlt die Wohnung doch ganz schön ab und wir sehen die Schnecken kaum noch, weil sie sich immer komplett eingraben. Eier haben sie auch noch keine gelegt, das heißt wohl, dass sie sich nicht ganz wohl fühlen. Ab und zu buddeln wir sie aus, um zu gucken, ob es ihnen gut geht. Tut es, aber optimal ist’s halt nicht. 

Tag 470 – Hupsi. 

Hab ich mich doch versehentlich selbst mit Einschlafbegleitet. Tja. Also Pippi schläft jetzt. Ich wurde durch einen emailplingelton wieder wach, weil ich nämlich eine Mail auf meine RICHTIG EIGENE Blog-Mailadresse bekam. Die gab es nämlich zur *Trommelwirbel* neuen blogdomain dazu. Gestern Abend überzeugte mich Herr Rabe sehr spontan vom Erwerb der rabensalat.blog Domain, ich wollte dann noch ein mach-die -Werbung-weg-Paket dazu und Herr Rabe meinte, ein Privacy-Dings (das unsere Namen nicht als Seiteninhaber angezeigt werden) sei auch nicht schlecht. Und siehe da: nach nur kurzer Verwirrung klappt das alles wie am Schnürchen. Ich mag WordPress. Dafür kostet mein kleines Hobby hier jetzt ein bisschen was. Aber echt nur ein bisschen. 

Also: Fanpost an die Mailadresse, die ich gleich noch ins Impressum schreibe (haben Sie überhaupt gemerkt, dass ich jetzt ein Impressum habe? Mir wurde gesagt, man bräuchte eins. Also machte ich eins, halbherzig und bestimmt nicht rechtssicher, und die ersten fünf Monate war es außerdem unsichtbar, wegen Dooftrotteligkeit meinerseits, aber hey, man kann nicht alles haben.) und Bilder von Schnecken auch gerne (Dankeschön, ich hab mich sehr gefreut!). 

Tag 469 – Was ich gestern eigentlich schreiben wollte. 

Eigentlich, aber dann war ich ja zu traurig, wollte ich gestern mal wieder ein paar mehr Bilder zeigen. Dann machte ich aber auch wieder nur welche von doofen Motiven. Tjanun. Ich will sie Ihnen trotzdem nicht vorenthalten. Ein paar von den Kindern sind ja auch dabei. 

Gehört eigentlich noch zum Samstag: ich habe Michels Marienkäferumhang genäht. Jetzt ist er ein richtiger König und Pippi ist eine Pränsässän. Sagt er.


Sonntagmorgenfrühstück mit Pancakes.

Die Austernpilze wachsen, allerdings nach oben raus. Soll mir recht sein. Inzwischen riechen sie auch richtig nach Pilzen.

Pippi will wieder in die Dusche.

Die Babysitterin hat die Kinder mit nach draußen genommen. Beide! Juhuuu! Ich nutze die Zeit und… mache Eis für Pippi. Hier: Mango-Banane-Apfelsaft. Danach löse ich drei der fünf Kramboxen auf und schmeiße rigoros zwei Tonnen Kinderkunst weg. Auch die Kastanien (schimmelig) und die gepressten Blätter (alle braun und unansehnlich) müssen dran glauben. Wenn schon in mir Chaos ist, dann will ich es wenigstens außen ordentlich haben.

Herr Rabe nutzt die Zeit und räumt den hinteren Flur um. Wegen Brandschutz wurden wir von der Nachbarin etwas unfreundlich darauf hingewiesen, dass da nichts stehen darf. Bis Dienstag solle das Zeug da weg. Ja. Da gehorcht man doch gern.

Herr Rabe und Michel bauen ein Pfefferkuchenhaus.

Das fertige Haus. Mit Fledermäusen unterm Dach und Elchkacke vom weißen Elch vor der Tür.


Sonntag Abend ist wie Samstag Abend: ich hocke im Labor rum. Bis das Medium warm ist, höre ich Radio und bastle an meinem Projekt.


So war unser Sonntag. Nicht im Bild: ich hab zwei neue Pilzeimer angesetzt. Wir werden demnächst die sein, denen alle aus dem Weg gehen, weil sie sonst Austernpilze oder -Kultur angedreht bekommen. Wie früher mit dem Hermann. Das wird schön. 

Tag 468 – November. 

Jeden November geht meine Laune langsam aber stetig in den Keller. Auf allen Ebenen. Das gipfelt irgendwann gegen Mitte des Monats. Da bin ich phasenweise wieder sieben Jahre alt und meine ganze kleine Welt gerät nicht nur aus den Fugen, sie klatscht an die nächste Wand und fließt dann langsam klebrig runter wie Pudding. Da ist mein Vater plötzlich (mal wieder) weg, meine Mutter hysterisch und alle anderen Erwachsenen sehr besorgt. Und irgendwann steht die Polizei vor der Tür. 

Tag 467 – Samstag halt. 

Viel zu tun, wenig Zeit, außerdem hab ich mir in meiner Post-Krankheits-Pre-Progressreport-Panik noch selbst Arbeit aufgehalst und musste heute und muss auch morgen eine Stunde ins Labor. 

Kinder viel zu spät in Richtung Bett bekommen, dann ruft auch noch Herr Rabes Vater mitten im Zähneputzen-Prozess an. Meine Schwiegermutter ist seit über vier Wochen im Krankenhaus, zuerst, um die Medikamente einzustellen, dann doch noch länger (und auf der gerontopsychiatrischen Station), um eine ordentliche Diagnose zu bekommen, jetzt immer noch, weil die ganze Situation (sie steht zum Beispiel mehrmals nachts auf und meint, sich anziehen zu müssen und ist nur sehr schwer vom Gegenteil zu überzeugen. Sie bekam mal Schlaftabletten, aber die haben sie so aus den Latschen gehauen, dass sie an Ort und Stelle einschlief und mein Schwiegervater den Notarzt rufen musste, der sie dann ins Bett gehievt hat. Mein Schwiegervater dachte, sie wär ins Koma gefallen oder so.) für meinen Schwiegervater nicht mehr zu stemmen ist. Sie suchen einen Platz für sie in einem Heim. So lange bleibt sie im Krankenhaus. 

Ja. 

Heim. 

To Do’s:

  • Ehevertrag*
  • Testament
  • Patientenverfügung

Erwachsen sein stinkt. 

*naja. Sowas in der Art. Irgendwie. 

Tag 466 – Alter. 

Michel sitzt ja gerne auf dem Schoß, eh und im Moment noch mehr, weil hier leider A-Phasen-bedingt dauernd die Fetzen fliegen. Zum Vertragen ist er dann sehr kuschelig, trifft sich gut, ich nämlich auch. Jedenfalls saßen wir so gestapelt da und ich scrollte durch meine Twitter-Timeline. 

„Mama? Bist das du?“ Michel zeigt auf das Bild von Frau, Ähh, Mutti. Ich lache ein bisschen, Frau Mutti sieht mir einfach Null ähnlich. „Nein, das ist Frau Mutti. Die hat auch Kinder, die sind aber schon groß.“ „Hmm, so… fünf, oder?“ Fünf ist bei Michel der Maßstab für ‚Großes Kind‘.  „Nein, die sind schon ganz groß. Erwachsene sind das schon.“ „Ah. So wie du? … Ist das dann deine Mama?!?“

Manchmal ist er ja schon putzig, der Zwerg. Nur das mit Altersangaben und Verwandschaftsverhältnissen, das üben wir noch. 

Ich soll übrigens weiter ausrichten, das das eine lustige Geburtstagskrone ist. 

Tag 465 – Re-entering productivity mode.

Es geht tatsächlich aufwärts mit meiner Gesundheit, wenn auch nur in kleinen Schritten. Aber immerhin habe ich heute wieder ein paar Sachen geschafft* und sogar einen Ausflug gemacht! Tadaaaa! Gut, danach war ich ziemlich fertig, aber immerhin erst danach!

Mein Ausflug führte mich zu einem Nähladen in der Stadt. Dem sehr hilfsbereiten Mann da zeigte ich die am Samstag gekauften Billig-Maschinennadeln und fragte, ob die zu meiner Maschine passen würden. Andernfalls, das sagte ich gleich, würde ich gerne bei ihm passende Nadeln kaufen. „Jaja, die können Sie nehmen!“ sagte der Mann. Er erklärte mir auf Nachfrage auch, wo der Unterschied zwischen Billig-Nadeln und Markenware ist (der Stahl und die Verarbeitung) und nannte mir einen Preis, der erschreckend nah an dem der ‚Billig‘-Nadeln war. Vor lauter Dankbarkeit über die Nicht-Abzocke (und weil drei einfach zu wenige sind) kaufte ich fünf Unterfadenspulen und bezahlte bis auf 10 Øre (gibt ja keine Øre-Münzen, wäre also eh aufgerundet worden) den gleichen Preis wie für eine Packung Nadeln. Und ab jetzt weiß ich, wo ich Kram für meine Nähmaschine bekomme. 

Zu Hause sprang ich direkt ins Auto, weil es doch schon etwas spät geworden war und fuhr direkt in die Vorhölle zu einem großen Spielzeugladen mit vielen komischen Apostrophs im Namen. Das heißt, erst stand ich ein bisschen im Stau herum, weil Feierabendverkehr. Aber so konnte ich wenigstens den Sonnenuntergang bewundern (um 15:15 Uhr). Im Spielzeugladen ging ich direkt in die Lego-Ecke und studierte auf dem Weg dorthin den Fußboden, um mich auf dem Weg nicht unnötig über irgendwas aufzuregen. Ich erwarb ein Duplo-Set (Zahlenzug) und ein Lego-Set (Creators 3in1 Dschungel-Tiere), das wird die diesjährige Adventskalender-Füllung. Seit gestern brennt mein Twitter weil sich die Muttis die Köpfe drüber einschlagen, ob man Adventskalender selber basteln kann/darf/soll und – wenn man sich dann zu irgendwas entschieden hat – ob man drüber reden/twittern/Bloggen/Pinterest-en darf. Ich vertrete wie immer die Meinung Macht-doch-was-ihr-wollt-Hauptsache-ihr-nervt-mich-nicht-und-lasst-mich-auch-machen. Die Kinder kriegen Adventskalender ohne Schoki (gibt eh genug Kekse und Süßkram in der Adventszeit), ohne billigen Plastikspielzeugkram (der dann rumfliegt und mich irre macht) ohne pädagogisch wertvolle „Gemeinsame Aktivitäten“-Gutscheine, und auch nicht wirklich richtig selbstgemacht. Die beiden heute gekauften Sets werden aufgeteilt in Butterbrotstütchen verpackt, Zahl drauf gemalt, aufgehängt, fertig. Zack, die Bohne, wie Frau Lohfink damals gerne sagte. 

Danach heizte ich etwas gestresst zum Kindergarten, der Stau hatte meinen eh straffen Zeitplan kaputt gemacht. Kinder hab ich abgeholt und dann sogar gekocht! 

(Dann war ich echt fertig.)

Als Tagesabschluss hab ich mich dann endlich an das enger machen des Pullis gemacht. Hier das Ergebnis. 

Yeah! Ich sehe nicht mehr aus wie ein braunes Baiser!

Gefühlt stand ich da total entspannt.

Das Nacken-Design-Detail.

Mit dem Pulli bin ich jetzt sehr zufrieden. 

Außerdem führe ich seit Uhrzeiten mal wieder einen Sauerteig nach modifizierter 3-Stufen-Führung. Mein sonst leicht hyperaktiver (und immer nur nach Detmolder 1-Stufen-Führung geführter) Roggensauer treibt nämlich irgendwie gar nicht mehr und riecht auch für meinen Geschmack etwas sehr stark nach Apfelessig. Jetzt teilt er sich den recht kühlen Platz im Flur mit den Austernpilzkulturen. Morgen backe ich dann ein Paderborner, das ist ein guter Test, ob sich der Teig erholt hat. 

*Es ist nicht so, als hätte ich gar nichts gemacht in den letzten Tagen. Ich hatte zum Beispiel Pippi zu Hause und musste mit ihr sehr lange Mittagsschlaf halten. Und außerdem stricke ich was, da kann ich aber aus Gründen hier nicht näher drauf eingehen und auch keine Bilder zeigen. Gedulden Sie sich ein bisschen, irgendwann zeig ich das hier, ich bin nämlich total stolz auf mich, das wird ganz schön!