Tag 2829 – Arbeit, Arbeit…

Alltagstrott ist wieder da. Bin dementsprechend auch wieder müde, obwohl ich, als Pippi beim Tanzen war, im Auto ein kleines Nickerchen gemacht habe. Immerhin habe ich einen Spaziergang eingeschoben und Geige gespielt. Beim Spaziergang konnte ich mich daran erfreuen, dass die graubraunen Schneeberge wegschmelzen und hier und da schon (totes) Gras und (lebendes) Moos hervorguckt. Außerdem hatte ich so Sonnenlicht und frische Luft. Aber so richtig Spaß macht das nicht, in dieser dreckigen, steinigen Vorfrühlingswelt draußen herumzustapfen.

Naja, andererseits könnte alles schlimmer sein, vor drei Jahren war obendrein noch Pandemie. Schlimmer geht immer.

Tag 2828 – Elfen-Update.

Das mit dem nicht so gut fühlen gestern war möglicherweise ein neues Feature meines Zyklus. Ich muss das mal weiter beobachten, ob das so regelmäßig passiert, wie ich mir einbilde. Kommt alles in die Zyklus-App… Jedenfalls war es heute wesentlich besser. Kein Schüttelfrost, keine Gliederschmerzen mehr. Insgesamt nicht mehr tot als lebendig gefühlt.

Dementsprechend war ich abends dann auch beim Ballett. Ich habe mich dazu durchgerungen, die Aufführung mitzumachen, Peer Pressure der anderen Muttis war mit Schuld. Wir haben die Choreografie jetzt auch fertig, was gut ist, so [checks notes] 2 Trainings vor der Aufführung. Unsere Trainerin hat sich das mit den Röcken doch noch ein bisschen anders überlegt und jetzt haben wir etwas andere, etwas weniger bauschige und dafür modernere Röcke (fertig mit Höschen dran), die auch, ähm, optisch schlanker machen. Diversen Schokoosterhasen gefällt das. Was mir persönlich gar nicht gefällt, ist, dass wir dazu ein schwarzes (ok) Tanktop (naja ok) mit eng anliegendem Stehkragen/halben Rollkragen (irks!) in Plastequalität (Doppel-irks!) tragen sollen. Gefühlt fing das schon beim Anziehen zu müffeln an und dieser Kragen am schwitzigen Hals, mich juckt es immer noch beim bloßen Gedanken daran. Aber die Choreografie ist schön, das Lied ist toll, und der Auftritt dauert drei Minuten, solange werde ich es in dem ekligen Plastikstoff schon aushalten. (Am Hals! Wäh!)

Tag 2827 – Im heimischen Bett.

Wir sind zu Hause. Die Koffer sind ausgepackt und leer verstaut, die erste Maschine Wäsche ist durch und trocknet, die Schweinchen sind wohlbehalten wieder eingezogen, das Haus ist aufgewärmt. Die Kinder sind im Bett – die sind ja auch mit uns heute morgen um halb sechs aufgestanden. Ich bin auch schon im Bett, nachdem ich in der Badewanne war. Irgendwie bin ich nicht so richtig fit, mindestens müde, hoffentlich nur das. Ich hoffe, dass es die eigene Matratze, das große Kissen (Familie Weirdo hatte ja bis auf Herrn Rabe eigene Kissen dabei…) und generell Schlafen ohne Kind im Zimmer richten wird.

Das war ein schöner Kurzurlaub.

Tag 2826 – Frohe Ostern!

Hier war ein weiterer Sonnenscheintag, ich hoffe, Sie hatten es alle genauso gut wie wir, ob mit, ohne, bunten, braunen, gekauften, geschenkten, selbst bemalten, Schokoladen- oder Hühnereiern.

Wir müssen jetzt alle ganz schnell schlafen, deshalb bleibt es bei dem kurzen Ostergruß.

Tag 2825 – Noch mehr Sonnenschein!

… und Leute. Viel zu viele Leute in Brighton selbst, weshalb ich mich ganz schnell wieder in den Vorort begeben habe. Selbst mit Musik über noise cancelling Kopfhörer war es kaum zu ertragen. Aber heute war weiter allerschönstes Frühlingswetter und die knapp zwei Stunden am Strand mit den Kindern richtig schön. Die Kinder sind ja groß genug, als dass sie selbst auf den Steinen klettern und mit den Füßen ins Wasser gehen können, wir müssen nicht mehr ständig in einer Armlänge Abstand sein und können einfach eine Weile auf einer Picknickdecke am Strand sitzen und in die Gegend gucken. Herrlich.

Langsam tritt doch sowas wie Erholung ein.

Tag 2823 – Sagte ich zufrieden?

Mörderisch, meinte ich. Laune kommt halt auch im Urlaub. In meinem Kopf war heute alles ziemlich doof. Menschen doof, Museum doof, Kunst doof, Vivaldi total doof. Beste Zeit des Tages: die anderthalb Stunden, die ich alleine mit dem Bus durch die Gegend gurkte, weil wir nicht zu sechst ins Auto passen und ich mich nicht sehr gewehrt habe, die auserwählte zu sein, die den Bus nehmen muss. Zwei mal 35 Minuten in Bussen plus ein bisschen Zeit davor, dazwischen und danach zu Fuß, allein, mit Musik auf den Ohren und keiner Aufgabe, außer den Weg nach Hause zu finden (für jemanden ohne Orientierungssinn ist das schon Aufgabe genug). Wundervoll.

Hoffentlich ist die Laune morgen besser. Ich würd auch gerne nicht so Rotz träumen wie letzte Nacht, das wäre auch schön. Kann ich das beides irgendwo bestellen?

Tag 2822 – Platt und zufrieden.

Super Kino (Everything, Everywhere, All at Once, ich kann den sehr empfehlen, allerdings scheint man ihn entweder zu hassen oder zu lieben. Er ist laut, schrill, albern, und am Ende überraschend herzwärmend. Und er hat Racacoonie und Wurstfinger. Ich persönlich würde mir den auch noch ein paar mal angucken, und das ist jetzt nichts, was ich ständig über Filme sage. Ich hatte den auch schon mal gesehen, im Flugzeug auf dem Weg nach Indien), super Essen (indisch, BÖRPS!), danach noch ein Cocktail, nach langer Zeit für mich mal wieder ein bisschen Alkohol. Jetzt bin ich irgendwie sehr müde, wahrscheinlich spielen da alle drei Programmpunkte mit rein.

Nach dem ungewohnten Cocktail sollte ich übrigens auch nicht unbedingt irgendwelche Flüge buchen, das geht potentiell aus Gründen schief.

Tag 2821 – Frühlingsgefühle.

Bin grad voller Hachz, weil hier alles so schön grün ist. Die Bäume zwar noch nicht, aber Rasen und Ähnliches ist grün, Blumen (vor allem Narzissen) blühen, die Sonne scheint und es ist warm (für uns). Ich habe das Gefühl, meine Augen saugen die Farben auf, wie ein Schwamm Wasser. Endlich nicht mehr nur grau- und brauntöne, wie wir sie in Norwegen noch ca. einen Monat lang haben. Das hat sogar einen gewissen Entspannungseffekt, heute bin ich sogar ohne Sonnenbrille draußen rumgelaufen und habe es erst nach einer Stunde bemerkt. Wir waren in einem der hier überall verstreuten National Trust-Gärten, die einfach wunderschön sind. Pippi hat eine Ostereisuche mit allerlei Aktivitäten mit großer Hingabe mitgemacht, Michel hatte die ganze Zeit seine Nase in seinem Naruto-Manga. Wir Erwachsenen haben Blumen und alte Häuser angeguckt. Zwischendurch überkam mich der Wunsch, eine Fotoserie „Menschen machen Fotos von Narzissen und Magnolien“ zu machen, aber dem habe ich widerstanden. Die Narzissenmeere und riesigen, voll blühenden Magnolien waren aber auch wirklich fotogen. Das war schon alles wirklich schön.

Morgen passen Schwägerin, Schwager und Schwiegervater (ok, letzterer vielleicht nicht so sehr, der hat die Batterien an seinem Hörgerät ausgetauscht und seither geht irgendwas nicht mehr und so ein Hörgerät hat man ja nicht aus Spaß…) auf die Kinder auf und Herr Rabe und ich gehen ins Kino und vielleicht noch was Essen oder so. Wir gehen in einen Film, der nichts für Kinder ist und ich möchte in ein Restaurant, in dem keine Pommes auf der Karte sind und man komisch angeguckt wird, wenn man Nudeln ohne Soße bestellt. Müssen nur noch eins finden, aber das wird schön. Hach!

Tag 2820 – Auf der Jagd nach dem Schatz.

Michel liest ja gerne Mangas. Aber nicht alle Mangas! Oh nein. One Piece (South? East? Ich weiß es grad nicht. Aber es gibt da einen Unterschied und die falsche Serie lesen kommt gar nicht in die Tüte). Zu Hause hat er Band 1 und 2, in London bekam er Band 3 und 5, weil Band 4 ausverkauft war. Band 3 und 5 waren allerdings innerhalb einer Stunde verschlungen und es musste Nachschub her, aber NUR! Band 4 und 6 waren akzeptabel. Wir waren also heute in allen möglichen Japan-/Anime-/Manga-Läden in Brighton, vier an der Zahl. Und keiner hatte Band 4 und 6 von der richtigen One Piece-Reihe. Band 76 oder 99 oder so, die waren da, aber nicht 4 und 6. Das war sehr schwer zu verdauen für Michel und es kostete uns sehr viel Mühe, ihn zu überreden, eine andere Serie zu lesen. Das Drama wäre nämlich garantiert noch größer, wenn wir mit leeren Händen zurück gekehrt wären. Schlussendlich wurden es die ersten drei Bände von Naruto. Wir klopfen also heute Michel auf die Schulter, weil er sich auf was neues eingelassen hat, Herrn Rabe, weil er nichts in dem tollen Graphic Novel-Laden gekauft hat und mir, weil ich hungrig Michels Frust und Herr Rabes (und Pippis) Stielaugen aufgefangen habe.

Jetzt Bett. Das war schon wieder sehr viel Rumgelaufe heute, das bin ich ja gar nicht mehr gewohnt, mir tun sogar schon die Beine weh.