Tag 2122 – Glaskugel.

Ok, ich sage mal ein paar Dinge voraus, ja, damit sie festgeschrieben sind und ich in ein paar Monaten abhaken kann, was eingetroffen ist. Bisher lag ich ziemlich oft ziemlich richtig. (Dies ist kein Insiderwissen! Ich hab da auch nicht mehr Informationen, als Sie.)

– Hier in Norwegen werden spätestens bis Ende Juli alle über 18, die wollen, ihre erste Impfdosis erhalten. (Menschen Mitte 30 werden vermutlich tatsächlich die allerallerletzen sein. Das stand heute aber schon in der Online-Zeitung.)

– Danach geht es direkt mit den Kindern weiter, sofort 16-18, und dann relativ direkt auch 12-16.

– Ab Herbst, ich tippe mal so Oktober, dann alle ab sechs, eventuell dieses Jahr noch ab Kindergartenalter (1, in Norwegen).

– Es wird im Herbst noch ne Welle geben mit irgendeiner Gruselmutante, und dann geht das Impfen von vorne los und in Zukunft kriegen die Risikogruppen und alle, die wollen, jährlich nen Booster angeboten, der auf aktuell kursierende Gruselmutanten abgestimmt ist.

– Nur mRNA-Impfstoffe gegen Covid werden sich durchsetzen, insbesondere auf Dauer, siehe Punkt über diesem.

– Sahin und Türeci bekommen einen Nobelpreis, müssen den aber eventuell mit wem teilen, vielleicht Hoerr. (Dies spiegelt keine Meinung der Autorin zur Berechtigung der Personen wieder.)

– Mein AG wird ab August wieder 100% Präsenz verlangen. Es gibt verhaltene Tumulte (Behörde halt) und zu September wird das wieder gekippt, zugunsten von ca. 50/50 Homeoffice. Ende des Jahres wird uns mitgeteilt, dass wir die Bürofläche deshalb um 50% verkleinern werden, das wird Mitte 2022 umgesetzt. Um Ausrüstung fürs Homeoffice können wir streiten bis zum St. Nimmerleinstag.

– Normale Inspektionen ab September.

– Was nicht in der 2019er-Form zurückkommen wird, sind Seminare, Konferenzen und Ähnliches. Das werden alles Hybridveranstaltungen werden, oder, bei regelmäßigen Treffen, hin und wieder ein physisches Treffen, aber der überwiegende Teil findet online statt.

– Reisen. Wird möglich sein mit Impfausweis, aber nur innerhalb Europas gibt es sowas wie eine einheitliche Lösung. Der CCC wird diese am 1. Tag hacken und es wird niemanden interessieren. Handyapp mit QR-Code. So richtig auf stabilen Füßen stehen wird das aber erst, wenn die europäischen Sommerferien größtenteils vorbei sind. Zur Einführung gibt es Chaos und Bilder von langen Schlangen an den Grenzkontrollen. Kinder müssen trotzdem getestet werden, oder man sieht gleich ein, dass beides zusammen noch mehr Chaos bedeutet und nimmt alle unter 16 von der Impf- und Testpflicht vor Einreise aus. YOLO.

– Damit es nicht ganz so ungerecht wird, wird allen, die weder geimpft noch genesen sind, ermöglicht, trotzdem zu Reisen. Die müssen dann halt 10-14 Tage in (Hotel-)Quarantäne. Nach frühestens 3 Tagen können sie sich freitesten.

– Für „Erleichterungen“ a la Restaurant- und Barbesuche, Partyleben, Konzerte innerhalb der einzelnen Länder werden gefälschte Zertifikate kursieren. Andere werden versuchen, sich gezielt mit Covid zu infizieren, damit sie von den Erleichterungen profitieren können, sobald sie kommen.

– Manche Reiseziele, insbesondere außerhalb der EU, werden ab spätestens nächstem Jahr Impfung mit ganz spezifischen Impfstoffen verlangen. Ich vermute auch da wieder, dass der aktuelle Bestseller sowas wie ein Goldstandard werden wird, gegenüber… gewissen staatlichen Impfstoffen wird es wohl in Teilen der Welt größere Vorbehalte geben.

-Vy/Ruter kommt zum August mit einem neuen Abo-Modell, das an die neue Halbhomeoffice-Realtität angepasst ist.

– Die Steuer wird aber erst 2025 angepasst, bis dahin kriegt halt niemand mehr den Pendlerfreibetrag, weil niemand mehr ausreichend oft ausreichend weit ins Büro fährt. Schade für uns, gut für die Staatskasse.

– Mit ausgebrannten Leuten, sozialer Awkwardness und viel zu wenig Therapieplätzen werden wir die nächsten 2-3 Jahre richtig Spaß haben.

– 2030: die letzte deutsche Schule bekommt WiFi. Die Schüler*Innen nehmen endlich ihre 2022 durch die Schule gekauften Tablets in Betrieb.

Tag 2098 – 5 Tipps bei Spring Skin!

Es ist Frühling und nicht nur die Natur sprießt, sondern leider auch die Haut. Gerade jetzt, wo die Frühlingsgefühle uns aus dem Haus treiben und wir gerne jung und frisch wie ein Schneeglöckchen auf der frühlingsgrünen Wiese strahlen würden, macht die Haut uns einen Strich durch die Rechnung und präsentiert sich von der Schattenseite junger Haut: Pickel, Mitesser, Rötungen, Ölglanz. Hier präsentiere ich euch meine 5 wirkungsvollsten Tipps bei Spring Skin.

  1. Vitamin D. Die Haut bildet Vitamin D durch Sonneneinstrahlung. Das Vitamin beugt der Frühlingsmüdigkeit vor und macht auch irgendwas gutes mit der Knochendichte. Vor allem macht Sonnenlicht generell aber bessere Laune. Nachteil: Sonnenlicht beschleunigt die Hautalterung, freie Radikale, Falten, dingens und am Ende Krebs. Pro-Tipp also: nur mit Sonnenschutz raus, aber raus, davon gute Laune kriegen und falls Sie in Norwegen wohnen, nehmen Sie Vitamin D-Tabletten (möglichst vegetarischen Ursprungs) von Oktober bis Mai. Die gute Laune von der Sonne hilft dabei, dass einer die Pickel egaler sind.
  2. Homeoffice. Ach, Sie haben den ganzen Tag Videomeetings? Kamera aus. Ach, das schickt sich nicht? Weichzeichner-Effekt, alternativ setzen Sie sich mit dem Rücken zu einer starken Lichtquelle, zum Beispiel einem Fenster. Das macht dann auch eine schöne Glorie.
  3. Sex. Hilft gegen alles, warum also nicht auch gegen schlechte Haut. Genauere Begründung: Orgasmen entspannen die Gesichtszüge, dann kann der Talg besser aus den Poren abfließen. Außerdem wirken die beim Sex ausgeschütteten Pheromone entzündungshemmend. Rosige Wangen und leicht zerzaustes Haar führen zudem dazu, dass Sie sich schön fühlen und ihr Gegenüber sich fragt, ob Sie wohl gerade Sex hatten, was von Ihrer Spring Skin ablenken dürfte.
  4. Masken mit Aktivkohle. Keine Ahnung ob die irgendwas bringen, aber während so eine Maske drauf ist, sieht man garantiert keinen Pickel.
  5. Viel trinken. Siehe 3 – hilft gegen alles. Außerdem heißt es ja Spring Skin, Abwarten und (ungesüßten Kräuter- oder Früchte-) Tee trinken ist also der Schlüssel zur sommerbereiten Haut. (Sehen Sie hierzu auch mein dann erscheinendes Feature „Hups, Hummer! Was tun bei Sonnenbrand“)

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Ich hoffe, Sie haben das nicht ernst genommen. Also hier jetzt noch mal ganz deutlich: ich habe mir all das ausgedacht. Inklusive des Begriffes Spring Skin und dass das ein Ding ist, das mehr Menschen als mich betrifft. Wenn Sie Hautprobleme haben, unter denen Sie ernsthaft leiden (körperlich oder psychisch), gehen Sie bitte zu einer*m Dermatolog*In Ihres Vertrauens. Wenn sie sich phasenweise fragen, wie man gleichzeitig Pickel und Falten haben kann: willkommen im Club, sinnvolle Tipps hab ich keine, außer: is halt so, wird auch wieder anders. Bis dahin trinke ich Wasser, warte auf den Sommer und übe mich in Akzeptanz meiner Sperenzchen machenden Haut, da können Sie gerne mitmachen.

Und glauben Sie niemals alles, was im Internet steht.

Tag 1951 – Jodelei jodelei, hu hu.

Die Kinder haben einen schrecklichen Ohrwurm angeschleppt. Total Late to the party haben wir letztes Jahr um Frühjahr den Hype verpasst, aber macht ja nix. Das Lied heißt „Raske Briller“ (Schnelle Brille, FRAGEN SIE MICH DOCH NICHT WARUM) und ist eine Parodie auf die norwegische Afterski-„Kultur“. Hier sehen Sie im Video anschaulich dargestellt, worum es dabei geht: https://youtu.be/TN7G3H2YUOc. Wenn Sie raske briller googeln und die Bilder ansehen, erfahren Sie, was eine schnelle Brille ist. Es ist alles sehr seltsam und das Lied geht einfach niemals mehr aus meinem Kopf.

Related: Michel hat seit heute früh raske briller, weil wir beim Augenarzt waren und vergessen hatten, eine Sonnenbrille von zu Hause mitzunehmen. Mit Pupillen groß wie Untertassen beschwerte sich Michel, dass er nicht mehr Handy spielen konnte und das schummrige Novemberlicht zu hell sei. Aber immerhin ist jetzt auch Michel komplett untersucht und vermessen, mit dem Ergebnis: das Kind schielt (dafuq, seit wann das???) und ist weitsichtig. Er bekommt eine Brille gegen die Weitsichtigkeit und da das Schielen nicht weiter auffällt, sondern „nur“ anstrengend für ihn ist, hoffen wir, dass die Brille das schon etwas einfacher macht. In seinem Alter würde man da glaube ich auch nichts mehr abkleben, sondern eher mit Spezialbrillen arbeiten, aber wie gesagt, man sieht gar nichts davon. Also so im Alltag. Mit Atropintropfen sieht man sehr deutlich, dass das eine Auge nach innen kippt, weil er dann entspannt, er kann ja eh kaum sehen.

Tjanun, ab bald also zwei Kinder mit Brille, gleich mal ne Bank ausrauben.

Raske briller.

Mit der Brille kann man aber prima Blödsinn machen.

Ich habe übrigens mein frisch genähtes Kleid an, das wirklich kuschelig ist, wie Bettwäsche halt. Es ist ein Bollec von Schnittquelle. Ein eigentlich nicht schwieriges Schnittmuster, was nicht heißt, dass man da nicht trotzdem einiges verkacken kann. Ich suhle mich einfach noch ein wenig im Stolz, dass alle Nähte aufeinandertreffen, da wo sie es sollen.

Kleine Anmerkung: Schnittquelle-Schnittmuster haben für mich immer zu lange und dafür aber auch zu enge Ärmel. Memo to self: Ärmel etwas kürzen und deutlich weiter lassen, und eventuell die Armkugel etwas flacher machen (oder üben. Üben wäre wohl besser. Oder mit den Fältchen leben. Oder halt üben). Über der Brust am Ärmelansatz kann auch je ein cm raus. Und die übliche Rockseitenbegradigung, eine will ja nicht aussehen wie Marie Antoinette.

Man kann sich auch einfach so hinstellen, dass man von den Problemstellen möglichst wenig sieht.

Tag 1452 – Einhornkacke.

Rote Beete zum Abendessen führt bei uns zu Gesprächen, die sind… naja, sehen Sie selbst:

Ich: „… man kriegt davon rotes Pipi.“

Pippi: „Meine Kacke ist auch rosa!“

Ich: „Ja. Und riecht nach Einhorn.“*

Michel: „Es gibt keine Einhörner! … Und rosa Kacke auch nicht.“

Pippi: „Wir können die anmalen! Da müssen wir nur den Pinsel gut auswaschen.“

Halten wir fest: eins meiner Kinder ist sehr direkt und ein wenig klugscheißerisch veranlagt, das andere ist sehr kreativ und reinlich. Beruhigend.

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*Jaja, Kinder verstehen keine Ironie. Deshalb trainieren wir sie ja auch unermüdlich darin.

Tag 1450 – Erpressung.

Wir haben ein Video von Michel, das haben wir geloopt und jetzt können wir ihn damit erpressen, wenn er nicht gehorcht, machen wir ein gif aus ihm. So.

Es ist sehr schön, wenn man Kinder hat, die gern albern tanzen. Zum Beispiel Michel in der Küche oder auch Pippi nackt im Schwimmbad vorm bodentiefen Spiegel in der Umkleide – sehr zur Belustigung aller anwesenden Damen.

Schwimmbadtest Nes Svømmehall – ok. Klein, aber ein nettes Plansch- und Spielbecken, ein Kleinkindbecken und eine Rutsche und erfreulich wenig Chlor. Keine roten Augen! Und ordentlich Salz auf den Pommes, wie es sich gehört.

Pippi wollte im Schwimmbad unbedingt noch ein Eis. Wir vertrösteten sie auf zu Hause, weil Herr Rabe dringend nach Hause musste um einen Call anzunehmen („Urlaub“). Großes Geheul: „Aber ich schlafe ja im Auto ein!“ Es ging erst, als wir versprachen, sie zu Hause aufzuwecken, damit sie das Eis nicht verpasst. Dieses Kind, ey. Zu Hause wollte ich sie aufs Sofa legen, da klappte sie die Augen auf: „Kann ich Eis?“ Dieses Kind, ey!

(Kurz über die Umweltbilanz von so Blödsinn wie Hallenbädern nachgedacht. Gedanken ganz schnell ganz weit weggeschoben. Twitter deshalb auch kaum benutzbar für mich zur Zeit. Alles zu viel, zu bedrohlich, zu ausweglos, zu lähmend. Ich weiß, lalala wird uns nicht weiterbringen, aber, lähmend, usw. Kann nicht mal drüber nachdenken, dann möchte ich die Zeit zurückdrehen, niemals Kinder bekommen haben, das alles nicht sehen müssen, nicht sein. Hilft keinem, also lalala.)