Tag 705 – Grüße aus in der Nähe von Jotunheimen!

Es sah zwar heute lange nicht so wirklich aus, als würden wir fahren, aber dann haben wir es doch geschafft. Mit Hängen und uns gegenseitig fast Erwürgen. Aber geschafft. 

Nun sind wir ja noch nie* im Sommer durch Norwegen gefahren. Immer nur im Winter, Herbst oder Frühjahr. Und im Sommer, also, es ist schon schön hier. Es ist wundervoll. Der reinste Naturporno überall. Morgen mache ich mehr Fotos, versprochen, da haben wir auch mehr Zeit und „müssen“ nicht spätestens um Dings irgendwo sein. Heute müssen Sie sich mit aus-dem-Auto-Fotografiertem begnügen. 


Elchkuh mit Baby I

Elchkuh mit Baby II



Kurzer Schockmoment heute: wie ich so die Campingplatzbuchungen nochmal per Mail gegencheckte und der für Dienstag Abend geplante Stop mir mit „bis Mittwoch dann!“ antwortete. Aber er hatte sich einfach vertan. Nicht ich. Puh. 

(P.S. Wir sind packmäßig übrigens die Antithese zu Frau Brüllen. Ich habe heute Früh und Mittag alles gepackt, spontan und gen Ende Dinge vor mich hinmurmelnd wie „Salz, Duschgel, Ladekabel“. Bisher ist uns zwar nichts aufgefallen, das wir vergessen haben, aber ich wär echt gerne einmal (wieder) so organisiert. Vor den Kindern ging das irgendwie immer noch alles, seit den Kindern… eher nicht so.)

(P.P.S. das mit dem heutigen Gegenchecken ist halt auch wieder so ein Ding. Das hätte man ja vielleicht auch schon vor nem Monat machen können und vermutlich auch sollen.)

—

*Einmal, es muss ca. 1997 gewesen sein, habe ich mit meiner Familie Urlaub in Norwegen gemacht. Da waren wir wandern im Jotunheimen. Meine Erinnerung ist nur eine: es gab sehr viele Berge. Überall. Ich hätte hinterher Stein und Bein geschworen, dass Norwegen nur aus Bergen besteht.)

Tag 704 – Wieder da, fast wieder weg und ZZZzzzZZZ…

Wir sind wieder in Trondheim. Es ist sehr kalt. Außerdem sind wir alle ziemlich müde (wovon bloß?) und statt noch tausend Tonnen Kram zu packen für den morgen beginnenden Trip gen Bergen, und auch statt jetzt noch umfangreich zu bloggen, geht’s ohne Umweg ins Bett. Hier noch ein Impressiönchen aus dem Flugzeug. Beide Kinder waren da eingeschlafen und ich versuchte Go-Go-Gadgetto-Arm mäßig, beide mit aufs Foto zu kriegen. Klappte so… naja. Aber mehr gaben meine Arme einfach nicht her. 

Tag 702 – „Für Papa, damit der weiß, was wir gemacht haben.“

Das sind die Hochhäuser, das zweite von rechts ist der „Stift“. Unten die klitzekleinen Leute und Autos.


Rest* bei Little B., der allerbesten Gastgeberin und Fremdenführerin und Kindträgerin, die man sich vorstellen kann. 

Hui. Aber lecker. Aber: Hui!


—

*Update verdächtig warmes Kind: tja. Krank halt. Fieber, etwas Husten, der sich wenn dann aber fies anhört. Überaus unleidlich, wenn das Fieber grade wieder besonders fies ist. Ließ sich mehr oder weniger schlafend durch Frankfurt tragen, was mir vermutlich noch Muskelkater bescheren wird. 

Tag 701 – Wauwia, wahhh!

Wir trafen heute – nach einem sehr ruhigen Morgen mit viel Herumgehänge und Duplo und Büchern und Pinguinlatschen (die Michel vom Midimonsieur übernimmt und so getauft hat) und latent nörgeliger Pippi – Freundin C. mitsamt Familie im Senckenbergmuseum. Und weil der Herr Rabe mir ja aufgetragen hat, viele Fotos zu machen, habe ich… zwei, auf denen nicht meine oder C.s Kinder frontal drauf sind. Tjanun. Es war jedenfalls wirklich super. 

Pinguinlatschen. Der dazugehörige Schnorchel mit Taucherbrille wurde heute Abend schon in der Badewanne ausprobiert.

Leider wurden wir dann um fünf schon fast aus dem Museum gekehrt und Pippi baute auch immer mehr ab. Die schlief dann sich verdächtig heiß anfühlend beim Essen auf meinem Schoß ein, kippte nach einem zweistündigen Nickerchen einen Becher Milch auf die Couch* und jetzt sitze ich hier schon geraume Zeit neben dem sich weiterhin verdächtig heiß anfühlenden Kind und es kann nicht einschlafen. Weggehen darf ich aber auch nicht. Aber das trübt meine total entspannte Grundstimmung jetzt auch nicht, genauso wenig wie Arbeitsemails mit „Äh, das muss Frau Rabe machen, aber die ist nicht da, schlümmschlümmschlümm…“-Inhalt. 

Doch, genau richtig gewesen, herzukommen. Auch wenn es sich vor ner Woche noch komplett bekloppt und vollständig unmöglich anfühlte. 

—

*Auch noch mit Ansage, aber nicht von ihr. 

Tag 700 – Internetliebe. 

Dieses Internet, es ist ganz großartig! Leider komme ich während ich mich mit Internetmenschen in echt unterhalte kaum dazu, irgendwas in dieses Internet zu schreiben. Und abends dann, ach, da will ich dann auch den Tag nicht mehr so zerreden, sondern einfach in meiner Glückseligkeitsstimmung einschlafen. 

Aber das ist eigentlich gar nicht leider, sondern sehr, sehr toll.

Während ihre Twitter-/Blog-Muttis Kaffee tranken und tratschten und kurz mal aufs Handy schauten, mussten sich die Kinder so beschäftigen. Mit Lesen.


P.S.: die tollsten Bilder kann ich Ihnen leider nicht zeigen, weil so viele Kinder drauf sind, die nicht meine sind. Stellen Sie sich einfach folgendes vor:

  • Viele Nutellaverschmierte, glückliche Kindergesichter
  • Sonnenblumen
  • Ein Lastenfahrrad mit vielen Kindern drin
  • Viele sehr dreckige Spielplatzkinder
  • Viele schlafende Autokinder

Tag 699 – Alles ganz wunderbar.

Also, falls Sie mal vor der Frage stehen, ob Sie mal ein paar Hundert Kilometer durch die Gegend fliegen wollen, noch dazu mit Kindern im Schlepptau, um Leute zu treffen, die Sie noch nie zuvor in echt getroffen haben und nur aus diesem Internet kennen: machen Sie das mal ruhig. Es könnte ganz wunderbar werden, die Kinder könnten ein Herz und eine Seele mit den besuchten Kindern sein, vielleicht gehen Sie sogar bei Affenhitze in ein Strand-Fluss-Freibad und sehen das große Kind für die Dauer des Aufenthalts fast nie mehr und das kleine Kind ist so unglaublich niedlich, dass Sie’s die ganze Zeit knutschen wollen. Vielleicht stecken Sie abends dann die vier Sonnencreme- und Sandpanierten Kinder alle in die Wanne, wo die eine Überschwemmung anrichten und nur mit geballter Niedlichkeit damit durchkommen. Vielleicht gibt es danach Nudeln für alle mit Soße für Manche und Sekt für Die Auserwählten. Vielleicht sitzen Sie, wenn Sie es geschafft haben, die müden Kinder ins Bett zu verfrachten, abends noch lange auf dem Balkon, trinken Sekt und reden mit der „Internetbekanntschaft“ so wie das, was Sie eben sind: Freunde, die sich zu selten sehen. 

Tag 690 – Schnarch.

Ich bin so müde, ich kann einfach nicht weiter arbeiten. Und auch hier schreiben mag ich jetzt nicht mehr.

Falls Sie aber zu der Sorte gehören, die mit solchen Informationen gut umgehen können: ich habe vor, äh, über drei Jahren (das Datum im Titel stimmt nicht ;) ) mal was* (*totales Understatement) geschrieben über Krebs und späte Metastasen. Bat biwähr: itz in Inglisch.

Und hier ist der Link, ich hoffe es funktioniert.

Tag 686 – I will survive.

Vermutlich ist diese auf-und-ab der Gefühlslage auch völlig normal. So wie alles. Heute jedenfalls war ein guter Tag, ich habe den Abschnitt über Alkylierungen durch Medikamente, Umweltgifte (Tabak!) und so weiter fertig, auch die hundertundeinen Reperaturmechanismen sind beschrieben, ab morgen geht es richtig los mit Epigenetik und dem ganzen Zeug und, ja, ich freu mich schon drauf. Epitranscriptomics, was ich dann danach schreiben werde, ist ein wirklich total spannendes Thema und ich gestehe ja auch gerne, Epigenetik ist schon auch cool. Auch wenn man auch da wieder eigentlich nicht ganz so genau wissen will, wie leicht (oder schwer) man sich mal eben epigenetisch irgendwo ein Gen stillgelegt hat. Aber so aus einem reich biochemischen Blickwinkel ist das alles ziemlich cool und in jedem Fall interessanter, als welche base wo warum von N-nitrosaminen alkyliert wird. Oder von Chemotherapeutika. Und wie und warum die Zellen dann gegen die Chemotherapeutika resistent werden*.

Jetzt werde ich jedenfalls noch mal ein oder zwei Reviews überfliegen und dann hoffentlich mal eine Nacht etwas mehr Schlaf bekommen als in den letzten. Und hoffentlich, hoffentlich bleiben die Kinder auch mal in ihren Betten, das wäre sehr wünschenswert. 

(P.S. Wer war das mit dem Tipp mit den Augentropfen? Der Tipp und die Tropfen sind echt Gold wert! Gut, in Anbetracht des Preises könnte man letzteres echt meinen** und beim Bezahlen kamen mir – einer Wunderheilung der trockenen Augen gleichkommend – fast die Tränen, aber wenigstens kann ich abends noch ein bisschen was sehen und ich sehe auch nicht ganz so Zombiemäßig aus, wie ich mich fühle. Also vielen Dank für den Tipp!)

___

*Das passiert bei manchen Krebsarten häufiger, bei anderen seltener, aber insgesamt ist’s schon so, dass die meisten schwerwiegenden Krebserkrankungen gegen die Behandlung irgendwann immun werden und das gehört zum Beispiel zu den Sachen, die ich lieber nicht wüsste.

**Medikamente sind hier einfach unfassbar teuer. Und Süßigkeiten hat auch: heute kaufte ich zwei 0,5 L-Becher Eis und bezahlte dafür 120 NOK. Seufz. Aber dafür habe ich jetzt einen Liter Eis!