Tja. Es sieht so aus als wären Pippi und ich krank. Sonst ist alles toll, aber das schmälert die Freude über das fast-nach-Hause-kommen doch etwas.
Es folgt: der Versuch, sich gesund zu schlafen. In diesem Sinne – gute Nacht!
Tja. Es sieht so aus als wären Pippi und ich krank. Sonst ist alles toll, aber das schmälert die Freude über das fast-nach-Hause-kommen doch etwas.
Es folgt: der Versuch, sich gesund zu schlafen. In diesem Sinne – gute Nacht!
In jedem Wortsinn.
Morgen noch zum Altkleidercontainer, meine bisherige Winterjacke brauche ich dank heutigem Neuerwerb* nicht mehr und die Unterhosen, die ich von meiner Oma bekommen habe, sind am Bund so eng, dass mein bisschen Bauchspeck davon zu einem ordentlichen Muffintop zusammengeschnürt wird. Größe 44/46 steht drin. Äh: niemals, meine H&M-Unterhosen (ist ja nicht gerade bekannt für üppige Schnitte, der Laden) sind aus Komfortgründen eine locker sitzende 40/42. Aber egal, die komischen Unterhosen sind ja ansonsten noch gut und wandern also morgen früh auf dem Weg auf die Autobahn in die Altkleidersammlung.
Dann noch ein Spargelbüdchen finden**, das um acht schon auf hat und dann: 4 Stunden Autobahn.
Bald wieder entspannte Kinder. Das wird so schön.
Ich war noch nie nach einem „Urlaub“ so müde. Vielleicht überlege ich mir das nochmal mit dem „näher an Bielefeld ran ziehen, damit man öfter mal herkommen kann“.
*eine Herrenjacke, weil Frauen™ scheinbar keine warmen Jacken tragen oder gerne mehrere Jacken übereinander anziehen. Könnte ich mich schon wieder drüber aufregen, aber, ach. Zu müde. Dafür hat die jetzt halt tausend Taschen, innen, außen, ich hab also Platz für alle meine Lippenstifte.
**bevor Sie hyperventilieren: wir werden uns nicht allzu lang mit der Suche aufhalten. Wenn nich, dann nich.
Whee, es ist der 05. und da braucht sich der Tagebuchbloggende Mensch nichts besonderes ausdenken, denn wir erzählen heute alle einfach Frau Brüllen, was wir so den ganzen Tag gemacht haben.
Aufgestanden bin ich. Jawohl. Sogar schon nach nur recht kurzem Rumgesnooze. Als ich Michel weckte, sagte er „Aber meine Augen sind doch noch ganz müde!“ das war sehr niedlich und ich kann das auch sehr gut verstehen. Meine Augen und auch der ganze Rest von mir waren heute morgen auch noch müde. Nach ner Dusche ging das aber schon besser, dann hab ich mich im Gesicht angemalt (mit ein bisschen Glitzer, Glitzer hilft gegen innerlich müde Augen enorm!), meinen Teil zum Kinder anziehen beigetragen (ich weiß nicht mehr genau, in was der bestand) und dann die Kinder zum Kindergarten gebracht, in der Praxis heute: Pippi im Anhänger mit dem Fahrrad gezogen und Michels Geheul wegen „Ich hab kein Cap mitgenommen, buhuhuuuuu!“ (Übersetzt: „Ich bin total müde weil ich gestern erst um neun im Bett war, buhuhuuuuuu!“) während des Fahrradfahrens ertragen.
Kinder im Kindergarten abgeliefert, mit Zusatzinfo: Pippi war sehr früh wach heute morgen und Michel sehr spät gestern Abend noch, also haben beide Kinder potentiell schlechte Laune (Übersetzt: „Wenn die komisch drauf sind heute, steckt ihnen bitte nicht sofort ein Fieberthermometer in den Po.“). Kein Problem. Wieder nach Hause, das Fahrrad abgestellt. Da ist nämlich schon wieder was losgeruckelt und mit so einem laut klappernden Rad fahren macht viel weniger Spaß, als im Sonnenschein zur Arbeit zu spazieren.
Spaziergang zur Arbeit. Vor der Krankenhausapotheke meinen Co-Supervisor getroffen, bei dessen Anblick mir auch siedend heiß einfiel, dass wir später ein Meeting haben würden. Kurz Hallo gesagt und Bis später und dann öffnete auch schon die Apotheke und er ging rein.
Noch auf dem Weg gedacht: hoffentlich geht es Frau Herzmolekül gut, die meldet sich gar nicht. Dann große Freude: sie hat sich gemeldet und die Twin-Moleküle sind jetzt da und da musste ich glatt ein Tränchen verdrücken und auch von hier sei noch mal ganz herzlich gratuliert!
Arbeit, Arbeit. Emails, Reisekostenabrechnung noch mal kontrollieren, kurz mit dem Chef gesprochen. Dann kurzes Motivationsloch, das ich durch Erledigen meiner Steuererklärung gestopft habe. Wie auch schon im letzten Jahr hat das ca. 5 Minuten gedauert, wovon der Größte Teil für das Einloggen mit gefühlter fünfzig-Phasen-Authentifizierung draufging. Fazit: meine Daten waren alle korrekt bei der Steuerbehörde eingegangen, im Juni werde ich dann etwas unter 8000 NOK an zuviel gezahlter Einkommenssteuer erstattet bekommen. Schön, schön. Beflügelt beim Hausarzt angerufen, ob ich einen Termin zur Blutabnahme brauche, das halbe Jahr seit der letzten Kontrolle der Schilddrüsenwerte ist schon wieder rum. Ich brauche keinen Termin und außer Freitags kann ich immer einfach vor elf Uhr vorbei kommen. Gut, das mache ich gleich morgen.
Dann Labor, Mittagessen, Labor. Verzweifelte Suche nach Glykogen, weil die *miieeep* Stoffkartothek der Uni mich nicht einloggen ließ. Irgendwann im anderen Stockwerk Glykogen gefunden, 12 mikroliter entnommen und zu meiner Probe gegeben, alles eingefroren und fertig. Auf dem Weg aus dem Gefrierschrankraum dem Typen in die Arme gelaufen, dem ich von meiner Glykogen-Suche berichtet hatte und der mir Glykogen geben wollte. Ihm stattdessen das Röhrchen zurück gegeben.
Mit einer Kollegin Kaffee geholt und dabei über Literatur gesprochen, sie mag Kafka, ich nicht so.
Mit halb ausgetrunkenem Kaffee zum Meeting spaziert. Mein Chef hat jetzt so ein Hipster-Fahrrad ohne Gänge. Außerdem hat er ab nächstem Jahr eine Woche Urlaub mehr pro Jahr, weil er nächstes Jahr 60 wird. Ich war aber auf dem Weg hauptsächlich damit beschäftigt, mich über meine Fitness zu freuen, ich schnaufe nämlich jetzt nicht mehr wie eine Dampflock, wenn ich auf dem Hauptcampus der Uni (auf einem Berg) angekommen bin. Das war vor drei Jahren eine reine Katastrophe, mit meinen Schilddrüsenwerten musste ich teilweise 10 Minuten eher losgehen als alle anderen, weil ich immer wieder so aus der Puste war auf dem kurzen Weg, dass ich anhalten musste. Heute war das also gar kein Problem und ich sehe dem Termin morgen gelassen entgegen. Tatsächlich erwischte ich mich kurz bei dem Gedanken, dass es endlich mal normale Verhältnisse sind: Ich (Anfang 30) bin deutlich fitter als Mr. I trust you (Mitte 40), der wiederum ist deutlich fitter als der Chef (fast 60).
Meeting. Langweilig. Sehr. Es geht voran (gut), „wir“ (die PostDoc vom Co-Supervisor) schreiben fleißig an Artikeln (gut), für ein Journal mit hohem Impact-Factor brauchen wir aber noch dies und das und jenes und Mr. I trust You und ich haben da grad keine Kapazitäten für, so sad (natürlich ist das wirklich doof, aber ich nehme mir das nicht persönlich zu Herzen. Wenn ich ein Laboräffchen bekomme, mache ich das, ein nicht, mache ich das vielleicht in einem halben Jahr). Viel Gelaber über Impact Factors. Nervt mich unendlich ab, das ist echt der Schwanzvergleich der Wissenschaftler*Innen: alle wissen, es ist Quatsch und sagt eigentlich nichts aus, aber es wollen trotzdem alle den längsten, ähh, höchsten Impact Factor haben.
Nach dem Meeting in die Stadt spaziert um *ZENSIERT* zu kaufen. Ich scheiterte fast am Kauf von *ZENSIERT*, am Ende und im dritten Laden gelang es mir aber doch, etwas meine hohen Ansprüche halbwegs befriedigendes zu finden. Kurz durch die Sale-Artikel für mich geschaut, aber alles war entweder aus ekligem Plastik-Stoff, den ich nicht auf der Haut haben mag, oder unmöglich geschnitten oder grauslich gemustert. Meh. Weiter in Richtung Solsiden spaziert, da bei Clas Ohlsson eine größere Ferien-Box für die stark gewachsenen Schnecken gekauft, in die ich noch Löcher machen muss, die Schnecken werden in unserem Urlaub wieder bei meiner Kollegin und von ihren Kindern betreut.
Nach Hause spaziert. 15.500 Schritte heute.
Kurz für ein halbes Stündchen auf dem Sofa versackt und mit Herrn Rabe geschnackt, während die Kinder Mausclips guckten. Dann gekocht, gespült, Spülmaschine ausgeräumt. Gegessen (Gefüllte Paprika* und dazu Vollkornreis mit Tomatensauße, sehr lecker das alles) und dann wollte auch schon Michel in Bett gebracht werden, der war auch einfach reichlich fertig. Pippi war beim Essen erst sehr zufrieden, dann kurz angestrengt und dann wollte sie mal wieder partout nicht ausgezogen werden, was zum Windeln wechseln aber nun mal unumgänglich ist. Entsprechend hörte ich sie noch aus Michels Bett im Bad kreischen. Armer Herr Rabe. Als Michel eingeschlafen war, las ich noch ein bisschen bei Twitter herum und kämpfte gegen den Schlaf an.
Irgendwann dann doch wieder aufgestanden, etwas in der Küche gerödelt und jetzt sitze ich hier und tippe, auch schon seit einer guten Weile. Eigentlich wollte ich für das Geburtstagskind morgen noch eine Mütze nähen, aber vielleicht mache ich das zugunsten von Schlaf einfach nicht. Ich habe das Gefühl, das mit dem Schlafen könnte heute vielleicht sogar vor Mitternacht klappen, das sollte ich dann wohl nutzen.
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*Paprika-Füllung: ca. 4 Scheiben weißes Brot in kleine Würfelchen schneiden und in Olivenöl mit Knoblauch anrösten. Dazu ein ordentliches Stück Feta (in Würfeln) geben, ein bis zwei Esslöffel saure Sahne, vier in Ringe geschnittene Frühlingszwiebeln und das Ganze gut vermanschen. Mit weißem Pfeffer, Kräutern nach Gusto und Paprikapulver würzen und in entdeckelte Paprika stopfen (ca. 4). Den Paprika-Deckel wieder draufstehen, auf ein Tomatensoßenbett setzen und bei ca. 200 °C ca. 30 Minuten bei Umluft backen. Fertig. Lecker.
Weshalb ich gestern nichts schrieb, ist prinzipiell sehr schnell erklärt: ich bin mit Pippi im Bett eingeschlafen. Sonst habe ich ja dann gerne mal nachts noch eben sowas geschrieben, gestern eben nicht, ich wollte nämlich einfach nur eins: bis zum Morgen weiterschlafen. (Und dann um fünf ausgeruht aufstehen und hier schreiben, was ich für ein Genie bin und dass ich endlich den Jetlag besiegt habe.)
Um zehn war Pippi wach. Herr Rabe war aber auch noch wach und holte sie zum Banane essen ab. Sie aß eine komplette Banane. Dann brachte Herr Rabe sie wieder und sie schlief recht fix wieder ein.
Um halb zwölf kam Herr Rabe ins Bett, Pippi rödelte daraufhin im Bett herum und beschwerte sich. Ich glaube, sie konnte sich so spontan nicht entscheiden, mit wem sie lieber wrestlen kuscheln wollte. Nach ca. 15 Minuten schlief sie wieder ein. Ich brauchte für dieselbe Tätigkeit ca. 30 Minuten.
Um eins war Pippi wieder wach. Richtig wach, mit Treten und Brüllen und allgemein schlechter Laune wegen
Also aß sie noch eine halbe Banane, trank einen halben Becher Wasser und wir zogen ihr mitten in der Nacht den Schlafanzug aus und einen Body an. Inzwischen war es halb zwei, aber Pippi schlief recht schnell wieder ein.
Ich hingegen war dann erstmal wach. Richtig „Ich könnte jetzt aufstehen und den Tag starten“-wach. Bis drei. Oder jedenfalls so ungefähr, ich gucke nachts fast nicht auf die Uhr, das stresst ja doch nur, zu wissen, wie wenig Schlaf noch bis zum Weckerklingeln bleibt. Ich lag also im Bett und dachte so vor mich hin, keine schlimmen Grübeleien, eher so Alltagskram:
Sie haben ein Bild. Natürlich war es mir dann um fünf Uhr gänzlich unmöglich, aufzustehen. Um sechs beschloss ich, es einfach zu lassen mit dem Aufstehen. Um sieben war Pippi wach und sang und wurde dann von Herrn Rabe abgeholt. Michel war auf Nachfrage noch nicht wach, sondern „sliten“ (kaputt) und kuschelte sich an. Um halb acht weckte Herr Rabe uns mit den Worten „Es schneit!“.
Um halb neun hatte ich die Kinder (alles, vor allem den Schnee, abgrundtief hassend) mit dem Schlitten in den Kindergarten gezerrt, stellte fest, dass ich meine Kopfhörer vergessen hatte, ging wieder nach Hause und machte mir einen Kaffee. Hängte die Wäsche auf und sprühte die Schnecken ein. Packte meine Ballettsachen. Und dann fuhr ich, halbwegs besänftigt und nicht mehr ganz so hasserfüllt mit dem Bus zur Arbeit.
Das mit dem Jetlag könnte dann bitte auch mal langsam ausgestanden sein. Und Pippis Schlechtschlafphase auch. Bittebitte.
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* ich bin mir ganz sicher, dass es da für den Fall der Fälle eines sich kurzfristig ankündigenden, direkt bevorstehenden Weltuntergangs á la Independence Day zu diesem Zweck von Hans Zimmer vorkomponierte Musik gibt, die dann über Lautsprecher weltweit abgespielt wird.
Tatsächlich ging es den ganzen Tag halbwegs gut mit der Müdigkeit, jedenfalls mit zwei großen Kaffee zwischendurch. Aber seit dem Pippi-ins-Bett-bringen geht nix mehr, erst schlief ich mit ein, dann wurde ich wach, jetzt habe ich Kopfschmerzen und mir ist warm und schlafen kann ich auch nicht mehr.
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Blöde Schwimmkursdinge sind blöd.
Wir haben eine Lösung gefunden, die hoffentlich allen gerecht wird: Michel wird den Schwimmkurs wiederholen, aber mit seinem besten Kumpel zusammen. Der hatte nämlich das gleiche Problem: die Lehrer*Innen sehen ihn nicht, obwohl er alles anfangs top mitmachte, er bekam nie eine positive Rückmeldung. Jetzt lässt ers halt, das Mitmachen. Und kriegt eine „schlechte Bewertung“ (eigentlich ist es nur eine Empfehlung, aber die koppeln sie an das Vortrittsrecht und die Kurse sind alle voll, wenn man das nicht hat…). Bei Michel lautete die „Ist sehr vorsichtig und weicht daher Übungen aus. Muss sich erst sicherer im Wasser fühlen.“. Wir reden hier von einem Kurs, dessen Ziel es war, den Kindern „Treiben“ beizubringen. Das machten sie in der, wenn ich mich recht erinnere, dritten oder vierten Stunde. Michel, und alle anderen auch, trieben. Sie hüpfen auch durch Ringe. Hüpfen vom Beckenrand ins tiefe Becken. Michel liebt tauchen und holt alles vom Beckenboden hoch. Aber die Lehrerin sieht in Michels Fall nur, dass er herumhampelt, wenn sie sich länger mit einem anderen Kind beschäftigt (was sie wirklich oft tut). Sie bezieht ihn aber auch einfach nicht mit ein, in das was die Gruppe macht, sondern ignoriert ihn lässt ihn halt hampeln. Nach dem Herumhampeln kommt dann das Desinteresse. Kurz gesagt: die Schwimm-Kompetenz der Lehrer*Innen will ich in keinem Fall in Frage stellen, aber die pädagogische ist… ausbaufähig. Und das gedenke ich der Schwimmlehrerin auch so zu sagen. Möglichst sachlich und freundlich auch wenn die mein Baby beleidigt hat das ja wohl das großartigste Kind der Welt und zudem herausragend talentiert im Treiben ist. Auch die Mutter von Michels Kumpel will das ansprechen. Kostet ja auch nur 150€ so ein achtwöchiger Kurs, also Schwamm drüber. Puh. Ich hoffe eonfach, dass er ganz bald schwimmen lernt (noch drei mal 150€…) und wir die Schwimmkurssache dann abhaken können. Ich grummel immernoch sehr darüber, dass man überhaupt 4-Jährige durch 17-Jährige bewerten lässt. Aber ich sehe auch, dass er unaufmerksam wird, wenn er nicht genug Beachtung bekommt und das kann er dann ja mit seinem Kumpel zusammen üben (und sich gegenseitig Beachtung geben und zu zweit um die Gunst Aufmerksamkeit der Lehrer*Innen buhlen), das hoffen wir Erwachsenen jedenfalls.
Schlecht geschlafen, früh aufgestanden, eine schöne Stunde mit Pippi gehabt, gefrühstückt. Danach war der Akku komplett leer und ich schlief mitten im schlimmsten Geschwistergezänk einfach ein. Herr Rabe war etwas angepisst von meiner, ähhhh, Unpässlichkeit. Verständlich, war er doch eine komplette Woche mit den Rübennasen alleine und hatte auf etwas Zeit für sich gehofft. Nach dem Mittag kippte mein Akkustand und abends war ich dann topfit. Supi. Nix mit früh ins Bett. Dann total super Idee: meine Mutter anrufen, um Ostern abzuklären. Ich sags mal so: gut, dass Herr Rabe vorsorglich schon mal Schnaps Whiskey/Whisky organisiert hatte.
Jetzt liege ich im Bett und morgen früh um fünf* klingelt der Wecker und ich hoffe der Whiskey wirkt und katapultiert mich gleich in den Tiefschlaf. Falls nicht gibt’s morgen erst viel Kaffee und am Abend eine original amerikanische OTC-Schlaftablette.
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* ja, eine Stunde eher als sonst. Nächstes Wochenende ist nämlich Zeitumstellung, da mach ich’s doch lieber jetzt einmal richtig und bin dann damit durch.
Es war eine lange Tour mit dezenter Tor- in Oslo. Zu Hause musste ich dann erst mal gründlich ausmisten und umräumen um Platz für meine Neuankömmlinge zu schaffen. Und natürlich die Kinder sehr viel knuddeln und lieb haben und jetzt werde ich hoffentlich einfach ganz schnell und gut einschlafen. Müde genug bin ich auf jeden Fall.
Mein Tag heute:
Ich kämpfe noch ein wenig gegen den Jetlag an und übe kräftig das Tippen auf dem neuen iPad, bzw. auf dessen Tastatur. Da bietet sich doch an, mal über die Anreise hier zu schreiben.
In der Nacht von Freitag auf Samstag schlief ich praktisch gar nicht. Warum auch, auf so nem 11-stündigen Flug kann man doch prima schlafen. Immerhin war es so kein großes Problem um 4:30 Uhr aufzustehen. Um viertel vor sechs gab ich Herrn Rabe einen dicken und den Kindern je einen vorsichtigen Kuss und machte mich pünktlich auf den Weg: mit meinem völlig überdimensionierten Koffer, meinem Handgepäcksrucksack und meiner Posterrolle. Ohne Mütze und Handschuhe und in meinen sommerlichen Turnschuhen wahr ich zwar deutlich zu kalt angezogen, aber der Bus kam tatsächlich recht schnell und außerdem stand ich so unter Strom, dass ich kaum fror.
Die erste große Herausforderung war das Aufgeben des Gepäcks am Flughafen. Der Automat weigerte sich, einen Gepäckaufkleber auszudrucken, also musste ich an den Schalter. Da war aber irgendein technischer Defekt, es stapelten sich schon die Koffer vor dem Schalter, weil die Bänder irgendwie nicht gingen und natürlich standen neben den Koffern diverse Rentner*Innen, die vor lauter Mistrauen in Technik und Personal wohl am liebsten ihr Gepäck persönlich ins Flugzeug getragen hätten. Hinter mir schnaufte eine Frau ungeduldig in meinen Nacken und schickte ihren Mann (der gar nicht mitreisen sollte) herum. „Frag mal da nach! Los, jetzt frag mal, was da los ist!“ Nach ca. 15 Minuten allgemeiner Ratlosigkeit sprangen aber alle Bänder wieder an und alles wurde gut. Sicherheitskontrolle und so war alles unspektakulär, ich kaufte mir eine Handcreme im Duty Free Shop und einen Kaffee, einen Smoothie und eine Banane am Kiosk und wartete aufs Boarding.
Auch der erste Flug nach Stockholm verlief im Grunde ereignislos, sieht man mal von der lächerlich kleinen Maschine und meine proportional zur Flugzeit ansteigende Nervosität ab. Schließlich hatte ich zwischen Landung und erneutem Start genau 40 Minuten zum Umsteigen. Von den 40 Minuten gingen 20 dafür drauf, in einen Flughafenbus zu steigen, auf die anderen Passagiere zu warten, langsam verrückt zu werden, „Aaaaaaaaahhhhhhhhhh!“ zu twittern und über den Flughafen kutschiert zu werden. Kaum angehalten, sprang ich aus dem Bus, rannte ins Terminal, die Treppen hoch, guckte auf den Bildschirm und las: LAX, Last Call. Sprintete durch die Passkontrolle, sprintete zum letzten Gate im Terminal, kam als letzte Passagierin und komplett durchgeschwitzt und mit den Nerven runter am Gate an, bekam aus einem unerfindlichen Grund einen Smoothie in die Hand gedrückt und boardete als Letzte. Wenn ich schlechter zu Fuß wäre, wäre ich vielleicht zu spät gekommen. Fazit: 40 Minuten zum Umsteigen in Arlanda reicht eigentlich nicht. Vor allem nicht wenn man eigentlich total dringend aufs Klo muss.
Das Flugzeug nach LAX war sehr groß, ich saß ganz hinten am letzten Fensterplatz, neben mir ein junger, gutaussehender Norweger, der hirnentleerten, sexistischen Kram aus dem Bordunterhaltungsprogramm ansah. Das Essen war qualitativ mäßig und quantitativ gerade ausreichend. Es war sehr sehr laut und ich war Herrn Rabe unheimlich dankbar, weil er mir seine Active Noise Cancelling Kopfhörer geliehen hatte. (Habe ich je darüber gelästert, dass die Dinger absurd teuer sind? Wenn ja: Ich nehme alles zurück, die sind Gold wert!) Ein bisschen schlief ich, ich las die Hunger Games fertig, spielte Super Mario Land 2 auf meinem GameBoy (ja, einem alten Teil, ohne Displaybeleuchtung und Farben. Ich kann noch alles außer den Spielstand abspeichern), guckte die letzten drei Folgen von Black Mirror, die ich mir bei Netflix herunter geladen hatte (die Bienen! Huiuiui). Langweilte mich, konnte nicht mehr schlafen, guckte aus dem Fenster, langweilte mich noch mehr, las ein bisschen und dann waren wir auch schon da.
Dann standen wir erstmal 45 Minuten auf dem Rollfeld herum, weil unser Gate belegt war.
Dann stand ich 15 Minuten an der automatischen Passkontrolle an. Die dann wegen irgendwas mit meinen Fingerabdrücken nicht funktionierte.
Dann stand ich 30 Minuten an der Border Control an. („Are you here to do business?“ – „I’m going to a conference.“ – „Conference about what?“ – „RNA Editing.“ – „RNA What? What is RNA?“ – „Erm, a part of our genome?“ – „???“ – „Genes?“ – „What is your profession?“ – „I’m a… biologist.“ – „OK then, have a nice trip, welcome to the USA.“)
Und schlussendlich stand ich geschlagene 30 Minuten in der Schlange an, die einfach nur aus dem Flughafen heraus führt.
Inzwischen war es 14:20 und rechtzeitig zum Beginn der Konferenz um 15:30 in Ventura sein, konnte ich mir abschminken. Insofern war es auch nicht mehr weiter schlimm, dass wir natürlich auf dem Weg aus L.A. heraus im Stau standen. Apropos Abschminken: Ich erwog, einfach drauf zu scheißen und nach meiner (wann auch immer stattfindenden) Ankunft erst zu duschen und dann zu den Konferierenden zu stoßen. Je später es aber wurde, so wahrscheinlicher wurde es auch, dass ich wohl erst kurz vor der Poster-Session ankommen würde. Irgendwann zog ich seufzend mein Notfall-Päckchen aus dem Rucksack und schminkte mich notdürftig, davon ausgehend, dass ich mich wenigstens noch schnell würde umziehen können würde.
Als ich ankam, war mein Zimmer noch nicht fertig. Blöd, so musste ich in meinen Reiseklamotten mein Poster repräsentieren. Als ich mich für die Konferenz registrierte, erklärte mir der Mann da (Brian? Ryan?) den ca. 15 Meter langen Weg in den Konferenzraum. Ich musste zwei mal nachfragen, mein Gehirn war ganz einfach da schon nicht mehr erreichbar. Aus und schlafen gegangen. Oder ausgewandert. Trotzdem fand ich irgendwie den Weg in den Konferenzraum, hörte mir noch die Diskussion zum Eröffnungsvortrag an, hängte mein Poster auf und stellte mich daneben. Erklärte mein Poster zwei mal, aß (irgendwas) zu Abend, bekam endlich ein Zimmer, zog mich fix um und setzte mich in die Abendsession.
Nach fünf Vorträgen war ich absolut gar gekocht, konnte mich kaum noch auf den Beinen geschweige denn wach halten und war unendlich froh, als ich endlich, endlich duschen konnte. Sauber und ungeföhnt fiel ich in das überdimensionierte, aber unheimlich bequeme Bett wie ein Stein und schlief tatsächlich bis 04:20, und dann nochmal bis 06:30. (Dass der Jet-Lag damit noch nicht ausgestanden war, sieht man an den gestrigen Ausfällen. Und auch heute bin ich noch nicht wieder komplett fit.)