Tag 1191 – Schnipsel.

Schon spät (hahaha, aber ist ja egal, ich muss trotzdem ins Bett), deshalb heute ein bisschen gemischte Platte.

___

Tag 4 von Projekt Lerche. Bin alles etwas geruhsamer angegangen heute (nicht das Aufstehen), das hat gut getan. Hab wegen eines Mittagsschlafs hin und her überlegt, es dann aber nicht gemacht. Ich bin da wie so ein Kleinkind: schlafe ich tagsüber, schlafe ich abends noch später ein. Und ich schaffe es nie, nach den magischen 20 Minuten aufzustehen, schlafe dann anderthalb Stunden und bin danach noch mehr im Eimer als vorher.

___

Zweite Sitzung, bzw eigentlich Gründungssitzung des Räumvereins. Wie lange man über „aber wenns dann doch wieder so viel schneit wie letztes Jahr!“* diskutieren kann. Faszinierend.

___

Finanzen gemacht. Ich hasse das. Aber es ist halt nötig. Dass mir die Chipsfabrik noch einen riesigen Haufen Geld schuldet, lässt mich derbe mit den Zähnen knirschen. Dass es am Ende wohl der norwegische Staat übernehmen wird, die (finanzielle) Chipsfabriksuppe auszulöffeln, macht mich innerlich rasend und ich woozaa-e so vor mich hin.

___

Pippi hatte heute schon beim Abholen eine Laune wie sie nur Dreijährige haben können. Nach absolut ätzendem Gehampel und Geklecker und mit-dem-Essen-Gespiele beim Abendessen steckte ich sie unter infernalischem Geschrei ins Bett, wo sie dann auch nach fünf Minuten an mich gekuschelt einschlief. Solche Abende verlangen mir alle meine Nerven ab und das Kind kann wirklich froh sein, dass es nicht mehr in die Babyklappe passt. Wieso sieht sie denn nicht ein, dass sie müde ist? Herrje.

___

Wollte noch über die katholische Kirche im Radio rannten, aber nun heult Pippi schon wieder. Ich muss hoch.

___

*Dann zahlt man halt noch mal 250 Kronen pro Haus nach, meine Güte!

Tag 1183 – Der Räumverein.

Vor etwa zwei Wochen bekamen wir in unserer Straße hier alle einen (elektronischen) hochoffiziellen Brief von der Kommune. Darin stand, dass ab dem Winter 2018/2019 wir als Eigentümer für jegliche Straßeninstandhaltung zuständig sind, zum Beispiel Beleuchtung, Dings, Bums, Tralala und Räumen im Winter.

Am nächsten Tag schneite es übrigens.

Jedenfalls alle so: waaaahhhhhhhh! Panik! Hier wird NIE MEHR geräumt und jeder muss demnächst immer selbst den Laternenmast hochklettern und ne neue Birne reindrehen und den Meter Straße vorm Haus asfaltieren.

In der Nachbarschafts-Facebookgruppe ging es ein paar Tage lang hoch her, nachdem aber jeder einmal „aber das können die doch nicht machen! Direkt vorm Winter!“ geschrieben hatte, flaute es auch schnell wieder ab.

Man muss dazu sagen: in der ganzen Straße wohnen 21 Parteien. 21. Quasi unüberschaubar viele.

Jedenfalls war recht schnell halbwegs sicher beschlossen, dass wir eine Art Verein gründen müssen, der dann den Räum-Mann beauftragt. Jemand klärte mit der Kommune ab, dass die den Räumdienst nicht kündigen, bis wir soweit sind ihn wieder zu beauftragen, weil November halt auch etwas spät ist, um nach einem anderen Räum-Menschen zu suchen. Es wurde gesagt, dass wir für die Gründung dieses Vereins ein Treffen brauchen.

Dann kam Grillenzirpen.

Bis heute Nachmittag. Denn um 17:30 Uhr las ich plötzlich in der Facebookgruppe eine neue Nachricht: „Findet das Treffen heute um 19:00 Uhr statt?“

Überraschender Weise (für mich) war die Antwort ja.

Also ging ich um 18:58 Uhr los Richtung Hausnummer 6. Schönes Haus, etwas seltsame Leute drin. Nachbarn halt. Sucht man sich nicht aus. Außer mir waren noch 7 andere Parteien gekommen, was die eine Nachbarin mit „vermutlich haben sie es nicht rechtzeitig mitbekommen“ kommentierte. No shit, Sherlock, irgendeinen Kommentar in einen Thread mit 46 Antworten schreiben ist halt keine offizielle Einladung. Nun saß ich da also, Die Neue, zwischen den Nachbarn und versuchte irgendwie zu folgen, das Gespräch drehte sich mehrmals im Kreis um die Sachen, die eh schon klar waren (nein, wir brauchen keine Angst vorm Wintereinbruch haben, ja, wir müssen uns jetzt irgendwie organisieren) und mit neun von 21 Parteien kann man ja auch keinen Verein gründen in dem alle anderen dann halt mitmachen müssen, ob sie wollen oder nicht. Zumindest fand ich das und die anderen nickten dazu zustimmend. Deshalb werden wir nächste Woche Donnerstag um 19:30 (weil dann bei den meisten Leuten mit kleinen Kindern diese im Bett liegen, hahahahahahaha) ein neues Treffen haben, es wird aber dieses Mal eine schriftliche Einladung geben.

Das hat über eine Stunde gedauert. Eine Stunde. Herrje. Das wird noch lustig hier.

___

Auto-Lobhudelei: heute endlich mit dem Einsortieren von (Näh-)Kram im Arbeitszimmer angefangen.