Tag 1831 – Pandemiearbeiten.

Whoop whoop ich war im Büro und da waren tatsächlich fast alle meiner Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich am meisten zu tun habe (also: Das Inspektorat(TM) und die Zulassungen- (und Zertifikate-) Gruppe. Das haben wir jetzt jeden Montag so, Präsenztag im Büro, Freitags dürfen wir, wenn wir wollen, ansonsten Homeoffice. An anderen Tagen sind andere da, aber nie mehr als 40% der Belegschaft gleichzeitig. Es gibt allerlei teils seltsam anmutende Vorsichtsmaßnahmen, wie zum Beispiel einen recht… willkürlich erscheinenden Sitzplan. Das norwegische Pandemie-Mantra ist ja „Abstand, Abstand, Abstand!“, ich frage mich aber schon, was es bringen soll, in der Kantine oder in Meetingräumen mit mindestens einem Meter Abstand zueinander zu sitzen, während eine Klimaanlage die Luft fröhlich im Raum verquirlt und im ganzen Haus verteilt. Bevor ich die Filter (die ja hoffentlich in der Ventilationsanlage irgendwo verbaut sind) selbst inspiziert hab, gehe ich davon aus, das wir uns das ganze Abstandsgehampel im Zweifel in die Haare schmieren können, wenn bei uns jemand infiziert und infektiös bei der Arbeit erscheint, sind die Bedingungen für ein Super-Spreading-Event mindestens gut.

Jetzt wo das gesagt ist: es war leider richtig gut, mal wieder unter Menschen zu sein, nah an Menschen dran, die nicht alle nur im Bildschirm zu sehen. Richtig schön. Wie sozial dann doch selbst die Introvertierten sind, merkt man nach ein paar Monaten mit deutlich eingeschränkten Sozialkontakten dann eben doch. Wie es den Extrovertierten dann erst gehen muss.

Ich habe effizienter als im Homeoffice ein paar Sachen weggearbeitet, die mich schon länger gestört haben, dann gab es auch ein paar gute Nachrichten für mich persönlich, hach, es war einfach rundum ein guter Arbeitstag.

Nach der Arbeit waren wir dann noch schwimmen im Badesee ums Eck, der ist jetzt endlich warm genug. Also so warm, dass alle drin waren nur ich nicht, mir war es ab den Knien noch zu kalt. Ich bin jetzt auch in dem Alter, wo ich für spritzende Jugendliche die humorlose Trulla bin, die im Badesee stehend nicht nassgespritzt werden will. Schlimm.

Michels Fuß geht es auch deutlich besser. Baden darf er ja sowieso ohne die Schiene, aber auch sonst würde er, wenn wir ihn ließen, einfach weiter machen wie immer, weil es nicht mehr wehtut und er alles bewegen kann. Was natürlich nicht heißt, dass er den Fuß normal bewegen und belasten soll, aber die Einsicht ist mit sieben noch nicht ganz so einfach.

Tag 1824 – Uffz.

Ein etwas zäher aber im Großen und Ganzen ereignisloser Arbeitstag liegt hinter mir. Was gut ist, in Covid19-Zeiten* als Medikamentenbehörde, denn das heißt, es brennt grad nicht überall die Hütte. Hinter Herrn Rabe liegt ein aufregenderer Arbeitstag, denn der hat heute bei einem neuen Kunden angefangen und arbeitet jetzt für das norwegische Finanzamt. Auch da macht er natürlich wieder irgendwas mit Computern, fragen Sie mich einfach nicht, sondern im Zweifel ihn auf einem Kanal Ihrer Wahl. Morgen ist er auch wieder im Büro und ich fahre auch ins Büro, aufregend, alle aus dem Haus!

Hier ist der Spätsommer noch mal im vollen Gange. Generell nicht meine allerliebste Jahreszeit aber es ist wenigstens warm und sonnig und die Hitzewelle bedeutet für uns bis knapp unter 30 Grad mit dem üblichen Wind – es ist sehr gut auszuhalten. Selbst die gestrige Gartenarbeit ging sehr gut bei dem Wetter.

Herr Rabe hat heute mein Sportprogramm mitgemacht, das möchte er jetzt öfter machen, er ist nämlich neidisch auf meine schicken Muckis schmerzfreien Schultern. Es hat auch echt Spaß gemacht, nicht alleine zu sporteln. Meine Beine sind jetzt zwar der totale Pudding aber von nichts kommt ja nichts, auch keine starken Oberschenkel.

___

*die norwegischen Zahlen deuten den Beginn einer zweiten Welle an. Tourismus, Studentenfeiern, Familienzusammenkünfte. Schkotze ehrlich gesagt, und sehe schon unseren Inspektionsplan für den Herbst wanken. Das wäre gelinde gesagt uncool, denn das ist ja alles nur aufgeschoben und wird eh durch den Backlog von März-Juni schon einigermaßen stressig.

Tag 1820 – Eigentlich.

Ich müsste eigentlich schlafen. Heute auf dem Heimweg bin ich fast über dem Versuch, im Zug die ICH Q9 (Quality Risk Management) zu lesen, eingeschlafen. Ist ja fast immer kein Problem, außer halt man sitzt im Zug nach Lillehammer. Dann wacht man halt im Zweifel in Lillehammer auf, und da will man nicht sein. Ich saß natürlich im Zug nach Lillehammer, nachdem ich eigentlich den Zug zehn Minuten früher nehmen wollte. Das hätte eigentlich auch geklappt, aber ich muss mich noch an neue Routinen gewöhnen, unter anderem daran, dass das Verlassen meines Arbeitsplatzes wegen Infektionsschutzmaßnahmen (Schreibtisch weitgehend leer räumen, private Dinge einschließen, alles in die Spülmaschine räumen, was man angefasst hat und spülmaschinenfest ist, Schreibtisch abwischen) länger dauert. Meine Blase kommt auch noch nicht ganz mit den eigentlich normalen und leider über die Ferien etwas schleifen gelassenen drei Litern Wasser am Tag klar, also muss ich eh noch mal aufs Klo, danach ausgiebiges Händewaschen, Hände desinfizieren – schwupps, sind mindestens fünf Minuten mehr rum als eigentlich üblich.

Eigentlich würde ich auch gerne nähen, bin aber zu müde. Eigentlich müsste ich auch die Schneckenerde tauschen, aber dito.

Eigentlich würde ich über diese ganzen Pläne, die ich nicht einhalte, mich vermutlich fertig machen. Aber das versuche ich zu lassen, weil das eigentlich alles relativ egale Pläne sind oder waren. Ich gehe einfach gleich ins Bett und dann ist morgen, Überraschung, auch noch ein Tag. Mit Homeoffice, das minimiert die Chancen, im Zug einzuschlafen, drastisch.

(Eventuell einer, bei dem ich bei der Hausärztin anrufen muss, weil es in meinem Hals kratzt, was ich sehr unpassend von meinem Hals finde, so vier Tage nach einer Fahrt mit einer Fähre, fünf Tage nach Aufbruch aus Deutschland. Vielleicht habe ich aber auch einfach ein bisschen zu trockenes Brot gegessen.)

Tag 1785 – [Muss noch Titel überlegen].

Heute war ein Tag, an dem ich auch wieder viele Fotos hätte machen können, aber kaum welche gemacht habe. Aber fangen wir von vorne an, ein Update zum Blogpost von gestern:

Michel hat gar nicht heimlich gelesen. Michel hatte heimlich Herrn Rabes iPad gemopst, im Zimmer versteckt, hat heimlich geguckt und als der Akku leer war, stand er im Wohnzimmer und meinte, er könne doch nicht alleine einschlafen. Also totaler Reinfall, zu früh gefreut, ich weiß gar nicht recht was ich dazu sagen soll, ehrlich gesagt.

Dann heute. Weil der Lack bei ein paar Leuten wohl kurz vorm Urlaub im Angebot war, und ich Dienstag Nacht einen doofen Fehler gemacht und in meine emails geguckt habe (fragen Sie einfach nicht, ich tue das auch nie wieder!) hatte ich gestern ein sehr spontanes und heute ein weniger spontanes Meeting, auf das ich mich vorbereiten musste, indem ich möglichst viel Energie bei möglichst sinnstiftenden Arbeiten verbrauchte. Dass der Bauernhof, bei dem wir einen Gemüseanteil (und Eier) haben, gestern eine Erntemeldung geschrieben hat, in der stand, dass das gute Wetter im Wechsel mit Regen dazu führt, dass alles gut wächst, aber eben auch UnBeikräuter, und sie ja bio machen und deshalb von Hand jäten (was hat das mit Bio zu tun, aber egal), und da sei Hilfe beim Jäten willkommen, kam recht gelegen. Und so hab ich heute Vormittag erst eine Reihe rote Beete von etwa vier mal so viel UnBeikräutern befreit und dann eine riesige Tüte Grünzeug geerntet. Brokkoli, Blumenkohl, Grünkohl, irgendwelche Beete, Salat, Ruccola, Gurke, Zucchini, Zuckererbsen, Frühlingszwiebeln und Radieschen. Umsummt von Bienen und diverse Regenwürmer aufschreckend. Der Bauernhof hat in jeder 10. Reihe auf dem Acker Blumen stehen, und zwischendrin darf sich auch immer wieder aussähen, was halt so da landet, nur da wo Gemüse wachsen soll, muss nicht unbedingt alles voller Disteln, Ackerwinde, Hornveilchen und Gänsefuß wuchern. Jedenfalls wäre Fotowert gewesen, wie schlimm die Jäte-Reihe vorher und wie hübsch nachher aussah, und was für einen Haufen Gemüse ich da weggeschleppt habe und überhaupt das Bullerbü da. Es war jedenfalls sehr erholsam.

Zu Hause besprach ich mit Herrn Rabe diverse Dinge beim dringend nötigen Mittagessen und dann war es auch schon an der Zeit, zu duschen und mich für das Meeting fertig zu machen. Das Meeting lief dann recht ok, würde ich sagen. Die Lacksaufenden waren ziemlich klein mit Hut und versuchten sich rauszureden, mal gucken, was da noch so draus wird. Sehe ich dann Anfang August, weil ich ja keine Mails mehr lese. Erinnern Sie mich ANFANG AUGUST dran, dass ich insgesamt 3 Arbeitsstunden nachtragen muss.

(Ich muss einschieben: es KANN sein, dass ich vom 13.-15. arbeite. Da bin ich back-up für die Überwachung einer wichtigen Mailadresse und FALLS die Person, die eigentlich diesen Job in der Woche hat, krank wird oder sonstwie nicht kann, muss ich übernehmen. Das ist aber schon seit ein paar Wochen so abgesprochen und wir hoffen einfach mal alle, dass ich da gar nichts übernehmen muss.)

Nach dem Meeting war ich leider spät dran für meinen Friseurtermin, aber ich kam dank Carona um Punkt 17 Uhr an. Die Friseurin (diesmal die Chefin des Salons) war sehr nett und kompetent und scheute sich nicht, gleich beim ersten Versuch viel abzuschneiden, Hurra. Leider sah man durch das kurz scheren, wie schlecht ich offenbar letzte Woche gefärbt habe und ich sah hinterher aus wie ein Streifenhörnchen. Deshalb verbrachte ich den Abend erneut mit Farbe auf dem Kopf. Jetzt sind sie durchgehend lila und ich bin total froh, dass ich heute bei der Chefin war, weil der Schnitt trotz der irritierenden Flecken wirklich gut ist. Uff. Aber auch davon keine Bilder, weder vor noch nach dem erneuten Färben. Weil wegen weiß nich.

Tag 1777 – Corontäne Tag 3 v2.

Ich liebe meine Arbeit und deshalb ist es auch nicht soooo schlimm, dass sie grad sehr viel ist, aber diese Woche vorm Urlaub würd ich ja immer gerne überspringen. Tausend kleine Kackdinge müssen fertig werden und trotzdem werden garantiert in Woche 1 des Urlaubs noch irgendwelche Anträge eintrudeln oder Rückfragen kommen und dann dauert es halt 5 Wochen, bis ich da draufgucken kann und in der Zeit hat Firma X leider keine Zulassung für Y und SOP A wird dann doch nicht fertig und es ist sehr verlockend, doch noch hier und da mal kurz und Ich muss aber echt dringend Urlaub haben aus genau dem Grund. Gnarfz.

Das eine Gewächs im Hochbeet ist Mohn*. Ein weiteres sind Sonnenblumen*. Auf eines warte ich noch* und eines hat hübsche weiße Blüten bekommen, aber ich weiß nicht, was es ist*. Und über allem thront die riesigste Stockrose, die ich überhaupt jemals gesehen habe. Es ist ein Monster.

Apropos Monster: Oregano ist ja mal mega krass. Erstens wächst er zwischen den Ritzen des Hochbeets unbezwingbar raus, zweitens habe ich als neues Hobby den (und Disteln) aus dem RingelBlumenbeet zu rupfen, wo er sich einfach hingesät hat. Wir haben also inzwischen mehrere Kräutermonster: Oregano, Estragon, Petersilie, Koriander und 2 Sorten Minze in Töpfen. Alle wuchern wie bekloppt. Die Kartoffeln (im Topf) auch. Es ist faszinierend und ein bisschen gruselig. Wenn ich nicht dauernd an allem rumschnippeln würde, wären wir wahrscheinlich innerhalb von 2 Wochen von Küchenkräutern überwuchert.

Passend dazu habe ich heute mit Pippi den Apfelbaum ausgegeizt und ca. 20 kleine Äpfelchen entfernt, damit die restlichen ca. 20 (!!!) wenigstens eine Chance haben, was zu werden. Am letztes Jahr gepflanzten Minibäumchen. Es waren noch viel mehr Fruchtansätze dran, aber einen Großteil hatte das Bäumchen schon selbst abgeworfen. Schlaues Bäumchen.

Die erste Erdbeere war heute auch endlich reif und auch die Kinder haben noch ein paar optimistisch als reif angesehen.

___

*jaja ich kann voll gut mit Blumen und hab auch was mit Bio studiert, aber ich erkenne die trotzdem nicht wirklich, bevor sie blühen und manche nicht mal dann

Tag 1775 – Corontäne Tag 1 v2.

Also 10 Tage Quarantäne, weil ich im Risikogebiet war, Tjanun. Morgen werd ich erst mal ausprobieren, wie ich die Kinder abholen kann, ohne deren Einrichtungen zu betreten, weil Herr Rabe ins Risikogebiet in die Hauptstadt fährt und da den Tag über bleibt. Stelle mir das so vor, dass ich im Auto sitzend hupe und die Kinder unter missbilligenden Blicken zu ihrer aussätzigen Mutter geschickt werden.

Wie auch immer. Der Tag war einigermaßen ereignislos. Ich hab mich in Arbeit vergraben, was nötig ist, weil Endspurt vorm Urlaub. Abends Kinder ins Bett gebracht, ein bisschen gekuschelt, dann Meerschweindamen sauber gemacht mit anschließendem Meerschweindamen-TÜV. Muffin ist dann morgen dran. Die Meerschweindamen sind Superschweinchen, haben jede ca. 25 Gramm wieder zugenommen (von den ca. 50 die sie, vermutlich durch etwas anderes Futter, nach dem Umzug zu uns abgenommen hatten), haben sehr viel Fell, hübsche Zähne, Ohren und Augen und jetzt auch frisch manikürte Pfoten. Niemand hat mich angepullert, insofern ein voller Erfolg.

Und jetzt muss ich wenigstens ein bisschen Schlaf nachholen. Heute war ein bisschen arg müde.

Tag 1761 – Kontrastreich.

Der Arbeitstag bestand aus 95% Videomeetings. Uff, ey. Irgendwann bin ich auch leer gelabert. Aber immerhin habe ich am Ende des Tages eine (1!) wichtige Mail verschickt, Yeah. Much produktiv. Wow.

Das positive: am Ende des Arbeitstages war ich dann tatsächlich mit der Arbeit auch fertig. Der Kindergarten hat ja jetzt wieder bis 17 Uhr auf, das habe ich heute direkt mal (fast) ausgereizt, aber ich muss schon sagen, nach dem Kinder abholen nicht noch mal ran müssen, hat durchaus auch was. Das war fast so ähnlich wie normal.

Pippi hat jetzt eine ausgeprägte Kriechviechzeuch-Phase. Gestern hat sie eine „Baby“-Schnecke gefunden (so eine Feld-Wald-und-Wiesen-Schnecke, durchaus ausgewachsen) und direkt im Terrarium zu den großen Schnecken gesetzt. Bei Schnecken kann ich ja nichts sagen. Aber heute hatte sie eine kleine Larve aus dem Kindergarten mitgebracht, ein winziges, weißes, zappelndes Würmchen, das „darf“ jetzt draußen im Blumenbeet leben. „Leben“. Ähäm.

Ich verstehe es ja sogar. Ich habe heute ein paar der vermaledeiten Büsche ausgegraben, um die Samstag gekauften Bäume dort hin zu pflanzen. Erstens war das sehr anstrengend und ich bin jetzt sehr platt und mich juckt es immer noch überall, weil ich in meiner Schwitzigkeit von Haufenweise Kriebelmücken umschwärmt wurde (die Kehrseite des norwegischen Sommers), andererseits habe ich auch ein schlechtes Gewissen, weil ich bestimmt drei Regenwürmer versehentlich mit meinem Spaten zerteilt habe. Einen wollte ich sogar extra retten, zog etwas feste… naja. Hatte dann einen halben, zappelnden Regenwurm in der Hand. Sorry, kleiner Wurm. Es war echt nicht so gemeint. Ich wollte nur helfen.

Dafür haben wir jetzt Bäume und ich möchte wirklich auf gar keinen Fall mehr dieser Büsche als unbedingt nötig ausgraben. Der Rest wird direkt über dem Boden abgesägt, Unkrauttuch drüber, Kies drauf und dann breiten wir den Mantel des Schweigens über die ehemalige Hecke. Ich fürchte aber, zumindest da wo die Stützpfähle (Pömpel, bittedanke) für den Zaun hinkommen, müssen noch Büsche raus, durch das Wurzelwerk kommen wir sonst mit so einem Erdspieß nicht durch. Uff. Also noch 14 mal graben. Uff, uff.

Morgen wird Muffin (hoffentlich, sein Gesamtzustand muss das ja zulassen, und seine Haut ist zwar schon besser geworden, aber von gut noch weit entfernt. Aber er frisst sehr gut und macht auch sonst einen sehr fitten Eindruck, naja, mal schauen) kastriert. Michel weiß jetzt, dass Muffins Penis dabei dran bleibt und was die Hoden sind, bei Muffin und bei ihm selbst auch. Es ist ja echt nicht so, als hätten wir da je ein Geheimnis draus gemacht, was bei den Körpern zum Beispiel seiner Eltern so die Unterschiede sind, oder wo die Babies herkommen oder sonstwas. Es hat ihn einfach nie sonderlich interessiert (ganz im Gegensatz zu Pippi übrigens). Manchmal fällt uns das jetzt auf die Füße, weil Michel von seinen Kumpels nur die umgangssprachlichen, norwegischen Ausdrücke kennt, die ich dann aber nicht kenne, und dafür, wenn ich Hoden sage, er damit nichts anfangen kann. (Falls Sie immer schon mal wissen wollten, wie der „Sack“ auf Norwegisch heißt: pungen. Die „Eier“ heißen baller. Bittedankeimmergern.) Ich bin wahrscheinlich am aufgeregtesten von allen Beteiligten wegen dieser OP. Uff, uff!

Jetzt hoffe ich auf Einschlafen in unter 2,5 Stunden. Nicht so wie gestern. Das wäre schön.

Tag 1757 – Ein Tag wie jeder andere.

Møtepotøte den ganzen Tag. (Møte heißt Meeting heißt Treffen. Natürlich online.) Gefühlt habe ich deshalb den ganzen Tag auch so gar nichts geschafft. Das nervt mich ja schnell. Es kam dann noch hinzu, dass unsere Chefin signiert statt freigegeben hat Qualitätsmanagementsoftware nicht zulassen wollte, dass ich eine versehentlich signierte statt freigegebene SOP erneut zur Freigabe versenden wollte und erst lauter lustige Fehlermeldungen produziert hat und dann so gründlich abgestürzt ist, dass gar nichts mehr ging. Also insgesamt so ein mittelmäßig arbeitserfolgreicher Tag.

Muffin hat Michel heute in den Finger gebissen. Nicht mit Absicht, das war auch Michel sofort klar, aber Muffins Zähne sind halt die eines Nagetiers und Muffins Gier auf Salat ist groß und wenn dann da noch ein Finger zwischen ist, dann blutet es auch mal. Armer Michel.

Weitere Muffin-News: so richtig toll sieht das mit der Haut noch nicht aus, eher so lala, aber wir haben ja nächste Woche den Kastrationstermin, vielleicht lassen wir die Kastration dann doch erst noch sein und behandeln erst mal die Haut weiter? Hmm, mal sehen. Bis auf die Haut (und die Einsamkeit) scheint es Muffin aber prächtig zu gehen. Heute habe ich ihm das neue Futter gegeben, weil das von den Vorbesitzern mitgegebene leer war (das war ein völlig okayes Trockenfutter, sonst hätte ich ihm das nicht weiter gegeben) und da ist vielleicht irgendeine Meerschweindroge drin, jedenfalls hat er sich das neue Futter reingezogen als gäbe es keine Kräuter/Löwenzahn/Klee/Gras/Paprika/Möhre/Gurke und was uns sonst so einfällt jeden Tag und reichlich. Das einzige, was er bisher nicht mochte, war Erdbeere und Tomate. Mit der Erdbeere wurde Fußball gespielt, vor der Tomate erschrocken davongerannt. Langsam redet Muffin auch mehr mit uns und quiekt manchmal wenn wir am Kühlschrank sind (klar, da ist das Gemüse drin). Weil ich etwa hundert mal am Tag irgendwelche Leckereien zu ihm bringe, kommt er jetzt vorsichtig angetrabt, wenn ich ihn rufe und reckt sich um zu gucken, was es dieses Mal gibt. Von Michel lässt er sich auch streicheln, am liebsten über die Nase. Hach!

Außer dem Fingerbiss war heute das spannendste, dass wir nach dem Abholen von Kindergarten und Schule im Stau standen. In unserem Kaff hier! Naja, auch hier kann es ja Unfälle geben und wenn die an einer Kreuzung direkt nach einer Brücke sind, das kaputte Auto eine Spur blockiert und deshalb der aus drei Richtungen kommende Verkehr durch genau einen Polizisten geregelt werden muss (weil 2 Kolleg*Innen plus Feuerwehr sich um die Autoinsassen kümmern müssen), dann dauert das schon mal. Es war jedenfalls eigentlich nicht dramatisch, fraß aber so viel Zeit, dass wir den vorletzten Termin der Kulturschule ausfallen lassen mussten. Schade, aber nicht zu ändern.

So, nun ins Bett. Der Corona- und Feiertagsmai hat mein komplettes Wochentagsgefühl zerstört. Auch an Arbeitsaufgaben lässt sich nichts festmachen. Es ist alles sehr seltsam in diesem 2020.

Tag 1750 – Schnell Bloggen.

Mein Akku ist gleich leer, deshalb Stichpunkte:

  • Arbeit heute viele Meetings aber immerhin produktiv. Eine meiner Arsch-vom-Dienst-Aufgaben ist bald wohl endlich beendet.
  • Pünktlich um drei den Stift fallen gelassen und dank der zwei Stunden gestern Abend trotzdem eine Überstunde aufgeschrieben. Bin bald am Ziel für 5 Wochen Sommerferien.
  • Pippi ging nach dem Kindergarten mit zu einem Kindergartenfreund (I.), was spontan entschieden wurde. Ich rief also den Kindergarten an und erklärte kurz den Betreuer, dass Pippi heute mit I. mit geht und dann telefonierte ich mit Pippi und erklärte ihr dasselbe und das war sehr niedlich. Wie so kleine Kinder halt telefonieren und was sie einer dann dringend alles noch sagen müssen („Mama? Ich spiele mit Barbies!“).
  • Während Michel bei der Kulturschule war, konnte ich ganz in Ruhe einkaufen, das war echt schön. Es gab auch reduzierten Ostersüßkram – weil das Kaninchen Urlaub hat.
  • Nachdem ich Michel wieder eingesammelt hatte und bevor ich Pippi abholte, haben wir Muffin verärgert die Krallen geschnitten und ihn ein bisschen mehr an uns gewöhnt. Er saß auch kurz auf Michels Schoß und das machte Michel sehr froh. Hach, hach. Die Haut sieht noch schlimm aus, aber ich bilde mir ein, dass das Fell schon nicht mehr ganz so stumpf ist und insgesamt kratzt sich Muffin auch weniger.
  • Nach dem fiesen Rausnehmen und beschauen lassen gab es ein paar Troststängel Oregano. Der, und der Estragon, werden uns dieses Jahr möglicherweise über den Kopf wachsen, insofern ist das schon sehr gut, dass Muffin das so gern frisst. Seit ich ihn heute etwas länger auf dem Schoß hatte, weiß ich auch, dass er unter dem ganzen Fell ziemlich dünn ist, insofern: immer mal rein mit dem Futter.
  • Ich werde zunehmend wütend auf Muffins ehemalige Besitzer. Das arme Tier.
Schnurpsknurpszrrrkps…
  • Am Abend habe ich dann noch die Klo-Ecken gesäubert und direkt mal Einstreu nachbestellt. Eieiei, da geht ja ganz schön was durch.
  • Auch am Abend musste ich noch ein Mal los und eine neue Backofenlampe kaufen. Ich oute mich mal: dieses Reinstecken von Halogenlampen in diese Keramik(?)Fassungen, dieses knirschende Gefühl, finde ich absolut furchtbar. Ab-so-lut. Schon der Gedanke daran macht mir grade wieder Gänsehaut.
  • Jetzt husch, husch ins Bett. Es wird Zeit. (Ich wollte heute früh ins Bett, hat super geklappt ganz offenbar.)

Tag 1749 – Prokrastinations-Folgen.

Hättehätte Fahrradkette aber es wäre echt gut gewesen, hätte ich mir meine Arbeit in den letzten Wochen sinnvoller eingeteilt. So war irgendwie Murks, ich hab nämlich nicht alles geschafft, weil dann, wie immer, noch dringende Dinge rein kamen, die sofort bearbeitet werden wollten und die alten (und langweiligen) Leichen wurden noch weiter rausgeschoben und, ach, ach. Heute habe ich dann einen Mammut-Arbeitstag gehabt, unschön, aber jetzt bin ich immerhin zu 80% fertig, eine Aufgabe ist hinten runter gefallen, eine ist halt jetzt eher noch so Dreiviertel fertig und ein viertel schön, aber immerhin.

Jetzt aber fix ins Bett, in 9 Stunden ist schon wieder ein Meeting (das ich leiten muss, seufzi).