Tag 204 – Da isser. 


 Wegen der krömpeligen Gürtelschlaufen muss ich den jetzt immer mit Gürtel tragen, das macht aber nichts, weil ich grundsätzlich immer einen Gürtel trage. Aber in neue Gürtel könnte man mal investieren.

Michel ist sehr enttäuscht, dass der Stoff jetzt alle ist. Er wollte gerne eine Hose aus dem Stoff haben. Mit Taschen. Nun ja, da seine eine Fleecehose ohnehin bald zu klein ist, habe ich ihm meine Fleecestoffe gezeigt und ihm angeboten, eine Hose zu nähen. Mit Taschen, selbstverständlich. Vorne und hinten auch, wenns sein muss. Natürlich hat er den hässlichen und fusseligen Stoff ausgesucht, aus dem ich Pippi letztens einen Schlafsack genäht habe. Blärgs. Egal, da wird jetzt ne Hose draus, der muss ja auch irgendwie weg. Die Taschen und Bündchen mache ich aber aus einem anderen Stoff, damit es sich auch farblich ein bisschen absetzt. Das wird bestimmt schick. Nun überlege ich noch, ob Kordel oder Gummizug besser ist?

Was anderes: wir kriegen morgen Besuch von der besten Freundin und ich bin ein bisschen aufgeregt, habe deshalb heute die Bude geschrubbt (war ohnehin sehr nötig) und bin heute Abend mit Herrn Rabe und Pippi essen gegangen in ein relativ neu eröffnetes Lokal hier um die Ecke. Das letzte Mal als die beste Freundin hier war eskalierte eine allgemeine Frustsituation meinerseits ziemlich und deshalb wollte ich gerne noch mal bewusst einen Abend in Ruhe mit Herrn Rabe haben, damit nicht wieder irgendwelche aufgestauten Ärgerlichkeiten aus mir raussprudeln, wenn mehr Östrogen im Haus ist. Da Pippi aber ja noch nicht bei der Babysitterin bleiben kann, musste sie mit. Ich glaube, es hat ihr ganz gut gefallen, sie durfte bei uns ein bisschen mitessen und fand großen Gefallen am Kürbispüree des Hauptgangs und am Wasserglas von Herrn Rabe. Herr Rabe und ich fanden großen Gefallen an Allem. Schmack-o-fatz, sage ich nur, aber sehen Sie selbst:


Moah, das war soooo lecker! Herr Rabe hatte noch zwei Bier dazu, davon eins zum Nachtisch, wo der Malz über Erlenholz geräuchert wird, das fand ich ganz furchtbar eklig, aber Herr Rabe fand es lecker und darauf kommts ja an. Ich blieb lieber bei meinem Kakao. Und der ganze Spaß hat uns am Ende nur knapp über 100 € gekostet, das ist für norwegische Verhältnisse und die Qualität des Essens und zweieinhalb alkoholische Getränke (mein Bier war „alcohol free, 0.5% vol.“) echt wenig.

Jetzt zu Hause und selig.

Tag 203 – Fertig. Und der Knopf?

Ich habe den Rock fertig. Wegen Fusselei und muss eh nochmal gebügelt werden und spät gibt’s aber erst morgen Fotos. Spät wurde es wegen der dämlichen Nähanleitung. Die ist für die ersten (zum Teil fast trivialen) Schritte suuuuuper ausführlich und zu jedem Pups gibt’s auch noch ein Bildchen dazu. Und dann ist den Schreibern scheinbar die Lust ausgegangen, jedenfalls wirds dann nach hinten hin immer dünner, bis da nur noch so Sachen stehen wie „Den Bund falten, bügeln und annähen.“ Plus ein paar richtig bekloppte Dinger (die Gürtelschlaufen nachträglich annähen??? Wie??? Brauch ich da so ne Hightech-Nähmaschine, bei der ich im Zweifel auch von hinten unten um die Ecke nähen kann?), die mich mal wieder zum Auftrennen gezwungen haben und mich ordentlich schwitzen und fluchen ließen. Eine Kennzeichnung der zu verstärkenden Teile wäre auch nett gewesen, beim nächsten Mal weiß ichs dann, welche Teile Bügelleinen brauchen, dieser Rock ist ja stretchy und muss einfach an der Frau in Form gezuppelt werden. Und wenn ich mich an die Anleitung gehalten hätte, säße ich jetzt doof da und hätte den Knopf noch in der Hand, der wird nämlich in der Anleitung gar nicht erwähnt. Ist aber auf dem Bild mit drauf und steht auch in der Zutatenliste. Gut dass ich ein Schlaupenis bin und mir selber ausgedacht hab, wie ich den Knopf anbringe. Jetzt hab ich auch mal die Knopflochnähfunktion meiner Nähmaschine ausprobiert. Funktioniert. Und ich weiß jetzt, dass Michels Spielzeughammer zum Festkloppen von so Niet-Jeans-Knöpfen taugt. 

Und ja, er passt. Puuuhhhhh. 

Tag 202 – 2000 kWh

Eigentlich wollte ich so viel schreiben heute, über Pippis Stoffwindelentwicklung, über mein Blogroll, das ich mal überarbeiten müsste, über mein schickes neues Ballettröckchen, das ich mir heute spontan gekauft habe, über voll geschminkte Muttis beim Sport, über Sport-BHs mit Ringerrücken unter Ballettrikots mit wild gekreuzten Spaghettiträgerlein. 

Aber dann hab ich doch ziemlich lange genäht, der Rock nimmt Form an, geflucht hab ich aber auch, und aufgetrennt und noch mehr geflucht, weil der dämliche Stoff an den Schnittkanten sehr schnell ausfranst und durch das Auftrennen hatte ich dann plötzlich an einer Stelle einen halben cm weniger Stoff und ich hab etwas Panik, dass mir der Rock am Ende zu klein sein wird. Egal, jetzt zieh ichs durch. 

Wegen des Nähens ist es jetzt aber auch schon ziemlich spät und Zeit fürs Augen schließen. Irgendwas aus der Liste oben dann morgen, ja?

Ach so, der Titel. Das ist unser Stromverbrauch im Februar. Wäääähähähähä. Altbau ist ja schick und so, alte Fenster sind aber leider alte Fenster. 

Tag 200 – 200 Tage!!!

Waaahhhh, krass, jetzt hab ich 200 Tage lang jeden Tag was ins Internet geschrieben. Verrrrrrückt! Und soll ich Ihnen was sagen? Das war eine der besseren Entscheidungen in meinem Leben. Mindestens 200 weitere Tage kanns so weiter gehen. 

Auf diesen denkwürdigen Tag habe ich mit einem halben Glas Wein angestoßen (Grüner Veltliner, an mein Herz!) und bin jetzt wegen der unvorstellbar langen Abstinenz vorher ziemlich angeschickert.  Um mir Peinlichkeiten und Ihnen Fremdschämen zu ersparen, mache ich deshalb für heute Schluss. Prost!

Tag 197 – Betreff: Verbesserungsvorschläge zum Produkt „Baby“

Guten Tag,

Zunächst einmal möchte Ich sagen, dass ich im Großen und Ganzen mit Ihrem Produkt „Baby2015“ zufrieden bin und es in unserem Haushalt nicht mehr missen möchte. Es handelt sich dementsprechend bei diesem Schreiben mitnichten um eine Reklamation. Trotzdem möchte ich einige Verbesserungsvorschläge zum Produkt „Baby2015“ anbringen, von denen die zukünftigen Erwerber des Nachfolgeproduktes „Baby2016“ möglicherweise profitieren können.

Die Lieferung des Produktes „Baby2015“ verlief weitgehend reibungslos und termingerecht, allerdings war das Produkt leicht verunreinigt und verknittert. Dies würde ich dem Lagerungsbehältnis zuschreiben, in dem es recht eng verpackt war. Überdies reagierte „Baby2015“ auf das Auspacken mit einem lauten und anhaltenden Signalton der sich erst nach mehreren Minuten von selbst abschaltete. Dem Betriebshandbuch konnten wir entnehmen, dass dies normal sei, außerdem erinnerten wir uns, dass auch das Produkt „Baby2012“ schon so auf das Auspacken reagiert hatte. Das Betriebshandbuch schlägt außerdem eine Reihe von Maßnahmen vor, die bei Auftreten weiterer Signaltöne vorzunehmen sind und die diese abstellen sollen. Dazu gehören: Wechsel des Abfallreservoirs, Nachfüllen von Milch oder später anderer geeigneter Nahrung, Nachfüllen von emotionaler Energie durch körperliche Nähe und Entertainment. Ich muss sagen, dass das Produkt „Baby2015“ doch recht schlecht auf die meisten dieser Maßnahmen ansprach und, vor allem in den ersten Monaten nach Lieferung, weiterhin vermehrt Signaltöne von sich gab. Besonders das Wechseln des Abfallreservoirs erwies sich als unerwartet tückisch, da „Baby2015“ im direkten Vergleich zu „Baby2012“ sehr viel mehr auf die Abfallreservoirs an sich reagierte und eine Oberflächenreaktion (Rost?) auftrat. Erst nach Testen der meisten auf dem Markt erhältlichen Abfallreservoirs sowie unter Zuhilfenahme diverser Reinigungs-, Schmier- und Pflegemittel fanden wir einen Weg, diese Oberflächenreaktion zu umgehen. Jedoch, und das möchte ich besonders betonen, änderte dies nichts an den vom Produkt abgegebenen Signaltönen. Lediglich körperliche Nähe, besonders in Kombination mit Herumtragen (hier hat sich das Zubehör „Babytrage“ als sehr nützlich erwiesen) sind verhältnismäßig sichere Schallregulierungsmaßnahmen.

Das Ausstoßen der Signaltöne ist, meiner Meinung nach, der größte Mangel am Produkt „Baby2015“. Es wundert mich ehrlich gesagt auch, dass dieser Mangel seit vielen Generationen der „Baby“-Reihe bekannt ist und trotzdem nicht behoben wurde. Ein einfacher Lautstärkeregler, wie er an jedem iPod zu finden ist, könnte hier für erhebliche Entlastung sorgen. Ebenso wie ein Schalter zum Wechsel des Betriebsmodus oder eine einfache Power-Taste, um den Schlafmodus einzustellen. Es ist mir unvorstellbar, dass diese Beschwerden das erste Mal durch mich an Sie herangetragen werden. Auch von anderen Produkten der Reihe „Baby2015“ weiß ich, dass diese sich gerne in einem Modus aufhängen und dieser teilweise über Stunden nicht gewechselt werden kann. Das mag ja noch angenehm sein, wenn das „Baby2015“ im Modus „Friedliches Spielen mit den eigenen Füßen“ hängt. Wenn allerdings, so wie heute, das Produkt im Modus „Brüllen, Kreischen und ins Gesicht kneifen“ mehrere Stunden festhängt, ist das für den Besitzer doch sehr anstrengend. Lediglich ein Reset des Systems durch Herbeiführen des Schlafmodus konnte „Baby2015“ wieder in einen anderen Modus versetzen. Das wäre alles nicht erwähnenswert, wäre wenigstens das Verfahren zum Reset immer gleich. Dies ist jedoch nicht der Fall und mitunter bedarf es zahlreicher Versuche, bis der Schlafmodus erfolgreich aufgerufen werden kann. Dies ist ärgerlich, besonders wenn „Baby2015“ wieder mal mitten in der Nacht plötzlich aus dem Schlafmodus in einen anderen Modus wechselt und nicht wieder zum Schlafmodus zurückkehrt. Ich denke, dass Sie mit einer entsprechenden Skip-mode-Funktion an „Baby2016“ sehr großen Erfolg bei Ihrer Kundschaft haben würden!

Abschließend möchte ich lobend erwähnen, dass bei „Baby2015“ das Freischalten neuer Features wie „Krabbeln“, „Rollen“ und „Alles Ansabbern“ wesentlich schneller erfolgt, als dies bei „Baby2012“ noch der Fall war. Dies scheint zwar mitunter zu vermehrtem Ausstoßen von Signaltönen zu führen und ist möglicherweise auch nur ein Merkmal unseres Batches, aber es erleichtert doch vieles, wenn das Feature „Selbst Fortbewegen“ endlich freigeschaltet wurde.

Hoffentlich konnte ich Ihnen durch dieses Schreiben einige Anregungen zur Verbesserung der „Baby“-Reihe liefern. Ich bedanke mich für die bisherige Zusammenarbeit und die Produkte „Baby2012“ und „Baby2015“, die unser Leben trotz der offenkundigen Mängel doch sehr bereichert haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen –

Ihre Frau Rabe

Tag 196 – Schon wieder fast alle krank

In der Nacht auf Samstag fing Michel an zu husten. Rasselnd und schleimig und fast so wie bei der Lungenentzündung, aber ohne Fieber. Leider hat ers ja nicht so mit dem Hand-vor-den-Mund-halten,  außerdem gibt er Pippi gerne Küsschen (oder leckt ihr auch mal beim Hund spielen quer durchs Gesicht…) deshalb war es nur eine Frage der Zeit, bis Pippi es haben würde. Die Nacht auf Montag war es dann soweit. Mehr Rotznase als Husten bei ihr, was aber bei einem Stillbaby ja auch nicht so mega spaßig ist.

 Es ist schon fies, wenn man mitbekommt, wie sie fünfmal an- und abdockt, bis sie sich entscheidet, dass das Minibisschen vom einen Nasenloch zum Atmen reichen muss oder dass sie es eben doch sein lässt und hungrig weiterschläft. Oder eben nicht weiterschläft, das ist noch fieser. Und seit heute habe ich es eben auch. Bei mir sind es hauptsächlich Hals- und Gliederschmerzen. Es ist doch zum Heulen. 

Dass ich dazu quasi als erstes nach dem Flugmodus-Abstellen heute morgen eine SMS der Unibibliothek hatte, in der ich aufgefordert wurde, das Statistikkursbuch zurückzugeben, machte es nicht besser. Natürlich habe ich das Buch schon lange zurückgegeben, direkt nach der Klausur sogar, aber trotzdem musste ich eben heute da hin gurken (im dichten, feuchten, waagerecht mit eiskaltem Wind in mein Gesicht gepusteten Schnee) und das klären. Es war gar kein Problem, das Buch wurde einfach als zurückgegeben nachregistriert, das machte mich froh und ich wollte das mit einem Kaffee feiern, aber dann hatte Möglichkeit 1 Inventur und ein Schild „Wir öffnen um 14:00 Uhr“ an der Tür, vor Möglichkeit 2 waren irgendwelche Gehweg-Bauarbeiten und deshalb kam ich mit Kinderwagen da nicht rein und bei Möglichkeit 3 war die Kinderwagen- und Rollstuhlrampe zugeparkt. Da hatte ich dann statt Kaffee in der Tasse den Kaffee schon um viertel nach zehn auf und ich fuhr missmutig nach Hause. Den Rest des Tages habe ich dann mit der kranken und deswegen sehr anhänglichen und missgestimmten Pippi verbracht und meiner eigenen Erkältung beim sich ausbrüten zugeguckt. Ein toller Tag. Nicht. 

(Übrigens hat Michel am Sonntag beim Frühstück gesagt „Noch ssueimal schlafen, dann Pippi Ssähne wachsen!“. Er hat aber nicht recht behalten. Ich bin ganz froh drum, Zahnen obendrauf müsste grade nicht unbedingt sein.) 

Tag 190 – Frieden und Liebe!

In Mamabloggerhausen tobt ein erbitterter Grabenkampf* zwischen Alt-, Jung-, Neu-, Kleinst-, Groß- und Glossen-Bloggern. Es geht um, ja, um was eigentlich? Darum, dass die Cool Kids die kleinen nie mitspielen lassen, dass aber auch die Kleinen nicht nur Mimimi machen sollen sondern ausm Quark kommen und aber eigentlich Ist das doch nur Clickbaiting und Rumgeheule überall. Heute wurde entdeckt, dass die Rolle der Habt-euch-doch-bitte-alle-lieb-Mutti noch fehlt. Die mach ich jetzt. Also:

Frieden und Liebe!!!

So. Jetzt trinken wir alle einen lauwarmen, laktosefreien, fettarmen, Low-Carb, fair gehandelten Bio-Kakaoblättertee aus Reismilch und dann haben wir uns wieder lieb, nech? Wir wollen ja schließlich alle das Beste für unsere Kinder, äh, Blogs. 

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Was ganz anderes: Pippi nervt mich grad kolossal wegen Schub und Schreien und Nichtschlafen und Dauertrinken und ich bin schon ganz leergelutscht aber ist das hier nicht mal total süß?

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Motzmotzmotz. Motz. ❤️

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Und dann nochmal zum Vergleich ein Video von vor ein paar Tagen, so geht es schneller, scheint aber weniger cool zu sein. 

(Ich hoffe, das funktioniert so. Die Technik ist ja manchmal tückisch…)

Trotzdem hoffe ich auf baldige Beendigung des Schubs. Meine Nerven sind nämlich kurz vor Ende und so kleine Meckerkrabbelepisoden und der darauf folgende Aaaaawww-Anfall reichen grade mal bis zum nächsten Mal „Is mir egal, dass du auf dem Klo sitzt, Mama, ich will auf jeden Fall auf den Schoß! Rabäääää!“.

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Noch was total anderes: der Urlaub ist gebucht! Vier Wochen Korfu, wooohoooo! Haaaach, das wird gut. Bestimmt. (Zweimal umsteigen je Weg wird nicht so cool, ich Flugzeugschisser. Vielleicht lass ich mir doch von meiner Freundin dieses Reisezeugs mitbringen vorher.)
*nun ja, Scharmützelchen. 

Tag 188 – Vorfreude

Die Urlaubsplanung wächst und gedeiht. Gestern habe ich an unsere zwei Favoriten Anfragen verschickt. Zypern war uns irgendwie dann doch unsympathisch wegen exorbitant langer Reisezeiten und hoher Flugpreise, deshalb gingen die Anfragen nach Korfu und Kreta. Korfu ist kälter, Kreta teurer. Korfu in der Anzeige sympathischer, Kreta näher am Meer und wegen der Größe der Anlage eventuell belebter. Nun ja, Korfu antwortete dann recht schnell und war in der Mail mindestens so nett wie in der Anzeige. Im April und für den relativ langen Zeitraum machten sie uns einen Sonderpreis und schickten gleich eine Mietwagenfirmaempfehlung mit. Ich hätte am liebsten direkt gebucht, wollte aber der Fairness halber noch die Antwort aus Kreta abwarten. Die kam heute und war so semitoll: abgesehen davon, dass ich auf Leerzeichen vor Satzzeichen allergisch reagiere, war der Tenor: Ach, April ist doch doof, kommt doch im Mai. Im Mai ist es soooo schön. Nun ja, die können ja nicht wissen, dass der April hier wirklich zum Abgewöhnen ist und dass wegen Ende der Elternzeit und so weiter der Mai eben nicht geht. Aber wenn ich im Mai könnte und wollte, hätte ich eben für Mai angefragt und nicht für April. Lange Rede kurzer Sinn: so hat sich Kreta selbst disqualifiziert und  ich habe schon mal nach Flügen geschaut. Ich will das jetzt festmachen. Und dann rief doch vorhin sogar unangekündigt Korfu an, war am Telefon wirklich unheimlich nett und empfahl uns, auch mal nach Flügen nach Thessalonikki zu schauen, die seien oft günstiger und die Mietwagen seien da auch billiger. Da war ich ja schon hin und weg von so viel Freundlichkeit, aber als ich keine Stunde später noch eine Mail von ihm erhielt, in der er schreibt, er hätte mal selbst geguckt, aus Trondheim bringe das doch nichts, weil man dann eh wieder in Athen umsteigen müsse und er entschuldige sich vielmals, da wusste ich: wenn mich doch noch mal wer adoptieren will, dann soll er es sein. Hach. 

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Herr Rabe hat einen Plan (in seinem Kopf), wie wir die Hausarbeit viel toller und effizienter verteilen und erledigen können. Ich bin gespannt. Dafür muss der Plan aber zuerst mal aus seinem Kopf rauskommen. 

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Heute wegen Ich-schone-mich-lieber-noch weder Sport noch Ballett. Hrmpf. Sport trägt doch sehr zu meinem persönlichen Wohlbefinden bei. Dafür unsere Miet- und Mautzahlungen angepasst (mehr Miete wegen Inflation, weniger Maut wegen selten aus der Stadt rausfahren), etwas Wäsche gemacht, Michels Bett bezogen, drölfzig Mal Pippi gestillt (wann hört dieser Schub denn bitte eeeeendlich auf?) und etwas rumgehangen. Jetzt bin ich etwas rappelig wegen aufgestauter Energie, denn außer ner Erkältung kam bisher doch noch keine Krankheit. Ich hoffe, das bleibt so. 

Und jetzt weiter Flüge gucken. 

Tag 186 – Wieder da!

Pippi und ich sind nach der laaaaaaangen Zugfahrt* wieder zu Hause. Michel hat sich sehr gefreut, ich mich auch, Herr Rabe sich auch und Pippi sich erst! Die kleine Krabbelmücke musste natürlich erstmal ihre neuen Skills vorführen und dann ausgiebigst Michels sämtliche Spielsachen besabbern. Michel hat noch nicht ganz verstanden, dass Pippi, wenn sie will, jetzt doch recht fix ist und war dann mehrmals recht empört, als Pippi sich an seine aufgebaute Brio-Bahn gerobbt hatte und sich kurzerhand auf die Gleise legte. Trotzdem hat er beim Ins-Bett-Bringen gesagt, er hätte Pippi auch vermisst. 

Ich bin jetzt aber irgendwie ziemlich ziemlich ziemlich müde und will eigentlich nur noch ins Bett und hundert Jahre schlafen. 
*Was stimmt denn mit Männern nicht, die alt genug sind um Enkelkinder im Alter der im Familienabteil nun mal anzutreffenden Kinder zu haben, die ihren Müll beim Aussteigen einfach unter den Sitz stopfen??? Ich war so perplex, mir ist alles aus dem Gesicht gefallen, aber aus meinem Mund kam nichts raus.