Tag 514 – WmDedgT Januar ’17

Yeah, Es ist der 5., es ist WmDedgT-Zeit bei Frau Brüllen. Es folgt: eine wirre Darstellung meines wirren Tages. 

Um sechs klingelte der Wecker. Ich war darüber sehr irritiert, weil ich offenbar gestern vergessen habe, meinen Lichtwecker zu stellen. Deshalb war zwar Lärm aber nicht hell und mein Gehirn und die zirkadianen Hormonspiegel sagten: Nacht. Schlaf. Es ist Nacht. Guck, so niedlich, die Kinder…

Ewig langes Gesnooze und Gekuschel mit allen später gelang es mir dann aber doch, Pippi so an Michel zu drapieren, dass beide Kinder glaubten, ich sei noch da und so konnte ich aufstehen. Herr Rabe hatte schon Kaffee gemacht und ich schaffte tatsächlich fast eine ganze Haarwäsche, bevor er mit beiden Kindern auf dem Arm im Bad auftauchte. Nun denn. Wir machten also uns alle fertig und standen uns auf den Füßen im Bad, dann frühstückten die Kinder und Herr Rabe musste los. Damit er sich verabschieden konnte, klopfte ich an die Tür des Kinder-/Gästezimmers um meine Mutter zu wecken. Die stand dann auch auf und verabschiedete sich und war dann etwas im Weg, während ich versuchte, die Kinder fertig zu bekommen. Ich zog mit einem Nagellackriss Fäden aus Pippis Wollbody, da war am Mittelfinger rechts was gerissen, egal, dachte ich, aber dann splitterte das alles sehr unschön ab und Michel rödelte eh noch was mit Oma, Also entfernte ich fix den Nagellack. Seither sind meine Nagelhäute etwas blau, sieht ein bisschen ungesund aus, ungefähr so, als bekäme ich wirklich sehr schlecht Luft. Tjanun. 

Nach ordentlicher Zeitschinderei von Michel waren wir irgendwann aufbruchsbereit. Michel bestand darauf, dass er mit „Papa abesprochet“ habe, dass er den Schlitten mit zum Kindergarten nehmen dürfe. Um die Diskussion, die bei -11 Grad im Hausflur geführt wurde, schnell zu beenden, knotete ich den Schlitten an den Anhänger, hängte den Anhänger ans Rad, steckte Kinder und KiTa-Rucksäcke in den Anhänger und fuhr Sattelschleppergleich zum Kindergarten. Trotz dicker Skihandschuhe froren mir dabei fast die Fingerkuppen ab. Und mein Gefährt war insgesamt bestimmt vier Meter lang oder so. Naja. Immerhin war es schon hell. 

In der KiTa dann das Übliche: Michel reißt sich beim Reinkommen schon die Sachen vom Leib, Pippi setzt sich freudig auf die Treppe und hält mir ihre Füße zum Schuhe ausziehen hin, ich verteile Schuhe und Handschuhe, sammele Michels Sour aus Kleidungsstücken ein und verteile sie auf die entsprechenden Haken, pelle Pippi aus ihrem Schneeanzug, dann aus dem Wollanzug, dann überrede ich Pippi dazu, den Rucksack an den Haken zu hängen, kriege noch einen Schmatzer (wenn ich Glück habe ohne Lecken und ohne Schnodderlippe, heute hatte ich Glück), winkewinke, fertig. Michel ist da meistens schon verschwunden und spielt irgendwas. Manchmal kommt er nochmal angelaufen und sagt Tschüss, ganz manchmal kriege ich sogar noch einen Kuss (wenn keiner guckt, dafür aber inzwischen zuverlässig ohne Lecken und ohne Schnodderlippe). 

Heute besonders: gepetzt, dass die Schulkinder mit den privaten Schlitten der Kindergartenkinder spielen (das ist sicher kein Problem, bis sich entweder ein Kind mal richtig weh tut oder ein Schlitten kaputt geht). 

Dann zur Arbeit gefahren. Das geht im Grunde dank der Spikes super auf dem festgefahrenen Schnee. Aber! Bei -11 Grad hat mein Rad scheinbar keinerlei Federung mehr, was bei der eisigen Buckelpiste echt kein Spaß ist und auf weichem, matschigem Schnee mit glatten Steinen darunter bringen die Spikes überhaupt gar nix. Ich muss mir für solche Wetterlagen ne alternative Route überlegen, im Bakklandet fahre ich wie auf rohen Eiern. Unspaßig. 

Obwohl ich dann wegen allem schon echt spät dran war, ging ich noch einkaufen, ohne was gefrühstückt zu haben konnte ich mir keine zwei Stunden Arbeit ohne die Aussicht auf ein Mittagessen vorstellen. Ich kam bis zum Joghurt (alle griechischen Jughurteimer waren am 03.01. abgelaufen) als mein Handy klingelte. Ich ging eine Nanosekunde zu spät ran. Der Kindergarten. Ich versuchte zurückzurufen, aber es war besetzt. Dann rief Herr Rabe an. Pippi habe Fieber. Ich sagte, ich könne sie abholen. Ich kaufte in Windeseile zu Ende ein, vergaß über dem Umplan-Film in meinem Kopf, dem Laden wegen des Joghurts Bescheid zu sagen, fuhr sehr kurz im Labor vorbei und sagte meinem Kollegen, dass wir die Einweisung in das Magnet-Pipettier-Roboter-Maschinen-Dings verschieben müsste, räumte den frisch gekauften Käse in den Kühlschrank und fuhr wieder zurück zum Kindergarten. 

Pippi spielte fröhlich mit den größeren Kindern. 38,9 Grad habe sie gehabt. Zwei mal, im Abstand von 30 Minuten gemessen. Sonst sei sie wie immer. Nur warm. Es ginge ja auch so viel Grippe und Norovirus rum und Windpocken ja auch und überhaupt. 

Pippi hat garantiert weder Norovirus noch Grippe noch Windpocken. Was gut ist. Aber diese Panikmache immer, die nervt mich inzwischen ein bisschen. 

Naja. Also Pippi in den Anzug, dann in den Anhänger, Anhänger ans Rad. Ab nach Hause. Pippi grantig hoch zehn, nicht weil sie sich krank gefühlt hat, nein, ich durfte kaum meine Schuhe ausziehen, da hämmerte sie schon an die Tür, denn hinter der Tür ist der Esstisch und auf dem Esstisch steht immer irgendwas zu Essen. 

Drei Portionen Grøt, zwei umgekippte Becher und allerlei nervige Konversation mit meiner Mutter später war Pippi satt und weiterhin grantig, jetzt wegen Müdigkeit. Also wickeln und dann ab ins Bett. Ich hatte immer noch nichts gegessen. Leider ließ sich Pippi dann nicht davon überzeugen, alleine zu schlafen, insgesamt dauerte es fast ne Stunde, bis ich mich mit knurrendem Magen und randvoller Blase aus dem Bett mogeln konnte. Immerhin hatte ich so Zeit für Feedreader und Blogkommentare und dergleichen. Las ein bisschen herum und habe eventuell jetzt sowas wie eine Idee, weshalb meine Mutter ist wie sie ist. Whatsappte mit Menschen, die sie auch kennen und erfuhr, dass andere Menschen diese Idee auch schon ganz unabhängig von mir hatten. Interessant. 

Interessant auch, mit so einer Idee im Kopf ein Gespräch mit ihr zu führen. Aufschlussreich. Ich sag mal so: Hmm, Hmm. (Ach ja: ich aß zwei Scheiben Brot. Es waren noch vier da, aber die anderen zwei hätte ich vermutlich mit harten Bandagen verteidigen müssen, die aß dann jemand, der solange ich denken kann behauptet, nur einmal täglich, nämlich abends, zu essen.)

Pünktlich zur Verabschiedung war Pippi nach einer laut auf den Boden gefallenen Handtasche wach. Also verabschiedete ich meine Mutter mit Pippi auf dem Arm, Pippi winkte brav, wenigstens diesem Kind wurde nicht erzählt, wie gerne man es ja klauen würde (mir aber ne halbe Stunde zuvor noch gesagt „Für Pippi bräuchte ich noch ne Woche…“) und dann waren Pippi und ich alleine. 

Der Rest des Nachmittags verlief entspannt, wir guckten ein bisschen fern (ich, Pippi schlief), spielten ein bisschen, aßen (also Pippi, das neue Brot war noch halb gefroren) ein bisschen, twitterten ein bisschen und schon waren auch Herr Rabe und Michel da. 

Aus geschwisterlichen Differenzen heraus sahen wir dann auf zwei Endgeräten Mausclips. Einer Sachgeschichten, einer Mausclips. Herr Rabe kochte Nudeln. Dann gab es Essen, alle, auch Pippi, schaufelten den Riesenhaufen Nudeln mit oder ohne Soße/Pesto/Ketchup in nullkommanix weg und dann war es endlich Zeit, das gestern angekommene Paket von meiner Tante zu öffnen. 

Ja. Also, wir haben jetzt ein paar schicke Anziehsachen für 6-7 jährige Jungs und 2-4 jährige Mädchen. 

Außerdem hat Michel einen Autotransport-LKW bekommen, mit Autos, und Pippi einen von Michel annektierten Teddy. Deswegen spielten wir danach noch ein bisschen Autotransport. Herr Rabe machte Feuer im Kamin und wir sahen Rexto Plexto beim Aufsaugen des Holsspäne-Asche-Zeugs vorm Kamin zu. Und dann war auch schon Bettzeit. 

Beide Kinder bettfertig gemacht, einem Pinguin (Michel) und einer Meckermaus (Pippi) die Zähne geputzt, mit Herrn Rabe Michels Bett frisch bezogen und Michel gute Nacht gesagt. Omas Teddybären und das Bügelperlen-Herz, das ihr Michel geschenkt hat, gefunden. Pippi in die Trage gesteckt, herumgetragen, ins Bett verfrachtet, jetzt liege ich hier und darf wieder nicht weg, Pippi liegt auf meinem Bauch und ist warm, ich blogge, Herr Rabe war schon los und hat ein Verpackungsdings für den Teddybären und das Bügelperlenherz besorgt und ich freue mich auf eine Nacht mit viel räumlichem Abstand zu allem was vorhin noch sehr nah an mir dran war. 

Tag 513 – Danke. 

Ach, Sie alle, die Sie hier und anderswo so kommentieren. Ich mag sie alle sehr und es berührt mich, dass Sie so Anteil nehmen. Und Sie haben auch alle total recht, dass da ein Gespräch mehr als nötig ist. 

Und auch Sie haben recht, wenn Sie sagen, dass es mit mir und Pippi ja vielleicht irgendwann genauso kommt. Und soll ich Ihnen mal was sagen: das ist meine allerallerallergrößte Angst. Das toppt sogar die vor Spinnen und Flugzeugabstürzen. Dass meine Tochter mal so über mich denkt. Dass meine Tochter denkt, ihre Mama sei so instabil, dass sie Dinge lieber runterschluckt, als ihre Mama damit zu konfrontieren. Dass meine Tochter von klein auf lernt, ihre Emotionen im Zaum zu halten, weil die Emotionen ihrer Mutter größer und wichtiger sind. Und das jede nicht normgerechte Emotion in den Augen der Mutter einer psychischen Störung gleichkommt. Aber wissen Sie was: ich glaube es nicht. Denn ich bin nicht meine Mutter, ich habe nicht ihre Lebensgeschichte und damit auch nicht ihre Traumata (sondern andere) und vor allem bin ich dank meiner eigenen Lebensgeschichte hoffentlich etwas einfühlsamer, was die Beziehung zu meiner Tochter angeht. 

Sehen wir dann in 25 Jahren. 

Tag 512 – Orrrrrrrr!

Es reicht, ey. 

Erst will sie meine berufliche Zukunft mit mir diskutieren (dieses Gespräch nervt mich immer, weil das alles so ein großes, schwarzes Loch ist, aber mit ihr noch viel mehr weil ich dann direkt bitte noch ihre – natürlich unausgesprochenen – Wünsche mitdenken soll. Bei einem Thema, an das ich am liebsten überhaupt gar nicht denken möchte. Was sie nicht merkt und meine Gesprächsabwendungsversuche wurden auch einfach ignoriert) dann guckt sie mit uns fern und lacht in der allerletzten Sekunde der allerletzten Szene die in der Trage schlafende Pippi wach. Jetzt liegen wir hier wieder mit hellwachem Kind, in meinem Kopf kreist die nackte Zukunftspanik (ist ja nicht so, als könnte ich sonst grad supi dupi einschlafen oder könnte generell gut schlafen, durchschlafen oder was man sonst so im Bett tut) und in meinem Bauch kocht die Wut. 

Und die ganze Zeit frage ich mich, ob wir wohl auch einfach immer so weiter machen mit dem unausgesprochenen Scheiß zwischen uns, so wie sie und ihre Mutter es ja auch schon immer tun. Die Antwort ist wohl 50/50: entweder platzt alles irgendwann aus mir raus oder nicht. 

Tag 511 – Fehlplanung. 

Ich wollte eigentlich jetzt schon im Bett liegen. Aber erstens ist Pippi hellwach (wieder, nachdem ihre Nacht kurz war und sie dementsprechend heute Nachmittag total gerädert schlief sie früh ein) und zweitens habe ich über der neuen Sherlock-Folge vergessen, das Brot einzuschießen. Und jetzt muss ich noch 15 Minuten auf das Brot und vermutlich ca. 2 Stunden auf Pippis Schlaf warten. 

Reines Weizen(weiß-)brot ohne Hefe. Ziemlich viel Ofentrieb, gut, dass die Gare unbeabsichtigt verlängert wurde.


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Was anderes: ich war heute arbeiten und endlich bekam ich nach einer 3. e-mail Prism 7 installiert. Dann spielte ich den Tag über damit herum und jetzt bin ich sehr verliebt. So schöne Bildchen. Und so einfach! So muss das, Sigma Plot! Da bezahle ich (also von meinem Projektgeld) doch gerne für.

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Wenn man nur ein paar Stunden am Tag zu Hause ist, geht’s eigentlich mit dem Besuch haben. 

Tag 510 – Huch, wo ist der Urlaub hin?

Morgen muss ich wieder arbeiten. Und die Kinder müssen in den Kindergarten. Das ging mir jetzt doch etwas zu schnell, muss ich sagen. Ich habe eigentlich noch so viel vor. Zum Beispiel wird das sonst nie was mit der Ablage. Und hier ist es auch schon wieder so dreckig… Wischen müsste man mal. Und das Bad und die Küche putzen. Der Reparaturstapel zum nähenflickenstopfen ist auch nicht kleiner geworden. Immerhin haben wir die Kinderklamotten (und zwar alle!) durchsortiert und umgeordnet, damit uns nicht wieder Dinge durch die Lappen gehen, weil sie aus irgendeinem nicht mehr nachvollziehbaren Grund in irgendeiner ganz anderen Kiste als der vermuteten gelandet sind. Dafür hat sich dabei auch gleich der nächste Punkt auf die ToDo-Liste gemogelt: Zwei riesige Tüten zum Altkleidercontainer schleppen. Ach ja, ach ja. Aber mal ehrlich: besser, ich gehe morgen arbeiten, als dass ich hier alleine mit meiner Mutter hocke. Ist das schon fies, das zu sagen? Nun ja, sei’s drum. 

5/8


Vielleicht nehme ich mir Donnerstag dann frei zum Ablegen und Putzen. (Ja, das macht gar keinen Sinn, mir zum Putzen freizunehmen, weil mein Stundenlohn ja viel viel höher als der einer Putzhilfe ist, aber das ist ein ganz anderes Thema.)

Tag 508 – Jahresrückblick 2016. 

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr? 

Mmmmmnhmhmmmhmmm 7.

Zugenommen oder abgenommen? 

Beknackte Frage. Als wäre das wichtig. Außerdem habe ich keine Waage. Erfahrungsgemäß vermutlich ab, weil ich Anfang des Jahres besser durchtrainiert war, jetzt noch in die gleichen Klamotten passe, aber insgesamt weicher bin.Das Wichtige ist: Ich fühle mich wohl.

Haare länger oder kürzer?

Ähh. Ca. gleich. Aber endlich wieder blonder und nach ewigem Suchen habe ich endlich in Trondheim einen Frisör gefunden, zu dem ich gerne alle sechs Wochen gehe. 

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Auch ca. gleich. Ich hab jedenfalls nicht bemerkt, dass ich eine neue Brille bräuchte. (Und ich winke mal grade zu Frau Brüllen: exakt das gleiche „Problem“ hab ich mit Kontaktlinsen und Hornhautverkrümmung auch, aber nur auf einem Auge.)

Mehr Kohle oder weniger?

Mehr. Weil seit Mitte April wieder volles Gehalt, dazu jährliche Gehaltsstufenkletterei im Oktober. 


Mehr ausgegeben oder weniger? 

Schwer zu sagen. Mehr, glaube ich. Der Griechenlandurlaub war dann doch aufgrund seiner Länge recht teuer. 


Der hirnrissigste Plan?

Ganz alleine an einem Sonntag ein verrückt aufwändiges Experiment durchzuziehen.

Die gefährlichste Unternehmung?

Meine Fußgelenke möchten mich anschreien: in Strumpfhose und Laborpuschen was aus dem Stickstofftank holen. Das tat ich nämlich an meinem letzten Arbeitstag, kippte mir versehentlich ordentlich viel flüssigen Stickstoff über die Füße, schockfrostete meine Socken und habe immernoch stark juckende Blasen/verhornte Stellen genau in der Knickstelle Schienenbein-Fußoberseite. Dieses Dings mit Sicherheitsvorschriften und so sollte man vielleicht doch auch am letzten Arbeitstag bei der letzten „Amtshandlung“ noch befolgen. 


Die teuerste Anschaffung?

Rexto Plexto, der Staubsaugerroboter. Stimmt ja gar nicht! Mein Fahrrad.

Das leckerste Essen?

Hmmmm… die frischen Zitronen auf Korfu, mit griechischem Joghurt? Ja. Vermutlich die. 


Das beeindruckenste Buch?
 

‚Arbeit und Struktur‘ von Wolfgang Herrndorf. 

Der ergreifendste Film? 

Ähhhh. Ich heule ja bei jedem Film. Zum Beispiel bei ‚Alles steht Kopf‘, den haben wir irgendwann im Sommer gesehen. Da flossen sehr sehr viele Tränen bei mir. 

Die beste Serie?

Dag. 


Die beste CD?

Auch schwierig, weil ich nur eine neue CD  (California von Blink182) gekauft habe und die nicht soooo berauschend fand. Ich lande am Ende immer wieder bei den selben CDs. ‚A Rush of Blood to the Head‘ von Coldplay, ‚Echoes, Silence, Patience and Grace‘ von den FooFighters, ‚Origin of Symmetry‘ von Muse, ‚Elect the Dead‘ von Serj Tankian, das sind so Kandidaten, die ich immerimmerimmer wieder hören kann. Da kann ich jeden Ton mitsingen. (Und LeFrisur von Die Ärzte natürlich.)

Das schönste Konzert?

Mega traurig: ich war auf keinem. 

Die meiste Zeit verbracht mit…? 

Auch traurig aber wahr: alles mögliche hassen. 


Die schönste Zeit verbracht mit…?

Meiner Familie, also Herrn Rabe und den zwei Rübennasen. 


Vorherrschendes Gefühl 2016?
 

Das klappt nie im Leben. 


2016 zum ersten Mal getan?

Vier Wochen irgendwo Urlaub gemacht. Ein Fahrrad im Internet bestellt. Fahrräder Probe gefahren. Schnecken als Haustiere besorgt. Alkohol nach Norwegen bestellt (in Form von Herr Rabes Adventskalender und Überraschung: es war überhaupt gar kein Problem).


2016 nach langer Zeit wieder getan?

Ganz alleine irgendwo hin fahren (auf die Hochzeit meiner Cousine).


3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

Meinen vermuteten Rückfall in die Hyperthyreose im Sommer (mitsamt allen Hypochonder-Verdächtigungen). Die dezent nervenaufreibende Eingewöhnung von Pippi im Kindergarten. Den GEZ-Mist (Ha! Den kennen Sie ja gar nicht. Jetzt ist es gegessen, vielleicht schreibe ich jetzt mal drüber. Kurzer Hinweis an alle, die es betreffen mag: zahlen Sie einfach an die GEZ. Ehrlich. Ist besser so.)


Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Dass ein vierwöchiger Familienurlaub ne supergute Idee ist. 


Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Puh. Ich bin schlecht im Schenken. Aber ich glaube, Michel hat sich sehr über seinen Adventskalenderinhalt gefreut. 

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? 

Das tolle Wichtelpaket. 

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

https://twitter.com/i/tfb/v1/quick_promote/ios/790598390736355328

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe? 

„I got it! I got a survival curve of the knock outs and it’s beaaaauuuuutiful!“ 

Besseren Job oder schlechteren?

Besser in dem Sinne, dass ich ein neues Projekt bekommen habe, in dem es voran geht. Aber die Stelle ist die Gleiche. 


Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Pffft Nee. Nix gewonnen. Doch: Freunde. <3

Mehr bewegt oder weniger?

Im Durchschnitt 2016 mehr als im Durchschnitt 2015. Aber wesentlich weniger als am Jahresende 2015. Ich vermisse den Muttisport tatsächlich noch ein bisschen. 

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Och, ging. Viel Rotzerei, NULL MAL MAGEN-DARM!  


Davon war für Dich die Schlimmste? 

Die mordsfette Erkältung mit Fieber und allem Tralala Ende des Jahres. 


Dein Wort des Jahres?

RNA-Editing. 

Dein Unwort des Jahres?

Authentizität. 

Dein Lieblingsblog des Jahres?

Da sind mehrere. Herr Paul. 2kinderküchebadbalkon. Und ich bin so froh, wieder ein nahezu tägliches Piep von Frau Novemberregen zu hören. Außer Konkurrenz: Frau Lila und der Lila Podcast. 


Dein grösster Wunsch fürs kommende Jahr?

Mit dem PhD fertig werden ohne Verlängerung zu brauchen. 


2016 war mit 1 Wort…?

Anstrengend. 

Tag 507 – Der Adler ist gelandet. 

Ich hatte mir das so einfach vorgestellt mit dem nicht so fies sein. Einfach, naja, nicht so fies sein, den Sarkasmus wegpacken, versuchen, mich in meine Mutter reinzuversetzen, Beziehung auf Augenhöhe und der ganze Kram. 

Es ist nicht einfach. 

Außerdem: wann soll ich denn jetzt bitte nen Jahresrückblick schreiben, wenn ich dauernd damit beschäftigt bin, nicht fies zu sein? Vermutlich hätte ich das in den letzten Tagen in meiner Blase der Glückseligkeit machen sollen. Tjanun, habe ich nicht. 

Und jetzt muss ich zurück zu meinem Brötchenteig. Dem gegenüber bin ich nicht fies. Das ist einfach. Meine Mutter bastelt derweil Lego mit Michel, Pippi schläft in der Trage an mir dran, ich habe noch Wein und seit heute weitere zehn Tonnen Süßkram aus Deutschland. Hauptsache, der Wein lockert meine fiese Zunge nicht allzu sehr. 

Morgen Jahresrückblick. Muss irgendwie gehen. 

Tag 506 – Mama. 

Ich liege hier im Bett, endlich ist Pippi wieder eingeschlafen. Auf mir drauf. Aber egal. Wenn Sie dann schläft, ist fast alles vergessen, das Gebrüll, das Gekneife, das Erzählen und Aufstehen und sich selber so lange am Ohr zuppeln bis sie wieder ganz hellwach ist. Jetzt ist sie mein Baby. 85 cm Baby. So wie Michel mein 106 cm Baby ist. Und immer sein wird. 

Und dann denke ich an ein anderes Baby, eins das monatelang total viel brüllte und getragen werden wollte und nach einem Wohnungsbrand eine ganze Weile nur im Elternbett schlief. Und das all das durfte und trotzdem lieb gehabt wurde. 

Morgen kommt meine Mutter. Ich habe mir vorgenommen, zu versuchen, möglichst wenig fies zu ihr zu sein. 

Tag 505 – Urlaub, Hachz. 

Urlaub mit Kindern zu Hause. Ohne dass man irgendwen besuchen müsste oder überhaupt könnte. Ich finde das total großartig. Endlich kommt man mal zu all den liegen gebliebenen Dingen (Herr Rabe hat schon die Messer geschliffen und alle Holz-Kochutensilien abgeschmirgelt und geölt! Ich habe, ähhh, einen Staubsaugerroboter gekauft.)  und die Kinder sind halbwegs ruhig und entspannt weil eben nicht täglich drölfzig Leute zu besuchen sind. Und weil ich so entspannt bin und nicht sechstausend Dinge gleichzeitig in ein Wochenende quetschen muss, kann ich mir Zeit nehmen für Bügelperlen, Knete, Malen, Bücher vorlesen, Lego und wir haben sogar schon einmal eine Kinder-CD gehört. Außerdem kuscheln wir viel und kitzeln uns viel und erzählen uns viel (Michel vor allem, der ist weiterhin in der Laberphase) und haben uns gern. Selbst über Pippis nächtliche Bananen-Fressattacken* lachen wir gemeinsam. So harmonisch kann es hier gern öfter sein. 

*jede Nacht, gegen Mitternacht. Wird wach und hat Hunger. Wenn am nächsten Tag um sechs der Wecker klingelt, reagiere ich da gerne mal gereizt…