Tag 8 – Windeln falten

Ich wurde in meinem ersten Kommentar zu diesem Blog gefragt, warum man Windeln faltet. Ich frage mich das auch. Ich habe deswegen dazu mal was vorbereitet.

Heute war eine Maschine fällig, hier der (volle) Windeleimer.
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Gut, dass das hier kein Geruchsblog ist, das würde wohl jeden verschrecken. Zum Thema Windeleimer habe ich gestern sehr herzlich über jenen Artikel geschmunzelt (ich bin Westfale, da kann man herzlich schmunzeln!): vierpluseins – Oskartonne. Bei uns gehts halbwegs geruchsmäßig weil wir ständig waschen. Als das Kind noch nachts gefühlte drei Liter pillerte aber tagsüber schon keine Windel mehr trug, wir dementsprechend nur einmal die Woche gewaschen haben, wars übel, ging dann aber mit Teebaumöl zu übertünchen. Und überhaupt stinkt ein voller Windeleimer mit Plastikwindeln viel schlimmer, ätsch! Der Kopfkissenbezug macht das Umfüllen der Windeln in die Waschmaschine zu einer weniger ekligen Angelegenheit. Sack packen, in Maschine stopfen, sehr schnell die Tür zuschlagen, fertig.

Berg Wäsche. Ich weine innerlich ein bisschen.
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Stoffwindel, ungefaltet.
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Stoffwindel, gefaltet.
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„Drache mit Steg“, das fühlt sich nicht nur an wie Origami, das hat auch so Namen! (Falls sich jetzt wer plötzlich brennend für Stoffwindelfalttechniken interessiert, möchte ich denjenigen an das Stoffwindelforum verweisen.)

Stoffwindel, schrankfertig.
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Tageswerk getan.
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Wie man liest: Kopfkissenbezug, Spucktücher, Waschlappen, Waschlappen, Wickelunterlagenauflage, Windeln, Windeln, Windeln, kleine Windel, Nachtwindeln Baby, Nachtwindeln Kind (eigentlich trocken), Waschlappen Kind.

Netterweise hat das Baby für mich gemodelt, also jetzt hier live und in Farbe, Stoffwindel an Baby.
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Falsch.

Stoffwindel an Baby.
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Ein Hoch auf die Snappy-Windelklammer!

Stoffwindel an Baby mit Überhose.
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Fertig.
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Bissl dicker als ne Plastikwindel, aber soooo viel besser für alles (sie Stoffwindelforum, Link oben). Mit ner anderen Überhose gehts auch nochmal deutlich kleiner.

Warum jetzt noch Mullwindeln? Naja, weil das hier ist eine Nachtwindel an Baby.
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„Newborn-Fold“. Hahahahaha.

Nachtwindel mit Überhose an Baby.
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Jeden Abend möchte ich die Überhose blau-weiß-gestreift einfärben und das Baby in Obelix umbenennen. Und nein, die Nachwindel bleibt meistens nicht die ganze Nacht drum, sondern wird gewechselt, wenns gebrummt hat. Oder wie das Kind sagt: „Baby kackt!“

Und jedes Mal wenn ich das hier sehe und mir die norwegischen Windelpreise einfallen, muss ich sehr stark sein und mein Mantra aufsagen.
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„Es ist viel besser für die Umwelt und das Baby! Es ist viel besser für die Umwelt und das Baby! Es ist viel besser für die Umwelt und das Baby!“

Tag 1

Was für ein spektakulärer Tag. Nicht. Aber er taugt auch nicht wirklich als exemplarischer Alltag-tag, weil war ja erst der zweite „echte“ Tag in Elternzeit. Also, alleine. Herr Rabe arbeitet wieder, seit die zwei Wochen Sonderurlaub nach der Geburt um sind, aber bis Sonntag war hier noch die Oma. Naja, so wars jedenfalls:

  • Aufgestanden mit Herrn Rabe und dem Kind, versucht einen Kaffee zu machen, kam nur bis zum Aufschäumen der Milch, dann hatte das Baby akute Panik zu verhungern.
  • Herr Rabe hat dann den Kaffee und das Kind und das Frühstück fertig gemacht. Dann Frühstück. Das Kind frühstückt nämlich nicht in seinem neuen Kindergarten. Aber das ist eine andere Geschichte.
  • Mann und Kind herauskomplimentiert, unter Protest des Kindes („Schafe guckäääään! Whääääää!“, aber auch das ist eine andere Geschichte.).
  • Das Baby gewickelt und Windelwäsche angeschmissen.
  • Das Baby noch mal gewickelt.
  • Mit Baby wieder ins Bett. Das Internet war irgendwie langsam heute, deshalb nicht stundenlang das Telefon angestarrt. Auch nicht geschlafen (das hab ich ja gestern schon gemacht). Statt dessen weiter gelesen in Jo Nesbøs „Der Sohn“. Sehr gutes Buch. Wenn man skandinavische Krimis mag. Ich liiiieeebe skandinavische Krimis. Sehr sehr gutes Buch.
  • Tausend Stunden später mit Baby wieder aufgestanden.
  • Das Baby gewickelt. Keine Windeln mehr da. Musste Plastik nehmen.
  • Windelwäsche in den Trockner gepackt. Dabei Bettwäsche gefunden.
  • Haare gewaschen, Gesicht gewaschen, Gesicht eingecremt, Angezogen.
  • Baby ins Tragetuch geschnürt, weil Baby heute sehr anhänglich. Mit Baby im Tragetuch ein bisschen aufgeräumt, Wäsche verteilt, Wäsche zusammengelegt, noch mehr Wäsche verteilt. Sisyphos-Arbeit, diese Wäschewäscherei. Wir haben nur einen sehr kleinen Wäscheständer, wenn wir mehr Platz zum Aufhängen hätten, hinge alle unsere Wäsche trocken auf der Leine und niemand würde sie je abnehmen, außer zum Anziehen. Das wäre irgendwie gar nicht schlimm, fällt mir grad auf.
  • Dann mit Baby immer noch im Tragetuch Bratkartoffeln gemacht. Nur ein wenig panisch gewesen, dass ich die nackten Babyfüßchen mit Fettspritzern treffen könnte. Mit Baby im Tragetuch gegessen. Etwas Ei aufs Baby fallen gelassen, jetzt ist ein Fettfleck im Nacken des Bodys. Hupsi.
  • Oh, schon so spät?
  • Baby „geweckt“ zum Stillen. Baby so: zzzzZZZZzzz, nuckelnuckel, zzzZZZZzzz. Hmm.
  • Baby in den Kinderwagen gepackt. Auf zur Helsestasjon, zum Wiegen und Messen. Wir wollen ja morgen einen Pass beantragen. Vielleicht.
  • Baby ausgezogen. Fand Baby nicht gut. Gewogen. Fand Baby noch viel weniger gut. Gemessen. Baby brüllte wie am Spieß. Überraschender Weise hatte es auch Hunger. Mit Blick auf die Uhr das Baby bis drei Minuten vor Ende der Öffnungszeit der Helsestasjon trinken lassen.
  • Das Scheißerchen gewickelt und im Turbo-Modus angezogen. Dann wurden wir beide quasi vor die Tür gekehrt.
  • Das Kind vom Kindergarten abgeholt. War alles gut, bloß zwei Hosen mit Pipi-Unfällen musste ich mit nach Hause nehmen. (Yeah! Mehr Wäsche!) Scheint noch sehr aufregend zu sein mit dem neuen Kindergarten.
  • Das Baby stellte auf dem Heimweg fest, dass es ja noch gar nicht fertig war mit essen. Notschnuller ausgepackt. Kind war begeistert, Babys müssen Schnuller haben.
  • Zu Hause erst mit Kind aufs Klo, dann mit Baby aufs Sofa und Stillen. Kind hat Maus geguckt. Internet immer noch langsam. Den Router neu gestartet, half mäßig. Maus hat gehakt, Kind hat genörgelt.
  • Das Kind wollte unbedingt „Fisch gucken“, was auch immer das heißt. Wir haben eine Doku über Lachse in Colorado geguckt, aber dann war da ein Bär, der einen Lachs gefressen hat. Das Kind war außer sich, weil „Bär Fisch puttemacht!!! Wääähhhh!“. Das Kind ist ein viel besserer Vegetarier als wir. Computer daraufhin lieber ausgemacht.
  • Herr Rabe ist gerade im richtigen Moment nach Hause gekommen. Wurde begrüßt mit „Was gibts heute zu essen?“. Sorry dafür. Meine Hunger-Toleranz ist sehr schwach ausgeprägt. Etwa so wie bei meinen Kindern.
  • Unsere Finanzen überprüft und die alles umfassende Excel-Tabelle um mein tatsächliches Netto-Gehalt in der Elternzeit ergänzt. Daueraufträge geändert. Erwachsenenkram. Bäh.
  • Gegessen.
  • Gestillt.
  • Das Baby schlafend abgelegt. Dem Drang in Freudenjubel auszubrechen mit Mühe widerstanden.
  • Dem Kind Gute Nacht gesagt und es kurz durchgekitzelt weil es das so wollte.
  • Aufgeräumt und diverse Duplo-Klötze unter dem Sofa weggeangelt.
  • Neue Maschine Wäsche gestartet.
  • Windeln gefaltet. Dabei Schokolade gegessen, damit ich mich nicht über das Windeln falten aufrege. Windeln falten ist sehr langweilig und doof.
  • Den Tag aufgeschrieben.

Dann wären wir auch schon beim Jetzt angekommen. Ich stelle fest, ich verbringe große Teile meines Tages mit Wäsche. Wer hätte das gedacht. Meine Schwiegermutter sicher nicht.