Wir sind in Frankfurt angekommen. Es ist sehr warm hier. Michel und Einhalb sind ein Kopp und ein Arsch sich im Wesen sehr ähnlich (spätestens bei „du musst nicht so laut reden“ war’s klar). Ich bin sehr müde. Die Kinder waren auch müde, schliefen aber trotzdem erst spät. Aber das ist’s alles wert.
Urlaub
Tag 610 – #12von12 im April ’17
Hurra, es ist der 12. und das heißt, wir machen alle fleißig 12 Bilder von unserem Tag und verlinken uns beim Kännchen-Blog!

#1von12 von #12von12 Ich frage mich ja, wie man Milch nicht traditionell herstellen kann. Nicht in Kühen? Wird die Milch aus dem Euter rausgebeamt?
Als erstes eine Frühstücksimpression. Es wird mir dann noch erklärt, dass ‚traditionell hergestellt‘ mit der Pasteurisierungsart zusammenhängt, diese Milch ist dementsprechend nicht „extra lange haltbar“ vor lauter Tradition. Mir egal, mir schmeckt diese Milch nämlich einfach gut. Trotz dämlichem Traditionsbeweihräuchere.

#2von12 von #12von12 K2 hat sich zum Lesen ins Bett gelegt und irgendwann fresse ich die wirklich auf.
Irgendwann musste ich das Lesen beenden, denn wir hatten ja einen Familien-Friseurtermin. Bei der allerbesten Friseurin der Welt, von der ich sogar Nagellackentferner schnorren konnte. Bei der ganzen Familie kam ganz schön was runter, sogar bei mir, obwohl ich einen Teil meines Haares spontan etwas wachsen lassen möchte.
Am Nachmittag wollten wir uns dann mit sehr guten Freunden treffen. Leider fühlte sich Herr Rabe nicht so recht wohl und blieb lieber daheim, also brach ich mit den zwei Rübennasen alleine auf. Mehr Kuchen für uns!
Michel und die Tochter unserer Freunde spielen mit den Magnetlabyrinthen. Das war schon sehr putzig. Man sieht auch ein bisschen, dass auch Michel nicht komplett kurz geschnitten wurde, sondern oben etwas länger belassen wurde. Unser Kompromiss zwischen „meine Güte, das ist doch keine Frisur!“ und „aber die Löckchen 😍“.
Nach Kaffee und Kuchen wollten die Kinder trotz Bielefelder Mistwetters unbedingt noch draußen auf dem Spielplatz spielen.

#6von12 von #12von12 Awwwww. Geschwisterplüsch. (Ton dazu: „Mamaaaaaa, die macht meinen Tunnel kapuuuuutt!!!1!elf1!“.)
Danach waren wir noch schnell was einkaufen und führen dann wieder zum Opa, wo es quasi direkt Abendbrot gab. Uffz.
Und nach dem Abendessen war eigentlich auch direkt Bettzeit. Gut, dass Pippi das auch gut selbst erkennt und dann schon mal losläuft. Schlecht, dass sie dann im Bad aber erstmal rumalbert und sich nicht umziehen lassen will.
Irgendwann obsiege ich aber unter in Aussichtstellung der Flourtablette doch. Nach Eule und ein bisschen rumwühlen (Pippi) und Lachen (Pippi) und Singen (ich) schläft Pippi aber doch recht fix ein.
Das Bier schmeckt… interessant. Das Babyphone hat nen Hau (kein Wunder vermutlich, nach drei Jahren Nichtbenutzung) und geht dauernd aus. Naja. Bettzeit wird recht bald auch für die Großen eingeläutet. Wir handeln aus, wer bei welchem Kind schläft.

Hmmm, welches Kind nehme ich als Schlafpartner? #11von12 von #12von12

Na gut, dieses. #12von12 von #12von12
Ich bekomme, weil Herr Rabe den Schlaf nötiger hat, Pippi. Mit der ich seither auch schon eine Banane gegessen und einen Becher Wasser getrunken habe. Und gekuschelt natürlich.
Tag 608 – Wir sind da!
Yeah!
Wir sind in Bielefeld angekommen. Die Fahrt von Kiel nach Bielefeld war… interessant. Ich bin nichts mehr gewohnt und starb auf der Autobahn tausend Tode, weil dauernd Leute plötzlich von rechts rüber ziehen, von hinten angebraust kommen, vor einem bremsen oder alles das gleichzeitig passiert. Ich bin eigentlich keine ängstliche Beifahrerin, aber heute das war anstrengend. Sehr. Da kam es doch sehr gelegen, dass wir auf dem Weg noch in Hamburg etwas ablieferten und ein längeres und sehr nettes Päuschen einlegten.
In Bielefeld dann alles wie immer. Erschreckend so. Die Kinder jagten wir wegen Hummeln im Hintern noch ausgiebig auf den Spielplatz vor Opas Haustür, ich ging mit Opa in den Rewe um Milch zu kaufen (Pippi wird sich demnächst in eine Kuh verwandeln, wenn der Spruch „Du bist was du isst“ stimmt.) und bekam derweil das Update zu meiner Schwiegermutter und Opas Hausschuhen und überhaupt allem. Nach dem Abendbrot fielen die Kinder quasi einfach ins Bett und schlafen seither wie die Steine, hoffen wir mal, dass das so bleibt. Wie auch schon gestern haben wir sie zusammen in ein Bett gelegt.

Mit Fährengebrumme und leichtem Geschaukel schläft es sich gut. (Wenn man die Klimaanlage runter dreht.)
Danach noch ein bisschen
___
Überhaupt Nachtrag zur Bootsfahrt: Total super! Wir waren ca. Anderthalb Stunden vor Abfahrt da, bekamen einen Platz „unten“ im Fahrzeugdeck, weil wir ja potentiell mit Kinderwagen reisten und deshalb irgendwie an einem Fahrstuhl rauskommen müssten. Aufs Boot durften wir dann nach etwa einer halben Stunde Warterei und der einzige Stressmoment war es dann, das ganze Geraffel (kleiner Koffer, zwei Rucksäcke, eine Tasche und eine Kühltasche mit Proviant, eine Tasche mit Regensachen, der Kinderkoffer und zwei Kinder, die sich um den Kinderkoffer stritten) auf einmal in die Kabine zu bekommen, zumal Michel in dem Fahrstuhl leicht klaustrophobisch wurde. Danach war alles ganz prima. Das Essen auf der Fähre hatten wir für abends schon vorbestellt und dadurch etwas Geld gespart. Bis 17 Uhr mussten wir uns die Zeit vertreiben, aber das geht ja ganz einfach auf so einem Boot, auf dem es einfach alles gibt. Wir tranken einen recht ordentlichen Kaffee im „Orient-Café“ und Michel und Pippi teilten sich (total friedlich!!1elf!) ein Eis auf dem Sonnendeck, wir sahen kurz und allesamt reichlich schockiert der Käpt’n Kid Clown Show zu (ich kann sowas ganz schlecht ertragen, aus vielen verschiedenen Gründen), Michel guckte noch eine halbe Folge Dinotrux, weil er damit im Auto nicht fertig geworden war und dann war es auch schon Zeit zu essen. Wir hatten das Buffet gewählt, das Essen war gut (frisch, genug da und die Auswahl war riesig, man musste sich wirklich keine Mühe geben um was zu finden, was man mag) und der Service schnell und freundlich. Für die Kinder gab es Kinderbuffet mit Kinderquatschessen und hätten wir nicht Michel kurz verloren wäre das Essen eine rundum positive Erfahrung geworden, so war es eben nur zu 95% positiv. Und nach dem Essen waren die Kinder so hundemüde, dass sie um 19:12 Uhr beide schliefen. EIgentlich hatten wir noch Schwimmbad geplant, aber das machen wir dann eben auf der Rückreise.
Hier noch ein paar Impressionen von der Fahrt.

… und alles was ist, dauert drei Sekunden: eine Sekunde für vorher, eine für nachher und eine für mittendrin.
Tag 606 – Erste Etappe geschafft.
Hurra, wir sind in Oslo! Natürlich kamen wir nicht ganz so früh von zu Hause los wie geplant, aber immer noch früh genug. Auch das Fahren war weitgehend problemlos, aber auch unendlich öde. 600 km durch den Wald. Mit 80 km/h. Schnaaaaaaaaaaaarch. Die Kinder verhielten sich altersentsprechend, Michel guckte auf dem iPad heruntergeladene Maus/Elefant/Dinotrux-Folgen bis er viereckige Augen hatte, Pippi schlief erst lange, sah sich dann lange und niedlich laut kommentierend ihre Bücher an und verkrümelte Unmengen Kekse in ihrem Sitz. Dann wurde sie zunehmend ungehalten. Die letzte Dreiviertel Stunde war dann deswegen nicht mehr ganz so schön.
Was aber sehr schön war, war dann in Oslo direkt bei Freunden anzukommen und mit warmem Essen empfangen zu werden. Noch dazu mit unfassbar niedlichem fast Einjährigem, den wir das letzte Mal als neu geborenes Minibaby gesehen haben. Heute lernte er während wir da waren (!!!) Laufen. Pippi und Michel waren wohl Ansporn genug um mal damit loszulegen. Unsere Kinder hatten auch noch genug Möglichkeit sich nach dem Sitz-Tag noch richtig auszutoben und waren entgegen meiner Befürchtungen nicht überreizt-nervig sondern aktiv und putzig. Und auf dem Weg in die Wohnung, in der wir übernachten (die unserer Freunde, die aber noch im Urlaub sind) schliefen beide sang- und klanglos im Auto ein und ließen sich auch problemlos schlafend ins Bett verfrachten.
Langsam kommt sogar bei mir Urlaubsstimmung auf! Der Stress lässt nach, das Hachz setzt ein. Hachz.
(Ach ja: morgen auf dem Boot gibt’s wohl kein oder nur sehr teures W-LAN. Und vielleicht sehr schlechten Mobil-Empfang. Wenn Sie also nichts hören sind wir vielleicht abgesoffen, vermutlich aber nicht.)
Tag 307 – Urlaub mit zwei kleinen Kindern auf Korfu. Eine Lobhudelei.
Jetzt ist es ja schon eine Weile her, dass wir im Urlaub waren, aber ein Fazit habe ich versprochen und werde ich auch liefern. Besser spät als nie, gell?
Aus dem sensationell schlechten Sommer letztes Jahr entstand bei uns der Wunsch, in diesem (Früh-)Jahr einige Wochen ins Warme zu fahren. Anfangs schweiften unsere Gedanken dabei gerne auch mal bis in die Karibik, das schlugen wir uns dann aber doch recht schnell wegen teuer und Jetlag wieder aus dem Kopf. Also blieb Südeuropa oder Balkan und nach einigem Hin und Her fiel die Wahl auf Korfu. Da ist es zwar im April noch nicht richtig richtig warm, aber mein Ding sind Temperaturen über 25 Grad eh nicht. Dafür erhofften wir uns viel Natur und Grün und Frühling, denn der April ist hier in Trondheim noch hässlich grau und winterlich. (Der Frühling kommt hier erst im Mai, dann aber oft mit Gewalt.)
Auf einem online-Portal für Ferienwohnungen fanden wir recht schnell das unheimlich sympathische Haus Nora. Die Vermieter Detlef und Nora wohnen im kleinen Dörfchen Agios Spiridon nahe Acharavi an der Nordküste Korfus. Zwei Ferienwohnungen für jeweils vier Personen befinden sich in einem eigenen Gebäude auf dem Privatgrundstück, dazu gehört auch noch ein Pool und ein wunderschöner, von Nora liebevoll gepflegter Garten.

Der erste Kontakt per Mail mit Detlef war schon sehr herzlich und nach einem kurz darauf folgenden Telefonat wusste ich: da will ich Urlaub machen. Bei diesen netten, offenen, hilfsbereiten Menschen. Also buchten wir Flüge, zurrten die Ferienhausbuchung fest, und schalteten in den Vorfreudemodus.
Natürlich ist so eine Reise über 12 Stunden, mit mehrmaligem Umsteigen und zwei wirklich kleinen Kindern stressig. Das will ich nicht verschweigen. Es ist sogar sehr stressig und anstrengend und nervenzehrend. Entsprechend müde und allgemein fertig kamen wir Ende März auf Korfu an. Wie gut, dass Detlef schon auf uns wartete! Er holte uns vom Flughafen ab und hatte sich extra Kindersitze von der Autovermietung geliehen. Und wie wunderbar, sich darauf freuen zu können, in ein warmes, gemachtes Bett zu steigen. Die Autofahrt vom Flughafen nach Agios Spiridon dauert etwa eine Stunde und wir sahen direkt: das erhoffte Grün. Der Frühling war schon in vollem Gange.
Die nächsten Tage verbrachten wir geruhsam mit Ausflügen zum Strand, zum Einkaufen, in Restaurants und Eisdielen, alles in fußläufiger Entfernung vom Ferienhaus. Zu den größeren Supermärkten in Acharavi nahm uns Detlef mit dem Auto mit. Nach ein paar Tagen fühlten wir uns aber bereit für größere Touren und mieteten uns ein Auto. Von da an ging es auch mal in andere Orte, allerdings hatten wir ja alle Zeit der Welt und ließen uns dementsprechend nicht mit dem Abklappern der Sehenswürdigkeiten stressen.
Meine Highlights auf Korfu
Hier jetzt meine absoluten Highlights, in der Reihenfolge, wie wir sie besucht haben.
Paleo Perithia. Ein altes Dorf am Pantokrator, das jetzt nach und nach wieder restauriert und belebt wird. Gerade im Frühling komplett überwuchert von wilden Blumen, sind die alten Ruinen einfach traumhaft schön.
Das Kap Drastis, im Nordwesten der Insel. Wegen dieses Ausblicks:

Corfu Donkey Rescue. Ganz grob in der Nähe von Paleo Kastritsa, ziemlich versteckt. Vor allem für Kinder toll, manche der Esel lassen sich streicheln und die allermeisten der gefühlt hundert Katzen und Hunde auch. Wenn wir nochmal hinfahren, möchte ich auch zur Imkerei Hamburg da in der Nähe, die hatte nur leider noch zu.
Paleo Kastritsa und das Kloster. Paleo Kastritsa ist als Ort nicht so wirklich interessant. Was da toll ist: Der Ausblick vom Kloster über die Buchten, die türkis zu allen Seiten von den Bergen umgeben schimmern und zum Baden und Tauchen und Schnorcheln und Bootfahren einladen. Und die Buchten selber, zum eben Baden und Tauchen und Schnorcheln und Bootfahren. Sehr schön ist auch Angelokastro bzw. die Klosterruine da und wenn man von da Richtung Paleokstritsa fährt, kann man in Lakones auch ruhig mal aussteigen und die Aussicht genießen.


Korfu Stadt (Kerkyra) und die Mäuseinsel. Kleine Bootstour auf eine winzige Insel mit einem noch winzigeren Kloster drauf. Nach einem Städtetrip die perfekte Abwechslung. (Überhaupt empfiehlt es sich, für Korfu Stadt zwei Tage einzuplanen. Denn auch der Britische Friedhof und einfach die wunderschöne Altstadt lohnen einen längeren Besuch. Auch das Achilion kann man von Korfu Stadt aus gut erreichen.)

Pelekas und die Strände dort. Wir waren nur am etwas versteckten Mirtiotissa Beach, aber der war einfach HACHZ! In der Pension Tellis und Brigitte übernachtet es sich gut, günstig und vor allem überaus bunt und herzlich.

Das beste Essen gab es im Lemon Garden in Acharavi und in der sehr viel traditionelleren Taverne Elisabeth in Doukades. Überhaupt könnte ich hier auch einen eigenen Beitrag nur über das Korfiotische Essen schreiben, aber das wäre vielleicht doch etwas drüber. Aber wenn sie mal da sind: essen Sie Pastitsada!
Fazit
Natürlich ist es Luxus, vier Wochen Urlaub zu machen, das ist mir auch klar. Aber wenn man schon mal die Möglichkeit hat, kann ich es nur empfehlen. Die Nebensaison im Frühjahr war auf Korfu einfach wunderschön grün und blühend, man traf kaum andere Touristen, alles war entspannt. Wir waren entspannt. Überhaupt hatte ich so einen entspannten Urlaub nicht mehr seit Michels Geburt. Und selbst der stressanfällige Michel möchte seitdem nur noch Urlaub machen. Es war ganz einfach wunderbar.
Tag 259 – Rückreise
Wir hängen am Kopenhagener Airport rum. Es könnte schlimmer sein (Athen zum Beispiel), es könnte aber auch besser sein und wir schon zu Hause und nicht sieben Stunden Stopover hier haben.
Außerdem bin ich gnarzig weil Urlaub vorbei und Kopfschmerzen und Michel fordert im zehn-Sekunden-Takt unterschiedliche Dinge ein und schmeißt sich schreulend auf den Boden, wenn ers nicht (sofort) bekommt. Es ist anstrengend.
Morgen wieder mehr.
Tag 258 – #OffTopic. Korfu Tag 28
Wir sind im Pack- und Rückreisestress und da trifft es sich doch total gut, dass heute wieder #OffTopic-Zeit ist. Dieses Mal hat Carmen vom Blog „Vegane Familien“ unsere teilweise ganz und gar nicht veganen Schwangerschaftsgelüste gesammelt. Also, gehen Sie bitte da lesen, hier gibt es heute nichts zu sehen.
Tag 257 – This is not a Mommy Blog! Korfu Tag 27
Sie müssen sich den Titel gesungen vorstellen zur Melodie von ‚This is not a punkrock song‘ von Bad Religion. Das ist – Überraschung – ein Punk Rock Song. Sie sehen also: eine gewisse Selbstironie ist schon vorhanden.
Trotzdem und weil grad halb Elternbloggerhausen auf der denkst-Elternbloggerkonferenz war und jetzt den Titel „Elternblogger“ mit neu gewonnenem Stolz vor sich herträgt: Sie lesen gerade keinen Mamablog. Sie lesen meinen Blog. Ich bin eine Person, ich bin Mama, ich bin Arbeitnehmerin, ich bin ausgewandert auf (unbestimmte) Zeit, ich bin Frau, ich bin Doktorandin, ich bin Tänzerin, Näherin, Bäckerin. Ich habe überhaupt nichts gegen Mama-Blogs, ich lese auch viele selbst und ja, viele geben sich damit viel Mühe, investieren Zeit und manchmal auch Geld und haben ein fixes Thema, nämlich Kinder im weitesten Sinne, über das sie schreiben. Ich finde es auch total ok, wenn diese Blogs mal über anderes schreiben als Windeln und Trotzphasen und Hausaufgaben. Aber: bei denen ist es eine Ausnahme. Das schreibt auch Berlinmittemom in ihrem überaus lesenswerten Artikel zum Thema. Ich will aber keine Ausnahme machen, wenn ich mal nicht über die Kinder schreibe. Ich will weiterhin am Abend aufschreiben, was mir in meinen Kopf kommt. Und ja, das sind oft Kindersachen, aber eben nicht nur. Und ich hoffe sogar selber sehr, dass sich das mit dem Ende der Elternzeit ändert! Denn das Mama-sein ist wirklich nur ein Teil von mir. Im Moment bin ich viel Mama und recht wenig anderes. Deshalb hat der Blog sicher auch mamabloggereske Züge. Aber es kommen auch wieder andere Zeiten!
Als ich den Blog anfing, habe ich überlegt, ob es was mit Mama im Titel sein soll. Und habe mich bewusst dagegen entschieden. Schon allein weil „Mutter“ und „Rabe“ in räumlicher Nähe zusammenstehend immer sowas pseudo-selbstironisches und/oder selbstanklagendes in mir erzeugt. Und das muss man nun wirklich nicht auch noch zementieren. Außerdem finde ich etwas befremdlich: Da nennt man sich beispielsweise (und frei erfunden, aber schon realistisch) @dingensmommy (SAHM, DIY, Creative Mom, Mompreneur…) mit dem Blog dingensmom.iheartkids.com und beschwert sich dann, dass Leute erwarteten, dass man über Kinder schreibt? Oder einen sogar auf das Mamasein reduzieren? Wie soll ich sagen: Merkste selbst, ne?
Ich bin nur in einem Verzeichnis für Elternblogger gelistet – der Elternbloggerkarte – und überlege selbst da, ob ich mich wieder löschen lassen soll. Und, so stolz die Bewohner*Innen der Elternblogger-Schublade auch darauf sein mögen, in der Schublade zu sitzen: ich will in gar keiner Schublade sein. Fertig. Und schon gar nicht werde ich freiwillig reinspringen.
Also, falls Sie sich fragen, wie Sie denn jetzt Ihren vielen Freunden von diesem einen, tollen Blog erzählen und ein schmissiges (naja) Wort dafür suchen: Tagebuchblog. Mit der Schublade kann ich mich anfreunden, denn sie sagt erstmal nur, dass ich täglich irgendwas schreibe. Und das ist ja auch so.
Tag 256 – Es geht dem Ende zu. Korfu Tag 26
Am Dienstag fahren wir nach Hause. Das bedarf einiger Vorbereitung. Vor allem mentaler. Seit heute sagen wir, also Herr Rabe und ich, deshalb Sachen auf, auf die wir uns zu Hause freuen. Zum Beispiel haben wir da
- Die Espressomaschine
- Die Spülmaschine
- Ähhh
- Hups, wars das schon?
- Nee, ähh, Sparschäler
- Die Knoblauchpresse
- Wäsche nach Farben getrennt waschen
- Waschlappen zur Babyreinigung nach dem Essen
- Vernünftige Kindersitze im Auto
- Ja, das wars dann aber auch
- Ach nee, das wichtigste: VERLÄSSLICH FUNKTIONIERENDES INTERNET
Weiterhin planen wir Dinge, damit wir nicht in ein schwarzes Loch des Nichtstuns fallen. Nämlich: eine Wartepflanze für Michel einpflanzen (Danke, Sendung mit der Maus!), zum Arzt gehen (ich), Schneckenplanung (ich), Oslo-Kurztrip-Planung (Herr Rabe). Und dann muss ich ja auch schon arbeiten. Das bedarf auch einiger Vorbereitung. Vor allem auf Pippis Seite. Da steht zum Beispiel „Sieben Stunden ohne Brust auskommen“ und „Bei Papa einschlafen“ auf der ToDo-Liste. Muhahaha.
(Ein bisschen gehört auch zum Frisör gehen zu meiner Arbeitsvorbereitung. Das mache ich Montag. Weil ich nämlich nicht zu dem Frisör mit den Wachtürmen wollte, war ich heute im hippen Männer-Friseursalon und habe gefragt, ob sie mir was empfehlen können. Und bekam einen Termin für Montag im Partnersalon, der auch Frauen frisiert. Es wird mit Farbe (ja!) 37€ kosten, also nicht mal die Hälfte von dem was ich in Norwegen nur für den Schnitt ausgeben würde. Jiiiiehaaaaa.)
Tag 255 – Medaillentag. Korfu Tag 25
Es gibt ja immer zwei Seiten einer Medaille, zu allem und grundsätzlich, aber manchmal fällt es mir mehr auf als sonst. Heute war so ein Tag. Sehen Sie selbst:
Ich habe sehr tief geschlafen. So tief, dass ich sogar geträumt habe. So tief, dass ich total desorientiert war, als Pippi aus dem Bett fiel und natürlich brüllte. Danach war sie ne Weile wach. Als sie endlich wieder schlief, schlief sie bis viertel vor zehn.
Dann waren wir einkaufen und hatten erst noch Kaffeedurst und keine Milch mehr im Haus. Wir steuerten in Acharavi eins der vielen Cafés an. Drinnen: drei junge Männer (vielleicht 25, wenn überhaupt), nämlich der Wirt und zwei seiner Kumpels. Ich bestellte zwei geeiste Cappuccini. Der eine Kumpel beäugte mich und checkte mich eindeutig auf fuckability ab. Görgs. (Dabei war der sehr niedlich und auch echt gutaussehend. Also, für Anfang zwanzig eben. Aber so angegafft werden finde ich furchtbar, egal von wem.) Ich bekam meine zwei Cappuccini: warm. Auf Hinweis, dass ich doch kalte haben wollte, entschuldigte sich der Wirt drölfzig Mal und machte mir sofort zwei neue (geeiste). Die Kumpels giggelten sich einen ab und der eine guckte ähhhhh willig. Als der Wirt mir die Kaffees hinstellte, war ich saufroh, bald aus dem Laden rauszukommen. Da sagte der Wirt, die Kaffees gingen aufs Haus, denn es sei sein Geburtstag. Ich gratulierte und wünschte „Many happy returns!“ und verließ verwirrt den Laden.
Ich habe mich fast für eine Frisur entschieden. Sie ahnen ja gar nicht, wieviele verschiedene blonde Kurzhaarfrisuren es gibt. Jetzt finde ich keinen Friseur.
Kurz vor knapp war ich endlich mal im zur Ferienwohnung gehörenden Pool. Und hatte da erst viel Spaß mit Michel und dann sogar noch mit Pippi. Nach ca. 20 Minuten Spaß und Geplansche merkte ich, dass die Haut an den Hüften nicht nur stark juckt, sondern auch picklig-rot war. Ich stieg sofort aus dem Wasser. Bis exakt dahin, wo ich im Wasser gewesen war, war mein Körper krebsrot und mit juckenden Quaddeln übersäht. Ein Träumchen. Fluchend duschte ich sehr lange, warm und mit Ultra-Sensitiv-Duschgel für Babies das Allergieverursachende Poolwasser weg. Herr Rabe teilte ich mit, dass ich in die Apotheke müsse, Allergietabletten kaufen. Aber als wir loskamen, wars schon wieder weg.
Wir waren in Acharavi im Lemon Garden, das ist ein sehr hübsches Restaurant mit laut Reiseführer gutem Essen. Und eben einem Zitronengarten. Man kann da Zitronensaft trinken, frisch gepresst, mit etwas Zucker dran, lecker ist das! Herr Rabe wollte auch probieren und kippte mir beim Zurückgeben das komplette Glas über den Schoß. Ich fuhr nach Hause um mich umzuziehen. Das Essen war supersupersuperlecker. Und das teuerste, was wir hier in Griechenland bisher hatten. (Aber noch weit entfernt von norwegischen Preisen.) Zum Schluss gabs nen Ouzo aufs Haus, mit irgendwas drin (Kumquat?). War auch lecker. Jetzt hab ich Kopfschmerzen.
Nach dem Essen war ich eigentlich bereit für Fresskoma. Pippi wollte aber lieber spielen. Und lachte so bezaubernd über jede noch so kleine Grimasse von mir, es war wunderbar. Also, außer dass ich Kopfschmerzen hatte und zum Umfallen müde war. Wenigstens brachte Herr Rabe Michel ins Bett. Und schlief dabei offenbar ein.
Jetzt schläft Pippi. Auf mir drauf.
Es ist zum verrückt werden.
















