Tag 1476 – Muffelgrummel.

Die Schulter/der Daumen/inzwischen, seien wir mal ehrlich, der halbe obere Rücken plus Nacken macht derbe schlechte Laune auf Dauer. Ich kann nicht so ganz wie ich will, zudem ziehen die Schmerzen nach oben in den Kopf und das ist alles sehr ungünstig, denn morgen und übermorgen ist Inspektion. Heute habe ich gepackt, Reiseportiönchen von Shampoo, Haarwachs, Abschminkzeug etc. neu abgefüllt und beschlossen, meine Kollegin morgen zu schocken, indem ich einen Rock anziehe. Es sollen nämlich 28 Grad werden, da habe ich null Lust auf lange Hosen den ganzen Tag, aber es ist ja auch Inspektion und eher eine von der Bauarbeiterhelm-Sorte, also nix mit Röcken, Sicherheitsschuhe sind angesagt. Natürlich werde ich aus dem Grund eine Hose griffbereit haben, aber ich will gern meine Kollegin ein bisschen ärgern und bin auch mal gespannt, was die beim Hersteller machen oder sagen.

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Ich werd die Kinder vermissen.

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Heute vier Liter Wasser getrunken, aber im Leben nicht so viel auf dem Klo gewesen. Ich sehe aus, als wär ich im 5. Monat schwanger. Trägt auch nicht grad zum allgemeinen Wohlbefinden bei.

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Im Meeting heute gelernt: ich hab unsere seltsame Unternehmensstruktur immer noch nicht so richtig kapiert. Direkt danach eine Checkliste zum Thema „Grundsätzliches Qualitätsmanagement“ erstellt und da ist einer der allerersten Punkte „Verantwortungen müssen klar verteilt sein“. Hmmhmmhmm. (Bestimmt bin ich nur zu doof.)

Tag 1472 – Ein Hoch auf die Pharmaindustrie!

Nicht nur sorgt sie indirekt für Brot auf unserem Tisch, nein, sie hat COX-Hemmer hervorgebracht. COX-Hemmer sind nichtsteroidale Analgetika und ich hänge vielleicht zu viel mit Pharmazeut*Innen ab, merke ich gerade. Jedenfalls, die meisten von Ihnen kennen bestimmt den Geruch dieser geligen Sportsalbe, so ein bisschen alkoholisch…? Es erinnert mich direkt an früher, als ich noch Leistungssport machte und mir dauernd die Oberschenkeladduktoren zerrte oder meine Brustwirbel in der Trainingspause im Sommer herausflogen. Hach. Eigentlich hab ich das gar nicht vermisst, aber die gute Nachricht ist: die Salbe wirkt, ich bin grad nahezu schmerzfrei und solange ich mich bewege oder den Arm senkrecht nach oben strecke, hab ich auch Gefühl im Daumen.

Trotzdem muss da was passieren, jaja, schon klar, ich hab ja auch nen Termin beim Arzt aber sowas dauert halt immer.

Arbeit heute: ein wenig über jemanden geärgert, mit dem Terminabsprache eher eine Herausforderung ist und nun müssen eventuell Flüge und Hotels umgebucht werden, weil es wohl schwer ist rechtzeitig mitzuteilen, dass eine wichtige Person halt ab mittwochs mittags leider nicht da ist. Let the Kalendertetris begin… again. Meh.

Kinder heute: Michel hatte seine erste Stunde bei der Kulturschule, da werden Musik und bildende Kunst den Kindern nähergebracht. Das macht er mit seinem besten Freund und ich glaube, das wird gut, auch wenn er das heute „kindisch“ fand, weil „Rhythmus, Rhythmus, Rhythmus, ich will Gitarre spielen!“ Tja, gut dass er zwei Eltern hat, die ihm glaubhaft machen konnten, dass Rhythmus aber nun mal die absolute Grundlage für jede Art von Musik ist und man das halt üben muss, Rhythmus zu halten. Also, ich sage das, ich bin da bestimmt auch glaubhaft, aber das gehört ja zu den Dingen, die ich irgendwie immer schon konnte. Aber seit den entgeisterten Blicken in der Tanzgruppe, die meinem Ausruf „Aber hört ihr denn nicht die Triolen???“ folgten, sage ich sowas nicht mehr laut. Also seit ca. 20 Jahren.

Ich bin schon sehr gespannt, ob Michel am Ende ein Instrument spielen will und wenn ja, welches. Gitarre wär schon ok, aber da indoktriniere ich natürlich nur ein bisschen, nämlich weg von Schlagzeug und TrompetePosauneTuba nicht.

Tag 1470 – Broke the chain.

Heute kein Sport für mich. Meine Schulter tut dermaßen weh, dass es trotz Schmerztablette in den Arm bis zum Ellenbogen und am Hals lang bis zum Ohr zieht. Mehr als ein bisschen lockeres Auf der Stelle laufen war einfach nicht drin. Das wiederum hat aber wenigstens gegen das Taubsein des Daumens geholfen. Solange ich es tat jedenfalls.

Älter werden taugt gar nix, irgendwie.

Ich gehe jetzt einfach ins Bett. So ein kack, ey*. (Außerdem liegt Michel hier neben mir auf dem Sofa, der könnte nämlich gaaaaar nicht schlafen, auf gar keinen Fall und deshalb schnauft er ganz bezaubernd im Schlaf herum. Dieses Geräusch finde ich überaus beruhigend, so sehr, dass mir schon die Augen zufallen.)

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*Ich bin keine gute Kranke. Ganz und gar nicht.

Tag 1466 – War nix.

Morgens um acht möchte man „Nee, also das geht heute leider gaaaaar nicht, hätten Sie mal angerufen*!“ nicht hören.

In other words: Michel hat keinen neuen Pass.

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Michel hat heute was übles zu mir gesagt, aber darüber mag ich gar nicht schreiben sonst kommt wieder irgendwas von wegen Unlust gegenüber Kindern und ich solle doch mal was für mich tun und dann kommt mein PMS und tritt mich in den Arsch und ich heule ein paar Stunden.

Jedenfalls hat Michel was zu mir gesagt, gar nicht beleidigend, einfach eine Feststellung, das so war, dass ich danach mit ihm da nochmal drüber reden musste. Weil ich nicht will, dass er mich so wahrnimmt, ich will auch nicht so sein, wie er mich völlig berechtigt wahrnimmt, auch nicht manchmal, auch nicht ~bloß~ den einen (I wish, sind halt inzwischen 3) Tag im Monat. Da muss sich was ändern, aber das muss Chemie regeln, das schaffe ich nicht allein durch guten Willen, ich hab’s versucht.

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Ich habe den Punkt an meiner Schulter gefunden, der weh tut. Er ist direkt auf dem Schulterblatt. Inzwischen ist mein Daumen auch noch taub. Keine (!!!) Ratschläge bitte, ich habe bereits einen Arzttermin. Auch dafür.

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Körper fühlt sich grad mehr an wie Baustelle.

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*hatten wir ja beim letzten Mal, da hieß es dann „Ja also wenn Sie jetzt hier wären…!“

Tag 1403 – Zipperlein.

Das Alter. Uffuffuff. Ächz, Seufz, Stöhn.

Spaß beiseite: ich hab Schulter und das seit Wochen. Ich glaube ich ziehe die rechte Schulter unbewusst dauernd hoch, selbst im Sitzen und auch mit Maus mittig vorm Bauch noch (was übrigens nach kurzer Umgewöhnung und wenn man meist *entweder* tippt *oder* längere Mausdinge macht eine echt gute Sache ist). Die Schulter tut leider immer weh und ich fürchte, sie sagt ganz einfach, sie möchte mehr Bewegung und mehr Muskeltraining haben, das möchte vermutlich mein ganzer Rumpf, was sage ich, der ganze Körper. Das muss ich dringend wieder in Angriff nehmen, jetzt hab ich ja so langsam Routine bei der Arbeit und bin halt eh immer müde, dann doch vielleicht gleich richtig und wieder ein tägliches Sportprogramm, und wenn es nur 10 Minuten sind.

Jedenfalls, damit fange ich bald an. Morgen oder so. Nächste Woche. Ganz bestimmt. Heute Abend trinke ich Wein und lasse mich von Herrn Rabe massieren, das hilft auch schon recht gut.

Tag 737 – Nur schnell Hallo sagen.

Hallo!

(Ich muss ins Bett, Pippi meckert, die möchte glaube ich gerne Gesellschaft haben, nachdem sie heute im Kindergarten von der Schaukel gefallen ist und sich derbe auf die Zunge gebissen hat. Also so, dass es sichtbare Bissspuren auf ihrer Zunge hinterlassen hat und sie leider beim Essen von wirklich allem trotz Riesenhunger nach ein paar Sekunden anfing zu weinen. Dieses Kind kann ja unfassbar vorwurfsvoll (dass wir ihr das antun! Essen! Also bitte!) und enttäuscht (Essen ist doch ihr bester Freund und ihre Lieblingsbeschäftigung!) gucken, es ist fast niedlich, wenn es nicht so offensichtlich wäre, dass sie wirklich große Schmerzen hat. Ich setze auf das gute Heilfleisch von Kindern generell und im Mund insbesondere, das sollte morgen schon viel besser gehen. Aber irgendwie ist gerade bei vielen Kindern der Wurm ein bisschen drin – Michel ist im Moment oft sehr wütend und auch sein bester Kumpel, zu dem er heute nach dem Kindergarten mitgehen sollte, ist nach den ersten zwei Wochen Schule, was hier ja nicht mit Schule anfängt, sondern mit Hort, etwas… durch. Weshalb auch heute das Treffen dann in letzter Minute geplatzt ist. Weshalb Michel dann bei einem anderen Kumpel war. Äh. Alles wirr. Andere Geschichte, aber related: wenn ich es morgens nicht schaffe, mich zu schminken, bevor die Kinder wach sind, liefere ich am Ende zwei glitzernde Kinder im Kindergarten ab. Weil „Ohhhh, Mama, was hast du da? Ist das so Glitzer? Mit GOLD? Ich will das auch! Und so Wimpern-schwarz! Und die Haare müssen so schick* sein!“. Naja und auf die Wutausbrüche kann ich morgens echt verzichten und wenn dann Michel glitzert dann muss natürlich Pippi auch und… tjanun. Hübsche Kinder wie meine können halt auch alles tragen ;) 

Vor allem mit Zahnpasta im Gesicht 😂


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* Heute: Rockabilly-Tolle. Hatte er sich so ausgedacht und mit Wasser in Form gekämmt, ich hab dann mit ein bisschen Wachs für einen etwas dauerhafteren Stand gesorgt, es sah einfach zu bezaubernd aus.)

Tag 599 – Niemand versteht mich.

Hallo, Sie da! 

Jaaa, ich hab lange nichts mehr von mir hören lassen, aber ich war beschäftigt. Sehr. Ich bin sehr gewachsen. Meine Elefantenpuschen passen schon lange nicht mehr. Ich hab auch ein bisschen reden gelernt, aber ich muss immer alles dreimal sagen, bis mich wer versteht. Das geht mir total auf den Geist, ich sage irgendwas und die lächeln nur und sagen „Ja, genau, hmmhmm!“ und machen aber nicht das, worum ich doch gerade erst ausdrücklich gebeten habe. Am Ende muss ich immer erst wieder schreien, damit was passiert. Echt jetzt mal! Das muss doch anders gehen. Nachts zum Beispiel mache ich mir die Mühe mit dem Reden gar nicht mehr sondern brülle einfach drauflos, sollen die doch zusehen, wie sie mir Banane besorgen! Manchmal will ich auch einfach nur auf der anderen Seite liegen oder meine Füße sind zu warm oder ich will lieber mit Papa kuscheln (Spoiler: ich will immer lieber mit Papa kuscheln, Mama war neulich mal ganz lange weg, das ist mir nicht geheuer, hinterher verschwindet die wieder einfach so), aber ist das mein Job, das zu kommunizieren oder ist es deren Job, das herauszufinden? ICH hab mir NICHT ausgesucht, mit so einer schlecht funktionierenden Sprechmechanik auf die Welt zu kommen! Aber auch sonst, am Tag, raffen die ganz oft nicht, was Sache ist. Ein paar Beispiele gefällig? ICH HASSE DEN KINDERWAGEN. Und den Fahrradanhänger auch. Ich will laufen, aber die lassen mich einfach nicht, es hilft nur ganz selten mal, wenn ich mich einfach ganz steif wie ein Brett mache, dann können die mich nämlich nicht anschnallen. Dann seufzen sie und ich darf gehen. Oder neulich – da war ich krank. Mir gings echt bescheiden, mir war schlecht und ich war so tierisch schlapp, aber das haben die auch erst richtig verstanden, nachdem ich Papa voll angekotzt hab. Oder jetzt seit ein paar Tagen tut mir der Mund weh, es ist wirklich die Hölle, es juckt und drückt und tut weh, alles gleichzeitig, und da hilft kein Essen (im Gegenteil, das macht es noch schlimmer) und geht mit bitte ein für alle mal weg mit der vermaledeiten Zahnbürste! Heute musste ich wirklich erst sehr sehr nachdrücklich werden (ich kann das gut, volles Programm bis zum hysterischen Kreischen, das sitzt keine*r einfach aus!) bis die mir dieses Zeugs in den Mund gemacht haben, von dem alles taub wird. Das schmeckt zwar kacke, aber egal – es hilft. Danach konnte ich dann auch mit Michel und H. spielen, das war super. Michel hat mir ein Bett gebaut und ich hab mich reingelegt. Hinterher hat er behauptet, das wäre sein Bett, aber es war so gemütlich und so lustig, wie sich Michel aufgeregt hat! Michel versteht mich etwas öfter als Mama und Papa, aber der will mich dafür oft gar nicht verstehen.

Mir scheint, ich komme um das Sprechen nicht ganz herum, wenn das hier in Zukunft besser laufen soll.

In diesen Sinne bis bald – 

Ihre Pippi

Das Beste am Spielbesuch ist das Chaos!

Tag 523 – Sie ist wieder da. 

Ich habe sie nicht vermisst. Die Migräne direkt aus der Hölle. Einmal mit alles, bitte. 

Jetzt liege ich wieder im Bett, da war ich schon den Großteil des Tages, nach der Migräne kommen nämlich die Nebenwirkungen der Medikamente, in meinem Fall: Kreislauf. Ich kann knapp lange genug stehen, um Michel nen Schlafanzug anzuziehen. 

Und wie das so ist, erlebt es sich im Bett wenig. Und mit matschiger Birne schreibt es sich auch keine guten Blogbeiträge. Deshalb hier heute nix neues. 

Wenn Sie aber gerne was ganz langes lesen möchten und des Englischen mächtig sind, möchte ich Ihnen diesen Artikel empfehlen. Quintessenz: Schwangere werden über die Risiken und eventuellen Spätfolgen einer vaginalen Geburt völlig unzulänglich (meist nämlich gar nicht) aufgeklärt und das ist Mist.  

Tag 517 – Verkorkster Sonntag. 

Also was ja eh schon kacke ist, ist wenn eins der Kinder krank ist. Wenn es dann auch noch das Kleine ist, dem man nicht einfach Shaun das Schaf anmachen kann, ist das noch ein bisschen blöder. Dann liegt man wahlweise als Schlafunterlage den halben Tag mit ihr im Bett oder schleppt sie in der Trage rum, weil sie alles außer auf dem Arm sein völlig inakzeptabel findet. Ich bin aber leider mehrstündiges Manducatragen vorne überhaupt nicht mehr gewöhnt und mein Rücken findet das auch nicht so prall. Aber irgendwie muss man ja sein Minimalziel „Brot backen“ erfüllen, also schleppt man halt und backt dabei. Meine Güte, was war ich froh um die halbe Stunde in der sie selig eine im Bad gefundene Box aus- und einräumte. Da wirkte grad der Fiebersaft. Eine halbe Stunde. Mehr war heute nicht drin. 

Super toll auch, wenn das Kind, das dann den ganzen Tag mehr oder weniger verpennt hat, abends nicht schlafen kann. Aber Wachsein geht auch nicht. Da wird gewühlt und sich an den Ohren gezogen und irgendwann wird getreten und wenn man das dann nicht darf wird geweint. Lange. Und ich Summe und singe und kuschle und gehe weg und decke zu und nehme die Decke weg und irgendwann findet sie auf mir eine bequeme Position und wird ganz ruhig. Und ich summe noch ein bisschen weiter aber es ist dunkel im Schlafzimmer und warm unter der Bettdecke und zack, schlafe ich, aber sie nicht. 

Und wenn man dann geweckt wird, indem ein kleiner, aber sehr harter Kinderhinterkopf mit Schmackes ans linke Jochbein kracht, dann ist das echt mal richtig mies.