Tag 766 – Läuft bei uns. 

Wie soll ich das jetzt formulieren, ohne dass es schon wieder in Gemecker ausartet? Also Pippi ist offenbar doch noch oder wieder krank, ich war fünf Minuten zu spät im Kindergarten, da hatten sie gerade Fieber gemessen. 39,2. davon waren zu Hause dann nur noch 38,5 übrig, aber schön ist das ja trotzdem nicht. Aber sie ist sehr fröhlich dabei. Ich, äh, weiß das zu schätzen. Es könnte schlimmer sein. Trotzdem gehe ich glaube ich mit ihr morgen nochmal zum Arzt, das ist ja alles nicht mehr feierlich hier. Immerhin konnte ich heute ganze sechs Stunden arbeiten, wenn ich Glück habe, schaffe ich es morgen, wenn Pippi Mittagsschlaf im Kinderwagen macht, alles ganz dringliche im Turbomodus wegzuschaffen, dann muss ich nicht abends, wenn Herr Rabe gegen zehn hier eintrudelt, noch mal ins Labor fahren. Das ist doch eine Prima Aussicht! 

Überhaupt, Arbeit, so schön. Da reißt man sich ewig den Hintern auf, um blöde Dinger zu färben, es klappt alles nicht, und am Ende findet man raus, dass es daran liegt, dass die Kack-Dinger einfach gar nicht da sind. Der Kollege hat – bis auf dass er ne andere Flasche genommen hat – alles angeblich ganz genau so gemacht und es klappte. Tjanun, ich habe kapituliert. Erwartete mindestens ein Haareraufen vom Chef und was kam? „Och, nicht so schlimm, dann wird unser Modell einfacher.“ Wattsefack? Äh, well, gut, dann, äh, sind wir eigentlich quasi fertig. Oder so. Fehlen noch zwei Bilder statt… acht. Gut. Was wirklich gut ist: ich bin inzwischen ziemlich fit am Mikroskop. 

Dann habe ich ja auch noch ein großes Kind, eins, das gesund ist, obwohl es die ersten zwei Jahre seines Lebens eigentlich immer krank war, jetzt ist es robust. Muss man ja auch mal sagen. Dieses Kind ist ja gerade in einer Abnabelungsphase, so kann man es glaube ich gut nennen, es lernt viel, will viel, kann viel, traut sich viel (so wie alleine zur KiTa fahren, Update übrigens zur Versicherungsproblematik: sämtliche Norweger*Innen die ich danach gefragt habe, in der KiTa und bei der Arbeit, mussten ein bisschen lachen und meinten so Sachen wie „du bist so putzig deutsch manchmal“. Der Fahrradführerschein hat dann endgültig zu Lachanfällen geführt) und das alles ist ja auch total toll. Noch schöner wäre es nur, wenn das Kind dabei nicht total durch den Wind wäre und mich nicht abwechselnd abknutschen und anschreien würde. Wir haben hier morgens und abends im Moment immer die etwas absurde Situation, dass ich Michel ausziehe, ihm einen Schlafanzug anziehe, ihm die Zähne putze und die Haare kämme, während Pippi wütend an ihrem Reißverschluss zerrt, bis sie die Jacke aufhat, sich selbst auszieht, versucht, sich anzuziehen und wehe, ich versuche ihr die Zähne zu putzen! Nix da, das macht sie selbst (erstaunlich gut!). Ich wette, sie würde sich selbst wickeln, wenn sie könnte. Sie holt schon eine Windel und breitet sie fein säuberlich aus, dann legt sie sich drauf.  Auch Pippi schreit mich oft an, aber sie sucht keinen Streit, so wie Michel. Pippis Konflikte mit mir sind einfach: sie will was, ich sage Nein, sie schreit. Und haut und kneift, daran arbeiten wir gerade. Michel hingegen fragt absichtlich nach Sachen, von denen er weiß, dass es die (heute, jetzt, whatever) nicht gibt, holt sich sein Nein ab und rastet dann komplett aus. Mit schreien und toben und Sachen werfen und Türen knallen. Ganz die Mama. So schön. Groß werden ist schwierig. Daneben stehen, auch. 

Tag 631 – Mimimi. 

Ein Tag, wie geschaffen, um einen großen, GROSSEN Haufen Schokolade zu essen. 

Kurzfassung (ohne mich wieder voll reinzusteigern, hoffentlich): 

  • das Batterieladegerät meines Fahrrads lädt nicht mehr.
  • Ich habe es irgendwie geschafft, mein Fahrradschloss zu verlieren (fragen Sie nicht, ich weiß es doch auch nicht).
  • Michel hatte heute morgen beim Aufstehen schon Kopfschmerzen – ich nehme mal an, er hat zu viel Sonne abbekommen, denn
  • nach dem Kindergarten und zwei mal Sonnencreme hat Michel volle Möhre Mallorcaakne*. Wenigstens scheint es nicht zu jucken. 
  • Bei der Arbeit viel zu viel zu tun, knapp zum Essen gekommen, zum Trinken gar nicht (praktisch, dann muss man auch nicht aufs Klo, spart also doppelt Zeit) morgen wird auch ganz toll (nicht!) weil da so ein Mensch von einer Firma kommt, den ich von meinem Chef aufgrund dessen spontaner Flitterwochen geerbt habe. Den betuddel ich dann und weine nur ein minibisschen, weil ich vermutlich zu sonst nix komme morgen (aber doch so viel zu tun hab…)
  • Pippis Schuhe sind irgendwie verschütt gegangen. 
  • Pippis andere Schuhe passen eigentlich noch nicht so ganz, aber weil die anderen Schuhe ja verschwunden sind, hatte sie die einmal an und gingen direkt kaputt.
  • Herr Rabe hat extra am Montag Abend noch das Regal in unserem kleinen Flur auseinandergebaut, weil die Brandschutztür laut Nachbarin diese Woche eingebaut werden sollte und die in die andere Richtung (also in den Flur, statt in die Wohnung) aufgehen wird. Heute früh trafen wir Bob den Baumeister: sie machen das irgendwann nach dem 17. Mai. 

So. Darauf eine Tüte Smash**.

Und aus Gründen: ein Comic über Glauben und Abwehrhaltungen.

*Ich hab ihm echt meine Haut vererbt. Neigt zu Sonnenbrand, hat Sommersprossen und reagiert empfindlich auf ab.so.lut alles. Meh. 

**Smash ist das beste überhaupt: Salzige Maisknusperkegelchen, überzogen mit Schokolade. 

Tag 551: Kurzmeldung.

Ich bin zu 80% genervt. Deshalb nur ganz kurze Statusmeldung. 

Wochenende mit Kindern ist viel anstrengender, als die Woche, wenn man selbst zu Hause, die Kinder aber im Kindergarten sind. Egal wie niedlich die kleinen Speckengelchen und Quatsch-Zwerge sind. 

Wenn dann auch noch beide Eltern ab sieben Uhr morgens genervt sind, weil beide Kinder nach einer Kacknacht wach sind und eins brüllt und das andere erst nörgelt und dann singt (während das andere weiterbrüllt, versteht sich), dann wird der Samstag schon mal eher unentspannt. Und da hilft auch keine Abmachung, dass der eine Samstags liegen bleiben kann, der andere Sonntags: in so einer kleinen Wohnung durch Türen die nicht mal richtig schließen, hört man jedes Wort. Also erst recht Kindergeschrei. Herr Rabe kann das noch halbwegs ausblenden, in dem er sich auf sein hörendes Ohr legt. Ich höre aber auf beiden Ohren sehr gut. Und hab dann halt schon vor dem Aufstehen keine Lust mehr, mich in diese Kakophonie zu begeben. 

So war unser Samstag. Genervt. 

Tag 412 – Titeldummie. 

In meinem Kopf heute nur konfuses. 

Nächste Woche fahre ich schon nach Portugal. Das ist ziemlich verrückt. 

Der Chef besprach mit jemand anderem die Ergebnisse von meinem Experiment. Niemand sprach mit mir. Der Chef sagte „Ich muss nachdenken.“ und schloss die Tür zu seinem Büro hinter sich. Das macht er sonst nie. 

Die GEZ-Scheiße ist immer noch nicht vorbei. Es lässt einen schier verzweifeln, obwohl das alles über nen Anwalt läuft. Trotzdem: zum dritten Mal die Ummeldebestätigung aus September ’13 scannen, weil die jetzt behaupten, ich sei „laut Ihrer Unterlagen“ ja mindestens bis April ’15 beitragspflichtig, ist überaus nervtötend. (Ich auch übrigens völlig alleine. Herr Rabe wurde noch gar nicht mit 7000 €- Nachforderungen beglückt. WARUUUUUM???)

Nach einer Odysee der Nachbarschaftskommunikation über Nachrichten-Gruppen habe ich endlich Feuerholz bestellt. Es wird nächste Woche geliefert. Der Holzmann (nicht der vom letzten Jahr!) will wissen, ob er noch mehr liefern soll. Meine Motivation, das gerade so geschlossene Fass wieder aufzumachen und zu fragen, ob wer noch mehr Holz haben will, geht gegen null. 

Ich wollte für Herrn Rabe was ganz tolles zu Weihnachten nach Deutschland bestellen, also so dass wir das jetzt im Oktober mitnehmen können, und das gibt es (noch?) nicht. 

Michel hat übernächste Woche schon Geburtstag. Aaaahhhh!!! (Noch kein Geschenk besorgt, er soll nen Schwimmkurs kriegen, aber man kann sich noch nicht anmelden, Partyplanung hab ich so halb wegdelegiert an M., deren Sohn und bester Kumpel von Michel die Woche drauf 5 wird, wir wollen eventuell zusammen feiern, die Gäste wären wohl eh zu 90% redundant und Norweger haben absolut kein Problem mit Vorfeiern.)

Michel sorgt sich immer noch über Kampfflugzeuge und ob wir im Falle einer Flucht wohl Spielzeug und alle (!) unsere Bücher mitnehmen könnten. 

Pippi mag nicht einschlafen im Moment, ich glaube sie weiß selbst nicht so ganz, was sie will, mal will sie raus aus der Trage, dann will sie wieder auf den Arm, dann Trage, aber bitte mit Mama in den Hals kneifen, dann schlägt sie mich plötzlich oder dreht meinen Kopf weg, dann schlingt sie wieder ihre Ärmchen um meinen Hals und zieht mich ganz nah ran: das ist alles sehr wirr. Das geht dann so zwanzig Minuten, dann schläft sie doch ein und dann erstmal wie ein Stein. 

Ich habe gestern mein Fahrrad repariert. Das Hinterrad hatte sich nach vorne geruckelt, ich nehme an eine ungute Kombi aus Anhänger und Kopfsteinpflaster ist schuld. Gestern war ich dann doch etwas panisch und ließ das Rad zu Hause, fuhr mit dem Bus zur Arbeit und ging zu Fuß zurück. Reparierte unter Einsatz aller meiner Muttisport-gestählten Muskeln das Rad und fuhr heute mit gutem Gewissen und festem Reifen wieder Fahrrad. 

Ich machte Pizza und wollte zwischendurch alles hinschmeißen. Kack Teig, einen Tacken zu klebrig, dann hings am Schieber fest, Käse auf meinem schönen Backstein. Hrmpf. Aber lecker. Sogar Michel aß ein Stück eines Stücks weißer Pizza mit Lachs, gegrillter Zucchini und frischem Rosmarin. Ich konnte meinen Augen kaum glauben. 

So müde, dass mir die Augen zufallen. Gute Nacht!