Tag 229 – Wirres Zeug

In eineinhalb Tageb brechen wir in den Urlaub auf. Das macht mich wuschig in der Birne, deshalb gibt’s heute keinen zusammenhängenden Text sondern einen kleinen Einblick in mein Gehirnchaos.

Meine Tante fragte mich heute, ob wir schon am Packen seien. Muhahaha. Natürlich nicht. Wir haben grob geplant, was man denn so packen könnte. Ca. 50% davon mussten gestern und heute allerdings erstmal gewaschen werden. Jaja, vorausschauend planen können wir. Insofern waschen wir erstmal und packen morgen. 

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Für den Urlaub habe ich mir Sportschuhe gekauft. Laufschuhe, um genau zu sein. Wer mich schon länger und besser kennt, als durch den Blog lacht jetzt schallend vorm Endgerät. Aber ich wills mal ausprobieren. Und wenns nix wird mit mir und dem Laufen, dann wirds eben nix und ich hab super bequeme Turnschuhe zum Spazieren gehen. 

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Ich hab mir auch ein Theraband gekauft und werde hoffentlich ab und an daran denken, etwas Krafttraining für die Bauch-, Rücken-, Schulter- und Nackenmuskeln zu machen. 

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Michel hat vom Osterhasen eine Minions-Schirmmütze (wie schreibt man eigentlich „Käppi“???) und Minions-Socken bekommen und wollte daraufhin gerne vier Paar Minions-Socken übereinander anziehen. Das war irgendwie sehr niedlich. 

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Ich hasse die Zeitumstellung im Frühjahr. Unter anderem deshalb:

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ENDLICH habe ich Purity durch. Es liegt nicht am Buch, dass ich dafür so lange gebraucht habe, sondern einfach an müde und ich lese nur abends im Bett und in letzter Zeit blogge ich da immer erstmal, dann lese ich was andere Blogger so den Tag über gemacht haben und dann fallen mir schon fast die Augen zu. Auf die Weise schaffe ich dann zweieinhalb Seiten zu lesen bevor ich eindöse. Und eindösen mit einem Hardcover-Buch in der Hand ist recht schmerzhaft. Aber egal, zurück zu Purity: ein gutes Buch, wenn auch nicht so gut wie Freedom. Aber ich mag einfach Franzen und seine Art der Charakterzeichnung. Trotzdem waren mir bei Purity die Charaktere etwas zu extrem, das finde ich bei Freedom besser gelungen. Aber vielleicht brauchte die extreme Geschichte auch extreme Charaktere. Auf jeden Fall ist es ein sehr gutes Buch, doch, nur Freedom ist eben (für mich) ein echtes Meisterwerk. 

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Weil sooooo schönes Wetter heute war (13 Grad und Sonnenschein, Juchhe!) waren wir spazieren und auf dem Spielplatz und Kaffee trinken und zurückspazieren. Insgesamt waren wir vielleicht 2 Stunden draußen unterwegs und (es ist lächerlich, ich weiß) ich habe jetzt leichten Sonnenbrand im Gesicht. Nicht schlimm, aber etwas doll rosig auf den Wangen und der Nase. (Nur falls sie sich gefragt haben, wieso wir nicht im Sommer nach Korfu fahren: deshalb. Ich mag den Sommer nicht, der Sommer klebt auf meiner Haut und macht dass sie weh tut und ich irrational große Angst vor Tod durch Hautkrebs bekomme.)

Sooo, jetzt fällt mir nichts mehr ein. Morgen die zwei großen P: Packen und Putzen. Es bleibt also spannend. 

Tag 228 – Konzerte

Ich muss gerade an Konzerte denken. Konzerte, auf denen ich war. Ich war schon auf vielen (vielen, vielen, vielen) Konzerten. Das erste Mal* mit ääähhh, 13 vielleicht: bei der Bloodhound Gang. In der Nachbarstadt. Ich wollte bei einer Freundin übernachten, ihr Vater wollte uns um 22 Uhr vor der Halle abholen. Um 22 Uhr hatte jedoch die Band noch nicht mal angefangen. Naja, wir waren rebellische Teenager und blieben. Es war großartig. (Zart besaitete Seelen bitte beim nächsten Absatz weiterlesen.) Die Band tat allerlei Skurriles auf der Bühne. Der Bassist (Evil Jared, hach… <3 ) leerte eine Flasche Jägermeister auf Ex und pinkelte den Sänger an. Der Sänger steckte sich das Mikrofon so weit in den Hals, bis er kotzen musste, was er dann auch tat, halb ins Publikum. Die Musik war bestimmt auch gut, daran erinnere ich mich nicht mehr ganz so gut. 

Weil danach der Vater meiner Freundin einfach gefahren war (naja, es war Mitternacht oder so) und nach Hause laufen echt keine Option war, mussten wir irgendwie anders nach Hause kommen. Glücklicherweise traf ich  meinen Grundschulschwarm (Sohn meines Orthopäden, das ist ein Dorf mit 300.000 Einwohnern, echt!), der mit seiner großen Schwester da war. Die nahmen mich dann mit nach Hause. Meine Freundin wurde auch von irgendwem mitgenommen und durfte sich alleine der Konfrontation mit ihrem Vater (der leider von der gewalttätigen Sorte war) stellen. Jetzt im Nachhinein war das wohl ziemlich scheiße von mir, aber wir waren alle so geflasht vom ALLERERSTEN KONZERT UNSERES LEBENS, da war das irgendwie egal und wir waren auch später noch ganz gut befreundet. 

(Mein zweites Konzert war dann kurz nach meinem 14. Geburtstag Gentleman. Heidewitzka, der hat sehr viel gekifft auf der Bühne.)

Ich möchte mal wieder auf ein Konzert, ja. Muss nicht mit Anpullern sein. Aber ich würde doch so gerne noch mal The Offspring sehen. Oder Muse. Ach ja…
*stimmt nicht. Ich war vorher zweimal mit meiner Oma bei der Kelly Family. Echt jetzt. 

Tag 226 – Dingens

Noch eine Nacht direkt aus der Hölle. Pippi nörgelte, bis ich sie nuckeln ließ. Sie nuckelte sehr vorsichtig, aber nicht vorsichtig genug, denn irgendwann kam der Milcheinschuss eben doch. Und da fing sie an zu brüllen, als käme kochende Säure in ihren Mund. Von mir ließ sie sich gar nicht beruhigen, bei Herr Rabe dauerte es ne Stunde. Und als sie endlich wieder eingeschlafen war, kam Michel, hustete bei jedem Atemzug, nölte und träumte schlecht. Den ganzen Tag hab ich mich wie überfahren gefühlt. Hoffentlich wirds heute Nacht besser. 

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Heute sehr über Texte über angeblich „unhilfreichen“ Feminismus geärgert. Sehr. Dass manche Menschen einfach nicht verstehen, dass Feminist*Innen keinesfalls wollen, dass alle Frauen* Karriere machen und niemand bei den Kindern zu Hause bleiben und das gut finden darf. Orr. Da muss ich mal drüber schreiben, aber nicht heute, heute bin ich zu müde und zu genervt von allem. 

Tag 224 – 8 Monate

Mein liebes kleines Mausemädchen,

Jetzt bist du schon acht Monate alt. Acht Monate die vergingen wie im Zeitraffer. Vor fünf Minuten bist du das erste Mal gekrabbelt. Gestern warst du noch ein kleines Minibaby, das mich zum ersten Mal angelächelt hat und damit mein Herz zum platzen brachte. Vorgestern hielt ich dich zum ersten Mal im Arm, zeternd und nass und blau und wunderschön. Vor einer Woche streichelte ich meine runde Babymurmel – nur um sofort von dir in die Rippen oder die Blase oder gegen die Beckenknochen geknufft zu werden. Und vor drei Wochen hielt ich das Stäbchen in der Hand, mit den sehr deutlichen zwei Strichen drauf und dachte gleichzeitig „Hupsi“ und „Wie schön“.

Jetzt liegst du hier auf meinem Bauch und verpennst den Tag. Du bist krank, Fieber und Rotznase und Gesabber. Dein Papa meint, du kriegst Zähne. Ich glaube nicht daran. Obwohl es zu dir passen würde, alles ganz anders zu machen als dein großer Bruder und die ersten Zähne unter größtmöglichem Trara zu bekommen. Manchmal macht es mich wahnsinnig, wie starrsinnig du bist, und wie sehr du mich und NUR mich brauchst. Papa scheinst du ganz ok zu finden – solange du ihn von meinem Schoß aus beobachten kannst. Bei jedem neuen Menschen ziehst du das vorwurfsvollste Gesicht, das ich je gesehen hab und weinst, bis ich dir ausreichend glaubhaft versichert habe, dass ich in deiner Nähe bleibe. Und egal bei wem du bist, wenn dir auffällt, dass ich nicht in deinem Wohlfühlradius von 5 Metern bin, brüllst du bis ich angelaufen komme. Wenn du dann auf meinem Arm bist, lachst du und siehst den anderen Menschen mit diesem „Siehste? Das ist meine Mama, die hab ich lieb, die ist toll!“-Blick an. Das muss für die anderen ganz schön verletzend sein. Aber du weißt halt, was du willst. 

Überhaupt deine Blicke. Als wir neulich Geburtstag feierten, hattest du alles voll im Blick und wundertest dich ganz offensichtlich sehr über unser Treiben. Dein Gesichtsausdruck in Richtung der Bestrn Freundin sagte wirklich eindeutig „Die sind ja ganz nett, aber eben leider alle irre…“. Sogar das „Ganz ruhig, gleich kommt jemand der Sie an einen ganz schönen Ort bringt!“-Lächeln hast du schon voll drauf. Dein großer Bruder fand (und findet) es gut, wenn man sich für ihn zum Affen machte. Du scheinst das alles zu durchschauen und würdigst es höchstens mit einem „Gaaaanz toll, Mama!“-Blick. Würdest du klatschen können, würdest du wohl noch ein Slow-Clap dazu machen. Dafür lachst du über ganz andere Sachen. Dein Spiegelbild. Bauchpupse. Deine eigenen Pupse. Wenn ich pfeife. Wenn ich schnalze. Wenn Michel Quatsch macht. Essen. Trinken. Wenn du das Babypixibuch gefunden hast und dessen behauptete Unkaputtbarkeit testest. Michels Autos. 

Du kannst schon so viel und bist doch unersättlich darin, Neues zu lernen. Grade Rollen gelernt? Du willst krabbeln. Du kannst krabbeln? Du willst stehen. Du ziehst dich selbst an Sachen hoch und stehst? Du lässt los, frei stehen ist jetzt das Einzige was zählt. Dabei nimmst du Rückschläge (meistens in Form von Umfallen, Hinfallen, Wegrutschen) nicht gerade gelassen hin, es scheint auch nicht in erster Linie der Schmerz, die Beule oder die Schramme zu sein, die dich schreien lässt. Du bist wütend. Auf den weggerutschten Hocker, auf den Schrank, der da steht und der dir einfach gegen den Kopf gesprungen ist, auf deine eigenen Beine, die eben doch noch nicht so ganz sicher stehen. Kurzes Zorngeheul und getröstet werden und du bist bereit für den nächsten Versuch. Unermüdlich. Mein starkes kleines Mädchen. 

Heute rieche ich an deinem Kopf. Den ganzen Tag. Ein bisschen erinnert es mich an den Neugeborenenduft von vor ein paar Monaten. Aber es ist so viel dazu gekommen. So viel Zuhause und Liebe und Familie. Ein Duft, der genauso gewachsen ist wie du. Und der mich unbeschreiblich glücklich macht. Wie du. 

Murch!

Deine Mama

Tag 221 – Genäht

Der Igelanzug ist fertig und ich möchte mir ein bisschen selbst auf die Schulter klopfen, der ist richtig richtig gut geworden.


Eine gute Idee war es auch, neulich mal so eine Zange für Druckknöpfe zu kaufen, Druckknöpfe annähen hasse ich nämlich wie die Pest. Und das kann, im Gegensatz zu normalen Knöpfen, auch meine Nähmaschine nicht.

Wie man außerdem an den Bildern sieht, geht es Pippi wesentlich besser. Heute hatte sie nur leichtes Fieber, was sich einfach wegschlafen ließ. Puh.

Und das Kleid, was ich mir um meinen Geburtstag rum genäht habe, hat Herr Rabe auch mal von Nahem fotografiert:


Dabei sind die Taschen, die Ätmelbündchen und die Reißverschlüsse (der direkte Zugang zur Milchbar *hust*) auf meinem Mist gewachsen, der Rest kommt vom Schnittmuster (Stoff+Stil), an dem ich dann aber noch ganz schön rumdoktern musste, damit es nicht sitzt wie ein Kartoffelsack. Merke: selbst am Rücken abstecken ist möglich, erfordert aber einiges an Verrenkungen.

Tag 220 – Durcheinander 

Herr Rabe hat seit heute Nachmittag frei. Jetzt muss er bis August nicht arbeiten. Das ist für alle weird. Auch für mich. Das heißt, ich hab nur noch sechs Wochen, dann muss ich wieder arbeiten. Sechs Wochen sind schnell rum. Wo sind eigentlich die letzten achteinhalb Monate hin???

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Michel hustet ganz furchtbar. Das wird eine schlafarme Nacht.

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Pippi hat Fieber. Ich tippe auf 3-Tage-Fieber. Waldorfkindergartenviren, ick hör dir trapsen. Heute Mittag waren es 39,9 Grad und sie ganz schlapp und fertig. Ein Hoch auf die Fieberzäpfchen. Wird wohl trotzdem ne schlafLOSE Nacht. 

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Ein Baby mit Fieber stillen fühlt sich sehr komisch an. Als würde man seine Brust in sehr warmes Wasser tauchen. 

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Heute den Kleinercast zum Thema Menstruation gehört. Danach neue Zyklusapp runtergeladen. Ebenfalls jeglichen Maßstab für zu viel Information verloren. Q.e.d.

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Gestern habe ich mir ein falsches Muttermal (Lipom) am Rücken entfernen lassen, das mich schon seit tausend Jahren total nervt, weil es direkt unter dem BH-Verschluss sitzt und da reibt, drückt und allgemein auch doof aussieht. Dafür tuts jetzt halt irgendwie ein bisschen weh im Sitzen wenn ich mich anlehne. Voll supi, wenn man den ganzen Tag ein Baby am Leib kleben hat. Und Ostermontag soll ich zur Notfallpraxis um die Fäden ziehen zu lassen (ja, so groß war der „Froschpickel“. Vier Stiche.). Äh ja, mal sehen wie wir das machen. 

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Das Schrägband abgemacht. Weiter nicht gekommen mit dem Nähprojekt. 

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Ich muss jetzt noch (dringend!) Vorteig ansetzen für Brötchen, die morgen gebacken werden wollen. Die Küche und der Esstisch sehen auch noch aus wie Sau. Logistisches Problem: ich liege mit dem rasselhustenden Michel inzwischen im großen Bett, Herr Rabe ist von Pippi belegt. Hmhm. 

Tag 219 – Neues Projekt (Wääähähähäää)

Ich habe ein neues Nähprojekt. Ich nähe Pippi eine etwas schickere Hose, ohne Ärmel, also für den Urlaub. Es ist ganz gut, was zu tun zu haben, dann denke ich nicht so viel über Michel nach. 

Hier mal ein Bild von der Front, ist alles noch sehr Work in Progress aber obenrum bin ich fast fertig. 

  
Zum ersten Mal was gekräuselt. Ist ok geworden, finde ich. Ich kann ja eigentlich gar nicht nähen, das ist alles learning by doing und leider auch trial and error. Natürlich habe ich auch wieder wie verrückt aufgetrennt. Wirklich viel diesmal. (Er hat gesagt… Wääähähähäää!). Möglicherweise war ich auch etwas unkonzentriert. (Er hat gesagt, er maaaaaag mich nicht! Wäääähähääää!) Zum Beispiel darf ich morgen auch an den Armlöchern das Schrägband wieder auftrennen, das war mein erstes Mal Schrägband, ist auch ok geworden, aber das Armloch geht noch weiter und das hab ich nicht gecheckt. (Er maaaag nur Papaaaa! Mich mag er niiihihiicht! Wääähhhhhhh!!!) Natürlich ist der Schrägbandstummel nun zu kurz, sodass ich das alles wohl oder übel nochmal aufmachen und neu drandutzeln    muss. Hrmpf. 

  
Aber ist der Igelstoff nicht niedlich? Und wie easy peasy Baumwolle zu nähen ist, nachdem man die letzten Male immer stretchige Stoffe hatte! (Warum maaaag er mich denn nicht?) 

Tag 216 – Der Mann hat Hunger…

… Deshalb muss ich jetzt hier ganz schnell schreiben, dass mir nichts einfällt, was ich schreiben könnte. Also, nix interessantes. Pippi und ich waren beim Sport, es ist gut, dass das bald vorbei ist wegen Ostern und Urlaub und Arbeit, weil mit mobilem Krabbelbaby macht das keinen Spaß. Vorm Sport waren wir bei der Entsorgungsstation am anderen Ende der Stadt und haben diversen mittelgroßen Müll (Kochtöpfe, Pappkartons, nen kaputter Tischsauger, sowas halt) weggebracht. Pippis Kitaplatz hab ich auch noch irgendwann angenommen. Und ihr ein paar Wollbodys bestellt. Für den Kindergarten eben, also für nächsten Herbst/Winter. Öhh, ach ja, dann war ich beim Ballett. Und dann rief meine Omi an um zum Geburtstag zu gratulieren und so wies aussieht werden wir wohl dieses Jahr einen 30. Geburtstag in Wien und eine Hochzeit in Portugal feiern. 

Aber sonst war nix. 

Tag 215 – Hurra! oder Wie ich mal fast im Knast war. 

Pippi hat einen Kitaplatz in Michels Kita bekommen! Heute Morgen kam eine SMS und eine Mail, jetzt müssen wir den Platz natürlich noch annehmen aber das geht auch online und ist kein Problem (nur dran denken muss man). Puhhhhh, da fällt mir nicht nur ein Stein vom Herzen. Ich gestehe, ich war ziemlich nervös, obwohls ja eigentlich klar war, aber nachdem wir im letzten Jahr eben auch schon einmal einen Platz (für Michel) in der Kita „sicher“ hatten und den dann eben doch nicht bekamen war ich eben etwas besorgt. Damals kamen wir im Kindergarten an, Michel im Schlepptau, eigentlich nur um den Kindergarten nochmal genauer anzugucken, in dem wir sicher waren einen Platz zu haben, nachdem Leitung und Kommune uns das zugesichert hatten. Und dann war irgendwie Michel wegen Chaos mit unseren Personnennummern nicht auf der Liste gewesen und die Kitaleitung musste den Platz an andere Kinder vergeben. Als ich das endlich raffte, fing ich (voll erwachsen) im Essensraum der Kita an zu flennen und konnte nicht mehr aufhören (immerhin war ich ja auch schwanger und stand voll unter Hormonen). Nachdem ich mich zu Hause von meiner Heulerei halbwegs erholt hatte, schrieb ich eine wütende, aber noch sachliche Mail an die Kommune, wie das passieren konnte. Die Kommune schob es auf die Kita, die Kita auf die Kommune (Spoiler: es war der Fehler der Kommune). Es folgte ein Tag, an dem drölfzig emails in scharfem (ich) bzw. desinteressiertem (die Kommune) Ton* hin und her gingen, bis ich irgendwann versehentlich den Reply- statt des Forward-Buttons erwischte, als ich eine, in meinen Augen, besonders dreiste mail der Kommune mit dem wütenden Kommentar „Ich töte sie alle!“ versehen an Herrn Rabe weiterleiten wollte. Die Mail ging also wieder an die Kommune, ich entschuldigte mich zwar sofort aber es folgten zwei Tage eisige Stille und dann eine Mail in astreinem Juristendeutsch, dass die Mitarbeiter der Kommune vor Morddrohungen und ähnlichem geschützt würden und sie deshalb die Mail an die Ermittlungsbehörden weitergereicht hätten. Hupsi. Ich sah mich schon im Knast, meine Kinder würden mir weggenommen, schlimmste Albträume, Heulkrampf. Herr Rabe wurde kurzerhand Familie Rabes Single Point of Contact mit der Kommune, ich entschuldigte mich ausführlich und reumütig und erklärend nochmals bei der Kommune (ließ aber das „und ich bin auch schwanger und quasi unzurechnungsfähig“ weg) und harrte der Dinge die da kommen mochten. Im Endeffekt rief mich ein Herr von der Polizei irgendwann im Juni (?) einmal an, nahm mir das Versprechen ab, in Zukunft keine Menschen mehr mit dem Tod zu bedrohen und legte dann das Verfahren zu den Akten. Und dann bekamen wir doch noch den Platz, zwei Tage bevor die Eingewöhnung in einer wieder anderen Kita starten sollte. Wieder Heulkrampf, diesmal aber wegen frisch entbunden und Babyblues und Pläne kaputt und doppeltem Kitabeitrag für drei Monate wegen Kündigungsfrist (waren am Ende dann doch nur zwei, aber trotzdem teuer). 

Dieses Mal also einfach total froh, dass es ganz ohne Tränen mit dem Kitaplatz geklappt hat. 

(*Was sich auch scheiße anfühlt: wenn man sich Mühe gibt und auf Norwegisch schreibt und Antworten konsequent auf Englisch kommen.)

Tag 213 – Vergessenes nachgereicht

Also erstmal die Bilder. Haha. Voll vergessen, die Bilder hochzuladen in meiner Sektdödeligen Laune gestern. 

 

Der Kuchen, angeschnitten. Michel hat schon mal angefangen mit Kuchen essen.

  

Geburtstagstisch mit Fahne, Kuchen, Kaffee und Geschenken. Die Maus probiert schon mal vom Kuchen.

  

Paaaaarteeeeyyyyy!

 
Und dann das Kuchenrezept. Also das war ja so:

*Tuuut, tuuuut* „Helga Schulz?*“

„Hallo Oma, ich bins! Naaaa, wie is?“

„Ach *Vorname Frau Rabe*, wie schön! Ja, ach, es muss ja. Und selbst?“

„Ja, ach, ich bin grad arbeiten und mache ganz langweilige Sachen, da kann ich nebenher telefonieren. Aber ich ruf eigentlich an wegen dem Rezept für den Schichtkuchen. Ich wollte den für meinen Geburtstag backen, ich weiß ja dass ihr nich mehr so gut in der Küche stehen könnt…“

„Ich würd dir den aber auch backen!“

„Nee lass ma, wenn du mir das Rezept gibst ist das schon ok.“

„Ja, also da machste nen Pfundsteig.“

„???“

„Ein Pfund Butter, ein Pfund Eier, ein Pfund Zucker, das rührste schaumig, dann noch ein Pfund Mehl.“

„Ein Pfund Eier??? Mit oder ohne Schale?“

„Hehe, ohne. Das ist so ungefähr ein Dutzend. Und dann streichste das aufs Blech, das werden vier Bleche. Und dann backste das.“

„Hmhm, bei wieviel Grad?“

„Ach, so hundertachtzig, da kommts nicht so drauf an. So zehn Minuten ungefähr. Dass der Rand nicht zu braun wird.“

„Ok, und dann kommt da Holundergelée zwischen, und dann Dritteln und stapeln und so und wie lange lässt man das dann stehen?“

„Das machste am besten mit nem schweren Topf voll Wasser über Nacht. Das reicht. Der Holundergelée muss auf die heißen Platten, dann zieht der gut ein. Und am nächsten Tag machste Kuvertüre drauf. Musste natürlich vorher den Rand abschneiden.“

„Hmhm. Ok, das krieg ich hin. Danke Dir!“

„Ach, das freut mich ja, dass du den Kuchen backen willst. Den mochtest du ja immer schon so gerne. Du bist eine ganz tolle Frau geworden. Wirklich, eine tolle Frau!**“

„Ähhhh… Danke! Dann machts ma gut, ne? Grüß Opa schön von mir! Und wir sehen uns dann ja am Samstag***.“

„Das machen wa. Tschüss!“

„Tschüss!“
Hach ja. Ich vermiss dich, Oma. 

*So hieß sie wirklich. Mein Opa hieß Karl. Karl und Helga Schulz, Namen wie aus ner Karikatur über deutsche Rentner. 

**Warum auch immer sie das damals sagte, sah ihr eigentlich nicht so ähnlich. Aber vergessen werde ich es wohl nie, denn es war das letzte, was sie zu mir sagte. 

***Leider kam es dazu dann ja nicht.