Tag 1951 – Jodelei jodelei, hu hu.

Die Kinder haben einen schrecklichen Ohrwurm angeschleppt. Total Late to the party haben wir letztes Jahr um Frühjahr den Hype verpasst, aber macht ja nix. Das Lied heißt „Raske Briller“ (Schnelle Brille, FRAGEN SIE MICH DOCH NICHT WARUM) und ist eine Parodie auf die norwegische Afterski-„Kultur“. Hier sehen Sie im Video anschaulich dargestellt, worum es dabei geht: https://youtu.be/TN7G3H2YUOc. Wenn Sie raske briller googeln und die Bilder ansehen, erfahren Sie, was eine schnelle Brille ist. Es ist alles sehr seltsam und das Lied geht einfach niemals mehr aus meinem Kopf.

Related: Michel hat seit heute früh raske briller, weil wir beim Augenarzt waren und vergessen hatten, eine Sonnenbrille von zu Hause mitzunehmen. Mit Pupillen groß wie Untertassen beschwerte sich Michel, dass er nicht mehr Handy spielen konnte und das schummrige Novemberlicht zu hell sei. Aber immerhin ist jetzt auch Michel komplett untersucht und vermessen, mit dem Ergebnis: das Kind schielt (dafuq, seit wann das???) und ist weitsichtig. Er bekommt eine Brille gegen die Weitsichtigkeit und da das Schielen nicht weiter auffällt, sondern „nur“ anstrengend für ihn ist, hoffen wir, dass die Brille das schon etwas einfacher macht. In seinem Alter würde man da glaube ich auch nichts mehr abkleben, sondern eher mit Spezialbrillen arbeiten, aber wie gesagt, man sieht gar nichts davon. Also so im Alltag. Mit Atropintropfen sieht man sehr deutlich, dass das eine Auge nach innen kippt, weil er dann entspannt, er kann ja eh kaum sehen.

Tjanun, ab bald also zwei Kinder mit Brille, gleich mal ne Bank ausrauben.

Raske briller.

Mit der Brille kann man aber prima Blödsinn machen.

Ich habe übrigens mein frisch genähtes Kleid an, das wirklich kuschelig ist, wie Bettwäsche halt. Es ist ein Bollec von Schnittquelle. Ein eigentlich nicht schwieriges Schnittmuster, was nicht heißt, dass man da nicht trotzdem einiges verkacken kann. Ich suhle mich einfach noch ein wenig im Stolz, dass alle Nähte aufeinandertreffen, da wo sie es sollen.

Kleine Anmerkung: Schnittquelle-Schnittmuster haben für mich immer zu lange und dafür aber auch zu enge Ärmel. Memo to self: Ärmel etwas kürzen und deutlich weiter lassen, und eventuell die Armkugel etwas flacher machen (oder üben. Üben wäre wohl besser. Oder mit den Fältchen leben. Oder halt üben). Über der Brust am Ärmelansatz kann auch je ein cm raus. Und die übliche Rockseitenbegradigung, eine will ja nicht aussehen wie Marie Antoinette.

Man kann sich auch einfach so hinstellen, dass man von den Problemstellen möglichst wenig sieht.

Tag 1452 – Einhornkacke.

Rote Beete zum Abendessen führt bei uns zu Gesprächen, die sind… naja, sehen Sie selbst:

Ich: „… man kriegt davon rotes Pipi.“

Pippi: „Meine Kacke ist auch rosa!“

Ich: „Ja. Und riecht nach Einhorn.“*

Michel: „Es gibt keine Einhörner! … Und rosa Kacke auch nicht.“

Pippi: „Wir können die anmalen! Da müssen wir nur den Pinsel gut auswaschen.“

Halten wir fest: eins meiner Kinder ist sehr direkt und ein wenig klugscheißerisch veranlagt, das andere ist sehr kreativ und reinlich. Beruhigend.

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*Jaja, Kinder verstehen keine Ironie. Deshalb trainieren wir sie ja auch unermüdlich darin.

Tag 1450 – Erpressung.

Wir haben ein Video von Michel, das haben wir geloopt und jetzt können wir ihn damit erpressen, wenn er nicht gehorcht, machen wir ein gif aus ihm. So.

Es ist sehr schön, wenn man Kinder hat, die gern albern tanzen. Zum Beispiel Michel in der Küche oder auch Pippi nackt im Schwimmbad vorm bodentiefen Spiegel in der Umkleide – sehr zur Belustigung aller anwesenden Damen.

Schwimmbadtest Nes Svømmehall – ok. Klein, aber ein nettes Plansch- und Spielbecken, ein Kleinkindbecken und eine Rutsche und erfreulich wenig Chlor. Keine roten Augen! Und ordentlich Salz auf den Pommes, wie es sich gehört.

Pippi wollte im Schwimmbad unbedingt noch ein Eis. Wir vertrösteten sie auf zu Hause, weil Herr Rabe dringend nach Hause musste um einen Call anzunehmen („Urlaub“). Großes Geheul: „Aber ich schlafe ja im Auto ein!“ Es ging erst, als wir versprachen, sie zu Hause aufzuwecken, damit sie das Eis nicht verpasst. Dieses Kind, ey. Zu Hause wollte ich sie aufs Sofa legen, da klappte sie die Augen auf: „Kann ich Eis?“ Dieses Kind, ey!

(Kurz über die Umweltbilanz von so Blödsinn wie Hallenbädern nachgedacht. Gedanken ganz schnell ganz weit weggeschoben. Twitter deshalb auch kaum benutzbar für mich zur Zeit. Alles zu viel, zu bedrohlich, zu ausweglos, zu lähmend. Ich weiß, lalala wird uns nicht weiterbringen, aber, lähmend, usw. Kann nicht mal drüber nachdenken, dann möchte ich die Zeit zurückdrehen, niemals Kinder bekommen haben, das alles nicht sehen müssen, nicht sein. Hilft keinem, also lalala.)