Draußen riecht es nach Frühling. Endlich. Ja, das ist sicher auch wieder irgendsoeine unromantische Sache wie sterbende Grashalme oder irgendwelche Bakterien, aber ich finde es schön. Heute habe ich auch die ersten Blümchen entdeckt (blåveis, äh, Leberblümchen) und ein paar grüne Grashalme an besonders sonnigen Ecken. Morgens musste ich noch Eis kratzen, nach der Arbeit war es zu warm für ne Jacke und das Auto auf Sauna erwärmt.
Ich habe immer ein bisschen Angst, dass ich eines Dienstags beim Tanzen sitze und versuche, meinen Fuß in ein Schläppchen in Größe 33 zu stecken.

Aufstehen heute war ziemlich brutal und ich überlegte kurz, doch spontan einfach Homeoffice zu machen, weil ich dann noch ne Stunde hätte liegen bleiben können. Hab ich dann aber doch nicht. Arbeit war erst zäh und wurde dann besser, immerhin. Aber ich beobachte wieder genauso volle Züge wie vor der Pandemie. Auch der Pendlerparkplatz ist wieder voll und man muss schon vor sieben ziemlich weit hinten parken. Vielleicht ist „alle machen jetzt viel mehr Homeoffice“ nur Wunschdenken gewesen? Ich find‘s kacke, ehrlich gesagt. Können wir nicht mal das, was gut war, bewahren? Müssen wir echt zurück zu 2019, mit einem Spritzer Handdesinfektionsmittel hier und da? Ich möchte teilweises Homeoffice behalten, ich habe eigentlich keine große Lust, wieder zwei Vollzeitjobs, Kinder, Hobbies der Kinder, eigene Hobbies und pro Erwachsenem zwei Stunden pendeln JEDEN TAG unter einen Hut quetschen müssen. Es ist unnötig, das zu tun, das haben wir jetzt zwei Jahre lang gezeigt.
Aber eigentlich will ich mich heute nicht ärgern. Denn draußen riecht es nach Frühling.
