Tag 463 – Überprüf das!

Heute morgen, in meinem Kopfschmerz-Husten-Alles-Doof-Delirium, erreichte mich eine Mail an meine Arbeits-Emailadresse. Sie kam von Linda J. und ihr Inhalt lautete:

‚Bitte kontrollieren!‘

Kein Hallo, kein Tschüss, noch nicht mal ne angehängte Signatur. Ich war kurz etwas verwirrt und ehrlich gesagt auch leicht angepisst (was, bitte, ist das denn für ein Ton?), bis ich doch noch einen Anhang fand. Im Anhang befand sich noch eine Mail. Von einem Unternehmen, bei dem ich vor acht Wochen oder so mal Antikörper bestellt habe, die auch längst angekommen sind. Der Inhalt der Mail des Unternehmens lautete: 

‚Liebe Frau J., ihre Bestellung haben wir erhalten, blablabla. Leider haben wir für die letzte Bestellung ihrer Institution (Nummer blabla) noch keine Zahlung verbuchen können. Gemäß unserer AGBs blablabla schicken wir los, sobald die vorherige Rechnung beglichen ist. Mit freundlichen Grüßen – Antikörperfirma‘

Jetzt ist es so, dass wir unsere Bestellungen ja nicht selbst bezahlen. Oder überhaupt irgendwas selbst bestellen. Nein, nein. Das geht alles über den Server des Instituts, da trägt man ein, was man braucht, dann wird es von Menschen mit verschiedensten Nummern versehen, dann wird es weiter geschickt an die Zentrale Versorgung der Uni (hier irgendwo arbeitet Linda) und dann geht von da die echte Bestellung raus. Dann wird irgendwann das Gedöns geliefert, erstmal an die Zentrale Verteilungsstelle der Uni, die verzeichnen schon mal den Eingang und geben entsprechend Rückmeldung an den Lieferanten. Dann kriegen wir es und müssen nochmal bestätigen, dass die Ware in Ordnung (also noch kalt/gefroren/MHD nicht abgelaufen…) ist. Und dann gibt unsere Bestellmeisterin die Begleichung der Rechnung in Auftrag. Die dann wieder… egal, sie haben ja jetzt ein Bild.

Jedenfalls konnte ich mich noch sehr lebhaft dran erinnern, der Bestellmeisterin Bescheid gegeben zu haben, dass die Lieferung in Ordnung war. Ich gab ihr nämlich auch den Lieferschein, der noch im Paket war, normalerweise nimmt sie den schon mal raus. Das Paket war aber fälschlicherweise im falschen Gebäude gelandet, von da holte ich es ab. Überprüfte alles und gab den Lieferschein mitsamt der Aussage „alles ok!“ an die Bestellmeisterin.

Entsprechend ratlos war ich hinsichtlich Lindas Aufforderung. Ich schrieb mit meinem Matschkopf zurück, mit CC an die Bestellmeisterin:

‚Hallo Linda, Ich weiß nicht, wieso das nicht bezahlt wurde, ich leite die Mail an unsere Bestellmeisterin weiter, vielleicht kann die helfen. MfG- R.‘

Keine zwei Minuten später erhielt ich Abtwort von Linda:

‚Die Rechnung wurde am 24.10. bezahlt.‘

Mit stellen sich jetzt ein paar Fragen.

  1. Ist es so schwer, Hallo und Tschüss in eine Mail zu tippen?
  2. Warum kriege ich überhaupt eine (dank fehlender Höflichkeitsfloskeln recht barsch klingende) Aufforderung, irgendwas zu kontrollieren, wo Linda doch auch weiß, wie Bestellungen bei uns funktionieren?
  3. Warum kriege ich eine Aufforderung, irgendwas zu kontrollieren, das Linda ganz offensichtlich bereits kontrolliert hat?
  4. Was für eine Antwort erwartet Linda jetzt?

Kurz überlegte ich, mit ‚Aha!‘ zu antworten, ließ es dann aber doch einfach ganz. 

Morgen also vielleicht eine Auflösung. Wahrscheinlich aber nicht. 

Tag 462 – Meh. 

Ich sachs mal so: krank sein ist scheiße. Und auch wenn man nebenbei die halb kranke Pippi (Vormittag gut, Nachmittag leichtes Fieber) betreut, kommt man nicht dazu, sich selbst zu erholen. Immerhin macht Pippi Mittagsschlaf, so konnte ich mich nochmal zwei Stunden mit ihr hinlegen. Erstaunlich gut hat da auch geklappt, das Kindergarten-Programm durchzuziehen: wir haben Mittag gegessen, dann gab es eine frische Windel, sie bekam ihr Bärchen in die Hand und wir legten uns hin (gut, im Kindergarten legt sich keiner zu ihr ins Bett, obwohl sie am Anfang auch auf den Betreuerinnen schlafen durfte, was ich denen wiederum hoch anrechne!). Nach drei Minuten schlief sie. Mit ihrem Bärchen im Arm. Und schnarchte. So niedlich. Nicht ganz so niedlich: Dauergekreisch in den fiesesten Tonlagen, wenn ihr was nicht passt. Können Kinder mit 16 Monaten schon in die Autonomiephase kommen? Und wenn ja: ist das nicht extra gemein den Eltern gegenüber, wenn sie da noch nicht sprechen können? Im Moment verbringen wir nämlich viel Zeit damit, zu raten, was das Kind will. Um es uns dann um die Ohren hauen zu lassen, weils das falsche war. Das macht keinen Spaß. 

In diesem Sinne: gute Nacht (ja, echt, das muss ja irgendwie mal besser werden mit mir)!

Tag 461 – Bilder von Eimern. 

Wegen alles doof und alle krank und überhaupt heute wieder fast nix geschafft. Ok, gesaugt, gewischt, Flur aufgeräumt, das haben wir mit vereinten Kräften hinbekommen. Aber die Kinderklamotten stehen genauso unsortiert hier rum, diverse Kramboxen* auch, Nix wurde gebacken und auch keine Teige angesetzt, nichts genäht, repariert oder geändert. Nun denn. Einziger Fortschritt heute: die Austernpilze. 

19 Tage haben sie jetzt in ihren Gefäßen verbracht. Der Flausch ist zum größten Teil fest geworden (woraus ich schließe, dass es kein „normaler“ Schimmelpilz ist) und überhaupt sind es zwei ziemlich feste Brocken geworden. 


Unten in Tüte bzw. Eimer habe ich mit einem Messer je vier Löcher gemacht. Das geht bei der Tüte sehr viel besser. Definitiv ein Pluspunkt für die Tüte!


Und dann ab dafür in den kleinen Flur. Da haben wir zwar seit ein paar Tagen wegen kalt einen Heizkörper, aber den habe ich ausgemacht. Tüte und Eimer habe ich jeweils in einen Teller mit kaltem Wasser gestellt, sodass die Löcher im Wasser stehen. 


Ich bin sehr gespannt ob es funktioniert und werde auf jeden Fall berichten!

(Und jetzt ist Schlafenszeit. Seit zwei Stunden hab ich nämlich auch noch Gliederschmerzen, juppheidi.)

*Kramboxen. Wir haben zwar keine Krömpelecke und auch keine Chaosschublade, dafür haben wir Boxen. Bestimmt fünf. Und es werden immer mehr. Ich hasse das. 

Tag 460 – #12von12 im November ’16

Es ist schon November, holla, das Jahr ist schon wieder fast rum. 

Ich hab heute recht spät erst gemerkt, dass der 12. und damit Zeit für 12von12 ist (Link zum Kännchenblog mit drölfzigtausend 12von12en). Deshalb geht es mit Fotos auch erst nach dem Frühstück los. Vor dem Frühstück war aber nichts spektakuläres, außer vielleicht eine olfaktorisch spektakuläre Windel, aber das lässt sich ja auch auf Fotos eh schlecht darstellen. 

Ich muss immernoch bei jeder Regung husten. Deshalb trinke ich weiterhin viel Tee. Hier: Zitrone-Ingwer.


Michel will seine Fingernägel lackiert bekommen. „Mit erst so durchsichtig!“ Also hier: Bahama Mama mit Unterlack.


Nach meiner Dusche denke ich, dass wir loskönnen, wir haben einiges vor. Doch weit gefehlt. Michel motzt* (total untertrieben), Pippi ist müde, Herr Rabe will auch noch duschen. Ich schnalle Pippi in die Trage und sie schläft sofort ein. 

Seit einiger Zeit lässt Pippi in der Trage immer den Kopf so raushängen. Auch wenn man die vorne trägt. Ich kriege schon bei der Vorstellung so zu schlafen Nackenschmerzen.


Michel will einen Marienkäferanzug, aber der Stoff reicht nicht. Ich Male auf, was ich machen kann. Meine Zeichenkünste sind echt in der dritten Klasse stecken geblieben.


Michel motzt und labert und motzt und labert und motzt. Wir schaffen es aber doch irgendwie loszukommen. Uuuund: müssen das Auto freikratzen. Es hat wohl geregnet und danach gefroren. Es ist auch sauglatt. 

 Erste Station ist der Stoffladen: ich habe eine Nadel verbogen und brauche eine neue (gibt es nicht, ich glaube nicht, dass die die ich dann kaufte, passen, morgen mal sehen, sonst halt umtauschen und die richtigen im Internet bestellen), außerdem braucht Herr Rabe Ärmelschoner. Zweite Station ist ein Outdoor-Outlet. Michel braucht einen Winteranzug und Habdschuhe, Herr Rabe eine Winterjacke, ich Handschuhe. Wir kaufen: Handschuhe für mich, eine Fleecejacke für mich, Socken für Herrn Rabe. 

Danach haben alle Hunger und in der dritten Station – großer Supermarkt – steigen wir uns alle gegenseitig aufs Dach. Wir kaufen Backwaren für alle und Handschuhe für Michel. Danach geht’s bei den meisten wieder. Der Rest erledigt sich mit Kaffee und Eis. 



Wieder zu Hause mache ich erstmal meine Fingernägel fertig. Es wird immer besser, Übung macht halt den Meister. Bald Male ich bestimmt auch nicht mehr meine Nagelhaut an. 


Dann Skypen wir mit meiner Mutter. Michel führt Oma erst alle seine Spielzeuge einzeln vor und veranstaltet dann für sie ein Autorennen mit Publikum. (Man beachte den von Herrn Rabe gebauten iPad-Ständer.)


Danach gibt es endlich essen, es ist auch schon super spät und Pippi schon wieder launig weil müde. Michel motzt. Als die Kinder schlafen, bin ich deshalb sehr froh und mache mir den Rest Apfelmus von gestern warm. Pippi lässt sich nicht wirklich ablegen, sie schläft schlecht, vermutlich Zähne (jetzt durch: oben ein neuer Schneidezahn, oben zwei Backenzähne, unten ein Backenzahn gerade so und der andere gerade so noch nicht), ist ja auch Wurscht, wieso, sie schläft halt schlecht. 


Den Rest des Abends verbringe ich mit Twitter: Frau Herzmolekül sucht Namen für Ihre Babyzwillinge, Herr Herzmolekül lacht aber einfach über alles. Das ist nicht sehr konstruktiv von Herrn Herzmolekül. 

Irgendwie schaffe ich es dann tatsächlich, Pippi in ihr Bett zu legen, sodass mein Platz im Bett wirklich und wahrhaftig frei ist!


Im diesem Sinne: gute Nacht!

*motzen klingt so viel netter als die Realität. Suchen Sie sich was aus: Brüllen, Schreien, Toben, Wüten, Ausrasten…

Tag 459 – Wie Herr Rabe und ich…

Dies ist ein Notfall-Post. Eigentlich wollte ich hier total stolz meinen frisch fertig genähten Pulli zeigen, aber der ist jetzt leider zu groß und sieht allenfalls lustig an mir aus, also da muss ich morgen nochmal ran. Deshalb hier die Geschichte, wie Herr Rabe und ich uns jahrelang nicht kennenlernten. 

Herr Rabe und ich gingen sieben Jahre lang auf benachbarte Schulen und lernten uns nicht kennen. Wir hatten sogar Kurse an der jeweils anderen Schule und begegneten uns nie. Also, nicht richtig. Möglicherweise, und das ist natürlich reine Spekulation, lag es daran, dass Herr Rabe damals eine unmögliche Frisur hatte. Oder daran, dass ich damals noch ziemlich viel rauchte und Herr Rabe Rauchen eklig fand. Oder vielleicht daran, dass wir damals beide in Beziehungen waren (Herr Rabe mit der ehemaligen Tanzpartnerin meines ersten festen Freundes, Bielefeld ist echt ein Dorf!). Wer weiß. Also, wir lernten uns jedenfalls nicht kennen. 

Dann waren Herr Rabe und ich zeitgleich Studierende an der gleichen Fakultät der gleichen Uni. Drei Jahre lang. Wobei Herr Rabe davon eines in Stockholm war, also eigentlich nur zwei Jahre lang. Wir kannten die gleichen Leute, gingen auf die gleichen Partys, lernten uns aber nicht kennen. Herr Rabe lernte meinen besten Freund kennen – aber mich nicht. Wir waren beide auf einem Geburtstag des besten Freundes, in dessen WG, wir wurden einander sogar vorgestellt – und das war’s. Möglicherweise lags am Laborkittel und der Schutzbrille, der beste Freund hatte zum „Betriebsfest“ geladen. Naja. Wir waren ja auch beide in Beziehungen. 

Dann dampfte Herr Rabe nach Schweden ab und ich lebte mein Leben so vor mich hin, der beste Freund schleifte mich als Betreuerin auf eine Ferienfreizeit, das war sehr sehr lustig, also sagte ich für das nächste Jahr auch gleich zu. Ich belaberte sogar meinen damaligen Freund, mitzufahren. Bei den Vorbereitungstreffen für die Freizeit hieß es immer, es führe noch ein ein anderer Betreuer mit, der sei aber noch in Stockholm und käme erst kurz vor der Freizeit zurück. Wir anderen waren schon ein recht eingeschworenes Team, der Neue hatte es da nicht leicht und da direkt alle Vortreffen verpassen? Nicht so gut… 

Tja und so sah ich Herrn Rabe das erste Mal bewusst an einem sehr frühen Morgen vor einem Reisebus in Warstein. Mit einem Strohhut auf und einem sehr engen T-Shirt an und Jeans mit einem Gürtel mit sehr großer und auffälliger Schnalle. Meine Mit-Betreuerin war direkt hin und weg. Ich dachte nur „Pfffft, Aufreißer.“.

Ein Jahr später verlobten wir uns. Zwei Jahre später heirateten wir. 

… und immer genug Zitronen unter dem Bett.

Tag 458 – Krank, haha. 

Heute morgen wachte ich in Michels Bett auf, in dem ich die Nacht mit ihm verbracht hatte (fragen Sie nicht…). Ich wusste gleich: Arbeiten wird heut nichts. Also machte ich den Wecker aus und schlief direkt wieder ein. 

Irgendwann stand Herr Rabe im Zimmer. Ich krächzte hustend irgendwas, er verstand mich auch ohne stimmvolle Vokale und wollte dann Michel mitnehmen. Der protestierte. Und protestierte. Und protestierte. Im Dämmerzustand hörte ich ihn brüllen. Er hörte einfach nicht auf. 

Irgendwann stand Herr Rabe wieder im Zimmer, mit fröhlicher, kindergartenfertiger Pippi und schluchzendem Michel im Schlafanzug. Michel wolle nicht in den Kindergarten. Er sage, er habe Kopfschmerzen. Ich rang Michel mit Müh und Not das Versprechen ab, dass er morgen wieder in den Kindergarten geht und zwar ohne Nöckeln. Außerdem stellte ich klar, dass heute kein Fernsehen geguckt wird. 

Und so verbrachte ich, krank, den Tag mit Michel, gesund. Wir räumten die Waschmaschine aus („Ich mach schon, Mama! … *Waschmaschinenausräumgeräusche* … „Ich tue das alles in den Trockner!“) und hängten die nicht trocknergeeignete Wäsche auf, verräumten trockene Wäsche, Ich krächzte Michel ein paar Bücher vor, wir diskutierten ein paar Male das mit dem Fernsehen aus, wir duschten, ich schaffte es, Michel zum Arzt zu quatschen (Ja, der Husten ist irgendein Virus, ja, wenn er kein Fieber hat, kann er in den Kindergarten), dann wollte er gerne seinen besten Freund besuchen, ich holte mit ihm Pippi vom Kindergarten ab, dann fuhren wir ihn zu seinem Kumpel. Mehr als ein Kind hätte ich wohl nicht auf einmal geschafft und Herr Rabe musste nach dem chaotischen Morgen länger arbeiten. 

Erholung ist anders. Morgen gehe ich wieder arbeiten, da kann ich wenigstens in Ruhe vor mich hin leiden. 

Nachtrag: das mit dem Puzzle hab ich noch vergessen. Ich bin vermutlich die schlechteste Mutter der Welt, weil: Puzzeln mit Michel macht mich komplett wahnsinnig. Unstrukturiert und chaotisch und rundum unlogisch geht er da dran. Ich kann so nicht arbeiten. Genau genommen kann ich dabei knapp ruhig bleiben. Orrrr. 

Tag 456 – Ein paar Häppchen. 

Michel wachte heute morgen auf und weinte sofort los: „Festen Schnodder wegmachen!“ Dann sprang er aus dem Bett, rannte zu Herrn Rabe und sagte „Ich bin krank!“. Tatsache, das Kind ist krank. Schon die Temperatur seiner Füße irgendwo zwischen glühender Kohle und flüssigem Lava (als er noch schlief) hatte Fieber angedeutet. Dazu kommt ein ordentlicher Husten. Herr Rabe lieb also heute Vormittag mit ihm zu Hause, ich ging kurz arbeiten und kam zum Mittag nach Hause um Herrn Rabe abzulösen, der dann seinerseits kurz arbeitete. 

Als ich Pippi in den Kindergarten brachte, waren kaum „große“ Kinder da. Herr Rabe sagte heute Nachmittag, von den 8 Ü3-Kindern seien 6 krank. Tja. Da wundert einen auch nix mehr. 

Total beknackte Idee: „Nur mal kurz Zellen zählen, danach kann ich ja noch was essen.“ Dann ging die Essenszeit fürs Zählen drauf (und für den Kampf mit dem Zählgerät, das erst meinte, meine Zellen, die im Mikroskop noch total gut ausgesehen hatten, seien alle tot) und das erste mal aß ich dann um halb eins was, als ich wieder zu Hause war. Mein Körper dankt es mir mit Kopfschmerzen. 

Gestern kamen meine bestellten Fahrradreifen mit Spikes an und Herr Rabe zog sie mir gestern Abend noch aufs Rad. Ich kann jetzt also wieder fahren. Auch wenn das bei -9 Grad nicht so ganz viel Spaß macht. Aber die Reifen machen Spaß, damit kann man echt über die spiegelglatten Parkplätze radeln ohne sich vor Angst in die Hose zu machen. 

Es sind -9 Grad. Unsere Wohnung ist kalt. Zwei Heizkörper sind ein Witz, selbst mit Kamin an kriegen wir es nicht in der ganzen Wohnung warm. Also holte Herr Rabe heute die Zusatzheizungen (kleine Ölheizungen auf Rollen) vom Dachboden. Der Stromanbieter dankt. 

Ich hab beim Nähen einen Bock geschossen. Genau genommen habe ich schon beim Ausschneiden des Schnittmusters einen Bock geschossen, das aber nicht gemerkt, bis ich mich heute am bereits zusammengenähten Pulli fragte, warum der Ausschnitt am Rücken genauso groß ist wie vorne. Äh ja. Da war ich wohl wegen zu vieler zu bunter Linien und gestrichelt/gepunktet/durchgezogen für vorne/hinten/gerader Schnitt durcheinander gekommen. Tjanun, so verbrachte ich heute einige Zeit damit, über das Fixen von Fehlern zu Sinnieren. Meine Strategie auch dieses Mal: es auffällig korrigieren, damit es aussieht, als wäre es Absicht. So mache ich es immer dann, wenn es sich nicht so fixen lässt, dass man den Fehler wirklich gar nicht mehr sieht oder bemerkt. 

 Bilder gibt es, wenn der Pulli fertig ist. 

Pippi die kleine Fressmaschine kommt jetzt immer aus dem Kindergarten und wetzt direkt zu ihrem Hochstuhl. Wenn man sie dann nicht reinsetzt, versucht sie unter demonstrativem Gemecker selbst reinzuklettern (Danke, Stokke, dass das nahezu unmöglich ist). Der Grund: auf dem Tisch steht meistens noch ein Rest vom Frühstücksgrøt. Und Pippi hat offensichtlich nach dem Kindergarten erstmal riesigen Hunger. Dann wird alles gegessen, was man ihr vorsetzt: der Frühstücksrest, der Rest aus ihrer Brotdose, Brot, Obst, whatever, Hauptsache schnell und viel. Heute war sie laut Herrn Rabe schon beim Abholen enttäuscht, dass keine Brotdose mit Resten in ihrem Rucksack war. Spielen macht wohl sehr hungrig. (Ich finde das gut, dann muss ich mir vielleicht nicht noch mal von der Helsesøster anhören, dass Pippi ja ruhig etwas zulegen könnte, weil sie ja „leicht unterdurchschnittlich groß und schwer“ ist.)

Tag 455 – Einmal durchzählen!

Es wurde mir noch eine Frage gestellt. Die ist sehr interessant. Sie lautet: liest die Familie hier mit und wenn ja, was hält sie davon (zum Beispiel den Hochzeitsberichten)?

Die Frage ist deshalb interessant, weil ich sie nicht so genau beantworten kann. Ich bin nicht sicher, wer hier alles liest, schon mal gar nicht, wer regelmäßig da ist und wer nur sporadisch. Und gerade heute fragte ich mich bei einem Kommentar, ob ich die Verfasserin „Miri“ wohl aus dem echten Leben kenne. Ich kann ja mal die aufzählen, von denen ich weiß, dass sie hier lesen:

  • Meine Tante B. („Einstein!“)
  • Herr Rabes Cousine S. 
  • Herr Rabes Cousine K.
  • Freundin C. 
  • Freundin A. (MM Knudsen ist echt der geilste abgekürzte Name!)
  • Die Matrix-Leute

Ja, das war’s schon. Ich weiß, dass Herr Rabe noch anderen Familienmitgliedern vom Blog erzählt hat, aber nur auf seiner Seite. Ich habe auch noch Freunden aus dem richtigen Leben davon erzählt, aber wenn ich dann Sachen erzähle und nicht dauernd kommt „Jaja, weiß ich doch alles schon, hab ich ja gelesen.“ denke ich mal, dass sie zumindest nicht regelmäßig hier mitlesen. Und das war bisher noch nicht so wirklich oft der Fall. Dafür (und ehrlich, das hätte ich nie gedacht) werden mir einige meiner Internetfreunde immer realer und fühlen sich, obwohl man sich noch nie „in echt“ begegnet ist, schon ziemlich nach echten Freunden an. Aber das nur so nebenbei. 
Also kurz zur Beantwortung der Frage: ich glaube (aber weiß es nicht), dass weder meine Cousine* noch mein Schwager hier mitlesen. Und vielleicht können alle, die, sagen wir mal, wissen, wo Herr Rabe und ich uns kennen gelernt haben, mal kurz winken? Nur damit ich euch nicht versehentlich vor den Kopf stoße euch in die Liste aufnehmen kann, versteht sich.

*also die jetzt verheiratete. Meine kleine Cousine, gute Frage, liest die hier? 

Tag 454 – Zwei Fragen. 

Neulich rief ich ja zum Fragen stellen auf. Es gab zwei:

1. Warum wachsen die Austernpilze im Kühlschrank?

Das ist ein Misverständnis. Ich habe nur den Rest der Kultur, also des Mycels, in den Kühlschrank gestellt, weil das ja nicht weiter wachsen soll. Die echten Kulturen, von denen ich später ernten möchte, stehen dunkel aber warm, im Küchenschrank. So simuliert man quasi Sommer. Nach ein paar Wochen dann werde ich Herbst simulieren, indem ich die Kulturen wässere („Regenguss“) und eine Nacht lang kühl stelle, vermutlich in den Flur (6-15 Grad sind optimal). Dann werden auch Löcher in den Eimer bzw. die Tüte geschnitten, aus denen die Pilze wachsen können. Je nach Temperatur im Flur werde ich sie dann entweder da lassen oder ins Schlafzimmer umsiedeln: die Pilze wachsen am besten bei 10-17 Grad und bei Tageslicht. Die Infos hab ich alle von Hier. Bisher sieht es bis auf den Flausch auf den Kulturen ganz gut aus und der Geruch ist der gleiche würzige wie als ich das Mycel auspackte, also: wird schon schief gehen. 

(Vielleicht noch als Ergänzung: ich habe die Pilze nicht im Keller weil es da tendenziell zu kalt ist und auch zu feucht. Eigentlich ist es sogar für das Feuerholz zu feucht da, aber was will man machen, wir können ja nicht mal eben zwei Kubikmeter Holz in der Wohnung lagern.) 

2. Warum nehmen wir kein Tran mehr?

Weil Tran mega eklig ist. Selbst wenn es total viel besser wäre als reines Vitamin D, ist es bei uns da – trotz aller Bemühungen – nicht so sonderlich weit her mit der Compliance. Und dann bringt es doch viel mehr, wenn wir Großen täglich so ne Kapsel einwerfen, Pippi kriegt Tropfen (auf die Zahnbürste, die lutscht sie nämlich zuverlässig ab) und Michel seine heiß geliebten „Sonnentabletten“, nämlich Vitamin D Kautabletten für Kinder von dm. Und warum von dm und nicht von hier ist einfach dem Preisunterschied geschuldet. Hier kosten Nahrungsergänzungsmittel wirklich unfassbar viel Geld. Keine Ahnung warum. Aber hier bezahlt man für 100 Vitamin D Tabletten ca. 100 Kronen, also im Moment ca. 9 €. In Deutschland kosten 60 Stück 2,65 €. Und da der dm-Großeinkauf ja eh jedes Mal auf dem Plan steht, werden da halt jetzt auch Vitamin-D-Tabletten gekauft. 

(3. Keine echte Frage und auch eigentlich gar nicht dazu passend aber neulich wurde ich auch gefragt, ob das mit der linken Augenbraue wohl Erbmasse sei. Auf jeden Fall! Ich kann nur beide, oder links. Gibt es überhaupt Menschen die beide Augenbrauen getrennt voneinander hochziehen können? o.O)