Tag 1721 – Langweilig.

Wenn ich ja Langeweile genießen könnte, ne? Heute hatte ich 1,5 langweilige Meetings und dazwischen viel langweilige Doofaufgabe, die ich rausschiebe, bis der Zeitdruck die Motivationslosigkeit überwiegt.

Man könnte auch mal wieder Sport machen, hahahahaha.

Morgen. Morgen muss die langweilige Doofaufgabe fertig werden, möglichst bis mittags.

Pippi wollte ich heute morgen verkaufen, Michel heute Nachmittag. Pippi wegen Starrsinn, Michel wegen Hangryness. Pippi hat das von ihrem Vater geerbt, ganz sicher.

Wegen Yoshi zu spät ins Bett. Andererseits – who cares ob ich um acht oder um neun vorm Rechner sitze? Spoiler: Es wird eh neun, es muss ja noch wer die Kinder wegbringen.

Irgendwie war diese Woche bisher keine gute Absprachenwoche. Vielleicht kriegen wir das ja nächste Woche besser hin, ich hoffe es jedenfalls. Vielleicht bin ich auch erst mal zuständig, damit Herr Rabe in seinen neuen Job reinkommen kann. Wohl von zu Hause aus. Es sind verrückte Zeiten.

Tag 1716 – Corontäne Tag 43 (nachgereicht).

Auch gestern wieder auf dem Sofa eingeschlafen, quasi widerstandslos. Immerhin habe ich noch geschafft, bei der Twitterkneipe aufzulegen.

Gestern war ein recht stressiger Arbeitstag, unter anderem weil unsere Chefin zum Feierabendbier per Teams eingeladen hatte – um vier. Ich musste also alles (drei Fristsachen) bis vier fertig haben. Meine Kolleginnen und Kollegen kennen jetzt den Spruch „kein Bier vor vier“. Aber es war sehr nett. Um halb sechs verschwanden auf einmal alle, und ich hing noch 20 Minuten mit dem einen Kollegen* rum, wir sprachen unter anderem darüber, dass wir beide, obwohl wir nun wahrlich nicht die Allerextrovertiertesten sind und beide unsere Herausforderungen im Bereich „Soziale Interaktion“ haben, die normale Arbeit vermissen, wegen dem Sozialen. (Ein bisschen seltsam ist, dass ich darüber nur mit Leuten reden kann, die auch seltsam sind, ansonsten kann ich da nur drüber schreiben.) Ich vermisse jedenfalls die Arbeit und hab auch direkt davon geträumt, auf diverse Arten. Erst war ich mit besagtem Kollegen auf einem Flugplatz (habe fast das Flugzeug verpasst, also ein altbekannter Stresstraum in neuem Gewand), dann war irgendwas mit einem Brand bei einem Großhändler, wegen dem wir irgendwelche Rechtsfragen klären mussten.

Vielleicht lese ich doch am Wochenende noch den Entwurf zu einer neuen Vorschrift, zwecks Beruhigung der Nerven.

Ab nächster Woche ist wieder Schule, Halleluja. Dann werde ich auch vorerst die Corontäne-Zählung beenden. Die zwei 2. Klassen bei uns wurden in vier aufgeteilt, damit sie die Kohortengröße einhalten können. Eine Lehrkraft wurde fest neu angestellt, eine, die schon öfter ausgeholfen hat, hat ihren Vertretungsvertrag ausgeweitet und verlängert bekommen. Drei mal pro Woche (statt sonst ein mal) soll Draußentag sein. Sport-Hort findet normal statt, Sport aber nur noch Draußen und nur noch Sportarten ohne viel Körperkontakt. Und dann halten wir alle die Daumen, dass es keine furchtbaren Ausbrüche gibt, die sich auf Schulen und Kindergärten zurückführen lassen, damit nicht alles direkt wieder geschlossen wird.

Wir haben weiter Homeoffice und da vermutlich eine (softe) Bedingung für die erlaubte Rückkehr ins Büro sein wird, dass man ohne ÖPNV dort hin kommt, wir aber auch gleichzeitig keine Parkplätze am Werk haben *und* ich mich mit dem Auto pro Weg auf 1 Stunde Fahrt *plus* eine Stunde Stau einstellen müsste, kommt das für mich überhaupt gar nicht in die Tüte, Ende. Mal schauen, ob sie die Kernarbeitszeit aufweichen, das fände ich eine sinnvolle Maßnahme, um zu vermeiden, dass wir uns alle in die Rush-Hour in die T-Bane quetschen. Ich komme gerne, sagen wir, einmal die Woche, von 10-18 Uhr. Dann kann ich auch mit Zügen fahren, die nicht so voll sind, dass man keinen Abstand zu irgendwem halten kann.

Naja, wir werden sehen.

Erste Erfolge sind auch an der Kinderfront zu vermelden: wir haben gestern Abend alle iPads, den Minecraft-Computer und die Switch einkassiert und versteckt. Mit Ankündigung. Die Kinder haben erstens etwas länger geschlafen als letztes Wochenende und zweitens heute früh das Lego entdeckt. Ich denke, das ist, wegen nicht so toll einstellbarer Router-Hard- und -Software, der für uns gangbarste Weg um den ständigen Stress um die Bildschirme zu begrenzen.

So, und jetzt hoffe ich mal ganz stark, dass wir uns heute Abend wieder lesen und nicht erst morgen wieder.

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*ich mag mehrere Leute da echt gern, aber der entwickelt sich langsam zum Lieblingskollegen, trotz oder grade wegen all seiner Seltsamkeiten

Tag 1714 – Corontäne Tag 41 (nachgereicht).

Gestern war Arbeit, Kinderzimmer aufräumen (und dabei ganz kurz davor sein, alles abzufackeln, ehrlich, der/die nächste, die irgendwelches Spielzeug schickt, kriegt es zurück, ES. IST. ZU. VIEL.) natürlich ohne dass die Kinder mitgeholfen haben (auch so ein Grund für echt schlechte Laune) und dann noch mehr Arbeit. Die Arbeit war dazu auch noch echt doof. Danach war ich so müde und es auch schon echt spät, dass ich einfach auf dem Sofa eingepennt bin.

Das war gestern. Vom strahlenden Sonnenschein hab ich nichts mitbekommen. Das ist doch alles echt doof.

Tag 1713 – Corontäne Tag 40.

Uffz. Der Tag war träge und geprägt von Prokrastination. Tjanun. Dafür waren fast 20 Grad draußen. Der Nachbar meinte, vor drei oder vier Jahren waren um diese Zeit -20. Vielleicht hab ich auch deshalb prokrastiniert. Die Welt geht auf alle möglichen Arten gleichzeitig unter. Dürre, Seuche und Heuschrecken in Afrika. Woran erinnert uns das? Ich komm nicht drauf.

Ich war heute auf dem Trampolin, zum Stressabbau ist das auch für Erwachsene sehr schön.

Nach zwei Schwangerschaften und Geburten geht das nur mit Tena Lady. Da hilft auch nicht, dass ich seit nunmehr fast sieben Monaten jeden Tag zwei mal mindestens 10 mal kneife und Fahrstuhl fahre und all das. Das hier schreibe ich für die Frauenärztin und für all die Hebammen, die den Blödsinn verbreiten, das sei alles nur eine Frage des Trainings. Bussi.

Weiterhin habe ich heute den „Ratgeber“ für die Öffnung der Klassen 1-4 nächste Woche gelesen. Auch hier werden die Legionen in Kohorten unterteilt, aber mit maximal 15 Kindern pro Lehrkraft. Doof halt, das Michels Klasse 23 Kinder hat. Muss sich die Lehrerin wohl klonen. (Das wird alles sehr spaßig, aber es wird sich schon ordnen, nicht wahr, und wer weiß für wie lange dann auf bleibt. Aber irgendwer muss ja die Daten beschaffen, ob die Kinder nun wesentlich zur Ausbreitung beitragen oder nicht. Warum nicht Norwegen. Und Dänemark. Wir testen für euch. Kamelåså.)

Wir haben heute kurz überlegt, ob wir Pippi beibringen, ihre Kindergärtnerin mit „Ave!“ zu begrüßen. Gleich mal die Sandalen und das Helmchen für morgen raussuchen.

Ich bin etwas albern heute, und leider auch aggro. Entschuldigung.

Endlich wieder Kindergarten:

Tag 1709 – Corontäne Tag 36.

Huch, da war erst Tag 26 wegen Tippfehler und naja, I wish.

Herr Rabe hat heute einen neuen Arbeitsvertrag unterzeichnet und den alten gekündigt. So schnell kann’s gehen. Er freut sich, ich freue mich auch und ich bin sehr stolz auf ihn.

Ansonsten war mein Tag wieder arbeitsam. Meeting, Meeting, Meeting, Dinge wegschaffen, mit den Kindern das Mathebuch von der Schule holen und zurück laufen, Dinge wegschaffen, Meeting, Meeting, Meeting. Uff. Und die Kinder – naja, die lernen jetzt mal Selbständigkeit.

Überhaupt. Ich bitte doch drum, dass sich hier in den Kommentaren nicht beleidigt wird. Ich bitte außerdem drum, dass man sich mit verletzenden Aussagen zurückhält, auch mir gegenüber, weil, tja, also, ich bin ein verletzliches Wesen. Glauben Sie mir, egal was Sie mir an den Kopf werfen wollen: das denke ich eh über mich. Das macht mich nicht hart gegenüber solchen Aussagen, sondern weich. Ich würd ja gern sagen, dass mich Unsinn nicht trifft, ist aber nicht so. Ich gebe hier viel über mich preis – unter anderem wie ich das Zusammensein mit meinen Kindern manchmal empfinde – aber das ist immer meine Sicht. Immer gefärbt von meiner Innensicht. Von meinen Erwartungen an mich, die leider gar nicht mal so weit von einer 1950er Jahre Mutti aber bitte mit der Karriere einer Frau in den 2040er Jahren entfernt sind. Und ohne den Teil, in dem man seine Kinder bei Nichtgehorchen in den Keller sperrte. Irgendwas zwischen Mary Poppins und Jasper Juul wär bestimmt gut. Jedenfalls – ich schreibe hier nicht, wie die Kinder empfinden, weil ich das nicht weiß. Ich schreibe nicht aus Sicht von Herrn Rabe, weil der das selbst kann und ich kann ihm nicht in den Kopf gucken. Keine Ahnung, ob meine Kinder später mal sagen „ich war bei meiner Mama immer geborgen“ oder „ich konnte meine kreative Seite immer ausleben“ oder „meine Mama war mit uns voll überfordert“. Wenn sie mich mit, sagen wir mal, 23 noch am Kopf haben können ohne permanent Augen zu rollen, bin ich vermutlich zufrieden. Aber zurück zum Punkt: wenn Sie nichts konstruktives zu sagen haben, lassen Sie es doch in Zukunft einfach. Und wenn Sie nur wegen Katastrophentourismus hier sind, weil man sich so schön dran hochziehen kann, (anderen?) Eltern beim Verkacken und Verzweifeln und Überfordert sein und gelegentlichem Rumschreien zuzuschauen, dann willkommen in diesem Zirkus, stets zu Diensten zu Ihrer Unterhaltung.

Herrje, so müde von allem.

Tag 1708 – Corontäne Tag 35.

5 Wochen. Ich drehe inzwischen einigermaßen am Rad. Deshalb antwortete ich heute auch dem Kindergarten einen Tag zu spät und etwas… ausführlicher auf die Frage, ob wir „irgendwie von der Situation betroffen“ seien. Ahahaha. Ja. Ich habe die Antwort mal für Sie übersetzt:

Natürlich sind wir von der Situation betroffen. Alle sind von der Situation betroffen. Wir sind mitten in einer globalen Pandemie. Wir sind unsicher und wir arbeiten uns kaputt. Ich denke, diese Antwort habt ihr vielleicht von mehreren bekommen. Ich weiß nicht ob ihr es bemerkt habt, aber die Kindergärten und Schulen sind seit 5 Wochen geschlossen, wir haben zwei Stunden Vorlauf bekommen um unsere Kinder zu holen und auf unbestimmte Zeit mit ihnen zu Hause zu sein. Das ist so weit weg von Ferien wie es nur geht. Wir arbeiten weiterhin. Zu Hause. Wir unterrichten einen unmotivierten Zweitklässler und sind die Kindergärtner/innen für eine soziale und willensstarke Vierjährige. Keiner von uns Erwachsenen wollte je Kindergärtner/in oder Lehrer/in werden und um es direkt zu sagen: wir sind schlecht darin. Wir können das nicht. Ihr Kindergärtner*Innen und Lehrer*Innen seid Superheld*Innen und ich werde mich nächste Woche sehr zusammenreißen müssen, um nicht vor Dankbarkeit weinend zu euren Füßen zusammenzubrechen. Ich habe ausgerechnet, dass wir zur Zeit 28 Stunden am Tag arbeiten, auf zwei Erwachsene verteilt. Das war natürlich, bevor mein Mann zu 40% permittiert [Kurzarbeit] wurde, was zusätzlich für ökonomischen Druck gesorgt hat. Gleichzeitig helfen 40% eines Vollzeitjobs nicht wesentlich, wenn es um die totale Arbeitsbelastung geht, er kommt nun nur darum herum, jeden Abend zu arbeiten. Ich nicht. Mein Job ist außerdem ein sogenannter systemrelevanter und, huff, ja, es sind stressige Zeiten für die Medikamentenwelt. Wir hatten jetzt seit 5 Wochen keine Pause. Gestern tanzte ich ein bisschen durchs Wohnzimmer, weil ich einkaufen „durfte“. Zu Fuß, da hatte ich fast eine ganze Stunde Alleinzeit! Ich fühle mich wie die schlechteste Mutter der Welt (und mein Mann sich wie ein echt schlechter Papa), weil die Kinder ca. 15 mal mehr Tablet schauen als wir sonst zugelassen hätten. Es ist fast täglich ein Kampf, sie zu irgendwas anderem zu kriegen. Draußen Vögel beobachten? Äh. Ja. Nette Idee. Das kann ich alleine machen, die Kinder gucken Mia and Me, win-win, bloß das schlechte Gewissen… Die Kinder vermissen ihre Freund*Innen und sind nicht sie selbst vor schlechter Laune und Anspannung und zu wenig Bewegung und fehlenden Sozialkontakten. Wir Eltern haben einen Tunnelblick um jeden einzelnen Tag zu schaffen und wir versuchen uns aktiv einzureden, dass die Kinder keinen Schaden davon tragen werden. Ich habe meine Kinder unglaublich doll lieb und das hört sich jetzt gemeiner an, als es gemeint ist, aber bitte nehmt Pippi ein paar Stunden am Tag, bitte. Wir können nicht mehr.

Also ja, wir sind betroffen.

Und hier das Original:

«4. Så klart vi er berørte av situasjonen. Alle er berørte av situasjonen. Vi er i midten av en global pandemi. Vi er usikre, og vi sliter oss i hjel. Jeg tror dette svaret kan dere ha fått fra flere. Jeg vet ikke om dere har lagt merke til det, men barnehagene og skolene har vært stengt i 5 uker nå, vi fikk to timers varsel om å hente barna for så å være hjemme med dem på ubestemt tid. Dette er så langt fra ferie som man bare kan komme. Vi jobber fortsatt. Hjemme. Vi underviser en motivasjonsløs andreklassing, og vi er barnehagelærere til en sosial og viljesterk fireåring. Ingen av oss voksne har noen gang ønsket å være barnehage- eller barneskolelærer og for å si det rett ut: vi er dårlige på det. Vi kan det ikke. Dere barnehage- og andre lærere er superhjelter og jeg kommer til å måtte ta meg sammen til å ikke bryte sammen gråtende av takknemlighet ved deres føtter neste uke. Jeg har regnet ut at vi for tiden jobber 28 timer om dagen, fordelt på to voksne. Det var selvfølgelig før min mann ble 40% permittert, som i tillegg har ført til noe økonomisk press. Samtidig hjelper ikke 40% av en heltidsjobb vesentlig når det kommer til den totale arbeidsbelastningen, han slipper bare å jobbe alle kvelder. Ikke jeg. Min jobb er i tillegg en såkalt samfunnskritisk en, og huff, ja, det er travle tider i legemiddelverdenen. Vi har ikke hatt en eneste pause på 5 uker nå. I går danset jeg litt på stua fordi jeg „fikk lov“ til å gå og handle. Til fots, da hadde jeg nesten en hel time med alenetid! Jeg føler meg som den verste mammaen i hele verdenen (og mannen min seg som en skikkelig dårlig pappa) fordi barna ser på nettbrett ca. 15 ganger mer enn vi ellers ville tillatt. Det er kamp nesten hver dag å få de til å gjøre noe som helst annet. Se på fugler ute? Æh. Ja. Fint idé. Det kan jeg gjøre alene, barna ser på Mia and Me, win-win, bare den dårlige samvittigheten… Barna savner sine venner og er helt ute av seg av dårlig humør og anspenning og for lite bevegelse og manglende sosialkontakter. Vi som foreldre har tunnelsyn for å klare oss gjennom hver eneste dag og vi prøver å aktivt innbille oss at barna ikke kommer til å ta skade av det. Jeg er utrolig glad i mine barn, og dette høres nå slemmere ut enn det er ment, men vær så snill og ta [Pippi] noen timer om dagen, vær så snill. Vi kan ikke mer.
Så ja, vi er berørte.»

Jaha. So war das.

Und jetzt gehe ich in meinem Bett staubsaugen und ein neues Laken aufziehen, denn jemand* hat da heute Regenwürmer samt Erde drin ausgesetzt, und ein Loch ins Bettlaken geschnitten, damit die Regenwürmer da durch können. Und dann suche ich den Lippenstift, den jemand* vorhin im Gesicht hatte und schließe ihn weg. Und vieles mehr. Die Scheren zum Beispiel. Alle.

*jemand geht auch bald wieder in den Kindergarten, wenigstens ein bisschen oder manchmal oder wasweißich aber hallelujah, wird das schön.

Tag 1706 – Corontäne Tag 33.

Lange Tage. Langer Tag. Ich kam zwar problemlos nach Oslo durch (kein Stau! Das passiert wohl nur ein Mal im Leben!) musste dann aber fast eine Stunde auf die Blutentnahme warten. Zusammen mit einer Menge Menschen, die mir nach fast 5 Wochen ohne Menschen um mich rum furchtbar groß vorkam, es aber wohl eigentlich gar nicht war. Manche trugen Mundschutz, die meisten aber nicht. Eine Person hustete, aber schleimig, nicht trocken. Ich atmete fast eine Stunde lang sehr flach.

Danach Arbeit Arbeit. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wollen auch weggeschafft werden. Abends die traurige Nachricht, dass ein sehr netter Kollege gestern leider verstorben ist. Etwas unglücklich, dass in der Mail nicht stand, woran, nur zufällig weiß ich, dass es nicht Covid19 war.

Beim Versuch, das iPad aus ihren Händen zu entfernen, damit ich sie ins Bett bringen kann, schlug Pippi nach mir und ich haute mir beim Ausweichen am Bett so doof den Kopf an, dass ich jetzt ein geschwollenes Jochbein hab (noch ist es nicht blau, aber was noch kein Veilchen ist, kann ja noch eins werden) und dazu heftige Kopfschmerzen.

Ich mag nicht mehr. Kack Film.

Dazu passend: The parents are not okay. Noch eine Woche mit zwei Kindern, dann eine Woche mit einem Kind und wenn beide gesund bleiben (was ja an sich schon an ein Wunder Grenzen würde) und Vollzeit betreut werden (das ist zur Zeit noch fraglich, die Hygiene- und Infektionsschutzrichtlinien für Grundschule (1.-4. Klasse, das ist hier nur die halbe Grundschule!) und Kindergärten sind noch nicht raus) sind dann zumindest die Kinder tagsüber außer Haus und wir Erwachsenen können vielleicht wieder atmen und sowas wie normale Arbeitstage haben. Das wäre irgendwie schön.

Tag 1705 – Corontäne Tag 32.

So langsam habe ich das Gefühl, uns entgleitet jede Struktur. Wir kriegen keinen Elternpreis für diese Zeit, soviel ist sicher. Wir kriegen auch keinen Haushaltspreis (auch wenn ich heute aus Langeweile und weil Pippi mich nicht an die Switch ließ die Bäder putzte) und keinen Gartenpreis. Heute stürmte es so dermaßen, dass Herr Rabe es etwa fünf Minuten draußen aushielt und dann beschloss, dass wir Weide und Hecken einpflanzen verschieben müssen. Wenigstens wussten wir vorher, dass es stürmen würde, sodass Herr Rabe gestern Abend noch das Trampolin bis auf das Gerippe abgebaut hat. Konsequenter Weise war der Rest von uns heute den ganzen Tag im Schlafanzug.

Morgen geht es weiter. Noch nicht so ganz, weil noch „Ferien“ sind, und weil ich zum Krankenhaus fahren und eine Blutprobe nehmen lassen muss. Aber wieder früh raus und Dinge tun. Arbeiten. Uiuiui. Ich hab das Gefühl, seit drei Wochen nur rumgesumpft zu haben und nicht erst seit Donnerstag.

Ich habe mir die Haare in „Marshmallow“ getönt und kein Foto für Sie, weil die Farbe ohnehin unsichtbar ist. Die Haare sind nach zwei Stunden Einwirken unverändert silbrig. Fühle mich leicht veräppelt und bin froh, nur 50 Kronen für die Farbe ausgegeben zu haben, weil sie einen Transportschaden hatte, es war etwas Farbe aus dem Deckel ausgetreten. Meine Lilaspülung hat genauso viele Pigmente, glaube ich. Pfft.

Ich bin diesen ganzen Scheißes so müde.

Tag 1680 – Corontäne Tag 7.

Hrgls ich muss eigentlich echt dringend ins Bett. Meine Augen sind schon ganz klein.

Ich freue mich ein bisschen darauf und darüber, meinen Kolleg*Innen all die schönen Arbeitstools nahezubringen, die wir ja eigentlich schon eine Weile bis zufällig vor kurzem bekommen haben, aber nicht in Betrieb genommen haben. Ich bin die ganze Zeit voll pädagogisch (finde ich) und schreibe immer z.B. wo man welche Daten findet. Das Screenshot-Tool ist mein bester Freund und ich schreibe das erste Wiki meines Lebens. Und dann schreibe ich eine Mail, wo steht, wo man in Teams das Wiki findet. Aber das wird schon alles werden, mir macht sowas ja Spaß und es ist DIE Gelegenheit, alles vom vollgemüllten Server zu retten, was wirklich gebraucht wird und den Rest in Gorleben umzubenennen.

Wir haben heute Blumenerde gekauft. Nicht so viel, wie ich wollte, aber schon viel. Dazu bin ich mit den Kindern zur Miljøstation gefahren und habe Komposterde in Säcken auf dem einsamen Parkplatz in den Kofferraum geworfen, danach habe ich kontaktlos mit Karte bezahlt. Menschlicher Kontakt: quasi 0. Der Frühling kann jetzt kommen.

Eigentlich ist der Frühling schon da. 12 Grad und warme Sonnenstrahlen!

Spaziergang ohne Menschen. Die drei, die wir trafen, machten einen sehr weiten Bogen um uns und wir um sie.

Tag 1660 – Speziell.

Meh, Geheimhaltung. Ich wollte so gern erzählen, dass ich mich im Beruf weiter spezialisiere und hoffentlich bald was machen kann, was tatsächlich meiner Ausbildung deutlich näher kommt als der einer Pharmazeutin (hihi), aber. Geheim, geheim.

Wir haben jetzt einen Notified Body in Norwegen und alle so Yeah. Das haben wir heute zum gefühlt vierten mal gefeiert. Ich hätte irgendwie lieber gearbeitet, ich bin nämlich heute mal wieder wegen tausend anderer Sachen nicht mit den sich eh schon auf dem Schreibtisch und in der Outlook-Task-Liste stapelnden Aufgaben fertig geworden. Uffz.

Weiter keine Leichtigkeit. Nichts verändert, aber mehr Zeit, drüber nachzudenken, da Inspektion erledigt.

(Ich bin so müde, ich fürchte die Schilddrüsenblocker sind überdosiert. So schön, dass ich einen guten Dialog mit meiner Hausärztin habe, die mich ständig auf dem Laufenden hält um die Dosis schnell ändern zu können*.)

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*ich habe seit „die Werte sind schon viel besser“ vor zwei Wochen nichts mehr gehört. Weder Werte, noch Dosis-Anpassung, noch, wann ich eine neue Probe abliefern soll. Bin dezent angepisst.